Erfreu Dich an Millionen von E-Books, Hörbüchern, Magazinen und mehr

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Berliner Mordstalente: 5 Berlin 1968 Kriminalromane

Berliner Mordstalente: 5 Berlin 1968 Kriminalromane

Vorschau lesen

Berliner Mordstalente: 5 Berlin 1968 Kriminalromane

Länge:
716 Seiten
8 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
27. Nov. 2021
ISBN:
9798201915193
Format:
Buch

Beschreibung

Wenn der Vater ein bekannter Verbrecher ist, lebt auch die Tochter gefährlich. Selbst dann, wenn sie von ihm und seinen Geschäften nichts wissen will. Aber Frank Genthin hat Großes vor: Er zog sich erst kürzlich aus allen Geschäften zurück und kündigte an, seine Memoiren zu schreiben und darin alles aufzudecken – seine Kontakte in der Unterwelt, seine unsauberen Geschäfte mit Drogen und Prostitution. Eine wilde Jagd auf das Manuskript beginnt, und die brutalen Gegner scheuen vor keinem Mittel zurück. Als Lydia Genthin in ihrer Wohnung überfallen wird, greift sie zum Messer und wehrt sich…

 

Berliner Mordstalente: 5 Berlin 1968 Kriminalromane

Berlin 1968 – Band 41 bis 45

von Tomos Forrest & A. F. Morland & Wolf G. Rahn

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 554 Taschenbuchseiten.

 

Diese Band enthält folgende Romane:

Tomos Forrest & A. F. Morland: Tödliche Lektüre Berlin 1968 – Band 41

Tomos Forrest & Wolf G. Rahn: Nur ein letzter Schuss noch... Berlin 1968 – Band 42

Tomos Forrest & A, F. Morland: Lass dich nicht mit dem Mongolen ein! Berlin 1968 – Band 43

Tomos Forrest & A. F. Morland: Geld schützt vor dem Tod Berlin 1968 – Band 44

Tomos Forrest & A. F. Morland: Mord für ein Ausnahmetalent Berlin 1968 – Band 45

 

Herausgeber:
Freigegeben:
27. Nov. 2021
ISBN:
9798201915193
Format:
Buch

Über den Autor

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.


Ähnlich wie Berliner Mordstalente

Mehr lesen von A. F. Morland

Buchvorschau

Berliner Mordstalente - A. F. Morland

Berliner Mordstalente: 5 Berlin 1968 Kriminalromane

Berlin 1968 – Band 41 bis 45

von Tomos Forrest & A. F. Morland & Wolf G. Rahn

Der Umfang dieses Buchs entspricht 554 Taschenbuchseiten.

Diese Band enthält folgende Romane:

Tomos Forrest & A. F. Morland: Tödliche Lektüre  Berlin 1968 – Band 41

Tomos Forrest & Wolf G. Rahn: Nur ein letzter Schuss noch...  Berlin 1968 – Band 42

Tomos Forrest & A, F. Morland: Lass dich nicht mit dem Mongolen ein!  Berlin 1968 – Band 43

Tomos Forrest & A. F. Morland: Geld schützt vor dem Tod  Berlin 1968 – Band 44

Tomos Forrest & A. F. Morland: Mord für ein Ausnahmetalent  Berlin 1968 – Band 45

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

Titel/Charaktere/Treatment © by Marten Munsonius & Thomas Ostwald, 2021

Roman – Nach Motiven – by Tomos Forrest, 2021

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Folge auf Twitter:

https://twitter.com/BekkerAlfred

Erfahre Neuigkeiten hier:

https://alfred-bekker-autor.business.site/

Zum Blog des Verlags!

Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!

https://cassiopeia.press

Alles rund um Belletristik!

Tödliche Lektüre

Berlin 1968 Kriminalroman Band 41

von Tomos Forrest & A. F. Morland

Wenn der Vater ein bekannter Verbrecher ist, lebt auch die Tochter gefährlich. Selbst dann, wenn sie von ihm und seinen Geschäften nichts wissen will. Aber Frank Genthin hat Großes vor: Er zog sich erst kürzlich aus allen Geschäften zurück und kündigte an, seine Memoiren zu schreiben und darin alles aufzudecken – seine Kontakte in der Unterwelt, seine unsauberen Geschäfte mit Drogen und Prostitution. Eine wilde Jagd auf das Manuskript beginnt, und die brutalen Gegner scheuen vor keinem Mittel zurück. Als Lydia Genthin in ihrer Wohnung überfallen wird, greift sie zum Messer und wehrt sich...

1

Bernd Schuster stand vor dem kleinen Antiquariat in der Nähe des U-Bahnhofs Nollendorfplatz. Hier startete er regelmäßig seine Tour bei den drei Antiquariaten, die es in der Motzstraße gab, bevor er dann die Antiquitätenhändler in den alten Waggons aufsuchte. Dieses Vergnügen hatte er in letzter Zeit vermisst, und jetzt starrte er fasziniert auf die Auslage.

‚Kein Zweifel, die deutsche Erstausgabe von Tarzans Dschungelgeschichten!‘, dachte er. ‚Dieck und Co., Stuttgart. Und in einem Sahne-Zustand, ausgezeichnet mit 20,—Mark. Der gute Mann weiß ja gar nicht, was er mit so einem Angebot dem Sammler für eine Freude bereitet!‘

Gerade wollte er das Antiquariat betreten, als er eine Gestalt im Spiegel der Scheibe erblickte und sich ihm gleich darauf etwas Hartes zwischen die Rippen bohrte. Bernd erstarrte, aber die Stimme löste sofort wieder die Spannung.

„Habe ich dich erwischt, du Bibliomane!"

„Franziska! Wie kannst du mir einen solchen Schrecken einjagen!"

„Ha, Bernd, du bist zu komisch! Da stehst du vor deinem Lieblingsantiquariat und jeder deiner Gegner kann sich heranschleichen und die eine Pistole zwischen die Rippen drücken – oder hat dich etwa eine hübsche Buchhändlerin in den Bann geschlagen?"

Franziska Jahn, Bernds Lebensgefährtin und Assistentin, lachte ihn fröhlich an.

„Aber Franzi – wie kannst du so etwas nur denken? Komm, ich muss das Buch dort haben – eine tadellos erhaltene Erstausgabe zum Schnäppchen-Preis!"

Franziska zog es bei der Wärme vor, den kleinen, etwas muffigen Laden nicht zu betreten und wartete lieber davor auf Bernds Rückkehr. Wenig später verließ er den Laden hochzufrieden mit dem eingewickelten Buch unter dem Arm. Der Antiquar hatte ihn freundlich begrüßt und war erstaunt, dass Bernd diesen Band noch nicht besaß. Dass er neben den Tarzan-Abenteuern auch alle anderen Romane von Edgar Rice Burroughs sammelte, hatte er schon vermerkt, aber dieser Band war ihm dabei nicht weiter aufgefallen.

Stolz präsentierte er Franziska seinen Kauf und achtete dabei nicht weiter auf seine Umgebung.

