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Wünsch dich in Wunder-Weihnachtsland Band 11

Wünsch dich in Wunder-Weihnachtsland Band 11

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Wünsch dich in Wunder-Weihnachtsland Band 11

Länge:
443 Seiten
4 Stunden
Freigegeben:
12. Sept. 2020
ISBN:
9783960743347
Format:
Buch

Beschreibung

Brauni wachte früh am Morgen auf und blickte sich staunend um. Es war also kein Traum gewesen. Er lebte und war bei seinem neuen Freund, dem Wichtel Gimpi. Der Lebkuchenmann stand auf und sah sich genauer um. Alles war weihnachtlich geschmückt und aus dem Nebenraum erklang Weihnachtsmusik. Brauni machte sich auf den Weg dorthin ...Was er dort wohl entdecken wird? Lassen Sie sich verzaubern von märchenhaften Geschichten rund um die schöne Weihnachtszeit.
Freigegeben:
12. Sept. 2020
ISBN:
9783960743347
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Wünsch dich in Wunder-Weihnachtsland Band 11 - Martina Meier

Impressum

Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet - papierfresserchen.de

© 2020 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR

Mühlstr. 10, 88085 Langenargen

Alle Rechte vorbehalten. Taschenbuchauflage erschienen 2018.

Titelbild: © Heike Georgi

Lektorat: Melanie Wittmann

Herstellung und Lektorat: Redaktions- und Literaturbüro MTM

ISBN: 978-3-86196-781-1 - Taschenbuch

ISBN: 978-3-96074-334-7 - E-Book

*

Inhalt

Die Wundertüte

Familienweihnachten

Die kleine Schneeflocke

Der nächtliche Ausflug

Die Sehnsucht nach der Weihnacht

Herr Billabong

Im Kaufhaus

Ein Winternachmittag mit Felix

Rettung für das Weihnachtsfest

Himmelsschätze

Fridolin backt Weihnachtsplätzchen

Heiligabend im Winterwald

Die Nacht davor

Wo ist Papa?

Was für ein Geschenk!

Weihnachtsküche

Vom kleinen Stern, der sein Licht verlor

Der verliebte Schneemann

Alle Jahre wieder

Weihnachtsstimmung

Snowbert büxt aus!

Die Weihnachtselfe

Der Weihnachtsmann

Das arme Christkind

Weihnachtsbote auf vier Pfoten

Der Weihnachtsmann und die Islandpferde

Weihnachten im August?

Zwergenweihnacht

Ein Mäuseweihnachtsschmaus

Franziskas Herzenswunsch

Die Nacht der Kerzen

Kalle Karpfen

Die schlimmste Frage im Jahr

Der Wunschengel

Krakenweihnachten

Weihnachtswunsch eines Hundes

Omas Geheimnis

Das letzte Türchen

Die magische Schneekugel

Pustelzwergwildschwein Wanka

Brauni im Weihnachtsdorf

Oh, Tannenbaum

Noël

Weihnachtswunsch

Das schweigende Geschenk

Weihnachten im Kongo

Der Engelbengel und die Pfefferkuchenmänner

Winterschön

Ein Schneeball mitten ins Herz

Das Fest der Liebe

Weihnachtszeit

Wie ich meine Geschichte fand

Angelika

Ein fröhliches Weihnachtsfest

Aus vollem Herzen lachen

Oma Mias Gummibärchen

Der magische Wunschzettel

Lenis stürmische Weihnachten

Weihnachten mit einem Eichhörnchen

Einmal Weihnachten zum Mitnehmen, bitte!

Besuch in der Weihnachtswerkstatt

Der Weihnachtsschlitten

Die Marionette

Das Weihnachtsmuffelchen

Das Nachbarsmädchen

Bob

Ein besonderer Wunsch

Eine Weihnachtsgeschichte

Weihnachten auf dem Christkindlmarkt

Die Geschichte vom kleinen Weihnachtsengel

Wie Weihnachten ins Weltall kommt

Die kleine Maus und der Stern

Der Countdown läuft ...

