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Der Bogenschütze von Sherwood: Drei Mittelalter-Romane

Der Bogenschütze von Sherwood: Drei Mittelalter-Romane

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Der Bogenschütze von Sherwood: Drei Mittelalter-Romane

Länge:
374 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
25. Jan. 2022
ISBN:
9798201279882
Format:
Buch

Beschreibung

Dieser Band enthält folgende Romane:

 

Robin Hood - Freund oder Feind?

Robin Hood - Auf dem Weg nach Camelot

Robin Hood - Sir Morgan und Robin Hood

 

 

 

Sir Morgan und seine treuen Gefährten folgen der Einladung des geheimnisvollen Schwarzen Ritters, der ebenfalls gegen John ohne Land kämpft und den Rebellen schon in manch gefährlicher Situation geholfen hat, nach Okehampton Castle. Auf ihrem Weg dorthin machen sie die Bekanntschaft von Lady Eira von Belston und ihrer Tochter, die von Soldaten belästigt und der Hexerei beschuldigt werden.

Der pockennarbige Rygan, Burgvogt von Lahnydrock Castle und rechte Hand von Sir Struan of Rosenannon, wird nicht müde im Planen neuer, tödlicher Fallen, um endlich den Rebellenführern aus Cornwall das Handwerk zu legen und Robin Hood wird auf seinem Weg zurück nach Sherwood Forest überfallen, niedergeschlagen und entführt ...

Freigegeben:
25. Jan. 2022
ISBN:
9798201279882
Format:
Buch

Über den Autor


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Der Bogenschütze von Sherwood - Tomos Forrest

Der Bogenschütze von Sherwood: Drei Mittelalter-Romane

von Tomos Forrest

Über diesen Band:

Dieser Band enthält folgende Romane:

Robin Hood - Freund oder Feind?

Robin Hood - Auf dem Weg nach Camelot

Robin Hood - Sir Morgan und Robin Hood

––––––––

Sir Morgan und seine treuen Gefährten folgen der Einladung des geheimnisvollen Schwarzen Ritters, der ebenfalls gegen John ohne Land kämpft und den Rebellen schon in manch gefährlicher Situation geholfen hat, nach Okehampton Castle. Auf ihrem Weg dorthin machen sie die Bekanntschaft von Lady Eira von Belston und ihrer Tochter, die von Soldaten belästigt und der Hexerei beschuldigt werden.

Der pockennarbige Rygan, Burgvogt von Lahnydrock Castle und rechte Hand von Sir Struan of Rosenannon, wird nicht müde im Planen neuer, tödlicher Fallen, um endlich den Rebellenführern aus Cornwall das Handwerk zu legen und Robin Hood wird auf seinem Weg zurück nach Sherwood Forest überfallen, niedergeschlagen und entführt ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

© Roman by Author / COVER EDWARD MARTIN

© dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 48: Robin Hood – Freund oder Feind

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 48: Robin Hood – Freund oder Feind

Tomos Forrest

Published by BEKKERpublishing, 2019.

Table of Contents

UPDATE ME

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 48: Robin Hood – Freund oder Feind

Tomos Forrest

––––––––

Robin-Hood-Zyklus, Band 1

––––––––

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Titelbild: nach einem Motiv von N.C. Wyeth mit Steve Mayer, 2019

Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

Ceated by Thomas Ostwald, Alfred Bekker und Jörg Martin Munsonius

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Klappentext:

Ein Treffen aller High Sheriffs wird auf Befehl Johanns, dem Bruder König Richards, den man seit der Rückkehr vom Kreuzzug aus dem Morgenland gefangen hält, einberufen, um künftig gemeinsame Jagd auf alle Rebellen und Gegner Johanns zu machen.

Sir Morgan of Launceston und Sir Baldwin of Dartmoor beschließen, mit einigen ausgesuchten Rebellen diesem Treffen beizuwohnen, denn sie ahnen, dass sich damit böses Unheil über ihren Köpfen zusammenbraut. Auf ihrem Weg dorthin treffen sie auf einen Mann, der behauptet, mit seinen Gefolgsleuten ebenfalls gegen John ohne Land, wie Johann von seinen Gegnern genannt wird, zu kämpfen. Doch warum ist er bei der Begegnung mit Sir Morgan gekleidet wie ein reicher Adliger, wenn er doch behauptet, alle Adligen zu bekämpfen? Jedenfalls ist der Löwenritter misstrauisch gegenüber diesem Mann, der sich als Sir Robert, Earl of Huntington, vorstellt ...