„Vorsicht, Bernd!", ließ ihn Franziska Warnruf zur Seite springen, um nicht mit einem Mann zusammenzustoßen, der eben die Tür des Reisebüros aufriss und einer jungen Frau den Vortritt ließ.

Franziska und Bernd blickten belustigt auf das junge Pärchen, das, eifrig im Gespräch vertieft, an ihnen vorübereilte, ohne sie weiter zu beachten. Der junge Mann wieselte eifrig zu seinem Käfer hinüber. Der VW erweckte den Eindruck, dass ihn nur noch der Rost zusammenhielt. Vielleicht auch noch die zahlreichen. bunten Aufkleber, die auf den schlimmsten Roststellen klebten. Auffallend an der Tür war das große ‚Peace‘-Symbol, das in diesen Tagen nicht nur auf zahlreichen Plakaten von den Demonstranten getragen wurde, sondern auf vielen Laternenmasten und Verteilerkästen klebte.

Die beiden bemerkten Franziska und Bernd überhaupt nicht, die noch immer grinsend die beiden beobachteten. Der junge Mann hatte ein wenig Probleme, die Beifahrertüre zu öffnen, gab sein Vorhaben schließlich auf, riss die Fahrertür auf und hangelte sich hindurch zum Türhebel der anderen Seite.

Die junge Frau stieg lachend ein, der Motor sprang erstaunlicherweise sofort an und Bernd dachte wieder an den alten Werbeslogan über den VW-Käfer: „...er läuft und läuft und läuft..." Dann war der Rostkäfer um die nächste Ecke verschwunden, und das andere Pärchen kehrte zurück in die Kurfürstenstraße, wo Bernd in der alten Ladenzeile seine Detektei eingerichtet hatte und im Hochhaus dahinter seine chice Eigentumswohnung im 14. Stock besaß.

*

Fred Manniger hielt seinen Uralt-Käfer, den fahrenden Schrotthaufen, an und wandte sich lächelnd an seine Kollegin. Sie arbeiteten beide im selben Reisebüro. Für Fred war das eigentlich nicht der richtige Job, denn wenn er mit einem Kunden einen Vertrag abschloss, setzte er eine schmerzliche Miene auf und tat einen tiefen, traurigen Seufzer, weil ihn das Fernweh so sehr plagte. Aber wer kein Geld hat, kann nicht verreisen, und Fred war so gut wie immer blank, weil er noch eine zweite große Leidenschaft hatte: Mädchen.

Er hatte Glück bei den Frauen. Ihm gefiel jede. Auch Lydia Genthin gefiel ihm. Ihre Schönheit war überwältigend, außerdem hatte sie eine atemberaubende Figur. Zwanzig war sie, eine reife Frucht, gerade recht zum Pflücken. Und Fred Manniger »pflückte« so wahnsinnig gern.

Blond war ihr langes, seidiges Haar, meergrün leuchteten ihre ausdrucksstarken Augen. Kein Mann konnte achtlos an ihr vorbeigehen.

»Da wären wir«, sagte Fred.

»Vielen Dank fürs Nachhause bringen«, erwiderte Lydia und schenkte ihm ein warmes Lächeln, das sein Blut in Wallung brachte. »Aber es wäre nicht nötig gewesen. Der Bus hält hier gleich um die Ecke.«

»Habe ich doch gern getan. Ich bin bekannt dafür, dass ich für schöne Mädchen alles tue.«

»Das weiß ich. Man hat mich vor dir gewarnt.«

»Wer?«, wollte Fred wissen.

Sie zuckte mit den Schultern. »Alle möglichen Leute.«

»Das sind alles Neider. Findest du etwas Schlechtes daran, wenn ein Mann das weibliche Geschlecht verehrt?«

»Wenn man es übertreibt, muss man sich gefallen lassen, dass einen die anderen als ,Windhund‘ bezeichnen.«

»Tun Sie das?«, fragte Fred empört. Es funkelte kampflustig in seinen dunklen Augen, aber er beruhigte sich rasch wieder, weil er ja etwas ganz Anderes wollte, als sich über irgendwelche Leute aufzuregen, die einen solchen Gefühlsausbruch gar nicht wert waren. »Heißer Tag heute«, schwenkte er um. »Zum letzten Mal hatten wir vor fünf Jahren einen so heißen Sommer, aber das hast du damals noch nicht so richtig mitgekriegt.«

»Wieso glaubst du das?«

»Weil du vor fünf Jahren noch ein Kind warst«, erwiderte Fred Manniger.

»Na und? Denkst du, Kinder empfinden Hitze anders als Erwachsene?«

»Jawohl, das tun sie.« Er ächzte. »Weißt du, was mir jetzt unheimlich guttun würde? Ein gut gekühltes Fläschchen Bier.«

»Gibt’s in jedem Supermarkt.«

»Bei dir zu Hause nicht?«, fragte er enttäuscht.

»Tut mir leid, ich trinke kein Bier.«

»Deine Gäste auch nicht?«, fragte Fred.

»Welche Gäste?«

»Du willst mir doch nicht einreden, dass du in deiner Freizeit das Leben einer Einsiedlerin führst. Das kaufe ich einem Mädchen, das so fantastisch aussieht wie du, nicht ab. Aber lassen wir das dahingestellt. Zur Not trinke ich auch ’ne Cola mit ’nem Schuss Rum.«

Lydia hob die Hände.

»Kein Problem.«

Er strahlte. »Ich darf mit hinaufkommen?«

»Das habe ich nicht gesagt. Vielleicht ein andermal, okay? Ich bin heute nicht in Stimmung.«

»Keine Sorge, das kriege ich schon hin. Ich bin ein hervorragender Entertainer.«

»Und verdammt hartnäckig.« Lydia lachte. »Ein einfaches Nein akzeptierst du nicht, was?«

»Weil mich die Erfahrung gelehrt hat, dass Mädchen in solchen Situationen fast immer das Gegenteil von dem sagen, was sie tatsächlich meinen.«

»Hört, hört, hier spricht der Experte! Nun, lass dir gesagt sein, dass ich zu dem geringen Prozentsatz derer gehöre, die immer das sagen, was sie meinen. Und was heißt hier ,in solchen Situationen‘. Ich habe dir erlaubt, mich nach Hause zu fahren, das ist alles. Wenn ich geahnt hätte, dass du das als Verpflichtung ansiehst, mit dir ins Bett zu gehen, wäre ich nicht in deinen wunderschönen, mit Rost verzierten Wagen eingestiegen.«

Fred Manniger gab noch nicht auf. Er unternahm einen letzten Versuch: »Heute ist Freitag, Baby, ein herrlich langes Wochenende liegt vor uns. Lass es uns zusammen verbringen - und lass uns gleich damit beginnen. Ich trinke auch abgestandenes Blumenwasser, wenn du nichts Anderes im Haus hast.«

»Wir sehen uns Montag wieder.«

»Und was ist mit dem Wochenende?«

»Ich habe bereits eine Verabredung«, log Lydia, um ihn endlich loszuwerden.

