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Galgen und Revolver: Cowboy Western Doppelband 2 Romane

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Galgen und Revolver: Cowboy Western Doppelband 2 Romane

Länge:
286 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
12. Juli 2021
ISBN:
9798201353247
Format:
Buch

Beschreibung

Galgen und Revolver: Cowboy Western Doppelband 2 Romane

Von Alfred Bekker, Heinz Squarra

 

 

Dieser Band enthält folgende Western:

 

Carringo und die Verlorenen (Heinz Squara)

Ritt zum Galgen (Alfred Bekker)

 

Die Papagos haben gewagt, ihr Land zu verteidigen. Nun werden sie dafür bestraft. Die letzten Überlebenden sollen in die Reservation gebracht werden. Als sie durch Prescott fahren, sehen die Einwohner mit Entsetzen, wie die Indianer von ihrer Eskorte behandelt werden. Die Menschen versuchen, den Geschundenen Brot und Wasser zu geben, doch die Soldaten verhindern dies. Einer der Indianer schaut Carringo an. Er erkennt die Medaille, die Carringo trägt und nennt ihn Bruder. Carringo hofft mehr von ihm zu erfahren, aber der Major verbietet ihm mit dem Mann zu sprechen.

Freigegeben:
12. Juli 2021
ISBN:
9798201353247
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Galgen und Revolver - Alfred Bekker

Galgen und Revolver: Cowboy Western Doppelband 2 Romane

Von Alfred Bekker, Heinz Squarra

––––––––

Dieser Band enthält folgende Western:

Carringo und die Verlorenen (Heinz Squara)

Ritt zum Galgen (Alfred Bekker)

Die Papagos haben gewagt, ihr Land zu verteidigen. Nun werden sie dafür bestraft. Die letzten Überlebenden sollen in die Reservation gebracht werden. Als sie durch Prescott fahren, sehen die Einwohner mit Entsetzen, wie die Indianer von ihrer Eskorte behandelt werden. Die Menschen versuchen, den Geschundenen Brot und Wasser zu geben, doch die Soldaten verhindern dies. Einer der Indianer schaut Carringo an. Er erkennt die Medaille, die Carringo trägt und nennt ihn Bruder. Carringo hofft mehr von ihm zu erfahren, aber der Major verbietet ihm mit dem Mann zu sprechen.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Folge auf Twitter:

https://twitter.com/BekkerAlfred

Erfahre Neuigkeiten hier:

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Alles rund um Belletristik!

Carringo und die Verlorenen

Western von Heinz Squarra

Der Umfang dieses Buchs entspricht 108 Taschenbuchseiten.

Die Papagos haben gewagt, ihr Land zu verteidigen. Nun werden sie dafür bestraft. Die letzten Überlebenden sollen in die Reservation gebracht werden. Als sie durch Prescott fahren, sehen die Einwohner mit Entsetzen, wie die Indianer von ihrer Eskorte behandelt werden. Die Menschen versuchen, den Geschundenen Brot und Wasser zu geben, doch die Soldaten verhindern dies. Einer der Indianer schaut Carringo an. Er erkennt die Medaille, die Carringo trägt und nennt ihn Bruder. Carringo hofft mehr von ihm zu erfahren, aber der Major verbietet ihm mit dem Mann zu sprechen.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

Sie waren vernichtend geschlagen worden, aber ein furchtbarer Leidensweg lag noch vor ihnen.

Einer der sechs Wagen hielt auf der Overlandstraße nach Prescott an, als sich die Häuser bereits in Sichtweite befanden.

Major Kent, ein sechs Fuß großer, raubeiniger Offizier, lenkte sein Pferd neben den staubigen Karrenweg, zügelte es und schaute zurück.

Die fünf übrigen Wagen bewegten sich weiter der Stadt entgegen. Kents Soldaten schlugen auf die erschöpften, ausgemergelten Zugpferde ein.

„Was ist denn da hinten los?", brüllte der Major und stellte sich in den Steigbügeln auf. Er war vierzig Jahre alt, schwer und massig. Schwarzes Haar ließ sich unter dem Hutrand erkennen. Böse funkelten die Augen. Ein sichelförmiger Schnauzbart prangte in seinem Gesicht und unterstrich das finstere Aussehen.