***

1.

„Das kann ich mir kaum vorstellen, Jory!"

Sir Baldwin, der Rote Jäger, stellte schwungvoll seinen geleerten Becher auf den grob gezimmerten Tisch der kleinen Herberge ab. Wer die beiden Männer beobachtet hätte, wäre kaum auf den Gedanken gekommen, dass hier einer der berüchtigten Anführer der Rebellen von Cornwall mit seinem Reiterhauptmann ein Gespräch über ihren getrennten Besuch des Marktes von Launceston führte. Die beiden Männer wirkten wie schlichte Bauern, trugen einfache Kittel über ihren Bruchen und hatten verschmutzte Beinlinge daran befestigt, die ebenso wie ihre vor Dreck starrenden Füße von der Alltagsarbeit auf dem Feld kündeten.

Sie schwiegen beide, weil eben der vierschrötige Wirt sein dickes, gerötetes Gesicht über den Schanktisch erhob und sich erkundigte, ob die beiden Herren noch etwas Bier wünschten.

„Ja, gern, schenk ein, und wenn das Brot fertig gebacken ist, das diesen Raum mit seinem köstlichen Duft erfüllt, hätten wir gern etwas davon!", antwortete der rothaarige Baldwin gelassen. Er bemerkte das Zögern des Wirtes und dessen erstaunten Blick, griff in den kleinen Beutel an seinem Gürtel und schüttete ein paar Kupferstücke auf den Tisch.

„Ich habe heute gute Geschäfte auf dem Markt gemacht und denke, das Geld wird reichen, was, bester Mann?", sagte er dazu mit einem breiten Lächeln.

Der Wirt grunzte nur etwas Unverständliches und eilte zu dem Bierfass mit kurzen, fast watschelnden Schritten. Der Mann war ein Unikum, unhöflich und maulfaul, wenn man sich nach seinen Speisen erkundigte, aber sobald er Geld sah, veränderte sich sein Wesen zur fast unangenehmen, katzbuckelnden Höflichkeit.

Als er mit einem großen Krug zurückkehrte und gleich darauf die Becher der beiden Rebellen füllte, brummte er kaum verständlich:

„So ist es hoffentlich recht, die Herren. Habe euch noch nie in der Gegend gesehen, was verkauft ihr denn auf dem Markt?"

Hastig strich sich der Wirt die Münzen ein und sah den großen Rothaarigen mit einem lauernden Blick an.

Auf solche Fragen war Sir Baldwin längst vorbereitet.

Gutmütig lächelnd antwortete er deshalb:

„Beste Schafwolle und ein paar Felle, Wirt. Wenn du Bedarf haben solltest, ich habe draußen meinen Handkarren stehen, da wird sich noch Wolle finden!"

„Bin Witwer, brauche nichts!", brummte der Mann als Antwort und watschelte zurück zu seinem Schankstand, während Jory breit hinter ihm grinste.

„Witwer?", echote aber Sir Baldwin, denn in diesem Augenblick öffnete sich eine schmale Holztür hinter dem Schanktisch, und eine Frau betrat den Gastraum, auf einer Holzplatte zwei frisch gebackene Brote balancierend. Mit ihr wehte der köstliche Backgeruch vom Hof herein, wo sich offenbar der Backofen befand, der schon den Geruch des Brotes bis in die Schenke verbreitet hatte.

Umso schrecklicher aber war der Anblick der Frau, deren Fettmassen offenbar nur mühsam von einem langen, schlichten Gewand verborgen wurden. Die Haare dieser Megäre fielen lang und fettig auf ihre Schultern herab, das Gesicht war von tiefen Furchen und kaum verheilten Geschwüren bedeckt, und als sie die beiden Männer in der Ecke bemerkte und sie tatsächlich freundlich begrüßte, enthüllte sie einen zahnlosen, schwarzen Mund.

„Das Brot möchtest du ja wohl kaum mehr essen, Jory, oder?", erkundigte sich leise Sir Baldwin, und der Reiterhauptmann machte eine entsetzte Miene, als die unansehnliche Magd zu ihnen herüberkam. Sie schien auf beste Weise zum Wirt zu passen, war vielleicht noch etwas fetter und ihr bodenlanges Kleid hatte unter dem verklebten Schmutz seine ursprüngliche Farbe längst verloren.

