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Das heilige römische Reich deutscher Nation Canossa - die Entzauberung der Welt Kaiser Friedrich Barbarossa Der Staufer Friedrich II.: Geschichte / Mittelalter

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Das heilige römische Reich deutscher Nation Canossa - die Entzauberung der Welt Kaiser Friedrich Barbarossa Der Staufer Friedrich II.: Geschichte / Mittelalter

Länge:
150 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 1, 2011
ISBN:
9783831256099
Format:
Buch

Beschreibung

In einem Zeitraum von 1.000 Jahren bildete sich das Reich heraus, das am Ende des Mittelalters den Namen "Heiliges Römisches Reich deutscher Nation" trug. Eine dramatische Epoche mit tief greifenden Veränderungen und dem Machtkampf zwischen Fürsten, Königen, Kaisern und Päpsten.

DAS HEILIGE RÖMISCHE REICH DEUTSCHER NATION
Was waren die entscheidenden Wendepunkte dieser Entwicklung? Weshalb wurde dieses Reich "römisch" und dann auch noch "heilig" genannt, bevor es ganz am Ende auch noch "deutsch" wurde?

CANOSSA - DIE ENTZAUBERUNG DER WELT
Der Canossagang Heinrichs IV. im Winter 1076/77 gehört zu den geschichtlichen Ereignissen des Mittelalters, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind.

KAISER FRIEDRICH BARBAROSSA UND DAS HEILIGE REICH
Dass in seiner Zeit die Bezeichnung "Heiliges Reich" entstanden ist, gibt uns einen ersten überraschenden Hinweis: Es war ein "Kampfbegriff" gegen die "heilige Kirche".

DER STAUFERKAISER FRIEDRICH II. UND SEINE ZEIT
Die Vorlesung bietet ein Panorama der vielfältigen religiösen, kulturellen und politischen Komponenten, von denen Europa in neuartiger Weise befruchtet wurde.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 1, 2011
ISBN:
9783831256099
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Das heilige römische Reich deutscher Nation Canossa - die Entzauberung der Welt Kaiser Friedrich Barbarossa Der Staufer Friedrich II.

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Das heilige römische Reich deutscher Nation Canossa - die Entzauberung der Welt Kaiser Friedrich Barbarossa Der Staufer Friedrich II. - Stefan Weinfurter

DAS HEILIGE RÖMISCHE REICH DEUTSCHER NATION IM MITTELALTER

In einem Zeitraum von 1000 Jahren bildete sich das Reich heraus, das am Ende des Mittelalters den Titel „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation" trug.

Aus dem fränkischen Reich der Merowinger und Karolinger löste sich allmählich ein politisches Gebilde heraus, das die Grundlagen für das spätere Deutschland darstellen sollte.

Was waren die entscheidenden Wendepunkte dieser Entwicklung, welche Rolle spielten Kaiser und Papst dabei, weshalb wurde dieses Reich „römisch und dann auch noch „heilig genannt, bevor es ganz am Ende auch noch „deutsch" wurde?

Eine dramatische Epoche voller Dynamik, tief greifenden Veränderungen und dem Ringen um Macht zwischen Fürsten, Königen, Kaisern und Päpsten.

I.  Das Heilige Römische Reich deutscher Nation im Mittelalter

Vor mehr als zwei Jahrhunderten, 1806, ging das Heilige Römische Reich deutscher Nation zu Ende. Der habsburgische Kaiser Franz II. legte die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Ein politisches Gebilde von ganz eigener und besonderer Art ging damit unter, ein Reich, das fast 1000 Jahre Bestand gehabt hatte. Diese Auflösung hatte viele Gründe.

Der Nationalstaat war im Begriff, sich allerorten durchzusetzen. Die Aufklärung trieb die Säkularisation der geistlichen Fürstentümer voran. Vor allem aber war es die Neugestaltung Europas, die durch Napoleon vorgenommen wurde.

Für den Rheinländer Joseph Görres war das Alte Reich schon 1797 mit der Eroberung der Stadt Mainz durch die Franzosen ins Herz getroffen. Am 7. Januar 1798 schrieb er seine „Rede auf den Untergang des Heiligen Römischen Reiches" und schloss sie mit den Versen:

„Von der Sense des Todes gemäht,

atemlos und bleich,

Liegt hier das heilige römische Reich.

Wandrer, schleiche dich leise vorbey,

du mögest es wecken,

(…).

Ach! Wären die Franzosen nicht gewesen,

Es würde nicht unter diesem Steine verwesen."

