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Krimi Doppelband 2215: Kommissarin Schelm und Kommissar Kubinke ermitteln

Krimi Doppelband 2215: Kommissarin Schelm und Kommissar Kubinke ermitteln

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Krimi Doppelband 2215: Kommissarin Schelm und Kommissar Kubinke ermitteln

Länge:
217 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
3. Okt. 2021
ISBN:
9783956177477
Format:
Buch

Beschreibung

Dieser Band enthält folgende Krimis:





Die Kommissarin räumt auf (Horst Bieber)

Kubinke und das Netz der Verschwörer (Alfred Bekker)





Es sieht wie ein schwerer Unfall aus. Es ist jedoch kein Unfall, sondern ein gut geplanter kaltblütiger Mord. Die Software der Limousinen wurde so manipuliert, dass der Täter jederzeit in der Lage ist, aus der Ferne den Wagen zu steuern, mit dem das vermeintliche Opfer gerade unterwegs ist. Doch welchen Grund hat der Mörder, Kommissare zu töten?

Die Ermittler Harry Kubinke und Rudi Meier vom BKA nehmen die Ermittlung auf. Aber sind sie auf der richtigen Spur?

Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jack Raymond, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.
Herausgeber:
Freigegeben:
3. Okt. 2021
ISBN:
9783956177477
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


Ähnlich wie Krimi Doppelband 2215

Mehr lesen von Alfred Bekker

Buchvorschau

Krimi Doppelband 2215 - Alfred Bekker

HORST BIEBER, Alfred Bekker

Krimi Doppelband 2215

UUID: 3d022a26-466d-44be-b04e-349c4b1c4d20

Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://writeapp.io) erstellt.

Inhaltsverzeichnis

Krimi Doppelband 2215

Copyright

DIE KOMMISSARIN RÄUMT AUF

Erstes Kapitel

Zweites Kapitel

Drittes Kapitel

Viertes Kapitel

Fünftes Kapitel

Sechstes Kapitel

Siebtes Kapitel

Achtes Kapitel

Neuntes Kapitel

Zehntes Kapitel

Elftes Kapitel

Zwölftes Kapitel

Dreizehntes Kapitel

Kubinke und das Netz der Verschwörer

Krimi Doppelband 2215

Alfred Bekker, Horst Bieber

Dieser Band enthält folgende Krimis:

Die Kommissarin räumt auf (Horst Bieber)

Kubinke und das Netz der Verschwörer (Alfred Bekker)

Es sieht wie ein schwerer Unfall aus. Es ist jedoch kein Unfall, sondern ein gut geplanter kaltblütiger Mord. Die Software der Limousinen wurde so manipuliert, dass der Täter jederzeit in der Lage ist, aus der Ferne den Wagen zu steuern, mit dem das vermeintliche Opfer gerade unterwegs ist. Doch welchen Grund hat der Mörder, Kommissare zu töten?

Die Ermittler Harry Kubinke und Rudi Meier vom BKA nehmen die Ermittlung auf. Aber sind sie auf der richtigen Spur?

Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jack Raymond, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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postmaster@alfredbekker.de

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DIE KOMMISSARIN RÄUMT AUF

Horst Bieber

Kriminalroman

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von Pixabay/ Steve Mayer, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Lenes in Berlin lebender Freund Jochen ist mit dem Auto verunglückt und wird zur Reha nach Bad Berka geschickt. Bei den ersten Steh- und Gehversuchen hilft ihm dort eine „Meike" genannte junge Frau, die nach einer Vergewaltigung und einem anschließenden Mordversuch Monate im Koma gelegen hat und jetzt an einer retrograden Amnesie leidet. Meike fasst Vertrauen zur Besucherin Lene, die ihr helfen kann, ihren richtigen Namen herauszufinden und die Zeit vor dem Mordversuch wieder zu erinnern.

Dabei bleibt es nicht, Lene kann die Hintergründe einer Brandstiftung

aufklären, aber den Mord an einer Zeugin nicht verhindern. Kann sie auch für Meike eine dauerhafte befriedigende Lösung finden?

