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Das Schwert des Schwarzen Ritters: Drei Mittelalter-Romane
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eBook355 Seiten3 Stunden

Das Schwert des Schwarzen Ritters: Drei Mittelalter-Romane

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Das Schwert des Schwarzen Ritters: Drei Mittelalter-Romane

von Tomos Forrest

 

Über diesen Band:

 

Dieser Band enthält drei Romane von Tomos Forrest:

 

Der Schwarze Ritter von Okehampton Castle

Drei Henker für den High Sheriff

Über der Teufelsschlucht

 

 

Sir Struan of Rosenannon, der High Sheriff of Cornwall, befindet sich zusammen mit seinem engsten Verbündeten, dem pockennarbigen Sir Rygan, in den Händen der Rebellen, die sich um Sir Baldwin, dem Roten Ritter, sowie Sir Morgan of Launceston, der im ganzen Land als der Löwenritter bekannt ist, versammelt haben. Nach und nach treffen die Ritter der neuen Tafelrunde auf Okehampton Castle ein, und der Gerichtstag, an dem über das Schicksal der beiden befunden werden soll, rückt näher. Werden es die Rebellen wagen, die beiden Männer hinzurichten? Oder gelingt ihnen womöglich noch rechtzeitig zuvor die Flucht von der gut bewachten Burg?

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum26. Jan. 2022
ISBN9798201722647
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    Buchvorschau

    Das Schwert des Schwarzen Ritters - Tomos Forrest

    Das Schwert des Schwarzen Ritters: Drei Mittelalter-Romane

    von Tomos Forrest

    Über diesen Band:

    Dieser Band enthält drei Romane von Tomos Forrest:

    Der Schwarze Ritter von Okehampton Castle

    Drei Henker für den High Sheriff

    Über der Teufelsschlucht

    ––––––––

    Sir Struan of Rosenannon, der High Sheriff of Cornwall, befindet sich zusammen mit seinem engsten Verbündeten, dem pockennarbigen Sir Rygan, in den Händen der Rebellen, die sich um Sir Baldwin, dem Roten Ritter, sowie Sir Morgan of Launceston, der im ganzen Land als der Löwenritter bekannt ist, versammelt haben. Nach und nach treffen die Ritter der neuen Tafelrunde auf Okehampton Castle ein, und der Gerichtstag, an dem über das Schicksal der beiden befunden werden soll, rückt näher. Werden es die Rebellen wagen, die beiden Männer hinzurichten? Oder gelingt ihnen womöglich noch rechtzeitig zuvor die Flucht von der gut bewachten Burg?

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

    © Roman by Author / COVER EDWARD MARTIN

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

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    Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 51: Der Schwarze Ritter von Okehampton Castle

    Tomos Forrest

    Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 51: Der Schwarze Ritter von Okehampton Castle

    UUID: fbd090ad-a824-4e91-8d1f-bb7699950da9

    Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (http://write.streetlib.com) erstellt.

    Table of Contents

    UPDATE ME

    ––––––––

    Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 51: Der Schwarze Ritter von Okehampton Castle

    Tomos Forrest

    Zyklus: Die Rebellen von Cornwall, Band 32

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

    © Roman by Author

    © Cover: Nach einem Motiv von N.C. Wyeth mit Steve Mayer, 2020

    Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

    Ceated by Thomas Ostwald, Alfred Bekker und Jörg Martin Munsonius

    © dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Klappentext:

    Sir Struan of Rosenannon, dem High Sheriff of Cornwall, wurde wegen seiner zahlreichen Vergehen auch der Kirche gegenüber von dieser eine besondere Buße auferlegt. Er muss zum Kloster Buckfast Abbey bei dem Ort Buckfastleigh reisen, um der Statue des Heiligen Sebastian die Füße zu waschen und zu ölen, aber nicht nur das.

    Als das die Rebellen in ihrem Versteck im Sumpf von Dartmoor erfahren, hecken sie einen Plan aus, der den verhassten Mann empfindlich treffen soll, aber nicht ohne Risiko für Leib und Leben durchzuführen ist ...

