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Eirik von den Nordmännern: Drei Wikinger Romane

Eirik von den Nordmännern: Drei Wikinger Romane

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Eirik von den Nordmännern: Drei Wikinger Romane

Länge:
346 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 5, 2021
ISBN:
9798201731359
Format:
Buch

Beschreibung

Eirik von den Nordmännern: Drei Wikinger Romane

von Alexander Naumann

 

Über diesen Band:

 

Dieser Band enthält die Romane

 

Eirik Trollblut - Fehde der Wikinger

Eirik Trollblut - Der Hammer der Riesen

Eirik Trollblut - Der Draugr

 

Während der Skalde Eirik Trollblut sich beim Gelage am Hofe des Königs vergnügt, überfallen Naglfari und seine Wikinger die Küsten. Bald darauf rüsten sich die Krieger des Königs, doch ein unheilvoller Fluch lastet auf Eirik.

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Freigegeben:
Jul 5, 2021
ISBN:
9798201731359
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Buch

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Eirik von den Nordmännern - Alexander Naumann

Eirik von den Nordmännern: Drei Wikinger Romane

von Alexander Naumann

Über diesen Band:

Dieser Band enthält die Romane

Eirik Trollblut - Fehde der Wikinger

Eirik Trollblut - Der Hammer der Riesen

Eirik Trollblut - Der Draugr

Während der Skalde Eirik Trollblut sich beim Gelage am Hofe des Königs vergnügt, überfallen Naglfari und seine Wikinger die Küsten. Bald darauf rüsten sich die Krieger des Königs, doch ein unheilvoller Fluch lastet auf Eirik.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

© Roman by Author /

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Folge auf Twitter:

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Eirik Trollblut - Fehde der Wikinger

Alexander Naumann

Eirik Trollblut - Fehde der Wikinger

UUID: 49013837-0aeb-4249-abf0-d1f2408fde7a

Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (http://write.streetlib.com) erstellt.

Table of Contents

UPDATE ME

Eirik Trollblut - Fehde der Wikinger

von Alexander Naumann

––––––––

Der Umfang dieses Buchs entspricht 102 Taschenbuchseiten.

––––––––

Natürlich verfolgten die Schergen des Königs sie. Eirik und Bragi standen auf einem Hügel, der sich über einem langsam fließenden Fluss erhob. Die Reiter des Königs Haraldr befanden sich auf der anderen Seite und bewegten sich flussaufwärts.

Eirik verschränkte die Arme und atmete aus. „Haraldr wird uns nicht so einfach davonkommen lassen. Er ist auf Rache aus."

Natürlich ist er das!, sagte Bragi. Die Augen mit der Hand vor der Sonne abschirmend schaute zu den Reitern. „Diesmal hast du es wirklich übertrieben. Einem König das Auge auszustechen! Das ist sicherlich der Stoff für eine Geschichte.

––––––––

Nach einer verlorenen Schlacht sieht sich der Skalde Eirik Trollblut gezwungen, zusammen mit seinem treuen Gefährten Bragi die Flucht zu ergreifen. Beim Hof von König Oddkell suchen sie Schutz vor dem König Haraldr, über den Eirik viele verächtliche Verse geschmiedet hatte. Doch auch dort soll der Konflikt zwischen Haraldr und Eirik sich weiter zuspitzen...

Das ist der erste Band der mehrteiligen Saga um Eirik Trollblut und seine Mannen aus der Zeit der Wikinger.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

© Roman by Author / Cover: Nach einem Motiv von Albert Goodwin mit Steve Mayer, 2020

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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1

Eine Seeschlange hob ihren Kopf aus den tosenden Wassermassen. Eirik sah ein Ungeheuer, wie es Thor selbst herauszufordern schien. Es regte seinen Hals in die Höhe, während der Donnergott den Himmel in ein dunkles Gewittermeer verwandelte. War das Ende der Zeit gekommen? Die Blitze schreckten die Schlange nicht, niemand konnte sie aufhalten ...