Da sah er es.

Einer der gefangenen Papago Krieger war abgesprungen und geflüchtet. Obwohl in Ketten geschmiedet, versuchte der ausgelaugte junge Mann zu entwischen.

„Den hole ich! Major Kent riss sein Pferd herum und gab ihm die Sporen. Das große Tier streckte sich, hart trommelten die Hufe über den Boden. Der Reitwind bog dem hartgesichtigen Major die Hutkrempe nach oben. Er grinste bösartig, als er den jungen Indianer in der zerfetzten Kleidung zurückschauen sah und rief: „Warte, Rothaut, das wirst du gleich bitter bereuen!

Der junge Krieger schleifte die klirrende Kette durch das brechende Gestrüpp. Die Glieder blieben am Geäst hängen und rissen es zwar los, aber dennoch wurde es für ihn immer schwerer, weiterzulaufen. Major Kent rollt die Bullpeitsche aus. Sein Hengst flog durch das Gestrüpp, die Peitsche schwang über den Kopf und zuckte nach unten. Der junge Indianer wurde auf den Rücken getroffen.

Der Papago schrie auf. Taumelte und stürzte in das verbrannte Grammagras. Kent ritt im Bogen um die zuckende Gestalt herum und schrie: „Steh auf!" Er zügelte das große Pferd und ließ die

Peitsche links des Tieres hängen, die Hände aufs Sattelhorn gestützt. Der junge Papago stöhnte, zog ein Bein an und krallte die schmutzigen Finger in den Boden. Er wollte gehorchen, aber die Kraft dazu fehlte ihm. Nicht einmal bis auf die Knie schaffte er es. dann versagte seine Kraft, und er lag abermals am Boden.

„Bist du taub?, fauchte Kent ihn an, „Du willst nicht gehorchen, was?

Der junge Krieger versuchte es noch einmal. Mit zusammengepressten Lippen gelang es ihm, aber er schwankte wie ein Strauch im Wüstensturm und drohte, jede Sekunde wieder umzukippen.

Kent schaute über den misshandelten Burschen hinweg.

Alle sechs Wagen hielten inzwischen auf der Overlandstraße. Sie befanden sich von Prescott noch weit genug entfernt, dass dort niemand etwas von den Geschehnissen bemerken konnte. Aber das interessierte Kent und seine Männer auch herzlich wenig. In seiner Abteilung gab es keinen Mann, der einen Indianer höher als eine Ratte eingestuft hätte.

Noch vor den Büschen schwankte der Indianer wieder stärker, verlor das Gleichgewicht und fiel auf die Knie.

„Ich zähle bis drei!", drohte Kent. Er hielt schräg hinter dem jungen Burschen und packte die Bullpeitsche fester.

Auf den Wagen jammerten ein paar Indianer. Eine junge Squaw tat durch lautes Wehgeschrei kund, dass sie mit dem Geschundenen fühlte.

Kent schaute über das Gestrüpp hinüber und grinste höhnisch.

„Stopft denen doch mal die Mäuler, Sergeant! Was sollen denn die Leute in der Stadt da vorn dazu sagen, wenn die so herumschreien, dass es Tote aufweckt!"

„Jawohl, Sir!" Der Sergeant winkte den Soldaten, die sofort mit ihren Peitschen auf die Insassen der Wagen einschlugen, bis einigermaßen Stille herrschte.

Inzwischen stand der junge Krieger wieder, ohne dass Kent zu zählen brauchte.

„Na fein, du kannst also doch, wenn du willst!" Kent holte aus und schlug zu, und so traf die Peitsche den Geschundenen noch einmal. Er wurde vorwärtsgestoßen. Die Fetzen des Hemds umflatterten den von Striemen gezeichneten Rücken, die Kette klirrte im Sand hinterdrein.

Der Papago erreichte den letzten Wagen und prallte kraftlos gegen die hohen Bretter der Bordwände.

„Helft ihm, ihr stinkenden Teufel!, brüllte Kent. „Sonst werdet ihr alle durchgepeitscht!