„Seid ihr hungrig, ihr Herren?", erkundigte sich die Magd mit einer seltsam hohen Fistelstimme, und fast gleichzeitig dankten beide.

„Es ist spät geworden, wir müssen in unser Dorf zurück!", sagte Sir Baldwin entschuldigend, und als die beiden an der dicken Magd vorbei zum Ausgang schritten, sah die ihnen mit noch immer offenem Mund erstaunt nach.

Dann schüttelte sie empört ihren Kopf, sodass die fettigen Strähnen nach vorn fielen, und brach sich mit ihren schmutzigen Händen selbst ein Stück von einem Brotlaib, das sie sich in den Mund stopfte, um es möglichst mit viel Speichel einzuweichen, bevor sie mit den zahnlosen Gaumen darauf herum kaute.

Tatsächlich gehörte zur Tarnung Sir Baldwins ein einfacher, schlichter Handkarren, auf dem er ein wenig geschorene Wolle sowie ein paar Tuchstreifen hatte. Er schnappte sich den Karren, und während Jory vergnügt vor sich hin pfiff, verließen die beiden den Ort und eilten einem kleinen Wäldchen zu, wo sie sich im Schatten einer prächtigen Linde setzten.

Von hier aus hatten sie einen Blick über den Ort, hinter dem sich mächtig und trutzig Launceston Castle erhob, einst der Familiensitz von Sir Morgan, den man in Cornwall zumeist den Löwenritter nannte.

„Ich hatte mich eigentlich schon auf das köstlich riechende Brot gefreut, erklärte Jory ein wenig verstimmt. „Aber aus den schmutzigen Händen dieser Vettel hätte ich es nicht hinuntergewürgt!

„Zum Glück habe ich noch etwas von dem Wildschwein und ein Stück Käse bei mir!", erklärte der Rote Jäger und zog unter der Wolle eine kleine Tasche mit dem Proviant hervor. Wenig später bissen die beiden abwechselnd herzhaft in ihre geteilten Stücke, und kauend wiederholte Sir Baldwin den Inhalt ihres Gespräches in der Herberge.

„Noch einmal zusammengefasst, Jory: Das Gespräch der beiden Waffenknechte war keine Aufschneiderei, sondern die beiden haben gar nicht auf ihre Umgebung geachtet, als sie von dem Treffen sprachen?"

„So ist es wirklich gewesen. Der eine der beiden Burschen kam wohl gerade erst vor ein paar Tagen nach Launceston, um dem Sheriff die Nachricht zu überbringen!"

Sir Baldwin stieß einen unwilligen Knurrlaut aus.

„Dann ist dieser unselige Sir Struan schon wieder in Launceston? Das wird Morgan gefallen!"

Jory blieb gelassen, wischte sich die Finger an den Beinlingen ab und fuhr fort:

„Also, der Bote kam vom Sheriff of Nottinghamshire und prahlte damit, dass John ohne Land persönlich zu diesem Treffen aufgerufen hat. Der Zweck dürfte kein Geheimnis sein. Wenn sich die ihm ergebenen High Sheriffs versammeln, kann es nur bedeuten, dass sie künftig gemeinsam Jagd auf uns machen werden."

Baldwin starrte mit wütendem Gesicht zur Erde und nickte schließlich.

„So wird es sein. Es braut sich Unheil über unseren Köpfen zusammen, und ich Narr hatte an den Worten von Meraud gezweifelt. Kaum zu glauben, dass sie wieder einmal mit ihrer Voraussage recht behalten soll."

Der Reiterhauptmann schwieg vorsorglich, denn Meraud war schließlich die Verlobte des Roten Jägers. Aber auch Jory musste sich eingestehen, dass die Falkenfrau mit den seltsamen Sprenkeln in ihren Augen ihm oft ein wenig unheimlich war. Dabei war sie freundlich zu allen, lachte und scherzte häufig – aber schon die Art, wie sie mit ihrem Falken umging, verstörte viele unter den Rebellen.

Immer, wenn der Vogel zu ihr zurückkehrte und auf ihrer behandschuhten Hand landete, führte sie ihn zu ihrem Ohr, und der Falke drückte ihren Kopf dicht an ihren. Wer das einmal beobachtet hatte, war sich sicher, dass der Falke zu ihr sprechen konnte, auf irgendeine, geheimnisvolle Art.