Wie der Graue Klaus einem kleinen Rentier-Kind half

Die Geschichte der Weihnachtsmöbel

Festtagsstimmung

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk

Hasenweihnacht

Wünsch dir was

Jakobs Zimmer

Wenn die Schneekönigin tanzt

Ein einziger Wunsch

Heißer als Glühwein

Ein Kindheitstraum wird wahr

Wer sucht, der findet

*

Die Wundertüte

Es war einmal ein kleines Mädchen. Seine Eltern waren arm. Der Vater hatte einen Unfall erlitten, sodass er seinen erlernten Beruf als Schreiner nicht mehr ausüben konnte. Von der Erwerbsunfähigkeitsrente konnte die kleine Familie nur mehr schlecht als recht leben.

Der Advent hatte begonnen. Es ging mit Riesenschritten auf Weihnachten zu. Die Mutter hatte für den ersten Adventssonntag schon Weihnachtsplätzchen gebacken, die allen wunderbar schmeckten. Immer näher rückte der Heilige Abend und damit auch das Nachdenken, was sie ihren Lieben schenken konnte. Für große Geschenke reichte das Geld nicht.

Eines Tages kam der Frau ein gute Idee. Sie hatte Wollreste in einer Schachtel auf dem Speicher aufbewahrt. Diese wollte sie holen, weil man aus ihnen sicher etwas zaubern konnte. Ihr Mann brauchte dringend warme Wollsocken für die Winterstiefel. Und auch für ihre kleine Tochter fiel ihr etwas ein. Sie erinnerte sich, dass sie selbst einst in der vierten Klasse der Grundschule in Handarbeit einen kleinen Teddybären zu stricken gelernt hatte, den sie lange als kleinen Freund mit sich herumgetragen hatte. Ein solcher würde bestimmt auch ihrem Kind Freude machen. So ein Bärchen konnte man in jeder beliebigen Größe stricken. Man musste die Strickteile zum Schluss nur noch ordentlich zusammennähen, den kleinen Kerl ausstopfen und ihm ein Gesicht geben.

Gesagt, getan!

Schnurstracks lief sie auf den Speicher und kramte in der Schachtel nach passenden Wollresten. Von der blauen Wolle hatte sie genügend, aber ein blauer Teddy ... das ging gar nicht!

Sie fand schließlich doch noch eine schöne braune Wolle, die nach ihrem Gefühl für den Bären ausreichen würde, und beschloss, diese zu verwenden. Aus der blauen Wolle sollte das Bärchen eine Hose mit Hosenträgern gestrickt oder gehäkelt bekommen.

Tagsüber war es der Mutter nicht möglich, das Strickzeug in die Hand zu nehmen, denn sonst hätte ihr Kind gefragt, was das werden würde. Sobald ihr kleines Mädchen jedoch im Bett war, fing die Mutter an, eifrig an den Teilen für das Bärchen zu stricken. Sie musste sich ranhalten, damit es bis zum Heiligen Abend fertig sein würde.

Zunächst hatte sie sich aus Packpapier Schablonen zurechtgeschnitten, damit der Bär gleich lange Arme und Beine bekam. Sie notierte jeweils die Maschenzahl, die sie anschlug, damit ja nichts schiefging.

Ihr Mann sah ihr interessiert zu. Er wusste von dem Plan.

Schließlich waren alle sechs für den Bären notwendigen Strickteile fertiggestellt. Körper, Arme und Beine wurden jeweils sorgfältig zusammengenäht. Doch eine schmale Stelle musste vorerst noch offen bleiben. Die Teile brauchten noch ihr Innenleben, das aus weichem Füllmaterial bestand, mit dem sie nach und nach sorgfältig ausgestopft wurden. Dann wurden die noch offenen Nahtstellen geschlossen und Kopf, Arme und Beine nacheinander am Körperteil angenäht.