Ein Schlag ins Gesicht, Eirik fiel zur Seite und landete im Dreck. Als sein Blick langsam an Klarheit gewann, sah er zwischen einigen Beinen hindurch den hölzernen Drachenkopf eines Langbootes. Die See war bewegt, Wellen schlugen gegen die Reling und der Drachenkopf hob und senkte sich. War es das, was ich gesehen hatte?, fragte sich Eirik und hustete Wasser aus, das sich schmerzhaft seine Lunge hinauf zwang.

„Wacht auf, Eirik Trollblut", sagte eine Stimme, die ihm bekannt vorkam.

Hände packten seine Schultern und richteten ihn auf. Er kniete, um ihn herum waffenstarrende Männer, die ihn nicht gerade freundlich anblickten. Das Geräusch der aufgepeitschten See drang zu ihm, wie das Wasser immer wieder ans Ufer schwappte. Jetzt bemerkte er, dass seine eigene Kleidung durchnässt war.

„Eirik!", hörte er eine vertraute Stimme.

„Bragi", sagte er schwach und wandte seinen Kopf.

Zwei hielten seinen Begleiter fest, einer hielt ihm eine Klinge an den Hals. Bragi schaute ihn sorgenvoll an. „Es geht dir gut!"

„Nicht mehr lange, sagte die andere Stimme. „Aber Ihr solltet Eurem Freund dankbar sein. Er hat Euch aus dem Wasser gefischt.

Eirik schaute zu der Person hoch. „Ah, König Haraldr. Sagt, wo ist der andere König? Ihr wisst, der König, auf dessen Seite ich gekämpft habe."

„Tot!, spukte König Haraldr. „Sehr wahrscheinlich. Er ist mit schweren Verletzungen ins Wasser gestürzt.

„Das ist schade, sagte Eirik und stellte fest, dass man ihm die Hände gefesselt hatte. „Ich mochte diesen König. Er hatte mir ein wertvolles Schwert geschenkt ... Mein Schwert ist auch weg.

„Liegt wohl ebenfalls auf dem Grund, genauso wie Euer Gönner! Der König beugte sich zu ihm herunter. „Endlich habe ich Euch, Eirik Trollblut, Skalde mit der Schlangenzunge! Lange genug habt Ihr Spottverse über mich ausgeschüttet! Wie hattet Ihr mich in einer Eurer Dichtungen genannt?

Eirik bewegte seinen Arm so subtil wie möglich. Es sollte sich noch immer im Ärmel befinden ... „Oh, ich habe Euch vieles genannt. Da müsst Ihr mir schon helfen. Was fand denn besonderen Anklang bei Euch, König Haraldr?"

„Wie wäre es mit ‚Honigschlucht‛?"

„Das ist gewiss nicht mein bester, nein."

„Damit bezeichnet Ihr mich als Säufer!", rief Haraldr aus und schlug Eirik nochmals ins Gesicht.

Den Schmerz nahm er kaum wahr, dazu war er noch zu matt. Doch die plötzliche Bewegung verhalf Eirik, die Finger seiner rechten Hand in seinem linken Ärmel verschwinden zu lassen und vorsichtig nach einem besonderen Gegenstand zu tasten.

„König Haraldr, sagte Eirik, „ich war an Eurem Hof und habe neben Euch gesoffen. Nichts Verwerfliches daran.

„Und was ist mit ‚Klingenwetter-Flieher‛?"

„Hat Euch schon jemand erklärt, dass das ‚Feigling‛ heißt?"

Diesmal bekam Eirik einen Schlag mit ordentlich Wucht verpasst. Ihm wurde schwarz vor Augen. Er hörte Bragi kurz aufschreien und sah, wie plötzlich vier Mann notwendig waren, um den Riesen festzuhalten. Treuer Freund Bragi.

Eirik stöhnte kurz auf. „Ihr wisst schon, ehrenwerter König, dass ich diese Verse nicht für Euch geschrieben habe? Sie sollten meinen früheren Gönner belustigen. Wenn Ihr das jetzt sein wollt, dann tue ich gerne so, als hätte es diese Zeilen nie gegeben."