„Und das Treffen der High Sheriffs soll – wo genau stattfinden?"

„Tja, antwortete Jory, „das ist das Problem. Ich konnte ja nicht ständig neben den beiden Kriegsknechten stehen bleiben und lauschen. Sie begleiteten eine der Damen von der Burg bei ihrem Einkauf und durften auf die bereits erstandenen Dinge aufpassen. Da sie sich offenbar langweilten, erzählten sie alles Mögliche, und mehrfach fiel dabei der Name Edwinstowe. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob dort das Treffen stattfindet, auf Nottingham Castle oder doch vielleicht in Loughborough.

„Warum in der Stadt Loughborough?"

Jory zuckte die Schultern.

„Lass uns aufbrechen, Baldwin, und uns mit Morgan besprechen. Dieses Treffen ist nicht geheim zu halten, zu viele Knechte, Mägde und Soldaten erfahren davon. Wir müssen unsere Freunde im Land befragen, irgendwo wird es bald deutlich erkennbare Maßnahmen geben, wenn man John ohne Land erwartet."

Baldwin stimmte zu und erhob sich.

„So wird es sein. Wie sind deine Pläne? Ich meine – begleitest du mich?"

Der Reiterhauptmann lächelte.

„Nein, Morgan hatte noch einen anderen Auftrag für mich. Und ich habe mein Pferd bei einem Bauern untergestellt, dem ich vertraue. Wir sehen uns erst in ein paar Tagen im Fuchsbau!"

Die beiden Männer trennten sich, und Sir Baldwin griff den Karren, den er als Nächstes in eines der Verstecke bringen würde, die von den Rebellen inzwischen überall in Cornwall angelegt wurden. Auch diese Verstecke nannten sie „Fuchsbauten", denn es waren oft Höhlen, in denen Flüchtlinge Schutz vor den Söldnern des High Sheriffs of Cornwall fanden. Andere, kleinere Verstecke, dienten zur Aufnahme von Schwertern, Pfeilen und Langbogen und ein wenig Proviant.

Sir Baldwin überzeugte sich, dass niemand ihn beobachtete, dann eilte er zu einer mächtigen Eiche und kehrte bald darauf ohne seinen Handkarren zurück.

Er war gerade auf der Landstraße seit einiger Zeit gewandert, als er schnellen Hufschlag vernahm und sich ein einzelner Reiter rasch näherte. Baldwin drückte seinen einfachen Strohhut etwas tiefer in die Stirn und setzte seinen Weg unbeirrt fort, als ihn eine herrische Stimme anrief:

„He, du da mit dem komischen Hut, bleib stehen!"

Gehorsam wartete Baldwin ab, was der Mann von ihm wollte.

Es war einer der Soldaten des High Sheriffs, erkennbar an seinem schwarzen Waffenrock, dem Nasalhelm und dem üblichen Kettenhemd, wie es alle Soldaten in seinem Dienst trugen.

„Woher kommst du, Bursche?"

Baldwin sah den Reiter nicht an, sondern starrte bei seiner Antwort auf den Boden zu seinen Füßen.

„Ich war auf dem Markt zu Launceston, Herr!", antwortete er mit ergebener Stimme.

„So? Und wo sind deine Einkäufe?", herrschte ihn der Reiter an.

„Ich habe dort nur Wolle von unseren Schafen verkauft."

Der Soldat rutschte unruhig hin und her, sein Sattelzeug knarrte, und als er plötzlich wild auflachte, sah Baldwin irritiert zu ihm auf.

„Dann hast du also Geld in der Tasche, ja? Zeig es mir, auf der Stelle!"

So war das also!, dachte Sir Baldwin. Der Bursche ist sich nicht zu schade, einen einfachen Mann auf der Straße auszurauben. Na warte!

Er zog den Beutel aus seinem Gürtel, öffnete ihn und schüttete ein paar Kupfermünzen auf die flache Hand, die er dem Soldaten präsentierte.

„Willst du mich auf den Arm nehmen? Wo ist das andere Geld?"

„Mehr habe ich nicht, Herr, Wolle ist nicht sonderlich hoch im Preis, und ich war froh, das hier dafür zu bekommen!"

„Gib es mir!", befahl der Soldat im harschen Tonfall.

„Aber – Herr! Ich muss dafür noch Mehl und Bohnen für meine Frau und meine Kinder kaufen, sonst leiden wir alle Hunger!"

