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Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

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Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

Länge:
739 Seiten
8 Stunden
Freigegeben:
7. Sept. 2021
ISBN:
9798201461423
Format:
Buch

Beschreibung

Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

 

Von Alfred Bekker, Heinz Squarra, Glenn Stirling, Hans W. Wiena

Dieses Buch enthält folgende Western:

 

Glenn Stirling: Jeff Dudley soll ein Mörder sein

Heinz Squarra: Die mörderischen Sieben

Hans W. Wiena: Drei auf dem Weg zur Hölle

Alfred Bekker: Der lange Schatten des Jake McCann

Heinz Squarra: Tötet die Schlangenbrut

 

 

US-Marshal Brent Hayes ist im Auftrag des Gouverneurs unterwegs, um Jake McCann festzunehmen. Seinen Marshal-Stern trägt Hayes in der Westentasche, denn in New Mexico kann der ihm nicht helfen. Wird er es überhaupt schaffen, bis zu McCann vorzudringen, denn der hat seine Helfer überall...

 

 

 

Cover Firuz Askin

Freigegeben:
7. Sept. 2021
ISBN:
9798201461423
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Revolvermann-Ehre - Alfred Bekker

Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

Alfred Bekker et al.

Published by Alfred Bekker präsentiert, 2021.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

Copyright

Jeff Duley soll ein Mörder sein

Copyright

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Die mörderischen Sieben | Western von Heinz Squarra

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Drei auf dem Weg zur Hölle

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Die Hauptpersonen des Romans:

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DER LANGE SCHATTEN DES JAKE McCANN

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Further Reading: 10 Extra Western Januar 2020: Sammelband

Also By Alfred Bekker

Also By Glenn Stirling

Also By Heinz Squarra

Also By Hans W. Wiena

About the Author

About the Publisher

Revolvermann-Ehre: Super Western Sammelband 5 Romane

Von Alfred Bekker, Heinz Squarra, Glenn Stirling, Hans W. Wiena

Dieses Buch enthält folgende Western:

Glenn Stirling: Jeff Dudley soll ein Mörder sein

Heinz Squarra: Die mörderischen Sieben

Hans W. Wiena: Drei auf dem Weg zur Hölle

Alfred Bekker: Der lange Schatten des Jake McCann

Heinz Squarra: Tötet die Schlangenbrut

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US-Marshal Brent Hayes ist im Auftrag des Gouverneurs unterwegs, um Jake McCann  festzunehmen. Seinen Marshal-Stern trägt Hayes in der Westentasche, denn in New Mexico kann der ihm nicht helfen. Wird er es überhaupt schaffen, bis zu McCann vorzudringen, denn der hat seine Helfer überall...

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Cover Firuz Askin

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS,  ALFREDBOOKS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Cover: Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Jeff Duley soll ein Mörder sein

Western von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 117 Taschenbuchseiten.

Jeff Duley soll den Bankier Heard ermordet haben. All seine Beteuerungen, er sei unschuldig, nutzen ihm nichts – alles spricht gegen ihn, auch wenn selbst Sheriff Lancaster Zweifel hat. Nur der junge Anwalt Cash glaubt Jeff, doch er braucht Beweise. Tom Cadburn macht sich auf die Suche, einen Todeskandidaten vor dem Strick zu retten.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

Cover: Edward Martin, 2021

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

Es ist gut, dass niemand sein Schicksal vorausahnen kann. Bestimmt ist das gut für Jeff Duley. Und weil er nicht weiß, was ihm die nächsten vierundzwanzig Stunden bescheren, plant er Dinge, die ihm wichtig erscheinen, in Wirklichkeit aber schon jetzt so unwichtig sind wie eine salzhaltige Quelle.

Jeff sitzt im Schatten der Camphütte draußen auf dem Outfit-Camp und malt mit dem Finger Figuren in den losen Sand. Und er träumt von seiner Ranch, die es noch nicht gibt, die aber in seinen Gedanken schon klare Formen angenommen hat. Und auch von Catherine träumt er. Bei dem Gedanken an sie entspannt sich sein wetterhartes Gesicht, aber schon gleich verfinstert es sich wieder. Denn nun fällt ihm Heard ein, Mr. Richard Heard, Catherines Vater. Ja, das ist eine böse Sache, wenn Mr. Heard nicht einsehen will, dass für Catherine kein besserer Mann auf dieser Erde in Frage kommen kann als Jeff Duley. Denkt Jeff. Und es kränkt ihn, wenn er nur an sein letztes Gespräch mit Mr. Heard erinnert wird.

Mr. Heard hat nämlich erklärt, die Tochter eines Bankiers sei nichts für einen Cowpuncher, dessen ganzes Kapital nichts weiter sei als ein Sattel und ein Pferd. Und Mr. Heard verbot daraufhin seiner Tochter Catherine den Umgang mit „diesem nichtsnutzigen Viehtreiber", womit er natürlich Jeff Duley meinte.

Das ist die Lage, und sie erscheint Jeff gar nicht rosig. Immerhin wird er es diesem „satten Bierwanst Heard", wie er Mr. Heard insgeheim nennt, schon beweisen.

Er ist so in seine Gedanken versponnen, dass er den Reiter erst sieht, als der schon ziemlich nahe am Camp ist. Ein großer Mann auf einem schwarzen Pferd. Jeff erkennt ihn sofort, und nicht nur, weil die grelle Sonne den Stern auf der Hemdbrust des Mannes blitzen lässt. Jeder im County kennt diesen Hünen auf seinem riesigen Rappen. Sheriff Lancaster ist jedermann hier ein Begriff. Er gehört zum Carson County wie die Rotfleck-Weide, wie der Sounders Canyon und die TT-Ranch, für die Jeff Duley arbeitet.

Dieser Sheriff Lancaster reitet jetzt bis vor die Hütte, lehnt sich mit beiden Armen aufs Sattelhorn und blickt Jeff Duley aus klaren, unbestechlichen Augen an.

„Geschehen noch Zeichen und Wunder, Sheriff? Was tust du auf dem Outfit der TT-Ranch?", fragt Jeff und lächelt, weil er nichts Böses ahnt.

Sheriff Lancaster lächelt nicht. Sein Gesicht zeigt überhaupt keine Regung. Und als er zu sprechen beginnt, bewegt sich der schmale Mund kaum. Jeff hat Mühe den Mann zu verstehen.

„Du warst gestern in der Stadt, Jeff?"

Das klingt mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage.

„Klar, das weiß jedes Kind in Glenrock."

Der Sheriff nickt nur, schiebt sich den Hut ins Genick, dass sein blauschwarzes Haar sichtbar wird. Sacht wischt er sich den Schweiß von der Stirn. Dann zündet er sich umständlich seine Pfeife an und fragt: „Du warst bei Mr. Heard, Jeff?"

