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Krimi Doppelband 45: Zwei großartige Thriller in einem Buch!

Krimi Doppelband 45: Zwei großartige Thriller in einem Buch!

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Krimi Doppelband 45: Zwei großartige Thriller in einem Buch!

Länge:
238 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
13. Sept. 2021
ISBN:
9783753200569
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi Doppelband 45

Alfred Bekker, Bernd Teuber

Dieses Buch enthält folgende Krimis:





Bernd Teuber: Totentanz für einen Killer

Alfred Bekker: Die Tour des Mörders





Ein Serienkiller verbreitet Angst und Schrecken. Sein besonderes Kennzeichen: Er scheint regelmäßig dieselbe Tour zurückzulegen. Ermittler Jesse Trevellian und sein Team heften sich an die Fersen des Unbekannten...
Herausgeber:
Freigegeben:
13. Sept. 2021
ISBN:
9783753200569
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Krimi Doppelband 45 - Alfred Bekker

Krimi Doppelband 45

Alfred Bekker, Bernd Teuber

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

––––––––

Bernd Teuber: Totentanz für einen Killer

Alfred Bekker: Die Tour des Mörders

––––––––

Ein Serienkiller verbreitet Angst und Schrecken. Sein besonderes Kennzeichen: Er scheint regelmäßig dieselbe Tour zurückzulegen. Ermittler Jesse Trevellian und sein Team heften sich an die Fersen des Unbekannten...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author/ Titelbild: Nach Motiven von Pixabay, 2018

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Bernd Teuber: Totentanz für einen Killer

RANOK 3 – 

von

IMPRESSUM

––––––––

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author/ Titelbild: Nach Motiven von Pixabay, 2018

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Auftragskiller Ranok wird wegen mehrfachen Mordes zu drei Mal Lebenslänglich verurteilt. Doch er hat nicht vor, lange hinter Gittern zu bleiben und sich von der Brutalität der Wärter zermürben zu lassen. Systematisch plant er seinen Ausbruch.

Bernd Teuber legt hier nun den dritten Band der Saga um RANOK vor. Weitere Romane sind in Vorbereitung.

––––––––

Ein greller Blitz zuckte über den Himmel. Gleich darauf grollte der Donner. Sintflutartig stürzten die Wassermassen herab. Außerhalb der Gefängnismauern der Fishkill Justizvollzugsanstalt wütete ein Sturm. Und drinnen stürmte Geflüster von Zelle zu Zelle. Die Insassen fürchteten eine andere Art von Sturm, der gerade aufzog.

Auslöser war der Gefangene mit der Nummer 26378. Steve Talbot lächelte, während er vor dem Wärter herging. Im Zellentrakt herrschte plötzlich eine ungewohnte Stille. Jedes einzelne Geräusch war weithin und überdeutlich hörbar. Die Schritte des Wärters und Talbots eigene dröhnten durch die Gänge. Sie passierten die Schleuse, die das Hauptgebäude von dem Zellentrakt trennte. Ein Mann saß in der Glaskabine.

Vor ihm befand sich ein Pult mit zahlreichen Schaltern und Knöpfen. Das Innere der Kabine lag im Dunkeln. Der Wärter war nur schemenhaft im Widerschein der Kontrolllampen zu erkennen. Plötzlich flammte ein Scheinwerfer auf. Geblendet schloss Talbot die Augen. Dann verlöschte das Licht wieder. Es war ein automatischer Scheinwerfer gewesen – eine der neuen Sicherungseinrichtungen, die jeden Versuch eines Gefangenen, sich unbemerkt der Kabine zu nähern, zum Scheitern verurteilte.

Das letzte Gittertor zwischen dem Hauptgebäude und dem Zellentrakt lag vor ihnen. Der Wärter gab dem Mann in der Kabine ein Zeichen, worauf dieser einen Knopf an seinem Pult drückte. Das Gitter glitt zur Seite. Talbot ging hindurch. Sein Begleiter folgte ihm. Nachdem sie das Tor passiert hatten, schloss es sich wieder.