„Und das ist noch nicht alles, sprach Haraldr weiter. „Wollt Ihr mir, Skalde, erklären, was ein ‚Schlangenschlucker‛ ist?

Eirik konnte sich ein dreckiges Lächeln nicht verkneifen. „Nun, das Gemächt eines Mannes ist Ihnen sicherlich nicht fremd, denn Ihr seid ja selber einer. Und wenn man das in den Mund ..."

Der dritte Schlag. Eirik landete wieder auf dem Boden, doch diesmal richtete er sich selber auf.

„Hört, sagte Eirik und spuckte Blut. „Wir können das noch den ganzen Tag so weitermachen. Wenn Ihr wollt, dann gebe ich all meine Verse über Euch zum Besten. Aber deswegen bin ich sicherlich nicht hier, richtig?

König Haraldr rieb sich die Faust. „Nein, das seid Ihr nicht. Er zog sein Schwert aus der Scheide und hielt die Klinge an Eiriks Kehle. „Ihr habt lange genug geredet, Skalde. Es wird Zeit, dass ich Euch zum Schweigen bringe. Mögen Eure Verse Euch nicht überleben.

König Haraldr holte mit dem Schwert aus.

In diesem Moment fanden Eiriks Finger, wonach sie im Ärmel gesucht hatten. Sie befühlten das kleine Amulett und die eingeritzten Runen.

„Wartet!", rief er.

Haraldr verdrehte die Augen. „Nennt mir einen guten Grund."

„Bragi. Eirik deutete mit dem Kopf auf seinen Gefährten. „Was habt Ihr mit Bragi vor?

Der König drehte sich zu Eiriks stämmigen Gefährten um. Der Riese mit dem wilden Haar und treuem Blick schaute Eirik erschrocken an. Noch immer hingen vier Männer an ihm. Bragi war stark, aber nicht so stark, dass sie alle loswerden konnte.

„Eirik, was hast du vor?", fragte er.

„Nehmt ihn in Euren Gefolge auf, fuhr Eirik fort, als Haraldr keine Antwort gab. „Ja, er ist mein Gefährte. Oder war es gewesen. Doch nach meinem Tod hat er kein Heim und keinen Herren. Er kann Euch gute Dienste leisten. Ihr könnt sicherlich noch einen Krieger gebrauchen, besonders nach der heutigen Schlacht. Bragi ist stark wie kein anderer, treu und nicht der Hellste. Nichts für ungut, mein Freund.

Bragi blinzelte. „Nein, das bin ich bestimmt nicht."

„Er trägt Euch Eure Sachen hinterher, wenn Ihr es wünscht. Er zieht Euch sogar das Langboot über das Land, ganz alleine! So stark ist er. Und wie gesagt, wirklich schlau ist er nicht. Er konnte sich nie einen meiner Verse merken und gegen Euch König hat er auch nichts. In der Tat erinnert er sich eher an die Zeit, die er in Eurer Halle verbracht hatte, als irgendeine meiner Schmähdichtungen. Hasst mich, König Haraldr, Ihr habt jedes Recht dazu. Doch ihm gebührt kein Hass. Nehmt ihn in Euer Gefolge auf. Alles andere wäre eine Verschwendung."

Haraldr maß Bragi, ohne sich von Eirik zu entfernen. „Er sieht wirklich kräftig aus. Doch ob ich ihm vertrauen kann ..."

„Er ist nur mein Begleiter, sagte Eirik, während er vorsichtig das Amulett mit der Rune in beide Hände nahm. „Ich reise mit ihm, weil ich einen starken Beschützer brauche und er reist mit mir, weil ich in die Halle von Königen und Fürsten einkehre und er dort deren Speisen essen und deren Bier trinken darf. Etwas anderes kümmert ihn nicht.

Eine altbewährte Taktik. Immer wieder unterschätzen seine Feinde Eirik und fokussierten sich auf Bragi, weil sie nicht wussten, wozu ein Skalde fähig war. Und so geschah es auch jetzt: König Haraldr schaute nur auf Bragi.

Eirik schloss die Augen und sprach mit leiser Stimme: „Oh Einäugiger, Herr der Galgen ..."