„Klar, auch das weiß jeder, was sollen diese Fragen?" Langsam wird Jeff ungeduldig. Der Ton des Sheriffs ist so verändert, und er wüsste zu gerne, was der Grund für diese eigenartige Fragerei ist.

Sheriff Lancaster pafft ein paar Wolken in die vor Hitze zitternde Luft und meint dann: „Dann erinnerst du dich sicher daran, dass du einen Streit mit Mr. Heard gehabt hast, nicht wahr? Besonders an das, was du gesagt hast, als du schon draußen warst."

„Ja, zum Teufel, hat er mich tatsächlich wegen Beleidigung verklagt? Aber es ist mir egal. Ich habe gesagt, dass er ein verdammter alter Fettsack ist, und dass ich ihm eines Tages noch zeigen werde, was ich wert bin."

Der Sheriff nickt, und sein Gesicht sieht fast zufrieden aus. „Ja, das hast du gesagt, und auch noch, dass es dir eine Freude wäre, einen Mann wie ihn zu verprügeln. Tja, Jeff, und dann bist du noch einmal ins Haus zurückgegangen. Was hast du da getan?"

Jeff steht auf und tritt ein paar Schritte auf den Sheriff zu. Der Rappe schnaubt erregt und bläst ihm dabei den Schaum ins Gesicht, der an seinen Nüstern hängt.

„Sheriff, ich möchte jetzt endlich mal wissen, was diese Fragerei ..."

„Beantworte mir meine Frage, Jeff. Du bist ins Haus zurück. Was dann?"

„Zum Donnerwetter, ich habe eine Antwort von ihm bekommen, die mir nicht gefallen hat."

„Was hat er gesagt?"

„Ich tauge keinen Cent, und er würde mit meinem Boss reden, dass der mich zum Teufel jagen sollte. Das hat er gesagt, und da bin ich zurück, habe Heard am Schlips fassen wollen, aber er hat seine Bürotür zugeschlagen und abgeriegelt. Ich stand auf dem Flur wie ein Dummer, deshalb bin ich wieder gegangen."

„Das ist deine Idee, mir so zu antworten, Jeff. Der Sheriff schabt sich übers stoppelige Kinn und sagt dann nachdenklich: „Wie es eben immer ist. Hinterher hört man dann Geschichten und Geschichten. Ich sehe das anders, Jeff, und ich will es dir auch erklären. Du bist zurückgegangen, hast in deinem Zorn die schwere Eisenstange genommen, die zur Absicherung der Tür für die Nacht im Flur steht, hast damit Mr. Heard niedergeschlagen, die Stange neben ihm weggeworfen und bist hinausgelaufen. So war es. Stimmt‘s?

Jeff ist wie gelähmt. „Verdammt, Sheriff, das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr!"

„Ja, ja, es ist aber so, und Mr. Heard ist gestorben, bevor der Doc überhaupt geholt werden konnte. Weißt du, Jeff, wer ihn gefunden hat?"

„Zum Kuckuck, Sheriff, ich habe ihn nicht ..."

Unbeirrt fährt Sheriff Lancaster fort: „Tom Jobson hat ihn gefunden. Und Tom hat auch gehört, was Heard gesagt hat, bevor er gestorben ist. Er hat nämlich nur noch ein Wort gesagt: Duley! Ich könnte mir denken, dass dies einen bestimmten Sinn hat, Jeff."

„Ich schwöre dir, Sheriff, dass ich ..."

„Nein, schwöre nicht! Pack den Sattel auf dein Pferd, Jeff, du bist verhaftet. Ich würde es mir an deiner Stelle nicht einfallen lassen, irgendwelche Dummheiten zu machen. Du kennst mich doch, nicht wahr?"

2

Mr. Heard, Bankier in Glenrock, war erschlagen worden. Die Eisenstange, mit der es geschehen war, lag bei Richter Shark, der bereits Anklageermittlungen befohlen hatte.

Und Jeff Duley, von dem jedermann glaubte, nur er könne der Täter gewesen sein, saß im Gefängnis, einem kleinen Anbau am Sheriff-Office, das den Vorzug hatte, ausbruchsicher zu sein, weil man es überhaupt erst vor einigen Wochen erbaut hatte.

Für Jeff Duley sieht es schlimm aus. Und es wird dadurch nicht besser, dass Richter Shark nach einer Woche Anweisung gibt, den Inhaftierten nach Cheyenne, der Staatshauptstadt, über zuführen.

Jeff Duley beteuert seine Unschuld. Erst dem Sheriff, dann dem Richter, zuletzt seinem Anwalt in Cheyenne. Dieser Anwalt wird ihm von Staats wegen gestellt. Ein müder alter Herr, dem solche Anklagevertretungen wenig einbringen, denn das Urteil ist so gut wie sicher. So übergibt er die Vertretung des mit Sicherheit todgeweihten Jeff Duley einem jungen Mann, der seit einem Jahr in seiner Praxis die ersten Sporen verdienen soll.

Als Jeff das erfährt, sieht er jede Hoffnung schwinden. Aber er sollte nicht so voreilig sein.

Dieser junge Anwalt heißt Frederic Cash und stammt nicht aus reicher Familie. Um studieren und das Examen überhaupt machen zu können, musste er vorher das nötige Geld in harter Arbeit verdienen. So sieht Frederic Cash eigentlich eher aus wie ein verkappter Weidereiter oder Holzfäller. Er ist groß, breitschultrig und muskulös. Als er zum ersten Male in Jeffs Zelle tritt, hält ihn Jeff für alles mögliche, nur nicht für seinen Anwalt.

„Ihre Sache steht schlimm, erklärt Cash. „Aber das wissen Sie selbst, und ich brauche da nichts weiter zu sagen. Es gibt drei Zeugen, die gesehen haben, wie Sie aus dem Haus getreten sind, ein Zeuge hat auch gehört, was Mr. Heard geantwortet hat. Es deckt sich mit Ihrer Aussage, Mr. Duley. Dann ist dieser Tom Jobson ...

„Ein Windhund", meint Jeff.

Cash nickt. „Kommt mir auch so vor, aber er hat den Toten gefunden und von ihm Ihren Namen gehört."

„Ich habe es nicht getan, Mister ... Mister ..."

„Cash. Sie sagen das immer wieder. Und es gibt nur das Motiv, dass Sie es im Zorn getan haben könnten. Das meint auch mein Kompagnon. Ich glaube Ihnen aber, dass Sie unschuldig sind. Und ich traue diesem Tom Jobson keinen Yard weiter, als ich ihn sehe. Und deshalb ..."

„Und deshalb?", fragt Jeff gespannt, denn er ist mürbe geworden in den Tagen, die er im Gefängnis verbracht hat. Mürbe und verbittert, mit nur einem Fünkchen Hoffnung, das er jetzt aufglimmen sieht.