„Mir egal, her mit dem Kupfer!", schrie ihn der Mann an und griff tatsächlich an die Seite, um sein Schwert zu ziehen.

Diesen Augenblick nutzte Baldwin sofort, griff das Bein des Reiters auf seiner Seite, riss es hoch und warf den Soldaten im Nu von seinem Pferd. Schon saß er selbst auf dessen Rücken, hieb dem Tier die Hacken in die Weichen und sprengte davon, eine lange Staubfahne hinter sich lassend.

„Bist du verrückt geworden? Komm sofort zurück, sonst bereust du es! Ich bin Soldat des Sheriffs ... oh, verdammt, haltet den Kerl auf!"

Aber der Soldat, der rasch aus dem Straßendreck aufsprang, strengte seine Stimme vergeblich an. Baldwin war gleich darauf über dem nächsten kleinen Hügel verschwunden, und nur in der Ferne arbeiteten ein paar Menschen auf dem Acker, die ihn aufgrund der Entfernung nicht hören konnten.

Missmutig machte sich der Mann zu Fuß auf, um zu seinen Kameraden zurückzukehren. Dabei überlegte er sich fieberhaft eine glaubwürdige Geschichte, wie er sein Pferd verloren hatte.

Als er auf Launceston Castle seinem Hauptmann gegenüberstand, erzählte er von den Rebellen, die ihn in großer Anzahl mit gespannten Bogen überfallen und das Pferd mitgenommen hatten.

„Wie viele Rebellen waren das?", staunte der Hauptmann.

„Bestimmt mehr als zehn, ich konnte sie in der Aufregung gar nicht zählen, Hauptmann!"

„Und die waren alle beritten?"

„Ja, und sie kamen mit ihren Pferden aus dem kleinen Eichenwäldchen gejagt, ehe ich noch reagieren konnte."

„Eichenwäldchen, ja? Und mehr als zehn Mann? Kerl, du lügst so schlecht und dreist, dass man dir die Geschichte niemals abnimmt. Ich lasse dich bei Wasser und Brot einsperren, bis dir die wahre Geschichte eingefallen ist!"

„Aber Hauptmann, ich konnte doch gegen diese Übermacht nichts ausrichten!", jammerte der Soldat.

„Bringt ihn endlich in den Kerker, ich kann das Gejammer nicht länger ertragen!", rief der Hauptmann den Soldaten der Torwache zu. Gleich darauf wurde der Mann an den Armen gepackt, jemand nahm ihm das Schwert ab, und ehe er sich versah, lag er auf dem fauligen Stroh in einem der elenden Kellerräume, die jetzt als Verlies dienen mussten.

2.

„Das wird in jedem Fall ein langer Ritt, egal, wohin wir tatsächlich müssen!", sagte Sir Morgan nachdenklich. Er saß mit Baldwin und dem Schotten Sir Ainsley Urquhart gemeinsam an einem Tisch vor seiner Unterkunft im Sumpf von Dartmoor.

„Ja, wir werden mindestens drei Tage unterwegs sein, ohne lange Rastpausen. Und wie willst du den richtigen Treffpunkt ausfindig machen?", erkundigte sich der Schotte.

„Ich denke mal, das wird kein Problem für uns werden. Solange wir uns auf Menschen verlassen können, die entweder am Hof von Sir Struan oder seinem üblen Helfershelfer, diesem Sir Rygan, leben und die Augen offenhalten, erfahren wir rechtzeitig genug von Reisevorbereitungen."

Baldwin nickte zu dieser Bemerkung, wollte aber nun gern wissen, was Sir Morgan eigentlich beabsichtigte. Man beredete untereinander zunächst verschiedene Möglichkeiten, bis Morgan plötzlich aufsah und sein strahlendes Lächeln eine Idee ankündigte, die er den Freunden zumindest im Ansatz mitteilen wollte.

„Wir haben doch die Möglichkeit, mit einer Schar unserer Bewaffneten einem Ritter das Geleit zu geben, ohne damit Verdacht zu erregen, oder, was meint ihr?"

Sir Ainsley Urquhart antwortete ungläubig:

„Welchem Ritter wollen wir denn ein Geleit geben? Und vor allem, wohin, wenn nicht zu seiner eigenen Beerdigung?"

Der Schotte stieß ein dröhnendes Lachen aus, in das die Freunde einstimmten.

