Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968
Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968
Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968
eBook694 Seiten7 Stunden

Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968

Berlin 1968 – Band 36 bis 40

von Tomos Forrest & A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 544 Taschenbuchseiten.

 

Diese Band enthält folgende Romane:

Tomos Forrest & A. F. Morland: Der Schneemann mordet nicht! Berlin 1968 – Band 36

Tomos Forrest & A. F. Morland: Berliner Bär contra Düsseldorfer Wolf Berlin 1968 – Band 37

Tomos Forrest & A, F. Morland: Unser Mann aus Italien Berlin 1968 – Band 38

Tomos Forrest & A. F. Morland: Die letzte Rechnung zahlt der Mörder Berlin 1968 – Band 39

Tomos Forrest & A. F. Morland: Jagd auf die Millionenbeute Berlin 1968 – Band 40

 

Biggi Breitner, die Tochter des Multimillionärs E.W. Breitner, ist heroinsüchtig. Und sie braucht dringend den nächsten Schuss. Da bietet ihr Dealer etwas ganz Besonderes: Kokain mit dem Namen 'Snow White', clean und super, mit einem garantiert unvergesslichen Trip. Es ist Freddy Kehrmann, genannt der Schneemann - oder auch der Drogenkönig von Berlin, der dieses angeblich beste Zeug erstmals auf den Markt von Berlin gebracht hat. Aber Biggi ist nach ihrem Druck tot, und Bernd Schuster wird von Breitner angeheuert, um den Schneemann zur Strecke zu bringen….

SpracheDeutsch
HerausgeberBEKKERpublishing
Erscheinungsdatum12. Nov. 2021
ISBN9798201361310
Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968
Vorschau lesen
Autor

A. F. Morland

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.

Mehr von A. F. Morland lesen

Ähnlich wie Berliner Mörderbär

Rezensionen für Berliner Mörderbär

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Berliner Mörderbär - A. F. Morland

    Berliner Mörderbär: 5 Krimis aus dem Berlin des Jahres 1968

    Berlin 1968 – Band 36 bis 40

    von Tomos Forrest & A. F. Morland

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 544 Taschenbuchseiten.

    Diese Band enthält folgende Romane:

    Tomos Forrest & A. F. Morland: Der Schneemann mordet nicht!  Berlin 1968 – Band 36

    Tomos Forrest & A. F. Morland: Berliner Bär contra Düsseldorfer Wolf  Berlin 1968 – Band 37

    Tomos Forrest & A, F. Morland: Unser Mann aus Italien  Berlin 1968 – Band 38

    Tomos Forrest & A. F. Morland: Die letzte Rechnung zahlt der Mörder  Berlin 1968 – Band 39

    Tomos Forrest & A. F. Morland: Jagd auf die Millionenbeute  Berlin 1968 – Band 40

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author

    Titel/Charaktere/Treatment © by Marten Munsonius & Thomas Ostwald, 2021

    Roman – Nach Motiven – by Tomos Forrest, 2021

    © dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Folge auf Twitter:

    https://twitter.com/BekkerAlfred

    Erfahre Neuigkeiten hier:

    https://alfred-bekker-autor.business.site/

    Zum Blog des Verlags!

    Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!

    https://cassiopeia.press

    Alles rund um Belletristik!

    Der Schneemann mordet nicht!

    Berlin 1968 Kriminalroman Band 36

    von Tomos Forrest & A. F. Morland

    Biggi Breitner, die Tochter des Multimillionärs E.W. Breitner, ist heroinsüchtig. Und sie braucht dringend den nächsten Schuss. Da bietet ihr Dealer etwas ganz Besonderes: Kokain mit dem Namen ‚Snow White‘, clean und super, mit einem garantiert unvergesslichen Trip. Es ist Freddy Kehrmann, genannt der Schneemann - oder auch der Drogenkönig von Berlin, der dieses angeblich beste Zeug erstmals auf den Markt von Berlin gebracht hat. Aber Biggi ist nach ihrem Druck tot, und Bernd Schuster wird von Breitner angeheuert, um den Schneemann zur Strecke zu bringen....

    1

    Biggi Breitner zitterte heftig. Sie war auf Turkey, wie man in ihren Kreisen sagte, und die Entzugserscheinungen waren kaum noch auszuhalten. Es hatte Schwierigkeiten gegeben. Sie konnte keinen Stoff auftreiben, weil ihr Dealer aus triftigen Gründen in der Versenkung verschwinden musste. Und einen neuen Dealer aufzutreiben, hatte Zeit gekostet. Aber nun hatte Biggi, was sie brauchte. Sie gierte nach dem Schuss, den sie sich gleich in der Damentoilette des Europa Centers machen wollte. Dieses Center, vor drei Jahren durch den regierenden Bürgermeister Willy Brandt eröffnet, erfreute sich schon rasch großer Kundenresonanz. Täglich kamen mehr als 20.000 Besucher hierher, kauften ein, besuchten eines der vielen Restaurants oder arbeiteten hier in den Büroetagen. Seine günstige Lage in unmittelbarer Nähe des Zoologischen Gartens und der Drogenszene zwischen Bahnhof Zoo und dem Tiergarten brachte allerdings auch immer mehr unerwünschte Besucher in das Center. Obdachlose, Stricher, Prostituierte und Drogensüchtige entdeckten die sanitären Anlagen des Centers für sich und nutzten sie für ihre Zwecke.

    Die Sicherheitskräfte hatten ihre liebe Not und die Polizei unterstützte sie bei ihren Kontrollgängen mit regelmäßiger Präsenz.

    Seit zwei Monaten war Brigitte Breitner, von allen nur Biggi gerufen, voll auf „H - und das mit siebzehn Jahren. Sie wusste nicht, wie es dazu gekommen war. Die Clique, in die sie geriet, riet ihr davon ab, „es mal zu probieren. Sie sagte, sie würde nur mal ein bisschen sniefen, da wäre doch nichts dabei.

    Nach dreimal Sniefen war sie jedoch schon abhängig, ohne es zu wissen. Die erste Spritze oder, wie man in ihren Kreisen sagte, der erste Druck, war die logische Folge. Seit dieser Zeit „ballerte" sie sich täglich ihre Ladung, und ihr Konsum nahm dabei beträchtlich zu.

    „Nur mal versuchen, meinte sie immer wieder. „Ich kann damit jederzeit aufhören.

    Aber damit belog sie sich selbst. Was wirklich mit ihr los war, merkte sie, als sie einmal zwei Tage ohne Heroin auskommen musste.

    Seither wusste sie, dass sie süchtig war, aber es machte ihr nichts aus.

    Ihr Verantwortungsbewusstsein existierte nicht mehr. Sie belog und bestahl ihre Eltern, war bereit, alles zu tun, um sich den nächsten Druck zu sichern. Und dabei war sie die Tochter des Millionärs E.W. Breitner, der keine Ahnung hatte, wie es um sie stand.