Wie regungslose Statuen standen die Gefangenen im Halbdunkel ihrer Zellen und beobachteten jede Bewegung des Neuzugangs. Im Aufnahmezentrum hatte man Talbot seine wenigen Habseligkeiten abgenommen. Danach wurde er gründlich untersucht und ausgequetscht, allerdings ohne den hohntriefenden Sadismus, mit dem sich die Polizisten bei seiner Verhaftung ausgezeichnet hatten. Anschließend musste er die Gegenstände in Empfang nehmen, die ihn für den Rest seines Lebens von Zelle zu Zelle begleiten würden.

Talbot wurde im Block C untergebracht. Seine Zelle war die fünfte in einer Reihe von dreißig Zellen, deren Stahlgittertüren automatisch geöffnet und geschlossen werden konnten. Talbot musste sich die Zelle mit einem weiteren Häftling teilen. Er war ein großer, dünner Kerl, der aus dem Fenster starrte und die Gitterstäbe umklammerte. Als Talbot eintrat, wandte er den Kopf, musterte den Mann desinteressiert und widmete sich dann wieder den Blitzen, die über den Himmel zuckten.

„Was ist mit meinem Abendessen?" wollte Talbot wissen.

„Essenszeit ist vorbei", erklärte der Wärter barsch.

Dann verschwand er. Talbot verteilte seinen Besitz auf die dafür vorgesehenen Regale und Ablagen. An der linken Wand stand ein Etagenbett. Talbot warf das Laken über die dünne Matratze im unteren und hob deren Ecken etwas an, um die Enden darunterzustopfen. Nach dem er fertig war, ließ er sich auf das Bett fallen. Gelangweilt betrachtete er sein neues Domizil. Die Zelle war nicht gerade luxuriös eingerichtet. Die Toilette hatte nicht mal einen Deckel. Der saure Gestank von Desinfektionsmitteln verdarb Talbot den Appetit. Doch er wollte sowieso nicht allzu lange hier bleiben.

Die „Fishkill Justizvollzugsanstalt" in Dutchess County im US-Bundesstaat New York war ein Gefängnis der mittleren Sicherheitsstufe und auf die Unterbringung von 1800 Häftlingen ausgerichtet. Bei den Insassen handelte es sich hauptsächlich um Gewaltverbrecher. Nur ein geringer Teil war wegen Straftaten in Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden.

Die Verfassung garantierte jedem Amerikaner ein schnelles Verfahren sowie das Recht, von einem Geschworenengericht gehört zu werden. Soweit die Theorie. Die Praxis sah anders aus. Die New Yorker Gerichte hatten gar nicht die Kapazitäten, um pro Jahr so viele Tausend Fälle zu verhandeln. Deshalb wurde sich meistens außergerichtlich auf einen Vergleich geeinigt.

Man bedrängte die Untersuchungshäftlinge so lange, bis sie sich schuldig bekannten. Viele Häftlinge fanden sich damit ab, ihre Zeit abzusitzen, wenn sich die Gefängnistore hinter ihnen geschlossen hatten. Doch Talbot sann vom ersten Augenblick an auf Flucht. Er hasste es, eingesperrt zu sein, und war bereit, für die Freiheit alles zu tun.

Hinzu kam, dass er nichts mehr zu verlieren hatte. Sein Urteilsspruch lautete drei Mal lebenslänglich wegen zwölffachen Mordes. Talbot hatte jahrelang als Profikiller gearbeitet. Ein Menschenleben bedeutete ihm gar nichts. Eiskalt tötete er – ohne die geringsten Gewissensbisse. Er bereute nichts von alledem – außer einem, dass man ihn erwischt hatte. Deshalb musste er einen Weg finden, um aus Fiskill herauszukommen. Sobald das Gefängnis hinter ihm lag, wollte er sich an dem Mann rächen, der ihn verraten hatte.