    Und dann ist da noch der geheimnisvolle Schwarze Ritter, der die Rebellen immer wieder hilfreich unterstützt, sich jedoch nicht zu erkennen gibt. Bei den Rebellen wird über dessen Identität heiß debattiert und nur Morgan hat da eine Ahnung ...

    ***

    1.

    ––––––––

    An diesem frühen Morgen herrschte ausgelassene Fröhlichkeit im Sumpflager der Rebellen. Alle waren bereits auf den Beinen, und viele der Frauen bemühten sich, genügend Gerstenbrei für alle herbeizuschaffen. Dass es mitunter zu kleinen Pannen an den Kochfeuern kam, ließ sich nicht vermeiden. Der Brei hing sehr schnell an, und wenn die lachenden Frauen versuchten, den angebrannten Teil schnell unterzurühren, dann entschuldigte das natürlich die große Anzahl der Hungrigen, die bereits ungeduldig mit den Holzlöffeln gegen ihre Schalen klopften.

    „Wie eine Schar großer Kinder!", sagte lachend Magrit, die junge Magd, die erst vor ein paar Wochen in das Sumpfversteck kam. Sie war mit Boyd verlobt, dem Knappen des Löwenritters.

    „Ja, aber die kannst du zumeist noch besser beherrschen!", antwortete ihr Eseld, die Frau des Schmiedes, die zusammen mit den anderen an den Kesseln stand und eben einem der jungen Männer mit der Kelle gedroht hatte, weil der sich ein zweites Stück von den frisch gebackenen Broten abbrechen wollte.

    „Finger weg, ihr unverschämten Kerle! Es ist für alle genug da!"

    Die jungen Männer drängelten, schubsten, lachten und waren ausgelassen, wie es sich für einen solchen Tag geradezu anbot. Zum ersten Mal hatte Sir Morgan, der Löwenritter, drei der Ritter der neuen Tafelrunde in das Sumpfversteck bringen lassen. Natürlich mit verbundenen Augen, und auf dem Rücken eines Pferdes, mussten sie es sich gefallen lassen, den verwinkelten und fallenreichen Zugang durch das sumpfige Wasser geführt zu werden.

    Aber die Herren Arwin of Spreyton, Huw of Coldridge und Marven of Coleford waren guter Dinge, als sie endlich die Augenbinden abnehmen durften und von den versammelten Frauen und Männern herzlich begrüßt wurden.

    „Davon habe ich lange geträumt!", rief Sir Huw begeistert aus und klatschte dabei in die Hände.

    „Von einem Mückenloch wie diesem?", ergänzte ungläubig Sir Arwin, und dann lachten sie schallend heraus, als ihnen Sir Morgan die Hände entgegenstreckte. Das war am Vortag, die drei jungen Ritter hatten ihre erste Nacht im Sumpf verbracht und standen nun aufgekratzt und von der guten Laune der anderen angesteckt, vor der Hütte, die Sir Morgan als Unterkunft diente. Für sie wurde keine Ausnahme gemacht – jeder erhielt eine der Schüsseln aus Holz oder Ton, einen einfachen Holzlöffel dazu, und dann mussten sie sich in eine der Schlangen einreihen, die sich vor den großen Kesseln mit dem Gerstenbrei gebildet hatten.

    Doch das schadete der guten Laune der drei jungen Adligen in keiner Weise. Sie waren voller Tatendrang, und die Aussicht auf ein neues Abenteuer mit den Rebellen von Cornwall hob ihre Stimmung. Nur zu gern folgten sie nach dem Frühstück Baldwin und Morgan zu der Wiese, auf der bereits die ersten Männer mit dem täglichen Waffentraining begonnen hatten.

    Hier sperrten die drei allerdings Mund und Augen auf.

    Keiner von ihnen hatte sich vorstellen können, wie hart hier trainiert wurde.

    Aber jeder Mann, der sich zu ihnen gesellte, hatte die Wahl, sich an einer der Waffen ausbilden zu lassen. Erst, wenn es erkennbar wurde, dass er die gewählte Waffe perfekt beherrschte, war daran zu denken, den Umgang mit einer weiteren zu erlernen. Die meisten Neulinge wählten das Schwert, erst später den Bogen. Niemand sprach oder lachte über die Wahl, aber schon bald erkannten die Neuen, was es bedeutete, einen Schwertkampf zu führen und – zu überleben.