»Oh«, erklärte er enttäuscht. »Das hättest du mir aber auch gleich sagen können.«

»Tut mir leid, dass du deinen kostbaren Charme umsonst versprüht hast. Ich hoffe für dich, dass du das bevorstehende Wochenende nicht allein verbringen musst, denn das würde dich wahrscheinlich stark an deiner männlichen Ausstrahlung zweifeln lassen.« Sie öffnete den Wagenschlag, was gar nicht so einfach war, wenn man keinen Vorschlaghammer bei sich hatte.

Sie warf sich mit der Schulter kräftig dagegen, und schon beim dritten Versuch klappte es.

Fred grinste breit.

»Mein Wagen ist eine rollende Mädchenfalle. Man kommt zwar leicht hinein, aber nur sehr schwer wieder raus.«

»Bis Montag«, sagte Lydia und stieß die Tür zu.

Sie fragte sich, ob sich Fred Manniger auch so sehr um sie bemüht hätte, wenn er gewusst hätte, dass sie die Tochter eines Verbrechers war.

2

Klaus Berger hörte Schritte auf dem Flur. Er blickte sich hastig um. Lydia kam nach Hause. Das Timing passte ihm großartig. Er hatte sich auf eine längere Wartezeit eingestellt, aber so war es ihm natürlich bedeutend lieber.

Eine Ruckzuck-Sache würde das werden. Er war davon überzeugt, dass es keine Schwierigkeiten geben würde. Sein Boss sah diesen Auftrag als Bewährungsprobe an.

In letzter Zeit war Berger nicht gerade vom Glück verwöhnt worden. Man konnte schon eher behaupten, dass ihn das Pech ziemlich hartnäckig verfolgt hatte. Was er anpackte, ging daneben. Kein Wunder, dass Samuel Varresco allmählich sauer auf ihn wurde. Es war nicht gut, wenn einem Mitglied der Varresco-Bande der schlechte Geruch des Versagers anhaftete. Den wurde man nämlich nicht so leicht wieder los, und Varresco trennte sich meist sehr rasch von solchen Leuten. Er stieß sie ab wie ausgebrannte Raketenstufen.

Wenn das hier klappte - woran Berger nicht zweifelte -, würde der Boss wieder versöhnt sein, deshalb war es gewissermaßen auch eine Überlebensfrage, dass er diesen Auftrag zu Varrescos Zufriedenheit ausführte.

Als Lydia Genthin die Wohnungstür aufschloss - dass kurz vorher jemand am Schloss herumgefummelt hatte, war nicht zu sehen -, stieg Klaus Berger in einen Schrank und schloss die Türen. Er drückte sich zwischen die Kleider und lauschte gespannt.

Lydia stellte ihre Handtasche ab, lächelte vor sich hin und schüttelte den Kopf.

Dieser Fred Manniger machte seine Sache wirklich nicht schlecht, aber bei ihr hatten solche erfolgsverwöhnten Typen keine Chance. Sie wollte schon erobert werden, aber nicht mit Trick Nummer 17 oder so.

Fred verfügte über zahlreiche Register, die er nacheinander zog, aber das war ihr zu nüchtern. So etwas durfte nicht vorprogrammiert sein, denn dabei blieben Gefühle und Spontanität auf der Strecke. An programmiertem Sex ohne Herz war sie nicht interessiert.

Sie begab sich im Wohnzimmer zum Fenster und schaute auf die Straße hinunter. Freds VW war verschwunden. Er würde ein anderes Mädchen finden, das ihn durch das Wochenende begleitete. Das interessierte sie nicht weiter. Es gab genug Frauen, die auf seine Masche ansprachen.

Lydia trat einen Schritt zurück und lachte in sich hinein. ‚Ich werde jetzt ein schönes Schultheiß auf dein Wohl trinken‘, dachte sie amüsiert.

Doch plötzlich fuhr ihr ein Eissplitter ins Herz.

Ein Mann stand hinter ihr!

3

Sie sah sich im spiegelnden Glas des Fensters - und diesen Mann, der sich ihr völlig lautlos genähert hatte. Jetzt weiteten sich ihre Augen, und der Schock wollte sie lähmen, aber sie kämpfte dagegen an.

Blitzschnell drehte sie sich um. Damit hatte der Mann nicht gerechnet. Er hatte nicht einmal selbst gehört, dass er sich bewegte.

Ehe er sich auf die neue Situation einstellen konnte, stieß ihn Lydia mit beiden Händen kraftvoll zurück und wollte an ihm vorbeistürmen. Er taumelte gegen die Vitrine aus weißen Schleiflack, stieß mit dem Ellenbogen gegen die Glastür und zerbrach sie. Gleichzeitig aber stellte er ihr ein Bein.

Sie schrie auf, als sie das Gleichgewicht verlor, ruderte mit den Armen, konnte den Sturz aber nicht verhindern. Hart schlug sie neben dem Teppich auf. Schmerzen durchglühten sie, Tränen schossen ihr in die Augen, aber sie blieb nicht liegen, sondern kämpfte sich, von Angst getrieben, hoch.

Klaus Berger flog wie vom Katapult geschleudert auf sie zu. Seine Hände landeten auf ihren Schultern. Sie schüttelte sie ab, packte eine Gipsfigur, wirbelte herum und wollte sie dem Fremden an den Kopf schlagen, doch Berger duckte sich. Und dann bearbeitete er Lydia mit den Fäusten, als sei sie ein Mann. Er schenkte ihr nichts, er musste sie überwältigen - oder er blieb ein Versager. Lydia traf ihn mit der Gipsfigur zwar an der Schulter, aber das spürte er kaum.

Sie wankte, schrie heiser um Hilfe, aber diese Schreie waren zu leise, die Nachbarn hörten sie bestimmt nicht. In ihrer Verzweiflung schlug Lydia zurück, doch das kostete sie nur Kraft.

Berger riss sie an sich. Er presste sie so fest gegen seinen Körper, dass sie keine Luft mehr kriegte. Panik stieg in ihr hoch. Sie trat dem Mann gegen das Schienbein, er fluchte unfein, und sie war wieder frei. Taumelnd lief sie durch das Zimmer, und gleich darauf schloss sie sich in der Küche ein, aber sehr viel Sinn hatte das nicht, weil die obere Hälfte der Tür verglast war.

Doch wer kann in einer solchen Situation klar und nüchtern denken?

Berger wurde wütend, weil ihm dieses Mädchen solche Schwierigkeiten bereitete.

Verflucht noch mal, sie war wirklich Lucky Genthins Tochter. Der setzte auch bestimmten Leuten erheblich zu. Berger trat an die Tür, wickelte sein Taschentuch über die Faust und schlug das Glas ein. Als er aufschloss, stürzte das Mädchen zum Fenster. Sie wollte es aufreißen und ihre Angst so laut hinausschreien, dass es die ganze Nachbarschaft hörte.