Requiescat in Pace."

Aber so rasch verschwindet eine über 1000 Jahre gewachsene politische und gesellschaftliche Ordnung nun doch nicht. Vieles, was das Heilige Römische Reich ausgemacht hat, wirkt bis heute nach. Am deutlichsten wird das am föderativen Prinzip unserer modernen Staatsordnung. Aber auch im kulturellen Bereich, in der Gestalt unserer Städte, Dörfer, Klöster, Kirchen, Burgen und Schlösser haben sich wesentliche Inhalte dessen, was das Heilige Römische Reich ausgemacht hat, erhalten.

Die folgenden Ausführungen wollen ein Bild davon vermitteln, wie sich dieses Reich in verschiedenen Etappen herausgebildet hat, und der Frage nachgehen, wie die einzelnen Bestandteile des Reichstitels zustande kamen und was sie bedeuteten: „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation". Ich beginne mit

1. Das Reich

Am Anfang war das Reich – könnte man denken. Das stimmt und stimmt auch wieder nicht. Eine von der Ausdehnung her gesehen feste Größe eines Reichs gab es nie. Und außerdem: Von welchem Reich sprechen wir eigentlich?

Am Anfang stand jedenfalls nicht ein deutsches Reich, sondern ein Reich der Franken, ein regnum Francorum. Es waren kleine fränkische Volksgruppen, die sich am Niederrhein und am Mittelrhein niedergelassen hatten und im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus in den Raum zwischen Aachen und Paris, also in das alte Römische Reich, einsickerten. Ich verwende das Wort „einsickern", weil man gar nicht genau weiß, wie dieser Prozess vor sich ging. Es war die Zeit des Zerfalls des West-Römischen Reichs.

Dennoch war es keineswegs so, als hätten die Franken nun Teile des Römischen Reichs einfach erobert. Vielmehr wurden sie als besonders gute Krieger im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus in die Römischen Legionen eingegliedert. Sie bewährten sich so gut, dass sie Schritt um Schritt das Kommando übernahmen. Es handelte sich also um einen Integrationsprozess auf dem Wege militärischer Leistungen. Am Anfang des Reichs, so könnte man sagen, standen Kriegertum und militärische Bewährung.

Aber die Franken waren nicht sehr zahlreich. Man schätzt, dass es vielleicht 10000 oder 20000 kampffähige Männer waren, doch das ist reine Spekulation. Sie waren jedenfalls so wenige, dass sie in den gallo-römischen Regionen noch nicht einmal in der Lage waren, die Sprache der Bevölkerung zu beeinflussen. Aber sie übernahmen die politische Führung.

Dabei setzte sich die Familie der Merowinger gegen Ende des 5. Jahrhunderts an die Spitze. Einer aus dieser Familie mit dem Namen Chlodwig zeigte sich besonders durchsetzungsstark. Planmäßig brachte er alle anderen männlichen Mitglieder seiner Familie um, bis er als einziger übrig blieb. In einer Chronik aus dieser Zeit heißt es, er habe manchmal bitterlich Tränen vergossen, weil es nun niemanden mehr gab, den er noch hätte umbringen lassen können.

Dieser Chlodwig glaubte bald zu erkennen, dass er sich auf den christlichen Gott als Sieghelfer verlassen könne. Als er die Westgoten, die ganz Südfrankreich ihrer Herrschaft unterworfen hatten, angreifen wollte, befragte er den heiligen Martin an dessen Grab in Tours, ob er denn nun losschlagen könne. Als seine Boten die Kirche betraten, hörten sie, wie der Priester gerade den Psalm 18 anstimmte: „Herr, Du wirst Deine Feinde zu Staub zermalmen und in alle Winde zerstreuen." Das klang gut, und diese Worte nahmen die Boten als Orakelspruch mit in das Zelt ihres Kriegsherrn. Daraufhin erteilte dieser den Marschbefehl. Die Westgoten wurden in der Tat vernichtend und für immer geschlagen.

Schon vorher, um 500, hatte sich Chlodwig in Reims taufen lassen und den christlichen Glauben angenommen. Seit seinen großen militärischen Erfolgen verehrte er vor allem den heiligen Martin, und überall, wo die Franken siegreich ihre Lanze in den Boden stießen, übernahm der heilige Martin die Regie in den wichtigsten Kirchen. Die Bischofskirche von Mainz, auf deren Dachfirst der heilige Martin noch heute hoch zu Pferde zu sehen ist, kann als Beispiel dafür genannt werden.