„Wollt Ihr Euch mich anschließen?", fragte König Haraldr Bragi.

„Ich hing nicht am Baum neun Nächte und Tage lang, drum schenke mir deine Weisheit. Alu Uruz, ungezähmte Stärke, Freiheit, Kraft und Wandel", zitierte Eirik die Schrift auf dem Amulett. Gleich darauf fühlte er, wie sich die Enge der Fesseln lösten. Seine Hände waren frei. Jetzt musste alles schnell gehen. Er spürte es. Das Messer hatten sie nicht aus seinem Stiefel entfernt ...

„König!", rief einer der Männer, als er Eiriks Bewegung bemerkte.

Haraldr drehte sich genau im richtigen Moment zu Eirik um. Sein Schwert hob der König noch zur Abwehr, doch er war zu langsam. Die Messerklinge versank in seinem Augen.

Das Geschrei des Königs hätte Fels zum Bersten bringen können. Doch Eirik dachte nicht daran, die Klinge aus der blutenden Augenhöhle herauszunehmen. Beide fielen zu Boden, der Dolch noch immer im Auge versenkt.

Bragi war zwar nicht der hellste, doch er reagierte schnell. Zwei der Krieger wollten ihrem König zu Hilfe eilen und ließen ihn los, die anderen beiden warf er von sich. Sie hatten seinen Bärenkräften nichts entgegenzusetzen. Dann packte er sich den dritten, versenkte seine Faust in seinem Gesicht und nahm sich sein Schwert. Als der Vierte sich umdrehte, versank die Schwertklinge in seinem Schädel. Bragi hatte sie beidhändig geführt und mit voller Wucht den Helm gespaltet.

Eirik hatte den König mit dem Dolch auf dem Boden fixiert. Über das Geschrei hinweg rief er: „Halt! Oder ich versenke das Eisen noch tiefer, bis es auf der anderen Seite wieder herauskommt!"

Durch den kurzen Kampf und Haraldrs Jaulen kamen seine restlichen Truppen angelaufen. Sie bildeten einen Kreis um sie herum, Speere und Beile auf sie gerichtet. Noch zögerten sie, diese einzusetzen.

„Zwei Pferde!, verlangte Eirik. Er glaubte, vor dem Beginn der Schlacht Pferde auf einem der Schiffe gesehen zu haben. „Für meinen Gefährten hier ein besonders großes. Es muss ihn weit tragen.

„Gibt ihm die Pferde!, befahl Haraldr zwischen den Schmerzensschreien. „Nun macht schon!

„Nun wenn ihr uns durchlässt! Eirik nickte Bragi zu, dann auf Haraldr. Er entfernte das Messer aus der Augenhöhle. „Hilf ihm auf. Wir gehen ein Stück, wenn wir die Pferde haben.

„Was habt Ihr vor?, fragte einer der Huscarls. „Schwört, dass Ihr den König am Leben lässt!

„Das schwöre ich, sagte Eirik. „Ich mag eine Schlange sein, doch ich halte mein Wort.

Sie brachten ihnen zwei Pferde, wagten es aber nicht, näher heranzutreten. Bragi nahm die Zügel und trat neben Eirik. Der hatte die Klinge an Haraldrs Hals gelegt.

„Gut. Lasst uns durch!, sagte Eirik. „Tretet zur Seite, während ich mir einen Reim zu ‚einäugig‛ überlege.

„Das wirst du bereuen!, drohte Haraldr. „Ich jage dich bis ans Ende der Welt, egal, in wessen Halle Ihr Unterschlupf suchen solltet!

„König ... eilig ... eintägig, überlegte Eirik laut, während er, Bragi mit den Pferden und der König als ihre Geisel sich vom Ufer entfernten. „Da gibt es wirklich keine guten Reime. Und ihr bleibt, wo ihr seid!

Die Krieger des Königs folgten ihnen nicht. Langsam bewegten Eirik und Bragi sich aus ihrer Sichtweite. Eirik drehte sich um und suchte nach einer Stelle, an der sie den König freigeben und fortreiten konnten. Nicht mehr weit, dort war ein Hügel.