„Und deshalb habe ich mich mit einem Manne in Verbindung gesetzt, der in Glenrock Ansehen genießt, trotzdem aber für uns etwas tun wird. Der Mann ist Ihnen sicher bekannt. Er heißt Tom Cadburn!"

„Tom Cadburn, der Nachtreiter. Aber er ist doch sicher unterwegs, um Pferde für die Armee zu fangen und ..."

Cash lächelt hart. „Wir haben Glück, Mr. Duley. Er ist gerade nach Fort Laramie zurückgekehrt, um dort eine Remuda abzuliefern. Ich werde noch heute aufbrechen, um ihn dort zu treffen. Und noch etwas, Mr. Duley: In zwei Tagen beginnt die Verhandlung. Es ist so gut wie sinnlos, ihr beizuwohnen, ohne einen Gegenbeweis zu besitzen. Ich wollte den Termin aufschieben lassen, es ist misslungen. Wir werden also nicht viel Zeit haben. Er beugt sich vor und sieht Jeff beschwörend an. „Genauer gesagt, Mr. Duley, Sie werden bestimmt verurteilt. Aber es gibt ein Gesetz in diesem Staat. Nach dem Urteil müssen dreißig Tage verstreichen, ehe es vollstreckt werden darf. Ein anderes Urteil wird wohl kaum gefällt werden.

Jeff Duley greift sich entsetzt an den Hals. Und ihm wird mit einem Male heiß und kalt. Kein anderes Urteil ...

3

„Noch etwas Tee, Tom?", fragt Mrs. Heard und blickt den schmalen jungen Mann freundlich an.

Tom Jobson lächelt zurück und erwidert höflich: „Recht gerne, Madam, der Tee ist wieder einmal ganz delikat."

Mrs. Heard ist geschmeichelt. Und das nicht allein wegen des Kompliments. Dieser Tom Jobson gefällt ihr. Er hat Manieren, obgleich er nicht gerade wohlhabend genannt werden könnte. Er ist immer nett, und er war zu Lebzeiten von Mr. Heard dessen zuverlässigster Mitarbeiter. Was wäre Mrs. Heard ohne ihn, da es nach Mr. Heards Tod so viele Dinge zu regeln und zu erledigen gilt. Das alles hat Tom Jobson für sie geordnet.

Catherine Heard sitzt auch am kleinen Teetisch. Sie trägt schwarze Trauerkleidung wie ihre Mutter, und sie wirkt darin bleich und elend. Während die Mutter mit Tom Jobson angeregt plaudert, sitzt Catherine traurig und verstockt da, nippt nur an ihrem Tee und ist weit weg mit ihren Gedanken. Weit weg. Genau hundertsiebzig Meilen weit, nämlich in Cheyenne.

Sie muss immer wieder an ihn denken, dessen Name im Kreise der Familie verflucht ist. Immer wieder versucht sie sich die Frage zu stellen, ob Jeff es wirklich getan hat. Sie kennt ihn, weiß, dass er ein Heißsporn ist, aber das ... nein, er kann es nicht getan haben.

Die Beweise sprechen dagegen. Und die Zeugen, besonders Tom.

Sollte etwa Tom ... Nein, für ihn gibt es nicht den geringsten Grund. Er hat zwar Jeff Duley nie leiden können, weil er ihn als Nebenbuhler betrachtete. Doch so einer Tat wäre Tom nicht fähig. Und dann, so sagt sich Catherine, ist Tom durch Vaters Tod eigentlich noch geschädigt. Für ihn gäbe es nicht einen materiellen Anlass, diese Tat ... Was sind das nur für verrückte Gedanken, ich muss mich zur Ordnung rufen. So etwas von Tom anzunehmen. Der arme Junge, ich sollte ihn bedauern. Die Mitbesitzer der Bank haben nach Vaters Tod einen neuen Teilhaber aufgenommen, der sofort Tom entlassen hat. Weil er ihn noch nie leiden konnte. Nein, Tom ist bestimmt der letzte, der so eine furchtbare Tat begangen haben könnte. Ein verrückter Einfall, überhaupt auf diese Idee zu kommen!

„Aber Catherine, sagt Mrs. Heard gerade, „du hörst uns ja gar nicht zu. Tom hat gerade von dem Stück Land erzählt, das wir uns kaufen wollen, und dich gefragt, ob es dir gefällt. Wir können es haben. Tom hat alles arrangiert.

„Ja, es ist so", meint auch Tom und lächelt unterwürfig, wie er es stets tut, wenn er sich in Mrs. Heards Gegenwart befindet

„So-so? Ich weiß nicht ..." Catherine versucht, sich zu zwingen, an dieses Stück Land zu denken, auf dem Mama unbedingt ein Haus bauen will. Und ausgerechnet draußen vor der Stadt, wo kein Gehsteig ist, wo man durch den Schlamm waten muss, wenn der Regen einsetzt. Aber sie findet es einfach splendid, und wenn sie begeistert ist, kann man sie schwer von einer Sache wieder abbringen.

Tom Jobson zieht seine goldene Taschenuhr aus der Westentasche und lässt den Deckel aufschnappen. „Oh, ich muss gleich gehen. Übrigens, meine Damen, wissen Sie, was sich in Cheyenne getan hat?"

„Ach, hören Sie mit dieser fürchterlichen Geschichte auf, Tom!", ruft Mrs. Heard und schlägt die Hände vors Gesicht.

Catherine beugt sich interessiert vor, blickt aber Tom nicht an dabei. „Ja, was ist dort passiert, Tom? Sie selbst spürt, wie spröde ihre Stimme klingt, und Tom Jobson wirft ihr einen raschen Blick des Erstaunens zu, eine Sekunde lang runzelt er die Stirn, dann sagt er mit der Stimme eines berichtenden Offiziers: „Man hat im Staatsgerichtshof ein Urteil gesprochen über den Mörder Duley. Es wurde festgestellt, dass er der Tat schuldig ist. Das Urteil lautet auf Tod durch den Strang. Die Verteidigung hat nicht das Geringste dagegen unternommen. Es soll sagenhaft schnell abgelaufen sein.

„Aber das verstehe ich nicht. Da ist doch ein Anwalt aus Cheyenne noch gestern bei unserem Sheriff gewesen. Lancaster hat es mir doch selbst erzählt", sagt Mrs. Heard überrascht.

Tom Jobson nickt. „Ja, das weiß ich auch, und gerade das verstehe ich nicht. Nicht einmal ein Gnadengesuch hat die Verteidigung angekündigt. So steht es auch im neuesten Tagblatt. Warten Sie, ich muss es sogar ... Er sucht in seinen Taschen, bringt eine zerdrückte Zeitung zum Vorschein und will sie Mrs. Heard überreichen. Doch sie wehrt ab und sagt indigniert: „Nein, Tom, nein, ich will nicht noch mehr davon wissen. Davon wird mein Mann auch nicht mehr lebendig.