Doch das verhinderte Berger. Er riss sie vom Fenster zurück und würgte sie von hinten. Wenn sie nicht anders kleinzukriegen war, dann eben so.

Von Todesangst gepeinigt, bemühte sich Lydia, sich von diesem harten Würgegriff zu befreien, doch Bergers Hände lagen wie Stahlklammern um ihren Hals.

Grausam war die Angst, die durch ihr Gehirn hämmerte. Sie wehrte sich mit dem Mut der Verzweiflung, doch jetzt ließ Klaus Berger nicht mehr von ihr ab. Ihre Knie wurden weich. Sie sank gegen die Arbeitsplatte, über der die Messer hingen.

Die Messer!

In verschiedenen Größen, mit schmaler und breiter Klinge, glatt oder mit Wellenschliff. Wahllos riss Lydia eines vom Haken und stach zu. Der Mann stöhnte auf, ließ von ihr ab, fiel um und regte sich nicht mehr. Gierig pumpte Lydia Luft in ihre Lungen. Verstört starrte sie auf das Messer, an dem Blut klebte.

Sie ließ es angewidert fallen und drehte sich zitternd um. Ein glühender Schmerz durchtobte ihren Hals. Doch noch schlimmer war für sie, einen Menschen getötet zu haben.

4

Bernd Schuster zündete sich eine Roth Händle an. Feierabend. Ein Wochenende ohne Arbeit lag vor ihm. Und das bedeute: Gemeinsames Abendessen mit Franziska und seiner Tochter Lucy, die kurz vor dem Abi stand. Am Sonnabend würde Lucy dann zu ihrer Mutter fahren, und Franzi glücklich mit ihm die restliche Freizeit verbringen.

Das geschah höchst selten, denn die Unterwelt Berlins ließ keine geregelte Arbeitszeit für Privatdetektive zu. Die Nachkriegsjahre und das Wirtschaftswunder hatten allerlei dunkle Elemente hervorgebracht. Mit dem Aufleben der Bars und Nachtklubs in West-Berlin stieg die Kriminalität, der Rauschgifthandel und die Prostitution entwickelten sich zu lukrativen Geschäften, dazu kam der Immobilienmarkt. Noch standen überall die Ruinen, die der Krieg hinterlassen hatte. Fabriken am Stadtrand, von den Siegern einst demontiert, warteten darauf, dass neue Inhaber wieder Leben in die alten Mauern brachten. Aber viele Vorhaben scheiterten nach kurzer Zeit wieder, und selbst der florierende Schrotthandel war nicht mehr so erfolgreich wie in den ersten Jahren.

Zumeist passierte an den Wochenenden sogar mehr als an den Werktagen. Eingebrochen wurde, wenn niemand zu Hause war. Zum Beispiel am Wochenende, wenn die Familien in die Naherholungsgebiete fuhren. Oder zu ihrem Grundstück mit Wochenendhäuschen in der Lüneburger Heide oder im Harz. Oder an der See. Nur raus aus der fest umschlossenen Insel West-Berlin. Den Stress an den Grenzkontrollpunkten überwinden, die Höchstgeschwindigkeit auf der Transit-Strecke unbedingt einhalten – aber dann, ein paar Stunden im eigenen Glück verbringen.

Aber auch viele ungesetzliche Nebenbeigeschäfte wurden an Wochenenden getätigt.

Aber diesmal hoffte Bernd, dass nichts dazwischenkam. Er hatte die Absicht, mit Franziska Jahn ein wenig hinaus nach Grunewald zu fahren. Dort hatte ein guter Freund eine kleine Hütte, und Bernd besaß den Schlüssel während dessen Auslandsaufenthalt. Dort standen ihnen der ganze Samstag und der ganze Sonntag zur Verfügung. Selig ist der, der sich seine Arbeitszeit selbst einteilen kann!

Horst rief an. Inspektor Horst Südermann, der gewichtige Leiter des Dezernats 1, Gewalt an Menschen – oder, volkstümlich ausgedrückt, der Mordkommission in der Keithstraße.  Mit ihm war Bernd seit vielen Jahren befreundet, sie kannten sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit in Frankfurt. Südermann arbeitete dort auch bei der Kripo, Bernd Schuster war Hauptmann bei den Feldjägern.

»Heiß heute, was?«, leitete Horst das Gespräch ein.

»Ich spüre es nicht«, erklärte Bernd.

»Du Glücklicher! Bei uns ist die Klimaanlage ausgefallen. Daran siehst du mal wieder, wie sparsam man mit dem Geld der Steuerzahler umgeht. Das Billigste ist gut genug für die Polizei.«

»Denk an die Bibel, Horst!«

»Was steht dort?«

»Im Schweiße deines Angesichts sollst du dir dein Brot verdienen.«

»Das tue ich«, knurrte der Inspektor. »Verdammt, das tue ich wirklich. Hör mal, um von etwas Erfreulicherem zu sprechen: Wilhelm gibt morgen Abend eine Party. Kommst du mit Franziska?« Wilhelm Krone war Horsts Stellvertreter.

»Hirnie!«, erwiderte Bernd grinsend.

»Was meinst du damit?«

»Dass die Hitze hoffentlich dein Hirn zum Schmelzen brachte«, erklärte Bernd. »Ich sagte dir doch gestern, dass ich mit Franziska in die Hütte fahre.«

»Ach ja, richtig, das habe ich verschwitzt. Ist ja auch kein Wunder bei den Temperaturen.« Der Inspektor räusperte sich. »Sag mal, kannst du nicht ohne Franziska fahren?«

»Du tickst wohl nicht richtig?«

»Sie könnte mich morgen begleiten.«

»Sagte ich dir nicht immer, dass die Nummern in deinem Notizbuch nichts taugen? Haben dich deine Damen alle abblitzen lassen? Dann geh doch allein auf die Party - schwitz für zwei und trink für drei. Das fällt dir bestimmt nicht schwer.«

Horst schnaufte.

»Einen großartigen Freund habe ich, zu dem kann ich mir wirklich gratulieren. Ich hoffe, der Schlüssel für die Hütte bricht ab und du kommst nicht hinein..«

»Und Franziska? Wünschst du der auch alles Schlechte?«

»Die kann ja nichts dafür, dass sie dich begleiten muss«, entgegnete Horst und hängte ein.

Grinsend erzählte Bernd Franziska, was Horst gewollt hatte.

»Die Hütte ist mir lieber, als auf Wilhelms Party zu schwitzen«, sagte die attraktive blonde Detektivin.

Das Blockhaus stand mitten im Wald, zwei Gehminuten von der Havel entfernt. Bernd und Franziska hatten dort schon manches Wochenende verbracht und wussten, dass die Hütte geradezu perfekt für zwei war, die einfach nur ihre Ruhe haben wollten.

Bernds Reisetasche war bereits gepackt. Er nahm noch einen Zug von der Roth Händle und stieß sie dann in den Aschenbecher.

»Gehen wir?«, fragte er.