„Wo wollen wir überhaupt hin, Eirik?", fragte Bragi.

„Wollen wir das wirklich in seiner Anwesenheit besprechen?", sagte Eirik und deutete auf den König.

„Dich sollen die Nattern holen!", fluchte Haraldr.

„Sicherlich, doch erst einmal sorge ich mich darum, dass wir diesen Tag überstehen. Hier. Eirik hielt an, ließ den König aber nicht los. „Ihr blutet stark. Vielleicht schafft Ihr es zurück zu Euren Männern, bevor es mit Euch zu Ende geht. Wie ist das eigentlich mit dem ... Eirik fuhr sich mit der Hand vor sein Gesicht. „Seht Ihr noch richtig?"

Haraldr spuckte ihn an. Er traf ihn an der Backe.

Eirik wischte sich den Speichel aus dem Gesicht. „Damit wäre alles gesagt. Gehabt Euch wohl, König Haraldr. Auf dass wir uns niemals wieder sehen werden!"

„Ich werde Euch jagen, Eirik Trollblut!, spie der König. „Nirgends werdet Ihr sicher sein! Kein Fürst, König oder auch nur Hausbesitzer soll Euch Unterschlupf gewähren! Ich werde ihnen allen mit Krieg drohen!

Eirik überließ ihm das letzte Wort und schwang sich auf das Pferd. Bragi trat es ihm gleich. Gemeinsam ritten sie davon. Hinter sich hörten sie noch immer die Verwünschungen des Königs, die bald in ein unverständliches Geschrei und Gebrüll übergingen.

„Also, begann Bragi, während er den Kopf zum König gewandt hatte, „wohin? Wohin reiten wir?

„Nur weg von hier. Wir reiten diese Pferde in Grund und Boden, wenn es sein muss. Nur weg von hier."

Eirik hielt sich nicht für einen Feigling. Doch es war einfach nicht klug, sich noch länger an diesem Ort aufzuhalten.

2

Natürlich verfolgten die Schergen des Königs sie. Eirik und Bragi standen auf einem Hügel, der sich über einem langsam fließenden Fluss erhob. Die Reiter des Königs Haraldr befanden sich auf der anderen Seite und bewegten sich flussaufwärts. Was dieselbe Richtung war, in die auch sie reisen wollten.

Eirik verschränkte die Arme und atmete aus. „Nun gut, das war abzusehen. Haraldr wird uns nicht so einfach davonkommen lassen. Er ist auf Rache aus."

„Natürlich ist er das!, sagte Bragi. Die Augen mit der Hand vor der Sonne abschirmend schaute zu den Reitern. „Diesmal hast du es wirklich übertrieben. Einem König das Auge auszustechen! Das ist sicherlich der Stoff für eine Geschichte.

„Ja, nur stellt sich die Frage, ob ich überlebe, um den Stoff in Verse wandeln zu können. Wir haben einen Vorsprung, doch wirklich weit ist er nicht. Vor allem nicht, wenn wir hier noch weiter herumstehen."

Eirik drehte sich um und begab sich zu seinem Pferd. Das Tier war erschöpft, denn wie er gesagt hatte, waren sie so schnell wie möglich geritten. Ihr Gegner konnte wahrscheinlich auf frische Pferde umsteigen. Doch Eirik hatte gelernt, niemals vorschnell aufzugeben und immer nach einem Ausweg zu suchen. Er zeigte auf ein Gebirge, das sich eine halbe Tagesreise von ihnen entfernt über einem lichten Wald erhob.

„Wir reiten dorthin, wenn uns unsere Pferde noch so weit tragen sollten. Dort werden ihnen ihre Pferde nichts mehr nützen. Und vielleicht können wir ihnen die ein oder andere Falle stellen."

„Fallen stellen sollten wir, sagte Bragi und drehte sich zum Gebirge um. Dabei hatte er noch immer seine Hand abgeschirmt. „Wir haben kein Essen. Gar nichts. Und du weißt, auf leerem Magen kann ich mich kaum fortbewegen.