„Aber Mama!", ruft Catherine und geht hinaus.

Tom Jobson verabschiedet sich hastig und geht mit einer Verbeugung zur Tür, nickt Mrs. Heard mit eingefrorenem Lächeln zu und verschwindet dann.

Auf der Straße lächelt er nicht mehr. Mit schnellem, zielbewusstem Schritt geht er schräg über die zerfahrene Fahrbahn zum Sheriff-Office. Bevor er eintritt, blickt er erneut auf seine goldene Taschenuhr und murmelt: „Höchste Zeit!"

Drinnen sitzen zwei Männer im rauchigen Zimmer. Zurückgelehnt in seinem schweren Stuhl und die Pfeife dampfend im Mundwinkel hängend, der Sheriff Lancaster. Ihm gegenüber ein Mann, den Tom Jobson schon einmal vor einem Jahr gesehen hat. Aber er weiß nicht viel von diesem Manne, außer, dass er Tom Cadburn heißt und ein Pferdefänger sein soll.

Tom Jobson mustert den Besucher Sheriff Lancasters mit einer gewissen Verachtung, aber auch mit Neid. Mit Verachtung, weil dieser Mann die Kleidung eines Cowboys trägt und diese Kleidung auch noch verwaschen und abgeschabt aussieht. Mit Neid, weil jener Tom Cadburn vor Gesundheit strotzt, und das nicht nur der braungebrannten Haut nach zu schließen. Die Muskeln der Unterarme sind unter dem Hemd im Umriss zu erkennen. Tom Jobson muss sich eingestehen, dass er selbst Unterarme hat, die dünnen Röhrchen ähneln. Und die Hände dieses Mannes sind hornig und schwer, sie können zupacken, da braucht Tom Jobson nur einmal hinzusehen. Dagegen sind seine schmalen Händchen wie Spielzeuge.

„Hallo, Tom, Sie kommen ja pünktlich, nehmen Sie Platz", sagt der Sheriff mit Bassstimme.

„Aber ich dachte, wir würden allein ... allein", will Tom einwenden.

Lancaster nickt. „Das ist Mr. Tom Cadburn, Sie werden ihn kennen. Er hat mich besucht, weil er zufällig hier ist. Er ist ja meistens oben in den Prärien und Wäldern, dort, wo noch Broncos sind. Was, Tom Cadburn, du interessierst dich bestimmt nicht für den Kram von Mr. Jobson? Lancaster lacht dröhnend und fährt fort: „Keine Scheu, Tom, Mr. Tom Cadburn hat andere Sorgen. Er stört uns bestimmt nicht.

Tom ist unbehaglich zumute. Ihm wäre lieber, dieser Pferdefänger würde von selbst darauf kommen, dass er ihm nicht als Zeuge der Unterhaltung erwünscht ist. Doch dieser blonde Klotz bemerkt natürlich nichts, sagt sich Tom. Der sitzt wie angeklebt.

„Na, nun schießen Sie mal los, Tom!", meint Lancaster und klopft die Pfeife aus.

Tom Jobson wirft einen unsicheren Seitenblick auf diesen Mr. Tom Cadburn und sagt: „Vielleicht sollten wir ein andermal ..."

„Unsinn!, poltert Lancaster. „Reden Sie, zum Teufel! Tom Cadburn stört uns nicht, wie ich schon einmal gesagt habe. Also los! Wo brennt es?

Nach kurzem Zögern und einem erneuten Seitenblick auf Tom Cadburn sagt Tom: „Heute war das Urteil. Warum hat man mich nicht zur letzten Vernehmung geladen? Ich hätte in der Verhandlung aussagen müssen, Sheriff!"

Lancaster zuckt die Schultern. „Ich bin nicht der Richter, Tom! Soviel ich gelesen habe, hat es eine schnelle Verhandlung gegeben. Und die anderen Zeugen sind ja alle geladen gewesen. Ich weiß auch nicht, warum Sie ..."

„Ich bin der wichtigste Zeuge. Ich habe gehört, was Mr. Heard vor seinem Tode noch gesagt hat. Warum hat man ..."

Lancaster beugt sich über den Tisch, tippt Tom Jobson mit der Pfeifenspitze vor die Brust und sagt scharf: „Ihre Aussage, Tom, steht zu Protokoll. Hätte sich in Cheyenne etwas geändert?"

Verwirrt blickt Tom den Sheriff an. „Natürlich nicht, aber ..."

„Kein Aber! Wenn die Anklage das vorgebracht hat, und wenn die Verteidigung das akzeptierte, warum sollten Sie auch noch nach Cheyenne zitiert werden? Nun seien Sie doch zufrieden. Was wollen Sie noch mehr? Er ist verurteilt, und nun ist Ruhe. Tut mir leid um den Jungen, er hat es bestimmt in der Wut getan. Sie hätten ihn nicht zum Tode verurteilen sollen. Lebenslänglich hätte auch gereicht."

Die ganze Zeit saß Tom Cadburn an die Wand gelehnt auf seinem Hocker und tat, als ginge ihn das alles nichts an. Jetzt aber blickt er interessiert auf Tom und fragt wie nebenher: „Sagen Sie, Mister, sind Sie der Mann, der Mr. Heard gefunden hat?"

„Ja, natürlich, das weiß doch jeder", erwidert Tom herablassend.

„Und jetzt hat Sie die Bank gefeuert, soviel ich hörte, wie?", fragt Tom Cadburn weiter.

Bevor er antwortet, blickt Tom noch einmal auf diesen Mann. Erst wütend, weil der sich in die Unterhaltung eingemischt hat. Dann aber vorsichtiger, denn sein Blick trifft den des Mannes, und dieser Blick Tom Cadburns ist hart und zwingend. Tom kommt sich in diesem Augenblick vor, als sei er ein Kaninchen, das von einem Puma fixiert wird. Nein, so durchschnittlich und nichtssagend ist dieser Tom Cadburn nicht, denkt Tom. Da steckt mehr dahinter, viel mehr.

Tom hat plötzlich Angst vor diesem blonden Menschen, obwohl er an dem anderen äußerlich eigentlich nichts Besonderes erkennen kann. Weder trägt Tom Cadburn zwei Revolver, und selbst der eine, den er trägt, sieht nicht aus wie die Waffe eines Revolverschwingers. Auch ist Tom Cadburn nicht so hünenhaft groß wie zum Beispiel Sheriff Lancaster. Und doch ahnt Tom, dass dieser Tom Cadburn ungewöhnlich ist. Er ahnt es, weil er feinfühlig und weich ist. Viele Männer, die selbst hart und rau sind, spüren das nicht so schnell. Aber Tom Jobson hat fast das Feingefühl einer Frau. Und deshalb fällt seine Antwort auf Tom Cadburns Frage wider Erwarten höflich und sachlich aus.

