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Piraten: Freibeuter der Weltmeere

Piraten: Freibeuter der Weltmeere

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Piraten: Freibeuter der Weltmeere

Länge:
94 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 31, 2012
ISBN:
9783831257263
Format:
Buch

Beschreibung

Gestalten wie Klaus Störtebeker, Francis Drake, Blackbeard, Henry Morgan, Anne Bonny und viele andere lieferten den Stoff für spannende Romane und opulente Hollywood-Filme, durch die ihre Taten glorifiziert wurden. Sie waren kühne, aber gesetzeslose Räuber, die oft mit Duldung ihrer Regierungen den spanischen Schatzflotten in der Karibik auflauerten und große Reichtümer erbeuteten.
Auch im Indischen Ozean trieben sie ihr Unwesen und kaperten Schiffe des indischen Großmoguls und der englischen "Ostindian Company".
Piraterie ist aber kein Phänomen, das der Vergangenheit angehört. Entlang der Küste Somalias und besonders in der Straße von Malakka droht den Schiffen und ihren Besatzungen bis heute große Gefahr.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 31, 2012
ISBN:
9783831257263
Format:
Buch

Über den Autor


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Piraten - Ulrich Offenberg

Piraten – Raubritter des Meeres

Ruhig durchpflügte die spanische Galeone „Santa Maria de lá Cruz das azurgrüne Wasser der karibischen See. Vor zwei Tagen hatte das Schiff den Hafen von Vera Cruz mit Kurs auf Havanna verlassen. Spanische Soldaten hatten die Beladung des Schiffes im mexikanischen Vera Cruz mit Argusaugen bewacht: Gold und Silber aus den Minen des kürzlich von Pizarro eroberten Peru, geschürft von versklavten Indios. Kisten voller Edelsteine aus Kolumbien. Auch an ihnen klebte das Blut der ausgebeuteten Bevölkerung. Der Schatz war in einer eskortierten Karawane von Hunderten Eseln und Maultieren vom südamerikanischen Hochland an die mexikanische Küste transportiert worden. Kapitän „Juan d’ Estaban, ein erfahrener Seemann, hatte Order, sich in Havanna der spanischen Schatzflotte anzuschließen, die, wie in jedem Frühjahr, die Passatwinde im Rücken Cadiz ansteuern sollte. Seit die Galeone in Vera Cruz den Anker gelichtet hatte, wehte ein frischer Südwestwind. In drei Tagen, so schätzte der Kapitän, würden sie in den Hafen von Havanna einlaufen.

Doch es sollte alles anders kommen. Kurz vor Sonnenuntergang hörte man plötzlich einen schrillen Ausruf vom Ausguck am Großmast. „Schiff in Sicht!" Die Mannschaft, die gerade Routinearbeiten an Deck verrichtete, war elektrisiert. Angestrengt starrten die Männer in die Richtung, in die der Späher deutete. Hastig eilte nun auch Kapitän d’Estaban aus seiner Kabine an Deck, beobachtete mit steigender Erregung durch das Fernglas das fremde Schiff.

Tatsächlich näherte sich rasch von Südost ein Dreimast Schnellsegler, hielt direkt auf die Galeone zu.

Die Besatzungsmitglieder bekreuzigten sich, als sie die Flagge an Bord des Schiffes erkannten. Andere falteten die Hände zum stummen Gebet. Es war der gefürchtete „Jolly Roger", die Fahne der Piraten, der Freibeuter der Meere. Ein grinsender Totenkopf mit gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund.