„Notfalls essen wir Pferd. Nun auf! Vielleicht schaffen wir es vor dem Einbruch der Dunkelheit ins Gebirge."

Die Dunkelheit holte sie schneller ein, als sie das Gebirge erreichen konnten. Bragis Pferd brach unter dem Gewicht des Riesen zusammen. Das Wiehern des Tieres am Ende seiner Kräfte kam Eirik schon fast anklagend vor. Als könnte es nicht fassen, auf diese Weise sterben zu müssen. Bragi ließ sich rechtzeitig von seinem Rücken fallen, als es mit dem Kopf voraus in den Dreck fiel und schwer atmend seitlich liegenblieb. Sofort unterbrach Eirik seinen Ritt und stieg ab. Er schaute zum Gebirge rüber, hinter dessen Gipfel die Sonne verschwand.

„Von hier an gehen wir zu Fuß, sagte er. Eirik gab seinem Pferd einen Klaps auf das Hinterteil. „Nun verschwinde. Werde glücklich mit deiner neuen Freiheit. Er schaute dem Pferd dabei zu, wie es davon galoppierte.

Bragi zog sein Schwert. Ohne lange zu zögern, stach er zu. Das Pferd wieherte wieder, diesmal eindeutig mehr leidend als anklagend, strampelte noch kurz mit den Beinen und gab dann seinen letzten Seufzer von sich. Anschließend schnitt Bragi einige Stücken Fleisch heraus.

„Beeil dich", sagte Eirik und suchte die Umgebung nach möglichen Verfolgern ab.

„Du musst auch etwas essen", erwiderte Bragi.

„Ich komme auch ein paar Tage ohne eine Mahlzeit aus. Überleben ist mir wichtiger."

Ein paar Schnitte und Bragi war zufrieden. Er verstaute ein Stück Fleisch vom Bauch in seiner Kleidung. Eirik konnte dem Blutfleck dabei zu sehen, wie er sich ausbreitete.

„Was?", fragte Bragi.

„Du siehst aus, als wärest du tödlich verwundet", antwortete Eirik.

„Wie?"

„Vergiss es."

Während sie sich auf den Weg machten, begann Bragi: „Weißt du, das ist rohes Fleisch. Wir müssen es erst braten, bevor wir es essen können."

„Ich weiß, wie Fleisch funktioniert. Dafür brauchen wir ein Lagerfeuer, schloss Eirik. „Wir müssen Feuerholz sammeln, eine geeignete Stelle suchen, das Feuer machen und seelenruhig an einem Platz verbleiben, während du sorgsam das Fleisch brätst.

„Genau", sagte Bragi.

Eirik drehte sich zu ihm. „Dann holen sie zu uns auf. Ein Lagerfeuer sieht man von weitem, es sei denn, wir finden eine abgeschirmte Stelle ... Dann hatte er einen Einfall. „Ein Lagerfeuer sieht man von weitem! Wieso eigentlich nicht? Wir machen einen kleinen Umweg und dann ein Lagerfeuer.

Sie marschierten nicht mehr direkt auf das Gebirge zu, sondern bogen ab. Als die Nacht hereinbrach, machten sie das Lagerfeuer, so wie es Eirik zuvor beschrieben hatte. Bragi durfte sogar das Stück Fleisch braten. Der treue Freund gab Eirik ein Stück davon ab.

„Wir essen beim Gehen, sagte Eirik kauend. „Das Lagerfeuer bleibt hier. Es soll sie ablenken und sie glauben lassen, wir wären in die andere Richtung gegangen.

„Wird es funktionieren?", fragte Bragi schmatzend.

„Wer weiß. Wir werden uns aber darauf vorbereiten, verfolgt zu werden."