Es war geplant, bei Franziskas Wohnung vorbeizufahren. Länger als 20 Minuten würde der Zwischenstopp nicht dauern, danach konnte sie nichts mehr in der brütend heißen Stadt halten.

Franziska verließ Bernds Büro, um sich zu vergewissern, dass sie ihren Schreibtisch in Ordnung zurückließ. Bereits an der Tür bemerkte sie die junge Frau, die eben die Detektei betreten wollte. Ihr desolater Zustand ließ Franziskas Hoffnungen auf ein schönes Wochenende rasch schwinden.

5

Lydia Genthin war in einer schrecklichen Verfassung. Sie wurde von Weinkrämpfen geschüttelt, und laute Schluchzer entrangen sich ihrer Brust. Knallrot war ihr Hals, ihr Gesicht wies zahlreiche Schwellungen auf.

»Beruhigen Sie sich!«, sagte Bernd eindringlich.

Franziska brachte ein Glas Whisky mit reichlich Soda. Bernd nahm ihr das Glas aus der Hand und reichte es der blonden Frau. Sie zitterte so heftig, dass sie den Drink beinahe verschüttet hätte.

Bernd hatte ihren Namen nicht richtig verstanden. Senthin oder Menthin oder so ähnlich hieß sie, aber ihr Gesicht schien ihm bekannt zu sein, obwohl er zunächst nicht wusste, wo er die junge Frau schon einmal gesehen hatte.

Sie musste das Glas mit beiden Händen halten, um es einigermaßen ruhig an die Lippen zu bringen.

Sie war misshandelt worden, das war nicht zu übersehen, aber von wem, konnte sie noch nicht sagen. Sie hatte überhaupt noch nicht viel gesprochen, nur herzzerreißend geweint und gestammelt, dass sie Bernd Schusters Hilfe brauche.

Franziska und Bernd bemühten sich um sie, redeten beruhigend auf sie ein und ließen ihr vor allem Zeit, sich zu sammeln. Der Whisky half ihr, die Fassung wiederzufinden.

Franziska nahm ihr das Glas aus der Hand und trug es hinaus. Als sie zurückkam, erzählte Lydia von sich, dass sie in einem Reisebüro in der Motzstraße arbeite, dass ein Kollege namens Fred Manniger sie nach Hause gebracht und in ihrer Wohnung ein Mann auf sie gelauert habe. Jetzt wusste Bernd, woher er die junge Frau kannte – und Franziska bestätigte es ihm sogleich.

„Wir haben sie beide in einen alten Käfer steigen sehen – war das dieser Fred Manniger?"

„Ja, das war mein Kollege. Aber der hat mit dem Überfall nichts zu tun."

Franziska Jahn dachte zuerst an einen Sittenstrolch. Wenn es heiß war, stiegen die Sexualdelikte stark an, das war eine belegbare Tatsache. Bei Hitze schnappten manche Männer über. Mochte der Kuckuck wissen, mit was das zusammenhing. Vielleicht damit, dass sich die Frauen mehr gehen ließen, wenn es heiß war, den Rock etwas höher schoben, die Blusen weiter aufknöpften. Vielleicht rechneten solche Männer auch damit, dass sich die matten Frauen etwas weniger heftig wehrten, wenn sie über sie herfielen.

»Er ... er stand plötzlich hinter mir«, erzählte Lydia weiter. »Ich sah ihn in der spiegelnden Fensterscheibe. Er hatte sich im Schrank versteckt. Mich traf vor Schreck beinahe der Schlag.«

»Das kann ich mir vorstellen«, sagte Franziska Jahn schaudernd. Sie versetzte sich gedanklich in die Lage dieses Mädchens. Wie hätte sie wohl reagiert?

»Er packte mich, ich riss mich los und schloss mich in die Küche ein, aber das nutzte nichts, denn die obere Hälfte der Küchentür ist verglast.«

»Er schlug das Glas ein«, sagte Franziska gespannt.

»Ja!« Das Mädchen schluchzte. »Ich wollte das Fenster aufreißen und um Hilfe schreien, doch das ließ er nicht zu. Er würgte mich ...«

»War Ihnen der Mann bekannt?«, unterbrach Franziska. »Haben Sie ihn irgendwo schon mal gesehen? In dem Supermarkt, in dem Sie regelmäßig einkaufen, im Reisebüro ...«

»Er war mir völlig fremd«, erwiderte Lydia. »Als seine Hände so brutal zudrückten, dachte ich, meine letzte Stunde hätte geschlagen. Die ... die Angst machte mich wahnsinnig. Plötzlich hielt ich ein Messer in der Hand und stach damit zu ...«

Weit waren Lydias meergrüne Augen aufgerissen. Sie starrte vor sich auf den Boden. All die grauenvollen Dinge schienen sich vor ihrem geistigen Auge noch einmal zu ereignen. »Da war ... Blut an der Klinge und mir wurde grausam klar, dass ich einen Menschen getötet hatte. Der Mann lag reglos auf dem Boden - tot, Herr Schuster. Ich bin eine Mörderin!«

Bernd schüttelte den Kopf. »Nein, das sind Sie nicht.«

»Aber ich habe diesen Mann doch erstochen!«

»In Notwehr.«

»Auf jeden Fall ist er tot.«

»Das Gesetz differenziert in solchen Fällen sehr genau«, erklärte Bernd Schuster. »Für das, was Sie getan haben, können Sie nicht bestraft werden. Jeder Mensch hat das Recht, sich zu verteidigen. Haben Sie die Polizei benachrichtigt?«

»Nein, ich stürzte aus der Wohnung und lief einfach davon - ohne zu wissen, wohin.«

»Ich glaube nicht, dass Sie zufällig bei mir gelandet sind«, sagte Bernd.

»Irgendwann fiel mir Ihr Name ein. Ich hatte ihn früher ab und zu gehört.«

»Von wem?«

»Mein Vater erwähnte ihn hin und wieder.«

»Ihr Vater kennt mich?«, fragte Bernd überrascht.

»Nicht persönlich ... zu seinem Glück.«

»Wie war doch Ihr Name?«, fragte Bernd Schuster.

»Lydia Genthin.«

»Und Frank Genthin ist Ihr Vater.«

»Ja, genau.«

»Jetzt geht mir ein Kronleuchter auf«, sagte Bernd.

Frank Genthin war als Verbrecher sehr rührig gewesen. In zahlreichen Geschäften hatte er seine Finger gehabt, mit namhaften Größen der Berliner Unterwelt hatte er zusammengearbeitet, und er war der Polizei, die ihn hinter Schloss und Riegel bringen wollte, immer um eine Nasenlänge voraus gewesen. Aber nicht nur das. Es war auch unmöglich gewesen, ihm eine strafbare Tat nachzuweisen. Man wusste es zwar, aber man konnte die Beweise nicht beschaffen, die nötig gewesen wären, um ihn vor Gericht zu bringen. Ohne Beweise konnte ihn kein Staatsanwalt anklagen und kein Richter verurteilen. Das Wissen der Polizei genügte nicht, um Frank Genthin vor den Richter zu stellen.