Die Indianer zogen den Krieger über die Bordwand und ließen ihn auf die von Dreck, Urin und Kot bedeckte, übel stinkende Strohschütte sinken.

Im Wagen davor stand eine junge, wie alle anderen in Lumpen gehüllte Squaw auf und schaute nach hinten. Aber die Peitschenschläge der gnadenlosen Soldaten schleuderten sie auf die Bretter zurück.

„Vorwärts!", befahl Kent.

„Marsch!", brüllte der Sergeant.

Die sechs Wagen setzten sich wieder in Bewegung und rollten weiter der in Dunst gehüllten Stadt entgegen.

2

Ich stand am Fenster im Marshal’s Office, als der traurige Zug Prescott erreichte.

„Straße frei!, schrie einer der beiden vorausreitenden Soldaten. „Weg da, es gibt nichts zu sehen!

Die Dielen knarrten unter Chacos Stiefeln. Als er neben mich trat, brach sich ein Sonnenstrahl auf dem Marshalstern an seinem Poncho.

Hinter den Vorausreitern gerieten die kleinen Wagen ins Blickfeld. Ich erkannte die ausgemergelten Gestalten, die man auf den Ladeflächen, wie Vieh  zusammengepfercht, transportierte. Alte und junge Männer, Frauen und Kinder saßen dicht gedrängt zwischen den Bordwänden. Die hohlen Gesichter mit den hohen Backenknochen und den tiefliegenden, leicht geschlitzten Augen verrieten die Strapazen, die hinter ihnen lagen, aber auch Hunger und quälenden Durst.

„Papagos, sagte ich leise. „Die haben mit ihrem Widerstand der Armee schwer zugesetzt. Wahrscheinlich die letzten, die die Kämpfe überlebten.

Chaco nickte düster. „Und vermutlich auf dem Weg nach Oklahoma. Ins Reservat."

Noch vor dem Office hielten die sechs Wagen mitten auf der Straße im glühenden Sonnenlicht an.

Menschen strömten aus den Häusern und liefen in der Hauptstraße von beiden Seiten aus zusammen.

Die Soldaten bildeten einen großen Ring um die alten Gefährte und hielten Gewehre drohend in den Händen.

„Alles Zurückbleiben!", befahl der Offizier, der entlang der Reiterkette nach vorn strebte.

„Der sieht übel genug aus", murmelte Chaco.

Ich öffnete die Tür und trat auf den Gehsteig hinaus. Chaco folgte mir. Wieder brach sich das Licht der hoch am Himmel stehenden Sonne auf seinem Stern.

Der Major sah uns, umritt die Männer vor seinem Treck und zügelte das Pferd. Er musterte uns, vor allem Chaco neben mir und grinste dreckig.

An mich gewandt, fragte er: „Ist das wirklich der Marshal dieser Stadt?"

„Ich denke schon", entgegnete ich.

„Chaco Gates", setzte mein Amigo hinzu.

„Kent. Der Major tippte flüchtig mit dem Gewehrlauf an seinen Hutrand. „Wir wollen die Pferde wechseln. Und meine Leute brauchen Wasser.

„Ihre Gefangenen sicher auch", sagte ich.

Kents Grinsen verstärkte sich. „Nein, die nicht. Das sind hartgesottene Wilde, die es auch so ganz gut aushalten. Vielleicht ein paar Liter Milch für die Kinder."

„Wir haben genug Wasser, um auch die Indianer versorgen zu können", erklärte Chaco hart.

„Es sind meine Gefangenen, Marshal. Und die brauchen kein Wasser. Das läuft denen nur alles ins Stroh, wenn Sie wissen, was ich meine. Und dann stinken diese Rothäute noch mehr. Das möchte ich meinen Männern nicht zumuten."

„An was Sie alles denken", sagte ich höhnisch.

Hinter uns drängte sich die Menschenmenge ebenso wie auf der anderen Straßenseite zusammen.

„Eine Schande ist das!", rief eine Frau empört.

Kent wuchs im Sattel und kniff die Augen zusammen. „Das sind unsere Feinde, Madam! Räudige Wilde, die Ihnen die Kehle durchschneiden würden, wenn sich dazu eine Gelegenheit bieten sollte."