Personen

Marlene (Lene) Schelm (40): Erste Kriminalhauptkommissarin im Tellheimer Referat R – 11

Dr. Jochen Pauly (51): Lenes in Berlin lebender Freund

Meike Schulz/Lenz (19 oder 20): Hilfe in einer Reha in Bad Berka

Otto Wimmer (38): KOK in Weimar

Ulrich Dommscheid (26): vorbestrafter Einbrecher und Vergewaltiger

Kurt Zillke (24): Angestellter und Dommscheids Freund

Christa Melders (71), früher Arbeiterin auf dem Reiterhof Kempel

Charlotte Tochtermann (33): Staatsanwältin in Tellheim

Hendrik Bosse (45): Strafgefangener in Lensen

Martina Sauer (40): Bosses früheres Liebesverhältnis

Hedwig und Peter Sauer: Rentner in Würzburg, freuen sich über ihre endlich wieder aufgetauchte Enkelin Meike

Leopold (Poldi) von Rinckh (45): Millionär und Frauenheld

Alle Namen und Taten, Personen und Ereignisse, Geschäfte und Organisationen, sowie ein Teil der Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Erstes Kapitel

Freund Jochen Pauly hatte sich seit Wochen nicht mehr gemeldet, kein Brief, keine Mail, keine SMS, keine Karte, kein Fax, absolut nichts. Lene Schelm machte sich mittlerweile ernsthaft Sorgen, aber weil sie ihrem Jochen mehrmals fest versprochen hatte, nie bei ihm zu Hause anzurufen, blieb ihr nur das Büro, und dort sagte eine ungerührte, aber zunehmend gereizte Sekretärin immer nur: „Herr Dr. Pauly ist auf Dienstreise und wird voraussichtlich Ende April zurückkommen." Dienstreise. Voraussichtlich, da lachten ja die Hühner.

Doch als sie dann auf ihrem privaten Computer die lange Mail las, hätte sie gerne darauf verzichtet:

Liebe Lene,

entschuldige bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Aber am zweiten Weihnachtstag habe ich mir am Steuer einen Herzinfarkt der besseren Preis-Klasse geleistet. Zum Glück gab es da neben der Straße ein paar dichte Büsche, die den Karren abgebremst haben, bevor ich mit ihm einen Baumfrevel beging. Die Buche hat es überlebt, der Karren nicht und ich nur mit einigen Gestell-Schäden. Dort trocknet gerade der Lack, ich darf – oh Wunder – meinen Laptop wieder benutzen und es sieht ganz so aus, als würde ich ins normale Leben zurückkehren, bereichert um zwei Bypässe und zwei Stents. Ein privates Telefon habe ich jetzt auch – es wäre schön, wenn Du mich mal anrufen würdest (036458 / 98 33 420), sonst gilt wieder meine alte private Mailadresse.

Ingrid ist nach Kalifornien geflogen, sie will unbedingt bei der Geburt ihres ersten Enkelkindes dabei sein. Ohne sie ist es hier ganz angenehm, aber mit dir wäre es noch schöner. Glaubst du, ein gemeinsamer Urlaub wäre möglich? Die Klinik vermietet einige sehr passable Gästezimmer, aber es gibt auch ordentliche Hotels.

Schon Goethe fand die Gegend hier sehr reizvoll. Im Hause gibt es ein Schwimmbad, einmal über die Straße existiert ein, wie es heißt, ausgezeichnetes Hotel-Restaurant, und der Klinikpark verzichtet zur Freude des alten Mannes auf Steigungen und Treppen und hat zum Ausgleich nicht an bequemen Bänken gespart. Ich denke viel an Dich und vermisse Dich, Dein Jochen.

Natürlich stürzte Lene sofort ans Telefon, er nahm auch nach dem ersten Läuten ab, aber sie musste vor Erleichterung erst einmal so heulen, dass sie kein vernünftiges Wort herausbrachte. Auch er schien mit den Tränen zu kämpfen, und es dauerte lange, bis sie ruhig und sachlich miteinander reden konnten. Die Herzoperation war gut verlaufen. Komplikationen schien es nicht zu geben, und die Gymnastik, zu der ihn die Ärzte verurteilt hatten, war streckenweise sogar ganz amüsant. Wenn da das linke Bein nicht wäre. Oberschenkel, Waden- und Schienbein gebrochen, zum Glück keine Trümmerbrüche, aber die Heilung ging nur langsam voran.

„ Ein gemeinsamer Urlaub wäre wundervoll, sagte sie sehnsüchtig. „Aber ich habe alle meine Tage aufgebraucht und müsste mir sozusagen einen Vorschuss besorgen. Was ich natürlich morgen als erstes versuchen werde. Hauptsache, du wirst gesund. Das wirst du doch?

„ Sicher, das sagen mir alle Medizinmänner. Aber alle warnen auch: Es wird dauern. Du glaubst gar nicht, wie schnell sich Muskeln abbauen können, wenn man tagsüber so viel liegt und schläft. Und wie langsam sie zunehmen, trotz Physiotherapie, Krankengymnastik, Schwimmen und Wassergymnastik. Ach, und noch was, Lene. Ich weiß, du fährst nicht gerne lange Strecken mit dem Auto. Einen neuen Wagen habe ich mir noch nicht gekauft und ehrlich gesagt, im Moment traue ich mich auch noch nicht ans Steuer. Kannst du dir bitte einen Leihwagen nehmen und das letzte Stück mit dem Auto fahren? Ohne Karren ist man hier doch ziemlich angebunden und immer nur Ilm ödet auf Dauer doch an."