„Ja, erwidert er, „der neue Mitinhaber hat mich entlassen. Er konnte mich nie besonders leiden, weil ich das Vertrauen von Mr. Heard hatte.

„Wer ist der Mitinhaber, Tom?, fragt Lancaster scharf. „Seit Tagen macht ihr ein Geheimnis darum, als wäre das etwas von Wichtigkeit. Wer ist der Mitinhaber?

Tom Jobson meidet den Blick des Sheriffs und betrachtet seine Schuhspitzen. „Ich darf es nicht sagen, Sheriff. Der neue Mitinhaber ist ein stilles Mitglied der Geschäftsführung, sein Name braucht nicht in Erscheinung zu treten. Nur die Geschäftsleitung weiß von ihm, und ich leider auch, aber ich bin zum Stillschweigen verpflichtet."

„Davon entbinde ich Sie, Tom! Wie heißt der neue Mitinhaber? Reden Sie!", fordert ihn Lancaster auf, und der Sheriff ist es nicht gewohnt, Widerworte zu hören.

Tom Jobson scheint das auch zu wissen, denn er antwortet leise: „Floyd Tubbland von der TT-Ranch."

Lancaster pfeift durch die Zähne und blickt Tom Cadburn vielsagend an. Tom Cadburn begreift, was Lancaster damit meint, und nickt nur.

,.Danke, Tom, Sie können gehen. Als Tom sich schon erhebt, ruft ihm Lancaster nach: „Ah, da wäre noch eine Frage, Tom!

Tom bleibt stehen, die Türklinke schon in der Hand, und dreht sich erstaunt um. „Ja?"

„Für wen arbeiten Sie denn jetzt, Tom?"

Tom Jobson zuckt die Schultern. „Ich habe keinen Job mehr. Vielleicht gehe ich nach Cheyenne. Ich hoffte schon, dass man mich zur Verhandlung braucht, und da könnte ich die Reise umsonst machen. Er blickt beschämt zu Boden und fährt leise fort: „Ich bin nicht gerade reich, Sheriff. Wenn Mrs. Heard mich nicht immer zum Essen einladen würde, ich wüsste nicht ...

„Es ist gut, Tom, kommen Sie morgen mal hier vorbei. Da wäre eine Menge Schreibkram bei mir zu tun, und ich gebe mich verdammt ungern damit ab."

„Danke, Sheriff, danke. Ich komme morgen früh gleich herein!", ruft Tom eifrig und zieht nach einer Verbeugung ab.

„Ein komischer Vogel, dieser Bursche", meint Lancaster lächelnd.

Tom Cadburn zuckt die Schultern. „So komisch finde ich ihn gar nicht. Warten wir mal ab."

„Ich wünsch dir Glück, Tom Cadburn! Aber ich habe getan, was ich konnte. Zur fraglichen Zeit war außer Mr. Heard, Tom Jobson und den beiden Frauen niemand im Haus. Und wer sollte ein Interesse gehabt haben, Heard niederzuschlagen? Es ergibt keinen Sinn. Tom Jobson war kurz darauf bei Heard. Ist es Jeff Duley nicht gewesen, hätte ein anderer Täter nur wenige Minuten Zeit gehabt. Aber niemand hat einen anderen Mann ins Haus kommen oder aus dem Haus gehen sehen. Nein, Tom Cadburn, es wird schon alles seine Richtigkeit haben. Nur dass sie Jeff zum Tode verurteilt haben, will mir nicht in den Kopf. Es ist Totschlag, und darauf steht doch nicht der Strick."

„Er ist verurteilt worden, und du hast sicher von Mr. Cash gehört, wie wenig es uns nutzt, Proteste zu erheben. Das Gericht will Gegenbeweise sehen, sonst nichts."

„Die findest du nie, Tom Cadburn. Immerhin, meinen Segen hast du!"

Tom Cadburn nickt und sagt: „Sprich mit niemandem darüber, hörst du? Lancaster lacht. „Immer derselbe, aber treib es nicht zu toll. Sonst kassiere ich dich auch noch eines Tages! Dann schiebt er Tom Cadburn seine Whiskyflasche zu. „Da, der bringt dich wieder auf vernünftige Ideen!"

4

Tom Jobson geht an diesem Abend die Mainstreet entlang. Dumpf poltern die Dielen des hölzernen Gehsteiges. Nur wenige Öllampen erleuchten die zerfahrene Straße. Vor dem Saloon steht eine Gruppe Männer, aber das ist drüben auf der anderen Seite. Tom hört das Gelächter und die Stimmen, in die sich das Schnauben eines Pferdes mischt, das vor dem Saloon angebunden ist.

Jetzt biegt Tom zwischen dem General-Store und der Bank in eine Seitengasse ab, die so schmal ist, dass zwei entgegenkommende Männer miteinander zusammenstoßen würden.

Nach zehn Schritten bleibt Tom stehen, dreht sich um und lauscht. Aber was er hört, kommt drüben vom Saloon, wo die Männer laut miteinander reden. Sonst ist es still. Auch aus der Bank dringt kein Laut. Aber vom General-Store her riecht es penetrant nach ranzigem Lederfett.

Tom geht leise weiter, bis er die Rückseite der Bank erreicht hat, wo die Wohnung von Mrs. Heard und ihrer Tochter liegt. Er kennt genau das Schlafzimmerfenster von Catherine. Vorsichtig geht er bis unterhalb dieses Fensters, zieht sich an der Wand empor und blickt durch die Scheibe. Drinnen ist es dunkel. Erst nachdem sich seine Augen besser daran gewöhnt haben, sieht er rechts etwas Helles, vielleicht das Bett. Er war noch nie in diesem Zimmer, aber es könnte wirklich das Bett sein.

Behutsam versucht er, das Fenster aufzudrücken. Es gelingt nicht. So klopft er an die Scheibe.

Nichts regt sich im Zimmer.

Sollte sie noch gar nicht zu Bett sein?, fragt er sich. Aber es brennt doch nirgendwo Licht. Oder schläft sie seit dem Tode des Vaters mit der Mutter im gleichen Zimmer?

Er wiederholt das Klopfen.

Plötzlich werden ihm die Beine vom Sims gerissen. Er stürzt, will instinktiv schreien, aber da faucht eine Stimme rau: „Verdammter Narr!" Und mehr hört Tom Jobson nicht mehr. Ein Schlag trifft sein Kinn, und dann beginnt sich alles vor den Augen in roten Kreisen zu drehen.

Tom Jobson nimmt nicht wahr, dass er ein Stück aus der Gasse herausgetragen wird, dass man ihn auf ein Pferd hebt. Er spürt auch nicht, wie ihn ein zweiter Mann am Sattel festbindet und wie beide dann mit ihm wegreiten.

