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Krimi Doppelband 112 - Zwei spannende Thriller in einem Band!

Krimi Doppelband 112 - Zwei spannende Thriller in einem Band!

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Krimi Doppelband 112 - Zwei spannende Thriller in einem Band!

Länge:
258 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Jan. 2022
ISBN:
9783753201153
Format:
Buch

Beschreibung

Dieser Band enthält folgende Krimis:



Der Hunderttausend-Dollar-Job (Wolf G. Rahn)

Der Kommissar und das Nashorn (Alfred Bekker)





Eine Reihe von Morden beschäftigt das Ermittler-Team um Kommissar Kubinke vom Bundeskriminalamt in Berlin. Die Opfer sind selbst Kriminelle und waren allesamt an einem Einbruch beteiligt, bei dem das Horn eines Nashorns abhanden kam. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel...


Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jack Raymond, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Jan. 2022
ISBN:
9783753201153
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Krimi Doppelband 112 - Zwei spannende Thriller in einem Band! - Alfred Bekker

Der Hunderttausend-Dollar-Job

Krimi von Wolf G. Rahn

Der Umfang dieses Buchs entspricht 117 Taschenbuchseiten.

Ein junges Mädchen läuft Bount Reiniger spätabends vor das Auto. Bevor der Privatdetektiv ihr helfen kann, verschwindet sie spurlos. Tags drauf wird Reiniger von Gordon Hepford, dem Vater des Mädchens, beauftragt, die verschwundenen Tagebücher seiner Tochter Sarah wiederzufinden. Offensichtlich ist der Inhalt höchst brisant, denn Sarah wird vor den Augen ihres Vaters und Reinigers entführt. Die Gangster fordern die Herausgabe der Tagebücher gegen Sahras Freilassung, denn die Kidnapper sind davon überzeugt, der Detektiv habe sie – doch der steht vor einem Rätsel ...

nb

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author / COVER: FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Die Hauptpersonen des Roman:

Gordon Hepford - Er sorgt sich mehr um seinen Ruf als um seine Tochter.

Sarah Hepford - Ihre Beobachtungen finden wenig Beifall. Ein Platz im Hudson ist für sie schon reserviert.

Nat Gilbert - Er ist entschlossen, schon in jungen Jahren das ganz große Geld zu verdienen.

Daniel Hurston - Er versteht es, Druck auszuüben. Dabei sitzt ihm selbst eine Laus im Pelz.

Mickey, Blacky, Bull - Verrat wird bei ihnen hart gesühnt.

June March - ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger - ist Privatdetektiv.

1

Bount Reiniger befand sich in ausgezeichneter Stimmung. Nach langer Zeit hatte er wieder mal Muße für einen Theaterbesuch gefunden. Die Aufführung von „Evita" war ein Volltreffer gewesen. Jetzt überlegte er, ob er den Abend noch durch einen kurzen Barbesuch verlängern sollte. Für den morgigen Tag stand nichts Dringendes an. Das Gespräch mit Boyd Findow war erst für den Nachmittag vereinbart.

Er fuhr mit seinem Mercedes 450 SL vom Broadway herunter, denn hier stockte der Verkehr wie immer, wenn die Theater ihre Besucherströme ausspien.

Die Straße glänzte. Es hatte ein wenig geregnet, doch es reichte nicht aus, die Hitze, die in den Wolkenkratzerschluchten hing, zu vertreiben

Bount gähnte. Er entschloss sich, doch nach Hause zu fahren. Einmal richtig auszuschlafen, war auch etwas, was er sich nicht oft gönnte. Das war mehr wert als ein Drink und eine Plauderei mit einem flüchtigen Bekannten, den er unweigerlich getroffen hätte.

Er fuhr jetzt auf der 69sten Straße. Sie war frei, und er konnte etwas mehr Gas geben. Der Motor brummte zufrieden auf.

Plötzlich sah Bount einen Schatten vor seinen Wagen huschen. Instinktiv trat er auf die Bremse, denn zum Ausweichen war es zu spät.

Die Reifen wimmerten auf und radierten über den Asphalt. Bount blickte in zwei aufgerissene Augen, die direkt auf ihn zurasten. Dann erfolgte ein dumpfer Laut. Der Wagen kam zum Stehen.

Bount zerbiss einen Fluch, während er auf die Straße sprang, um sich zu vergewissern, was passiert war. So viel stand fest: Jemand war ihm direkt vor den Kühler gelaufen. Entweder in voller Absicht oder aus Unaufmerksamkeit.