„Es sind wehrlose Gefangene!, beharrte die Frau. „Und Gefangene behandelt man anders. Als Offizier sollten Sie das eigentlich wissen!

„Sehr richtig!", stimmte ein älterer Mann zu.

Kent lenkte sein Pferd herum und ritt weg.

Das Murren der Menschen nahm zu. Ich musste mich nach hinten stemmen, um nicht vom Gehsteig auf die Fahrbahn geschoben zu werden.

„Hört auf, verlangte Chaco. „Die schießen auf uns, wenn es ihnen einfällt!

An der nächsten Ecke verlangte Kent inzwischen wieder Milch. Eine Frau mit einer Kanne und einem Becher betrat die Straße. Mehrere Soldaten stiegen von den Pferden. Zwei gingen an den Wagen entlang und verteilten spartanische Rationen an die kleinsten Kinder der Indianer. Andere schirrten die Pferde aus.

Major Kent tauchte auf der anderen Straßenseite auf seinem großen Pferd wieder auf.

„Stallmann, wir brauchen Wechselpferde!", schrie er durch die Straße.

Chaco verließ den Gehsteig und wollte zu den Wagen.

Mehrere der noch auf Pferden sitzenden Bewacher sprangen ab, und versperrten dem Marshal mit vorgehaltenen Gewehren den Weg.

„Ich will sie nur mal ansehen", sagte Chaco.

„Hier gibt's nichts anzusehen!", blaffte der Mann in der Mitte, der Chaco an eine Klapperschlange erinnerte.

„Aber ich bin der Marshal."

„Und wenn du der Gouverneur von Arizona wärst, gingen dich unsere Gefangenen einen Dreck an", sagte der nächste grinsend.

Kent kehrte zurück. „Was ist hier los?"

„Dieser Sternträger will die Rothäute ansehen, Sir!"

Kent zügelte sein Pferd. „Sie sind wirklich der Marshal hier? Er schüttelte den Kopf. „Ist doch nicht zu fassen!

„Der würde ganz gut auf einen unserer Wagen passen!", höhnte ein Soldat auf der anderen Straßenseite.

Chaco trat zurück.

An der Straßenecke vor der City Hall tauchten die ersten Schulkinder auf, deren Unterricht gerade zu Ende ging.

Ich verließ den Gehsteig ebenfalls, trat neben Chaco und sagte: „Mister Kent, die Kinder kommen aus der Schule."

„Na und?"

„Sollen die wirklich mitansehen, dass Indianer wie Vieh behandelt werden?"

Duncan und ein paar andere Männer erfassten die Situation bereits und liefen den lärmenden Schulkindern entgegen, um sie abzudrängen.

„Meine besten Männer sind unter den Pfeilen, Lanzen und Äxten dieser roten Teufel gefallen, mein Lieber. Ich sehe nicht die mindeste Veranlassung, das Pack anders zu behandeln. Und jetzt ziehen Sie sich endlich mit Ihrem komischen Marshal zurück."

Ich wusste, dass mit diesem arroganten Kerl nicht zu reden sein würde, und stieß Chaco an.

„Im übrigen schadet es den Kindern nicht, wenn sie beizeiten erkennen, dass Rothäute Ungeziefer sind, fuhr Kent fort. „Ungeziefer, das es auszumerzen gilt. Je früher, desto besser!

„Lass ihn, Chaco." Ich wandte mich ab.

„Jagt diese Schinder doch aus der Stadt!", rief eine helle Frauenstimme.

Kent ritt zum Saloon an der Plaza, stieg dort vom Pferd und verschwand unter dem Vordach.

Hinter den Wagen tauchten ein halbes Dutzend Frauen auf, die kleine Pakete bei sich trugen und zu den Wagen eilten.

Ein Pfiff rief ein halbes Dutzend Soldaten schneller hinter der Wagenkolonne zusammen, als die Frauen diese erreichten.

„Lasst uns durch, wir wollen den armen Leuten etwas zu essen geben!", rief eine ältere Frau.