„ Mach ich alles, Jochen." Sie hätte im Moment auch versprochen, den in Glanzpapier eingewickelten Mond als Geschenk mitzubringen.

Danach rief sie ihre beste Freundin an, Nadine Golowski, die Leiterin der Tellheimer Rechtsmedizin, der sie am meisten über Jochen und sein unerklärliches Schweigen vorgeklagt hatte. Nadine, wegen ihrer weißblonden Haare im Präsidium als das „Blonde Gift bekannt, war fest liiert mit Jörg Steiner, dem Direktor der Tellheimer Kriminalpolizei. Die Paare Steiner/Golowski und Pauly/Schelm kannten sich gut und so würde Steiner auch sofort erfahren, dass seine „Lieblingskommissarin, wie er Lene manchmal nannte, unverzüglich einen Antrag auf Sonderurlaub stellen würde.

Lene programmierte zuerst Jochens Nummer als Kurzwahl auf ihr Handy und gönnte sich eine Flasche Burgunder. Sie hatte Jochen, der ihren Weinkonsum gelegentlich mit Sorge betrachtete, fest versprochen, nie alleine aus Kummer an die Kellerregale zu gehen. Aber aus Freude und Erleichterung eine Flasche aufzumachen, konnte er ihr doch nicht verargen. Lene hatte immer gewusst, dass Jochen Pauly verheiratet war und seine Frau, die an einer endogenen Depression litt, nicht verlassen würde. Aber Lene hatte es in Kauf genommen und sie hatten sich arrangiert.

Außerdem taugte Lene Schelm ganz und gar nicht zum Hausmütterchen. Sie ließ sich viel zu gerne umschwärmen und bewundern, flirtete gekonnt, hatte die passende Figur für eine F emme fatale mit langen Beinen, schmalen Hüften und einem festen Busen, hielt gerne Hof, wie Jochen lästerte, und wollte zwar nicht jede Nacht alleine schlafen, aber auch nicht jede Nacht selbst mit einem nur zart Schnarchenden nebenan verbringen. Ihre Tochter Tanja war schon 1996 einen Tag nach ihrem 18. Geburtstag spurlos verschwunden und Lene hatte sich damit abfinden müssen, dass sie nie wieder ein Lebenszeichen von ihrer Tochter erhalten hatte und wohl auch nicht mehr erhalten würde. Jochen und Ingrid Pauly hatten eine Tochter, die einen Kommilitonen von der Kunstakademie geheiratet hatte und mit ihm nach Kalifornien ausgewandert war, wo er sein Glück zu machen erhoffte. Das gelang ihm so wenig, dass er immer wieder seinen Schwiegervater anbetteln musste, der zum Glück so gut verdiente, dass er sich eine Tochter und einen Schwiegersohn in den USA leisten konnte. Und nun das erste Enkelkind. Ob Jochens Tochter und ihr Mann ihn mal in der Klinik besucht hätten? Das Paar war über Weihnachten nach Berlin gekommen, und Jochen hatte am Telefon prophezeit: „Ich kann dir auch schon sagen, warum. Der Herr Künstler ist bestimmt mal wieder total pleite."

Ellen König, Jule Springer und Christine Dellbusch, das Frauentrio aus dem Referat 11, freuten sich aufrichtig, dass der Freund ihrer Chefin wieder Laut gegeben hatte, und die praktisch veranlagte Ellen fragte sofort: „Wann fährst du hin? Wo liegt er überhaupt?"

„ Das weiß ich gar nicht. Ich habe nur eine Telefonnummer."

„ Großartig. Kein Wunder, dass die Rentenversicherung ins Schleudern geraten ist. So klappt das mit dem Generationenvertrag nämlich nicht. Lass die Nummer mal sehen!"

Ellen war wohl die einzige im Referat, die je das System der Vorwahlnummern durchschaut hatte. Auch jetzt brauchte sie nur Sekunden. „Das liegt östlich in der Nähe von Weimar."

„ Ich wollte schon immer mal Goethes Haus besuchen, murmelte Lene und raffte ihre Sachen zusammen. „Ich gehe jetzt mal zu Steiner. Seit jetzt eineinhalb Jahren war die Stelle des Leiters der Abteilung Gewaltkriminalität unbesetzt und man musste wegen jeder Kleinigkeit zum Direktor der Kripo laufen. Lene war es nur recht, sie hatte bei Steiner einen Stein im Brett und, wie sie manchmal lästerte, eine Freundin in seinem Bett. Mit dieser Kombination ließ sich vieles durchsetzen, was anderen verwehrt blieb.