    Biggi eilte auf die Toiletten zu, ein sehr schlankes, blondes Mädchen, bleich, knochig, mit langen blonden Haaren, in Jeans und Rollkragenpullover. So lief sie am liebsten herum.

    Im überweiten Pullover trug sie bei sich, was sie brauchte, um sich einen Schuss zu setzen. Diesmal hatte sie etwas Besonderes aufgetrieben: Snow White. Das Nonplusultra. Die Szene war verrückt nach Snow White. Ganz geil könne man darauf abfahren, hieß es allgemein. Es sollte total rein sein, ungestreckt mit irgendwelchen anderen Substanzen. Und es war der Schneemann, der es auf den Berliner Markt warf. So nannten ihn alle – oder auch den Drogenkönig von Berlin: Freddy Kehrmann. Kehrmann hatte alles im Programm – Kokain, Heroin, Morphium, rezeptpflichtige Schmerzmittel. Man nannte ihn den Schneemann, weil er als einer der ersten Händler in Berlin ungeheure Mengen von Kokain – in der Sprache der Dealer ‚Schnee‘ genannt – auf den Markt geworfen hatte. Zu Preisen, die deutlich unter denen der Konkurrenz lagen. Bis er, nachdem er den Markt praktisch beherrschte, die Preise wieder nach oben trieb.

    Und nun also der neue Stoff. Snow White. Diesmal Heroin.

    Aber der Stoff war nicht ungefährlich. Man musste bei der Dosierung höllisch aufpassen, sonst trat man eine Reise ins Jenseits an. Seit Snow White in größeren Mengen in Berlin abgesetzt wurde, häuften sich die Drogentoten, was die Süchtigen jedoch nicht davon abhielt, sich um den Stoff zu reißen.

    Biggi flippte beinahe aus. Sie konnte es kaum noch erwarten, sich das hochprozentige Zeug in die Ader zu jagen.

    Aufgeregt betrat sie den Waschraum. Cremefarbene Kacheln reichten bis an die Decke. Obszöne Sprüche und Zeichnungen. Telefonnummern, mit dem Hinweis: Ich tue alles.

    Politische Parolen ...

    Biggi warf einen Blick in den gesprungenen Spiegel, der neben der Tür an der Wand hing. Sie gefiel sich schon lange nicht mehr. Egal, die Talfahrt war nicht mehr zu stoppen. Sie wusste, wo sie eines Tages enden würde, und auch wie. Es war ihr gleichgültig.

    Hastig schloss sie sich in eine der Zellen ein. Fiebernd traf sie die Vorbereitungen. Dann band sie sich den Oberarm mit dem Gummischlauch ab, setzte die Kanüle zitternd an, schob sie zwischen vielen Einstichen in die Vene.

    Mit dem nächsten Herzschlag schien etwas in ihr zu explodieren.

    Sie riss erschrocken die Augen auf, kippte zur Seite.

    Es gab ein Rauschgiftopfer mehr in der Stadt.

    2

    Susanne und Karin ließen die beiden Jungs, von denen sie vor der Gedächtniskirche angesprochen worden waren, kurz stehen. Sie wollten sich allein unterhalten, gewissermaßen eine Bestandsaufnahme der Situation machen, und wo konnten sie dies besser und ungestörter tun als auf der Damentoilette im Europa Center, denn dorthin konnten ihnen ihre neuen Verehrer nicht folgen.

    Sie zogen sich also zurück. Susanne, rothaarig, mit einem Kopf voller winziger Dauerwellen, wusch sich die Hände. Karin, brünett, ein wenig mollig, lächelte.

    „Also, der meine ist echt süß."

    „Ich finde ihn doof. So übertrieben lustig."

    „Aber er sieht verdammt gut aus."

    „Ja, wie einer von diesen Rummelboxern nach seiner ersten Niederlage!"

    „Du bist doch nur neidisch, stimmt’s?"

    „Quatsch!"

    „Du wirst also nicht versuchen, ihn mir auszuspannen?"

    „Warum sollte ich? Ich bin mit meinem ja ganz gut bedient."

    Karin seufzte erleichtert auf.

    „Dann kriegen wir uns diesmal wenigstens nicht in die Wolle."

    „Bestimmt nicht, sagte Susanne. „Aber es ist eine Frechheit von den beiden, uns vorzuschlagen, mit ihnen nach Hause zu gehen, ihre Bude wäre sturmfrei. Wofür halten die uns?

    Karin kicherte.

    „Die scheinen es uns anzusehen, dass wir uns ganz gern mit hübschen Jungs abgeben. Hoffentlich zierst du dich nicht zu sehr, sonst verlieren die beiden am Ende noch die Lust, und das wäre doch jammerschade. Ein bisschen auf Empörtsein ist ja drin, aber man darf den Bogen nicht überspannen, sonst schneidet man sich ins eigene Fleisch. Und schließlich habe ich nicht umsonst immer eine Packung Fromms in der Handtasche. Die Jungs denken ja nur an ihren Spaß."

    „Vielen Dank für die Belehrung. Du möchtest das unsittliche Angebot also annehmen."

    „Du etwa nicht?"

    Susanne zuckte mit den Schultern.

    „Ich will keine Spielverderberin sein." Sie zupfte ein Papierhandtuch aus dem Spender und trocknete sich die Hände ab.

    Als sie mit Karin die Toilette verlassen wollte, blieb ihr Blick an zwei Füßen hängen, die unter einer der Türen zu sehen waren. Sie stutzte und machte ihre Freundin darauf aufmerksam.

    „Der scheint schlecht geworden zu sein", sagte sie.

    „Wir müssen helfen."

    Susanne eilte in die Nachbarkabine, stieg auf die Toilette und sah über die Trennwand. Biggi Breitner starrte ihr mit weit aufgerissenen, gebrochenen Augen entgegen. Susanne blieb das Herz fast stehen. „Mein Gott, die ist tot, stellte sie aufgeregt fest. „In ihrem Arm steckt eine Spritze.

    „So ein Mist", stieß Karin hervor.

    „Das müssen wir melden!", sagte Susanne. Sie überkletterte die Trennwand.

    „Was tust du denn?", fragte Karin nervös.

    „Ich muss die Tür aufmachen. Sie ist von innen verriegelt", antwortete Susanne und glitt vorsichtig neben der Toten hinunter. Sie achtete darauf, mit der Leiche nicht in Berührung zu kommen. Ein schlimmes Gefühl breitete sich in ihr aus. Sie hatte noch nie einen toten Menschen gesehen. Von unzähligen Fernsehkrimis geschult, wusste sie, dass sie nichts anfassen und nichts verändern durfte. Die Tür zu öffnen, war aber bestimmt nicht verboten.

    Karin stand davor und wartete mit wachsender Unruhe.

    „Hoffentlich versuchen die Bullen nicht, uns mit der Toten in einen Topf zu werfen."