Es handelte sich um ein Mädchen mit kurzen, braunen Haaren. Es war höchstens sechzehn Jahre alt, wenn es auch einen gut entwickelten Eindruck machte. Die Augen hatte es geschlossen, doch es atmete. Bount fühlte den Puls und suchte nach einer Verletzung. Der Zusammenstoß war nicht sehr stark gewesen. Er hoffte, dass er ohne ernstliche Folgen geblieben war.

Ein Auto fuhr an ihm vorbei und hupte. Der Fahrer begriff nicht, was hier geschehen war.

Nennenswerte äußere Verletzungen konnte Bount nicht entdecken. Lediglich ein paar Schrammen hatte das Mädchen davongetragen. Trotzdem war es besser, wenn sich ein Arzt darum kümmerte.

Bount betrachtete das hübsche Gesicht, während er sich bemühte, das Mädchen zu sich zu bringen. Was mochte der Grund für diese kopflose Tat gewesen sein? Verzweiflung? Angst? Oder nur Zerstreutheit und übergroße Eile? Auf jeden Fall hätte es schlimm ausgehen können.

„Hören Sie mich?", fragte er immer wieder und klopfte ihr leicht auf die Wange, die ziemlich schmutzig war.

Seine Bemühungen hatten endlich Erfolg. Das Mädchen schlug die Augen auf, hübsche, aber ängstliche, braune Augen.

Offensichtlich kam es mit der Situation nicht zurecht. Es begriff nicht, was geschehen war.

„Sie sind mir vor den Wagen gelaufen, Miss, aber Sie haben noch einmal Glück gehabt. Wie fühlen Sie sich?"

„Ich ... ich weiß nicht. Wer sind Sie?"

„Mein Name ist Bount Reiniger. Ich bringe Sie jetzt zu einem Arzt und anschließend nach Hause. Stützen Sie sich auf meinen Arm. Sie brauchen keine Angst zu haben."

Bount sagte das nicht ohne Grund, denn das Mädchen riss die Augen entsetzt auf, als hätte er es mit seiner Pistole bedroht.

Er hob sie hoch, da sie keine Anstalten traf, sich aufzurichten.

In diesem Augenblick sprang ihn etwas von hinten an, und eine wütende Stimme krächzte: „Lass sie los, du Dreckskerl!"

Bount taumelte und versuchte, nicht zu stürzen, da er das Mädchen hielt.

Er erhielt den nächsten Hieb, der mit Kraft und Wut geführt wurde. Ihm blieb nun nichts anderes übrig, als sich seinem unerwarteten Gegner zu stellen.

So vorsichtig wie möglich ließ er das Mädchen los und schnellte herum. Seine Hände waren geballt, bereit zuzuschlagen.

Es gelang ihm gerade noch, einen Schlag abzuwehren, der voll sein Kinn getroffen hatte. Er schlug den Arm zur Seite und konterte geschickt.

Der Angreifer war ein langmähniger blonder Bursche, dessen Gesicht wutverzerrt war. Er war vielleicht achtzehn Jahre alt. Auf irgendeine Weise schien er zu dem Mädchen zu gehören. Vielleicht hatte er aber auch nur die falschen Schlüsse aus Bounts Bemühungen um die Angefahrene gezogen.

„Lassen Sie uns drüber reden", schlug Bount vor.

Doch der Bursche wollte nicht reden, und wenn, dann mit den Fäusten. Das verstand er erstaunlich gut. Er veranstaltete ein wahres Trommelfeuer, von dem Bount allerdings den größten Teil abblockte und die passende Antwort nicht schuldig blieb.

„Sie geht dich nichts an, schrie der Langmähnige. „Lass die Finger von ihr, sonst lernst du mich richtig kennen.

Auf Drohungen reagierte Bount Reiniger für gewöhnlich aggressiv. So auch diesmal. Er war sich keiner Schuld bewusst. Nur seiner Reaktionsschnelligkeit hatte das Mädchen es zu verdanken, dass es noch lebte oder zumindest nicht schwer verletzt war. Er wollte helfen und hatte nicht nötig, sich von einem hergelaufenen jungen Bengel zur Rechenschaft ziehen zu lassen.

Mit scharfem Auge erspähte er eine Deckungslücke und schoss eine Gerade hinein.

Sein Widersacher stieß einen gurgelnden Laut aus. Er brauchte einige Zeit, um den Treffer zu verdauen.