Er wusste allerdings, dass eine Flucht nicht so einfach sein würde, andererseits dürfte es auch keine großen Probleme geben. Im Grunde genommen verdankte er es nur einem glücklichen Umstand, dass man ihn hier eingesperrt hatte und nicht in einem Hochsicherheitsgefängnis. Ursprünglich sollte er seine Haftstrafe im Clinton Correctional Facility nahe der kanadischen Grenze verbüßen. Wegen der hohen, langen Gefängnismauer an einer der Hauptstraßen des Ortes und seiner Lage im nördlichen Teil der USA trug es den Beinamen „Little Sibiria".

Erst im letzten Moment wurde die Entscheidung über seine Unterbringung geändert, weil es in Clinton keinen freien Platz mehr gab. Das Gefängnis war hoffnungslos überfüllt. Nur deswegen hatte man ihn nach Fishkill verlegt. Hier waren die Sicherheitsvorkehrungen nicht so hoch. Früher oder später würde er eine Schwachstelle finden, die ihm eine Flucht ermöglichte.

„Steh auf", sagte der dünne Mann am Fenster.

Talbot antwortete nicht. Er drehte sein Gesicht zur Wand und versuchte, zu schlafen. Doch seinem Zellengenossen schien das nicht zu passen.

„Ich sagte, du sollst aufstehen."

Seine Stimme klang müde und hatte einen leichten Akzent. Talbot blickte ihn kurz an, zuckte mit den Schultern und legte sich wieder hin. Der Mann am Fenster starrte weiterhin durch die Gitterstäbe. Die Lampe unter der Decke leuchtete auf. Erst jetzt wandte sich der Dünne gemächlich um und kam auf Talbot zu. Seine fettigen Haarsträhnen glänzten im schwachen Lampenlicht.

„He, du da unten, sagte er. „Spiel bloß nicht den Eingebildeten, du Arschloch. Hier kann man ganz schnell unter die Räder kommen. Aber für zehn Scheine die Woche und deinen ganzen Nachtisch halte ich dich aus dem Schussfeld raus.

Talbot reagierte nicht.

„Mein Name ist Chris Harper. Ich habe in diesem Schuppen was zu sagen, fuhr sein Mitgefangener fort. „Also sei klug. Verhalte dich ruhig und ich beschütze dich, kapiert?

Doch Talbot reagierte immer noch nicht.

„He, bist du tot? fragte Harper, während er nach Talbots linkem Handgelenk griff. „Ich schlage dir die Zähne aus der Schnauze, wenn du nicht antwortest.

Er packte Talbots Daumen und bog ihn nach hinten. Fragend sah er ihn an. Als Talbot sich nicht rührte, bog er den Daumen noch ein Stück zurück. Die beiden Männer sahen sich in die Augen. Nach ein paar Sekunden ließ er Talbots Daumen los.

„Na, antwortest du immer noch nicht?" wollte er wissen.

„Doch."

Talbot sprang vom Bett, packte den Mann am Handgelenk, rammte ihm das Knie in den Magen und schlug seinen Kopf gegen die Zellenwand. Harper stieß einen lauten Schrei aus. Doch er gab nicht auf, sondern trat um sich. Talbot packte ihn an den Ohren und schmetterte seinen Kopf abermals gegen die Wand. Harper versuchte, sich mit wilden Zuckungen aus dem Griff zu befreien. Seine Augen flackerten. Speichel rann aus seinem Mund.

Talbot verpasste ihm einen gezielten Schlag an die Schläfe. Harper rutschte an der Wand nach unten. Während er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden herumwälzte, ging Talbot zum Fenster und beobachtete die Blitze, die über den Himmel zuckten.

Im Gang hallten Schritte. Talbot wandte sich kurz um und beugte sich zu dem Mann hinunter.

„Wenn du den Wärtern auch nur ein Wort erzählst, schlag ich dich tot. Kapiert?"

„Ja ... ja ...", stammelte er.

„Gut."

Die Schritte kamen näher. Talbot setzte sich aufs Bett und machte ein unbeteiligtes Gesicht. Sekunden später wurde die Zellentür geöffnet.