    „Warum sollten sie?", sagte Susanne hinter der Tür.

    „Die versteigen sich manchmal zu Hypothesen ..."

    „Stimmt doch gar nicht."

    „Was weißt denn du."

    Susanne drehte den Riegel nach rechts und öffnete die Tür. Jetzt sah auch Karin die Tote. Sie drehte sich rasch um.

    „Ich glaube, mir wird schlecht!, stöhnte sie. „Lass uns abhauen!

    „Du willst die Tote hier so liegen lassen?, fragte Susanne entrüstet. „Das ist doch nicht dein Ernst.

    „Kann ich etwas dafür, dass sie hier liegt? Dass sie sich den goldenen Schuss verpasst hat?"

    „Wir sind verpflichtet, die Polizei zu verständigen."

    Karin begab sich zu den Waschbecken.

    „Ist ja schon gut", keuchte sie, drehte das kalte Wasser auf und hielt ihr käsiges Gesicht darunter.

    3

    Er hieß David Franzen und war mit großen Ambitionen zur Polizei gegangen. Für Gesetz und Ordnung zu sorgen, war für ihn von Kindheit an das erstrebenswerteste Ziel gewesen. Aber er hatte ein zu verklärtes Bild vom Beruf eines Polizisten gehabt. So schön, wie er geglaubt hatte, war dieser Job gar nicht. Er hatte zu viel mit dem Abschaum der Menschheit zu tun. Manchmal widerte ihn das an. Er hatte gehofft, einer von diesen smarten Detektiven zu werden, die er im Film bewunderte, doch die Realität sah anders aus. Es schien für ihn keinen Weg nach oben zu geben, und das frustrierte ihn.

    Franzen schlenderte durch die Passage vom Europa Center. Ein bulliger Polizist war er, der hart zupacken konnte. Aber es befriedigte ihn nicht, hier Tag für Tag Dienst zu tun, sich mit Gammlern und Trunkenbolden herumzuärgern und mit seiner Anwesenheit zu demonstrieren, dass in dieser Stadt das Verbrechen keine Chance hatte.

    Das war auch der Grund gewesen, dass er vor zwei Wochen ein Gesuch geschrieben hatte, in dem er um Versetzung bat. Er wollte einen Job haben, der ihn ausfüllte, wo er beweisen konnte, dass er mehr konnte, als bloß mit gelangweilter Miene auf und ab zu gehen. Wie früher, träumte er auch heute noch von rasanten Verbrecherjagden und spektakulären Erfolgen.

    Sein Vorgesetzter hatte unwillig zur Kenntnis genommen, dass David Franzen von seinem Revier wegwollte.

    „Sie halten sich wohl für zu schade, um hier bei uns Dienst zu tun, wie?", hatte er gemault.

    Franzen war ihm die Antwort schuldig geblieben. Eine Diskussion mit dem Revierleiter hätte ihm ja doch nichts eingebracht.

    Nachdenklich drehte er zwischen den Ladenzeilen im Center seine Runde. Er würde wohl bald Bescheid kriegen. Würde man ihn versetzen? Oder würde die Frustration weitergehen?

    Lass dich überraschen‘, dachte David Franzen. Vor dem Teppichgeschäft mit den prächtigen Orient-Teppichen war er stehengeblieben. Manchmal fragte er sich, was das wohl für Wohnungen sein mochten, in denen solche Teppiche zur Geltung kamen. Aber noch mehr interessierten ihn die langläufigen, reich verzierten Gewehre, die der Händler zur Dekoration im Schaufenster verteilt hatte.

    ‚Wie bei Kara ben Nemsi und Hadschi Halef Omar!‘, dachte Franzen. ‚Ich würde ja auch gern mal auf ihren Spuren von Bagdad nach Stambul reisen können!‘

    „Herr Wachtmeister!"

    Zwei aufgeregte Mädchenstimmen.

    Franzen schreckte aus seinen Träumen auf und wandte sich um.

    Sein Blick fiel auf zwei junge Mädchen, Teenager noch, gekleidet wie derzeit fast alle jungen Mädchen. Die eine im superknappen Röckchen, die Haare zum Pferdeschwanz gebunden, ein knappes, gehäkeltes Oberteil, das reichlich braune Haut zeigte. Die andere, etwas rundlicher, hatte aber den Mut, ihre Bluse unter den bereits üppigen Brüsten zu verknoten, so dass ihr Hüftspeck deutlich über die eng sitzende Jeans quoll.

    Insgeheim fragte sich Franzen, warum die Mädchen nicht lieber etwas trugen, das ihre Figur vorteilhaft wirken ließ.

    Aber das war jetzt egal.

    Die jungen Frauen waren völlig durcheinander.

    „Was gibt’s?", erkundigte sich David Franzen.

    „Auf der Damentoilette im ersten Stock ...", stieß Karin aufgeregt hervor.

    „... liegt eine Tote, vervollständigte Susanne den Satz. „Noch jung, bestimmt nicht älter als wir, siebzehn, achtzehn. Eine Spritze steckt in ihrem Arm. Sie ist wahrscheinlich an einer Überdosis gestorben.

    Der Polizist straffte seinen Rücken.

    „Zeigen Sie mir, wo sie liegt!", verlangte er, und Karin und Susanne führten ihn zu der Leiche.

    Die beiden Jungs, die auf sie warten sollten, beobachten von weitem die Szene. Wenn die beiden Mädchen sich so aufgeregt mit einem Bullen unterhielten, hatte das nichts Gutes zu bedeuten. Sie drehten sich wortlos um und verließen das Gebäude. Aus dem, was sie vorgehabt hatten, wäre ohnedies nichts mehr geworden.

    4

    Das Licht der Leuchtstoffröhren wirkte eiskalt. Ernst Walter Breitners Gesicht war fahl. Der große, elegante Millionär nickte kaum merklich. Daraufhin hob Inspektor Gustav Sauer das weiße Laken.

    Sie befanden sich im Leichenschauhaus.

    „Ist das Ihre Tochter, Herr Breitner?", fragte Sauer.

    Erschüttert betrachtete Breitner das blasse Antlitz der Toten. Obwohl er Biggi sofort erkannte, kam sie ihm fremd vor. Der Tod schien sie verändert zu haben.

    Breitners Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen. Er brachte keinen Ton hervor. Seine Kehle war wie zugeschnürt. Der Inspektor ließ ihm Zeit. Mühsam nickte der Millionär wieder.

    „Ja, Inspektor, das ist meine Biggi."

    Er wusste, wo man sie gefunden hatte - und wie. Seine Frau, die sich ihrer angegriffenen Nerven wegen in einem Sanatorium befand, hatte vom Tod ihrer Tochter noch keine Ahnung, und E.W. Breitner wusste nicht, wie er es ihr beibringen sollte. War es besser, diese traurige Aufgabe dem Arzt zu überlassen? Würde seine Frau aber dann nicht denken, er verstecke sich hinter dem Doktor? War es nicht seine Pflicht, als Vater und Ehemann selbst darüber zu sprechen? So schwer ihm das auch fallen mochte ...