Man sah schon, dass es ein Bärchen werden würde, selbst wenn es noch einen viereckigen Kopf ohne Ohren, Nase, Mund und Augen hatte. Es war gesichtslos und konnte so nicht bleiben.

Die Ohren waren schnell herzustellen. Man musste dafür nur die beiden oberen Ecken schräg abnähen. Danach suchte die Mutter in ihrer Schatulle zwei glasfarbene, kleine Knöpfe für die Augen heraus. Mund und Nase wurden mit einem schwarzen kräftigen Garn gestickt. Mit seinem lustigen Gesicht schaute der Bär seine Schöpferin an.

In den nächsten Tagen häkelte die Mutter aus der blauen Wolle eine kurze Hose mit Hosenträgern, die sie mit zwei gelben, kleinen Knöpfen vorne befestigte. Sie war zufrieden, dass ihr der kleine Bär so gut gelungen war. Vorerst versteckte sie ihr fertiges Werk im Kleiderschrank ihres Schlafzimmers.

Der Heilige Abend rückte näher und das Spielzeug musste fürs Christkind schön verpackt werden. Der Mutter fiel ein, dass die Schultüte von der Einschulung ihrer Tochter auf deren Kleiderschrank lag. Da würde der Bär gerade hineinpassen.

Aber wie sollte sie ihrer Tochter das Verschwinden der Schultüte erklären? Vielleicht würde sie es gar nicht bemerken.

Doch dem war leider nicht so. Olivia bemerkte sehr wohl, dass ihre Schultüte plötzlich verschwunden war, und kam aufgeregt zu ihrer Mutter gerannt.

Als ihr diese sagte, dass das Christkind eine Verpackung für ihr Weihnachtsgeschenk benötigt und die Schultüte als etwas ganz Besonderes, nämlich als eine richtige Wundertüte angesehen hätte, war das Kind glücklich und wartete sehnsüchtig auf den Heiligen Abend.

Und endlich war er da. Das Mädchen entdeckte unter dem Christbaum seine Schultüte, die mit einer großen roten Schleife zugebunden war.

Als Olivia diese aufzog, kam der braune Bär zum Vorschein, der sie mit seinen Knopfaugen anschaute. Sie war überglücklich über den kleinen Teddy mit seiner blauen Hose und die Mutter war es auch.

Sieglinde Seiler wurde 1950 in Wolframs-Eschenbach geboren. Sie ist Dipl. Verwaltungswirt (FH) und lebt mit ihrem Ehemann in Crailsheim Seit ihrer Jugend schreibt sie Gedichte. Später kamen Aphorismen, Märchen und Prosatexte hinzu. Ferner fotografiert sie gerne. Bislang hat sie bereits über 200 Gedichte im Internet und in diversen Anthologien veröffentlicht.

*

Familienweihnachten

Tannenduft und Kerzenschein,

bald wirdʼs wieder Weihnachten sein!

Geschenke kaufen

und verpacken,

unendlich viele Kekse backen!

Baum aufstellen,

Lieder singen.

Was wohl die Verwandten bringen?

Onkel schenkt ʼne Eisenbahn,

Oma einen Jahresplan.

Kerzenhalter für die Mutter,

Hund bekommt heut sehr viel Futter.

Vater wieder neue Socken,

Tochter will heut nichts verbocken.

Oma erzählt, wieʼs früher war.

Tochter kämmt ihr langes Haar.

Alle schauen glücklich drein,

nur nicht das kleine Brüderlein,

hat wohl viel zu viel gefuttert,

wird jetzt schnell ganz lieb bemuttert.

Weihnachten macht allen Spaß

denn es gibt für jeden was!

Dörte Müller (*1967) wohnt mit ihrer Familie in den Niederlanden. Sie schreibt Kinderbücher, die sie selbst illustriert, und arbeitet als Lehrerin.