„Häftling 26378! Los, rüber an die Wand! rief der Wärter. „Mit dem Gesicht zum Fenster!

Talbot tat ihm den Gefallen. Der Wärter betrat in die Zelle. Sein Kollege stand in der Tür, einen Schlagstock unter den Arm geklemmt. Talbot hörte, wie man Harper herumdrehte. Der Wärter stellte ihm einige Fragen, doch anstatt zu antworten, stöhnte er nur.

„Los, umdrehen!" befahl der Wärter.

Talbot folgte der Anweisung und sah, wie sich Harper auf dem Boden wand.

„Was ist passiert?" wollte der Uniformierte wissen.

„Er ist hingefallen", antwortete Talbot.

„Ich verstehe das nicht, sagte der Wärter. Er schien mehr verwirrt, als verärgert zu sein. „Jetzt ist der Kerl schon seit zwei Wochen hier. Und er hat nie mehr Schwierigkeiten gemacht, als ein dreijähriges Waisenkind. Und zehn Minuten, nachdem Sie hier hereinspaziert sind, ist er ein Krüppel.

Als Talbot nichts sagte, marschierte der Wärter aus der Zelle und schloss die Tür hinter sich. Sein Kollege mit dem Schlagstock blieb stehen und beobachtete Talbot mit wachsamen Augen. Nach einigen Minuten erschienen zwei Männer mit einer Bahre und brachten den stöhnenden Harper hinaus. Talbot warf sich auf das untere Bett und drehte sich auf die Seite. Durch das vergitterte Fenster drang ein undefinierbares Summen. Er versuchte, einzuschlafen, doch es gelang ihm nicht.

Die Ereignisse der vergangenen Monate drangen immer wieder in sein Bewusstsein. Und wenn es ihm doch gelang, wenigstens in eine Art Halbschlaf zu versinken, tauchten kurz darauf Polizisten vor ihm auf, um ihn mit ihren Gewehren in Stücke zu schießen.

Das Licht wurde gelöscht. In der Zelle war es nahezu dunkel. Talbot wälzte sich auf den Rücken und starrte die Gitterstäbe an, die sich schwarz gegen den sonderbar grauen Himmel abhob. Der Smog, dachte er müde. Ein Scheinwerfer nahm seine Arbeit auf und beschrieb einen langsamen Kreis. Er begann im Norden, schwenkte nach Osten und kam zum Fenster herüber.

Talbot kniff die Augen zusammen, um nicht geblendet zu werden, wenn der Lichtkegel die vergitterte Öffnung erfasste. Er wollte die Augen zusammenkneifen; aber dann ließ er es sein. Er drehte sich auf die linke Seite und betrachtete die Wand. Im Licht des Scheinwerfers konnte er einige obszöne Schmierereien erkennen. Irgendjemand hatte in zittrigen Buchstaben Fuck you daran geschrieben.

In der Nacht erwachte Talbot plötzlich.

Er hatte einen Alptraum gehabt, in dem eine Tür aufging und zuschlug. Immer und immer wieder, mit entnervender Unregelmäßigkeit. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn. Es war dunkel, und aus den anderen Zellen konnte er die verschiedensten Geräusche hören. Einer schnarchte. Einer schrie im Schlaf. Einer hustete.

Plötzlich vernahm er etwas, das nicht dazugehörte. Ein Geräusch, das nur entstehen konnte, wenn man wach und bei vollem Bewusstsein war. Jemand klopfte, rhythmisch, in bestimmten Abständen. Jemand sandte einen Code, verständigte sich mit jemand anderem. Einen Moment lang verwarf Talbot die Idee eines Codes wieder. Vielleicht waren die Klopfgeräusche gar nicht als Zeichen gedacht, sondern unvermeidlicher Lärm beim Durchbohren einer Mauer.