    Gustav Sauer ließ das Laken langsam wieder sinken. Der Vater hatte seine Tochter identifiziert, damit war den Vorschriften Genüge getan.

    „Tut mir sehr leid, Herr Breitner", sagte der Inspektor.

    Sie verließen den Raum mit dem kalten Licht. Auf dem Korridor blieb Breitner stehen. Verzweiflung hing in seinen Augen.

    „Ich verstehe nicht, warum sie das getan hat, Inspektor. Sie hatte keine Sorgen. Es ging ihr gut. Meine Frau und ich lasen ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Wir verwöhnten sie."

    „Vielleicht hätten Sie gerade das nicht tun sollen", meinte Sauer.

    „Sie war unser einziges Kind. Wir haben sie vergöttert. Man liest immer, die Süchtigen kämen aus zerrütteten Familien. Meine Ehe ist in Ordnung."

    „Wieviel Zeit hatten Sie für Ihre Tochter, Herr?"

    „Nun ja, natürlich musste ich mich meinen Geschäften widmen, aber ich stand Biggi öfter zur Verfügung als viele andere Väter ihren Töchtern."

    „Sagten Sie nicht ab und zu: ,Bitte lass mich in Ruhe, ich weiß heute nicht, wo mir der Kopf steht'?"

    „Sicher ist das mal vorgekommen."

    „Merkten Sie nicht, dass sich Ihre Tochter daraufhin von Ihnen zurückzog?"

    „Nein. Hören Sie, Inspektor, bei mir können Sie die Schuld nicht suchen, dass meine Tochter süchtig wurde."

    „Diese jungen Leute sind in diesem Alter sehr sensibel."

    „Biggi hatte keinen Grund, sich dem Rauschgift zuzuwenden. Sie verbrachte eine glückliche Jugend."

    „Sie boten ihr alles, was man für Geld kaufen kann", sagte Sauer.

    „Ist das denn ein Fehler?"

    „Wie stand es mit Nestwärme? Konnte Biggi die kriegen?"

    „Aber selbstverständlich. Wenn auch ich mich nicht immer um sie kümmern konnte, so war doch meine Frau da."

    „Verstand sich Biggi mit ihrer Mutter gut?"

    „Sie waren wie Freundinnen."

    „Man hört, dass Ihre Frau kränklich ist."

    „Sie hat's im Moment ein bisschen mit den Nerven, aber das kriegen die Ärzte schon wieder hin."

    „Brauste Ihre Frau manchmal leicht auf?"

    „Das kam schon mal vor."

    „Bestimmt gab es hin und wieder auch zwischen ihr und Biggi auch die üblichen Meinungsverschiedenheiten."

    „Nichts Nennenswertes. Sagen Sie, Inspektor, worauf wollen Sie hinaus?"

    „Vielleicht war das Leben Ihrer Tochter doch nicht so glücklich, wie Sie meinen, Herr Breitner. Das soll keinesfalls ein Angriff gegen Sie sein. Sie und Ihre Frau haben bestimmt Ihr Bestes gegeben, davon bin ich überzeugt. Aber Biggi scheint mit dem, was sie bekam, nicht zufrieden gewesen zu sein. Zum Schein blieb sie im Familienkreis, aber in Wirklichkeit zog sie sich zurück, kapselte sich ab und suchte anderswo zu kriegen, was ihr fehlte. Früher oder später musste sie bei ihrer Suche auf Rauschgift gestoßen sein."

    Wut glomm in Breitners Augen auf.

    „Finden Sie nicht, dass Sie es sich ein bisschen zu leicht machen, Inspektor? Meine Tochter ist nicht an ihrem Elternhaus zugrunde gegangen, sondern an der Unfähigkeit der Polizei. Ich formuliere das bewusst so scharf. Wenn die Polizei mit ihrer Jagd auf gewissenlose Rauschgifthändler mehr Erfolg aufzuweisen hätte, würden Jugendliche nicht so leicht an dieses verfluchte Zeug herankommen. Aber ihr werdet nicht Herr der Lage, kommt gegen diese Verbrecher nicht an. An jeder Straßenecke kann man Heroin kaufen. In jeder Diskothek wird gedealt. Sogar in den Schulen bekommt man Rauschgift. Und was tut die Polizei dagegen? Nichts."

    „Das ist nicht wahr, Herr Breitner, und Sie wissen es."

    „Na schön, jedenfalls tut die Polizei zu wenig, sonst gäbe es nicht so viele Rauschgifttote. Es ist nicht immer nur ein zerrüttetes Elternhaus, das die Jugendlichen zum Rauschgift bringt, Inspektor. Sie machen auch nicht deshalb mit harten Drogen Bekanntschaft, weil sie sich zu Hause unverstanden fühlen, sondern einfach aus purer Neugierde."

    „Das ist uns auch bekannt, Herr Breitner."

    „Wenn die jungen Menschen nicht überall Rauschgift kriegen würden, könnten sie ihre Neugierde nicht befriedigen."

    „Wir tun, was wir können."

    „Das reicht nicht, wie man sieht. E.W. Breitners Augen verengten sich. „Aber ich schwöre Ihnen, ich werde den Kerl, der Schuld am Tod meiner Tochter hat, zur Strecke bringen!

    Sauer warf dem Millionär einen beunruhigten Blick zu.

    „Herr Breitner, Sie haben doch nicht etwa vor, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen? Ich kann Ihren Schmerz, Ihre Wut zwar verstehen, muss Ihnen jedoch dringend davon abraten."

    „Keine Sorge, ich habe nicht die Absicht, selbst gegen diesen Verbrecher vorzugehen. Ich werde den besten Mann auf ihn ansetzen, den ich für mein Geld kriegen kann, und das ist der Privatdetektiv Bernd Schuster!"

    5

    Bernd Schuster kroch müde aus den Federn. Die vergangene Nacht hatte es in sich gehabt. Bernd war hinter einem gerissenen Trickdieb her gewesen, und er hatte es erst im Morgengrauen geschafft, dem Burschen das Handwerk zu legen.

    Der Detektiv ging langsam ins Bad und betrachtete sein Gesicht im Spiegel. Es war abschließend zu einem erbitterten Faustkampf gekommen, und ein paar Spuren konnte Bernd Schuster noch entdecken.

    „Dieser Mistkerl hatte doch tatsächlich die Absicht, mir das Nasenbein zu brechen, brummte Bernd. „Meine Güte, hätte ich dann ein Profil gehabt. Er winkte ab. „Vergiss ihn, Bernd! Er kriegt sein Fett und ist es nicht wert, dass du dich heute noch über ihn ärgerst."