Erst eine ganze Zeit danach wird Tom Jobson munter. Mit furchtbaren Kopfschmerzen und einem hämmernden Pulsschlag in Hals und Schläfen versucht er zu begreifen, was überhaupt mit ihm los ist.

Und er kommt dahinter, dass er quer im Sattel eines Pferdes liegt. Dieses Pferd geht im Schritt. Er selbst hat den Kopf nach unten hängen, deshalb dieser Schmerz in den Schläfen. Auch der Unterkiefer tut ihm weh und ist eigenartig steif, wie gelähmt.

Dann dreht er den Kopf zur Seite. Es ist immer noch dunkel, doch nicht dunkel genug, dass er nicht das Pferd neben sich sieht, das Pferd, auf dem ein Reiter sitzt. Und dieser Reiter hält die Zügel des Tieres, auf das man Tom gebunden hat. Dieser Mann spricht. Tom Jobson erkennt die Stimme. Und ob er sie erkennt. Auch die eines anderen Reiters kennt er, doch er sieht den Mann nicht, der scheint drüben auf der rechten Seite zu reiten.

Mit einem Male überkommt Tom eine große Furcht. Er entsinnt sich jetzt, wie es geschehen ist. An Catherines Fenster war es gewesen. Und er begreift nicht, wie es ihm entgehen konnte, dass ihm jemand gefolgt ist.

Tom versucht den Kopf zu heben, um diesen furchtbaren Schmerz loszuwerden. Doch dabei strengt er sich noch mehr an. Er hält es nur Sekunden aus, dann werden die Halsmuskeln schlaff.

Die beiden Reiter haben nichts bemerkt. Immer noch reden sie miteinander über belanglose Dinge. Und so nähern sie sich zwei Meilen von der TT-Ranch entfernt einem Streifen zerklüfteten Felslandes, durch das der Wagenweg in einem Engpass hindurchführt.

Und genau dann, als alle drei Pferde mitten im Engpass sind, bricht für die Reiter plötzlich die Hölle los.

Etwa dreißig Schritt hinter den Pferden fliegt ein Gegenstand zu Boden.

„Was war das?", ruft der Reiter neben Tom.

Im gleichen Augenblick zerreißt eine Explosion an der Stelle die Luft, wo jener Gegenstand zu Boden fiel.

Alle drei Pferde bäumen sich auf, keilen aus und versuchen auszubrechen. Das Tier, auf dem Tom festgebunden ist, reißt sich los und rast in Karriere davon. Die beiden Reiter zügeln ihre Tiere, die sich erneut aufbäumen und auf der Hinterhand vor Furcht tänzeln.

„Ihm nach!", brüllt der eine der beiden Reiter, und sie geben ihren Pferden die Zügel frei.

Das Tier mit dem aufgebundenen Tom Jobson ist schon weit voraus.

Da fliegt wieder etwas hinter den beiden Reitern in den Hohlweg hinunter. Diesmal reagieren aber die Männer schneller und pressen ihren Pferden die Sporen in die Weichen. Doch nichts detoniert hinter ihnen. Dafür ereilt sie ihr Schicksal auf andere Weise.

Ohne dass es die Reiter bemerken, während sie über die Hälse ihrer Pferde gebeugt dahinjagen, schnellt plötzlich ein junger Baum vom Boden her zur Seite.

Dass an diesem Baum ein Lasso befestigt ist, das sich in halber Mannshöhe über den Weg spannt, sehen die Reiter nicht, und sie bemerken es erst, als ihre Pferde daran hängenbleiben, sich überschlagen und ihre Reiter aus den Sätteln werfen.

Schneller als die Männer kommen die Pferde auf die Beine. Und da kracht weit vorn wieder eine Explosion.

Die aufgeregten Pferde wirbeln herum und rasen in heller Panik zurück auf Glenrock zu.

Fluchend rappeln sich die beiden Männer vom Boden auf. Der eine hinkt und ächzt wütend.

Die Pferde galoppieren noch immer, und die beiden Reiter wissen, dass sie mehr als eine Stunde brauchen, um die Tiere wieder einzufangen.

Weit voraus fällt das Pferd mit dem aufgebundenen Tom in Schritt. Und Tom, der überhaupt nicht weiß, was im einzelnen geschehen ist, sieht plötzlich einen Reiter von der Seite her näherkommen. Erst denkt er, es sei einer der beiden Bewacher, doch dann hört er die Stimme des Mannes, als der Toms Pferd beruhigend anspricht. Das ist eine fremde Stimme. Wirklich fremd? Er hat sie doch irgendwo schon einmal gehört! Wo denn nur? Wenn doch der Kopf nicht so weh täte.

Er sieht, wie der Mann nach den Zügeln von Toms Pferd greift, wie er es zum Stehen bringt und dann ein Messer vom Gürtel zieht

„Ruhig, mein Freund, gleich geht es Ihnen besser!", sagt der Fremde. Das Messer zerteilt die Stricke, mit denen Tom gefesselt ist.

Mühsam zieht sich Tom im Sattel hoch. Verwirrt stammelt er: „Danke, Sir! Danke!" Da erkennt er, dass der Fremde maskiert ist. Deshalb klingt auch die Stimme so gedämpft, denn das Tuch hängt bis über den Mund.

„Reiten Sie neben mir!", befiehlt der Maskierte und wendet sein Pferd nach Osten. Das ist nicht der Weg nach Glenrock. So gut weiß Tom hier Bescheid, dass er bald begreift, wohin es geht. Sie reiten auf die Berge zu.

„Wer sind Sie?", fragt Tom.

„Ein Freund! Fragen Sie nicht soviel. Ich bringe Sie in Sicherheit. In Glenrock sind Sie verloren!"

„Aber ich habe doch nichts getan!", ruft Tom Jobson beschwörend.

Der Maskierte antwortet nicht.

„Ich will zurück nach Glenrock!", sagt Tom aufbegehrend.

„Sie tun das, was ich Ihnen sage, weil es für Sie so am besten ist, Tom Jobson. Sie haben einmal gelogen! Sie haben da nicht die ganze Wahrheit gesagt. Darüber wollen wir uns nachher unterhalten."

Tom Jobson schweigt jetzt. Er hat Angst, furchtbare Angst. Was ist hier los? Was will dieser Maskierte. Glaubt er denn, einen Tom Jobson könnte man einfach verschwinden lassen?

Ich bin verloren, er will mich ermorden!, denkt Tom.

Doch der Maskierte reitet weiter, und immer näher kommen die Berge ... und der Morgen. Hinter den Bergzinnen wird es hell. Der Streifen am Horizont verbreitert sich schnell, und schließlich sieht Tom auch den Mann neben sich genauer. Ein untersetzter Mann mit einem schwarzen Hut, einem schwarzen Halstuch vor der unteren Gesichtspartie und schwarzer Kleidung. Auch das Pferd ist schwarz wie die Nacht, ein hochbeiniger Rappe.