*

Die kleine Schneeflocke

Vor langer Zeit einmal, es ist wirklich schon sehr lange her, da flog eine kleine Schneeflocke munter im Winter durch das Winterwunderland.

Im Winterwunderland gab es viele Leckereien, die von den Tannenbäumen hingen. Lutscher, Zuckerstangen und Kugeln in allen möglichen Farben. Es gab Rehe, Hasen, Füchse und viele andere wilde Tiere. Außerdem gab es Wichtel im Winterwunderland. Kleine, verspielte, niedliche Wichtel. Sie tanzten mit den Schneeflocken über die Höhen, Wiesen und Felder im Winterwunderland.

Und es gab da diese kleine Schneeflocke. Lachend und übermütig flog sie umher. Sie schillerte in den schönsten Silbertönen. Hell war sie, die kleine Schneeflocke, leuchtend am Himmel, und alle mochten die kleine Schneeflocke so gerne. Sie setzte sich mal auf die eine Tanne, mal auf die andere und lachte überglücklich. Heiterkeit war in der kleinen Schneeflocke und Herr Wichtel mochte sie unsagbar gerne. Da setzte sie sich auf die Stirn von Herrn Wichtel und er lachte ausgelassen mit ihr.

Ein kleines Füchslein kam des Wegs und fragte die Schneeflocke, warum sie so heiter wäre.

Darauf antwortete sie: „Es ist schön, so frei umherzufliegen, durch die Lüfte, durch die Zeit und durch meine kleine Winterwelt. Es ist Winter, wir sind im Winterwunderland, wo der Schnee liegt, es das Glück gibt und die Harmonie zwischen allen so stark ist. In unserem Winterwunderland, da nehmen wir uns an der Hand, damit im Winter ein jedes Kind und ein jeder Erwachsener voller Harmonie und glücklich ist. Wir tanzen, wir singen und bringen vielen, vielen Menschen Freude in die Herzen." Das waren die Worte der kleinen Schneeflocke.

Dann war es an der Zeit für die Schneeflocken – auch für unsere Freundin –, das Winterwunderland zu verlassen und zu den Menschen zurückzukehren. So schneite es kurz vor Heiligabend überall. Es herrschten Heiterkeit und Freude allüberall.

Wie jedes Jahr lachte eine kleine Schneeflocke heiter und ausgelassen – sie tanzte am Himmel. Um Zufriedenheit, Harmonie und Glück zu bringen.

Die Schneeflocke, unsere kleine Schneeflocke, lachte und mit ihr lachten die vielen anderen Schneeflocken. Sie waren glücklich, weil sie Glück schenken konnten.

Dani Karl-Lorenz, geboren in einer Kleinstadt in der Oberpfalz (Bayern). Autorin aus Leidenschaft. Malt mit Hingabe. Veröffentlichungen erfolgten in verschiedenen Anthologien unterschiedlicher Verlage und auf ihrer Homepage: www.danilyrik.de.

*

Der nächtliche Ausflug

„Nein, sagte Mama Pinguin mit Nachdruck. Sie hatte die Flügel in die Hüften gestemmt und stampfte mit ihrem Fuß auf. „Wir sind Pinguine. Pinguine feiern kein Weihnachten.

„Aber ...", versuchte Pitsch seiner Mutter zu widersprechen, doch sie unterbrach ihn sofort.

„Da gibt es kein Aber. Da gibt es keine Diskussion. Wir feiern auch dieses Jahr nicht. Und jetzt ab ins Bett mit dir! Morgen wird ein langer Tag."

„Ein langer Tag", dachte Pitsch, als er traurig davonwatschelte. Es war doch jeder Tag gleich. Sie saßen auf einer Eisscholle, schwammen ein paar Runden und bekamen Fische gebracht. Dabei wurden sie von unzähligen Augen beobachtet. Augen, die zu Kindern gehörten, die in den letzten Tagen nur ein Thema kannten: Weihnachten.