    Dann kamen die, die sich für den Langbogen entschieden hatten, und Brychan zeigte ihnen, was der Umgang für den Mann bedeutete, wie er ihn halten und spannen musste und schließlich den Pfeil zuverlässig ins Ziel bringen konnte. Hier scheiterten die meisten der Neulinge, aber Brychan, der sich schon als Junge, aufgewachsen in einem kleinen Dorf, das Bogenschießen selbst beigebracht und es dabei später noch zu einer erstaunlichen Fertigkeit steigern konnte, machte ihnen Mut.

    Die drei Ritter waren begeistert, nahmen bald darauf selbst am Training teil und verblüfften die Rebellen mit ihren Tricks und ihrer Schnelligkeit. Als wieder einer der jungen Männer, die sich erst seit ein paar Wochen in der verborgenen Zuflucht der Rebellen befanden, mit einem lauten Aufschrei sein Schwert fallen ließ, hob es Sir Arwin für ihn auf und reichte es dem Anfänger zurück.

    Der junge Mann, ein rothaariger Bursche von einem Dorf in der Nähe der Ortschaft Bodmin, hatte am Kinn gerade die ersten rötlichen Bartstoppeln und mochte kaum vierzehn Jahre zählen, hatte sich selbst aber für älter ausgegeben.

    „Sieh her, Junge, wenn ich dich angreife – so – und dann schlägst du dein Schwert so herauf, das ist ein Bruch gegen die Technik deines Gegners. Gut, noch einmal – so, und jetzt, aufgepasst! Ein Krumphau – Junge, du bist nicht schnell genug!"

    Mit dem Schlag gegen das Schwert des Anfängers flog es erneut aus dessen Hand und landete im Gras.

    „Das ... das war ja ... fantastisch, Sir, können wir das noch einmal wiederholen?"

    „Natürlich! Bereit?"

    Und so gab der ebenfalls noch junge Sir Arwin eine Unterrichtsstunde, die den Anfänger zwar körperlich an den Rand seiner Kräfte brachte, aber ihn trotzdem strahlen ließ. Schließlich war er doch froh, als der Ritter dem inzwischen schweißüberströmten jungen Rebellen erlaubte, sich auszuruhen.

    „Aber Sir – das müssen wir unbedingt wiederholen! Bei Euch lerne ich in einer Stunde mehr als an einem ganzen Tag!"

    „Das wird sich vielleicht einrichten lassen!, lächelte Sir Arwin. „Aber ich bin nicht hierhergekommen, um Euch Unterricht zu erteilen. Ich denke mal, dass wir gemeinsam mit Sir Morgan bald wieder aufbrechen werden!

    Damit nickte er dem Jungen freundlich zu und kehrte zu Baldwin, dem Roten Jäger zurück, der am Rand des Übungsplatzes das Geschehen aufmerksam verfolgt hatte.

    „Gute Leute!", sagte Arwin und setzte sich neben ihn.

    „Ja, sie sind jedenfalls alle voller Eifer und wollen möglichst bald losziehen, um sich mit den Soldaten des Sheriffs zu messen. Sie werden noch schnell genug lernen, dass sie gegen Männer bestehen müssen, die nahezu ihr ganzes Leben gekämpft haben. Nicht gerade das, was man einen Spaziergang nennen kann."

    Arwin lachte fröhlich auf.

    „Bei der Gelegenheit – wann messen wir uns denn wieder mit den Soldaten?"

    „Nun, wie ich Morgan kenne, heckt er gerade etwas aus, das Sir Struan keineswegs gefallen wird."

    Als hätte er diese Worte gehört, kam Sir Morgan mit schnellem Schritt über den Platz auf die beiden Männer zu.

    „Ah, gut dass ich Euch hier sehe, wir haben ein interessantes Ziel, bei dem wir dem High Sheriff erneut eine schwere Schlappe beibringen können!"

    „Was könnte das sein, Morgan?, erkundigte sich mit einem fröhlichen Grinsen Baldwin. „Ich tippe auf einen erneuten Silbertransport!

    „Leider nicht, das kann sich selbst ein Sir Struan nicht regelmäßig leisten. Es geht vielmehr um die Reise ausgesuchter Persönlichkeiten, die wir dazu persönlich begrüßen wollen."