Ein paar Minuten später gelangen sie in den Wald. Der Maskierte befiehlt Tom Jobson, sich die Augen verbinden zu lassen.

Tom versucht nicht erst, sich zu wehren. Aber er achtet auf die Geräusche, als sie weiterreiten. Und er merkt an der scharfen Luft, dass sie wieder aus dem Wald herauskommen. Nach einer halben Stunde halten sie an.

„Sie können sich die Binde abnehmen", sagt der Maskierte.

Tom Jobson zieht sich das Tuch vom Gesicht und blickt sich erstaunt um. Vor ihm steht eine Holzhütte, erbaut aus groben Stämmen. Und weißer Rauch züngelt aus dem Felssteinkamin. Neben dem Haus befindet sich ein kleiner Corral, in dem zwei Pferde untergebracht sind. Das eine ist ein rostroter Wallach, das andere eine Falbenstute.

Vor der Hütte steht ein Mann, den Tom Jobson noch nie im Leben gesehen hat. Ein großer schwarzhaariger Mensch von breiter Statur, dessen Hände aber nicht zur groben Cowboykleidung passen. Und Tom sieht immer erst nach den Händen eines Mannes, so wie es ihn Mr. Heard lehrte. Dieser Mann dort hat keine abgearbeiteten Hände.

Tom Jobson weiß nicht, dass dieser Fremde ein Anwalt ist, der Frederic Cash heißt. Er weiß es nicht, denn in Glenrock hat nur ein Mann den Anwalt gesehen, nämlich Sheriff Lancaster.

In diesem Augenblick aber meint Tom den Maskierten erkannt zu haben. Der Schwarzhaarige mit den schmalen Händen sagt gerade: „Alles in Ordnung, Tom Cadburn?"

„Okay, Fred!"

Jetzt fällt es Tom Jobson wie Schuppen von den Augen. Aber der Mann, der sich Tom Cadburn nennt, scheint auch keinen Wert mehr auf sein Geheimnis zu legen, denn er nimmt sich das Tuch. vom Gesicht. Und da ist der letzte Zweifel für Tom beseitigt. Der Maskierte ist Tom Cadburn. Und nun fällt es ihm auch ein: Nannte nicht einmal jemand diesen Pferdefänger Tom Cadburn den Nachtreiter?

Bevor Tom eine Frage stellen kann, tritt Frederic Cash neben ihn ans Pferd und sagt freundlich: „Ich bin Frederic Cash, der Anwalt von Mr. Duley. Sie sind hier nicht bei den Wilden, Mr. Jobson. Sie sind doch Jobson, nicht wahr? Und als Tom noch immer fassungslos nickt, fährt Cash fort: „Wir wollen Ihnen ein paar Fragen stellen und Sie davor bewahren, dass ein gewisser Jemand Sie umbringt. Sie wissen nämlich für diesen Mr. X etwas reichlich viel. Steigen Sie ab, Jobson. Sie sind vorerst hier zu Hause.

Tom sieht sich um. Die Hütte liegt umgeben von verfilztem Busch und Wald mitten in den zerklüftetsten Bergen. So leicht wird sie hier niemand finden. Wer weiß, wer dieses Haus vor vielen Jahren gebaut hat?

Cash fuhrt Tom in die Hütte. Es sieht nicht sehr wohnlich hier drinnen aus, aber als Notunterkunft mag es genügen. Draußen reibt Tom Cadburn indessen die Pferde ab und gibt ihnen Futter. Als er dann ebenfalls in die Hütte kommt, setzt er sich neben das einzige Fenster, in dem auch ein Gewehr liegt, wie es Tom noch nie gesehen hat. Ein Gewehr mit einem Fernrohr darauf. Genauer gesagt ist es eine Remington Express-Büchse mit Zielfernrohr. Ein Vermögen wert.

„Wie ist es verlaufen, Tom Cadburn?", fragt Cash, und er schiebt Tom die Tabaksdose zu, doch der schüttelt den Kopf!

„Hmm, ich beobachtete Jobson, wie er zur Bank ging. Ich dachte erst, er wollte sich dort mit den anderen beiden treffen, die schon vom Nachmittag an in der Stadt herumscharwänzelten. Doch es war offenbar anders. Wollten Sie zu Catherine?" Die Frage ist an Tom gerichtet, und der nickt nur.

„Ich wollte mit ihr reden, doch sie kam nicht ans Fenster."

Tom Cadburn lacht leise. „Konnte sie nicht, Tom. Sie schläft jetzt bei ihrer Tante. Und Mrs. Heard war auch nicht in der Bank. Offenbar haben die beiden Ladies Angst, allein in diesem Haus zu schlafen. Pech für Sie, Tom. Na, jedenfalls haben die beiden von der TT unseren neuen Freund recht schnell eingepackt und abtransportiert. Das war nun in meinem Plan nicht vorgesehen. Ich musste ihnen folgen, um die Richtung zu kennen. Es ging zur TT-Ranch. Ich überholte die drei, als ich sicher war, dass die Richtung stimmt, und erreichte vor ihnen den Engpass. Dort habe ich dann eine passende Birke gefunden, mein Lasso festgemacht, die Birke heruntergedrückt und mit einem Felsbrocken beschwert, den ich wiederum mit einem zweiten Lasso jederzeit zur Seite kippen konnte. Ich musste mich beeilen, denn sie waren dicht hinter mir. Kaum war ich fertig und hatte mich oben in den Felsen versteckt, kamen sie schon an. Ich warf ihnen eine Dynamitstange weitab in den Rückweg, sah, dass Jobsons Pferd durchging, und ließ es passieren. Um die Panik zu erhöhen, habe ich noch einen Stein hinuntergeworfen, und prompt rasten die anderen beiden los, gerieten ins Lasso, als es hochschnellte, und wurden abgeworfen. Ich gab den Pferden von ihnen noch ein bisschen Dampf mit einer zweiten Stange, und nun werden wohl die beiden inzwischen ihre Gäule wiedergefunden haben. Das war alles, Fred."

Frederic Cash lacht schallend. „Nicht schlecht für den Anfang. Jetzt müsste ich also Tom Jobson fragen."

„Ich gehe noch einen Schritt hinaus. Frag ihn!", erwidert Tom Cadburn und nimmt das Gewehr. Als er draußen ist, steht Cash auf und tritt vor Tom.

„Sie haben eine falsche oder nur halb wahre Aussage zu Protokoll gegeben, Jobson!"

„Nein!", beteuert Tom.

Cash lächelt, und in diesem Lächeln ist keine Wärme. Kalt und mitleidlos blickt der Anwalt den jungen Bankmenschen an. „Sie haben nicht alles gesagt, Jobson! Sie hatten auch eine Aufforderung, nach Cheyenne zu kommen. Warum, zum Teufel, sind Sie nicht hingegangen? Warum haben Sie dem Sheriff eine Komödie vorgespielt und behauptet, Sie hätten nach Cheyenne gewollt, bestünden sogar darauf?"