„Nun, ich denke, wir haben inzwischen genügend Helme, gute Schwerter und Lanzen, um Reiter damit auszustatten. Wenn sie von einem gut gekleideten Mann geführt werden, wird niemand daran etwas Ungewöhnliches entdecken, wenn er einer solchen Gruppe begegnet."

Baldwin antwortete spontan: „Das trifft wohl zu, aber ich sehe noch immer keinen Sinn in einem solchen Zug durch das Land. Die Gefahr einer Entdeckung ist doch sehr groß, vor allem, wenn wir Cornwall verlassen und in eine der anderen Grafschaften gelangen. Niemand dort kennt uns und wir haben keine Ahnung, wie der High Sheriff von ... na, wer ist das doch gleich ... von Devon, natürlich, wie der Kerl aussieht und sich gegenüber John ohne Land verhält!"

„Hmm, brummte Morgan nachdenklich vor sich hin. „Da sagst du etwas nebenbei, Baldwin, das mich auf einen ganz eigenen Gedanken bringt. Jory hatte den Namen Loughborough für ein mögliches Treffen der High Sheriffs mit dem Throndieb John genannt. Wäre es da nicht aber auch denkbar, dass es sich um Londesborough Hall in Yorkshire handelt?

Die Freunde horchten auf, und Ainsley sagte verwundert:

„Aber wie kommst du darauf, Morgan?"

„Weil dem Duke of Devonshire Londesborough Hall gehört!"

„Ausgerechnet!, stöhnte Baldwin laut. „Noch weiter hinauf in den Norden und wir sind fast in der Heimat unseres Freundes Ainsley in Schottland!

Morgan beschwichtigte sie aber sofort wieder.

„Noch ist nichts bewiesen, und der High Sheriff of Devon muss ja gar nicht in das Haus seines Herren nach Yorkshire eingeladen haben. Sobald uns unsere Freunde etwas berichten, können wir reagieren."

„Und was ist nun mit diesem Ritter und seiner Begleitung?", wollte der Schotte wissen, und lachend deutete Morgan auf ihn.

„Wenn wir einen prächtigen Waffenrock finden, der dir passt, mein lieber Freund, dann könnte ich mir keinen edleren Ritter vorstellen als Sir Ainsley Urquhart!"

Alle fielen in das dröhnende Gelächter des Schotten ein, dann aber wurden die Freunde rasch wieder ernst und besprachen den Plan ausführlich, den Morgan ihnen vortrug.

„Na ja!, erklärte Ainsley abschließend. „Ich schlage mal vor, dass Baldwin diese Rolle ausfüllt. Zum einen wird man doch an meiner Sprache erkennen, dass ich Schotte bin. Dann wird es auch erhebliche Schwierigkeiten geben, einen mir passenden Waffenrock überzustreifen. Schließlich hat Gott der Herr mich mit einem Körper versehen, der zu mir passt. Dafür bin ich ihm auch immer dankbar gewesen!

„Tja, Baldwin, dann sind die Würfel also gefallen!", lachte Morgan, und die anderen stimmten erneut ein.

Es sollten dann aber noch eine ganze Reihe von Tagen vergehen, in denen man sehnlichst auf eine Nachricht wartete, die ihnen den Ort des Treffens verraten würde. Der Bote, der sie überbrachte, war auf Lahnydrock Castle als Stallknecht tätig und schickte die Nachricht durch seinen halbwüchsigen Sohn, der sie wiederum an einen einsamen Köhler überbrachte. Hier wurde regelmäßig auf dem Weg nach Dartmoor Halt gemacht, und endlich traf die mit Spannung erwartete Nachricht im Lager der Rebellen ein.

„Warum ausgerechnet in Reading? Wer kennt denn dieses Dorf überhaupt?", erkundigte sich Ainsley erstaunt.

„Oh, das ist durchaus kein kleines Dorf!, entgegnete Morgan. „Da kämpfte einst, vor vielen, vielen Jahren, König Ethelred von Wessex vergeblich gegen die Dänen. Was mir aber bei dieser Ortswahl besonders gut gefällt, ist die waldreiche Umgebung, die uns viele Vorteile bieten wird, sollten wir rasch ausweichen müssen.

„Gut, das verstehe ich, aber sehr viel näher ist dieser Ort auch nicht für uns. Ich denke mal, in jedem Fall drei Tagesritte!", vermutete Baldwin.

„Wenn auch. Das

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