Während er sich unter seine Decke kuschelte, dachte Pitsch über Weihnachten nach. Was das wohl war? Er wusste, dass es mit Lichtern zu tun hatte, und auch das Wort Geschenke hatte er einige Male aufgeschnappt. Er wollte so gerne erleben, was Weihnachten bedeutete.

In der Nacht wurde Pitsch wach. Das Schnarchen des alten Eisbären aus dem Nebengehege hatte ihn geweckt. Vorsichtig schielte er zu seinen Eltern. Sie schliefen tief und fest. Er setzte sich auf und atmete tief ein. Ihm ging Weihnachten nicht aus dem Kopf. Er musste der Sache auf den Grund gehen.

So leise, wie es seine Plattfüße auf dem Eis zuließen, schlich er sich zur Mauer, die seine Familie vor den neugierigen Kindern beschützte. Er sah sich ein letztes Mal um. Ein Gefühl der Traurigkeit überkam ihn. Schließlich hatte er seine Familie noch nie zuvor verlassen. Aber er musste es einfach tun.

„Hoffentlich verstehen sie es", dachte er. Dann sprang er von Stein zu Stein, immer höher, bis er endlich auf der Mauer stand.

Der Zoo sah so groß aus von hier oben. Ob er den Weg finden würde? Bisher hatte er das Gehege noch nie verlassen. Er spazierte auf der Mauer entlang, bis er eine Stelle fand, an der er problemlos hinunterspringen konnte. Dann watschelte er über die Wege, die sonst nur den Menschen vorbehalten waren.

Die meisten Tiere schliefen. Sie lagen in ihren Betten und träumten von den schönsten Dingen. Am Eulenkäfig aber sprach ihn eine alte Schleiereule mit tiefer Stimme an. Er erschrak.

„Wo willst du denn hin, kleiner Pinguin?", raunte sie aus dem Käfig.

„Ich will wissen, was Weihnachten ist", antwortete er.

Die Eule lachte nur. „Ganz alleine? Hast du keine Angst? Es ist gefährlich da draußen", sagte sie.

„Gefährlich?", fragte Pitsch verängstigt.

Die Eule nickte. „Da draußen gibt es zum Beispiel Autos. Wenn du nicht aufpasst, dann kann es passieren, dass du einen Unfall hast."

„Einen Unfall? Dann passe ich lieber auf. Danke für die Warnung", versuchte sich Pitsch zu verabschieden. Er wollte keine Zeit am Eulenkäfig vertrödeln. Nicht, dass seine Eltern bemerkten, dass er weg war, bevor er in Erfahrung bringen konnte, was Weihnachten war.

„Geh nur bei Grün über die Straße. Bei Rot musst du stehen bleiben", rief ihm die Eule mahnend hinterher.

Pitsch verließ den Zoo. Er sah sofort, warum die Eule ihn gewarnt hatte. Die sogenannten Autos schossen pfeilschnell an ihm vorbei. Auf keinen Fall würde er einfach die Straße betreten. Stattdessen hielt er Ausschau nach einem grünen Licht.

Nachdem er einige Minuten am Straßenrand entlanggewatschelt war, fand er eine Ampel, an der er die große Straße überqueren konnte. Auf der anderen Seite angekommen, vernahm er ein Gurren. Es kam von oben. Neugierig legte er den Kopf in den Nacken.

„Was macht denn ein Zootier hier?", gurrte eine Taube von einem Fenstersims.

„Ich möchte wissen, was Weihnachten ist."

„Weihnachten?, fragte die Taube erstaunt. Sie breitete ihre Flügel aus und glitt zu Pitsch auf den Boden. „Weihnachten ist großartig!, rief sie und lief aufgeregt hin und her. „Überall laufen die Menschen entlang. Immer haben sie etwas zu essen in der Hand. Zu Weihnachten ist die ganze Stadt voller Krümel. Leckereien, soweit das Auge reicht. Sie pickte auf den leeren Boden. Dann hielt sie inne und sah Pitsch an. „Ich kann es kaum erwarten, strahlte sie.