Das Gesicht des spanischen Kapitäns war aschfahl, als er mit heiserer Stimme befahl, Waffen an die Mannschaft auszugeben. Schon hatte sich der fremde Segler auf Kanonen-Schussweite genähert, feuerte eine schwere Breitseite auf die Spanier ab. Krachend stürzte der Hauptmast der Galeone auf Deck, die Spanier waren schlagartig manövrierunfähig geworden. In Panik rannten die Matrosen nach Bug und Achtern. Aber schon schwangen sich die schwer bewaffneten Piraten, die nun mit ihrem Schiff Seite an Seite mit der Galeone lagen, mit markerschütternden Kampfschreien auf das Deck der Spanier. Sie waren abenteuerlich bunt gekleidet, ihre Gesichter vor Mordlust verzerrt. Bedrohlich schwangen sie ihre gefürchteten Enterhaken, viele trugen an ihrem Gürtel lange Säbel und eine Pistole. Nur der Piratenkapitän, der vom Heck seines Schiffes gebieterisch Befehle brüllte, bevor er selbst mit einem gewaltigen Satz an Deck der Galeone sprang, hatte zwei Pistolen im Gürtel stecken. Sein struppiger schwarzer Bart reichte fast bis zu den Knien.

„Blackbeard, flüsterten die Spanier voller Entsetzen und das Raunen pflanzte sich in Sekundenschnelle fort. Die wilde Erscheinung schien die spanischen Verteidiger zu lähmen. Sie waren im Begriff, Opfer des gefürchtetsten Piraten der Karibik zu werden. „Blackbeard, ein Freibeuter, der für seinen Hass auf alles Spanische bekannt war und für gewöhnlich keine Gefangenen machte.

Das Gefecht war kurz und heftig. Wie wilde Tiere stürzten sich die Piraten auf die eingeschüchterte spanischen Seeleute, erbarmungslos schlugen sie mit ihren Enterhaken um sich, stachen mit ihren Messern auf alles ein, was sich ihnen in den Weg stellte. D’Esteban, selbst stark blutend, erkannte die Ausweglosigkeit des Widerstandes und kapitulierte vor der Übermacht. Das rettete ihm aber nicht das Leben. Ohne Vorwarnung hieb ihm „Blackbeard" eigenhändig den Kopf ab, der der Mannschaft vor die Füße rollte und mit seinen weit aufgerissenen Augen einen furchterregenden Anblick bot.

Das Begleitkommando von sechs Soldaten ließ er mitleidlos aufknüpfen, die spanischen Matrosen hingegen verschonte der gefürchtete Pirat. Wer sich ihm anschließen wollte, war willkommen. Die letzten Kaperfahrten hatten Opfer unter den Piraten gefordert. Die, die sich widersetzten, es waren mit dem Steuermann sieben Spanier, wurden mit ein wenig Proviant und Wasser in einem Beiboot ausgesetzt. Die Prise im Wert von über 100.000 britischen Pfund – soviel brachten Monate später auf Jamaika das Gold, Silber und die Edelsteine – wurde in den Frachtraum des Piratenschiffes umgeladen. Bevor die Freibeuter von Bord der Galeone gingen, setzten sie das Schiff in Brand. Es war durch seine Schwerfälligkeit für sie nutzlos.

Die Sonne war bereits untergegangen, als das brennende Boot mit den gehängten spanischen Soldaten an Fock, Groß- und Besammast wie eine gigantische, gespenstische Fackel in den jetzt dunklen Fluten des Meeres versank.

Wieder einmal hatte der gefürchtete Pirat „Blackbeard" seinen Todfeinden, den Spaniern, einen empfindlichen Schlag versetzt.

Solche und ähnliche Szenen spielten sich in der Karibik im 16. und 17. Jahrhundert regelmäßig ab. Piraten aus allen Seefahrernationen, oft mit Kaperbriefen ihrer Regierungen ausgestattet, machten Jagd auf spanische Schiffe und ihre wertvollen Ladungen. Einige Männer wurden berühmt und steinreich, die meisten aber endeten am Galgen – die gängige Strafe für Seeräuberei. Aber noch heute werden ihre Taten verherrlicht und in Hollywood verfilmt. Sie gelten als kühne Freibeuter, die sich ihre eigenen Gesetze schufen und weder Tod noch Teufel fürchteten.

Wenn auch mittlerweile in der Karibik der „Jolly Roger" schon lange nicht mehr gehisst wird, so ist die Piraterie nicht ausgestorben. Vor Somalia und vor den Küsten Südostasiens sind Überfälle auf Privatjachten und Handelsschiffe an der Tagesordnung. Die

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