    Er duschte ausgiebig. Zuerst heiß, dann kalt. So lange, bis er mit den Zähnen klapperte. Dann schlüpfte er in seinen Bademantel. Eine halbe Stunde später war er angezogen, fuhr von seiner Eigentumswohnung im 14. Stockwerk mit dem Fahrstuhl nach unten und schloss die Ladentür auf. Hier war seine Detektei, gut ausgestattet und möbliert in einer lange Zeit leerstehenden Ladenzeile untergekommen. Für alle Fälle gab es hier neben einer Teeküche, einem eigenen Besprechungsraum auch eine bequeme Couch in einer kleinen Kammer und eine Toilette mit Dusche.

    Franziska Jahn, seine hübsche, blonde Lebensgefährtin, die noch immer in ihrer eigenen Wohnung lebte, traf ein. Sie trug rote Kniebundhosen und einen weiten Angorapulli. An einem langen Trageriemen baumelte ihre Handtasche.

    „Guten Morgen, Bernd. Gut geschlafen?" Es gab keinen Kuss zur Begrüßung.

    „Gut schon. Aber kurz."

    Franziska schüttelte ihren blonden Lockenkopf.

    „Erwarte nicht, dass ich Mitleid mit dir habe. Einem Windhund wie dir geschieht es ganz recht, wenn er sich am anderen Morgen elend fühlt."

    „Du tust mir wieder mal Unrecht", sagte Bernd.

    „Wie sah sie aus?"

    „Wer?"

    „Die Frau, mit dem du die Nacht verbracht hast. Was hat sie, was ich nicht habe?"

    Bernd grinste. „Sie war blond."

    „Bin ich auch."

    „Groß."

    „Bin ich ebenfalls."

    „Kräftig."

    „Auch ich bin nicht gerade schwach."

    „Und sie war ein Mann. Sag jetzt bitte bloß nicht, das bist du auch", lachte Bernd Schuster. Er nahm Franziska in den Arm und berichtete, was sich in der Nacht ereignet hatte, und Franziska wurde sofort freundlicher. Sie bot ihm sogar an, Kaffee zu kochen. Er zog sich in sein Allerheiligstes zurück. Sie brachte wenig später den Kaffee, ein paar Zeitungen und die Morgenpost. Und sie präsentierte eine Papiertüte mit lecker duftenden Schrippen.

    Er grinste. „Heute verwöhnst du mich mal wieder."

    „Verdienst du’s etwa nicht?"

    „O doch. Schließlich bin ja auch ich sehr gut zu dir."

    „Tatsache? Ist mir noch nicht aufgefallen."

    „Scher dich hinaus, du Eule, sonst vergesse ich mich und mache dir einen Heiratsantrag!"

    „Ich warne dich, das war eine gefährliche Drohung", erwiderte Franziska und verließ den Raum. Bernd blätterte die Zeitungen durch. Er erfuhr von Biggi Breitners tragischem Ende. Es gab Fotos von der Toten und Bilder von ihrem Vater. Von Biggis Mutter brachten die Zeitungen keine Aufnahme. Zwangsläufig beschäftigte sich Bernd Schuster nach der Lektüre der Berichte im Geist mit dem Drogenproblem, das die Behörden einfach nicht in den Griff bekamen.

    Es war ein Kampf gegen eine vielköpfige Schlange, den man einfach nicht gewinnen konnte. Schlug man einen Kopf ab, wuchs sofort ein neuer nach. Manchmal auch gleich zwei oder drei ...

    Das Problem war zu vielschichtig. Auf der ganzen Welt bekam man es nicht in den Griff. Selbst Bernd, der sich redliche Mühe gab, konnte immer nur Teilerfolge erzielen. Es wäre verrückt gewesen, sich anzumaßen, mit diesem Problem fertig werden zu können.

    Franziska klopfte. Sie öffnete die Tür.

    „Herr Breitner, Bernd", sagte sie.

    Bernd Schuster wusste, dass Breitner fünfundvierzig Jahre alt war. Der Mann sah jedoch mindestens zehn Jahre älter aus. Der Tod seiner Tochter hatte ihn arg mitgenommen. Er würde darunter noch lange leiden. Mit einer müden Handbewegung wies er auf die Gazetten.

    „Haben Sie's schon gelesen, Herr Schuster?"

    „Ja, und ich möchte Ihnen mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen, Herr Breitner", gab Bernd Schuster zurück.

    „Ich habe das Wertvollste verloren, das ich - neben meiner Frau - im Leben gehabt habe, sagte E.W. Breitner ernst. „Biggis Mutter weiß übrigens noch nichts davon. Ich brachte es einfach nicht fertig, mit ihr darüber zu sprechen. Sie steckt im Augenblick in einer Nervenkrise. Eine so schlimme Nachricht würde sie sofort umbringen.

    „Irgendwann werden Sie es ihr sagen müssen", meinte Bernd.

    „Der Arzt wird den Zeitpunkt bestimmen."

    „Kann ich etwas für Sie tun, Herr Breitner?", fragte Bernd Schuster. Er bot dem Millionär eine von seinen Roth Händle an. Sie rauchten.

    „Ich musste den schmerzhaftesten Schlag meines Lebens einstecken, sagte Breitner bitter. „Und ich will zurückschlagen. Auf meine Weise. Und mit Ihrer Hilfe. Bringen Sie den Kerl zur Strecke, der unsere Stadt mit diesem Teufelszeug verseucht, Herr Schuster! Ich bin bereit, Ihnen dafür sofort zehntausend D-Mark zu bezahlen, und mit der gleichen Summe dürfen Sie rechnen, wenn Sie den Fall erfolgreich abgeschlossen haben. Sind Sie damit einverstanden?

    Bernd nickte.

    Es war nicht das Honorar, das ihn lockte.

    Bernd Schuster war seit seiner Erbschaft unabhängig. Und zwar in einem Maße, dass es ihm ein sorgenfreies Leben bis zum Ende irgendwo in der Südsee ermöglicht hätte. Aber das wäre niemals das Leben gewesen, dass er sich wünschte. Auch nicht mit Franziska, die noch immer nichts von dieser Erbschaft wusste.

    Es ging ihm um den Mann, den man den Drogenkönig von Berlin nannte. Oder auch den Schneemann, weil er sowohl mit Kokain wie mit Heroin handelte. Das war allgemein bekannt – und doch gab es für diese Behauptung keinerlei Beweise.

    Bernd Schuster vermutete, dass es sich bei der jugendlichen Brigitte Breitner um ein weiteres Opfer von Freddy Kehrmann handelte. Und das war für ihn eine Herausforderung, die er gern annahm.

    E.W. Breitner, ein Mann von schnellen Entschlüssen, zückte sein Scheckheft und stellte den Scheck sogleich über die Höhe des vereinbarten Betrages aus.

    „Damit wir uns richtig verstehen, sagte Breitner und legte den Scheck vor Bernd auf den Schreibtisch, „ich bin nicht scharf auf den Kopf jenes kleinen Dealers, von dem Biggi das Zeug gekriegt hat. Ich will, dass der Großhändler im Hintergrund fällt.