Pitsch verabschiedete sich von der aufgekratzten Taube und setzte seinen Weg fort. Er kam in den Stadtpark und trat auf der grünen Wiese fast in einen Igel. „He, Vorsicht!, rief der empört. Sofort entschuldigte sich der Pinguin bei dem stacheligen Fremden. „Was machst du überhaupt hier? Ich habe noch nie ein Tier mit so großen, komischen Füßen gesehen. Sehen aus wie Entenfüße. Aber irgendwie anders. Wer bist du?, fragte der Igel.

„Ich bin Pitsch und ich bin ein Pinguin. Wer bist du?", gab er die Frage zurück.

„Igor Igel", räusperte sich der Fremde.

„Kennst du Weihnachten, Igor?"

Der Igel nickte. „Aber ich kann dir nicht viel darüber erzählen. Ich bin gerade auf der Suche nach einem Schlafplatz. Es wird langsam zu kalt für mich. Deswegen muss ich in ein warmes Bett. Darin verschlafe ich Weihnachten jedes Jahr."

„Macht dich das nicht traurig?", fragte Pitsch.

„Manchmal. Aber das macht nichts. Ich feiere einfach mit meiner Familie, wenn wir alle wieder wach sind."

„Die Familie, dachte Pitsch, „sie gehört also auch zu Weihnachten.

Während er so nachdachte, sprach ihn eine Ente an. „Hast du mein Küken gesehen?"

Pitsch zuckte mit den Flügeln. „Leider nicht."

„Es ist weggelaufen, erzählte die Ente. „Es hat sich in den Kopf gesetzt, Weihnachten zu feiern. Hätte ich doch nur mit ihm über Weihnachten gesprochen. Hätte ich ihm erzählt, dass das Wichtigste an Weihnachten ist, dass die Familie zusammen ist und schöne Tage miteinander verbringt, schluchzte die Ente unter Tränen.

Pitsch überkam eine tiefe Traurigkeit. Ob es seiner Mutter in diesem Moment auch so ging wie der Entenmutter? Sie machte sich bestimmt Sorgen. Außerdem vermisste er seine Familie.

„Ich helfe dir beim Suchen", beruhigte er die Ente.

Etwa eine Stunde liefen sie durch den Park, ehe sie das Entenküken fanden. Pitsch rechnete damit, dass die Mutter schimpfen würde. Sie nahm ihr Küken aber nur in den Arm und drückte es fest an sich.

„Danke, kleiner Pinguin", flüsterte die Entenmutter.

Pitsch nickte nur. Er nickte, weil er genau wusste, was er jetzt tun musste. Entschlossen trat er den Rückweg in den Zoo an. Er durchquerte den Stadtpark, wartete an der Ampel, dass es Grün wurde, lief am Eulenkäfig vorbei und ignorierte die Rufe der Eule, bis er endlich wieder am Pinguingehege stand. Er sprang auf die Mauer und suchte den Weg zurück in das Gehege. Dann kuschelte er sich in das Bett seiner Eltern, die noch tief und fest schliefen.

Weihnachten war wahrscheinlich das schönste Fest der Welt. Essen, Geschenke und vieles mehr. Aber ohne die Familie wäre es nicht Weihnachten.

Das hatte er gelernt. Er schätzte sich glücklich, seine Familie jeden Tag bei sich zu haben.

Mit diesen Gedanken schlief er ein. Unwissend, dass unter dem Bett seiner Eltern eine kleine Überraschung für ihn verstaut lag.

Oliver Bruskolini, geboren 1993 in Essen, wohnhaft in Essen, NRW. Er studiert an der Universität Duisburg-Essen Lehramt mit den Fächern Deutsch und Sozialwissenschaften. Veröffentlichung verschiedener Kurzgeschichten in Anthologien.