    „Du machst mich neugierig. Aber komm, lass uns dort drüben an den großen Tisch gehen, dann haben wir alle Platz und können andächtig deinen Worten lauschen!"

    Baldwin, der aufgrund seiner roten Haare und der Eigenschaft, gern am Helm eine rote Feder zu tragen, in Cornwall als der Rote Jäger bekannt war, hatte längst gesehen, dass dort alle zusammenkamen. Auch seine Verlobte Meraud kehrte noch rechtzeitig von ihrem Erkundungsritt zurück und musste nun erst einmal liebevoll begrüßt werden, bevor sie an der Seite Baldwins Platz nahm, während ihr Falke auf das Dach der lang gestreckten Hütte flog und dort begann, sein Gefieder zu putzen.

    Morgan sah die lange Reihe hinunter und nickte den aufmerksam lauschenden Gefährten zu.

    „Schön, dass zum ersten Mal drei Ritter unserer neuen Tafelrunde mit dabei sind. Wir werden ihre Hilfe wahrscheinlich für dieses Vorhaben benötigen. Ich begrüße deshalb ganz besonders herzlich die Herren Huw of Coldridge, Arwin of Spreyton, und Marven of Coleford. Seid uns willkommen im Fuchsbau von Dartmoor!"

    Die anderen klopften mit den Fäusten auf die Tischplatte, und die drei jungen Ritter nickten fröhlich.

    „Wir haben aus sehr zuverlässiger Quelle erfahren, dass Sir Struan of Rosenannon gezwungen wurde, eine Reise in ein Kloster ganz in unserer Nähe zu unternehmen. Dabei wird er von Abt Dhorie begleitet, der überwachen soll, ob er die erforderlichen Gelübde erfüllt."

    „Oh, das wird ihm gefallen!", platzte Baldwin lachend heraus.

    „Ganz bestimmt!, antwortete ihm Morgan. „Zumal ihn nicht nur der Abt, sein ehemaliger Beichtvater und jetzt Abgeordneter des Heiligen Stuhles, begleitet, sondern auch seine über alles geliebte Ehefrau, Lady Eurona.

    Alle, die über das seit langer Zeit gespannte Verhältnis der Eheleute Bescheid wussten, lachten jetzt laut auf (vgl. Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 20, Hexenjagd in Cornwall). Morgan ließ sie kurz gewähren, dann bat er erneut um Ruhe.

    „Und wohin muss er diese so beschwerliche Reise unternehmen, Morgan?"

    Sir Baldwin gluckste vor Vergnügen, er musste sich sehr zusammenreißen, um nicht erneut in lautes Gelächter auszubrechen.

    „In das Kloster der Zisterzienser, Buckfast Abbey, bei dem Ort Buckfastleigh gelegen. Dort gibt es die Figur des Heiligen Sebastian, dem er in Anwesenheit des Abtes die Füße waschen und ölen soll."

    „Was? Aber ... was ist das denn für eine Buße?"

    „Nun, schmunzelte Morgan, „einfach wird das nicht. Vielleicht wisst ihr ja, dass dieser Heilige einst ein Hauptmann der römischen Prätorianergarde war, sich als Christ bekannte und verfolgten Christen half. Kaiser Diokletian befahl, ihn durch Bogenschützen zu töten, doch das überlebte er, wurde gepflegt und kehrte in seinen Dienst zurück. Darauf befahl der Kaiser, ihn im Zirkus mit Keulen zu erschlagen und ihn anschließend in einen städtischen Abflussgraben zu werfen. Die Figur des Heiligen im Kloster ist eine fast lebensgroße Darstellung mit zahlreichen Pfeilen im Körper. Ich habe sie einmal als Kind gesehen und war sehr beeindruckt von dieser Figur.

    Jetzt meldete sich Jory, der Hauptmann der berittenen Rebellen, zu Wort.

    „Ist es nicht merkwürdig, dass der Sheriff nun ausgerechnet einem solchen Märtyrer die Füße waschen soll?"