    Bernd nickte wieder.

    Mit anderen Worten: E.W. Breitner verlangte den Kopf von Freddy Kehrmann, denn das war der Drogenkönig, der Schneemann von Berlin. Der gesamte Stoff, der in Berlin auf den Markt kam, lief angeblich durch Kehrmanns Hände.

    „Ich werde alles daransetzen, um den Mann zu Fall zu bringen, Herr Breitner, versprach Bernd Schuster. „Gestatten Sie mir noch ein paar Fragen!

    „Bitte."

    „Gehörte Ihre Tochter irgendeiner Clique an? Wer waren ihre Freunde?"

    „Darüber sprach sie kaum. Natürlich haben wir sie hin und wieder nach den Namen ihrer Freunde gefragt, aber sie gab zumeist ausweichende Antworten und meinte, wir würden die jungen Leute ja doch nicht kennen."

    „Heißt das, Sie können mir mit keinem Namen dienen?"

    „Ich fürchte nein."

    „Hatte Biggi so etwas wie ein Stammlokal?"

    „Sie suchte mit Vorliebe eine Diskothek namens ,Black hole‘ auf."

    „Waren Sie schon mal da?", fragte Bernd.

    „Dafür bin ich zu alt. Jedenfalls behauptete das meine Tochter immer, wenn ich sie begleiten wollte."

    „Hat sich Biggi für Sie geschämt?"

    „Ganz bestimmt nicht. Dazu hätte sie auch nicht den geringsten Grund gehabt. Sie wollte einfach nicht, dass ich ihre Freunde kennenlerne, und ich habe es respektiert. Das war wohl ein Fehler. Ich hätte mir die Freunde meiner Tochter doch ansehen sollen ... Der Millionär unterbrach sich. „Da fällt mir doch ein Name ein, Herr Schuster.

    „Ja?"

    „Gerd Bartok. Er gehört der Clique an, mit der Biggi zusammen war."

    „Wissen Sie, wo er wohnt?", fragte Bernd Schuster.

    „Nein, aber ich bin sicher, dass Sie ihn im ,Black hole‘ antreffen."

    6

    Nachdem E.W. Breitner die Detektei verlassen hatte, sagte Bernd Schuster zu Franziska: „Auf geht’s, Franzi, es gibt Arbeit!"

    Franziskas veilchenblaue Augen strahlten sofort. „Wirklich? Du nimmst mich mal wieder in einen Fall mit rein, Bernd?"

    Das war durchaus nicht die Regel. Gefährliche Jobs erledigte Bernd Schuster lieber allein, aber diesmal glaubte er, für Franziska einen Auftrag zu haben, der ihr keinen Ärger einbringen würde. Schließlich hatte sie auch ihm zuliebe eine Detektivausbildung erhalten und war sowohl im Gebrauch von Schusswaffen wie auch in der Selbstverteidigung gut trainiert.

    Franziska arbeitete mit großer Begeisterung. Sie zog es allerdings vor, lieber Jagd auf Verbrecher zu machen, als hinter dem Schreibtisch zu sitzen und beispielsweise Mahnbriefe oder Rechnungen zu tippen. Ihr Ziel war es, Bernd zu beweisen, dass sie für ihn eine vollwertige Hilfe war, auch wenn sie eigentlich nur für die Büroarbeit eingestellt worden war.

    Bernd Schuster erzählte ihr, worum ihn Breitner gebeten hatte.

    „Das bedeutet, fuhr er fort, „dass wir alles daransetzen werden, um Freddy Kehrmann, dem Berliner Schneemann, ein Bein zu stellen. Oder, um im Bilde zu bleiben – wir werden dem Schneemann ordentlich einheizen!

    Franziska lächelte begeistert.

    „An mir soll’s nicht liegen."

    „Er muss so hart fallen, dass er nie wieder hochkommt", sagte Bernd Schuster.

    „Was ich dazu beitragen kann, werde ich tun", versprach Franziska Jahn.

    „Freddy Kehrmann ist ein gerissener Halunke. Seit Jahren versucht ihn die Polizei zu fassen, schafft es aber nicht. Wir brauchen einen Berg von Beweismaterial, um ihn darunter begraben zu können. Deshalb werden wir uns von zwei Seiten an ihn herantasten. Du schließt dich der Clique an, der Biggi Breitner angehörte. Und ich werde anderswo versuchen, für Kehrmann die Fallstricke zu spannen."

    „Wir kriegen ihn", sagte Franziska zuversichtlich.

    Bernd schmunzelte.

    „Eine gewagte Behauptung, die du da aufstellst."

    „Zweifelst du etwa daran, dass wir Kehrmann das Handwerk legen können?"

    „Das nicht, aber es ist noch verfrüht, bereits große Töne zu spucken. Auf deinem Weg in die Disco kann ich dir nur einen einzigen Namen mitgeben: Gerd Bartok."

    „Ich kümmere mich gründlich um den Burschen. Du kriegst einen umfassenden Report, versprach Franziska Jahn. „Und zwar so bald wie möglich.

    7

    Wochenende. Genauer gesagt: Samstagmorgen. Ein erster Besuch in der Diskothek ‚Black hole‘ verlief für Franziska eher enttäuschend. Kein Wunder, denn am Vortag hatte es dort überraschend eine Razzia gegeben, und heute schien der Laden geradezu verlassen zu sein. Ein paar Tage mussten sie deshalb verstreichen lassen, wollten sie die richtigen Typen antreffen. Dass die bald wieder aus den Löchern hervorkrochen, in die sie sich geflüchtet hatten, war vollkommen klar.

    Wie nahezu an jedem Wochenende waren Franziska und Bernd am Freitagabend Essen gegangen. Der Spanier in der Kurfürstenstraße war sehr gut und zudem nur knapp einhundert Meter von der Hausnummer 106 entfernt.

    Die beiden hatten gut gegessen, einen sehr leckeren Wein genossen und dann die Nacht gemeinsam verbracht. Jetzt saßen sie am reichlich gedeckten Frühstückstisch und Franziska brachte gerade die kleine Pfanne mit den Spiegeleiern und dem Frühstücksspeck aus der Küche, als Bernds Tochter Lucy eintrat. Sie trug nur ein bis knapp zu den Oberschenkeln reichendes Shirt, und ihre ungekämmten Haare verrieten, dass sie vom Bett unmittelbar zum Frühstück kam.

    „Morgen, Dad, hallo Franzi!", grüßte sie und griff sich eine Scheibe von dem frischen Toast, der eben aus dem Automaten sprang. Sie küsste ihren Vater auf die Wange und nahm auf dem Stuhl neben ihm Platz. Die Siebzehnjährige hatte ein gutes Verhältnis zu Franziska und freute sich auf die gemeinsamen Unternehmungen, die zumeist am Wochenende auf dem Programm standen.