3

Planlos wanderten sie nicht ins Gebirge. Sie hatten ein Ziel: Der König Oddkell. Er gebot über eine Siedlung jenseits der Berge und über das Land drumherum. Eirik wusste nicht viel über diesen König, nur dass er gerne Skalden in seinen Hallen willkommen hieß. Es war sein Plan, bei Oddkell Schutz zu suchen, bevor Haraldr und seine Schergen ihn aufspürten und der einäugige König an ihm Rache üben konnte. Bei diesem Gedanken musste Eirik lächeln. Ja, er hatte nun einen Feind fürs Leben. Dieser Hass, diese Rache, würde fortbestehen, solange einer von beiden in dieser Welt wandelte. Vielleicht würde sie gar in einer anderen Welt andauern. Vielleicht war Haraldr bereits an der Verletzung gestorben oder er stirbt in einigen Tagen, woraufhin sein Geist Eirik heimsucht. Ihm war es gleich. So viele Skalden wollten gemocht werden, Eirik hingegen wollte, dass sich die Menschen an ihn erinnerten.

Ein eisiger Wind zog durch das Gebirge. Erschöpft und müde erreichten sie das steinige, steile Gelände und suchten sich einen Platz zwischen den schroffen, kahlen Felsen. Es war ein langer Tag gewesen, der mit einer verlorenen Schlacht begann und in einer panischen, aufreibenden Flucht endete. Der kiesige Untergrund war ihm gerade recht genug zum Einschlafen.

Diese Nacht träumte Eirik wieder von dem Drachenkopf, von der gewaltigen Schlange, die sich in die Höhe reckte und einen Kampf mit Thor um das Schicksal der Welt ausfochte. War es ein Omen? Als er diese Vision, wenn er sie so nennen konnte, zum ersten Mal hatte, war er beinahe gestorben und nur durch die Magie der Runen dem Schwert des Königs entkommen. Nun wachte er am nächsten Morgen auf, ein scharfer Wind zog an seiner Kleidung und all seine Knochen schmerzten. Sofort hatte er ein schlechtes Gefühl, als warnten ihn schützende Geister mit flüsternder Stimme.

„Bragi, sagte er und rüttelte an seinem Gefährten. „Wach auf. Es wird Zeit zu gehen.

Bragi drehte sich noch einmal um und grummelte etwas Unverständliches. Notfalls würde Eirik ihn wach treten. Zunächst verrichtete er seine dampfende Notdurft am Felsen und erklomm diesen dann, um das Gelände genauer in Augenschein zu nehmen. Sie hatten die Rast eingelegt, als sie das Gebirge erst betreten hatten. Eirik hatte also einen weiten Blick in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Reiter. Natürlich. Sie stiegen gerade ab, als das Gelände zu unwegsam für die Pferde wurde. Es waren vier, doch nur drei von ihnen begannen den Aufstieg. Der andere blieb mit den Pferden zurück.

Eirik begab sich in Deckung und huschte zu Bragi. Sein Gefährte wirkte wie ein müder Bär, zottelig und schwerfällig. Er schaute ihn schlaftrunken an und fragte: „Was ist?"

„Sie kommen, sagte Eirik. „Los, wir brechen das Lager ab.

„Wie viele?" Wankend erhob sich Bragi und streckte sich.

„Drei. Sie brauchen noch eine Weile, bis sie hier angekommen sind. Doch wir sollten nicht unnötig Zeit vergeuden."

Bragi blinzelte. „Drei? Wenn wir die umbringen, darf ich dann weiterschlafen?"

Eirik hätte am liebsten laut aufgelacht, doch der Hall hätte vielleicht ihre Verfolger alarmiert. Aber es brachte ihn auf eine Idee. Manchmal waren Bragis Witze zu mehr gut als einem Lacher. „Du hast recht. Wir sollten nicht einfach nur davonlaufen. Und ich hätte gern ein Schwert oder etwas Besseres als mein Messer. Wir sollten zuerst nach einem geeigneten Platz Ausschau halten."

Sie brachen das Lager ab und drangen tiefer ins Gebirge vor. Eirik hielt, wann immer möglich, Ausschau nach ihren Verfolgern. Haraldrs Schergen bewegten sich nur langsam vorwärts, schauten hinter jede Biegung, jeden Stein. Möglicherweise fanden sie Spuren ihres Lagers. Mit etwas Glück sagten sie dem vierten Späher dort unten nicht Bescheid. Gänzlich ließe es sich aber nicht vermeiden. Wenn Eirik und Bragi

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