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Athen und Jerusalem: Alte Geschichte

Athen und Jerusalem: Alte Geschichte

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Athen und Jerusalem: Alte Geschichte

Länge:
39 Seiten
27 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 1, 2011
ISBN:
9783831256143
Format:
Buch

Beschreibung

Ende des 1. Jahrhunderts: In den frühchristlichen Hausgemeinden fanden sich auch Gebildetere und sozial Arriviertere ein. Denen erzählt Lukas in seinem Evangelium und der Apostelgeschichte die judeo-christliche Tradition neu, indem er zahlreiche Reminiszenzen an hellenistische Bildung einstreut, um besseren Kreisen seiner Zeit den christlichen Glauben attraktiv erscheinen zu lassen. Paulus wird so unterschwellig zum zweiten Sokrates, die Erhöhung des auferstandenen Jesus zur Apotheose.

Jesus und Paulus propagieren Spruchgut, das sich auch bei Thukydides findet, und im urchristlichen Zusammenleben erfüllen sich sozialutopische Träume griechisch-hellenistischer Literaten. Selbst bei der Weihnachtsgeschichte vermögen hellenistische Leser die politisch gefärbte Hirtendichtung der Zeit zu assoziieren. Lässt Lukas die athenische Eule im Kreuz nisten? Und handelt er sich damit Probleme ein?
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 1, 2011
ISBN:
9783831256143
Format:
Buch

Über den Autor


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Athen und Jerusalem - Peter Lampe

Abstract

Gegen Ende des 1. Jahrhunderts fanden sich auch Gebildetere und sozial Arriviertere in den früh christlichen Hausgemeinden ein. Denen erzählt Lukas in seinem Evangelium und der Apostelgeschichte die judeo-christliche Tradition neu, indem er zahlreiche Reminiszenzen an hellenistische Bildung einstreut, um Gebildeten seiner Zeit den christlichen Glauben attraktiv erscheinen zu lassen.

Paulus erweist sich so unterschwellig als zweiter Sokrates. Die Erhöhung des auferstandenen Jesus wird griechischrömischen Apotheosen nachempfunden. Jesus und Paulus propagieren Spruchgut, das sich auch bei Thukydides findet, und im urchristlichen Zusammenleben erfüllen sich sozialutopische Träume griechisch-hellenistischer Literaten. Selbst bei der Weihnachtsgeschichte vermögen hellenistische Leser die politisch gefärbte Hirtendichtung der Zeit zu assoziieren. Lässt Lukas die athenische Eule im Kreuz nisten? Handelt er sich damit Probleme ein? Büßt er – trotz kritisch-politischer Untertöne in den Himmelfahrts- und Weihnachtsgeschichten – ein Stückweit seiner Kritikfähigkeit gegenüber der ihn umgebenden Kultur ein?

Abschaffen wollen etliche ihn, den Himmelfahrtstag; anstatt eines staubigen Mythos die herausgeputzten Naturwissenschaften an diesem Tag feiern. Was seines Sinnes entleert – und einen Teil der Bevölkerung mit Bierflaschen im Wald seiner Sinne beraubt –, müsse nicht weiter gepflegt werden. Lukas sei eh der einzige Autor im Neuen Testament, der den Himmelfahrtstag kenne.

Ob die Rede von Christi Himmelfahrt heute so sinnentleert ist, werden wir fragen müssen – zu verstehen suchen, was Lukas mit dieser und anderen Vorstellungen im Schilde führte.

Einführung in die historische Situation

Lukas, der Autor eines Doppelwerkes, des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte, schreibt im letzten Quartal des ersten Jahrhunderts irgendwo außerhalb Palästinas in einer Stadt des kaiserzeitlichen Mittelmeerraums, vielleicht im kleinasiatischen Ephesus. Die Christen sehen sich an verschiedenen Stellen des Reiches wiederholt übler Nachrede ausgesetzt.¹ Missgünstige Nachbarn tuscheln über allerlei Untaten, gar Mord und Veruntreuen von Geldern, über den schädlichen Aberglauben der Christen, auch über mangelnde Loyalität gegenüber dem Staat. Ihnen geht der monotheistische Absolutheitsanspruch auf die Nerven. Heidnische Mitbürger, daran gewöhnt, sich in verschiedene Mysterien einweihen zu lassen,² schütteln den Kopf, wenn da Leute auftreten, die behaupten, den „allein wahren Glauben zu vertreten, der mit anderen Religionspraktiken nicht zu vereinbaren sei. Der Heide Celsus vergleicht im zweiten Jahrhundert die Christen mit „Fröschen, die um einen Sumpf herum Sitzung halten und quaken: „Wir sind es, denen Gott zuerst alles offenbart… Es gibt einen Gott, nach ihm kommen dann wir"!³ Exklusivität und

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