    Auf Morgans Gesicht zeichnete sich erneut ein breites Lächeln ab, seine Augen blitzten, als er antwortete:

    „Keineswegs, Jory, denn diese Buße hat sich Abt Dhorie ausgedacht. Die Figur im Kloster ist sehr schwer, sie muss von einem Sockel herabgenommen und zum Brunnen getragen werden, bevor es an die rituelle Waschung geht. Und die muss der Sheriff so vornehmen, wie wir es von Jesus Christus, unserem Herrn, aus der Heiligen Schrift erfahren haben."

    Baldwin gluckste vor Vergnügen.

    „Wartet, ihr habt noch nicht alles erfahren!, steigerte Morgan noch die Spannung. „Er muss sich in ein Büßergewand kleiden und die Figur des Heiligen barfuß dreimal um den Brunnen tragen, bevor es zur Waschung kommt.

    Jory warf ein: „Könnte man die Figur nicht vorher noch etwas schwerer machen?"

    „Oder ein paar Scherben um den Brunnen verstreuen?", ergänzte Brychan.

    „Das hört sich jedenfalls sehr interessant an! Was aber, wenn er sich weigert?"

    Morgan schaute von einem zum anderen und dabei verstärkte sich das Grinsen in seinem Gesicht immer mehr, bis er schließlich herausplatzte:

    „Dann droht ihm die Exkommunizierung! Aufgrund seiner Taten, die Abt Dhorie – soweit sie ihm bekannt wurden – schriftlich niedergelegt und nach Rom geschickt hat. Unser hoch verehrter High Sheriff hat den Fehler gemacht, ein paar Kirchen zu plündern. Natürlich nicht er selbst, sondern seine Soldaten. Das hat wohl das Fass zum Überlaufen gebracht."

    „Und woher hast du das alles erfahren, Morgan? Ich meine, in der letzten Zeit hat sich Struan als sehr einfallsreich gezeigt, denn die Geschichte mit Robin Hood und dem Einsatz aller High Sheriffs hätte für uns auch schief gehen können!", sagte eine nachdenkliche Meraud.

    „Meine Nachrichten sind aus sehr zuverlässiger Quelle. Lady Eurona selbst hat sie mir zugespielt."

    Der Rest seiner Rede ging im schallenden Gelächter der Anwesenden unter.

    2.

    ––––––––

    „Weißt du, was mir wirklich Sorge bereitet, Baldwin?"

    Erstaunt sah der Rote Jäger seinen neben ihm reitenden Freund an. Morgan hatte sich leicht vorgebeugt und tätschelte den Hals seines Rappen Blane, der ein freudiges Schnauben hören ließ. Die Pferde waren ausgeruht und gut genährt, sie schienen wie ihre Reiter geradezu nach einem schnellen Ritt zu drängen.

    „Nein, wenn du mich so fragst – ich wüsste nicht, was dir Sorgen bereiten könnte, Morgan. Die derzeitigen Umstände werden es wohl kaum sein, wir haben bislang jede uns gestellte Falle rechtzeitig erkannt – also, was ist es, Morgan?"

    „Okehampton."

    „Verstehe ich nicht. Wir sind der mysteriösen Einladung gefolgt, aber wir wurden vertröstet, Lady FitzGilbert hatte es zeitlich nicht einrichten können. Gut, wir sind zurück zu unserem Stützpunkt und warten ab, bis sie die Einladung erneuert. Was bereitet dir da Sorgen?"

    „Der Schwarze Ritter!"

    Baldwin lachte auf.

    „Das ist nicht dein Ernst, Morgan! Jetzt, da sich der Bursche gezeigt hat, war er ungewöhnlich schnell mit seinem Bogen, und auch die anderen Berichte über sein schnelles Auf- und Abtauchen, der Wettbewerb mit Brychan – alles ein wenig geheimnisvoll, zugegeben, aber ..."

    Morgan hielt seinen Rappen Blane an und sah den Freund mit ernster Miene an.

    „Das alles ist es nur am Rande, Baldwin. Was mir Sorge macht, ist die Identität des Schwarzen. Ich glaube, dass ich weiß, wer hinter der Maske steckt."

    Erneut lachte Baldwin auf.