Diese Zeit gewährte ihm Bount aber nicht. Er hatte nicht die Absicht, die Auseinandersetzung länger als nötig auszudehnen. Er hatte sich entschieden, sein Bett aufzusuchen, und das würde er auch tun, sobald er das Mädchen versorgt hatte. Von diesem Lümmel mit der Löwenmähne ließ er sich nicht aufhalten.

Er schickte einen Haken hinterher, was ein schmerzgequältes Ächzen zur Folge hatte.

„Dich erwische ich schon noch", versprach der Angeschlagene und schüttelte seine Fäuste. Gleichzeitig aber zog er sich zwei Schritte zurück. Er zeigte Respekt vor seinem Gegner, den er überrumpelt zu haben glaubte.

„Hau ab!, rief Bount Reiniger. „Burschen deiner Machart habe ich schon vor mir hergejagt, als ich noch in die Schule ging. Er ging auf den anderen zu, und seine Miene versprach nichts Angenehmes.

Da nahm der Halunke seine Beine in die Hand und rannte davon. Er überquerte die Straße mit langen Sätzen. Auf der gegenüberliegenden Seite wandte er sich noch einmal um und zeigte ein grimmiges Gesicht. Er hob einen faustgroßen Pflasterstein auf und schleuderte ihn in die Richtung des Detektivs.

Bount fing das Geschoss mit beiden Händen auf. Er wollte verhindern, dass es die Karosserie seines Wagens beschädigte.

„Wir sehen uns wieder, Opa!, brüllte der Junge zornig. „Du wirst noch bereuen, dass du mich angefasst hast.

Damit verschwand er endgültig, und Bount maß seiner Drohung keine Bedeutung bei. Falls er und das Mädchen zusammengehörten, würde es ihm erklären müssen, wie alles zusammenhing. Ansonsten war eine zweite Begegnung einigermaßen unwahrscheinlich.

Bount kehrte zum Wagen zurück, um nun endlich die Unbekannte zum Arzt zu fahren, aber sie war verschwunden. Offensichtlich hatte sie die Zeit des kurzen Kampfes benutzt, sich unbeobachtet davonzustehlen.

Im ersten Moment ärgerte sich Bount darüber, aber schon bald schloss er daraus, dass das Mädchen demnach keine ärztliche Hilfe benötigte. Das war ein gutes Zeichen.

Allerdings blieb die Sorge, dass es sich vielleicht doch in voller Absicht vor seinen Wagen geworfen hatte und diesen Versuch wiederholen könnte.

Der Gedanke ließ ihn nicht los. Bount warf sich hinter das Lenkrad und ließ den Motor aufheulen. Er suchte die umliegenden Straßen ab, hatte aber keinen Erfolg. Nirgends entdeckte er die Fremde. Sie blieb wie vom Erdboden verschluckt. Allem Anschein nach hatte sie der überstandene Schreck von weiteren Unüberlegtheiten abgehalten.

2

Trotzdem ließ ihm das Erlebnis keine Ruhe. Bount ließ am nächsten Morgen von June March einen ganzen Stapel Zeitungen besorgen und daraufhin durchsehen, ob eine Notiz von einem Selbstmordversuch eines jungen Mädchens zu finden war.

Er selbst setzte sich mit Toby Rogers, dem befreundeten Leiter der Mordkommission Manhattan C/II, in Verbindung. Toby sollte sich ein bisschen bei den Kollegen umhorchen. Ein Verkehrsunfall mit mehr oder weniger schweren Auswirkungen hätte bekannt sein müssen.

Unfälle hatte es in der vergangenen Nacht eine ganze Reihe gegeben, doch bei keinem war ein Mädchen beteiligt gewesen, auf das Bounts Beschreibung passte.

„Ich glaube, du brauchst darüber nicht nachzugrübeln, meinte der schwergewichtige Captain. „Wahrscheinlich kam die Kleine gerade aus einer Disco und war in Gedanken noch bei ihrem Freund, als sie dir vor den Wagen lief. Sie ist davongerannt, weil ihre Eltern vielleicht nichts davon wissen dürfen. Sie kann es auch mit der Angst zu tun bekommen haben, als du dich plötzlich zu prügeln anfingst.

„Angefangen hat der Bengel, stellte Bount richtig. „Aber vermutlich hast du recht, Toby. Meine Sorge ist unbegründet. Wie geht es dir sonst so? Kein Mangel an Arbeit?

Toby Rogers ließ ein giftiges Lachen hören. „Das bleibt ein Wunschtraum. Grüße June von mir!"

„Werde ich besorgen." Bount legte den Hörer auf und richtete June die aufgetragenen Grüße aus.