Vielleicht wurde einige Zellen weiter ein Ausbruchsversuch unternommen. Aber das wäre Irrsinn gewesen. Niemand konnte aus einem modernen Gefängnis ausbrechen, indem er einen Tunnel grub und so in die Freiheit gelangte. Auf einmal ertönten irgendwo Schritte. Die Nachtwärter machten zu zweit ihre Runde. Sofort hörte das Klopfen auf. Die Wärter schritten die Zellen ab, verließen den Gang am anderen Ende und schlossen die Tür hinter sich.

Wenig später setzten die Klopfgeräusche wieder ein. Es musste doch ein Code sein. Ein paar Mal tauchte ein Schlagmuster auf, das Talbot mit etwas Fantasie als F-L-U-C-H-T-P-L-A-N entzifferte, aber alles andere war unverständlich. Talbot schlief wieder ein.

Nach dem Wecken, als die Wärter wie jeden Morgen die Lebendkontrolle durchführten, blieb einer von ihnen vor Talbots Zelle stehen. Er war sehr groß und schlank. Sein Gesicht hatte eine rote Färbung, als ob er an zu hohem Blutdruck leiden würde. Seine Augen blickten wässrig. Vielleicht hatte er am frühen Morgen schon ein paar Bier getrunken.

„Häftling 26378?" fragte er scharf.

„Ja", antwortete Talbot.

„Zufrieden mit deiner neuen Behausung?"

„Ja."

„Gut geschlafen?"

Sein siebter Sinn, der Talbot bei solchen Gelegenheiten nie zu trügen schien, signalisierte ihm plötzlich Gefahr. Er sah den Wärter an und bemerkte, dass das Gesicht des Mannes nicht den Ausdruck freundlichen Interesses zeigte, sondern kalt wirkte. Der Schlagstock wippte in der Hand auf und nieder.

„Danke, ja", sagte Talbot.

Er hütete sich davor, sein Gegenüber zu reizen. Der Wärter sah ohnehin aus, als hätte er größte Lust, Talbot eine Abreibung zu verpassen.

„Nicht gestört worden?"

Kein Zucken verriet Talbots Überraschung. Seine Miene blieb gleichgültig wie zuvor.

„Ich habe einen guten Schlaf, erklärte er, fügte aber dann noch hinzu: „Wenn Vollmond ist, wachsen mir Krallen und Haare. Das ist ein wenig schmerzhaft. Aber gestern war ja keiner ...

Mit zwei Schritten war der Wärter bei ihm, stieß ihn gegen die Zellenwand und presste ihm den Schlagstock gegen die Kehle.

„Deine blöden Witze werden dir noch vergehen. Darauf kannst du dich verlassen. Ich persönlich werde sie dir austreiben."

„Dazu gehören immer zwei", erwiderte Talbot.

Er wusste, dass es ein Fehler war, den Wärter zu reizen, aber er wollte sich auch nichts gefallen lassen. Von niemandem. Der Wärter schwieg einige Sekunden, dann versetzte er Talbot einen brutalen Schlag mit dem Knüppel in die Seite. Der Killer stürzte auf das Bett, verlor das Gleichgewicht und rutschte auf den Boden.

Der Wärter stand breitbeinig über ihm. Sein Gesicht war jetzt dunkelrot. Er schwitzte. Die Augen waren schmal geworden und hatten sich fast völlig in die Höhlen zurückgezogen. Wütend ließ er den Schlagstock in seiner Hand auf und ab wippen.

„Das dürfen Sie nicht!" rief Talbot. Im selben Moment war ihm klar geworden, dass der Wärter krank sein musste. Der langjährige Dienst in Haftanstalten wie Fishkill hatte ihn fertiggemacht.

„Ich darf mehr, als du dir in deinen verrückten Träumen vorstellen kannst", brüllte er.

Ein zischendes Geräusch ertönte, als er den Schlagstock durch die Luft sausen ließ. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit schoss der lange Knüppel auf Talbots Kopf zu, schien direkt aus den funkelnden Augen des Wärters zu kommen. Erst im letzten Moment konnte Talbot sich zur Seite werfen. Er hörte, wie der Schlagstock gegen das eiserne Bettgestell krachte. Wäre er nicht ausgewichen, hätte er wahrscheinlich einen

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