    Als sie zur Butterdose griff, fiel ihr Blick auf ein kleines, schwarzes Zündholzheftchen, das wie zufällig neben dem Teller ihres Vaters lag. Verwundert griff sie danach und las den Werbeaufdruck.

    „Kennst du den Schuppen?", erkundigte sich Bernd mit rauer Stimme.

    Lucy sah ihn verwundert an.

    Der Tonfall seiner Frage hatte sie irritiert.

    „Warum fragst du, Dad? Möchtest du wissen, in welchen Lokalen ich so verkehre? Wo ich mich mit meiner Clique treffe? Ich kann dich beruhigen, Dad. Jedenfalls nicht in einem Schuppen wie dem ‚Black hole‘!"

    Bernd warf Franziska einen raschen Blick zu, dann griff er nach dem Heftchen.

    „Black hole? Ach, das war keine Absicht. Aber gut, dass du es nicht kennst. Ich muss bekennen, da fällt mir eine Zentnerlast von der Seele, Lucy!"

    „Warum? Seine Tochter hatte die Toastscheibe dünn mit Butter bestrichen und hielt sie in der Hand, ohne abzubeißen. „Du willst mir doch wohl nicht unterstellen, dass ich in Lokalen verkehre, die als die Drogenumschlagplätze in Berlin gelten – oder wie soll ich dieses Verhör deuten?

    Lucy funkelte ihren Vater wütend an.

    Die gute Laune schien verflogen, und Bernd Schuster bemühte sich jetzt um Schadensbegrenzung.

    „Lucy – ich weiß nicht, warum du so heftig reagierst! Ich bin froh, dass das ‚Black hole‘ nicht zu deinen Favoriten gehört, und dass man dort jede Sorte von Drogen bekommt, weiß ich natürlich auch. Aber es geht um Biggi."

    „Welche Biggi meinst du? Doch nicht etwa Brigitte Breitner aus meiner Parallelklasse?"

    Bernd schwieg und sah seine Tochter mit einem sehr kritischen Blick an.

    Das war zu viel.

    Lucy sprang auf, warf ihr Messer klirrend auf den Teller, stemmte die Arme in die Hüften und funkelte ihren Vater wütend an.

    „Was ist mit dir nur los, Bernd Schuster?, schrie sie ihn wütend an. „Du legst das Streichholzheft einer stadtbekannten Diskothek so sichtbar auf den Frühstückstisch, dass ich es unbedingt bemerken muss. Dann sagst du, es ginge um Biggi. Das einzige Mädchen, dass ich mit diesem Namen verbinde, ist Brigitte Breitner, das verwöhnte Töchterchen von diesem unangenehmen Multimillionär Breitner, dem wohl etliche Hotels in der Bundesrepublik gehören und in Berlin ganze Straßenzüge. Mann, Papa, wann merkst du eigentlich, dass ich mit solchen Typen nichts zu tun haben will? Mädchen wie Biggi wollen nur eines: ‚Sex, Drugs and Rock’n Roll‘. Und wenn du noch immer nicht weißt, was davon für deine Tochter interessant ist, dann tust du mir einfach nur leid!

    Damit war sie aus dem Zimmer und warf die Tür hinter sich zu, noch bevor Bernd Schuster reagieren konnte.

    „Taktisch nicht sonderlich klug von dir, Bernd!", bemerkte Franziska.

    „Aber Franzi! Ich habe dieses Streichholzheft in ihrem leichten Sommermantel gefunden, den ich für sie in die Reinigung geben sollte! Und die Flecken, die auf dem Mantel waren, stammten nicht von Cola oder Bier, sondern einwandfrei von irgendwelchem harten Fusel! Das konnte man noch immer riechen!"

    Franziska legte ihm beruhigend ihre Hand auf seine rechte.

    „Meine Güte, Bernd, und da machst du so ein Aufhebens? Du kannst dich doch wohl auf deine Lucy verlassen! Die rührt keine Drogen an, und wie oft passiert es, dass dir ein Betrunkener etwas auf die Jacke kippt! Oder Parfum wie Zigarettengeruch an deiner Kleidung hängt, nachdem du in einem Lokal gewesen bist. Habe ich dir jemals vorgeworfen, dass du mit einer anderen Frau zusammen gewesen bist, nur weil deine Kleidung nicht nur nach dir gerochen hat?"

    „Aber diese Biggi ist tot, verstehst du das nicht, Franziska? Sie hat sich vermutlich selbst den goldenen Schuss verpasst, und das Mädchen ging in die Nachbarklasse!"

    „Was natürlich den Schluss zulässt, dass an Lucys Gymnasium alle koksen oder spritzen. Gratulation, Herr Schuster!"

    Bernd starrte Franziska fassungslos hinterher, als nun auch sie das Zimmer verließ.

    ‚Weiber!‘, dachte er nur verbittert und goss sich noch eine Tasse Kaffee ein

    8

    Hämmernde, stampfende Rhythmen. Lilafarbenes Neonlicht, drehende Discokugeln, schwitzende Menschen, Lärm und Ekstase. Das alles auf einen einfachen Nenner gebracht hieß ,Black hole‘‘. Abend für Abend war hier der Teufel los. Auch heute wieder. Die Razzia vom Donnerstag war längst vergessen.

    Heute, am Montagabend, lief alles wieder zu alter Form auf.

    Die jugendlichen Besucher flippten scharenweise aus. Die Musik der Beatles, Stones, Led Zeppelin, oder Creedence Clearwater Revival törnte sie an, und erreichten sie nicht das gewünschte Feeling, dann schluckten sie Tabletten oder verschwanden kurz auf einen Druck. Hier trafen sich die potentiellen Selbstmörder, um einen Weg ohne Umkehr einzuschlagen.

    Die Welt ist Scheiße. Mach das Beste aus deinem Leben! Wage den Tanz auf der Nadel ... Das war das Motto.

    Franziska Jahn gehörte schon fast nicht mehr hierher. Im ‚Black hole‘ lungerte größtenteils Grünzeug herum. Es gab aber auch einige wenige ältere Semester.

    Unterhaltungen konnten nur schreiend geführt werden. Die Musik war viel zu laut und folterte das Trommelfell, aber auch das schienen die Jugendlichen zu genießen.

    Der Discjockey verstand es, den Gästen einzuheizen. Seine lockeren Sprüche kamen gut an. Es herrschte eine Bombenstimmung im Lokal.

    Franziska ließ die Atmosphäre auf sich einwirken. Hier hatte sich Biggi Breitner also wohlgefühlt. Hier hatte die Tochter des Millionärs Anschluss gefunden. Wo waren die Leute, die die Clique bildeten, der Biggi angehört hatte? Franziska suchte traurige Gesichter. Immerhin war Biggi erst wenige Tage tot. Aber hier trauerte wohl niemand um sie. Man schien Biggi schon vergessen zu haben. Das Leben ging weiter. Und mit einem Ende, wie es Biggi Breitner ereilt hatte, musste jeder Junkie bei jedem Schuss rechnen.