Seine blonde Mitarbeiterin hatte sich inzwischen durch den Zeitungsstapel gewühlt. Ohne Erfolg.

Bount war erleichtert und wandte sich einigen Akten zu, die er noch durcharbeiten wollte, bevor er sich mit Boyd Findow unterhielt.

Lange konnte er aber nicht in Ruhe arbeiten.

June befand sich gerade in der kleinen Küche, die sich an sein Büro anschloss, um einen Kaffee zu bereiten, als das Telefon anschlug.

„Detektei Reiniger, meldete er sich. „Büro für private Ermittlungen.

Der Mann am anderen Ende der Leitung vergaß, seinen Namen zu nennen. Er kam gleich zur Sache.

„Sind Sie an einem guten Geschäft interessiert, Mister Reiniger?"

„An Geschäften bin ich immer interessiert, gab Bount zurück. „An guten ganz besonders. Was kann ich für Sie tun?

„Verkaufen Sie mir die Bücher! Sie können ohnehin nichts damit anfangen, aber für zehn Riesen haben Sie vermutlich eine Verwendung."

Bount war alles andere als ein Langsamdenker, doch diesmal war er überfordert.

„Von welchen Büchern sprechen Sie?", erkundigte er sich.

Er hörte ein meckerndes Lachen, das aber gleich wieder verstummte. „Stellen Sie sich nicht ahnungslos. Ich meine die Tagebücher, die sich in Ihrem Besitz befinden. Wenn Ihnen zehn Riesen zu wenig sind, dann nennen Sie mir Ihren Preis. Man kann schließlich über alles reden."

„Das ist grundsätzlich richtig, Mister, doch es ist schwierig, über Dinge zu reden, von denen man nichts weiß. Ich führe kein Tagebuch, und wenn, dann würde ich es bestimmt nicht verkaufen. Ich fürchte, Sie haben sich in der Adresse geirrt."

„Diese Sorge quält mich nicht. Ich weiß genau, dass Sie die Bücher haben. Warum wollen Sie ein Geheimnis daraus machen? Sie sind doch ein kluger Kopf."

„Es gibt Ausnahmen, erklärte Bount. Es war ihm ein Rätsel, was der Unbekannte eigentlich meinte. „Falls Sie nicht bereit sind, deutlicher zu werden, halte ich es für das Beste, unser kleines Gespräch zu beenden. Ich gehöre zu den Menschen, die für ihr Geld hart arbeiten müssen.

„Zwanzigtausend, und dafür brauchen Sie überhaupt nicht zu arbeiten. Wie gefällt Ihnen das?"

Bount fischte sich eine Pall Mall aus der Packung und zündete sie an. Er blies den Rauch über den Schreibtisch. Sein Gesicht war angespannt.

„Sie bieten mir zwanzigtausend Dollar für ein paar Bücher, die ich nicht besitze?"

Der andere wurde eine Spur lauter. „Sie wiederholen sich, Reiniger. Wenn Sie den Preis in die Höhe treiben wollen, brauchen Sie das nur zu sagen. Aber Ihr dämliches Gequatsche schmeckt mir nicht. Ich lasse mich nämlich nicht gern für dumm verkaufen. Verstanden?"

„Sie sprechen ja laut und deutlich. Aber durch Schreien allein wird Ihr Ansinnen nicht verständlicher."

„Sie halten sich offenbar für sehr gescheit. Dabei vergessen Sie aber, dass es immer einen noch Gescheiteren gibt. Ich biete Ihnen ein faires Geschäft an. Wenn Sie das ablehnen, kann ich auch ungemütlich werden. Verdammt ungemütlich sogar. Das sollten Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen. Ich bekomme die Bücher. So oder so. Sie finden Ihren Meister."

„Und wer sind Sie?"

„Probieren Sie’s lieber nicht aus, Reiniger. Ich mache Ihnen jetzt mein letztes Angebot. Fünfzigtausend Dollar in bar. Sie erhalten das Geld im Austausch gegen die Bücher. Danach werden wir nie wieder etwas miteinander zu tun haben. Wenn Sie kein Narr sind, erklären Sie sich einverstanden."

Fünfzigtausend Dollar in bar! Wer zahlte eine derartige Summe für ein paar Tagebücher? Was stand in diesen Büchern? Sicher waren es nicht nur belanglose Aufzeichnungen, wie sie Teenager über ihre ersten Liebeserlebnisse festzuhalten pflegten.