Tom zuckt erschrocken zusammen. „Ich ... Ich ..."

„Sie haben Angst, Tom Jobson! Vor wem haben Sie Angst?"

„Vor Tubbland", stößt Tom hervor. In seinen Augen ist das Flackern eines Mannes, der weiß, was es bedeutet, wenn der, von dem er eben gesprochen hat, von dieser Auskunft je erfährt.

„Wer also hat Mr. Heard wirklich erschlagen?"

„Das weiß ich nicht, wirklich nicht! Aber ich darf nicht ..."

Cash rüttelt Tom an den Schultern. „Reden Sie, Jobson, es geht um ein Menschenleben! Reden Sie, zum Teufel!"

Tom Jobson weiß in diesem Augenblick nicht, vor wem er mehr Angst haben soll, vor Tubbland oder diesen beiden Männern hier.

Und da kommt auch Tom Cadburn wieder in die Hütte. „Tom, sagen Sie alles, was Sie wissen! Sagen Sie es, wir verstehen uns nicht auf dumme Späße. Was wissen Sie?"

Er steht breitbeinig neben Cash, und Tom hat das Gefühl, die beiden würden ihn verprügeln, wenn er jetzt nicht mit der Wahrheit auspackte.

„Ich wollte in Cheyenne alles sagen. Wirklich, ich wollte es!, behauptet Tom. „Aber dann kam Nelson, Tubblands Vormann, und er hat mir gedroht, mich halbtot prügeln zu lassen, wenn ich nach Cheyenne führe.

„War Nelson heute auch dabei?", fragt Tom Cadburn.

„Ja, und Hampy."

Tom Cadburn und Cash werfen sich bedeutsame Blicke zu.

„Hampy ist also jetzt auf der TT, das wusste ich nicht, meint Tom Cadburn. „Das ist ja nicht gerade unwichtig, wenn Tubbland jetzt mit Revolverleuten arbeitet. Dann werden wir Hampy ja bald hier haben, wenn ich mich nicht irre. Denn der lässt ja nicht so leicht locker. Tom Cadburn setzt sich wieder ans Fenster und legt die Remington-Büchse schussbereit auf den Sims.

„Und jetzt, Jobson, sagen Sie, was Heard vor seinem Tode gesprochen hat. Alles, Jobson!", befiehlt Cash.

Tom nickt. „Gut, ich sage alles. Ich wollte es ja auch in Cheyenne. Also, ich war im Kassenraum und wollte mit der Tagesabrechnung in Mr. Heards Privatbüro gehen. Dazu musste ich den Flur überqueren. Und als ich auf den Flur trat, sah ich Mr. Heard dort liegen, neben ihm die Stange. Mr. Heard stöhnte leise. Ich habe mich neben ihn gekniet, und er hat mich erkannt. Tom, hat er gesagt, Tom, hol mir Duley zurück. Er muss mir helfen. Hol mir Jeff, er soll Cat haben, aber er muss mir helfen. Tubbland, dieser Schuft, hat mich fertigmachen lassen. Ja, und da überkam ihn ein Schwächeanfall, dann trat der Blutsturz ein. Das war sein Tod."

„Interessant, Jobson, wie?, sagt Cash kopfschüttelnd. „Und Sie wissen die ganze Zeit, dass man Jeff Duley zu Unrecht verurteilen wird. Sie wissen, dass er es bestimmt nicht gewesen ist. Aber Sie schweigen. Warum aber haben Sie kurz nach dem Tod von Mr. Heard schon gelogen? Dazwischen also muss doch der Mörder oder ein anderer seinesgleichen mit Ihnen gesprochen haben. Reden Sie, Tom!

„Als Mr. Heard tot war, wusste ich nicht, dass das wirklich sein Ende sein würde. Ich hielt ihn für bewusstlos. Und um Hilfe zu holen, bin ich die Treppe hinaufgelaufen, weil oben Mrs. Heard gerade aus der Tür kam. Dachte ich. Aber es war nicht Mrs. Heard, auch nicht Catherine. Es war Hampy. Er stand oben und hielt zwei Revolver in den Händen, auf mich gerichtet. Dann kam er die Treppe herab und sagte zu mir, ich sollte sofort den Sheriff alarmieren und ihm sagen, dass Mr. Heard niedergeschlagen worden sei. Und ich sollte außerdem erklären, er hätte im Sterben nur noch den Namen Duley gesagt. Sonst nichts. Wenn ich das nicht täte, würde ich erschossen."

„Ist Ihres Erachtens Hampy der Mörder von Mr. Heard?", fragt Cash.

Tom zuckt die Schultern.

Tom Cadburn sagt vom Fenster her, ohne sich umzudrehen: „Hampy würde auf offener Straße ein Duell mit dem Revolver ausfechten, er würde aber niemals einen alten Mann mit einer Eisenstange niederschlagen. Hampy ist ein Revolvermann, der immer schneller ist als sein Gegner. Der den anderen sogar zuerst ziehen lässt, damit sein Schuss als Notwehrhandlung gilt. Aber das, Tom, hätte er nicht getan. Da muss noch einer in der Nähe gewesen sein. Sie wissen noch mehr, Tom, packen Sie aus!"

„Nein, Mr. Tom Cadburn, ich weiß nichts mehr!", behauptet Tom und zuckt die Schultern.

Tom Cadburn blickt noch immer nach draußen. Tom Jobson ist ihm jetzt unwichtig geworden. Es gibt wesentlichere Dinge.

Drüben über den Büschen sind mit einem Male die Vögel abgeflogen. Und im Corral spitzen alle vier Pferde die Ohren. Red, der rostrote Wallach Tom Cadburns, den er sonst reitet, bläht die Nüstern und sieht unverwandt nach jener Stelle, wo kein Vogel mehr in den Büschen ist.

Langsam schwenkt Tom Cadburn das Gewehr in diese Richtung. Dann blickt er durchs Zielfernrohr zu den Büschen hinüber. Da regt sich nichts. Aber plötzlich sieht er die Bewegung eines einzelnen Zweiges, der über das Buschwerk hinausragt. Und dann wedelt ein anderer Zweig ein Stück weiter auf die Lichtung zu.

Red wiehert schrill. Auch der Rappe, der kohlrabenschwarze Hengst, schnaubt nervös.

Drüben im Busch raschelt es. Aber nichts zeigt sich. Jetzt bewegen sich die Äste weiter hinten. Dann noch weiter hinten. Das Rascheln hört au, Hufschlag ertönt.

Tom Cadburn ist mit einem Satz draußen, öffnet das Gatter, springt auf den ungesattelten Fuchswallach Red und jagt mit ihm los.

Hinter dem Buschland

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