    Franziska enterte am Tresen einen Storchenbeinhocker. Obwohl sie schrie, musste sie ihren Wunsch wiederholen: „Gin Tonic!"

    Der gut aussehende, schwarzhaarige Bursche bediente sie flink.

    „Ich hab’ dich hier noch nie gesehen."

    „Ich habe hier heute auch Premiere", erwiderte Franziska. Es störte sie, dass der Knabe sie sofort duzte. Der dachte wohl, ihm könne überhaupt keine Frau widerstehen.

    „Du musst öfter kommen, sagte der Keeper. „Wie heißt du?

    „Franziska."

    „Bodo, stellte er sich vor. „Bodo Kerner. Der beste Barkeeper von Berlin und Umgebung.

    „Tatsache?"

    „Du musst mal meine Mix-Drinks versuchen. Die sind einsame Spitze. So etwas kriegst du nicht einmal im Waldorf Astoria."

    „Du machst mich neugierig."

    Er grinste. Seine Zähne waren unverschämt weiß.

    „Das ist meine Absicht."

    Der Hocker neben Franziska wurde frei. Ein blonder Bursche nahm Platz.

    „Glaub ihm kein Wort, Baby, sagte der Blonde. Hier schien es üblich zu sein, dass sich alle sofort duzten. „Bodo will dich nur einwickeln. Er ist ein Schürzenjäger. Wenn du nicht in seiner Sammlung landen willst, befass dich lieber mit mir.

    Franziska musterte ihn von Kopf bis Fuß.

    „Bin ich bei dir besser dran?", fragte sie lächelnd.

    „Auf jeden Fall. Bodo ist ein Karnickel. Er weiß selbst nicht, wie viele Kinder von ihm herumlaufen."

    „So etwas kann dir nicht passieren, was?", bemerkte Bodo Kerner, der seine Worte verstanden hatte. Aber im nächsten Augenblick wurde der Keeper gerufen und entfernte sich.

    „Er lügt, sobald er den Mund aufmacht, sagte der Blonde. „Nimm dich vor ihm in acht! Du bist zu schade für ihn.

    „Freut mich, dass du mich so einschätzt."

    „Du bist eine Dame, das sieht man auf den ersten Blick."

    „Stehe ich jetzt unter deinem persönlichen Schutz?"

    „Wenn du es möchtest."

    Franziska versuchte, ihn zu taxieren. Er war vermutlich um die Dreißig, sah nicht übel aus, nur die Nase war etwas zu groß, aber das störte nicht.

    „Stammgast hier?", wollte Franziska wissen.

    „Klar. Er lächelte. „Man kann sagen, ich wohne beinahe hier. Ich kenne jeden.

    „Mich kennst du nicht."

    Er grinste. „Ich bin dabei, dich kennenzulernen. Mein Name ist Bartok. Gerd Bartok. Und wie heißt du?"

    „Franziska Jahn. Wieso heißt du Bartok? Ist das nicht ein ungarischer Name zu deinem deutschen Vornamen?"

    „Meine Mutter ist Ungarin. Sie verließ ihre Heimat. Es gab damals einen Aufstand. Ihr Vater hieß Gerd, und sie bestand darauf, dass ich auch so heiße. Sonst hieße ich wohl Attila oder Samu oder Joscha."

    „Hoffentlich hältst du mich nicht für neugierig."

    „Blödsinn. Alle Mädchen wollen wissen, wieso ich diesen idiotischen Nachnamen habe."

    „Ich finde ihn nicht idiotisch."

    „Ansichtssache. Ich würde lieber anders heißen, aber ... was soll’s."

    Franziska nippte an ihrem Drink.

    „Was machst du beruflich?", erkundigte sie sich.

    „Ich verkaufe Autos."

    Franziska fragte sich, ob er tüchtig war. Er sah nicht so aus. Sie musste sich langsam vorwärtstasten. Ein zu rasches Vorpreschen konnte Gerd Bartok stutzig machen.

    „Was führt dich hierher?", fragte er.

    „Ich war neugierig."

    „Wohnst du in der Nähe?"

    „Ja."

    „Ich auch. Wie kommt es, dass ich dich noch nie gesehen habe?"

    „Ich bin erst in der vergangenen Woche eingezogen."

    „Wo hast du vorher gewohnt?"

    „Drüben im Westen."

    „Was für einen Job hast du?"

    „Mannequin."

    Er pfiff durch die Zähne.

    „Kein Wunder bei der Traumfigur."

    „Danke für die Blumen."

    „Wir sind hier eine ganze Clique. Wenn du Anschluss suchst, halte dich an mich. Ich kann dich mit einigen patenten Typen bekannt machen. Schon mal Marihuana geraucht?"

    „Probiert schon."

    „Und?"

    Er wollte sie aushorchen. Eigentlich hatte Franziska das tun wollen. Sie griff nach ihrem Glas und antwortete nicht. Er lächelte sie an und fragte, ob sie kein Vertrauen zu ihm habe.

    „Mit mir kannst du offen über alles reden", meinte er.

    „Dazu kenne ich dich noch zu wenig", erwiderte Franziska und überlegte, wie sie das Gespräch auf Biggi Breitner bringen konnte, ohne dass er misstrauisch wurde.

    Hinter Gerd Bartok tauchte ein stiernackiger Kerl auf. Er schien eine ganze Menge gegen Bartok zu haben. Seine Miene war finster. Seine Augen versprühten Zorn.

    „Vorsicht!", warnte Franziska den Blonden.

    Im selben Moment legte der Stiernackige seine Pranke fest auf Bartoks Schulter.

    „Ich habe mit dir ein Hühnchen zu rupfen, Gerd!"

    „Pfoten weg!", knurrte Bartok.

    „Du hast doch nicht etwa Angst vor mir, he?"

    „Lass mich in Ruhe, Sacher!"

    „Entweder du kommst mit mir, oder ich ramme dich hier ungespitzt in den Boden."

    Gerd Bartok wandte sich an Franziska Jahn.

    „Lauf nicht weg, ich komme gleich wieder, Süße."

    „Was will er von dir?", fragte die Detektivin.

    Gerd Bartok zuckte mit den Schultern, als wüsste er es nicht, und verließ mit dem Stiernackigen das Lokal.

    9

    Es war düster in der schmalen Straße. Dreißig Meter von den beiden jungen Männern entfernt brannte erst die nächste Straßenlampe. Sacher starrte den Blonden aggressiv an.

    „Du bist ein mieses, egoistisches Schwein, Gerd!", fauchte er.

    „Hör mal, lass uns vernünftig darüber reden", sagte Bartok.

    Sacher schüttelte den Kopf.

    „Erst kriegst du Dresche. Danach können wir weiterreden!"

    „Ich habe verdammt keine Lust, mich mit dir zu prügeln. Das ist

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1