*

Die Sehnsucht nach der Weihnacht

Die Sehnsucht nach dir ist groß.

So groß ist sie, dass ich die Stunden zähle.

Ich erwarte dich jedes Jahr und freue mich sehr.

Wenn sich die Bäume in ihren Tiefschlaf verabschieden

und das Laub verschwunden ist.

Dann bist du endlich da

und mein Warten auf dich hat ein Ende.

In meinen Gedanken trage ich dich das ganze Jahr bei mir.

Doch in meinem Herzen bist du immer bei mir.

Ich freue mich auf die Weihnachtszeit.

Der weiße Glanz auf den Straßen sieht sehr schön aus

und jedes Jahr erlebe ich die Weihnacht aufs Neue.

Es ist wie ein Märchen, das jedes Jahr ins Land zieht.

Verzaubert unsere Straßen

und zaubert uns ein Lachen ins Gesicht.

Die Sehnsucht hat ein Ende

– denn es ist endlich wieder Weihnachten.

Jürgen Heider wurde 1989 in Karaganda (Kasachstan) geboren und lebt heute mit seiner Familie in Freiburg im Breisgau. Da er von Geburt an eine Körperbehinderung hat, besuchte er die Staatliche Esther-Weber-Schule in Emmendingen-Wasser für körperbehinderte Kinder und Jugendliche, die er 2009 abschloss. Seitdem arbeitet er in der Werkstatt für Behinderte in Umkirch. Das Schreiben entdeckte Jürgen Heider mit 15 Jahren für sich und hat seitdem mehrere Geschichten in Anthologien veröffentlicht.

*

Herr Billabong

„Halt, junger Mann! Erik spürte, wie sich von hinten eine Hand fest in seine Schulter krallte und ihn zurückhielt. „Stehen geblieben!, donnerte die fremde Männerstimme.

Schon brauste ein Fahrzeug hupend mit tausend Sachen an dem seltsamen Paar vorbei und verspritzte graubraunes Regenwasser.

„Das ist ja gerade noch mal gut gegangen", atmete der Mann erleichtert auf.

„Erik, um Himmels willen, Erik, was machst du denn da? Von hinten hetzte Eriks alleinerziehende Mutter Stefanie herbei, die mit Einkaufstaschen schwer beladen war. „Wie oft habe ich dir schon gesagt, du möchtest an der Straße auf mich warten, schimpfte sie keuchend und gleichzeitig besorgt. „Bevor du eine Straße überquerst, musst du immer stoppen, schaue erst nach links, dann nach rechts, und wenn kein Auto kommt, dann kannst du gehen, erklärte sie nun mit etwas ruhigerer Stimme. „Wie kann ich Ihnen nur danken?, fragte sie den Herrn, der Erik vor Schlimmerem bewahrt hatte.

„Ach, keine Ursache, erwiderte der Mann. „Das ist doch selbstverständlich, fügte er hinzu.

„Dass wir Ihnen solche Unannehmlichkeiten bereiten, tut mir sehr leid! Ihre Schuhe, Ihre Hose und Ihr Mantel sind ja von dem schmutzigen Pfützenwasser total verunreinigt. Darf ich Sie wenigstens zu einem Kaffee einladen?", fragte Stefanie dankbar mit schuldbewusster Miene.

„Nein, vielen Dank, aber das ist wirklich nicht nötig." Der Mann zog lächelnd und wortlos den Hut, bevor er die Straßenseite wechselte.

„Gerne würde ich Ihnen eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen, wo kann ich Sie erreichen?", rief Eriks Mutter dem Fremden nach.