Schlagartig klingelte es bei Bount Reiniger. Teenager? Hatte er nicht erst gestern mit einem jungen Mädchen Kontakt gehabt? Es war durchaus denkbar, dass der Anrufer das beobachtet hatte und nun der Meinung war, dessen Tagebücher befänden sich in seinem Besitz.

Dadurch wurde auch die Erregung der Kleinen verständlicher. Sie fühlte sich bedroht.

Bount Reiniger dachte an den langmähnigen Burschen, der ihn angegriffen hatte. War er der Unbekannte am Telefon? Dieser Schluss drängte sich geradezu auf, wenn er auch die Stimme nicht wiedererkannte.

Auf jeden Fall hielt er es für angebracht, ab sofort etwas diplomatischer vorzugehen. Ihn schreckte nicht die Drohung des anderen, doch wenn jemand bereit war, fünfzigtausend Dollar zu zahlen, dann war er auch entschlossen, seinen Willen durchzusetzen. Unter Umständen musste das Mädchen es büßen, falls er auf stur schaltete.

„Ihr Angebot kommt ein wenig überraschend für mich, lenkte Bount zögernd ein. „Ich kenne Sie nicht und weiß nicht, ob ich Ihnen trauen kann. Wie haben Sie sich die Übergabe vorgestellt?

Der Anrufer lachte zufrieden. „Na also! Das hört sich ja schon vernünftiger an. Das möchte ich Ihnen auch geraten haben. Ich schlage vor, wir treffen uns an einem Ort, an dem keiner den anderen hereinlegen kann. Sie bringen die Bücher und ich das Geld. Während Sie die Mäuse zählen, vergewissere ich mich, ob Sie mir keine Fälschungen andrehen wollen. Danach trennen wir uns wieder und vergessen unser kleines Geschäft. Was halten Sie davon?"

„Hört sich vernünftig an", meinte Bount Reiniger.

„Das ist es auch, Reiniger. Ich habe kein Interesse, Sie zu betrügen. Allerdings erwarte ich, dass auch Sie ein ehrliches Spiel spielen, sonst ..."

„Sonst können Sie ungemütlich werden, ich weiß. Wo wollen wir uns treffen?"

„Kennen Sie den Flushing Cemetery?"

„Drüben in Queens?"

„Richtig. Ich erwarte Sie dort in zwei Stunden. Kommen Sie allein! Falls Sie einen Trick versuchen, wird es Ihr letzter sein."

„Ihre Argumente sind wirklich sehr anschaulich", sagte Bount Reiniger spöttisch. Insgeheim überlegte er, ob der Mann in so kurzer Zeit fünfzigtausend Dollar in bar auftreiben konnte. Vermutlich hatte er das gar nicht vor. Er warnte zwar vor Tricks, doch zweifellos wollte er sich selbst nicht an die Spielregeln halten.

„Ich bin mit dem Treffpunkt einverstanden. erklärte er, „nicht jedoch mit der Zeit.

„Wieso nicht?"

„Sie haben anscheinend vergessen, dass ich ein Detektivbüro unterhalte. Ich verdiene meine Brötchen damit, dass ich anderen Menschen meine Dienste anbiete. Mein Terminkalender ist für diese Woche ausgebucht. In zwei Stunden treffe ich mich mit einem wichtigen Klienten."

„Zahlt er Ihnen auch fünfzig Riesen? Der Mann am anderen Ende der Leitung schnaufte verächtlich. „Sagen Sie dem Kerl ab.

„Wie stellen Sie sich das vor? Man rechnet mit meiner Zuverlässigkeit. Ich gehe nicht mit Ihnen ein Geschäft ein, um mich auf der anderen Seite zu ruinieren. Ich will versuchen, ob ich einen Termin verschieben kann. Das bedarf aber einer genauen Prüfung. Schließlich liegt es weder in Ihrem noch in meinem Interesse, irgendwelchen Verdacht zu erregen."

„Wie lange brauchen Sie?", kam es argwöhnisch.

„Melden Sie sich morgen wieder, oder geben Sie mir am besten Ihre Telefonnummer, dann kann ich Sie anrufen."

„Diesen Vorschlag meinen Sie doch wohl nicht ernst, Reiniger. Also gut, ich melde mich morgen früh. Ihrer Gesundheit und weiteren Arbeitskraft zuliebe sollten Sie bis dahin mit keinem Menschen über unsere Abmachung reden. Falls Sie glauben, mich austricksen zu können, werden Sie eine unangenehme Überraschung erleben. Beweisen Sie, dass Sie tatsächlich so klug sind, wie einige Leute Sie einschätzen. Es lohnt sich."

Das Knacken in der

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