    „Das kann ich mir nicht vorstellen, Morgan. Wieso solltest du den Geheimnisvollen kennen? Aber gut, wir können ja einmal wetten, wie ist es? Ich setzte zehn Silberlinge, dass du seine Identität nicht errätst. Hältst du dagegen?"

    „Das tue ich, Baldwin. Komm näher, ich nenne dir seinen Namen!"

    Gespannt beugte sich Baldwin hinüber, und als Morgan ihm den Namen zuflüsterte, blieb er einen Moment lang wie erstarrt sitzen. Dann starrte er ihn ungläubig an, schließlich lachte er erneut.

    „Ach, Morgan, du bist doch ein Träumer! Wie soll das denn bitte möglich sein?"

    Ein lauter Ruf, gefolgt vom Splittern und Krachen eines Baumes, unterbrach die beiden. Sie waren auf der Landstraße nach Buckfastleigh unterwegs, die um das große Gebiet von Dartmoor führte. Noch ein Ruf erklang, diesmal jedoch ziemlich kläglich.

    „Da ist ein Unglück passiert, komm!", rief Morgan entschlossen und lenkte seinen Rappen bereits in das Waldstück, aus dem der Ruf gekommen war. Baldwin folgte ihm sofort und zog sein Schwert, als sie vor dem umgestürzten Baumstamm angelangt waren. Eine uralte Eiche war mitten auseinandergebrochen, hatte eine kleine Hütte unter sich begraben und eine verzweifelte Frau stand vor den mächtigen Zweigen, die eine Annäherung an die zerbrochene Hütte nicht zuließen.

    „Was ist passiert?", rief Morgan der Frau zu und war rasch aus dem Sattel.

    „Mein ... Haus ... und alles ... alles liegt unter diesen Trümmern! Dabei muss ich doch die Salbe ... sie war schon fast fertig ..."

    „Beruhige dich, gute Frau, wenn nur ein paar Töpfe und Tiegel zerschlagen sind und sonst niemand zu Schaden gekommen ist, wird sich das wohl verschmerzen lassen!"

    „Ihr seid gut, Herr, aber ich habe eine besondere Salbe angerührt, die ich dem alten Rowen bringen wollte. Der Mann liegt in seiner Hütte und kann sich vor Schmerzen kaum noch rühren. Es steckt ihm in den Knochen, und auch in diesen warmen Tagen kann er sich kaum noch bewegen. Da wäre meine Salbe eine Linderung für ihn und seine Schmerzen gewesen. Jetzt muss ich alles wieder neu zusammensuchen, und der arme Rowen leidet länger!"

    „Vielleicht können wir beide ja helfen, wenn wir gemeinsam den großen Zweig ein wenig anheben, müsste es möglich sein, dass Ihr schnell in die Hütte eilt und seht, ob noch etwas zu retten ist!"

    „Wollt Ihr das wirklich für mich tun, Ihr Herren?"

    Morgan nickte und sagte zu Baldwin:

    „Was meinst du, den hier stemmen wir doch zusammen hoch, oder? Er liegt so unglücklich auf dem Türbalken, dass die Tür nicht aufzudrücken ist. Aber die Seitenwände scheinen mir noch stabil zu sein. Wenn die Frau sich beeilt, könnte es klappen!"

    „Ja, gab Baldwin brummend zurück. „Und falls nicht, weil wir nicht länger halten können, wird sie garantiert erschlagen!

    „Komm, wir beide schaffen das!"

    Während die Kräuterfrau mit großer Spannung verfolgte, wie die beiden hünenhaften Männer sich unter den dicken Ast stemmten und ihn tatsächlich etwas anheben konnten, schienen sich jetzt aber die Seitenwände nach innen zu neigen.

    „Jetzt muss es schnell gehen!", rief Morgan, und die Frau huschte an ihm vorüber, konnte die Tür nach außen aufreißen und war gleich darauf im Inneren der weitgehend zusammengebrochenen Hütte verschwunden.

    „Geht es etwas schneller?", keuchte Baldwin, dessen Stirnadern dick angeschwollen waren und hervortraten, als wollten sie im nächsten Augenblick platzen.

    Auch Morgan brach der Schweiß aus, als er die Last auf seiner Schulter immer stärker spürte und seine Arme langsam nachgaben.

    „Heda, was ist? Lange können wir

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