Und dieses Häufchen Elend war seine Tochter!

Was Lydia in ihrer Wohnung zugestoßen war, hatte ihr - indirekt - ihr Vater eingebrockt. Frank Genthin war nämlich vor kurzem untergetaucht, von der Bildfläche verschwunden. Spurlos.

Um seine Memoiren zu schreiben!

Wer schrieb mit vierzig Jahren schon seine Memoiren?

Frank Genthin tat es, denn er hatte in seinem Dasein so vieles erlebt, dass sich damit spielend ein dickes Buch füllen ließ.

Allerdings betätigte er sich nicht schriftstellerisch, weil es ihn dazu drängte, sich auf künstlerische Gefilde vorzuwagen, sondern um mit seinen einstigen Freunden, von denen er sich verraten und im Stich gelassen fühlte, erbarmungslos abzurechnen.

Ganz klar, dass die Unterwelt nervös geworden war. Niemandem war bekannt, wo Frank Genthin steckte. Man hatte seine Spuren verloren. Keiner wusste, wann er die Bombe zünden würde, was man selbstverständlich sehr gern verhindert hätte, denn Genthins schonungslose Erinnerungen waren für viele gefährlich - tödlich gefährlich.

»Sie wissen, warum dieser Unbekannte in Ihre Wohnung eindrang«, sagte Bernd Schuster.

»Ich kann es mir denken«, erwiderte Lydia. »Gewisse Leute wollen wissen, wo sich mein Vater befindet.«

»Ist Ihnen sein derzeitiger Aufenthaltsort bekannt?«

»Ja, aber den würde ich niemals preisgeben. Man kann über Frank Genthin denken, wie man will, er ist und bleibt mein Vater. Wir lebten jeder unser eigenes Leben. Er zog mich nie in irgendetwas hinein. Wenn wir uns trafen, war er nur mein Vater, sonst nichts. Er vertraute mir keine Geheimnisse an, die mich in Gefahr gebracht hätten, und sprach niemals über seine Geschäfte. Es gab so vieles andere, über das wir reden konnten.«

Bernd warf Franziska einen bedauernden Blick zu und seufzte. Da saß dieses ramponierte Mädchen und brauchte seine Hilfe. Wie konnte er jetzt noch ohne Gewissensbisse zum Grunewald fahren?

»Franziska ...«

Sie verstand ihn auch so.

»Wir verschieben es.«

»Aufgeschoben ist nicht aufgehoben«, sagte Bernd.

»Es gibt noch viele Wochenenden.«

»Du sagst es.« Bernd war froh, dass Franziska so viel Verständnis aufbrachte.

6

Bernd warf die Tür seines silbergrauen Mercedes 450 SEL zu.

»In diesem Haus wohne ich«, sagte Lydia. »Dort oben.« Sie zeigte zu den Fenstern ihrer Wohnung hoch, ihr Gesicht war teigig. Kein Wunder, sie würde den Toten gleich wiedersehen.

Sie betrat mit Bernd das Gebäude und nagte nervös an der Unterlippe. Ihr Busen hob und senkte sich rasch, und ein dünner Schweißfilm glänzte auf ihrer Stirn.

»Haben Sie keine Angst«, sagte Bernd. »Ich werde die Angelegenheit für Sie regeln und alles Unangenehme von Ihnen fernhalten. Wichtig wäre zu wissen, wer Ihnen den Mann in die Wohnung geschickt hat.«

»Ich sah ihn wirklich zum ersten Mal, Herr Schuster.«

»Das glaube ich Ihnen. Vielleicht kenne ich ihn. Wäre immerhin möglich, schließlich habe ich ständig mit diesen Leuten zu tun. In meinem Beruf reicht der Bekanntenkreis von ganz oben bis weit nach unten.«

Sie erreichten die erste Etage, und Lydia drückte die Tür, die nicht ganz geschlossen war, vorsichtig auf.

»Bitte gehen Sie zuerst hinein«, sagte sie tonlos. »Ich ... ich schaff‘s nicht, es geht über meine Kräfte.«

Bernd legte ihr beruhigend die Hand auf die Schulter.

»Morgen werden Sie sich besser fühlen.« Er ging an ihr vorbei. »Wo ist die Küche?«

»Gleich links.«

Bernd öffnete die Küchentür. Glas zerbrach knirschend unter seinen Schuhen, und er sah das blutige Messer, mit dem Lydia zugestoßen hatte.

»Kommen Sie bitte?« Bernd drehte sich um und winkte dem Mädchen zu.

Sie biss sich in die Faust und sah ihn mit großen, ängstlichen Augen an.

»Muss das sein?«

»Nur einen Augenblick«, erwiderte Bernd Schuster.

Ihre Schuhe schienen mit Bleiplatten besohlt zu sein. Jeder Schritt war für sie ungemein beschwerlich. Sie schaute nicht in die Küche, sondern starrte Bernd unentwegt in die Augen.

Erst als er den Kopf drehte, blickte sie in die gleiche Richtung wie er auf den Küchenboden.

Und da lag niemand!

7

Die Leiche war verschwunden!

»Das ... das verstehe ich nicht«, stammelte Lydia. »Wieso ist der Tote nicht mehr da?«

»Sind Sie sicher, dass er wirklich tot war?«, fragte Bernd.

»Aber ja. Ich stach zu, und er fiel um, als hätte ihn der Blitz erschlagen. Er konnte nicht mehr aufstehen und fortgehen. Dies ist kein Horrorfilm.«

»Vielleicht wartete ein Komplize unten auf ihn. Als er Sie aus dem Haus stürzen sah, ging er nach oben und schaffte seinen toten Kumpan fort.«

Lydia nickte heftig.

»Ja, ja, so muss es gewesen sein, genauso, Herr Schuster.«

»Nennen Sie mich Bernd!« Er hob das Messer auf und legte es auf die Arbeitsplatte.

»Er hat mich wie einen Mann geschlagen«, flüsterte Lydia. »Noch nie wurde ich so brutal misshandelt.«

»Wie sah der Bursche aus?«, fragte Bernd Schuster.

»Langes, unsympathisches Gesicht - spitze Nase. Sie sprang ziemlich weit vor. Dunkles Haar, unregelmäßige Zähne. Ich fürchte, mehr kann ich Ihnen nicht anbieten.«

Bernd ließ sein Gedächtnis arbeiten, aber vergeblich. Auch er kannte den Mann, der Lydia überfallen hatte, sicher nicht. Zudem war die Beschreibung ziemlich dürftig. Sie passte auf jeden zehnten Mann in der Stadt. Er verließ mit ihr die Küche und ließ sich an Ort und Stelle noch einmal genau erzählen, was sich zugetragen hatte.

»Er war im Schrank versteckt, als Sie das Wohnzimmer betraten«, sagte Bernd angesichts der offenen Schranktür. »Als Sie zum Fenster gingen, kam er heraus ...«

»Ich werde das bis an mein Lebensende nicht vergessen«, flüsterte Lydia.