Als dieser den anderen Gehsteig erreichte, drehte er sich noch einmal kurz um und rief: „Ich wohne dahinten in der großen Villa, ganz oben. Dann setzte der Mann seinen Weg eilig fort. Offenbar wohnte der Unbekannte in dem vornehmsten Haus der Straße, in der auch Eriks Mutter eine Altbauwohnung gemietet hatte. „Das tust du nie wieder, Erik, versprich mir das bitte, flehte Stefanie mit autoritärem Unterton.

„Nein, das mache ich nie wieder", antwortete der Junge verschämt.

„So, und jetzt rasch nach Hause!" Als die beiden die Wohnungstür öffneten, erwartete sie gespannt Isabel, Eriks ältere Schwester, die neugierig den Grund für seine schmutzigen Sachen erfahren wollte. Ein wenig Schadenfreude konnte die Fünfzehnjährige nicht unterdrücken, als sie hörte, was ihrem Bruder soeben widerfahren war, wenngleich auch die Freude darüber, dass nichts Ernsteres geschehen war, überwog.

Nachmittags schlich sich der kleine Wirbelwind trotz der „kalten Dusche" noch mal aus der Wohnung, um wissbegierig nachzuschauen, wo der fremde Mann denn genau ganz oben wohnte. Erik lief also die Straße hinunter und lugte verstohlen auf das Klingelschild des mehrstöckigen Prachtbaus – dort las er ganz oben das Wort Billabong.

„So heißt der Mann also", murmelte Erik vor sich hin.

Da er Neuigkeiten selten lange für sich behalten konnte, platzte es sofort aus ihm heraus, als er wieder zu Hause eingetroffen war. „Wisst ihr, wie er heißt?", fragte er Mutter und Schwester.

„Wer?", gaben die beiden einstimmig zurück.

„Na, der Mann von vorhin, erläuterte der Junge und fuhr nach einer kurzen Pause fort: „Billabong!

„Wie, er heißt Billabong? Das soll ein Name sein?, spottete Isabel. „Da schaue ich gleich mal bei Google nach. Schon verschwand sie vorübergehend in ihrem Zimmer.

„Klingt irgendwie nach Ausland, aber so sah er mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen gar nicht aus", wunderte sich Stefanie.

„Billabong heißt in der Sprache der Aborigines Wasserloch, konnte ich herausfinden. Vielleicht stammt er aus Australien oder so", überlegte Isabel.

„Mama, was ist ein Aborigine?", wollte Erik wissen.

„Aborigines sind die Ureinwohner Australiens – ähnlich wie die Indianer Nordamerikas. Sie leben dicht an der Natur", erklärte Stefanie.

Nachdenklich nahm Erik am Küchentisch Platz. „Herr Billabong, ein Australier und noch dazu ein Aborigine?"

Leicht amüsiert mutmaßte Isabel: „Vielleicht ist er ein Aborigine, der sich die Haare blondiert hat."

„Jedenfalls hat der Mann ziemlich heftig nach frischem Heu oder Stall gerochen, das ist mir aufgefallen", grübelte Erik laut vor sich hin.

„Sicher, der Mann wird ein Aborigine mit blond gefärbten Haaren sein, der mit seinem edlen Anzug draußen schläft und deshalb nach Heu riecht", frotzelte Isabel.

„Vielleicht waren seine Vorfahren Aborigines. Dadurch blieb ihm der Name erhalten. Morgen werde ich für Herrn Billabong eine Schachtel Pralinen besorgen, die wir ihm zum Dank vorbeibringen und nun marsch, ab in eure Zimmer", ordnete die Mutter an.

Am nächsten Tag standen Stefanie und Erik mit einem riesigen Kasten köstlichster Pralinen an der mächtigen Eingangstür der Villa und drückten vergeblich auf die Taste mit dem Namen Billabong. Es öffnete niemand.

Ein paar Wochen später, es musste in etwa Anfang Dezember sein, entdeckte Erik Herrn Billabong auf der anderen Straßenseite und grölte sofort: „Hallo, Herr Wasserloch!"

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