„ Guten Morgen, rief er ihr entgegen, „habe die freudige Botschaft schon vernommen. Und jetzt brauchen Sie Sonderurlaub.

„ Guten Morgen. So ist es."

„ Wohin hat man den Teuren denn verschickt?"

„ In die Nähe von Weimar."

„ Wundervoll. Urlaub und Bildung. Schauen Sie sich auf jeden Fall das Vanderveldehaus an."

„ Ich wollte eigentlich einen Knicks vor dem Geburtsort unserer modernen Demokratie und des Frauenwahlrechts machen."

„ Das eine schließt das andere nicht aus, Lene."

„ Vielen Dank, Herr Direktor." Sie machte einen Knicks, und er lachte laut los.

Nach einem Anruf Steiners machte die Personalabteilung nicht die geringsten Schwierigkeiten. „Drei – vier – Wochen? Überhaupt kein Problem. Alle andern aus dem Elften sind zu der Zeit an Deck? Na prima. Dann mal viel Spaß, Frau Schelm."

Auch Jochen Pauly zeigte die erhoffte Freude. Er mailte unverzüglich die vollständige Adresse, Name und Nummer des Hotels gegenüber.

Lene sauste los, um einen neuen Straßenplan zu kaufen. Zwar besaß ihr Auto ein eingebautes Navi, aber Lene neigte dazu, allen technischen Geräten erst einmal ihren Bediener-Willen aufzuzwingen, was allerdings selten glückte. Sie bekam im Hotel Metropol zum gewünschten Termin eine kleine Suite plus Parkplatz in der Tiefgarage.

„ Geld soll ja nicht glücklich machen, seufzte Tine Dellbusch neidisch, „aber manchmal erleichtert es doch das Leben. Ihre Jüngste im Referat hatte sich gerade eine kleine Wohnung eingerichtet und stöhnte nun über die monatlichen Möbel-Raten.

Das konnte und wollte Lene nicht leugnen. Eine alleinstehende Erste Hauptkommissarin in einer abbezahlten Eigentumswohnung konnte sogar noch Teile ihres Gehaltes sparen. Dazu die Erträge aus dem elterlichen Erbe, nein, finanziell ging es ihr sehr gut. Sie war entsprechend großzügig, warf aber ihr Geld nicht zum Fenster hinaus. Zwar wusste sie nicht, wem sie alles vererben sollte, aber vielleicht geschah ja doch noch ein Wunder, und Tochter Tanja meldete sich. Mit achtzehn versprach sie eine sehr schöne Frau zu werden, energisch und intelligent, aber auch so dickköpfig wie ihre Mutter Marlene. Nadine, eine gute Beobachterin, hatte ihr mal prophezeit: „Nach allem, was du mir so von Tanja erzählst, wage ich zu behaupten, Ihr hättet nie zusammen wohnen können. Manchmal ist die Erinnerung schöner als die Realität."

Am nächsten Morgen begegnete Lene in der Eingangshalle des Amtsgerichts der Staatsanwältin Charlotte Tochtermann. Lene, die sich ohnehin nicht gerne was sagen ließ, war mit der neuen, etwas jüngeren und ziemlich forschen Staatsanwältin vor Monaten im Fall Hendrik Bosse böse zusammengerasselt. Bosse, ein mit mäßigem Erfolg durch die Cabarets tingelnder Jongleur und Zauberer, der mittlerweile auch auf Firmenveranstaltungen, Volksfesten, Kindergeburtstagen und „Kleinkunst-Bühnen auftreten musste, war mit seiner Freundin Celia Roloff, mit der er längere Zeit zusammenlebte, in Streit geraten. Als sie ihm sagte, er solle endlich verschwinden, weil sie gleich ein Mann abholen werde, der anders als Bosse im Bett und im Beruf etwas leistete und Erfolg habe und mit dem sie künftig zusammenleben werde, hatte er ihr eine Faust aufs Auge gesetzt. Sie war laut seiner Aussage heulend, fluchend und schimpfend ins Bad geflohen, um ihr aufblühendes „Veilchen zu kühlen. Ein Zimmermädchen fand sie am nächsten Morgen tot im Zimmer. Es sah ganz so aus, als sei sie bei einem Sturz mit dem Genick auf eine Tischkante geschlagen, was ihre Halswirbel nicht überstanden hatten.

Bosse blieb bei seiner Aussage, er habe Celia wohl einen Schlag auf's Auge versetzt, bevor er ging, aber sie habe nach dem Schlag gelebt und noch laut geschimpft, als er

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