Chlodwig und seine Nachfolger ließen den halben Mantel von Martin ständig am Königshof mitführen. Der Mantel heißt lateinisch cappa, und deshalb nannte man die geistlichen Bewacher dieser cappa die Kapläne.

Diese Vorgänge hatten gewaltige Konsequenzen für die ganze Geschichte Europas. Denn damit war die Grundlage dafür geschaffen, dass sich die neue politische und kriegerische Führung mit der alten römischen und christlichen Bevölkerung mit ihren christlich-antiken Wertekategorien und mit wesentlichen Teilen ihrer Kulturgüter vereinigen konnte. Nun konnte ein Volk der Franken entstehen, ein populus Francorum, das sich aus Galliern, Kelten, Römern, Goten, Burgundern – und auch aus Franken selbst zusammensetzte.

Dieses Reich, das durch militärische Eroberungen in Westeuropa immer größer wurde, zusammenzuhalten, war allerdings ein schwieriges Unterfangen. Die alten römischen Einrichtungen, die Straßen und Militärstützpunkte, die Stadt- und Provinzverwaltungen funktionierten noch eine ganze Weile, aber mit der Zeit machten sich einzelne Provinzfürsten oder Bischöfe immer selbständiger.

Die Zentrale des fränkischen Reichs brauchte eine Erneuerung, und diese ging schließlich von der Familie der Karolinger aus. Diese Familie mit ihrem Besitzzentrum in und um Aachen hatte schon längere Zeit das Amt des fränkischen Hausmeiers inne. Das bedeutete ganz einfach: Sie besaßen den Oberbefehl über den Königshof und über das fränkische Kriegerheer. Mit Pippin dem Jüngeren übernahmen sie 751 die Königsgewalt. Wieder ging die Erneuerung vom Militärwesen aus, so könnte man sagen.

Die wirkmächtigste Gestalt dieser karolingischen Erneuerung war Karl der Große, der von 768 bis 814, also ein halbes Jahrhundert lang, regierte. Was hat ihn groß gemacht, was waren seine Leistungen?

Karl der Große war, das verwundert uns jetzt nicht mehr, in erster Linie ein ausgezeichneter und höchst erfolgreicher Kriegsführer. Seine erste Devise lautete daher: Das Reich kann nur zusammengehalten werden, wenn seine fränkischen Krieger in ihrem Überlegenheitsgefühl durch ständige Kriegserfolge immer wieder bestätigt werden. Dann gab es Beute zu verteilen, alle konnten große Geschichten von ihrer Tapferkeit verbreiten, überall kehrte Zufriedenheit ein und alle wollten Franken sein. Das Motto lautete also: Integration des fränkischen Reichs durch regelmäßige kriegerische Überfälle auf die Nachbarvölker.

Aber ganz so einfach war das auch wieder nicht. Die Überfälle mussten eine moralische Rechtfertigung vorweisen. Sie mussten also einer höheren Idee untergeordnet sein. Diese moralische Rechtfertigung lieferte die christliche Religion.

Hier muss man sogleich hinzufügen, dass die christliche Religion nicht nur eine Sache des Glaubens war. Von ihr wurde vielmehr die gesamte gesellschaftliche, moralische und kulturelle Werteordnung bestimmt.

Wenn also Karl der Große und seine Krieger das Christentum gewaltsam in die Nachbarvölker einpflanzten, dann taten sie das in der Überzeugung, damit die bestmögliche Lebens- und Gesellschaftsordnung ihrer Zeit zu verbreiten und durchzusetzen. Wenn man sich diese Zusammenhänge vor Augen führt, ist leicht zu erkennen, dass sich ganz ähnliche Prozesse in der Geschichte ständig wiederholt haben – bis zum heutigen Tag.

Es ging und geht immer auch um die Frage, wer das Gute und wer das Böse vertritt. Die Franken standen für das Gute, da gab es für sie keinen Zweifel. Sie sahen sich als das von Gott auserwählte Volk, dessen Pflicht es sei, den anderen Völkern die Werte der christlichen Lebensordnung aufzuzwingen.

Damit hängt die zweite Devise in der Herrschaft Karls des Großen zusammen. Sie lautete: Durchsetzung des Christentums als gottgewollte, bestmögliche Gesellschaftsordnung nicht nur im Reich der Franken, sondern auch in der gesamten, erreichbaren Welt.

Diese Grundkonzeption in der Herrschaft Karls des Großen hatte erhebliche Konsequenzen für die künftige kulturelle und politische Gestalt Europas.

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