Bernd suchte nach Spuren, fand jedoch keine. Irgendwo in der Stadt würde demnächst eine Leiche auftauchen. Ein Toter mit einer Stichwunde - und niemand würde wissen, wer es getan hatte.

Warum bereitete man sich diese Mühe? Damit Lydia Genthin keine Scherereien mit der Polizei hatte, denn sie wurde noch gebraucht. Bernd befürchtete, dass bald ein anderer Mann bei ihr auftauchen würde.

8

Der »Leiche« ging es gut. Klaus Berger hatte wieder einmal großes Pech gehabt. Als Lydia ihn mit dem Messer am Oberarm verletzte, löste sie einen Reflex aus, der ihm das Gleichgewicht raubte. Er kippte nach hinten, schlug mit dem Hinterkopf auf die Hartholzkante der Arbeitsplatte, und ihm wurde schwarz vor den Augen.

Deshalb hatte ihn Lydia für tot gehalten, tatsächlich aber war er nur ohnmächtig.

Als er zu sich kam, war er allein, und da er nicht wusste, was Lydia in ihrer Panik anstellen würde, hatte er sich aus ihrer Wohnung verzogen.

Er war nach Hause gefahren, hatte die Wunde, die ihn nur unwesentlich behinderte, verarztet, sich umgezogen und sich anschließend zu Samuel Varresco begeben, um ihm mitzuteilen, dass er auf Lydia Genthin noch etwas warten müsse.

Der Verbrecher wohnte wie ein Filmstar - und sah auch so aus. Er war groß und schlank, hatte schwarzes Haar und himmelblaue Augen. In jungen Jahren hatte er als Dressman gearbeitet, doch bald war ihm klargeworden, dass er mit seinen Fähigkeiten auf der anderen Seite des Gesetzes mehr Geld einsacken konnte - und auch schneller.

Bis zu Frank Genthins Verschwinden hatte er ein unbekümmertes Leben geführt. Es hatte für ihn kein Problem gegeben, das er nicht aus der Welt zu schaffen wusste - entweder mit Geld oder mit Mord.

Hohe Bäume standen auf dem großen Grundstück und spendeten angenehmen Schatten.

Als Berger aus seinem Wagen stieg, tobten die Hunde im Zwinger, zwei Tigerdoggen und drei Deutsche Schäferhunde, auf den Mann dressierte Killerhunde.

Obwohl sie hinter Gitter waren, fühlte Klaus Berger ein starkes Unbehagen bei ihrem Anblick. Sie knurrten und kläfften wie verrückt, als hassten sie nichts mehr als ihn, und das zeigten sie ihm mit hochgezogenen Lefzen, die ihre Reißzähne frei gaben.

Berger schluckte trocken und beeilte sich, das Haus zu betreten.

»Du kommst allein?«

Samuel Varresco saß in seinem großen, geräumigen Arbeitszimmer hinter einem klobigen Schreibtisch und musterte ihn kalt.

Zwei seiner Leibwächter befanden sich bei Varresco.

Berger nickte ihnen scheu zu. Sie waren ihm nicht geheuer. Mit unbewegten Mienen sahen sie ihn an, als sei er Abfall.

»Du bist allein?«, knurrte Varresco.

»Ja, Boss, jetzt, aber ...«

»Ich habe dich zu Lydia Genthin geschickt. Warst du noch nicht bei ihr?«

»Doch, Boss, natürlich, nur ...«

»Verdammt noch mal, ich habe dir aufgetragen, sie zu mir zu bringen!«, schrie Varresco und schlug mit der flachen Hand auf den Schreibtisch. Berger zuckte zusammen, als hätte der Verbrecherboss eine Pistole auf ihn abgefeuert. »Wo ist sie?«

»Das ... das weiß ich nicht.«

»Das weißt du nicht?«, fragte Varresco, und eine Zornader schwoll an seiner Stirn.

»Lass mich das bitte erklären«, sagte Klaus Berger hastig. »Ich war in ihrer Wohnung, sie kam nach Hause, und ich schnappte sie mir in der Küche. Mit beiden Händen habe ich sie gewürgt. Ich wollte, dass sie das Bewusstsein verliert. Danach hätte ich sie zum Wagen geschafft und hierhergebracht.«

»Na gut, und warum hast du es dir dann anders überlegt?«, fragte Samuel Varresco grimmig.

»Sie erwischte ein Messer und stieß es mir in den Arm. Na ja, und dann - ich muss irgendwie die Balance verloren haben -, knallte mit dem Schädel irgendwo gegen und trat kurz weg. Als ich zu mir kam, war das Mädchen nicht mehr da.«

»Was hast du erwartet? Dass sie bei dir bleibt, bis du die Augen wieder aufschlägst?«

Berger warf den Leibwächtern einen unsicheren Blick zu. Wenn der Boss jetzt einen Wutanfall kriegte, würde Blut fließen.

»Dir ist doch noch bewusst, dass das eine Bewährungsprobe war«, sagte Varresco gefährlich leise.

»Ich bringe dir das Mädchen, Boss, kein Problem.«

»Kein Problem? Du schaffst es ja nicht mal, ein schlafendes Baby aus ’ner unbewachten Wiege zu klauen. Verdammt, ich dachte, du würdest dich diesmal zusammenreißen, weil du einiges aufzuholen hast, aber du hast wieder versagt.«

Berger hüstelte.

»Versagt - so würde ich das nicht direkt nennen, Boss.«

»Wie denn sonst?«

»Na ja, es ging bloß der erste Versuch daneben, aber im zweiten Anlauf kriege ich die Kleine, darauf kannst du dich verlassen. Und ich bringe sie dann auch gleich hierher.«

»Es gibt keinen zweiten Anlauf mehr für dich, Klaus.«

»Aber Boss ...«

»Du bist raus aus dem Geschäft. Ich kann es mir nicht leisten, mit einer solchen Niete zu arbeiten. Lydia Genthin ist bestimmt zu den Polypen gerannt, und die werden sich jetzt mit großem Eifer dafür interessieren, wer der Trottel war, der sie in ihrer Wohnung überfiel - und wer ihn zu ihr geschickt hat. Wenn du dich dort noch mal blicken lässt, läufst du den Polizisten direkt in die Arme, aber das geht ja in deinen Holzkopf nicht hinein.«

Berger leckte sich aufgeregt die Lippen. Er bangte nicht so sehr um seinen Job als um sein Leben.

»Boss, gib mir noch eine Chance!«, flehte er.

»Die hattest du«, erwiderte Varresco kalt. »Und nun will ich von dir nichts mehr wissen, also verzieh dich, bevor ich die beiden hier bitte, dass sie sich um dich kümmern.«

Die bulligen Leibwächter grinsten breit. Es wäre ihnen eine Freude gewesen, Klaus Berger zu erledigen.