Ich eilte mit Chaco zu dem rasch sich bildenden Pulk, dem sich immer mehr Menschen zugesellten.

„Zurück!" Einer der Soldaten richtete das Gewehr über die Köpfe und feuerte in die Luft.

Das Krachen raste donnernd durch die Stadt.

Kent tauchte vor dem Saloon auf, schwang sich in den Sattel und galoppierte heran.

Chaco und ich waren schneller bei den Frauen und wollten ihnen helfen, eine Gasse zwischen die Soldaten zu schlagen. Wir gelangten jedoch nicht weit genug. Eine Frau warf ihr Paket über die Köpfe weg, doch es landete noch vor dem letzten Wagen im Staub.

Ich konnte schon fast nach der hinteren Bordwand greifen, als die Soldaten von beiden Seiten nach mir griffen. Ich riss mich los, wirbelte herum und wollte den Uniformierten rechts von mir zur Seite stoßen. Doch der andere hielt mich fest. Mein Hemd spannte sich auf der Brust. Die Knöpfe rissen ab. In der Sonne glitzerten die Medaillons, die ich trug.

Auf dem Wagen richtete sich ein Papago auf, starrte darauf und rief: „Bruder!"

Die Soldaten drängten mich zurück. In Staub gehüllt, schloss sich die Mauer.

Ich starrte hinüber zu dem Indianer. Er stand immer noch auf dem Wagen. Sein lederhäutiges, ausgemergeltes Gesicht erweckte den Eindruck, als wäre er ein steinalter Mann. Ich nahm jedoch an, dass er wenig älter als ich selbst war.

Ein Reiter schlug den Papago mit dem Gewehrkolben zusammen.

Kent zügelte vor mir so hart das Pferd, dass das Tier mit einem schrillen Wiehern auf die Hinterhand stieg. Vor mir wirbelten die eisenbeschlagenen Hufe und schlugen krachend gegeneinander.

Ich blieb stehen.

Kent beruhigte das Pferd. Fuchsteufelswild blickte er mich an. „Wollen Sie sich mit Gewalt mit der Armee anlegen, Mister?"

Ich war in Gedanken noch bei dem Papago, der mich Bruder genannt hatte, und ich ahnte, dass sich eine neue Spur in meine Vergangenheit öffnete.

„Ich will mit einem der Indianer reden!", verlangte ich schroff.

„Bei Ihnen stimmt was im Kopf nicht mehr, wie?" Kents böses Gesicht verzerrte sich zu einem gemeinen Grinsen.

Seine Soldaten hatten die Frauen indessen endgültig in die Flucht geschlagen.

Chaco tauchte bei mir auf und flüsterte: „Gib’s auf. Sie sind formal im Recht."

„Los, haut ab!", befahl der Sergeant. Er und seine Leute nahmen die Gewehre quer und hielten sie mit beiden Händen fest. Wie eine Barriere rückten sie gegen uns vor und schoben uns bis zur Veranda des erstbesten Hauses zurück.

„Hast du den Papago gehört?" Ich stieg die beiden Stufen hinauf.

»Ja."

„Der erkannte die Medaillons auf einen Blick."

„Der Major lässt dich trotzdem nicht mit ihm reden. Dem kannst du auch nichts erklären. Als normaler Mensch ist er auch nicht zu bezeichnen."

Kent sprengte auf seinem großen Pferd rund um den abgeriegelten Transport und schrie: „Wenn sich noch einmal jemand den Wagen nähert, gebe ich Feuerbefehl!"

„Das bringt der glatt fertig, murmelte Chaco. „Los, wir gehen zu Manuela. Es ist Essenszeit. Jellico ist auch aus der Schule zurück. Sie warten sicher schon auf uns.

Nachdem sich alle Menschen wieder unter den Vordächern befanden und die Postenkette um die sechs Wagen wie ein Wall stand, ritt der Major zum Silver Bell Saloon zurück, saß dort ab und ging ins Haus.

Der bärbeißige Sergeant stand jetzt beim letzten Wagen, blickte aber zu mir herüber.

„Den würde ich nicht fragen, ob er dich mit dem Indianer reden lässt", flüsterte Chaco. „Der wartet geradezu darauf,

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