»Tritt mir ja nicht mehr unter die Augen!«, warnte Varresco den Gefeuerten. Das Dienstverhältnis war damit beendet, und der Verbrecherboss ließ Berger wissen, dass ihm heute eine große Gnade zuteilwurde. »Wenn ich schlecht gelaunt wäre, hätte ich dich von meinen beiden Freunden hier abservieren lassen.«

Berger wusste, dass man Varresco niemals umstimmen konnte. Wenn der sich einmal eine Meinung gebildet hatte, konnte ihn nichts und niemand mehr davon abbringen. Deshalb war es vernünftiger, statt eines langen, sinnlosen Palavers den Rückzug anzutreten. Es war tatsächlich Glück im Unglück, dass Varresco ihm das Leben ließ. Schließlich wusste er einiges, mit dem er dem Verbrecher hätte schaden können.

Wenn Varresco ihn laufenließ, ging er ein Risiko ein, das nicht abzuschätzen war. So gnädig war Samuel Varresco sonst nie, deshalb wollte Berger diesen günstigen Wind nutzen und mit vollen Segeln abrauschen.

Es war nicht so schlimm, dass Samuel Varresco nichts mehr von ihm wissen wollte. Es gab andere Leute, denen er seine Dienste anbieten konnte. Er musste nicht unbedingt für Varresco arbeiten.

Wortlos drehte er sich um und ließ den Kopf hängen wie ein geprügelter Hund. Das war Show, so zerknirscht war er gar nicht, aber Varresco sollte es glauben.

Schwitzend verließ er das Haus. Er zog sein Taschentuch heraus und trocknete sich die Stirn.

Im Haus fragte einer der Leibwächter: »Lässt du ihn wirklich laufen, Boss? Was ist, wenn er quatscht?«

»Ich denke auch, dass es besser wäre, ihm mit einer Kugel das Maul zu stopfen«, sagte der andere.

Samuel Varresco grinste wölfisch.

»Ich fürchte, er wird nicht weit gelangen.« Er griff unter den Tisch, und seine Finger tasteten nach dem Knopf, der dort verborgen war.

Jetzt grinsten auch die beiden, denn sie wussten, welche Funktion dieser Knopf hatte: Damit konnte Varresco die Zwingertür öffnen.

Berger schob das Taschentuch in die Hosentasche. Die Hunde im Zwinger spielten gleich wieder verrückt.

Im Zwinger?

Himmel, die Tür war offen!

Die Hunde waren frei!

Berger traf vor Schreck beinahe der Schlag. Er stieß einen heulenden Schrei aus und wollte ins Haus zurückspringen, doch das war nur möglich, wenn Varresco drinnen die automatische Verriegelung öffnete. Schreiend warf sich Berger gegen die Tür.

»Boss, lass mich rein! Die Hunde ...!«

Pfeilschnell schossen die vierbeinigen Bestien heran. Es war ein Wettrennen, die Trophäe war Klaus Berger. Er schlug mit den Fäusten gegen die Tür, seine Schreie wurden immer schriller. Der Boss hatte ihn belogen, das begriff er in diesem entsetzlichen Augenblick.

Wie sollte er sich jetzt noch in Sicherheit bringen? Die Hunde waren schon so nahe. Er hörte das Kratzen ihrer Pfoten auf den Stufen, ihr Hecheln und Keuchen.

Obwohl es keinen Sinn mehr hatte, versuchte er seinen Wagen zu erreichen. Wenn er das Unmögliche schaffte, wenn es ihm gelang, sich einzusperren, konnten ihm die gefährlichen Bestien nichts anhaben.

Er flankte über eine Steinbrüstung, landete in weichem Gras, ging in die Knie, schnellte sofort wieder hoch und hetzte auf seinen Wagen zu.

Die Hunde kehrten um. Schnell wie der Blitz waren sie. Dennoch schaffte es Berger, sein Fahrzeug zu erreichen. Es gelang ihm sogar noch, die Tür aufzureißen, aber dann ...

Als der erste Hund zubiss, wusste er, dass er verloren war.

9

Franziska Jahn schnitt kein besonders glückliches Gesicht, als Bernd Schuster mit Lydia Genthin bei ihr aufkreuzte. Lydia sah verflixt gut aus, das störte Franziska ein bisschen. Obwohl sie sich einredete, dass Bernd nicht mehr und nicht weniger für Lydia tat als für jede andere Klientin, meldete sich doch die idiotische Eifersucht, über die Franziska so gern erhaben gewesen wäre.

»Lydia kann zu Hause nicht bleiben«, erklärte Bernd Schuster, nachdem er kurz berichtet hatte, dass der Tote verschwunden war. »Sie muss mit einem weiteren unerfreulichen Besuch rechnen. Um das zu verhindern, möchte ich sie dir anvertrauen. Sie darf doch fürs Erste in deinem Apartment wohnen?«

»Klar«, antwortete Franziska.

»Ich bereite Ihnen solche Umstände«, sagte Lydia verlegen. »Das ist mir wirklich sehr unangenehm, Frau Jahn.«

»Ach, das sind doch keine Umstände«, widersprach Bernds Assistentin freundlich.

»Ich wollte mir ein Zimmer in einem Hotel nehmen, aber Bernd sagte, es wäre besser, hier unterzuschlüpfen.«

‚Sie nennt ihn schon Bernd!‘, durchzuckte es Franziska. ‚Dumme Pute!‘, schalt sie sich dann aber ärgerlich. ‚Warum sollte sie ihn nicht Bernd nennen? Du hast darauf kein Monopol. Und eifersüchtig muss ich nun wirklich nicht sein. Bernd hat in seinem Beruf genügend Versuchungen, und ich hoffe, er widersteht auch dieser!‘

»Ich zeige Ihnen, wo Sie schlafen können«, sagte sie schnell. »Sie sind nicht die erste, die Bernd bei mir einquartiert, also machen Sie sich keine Gedanken. Ich bin sicher, wir werden einen amüsanten Abend verbringen, Lydia. Ich darf sie doch so nennen?«

»Natürlich, Frau Jahn.«

»Franziska.«

»Okay - Franziska«, sagte Lydia seufzend. »Sie beide sind sehr nett zu mir.«

‚Oh, zu hübschen Frauen ist Bernd Schuster manchmal noch viel netter‘, dachte Franziska. Sie nahm Lydia bei der Hand und führte sie nach nebenan.

Lächelnd sagte sie: »Ich hoffe, Sie haben einen angenehmen Aufenthalt im Hotel Jahn. Dort drüben ist das Bad. Wenn Sie sich ein wenig erfrischen wollen ...«

»Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll.«

»Wie sagt man so schön? Bernds Freunde sind auch meine Freunde.«

»Er ist ein großartiger Mann«, bemerkte Lydia.

»O ja, und für die, die er mag, geht er durchs Feuer«, gab Franziska zurück.

»Ich habe überhaupt nichts bei mir.«

»Sie erhalten von mir, was Sie brauchen«, entgegnete Franziska und holte zwei Handtücher und ein Nachthemd aus

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. , um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Berliner Mordstalente denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen