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Die Rückkehr Des Untoten: Eine Reise In Das Reich Der Vampire
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eBook109 Seiten1 Stunde

Die Rückkehr Des Untoten: Eine Reise In Das Reich Der Vampire

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Über dieses E-Book

Der Autor, Alessandro Norsa, Psychologe und Anthropologe, reist nach Transsilvanien, auf der Suche nach den Mythen und Legenden dieses geheimnisvollen Landes, das Bram Stoker als Vorlage für seinen berühmten Roman Dracula diente. Neben einer europäischen Rundumsicht in Bezug auf mystische Figuren befragt der Anthropologe Bauern und ortsansässige Historiker direkt Vorort.
Es mag wahrhaft ungewöhnlich erscheinen, wie sehr auch heute noch die antiken Praktiken des Exorzismus bei der Bevölkerung präsent sind und das Wissen darum konserviert wurde, wie man Dämonen von den Städten und von der menschlichen Gemeinschaft fernhält.

Gibt es jemanden, der noch nie etwas von Dracula oder von Vampiren gehört hat? Diese Namen sind so populär, dass sie bereits Bestandteil des allgemeinen Kulturguts geworden sind. Seit dreihundert Jahren steht die Welt mindestens einmal in jedem Jahrhundert im Bann einer literarischen Vampirmode: die erste Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts war die Zeit der sogenannten ”Vampir-Pest”; gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erregte der Roman Dracula von Bram Stoker das Interesse und wir erleben auch heute noch stets neue Wellen (von Halloween bis zur TV-Saga Twilight). Die bereits zu diesem Thema erschienenen Bücher folgen mehr oder weniger stets dem gleichen Muster, mit nur wenigen Varianten. Selbst wenn eingangs darauf verwiesen wird, so ist Sinn und Zweck dieses Buches nicht der bereits von anderen Autoren in epischer Breite hergestellte Bezug zum berühmten Roman von Stoker und der Autor will sich auch nicht in Details der Horror-Filmszene verlieren. Es soll vielmehr der Versuch unternommen werden, in den Wurzeln antiker Mythen den Ursprung der Geschichte zu ergründen, insbesondere solcher Mythen, deren Entstehungsgeschichte in Rumänien und auf dem Balkan liegt, denn von dort aus hat sich das Bild des Vampirs eingebrannt, so wie wir es alle vor unserem geistigen Auge haben. Um einen besseren Zugang zu diesem Thema zu finden haben wir die Suche mit der Lektüre alter rumänischer Texte aus der Ethnographie und der Mythologie begonnen, um dann direkt nach Transsilvanien zu reisen und, auf der Suche nach Indizien, Dörfer und Personen zu besuchen, immer auf den Spuren von Dracula. Es ist also eine Reise in die Vergangenheit, um zu verstehen, wo Aussehen und Eigentümlichkeiten des Vampirs, wie wir sie kennen, ihren Ursprung haben sowie, um den Ort kennenzulernen, aus dem er stammt.
SpracheDeutsch
HerausgeberTektime
Erscheinungsdatum14. März 2017
ISBN9788885356856
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    Buchvorschau

    Die Rückkehr Des Untoten - Alessandro Norsa

    96 800x600

    Legenden und Mythen sind voll von Vampiren, jenen furchteinflößenden Figuren: neben der griechischen und römischen Welt, die die gesamte westliche Kultur beeinflusst hat, sind sie auch in arabischen, indischen, chinesischen und japanischen Legenden präsent.

    In einigen Traditionen ist der Vampir der Überlieferung nach eine verstorbene Person aus Fleisch und Blut, die den Lebenden körperlich erscheint und sich von deren Blut ernährt; in anderen Legenden werden ebenfalls mythische und dämonische Geister als Vampire bezeichnet, die die Lebenden attackieren und sie – zuweilen auch essen oder sich von ihrem Blut ernähren – ohne jemals Menschen gewesen zu sein.

    Fall eins trifft beispielsweise auf diejenigen zu, die bei den Griechen und Römern strix hießen (von diesem griechischen Wort stammt das italienische Wort strega [Hexe] ab). Hierbei handelte es sich nicht um eine menschliche Person, sondern um einen nächtlichen Dämon, der dem Grab entstieg und der gefürchtet war, da er Kinder angreifen- und sich von ihrem Blut ernähren konnte.

    Im zweiten Beispiel war der Vampir eine verstorbene Person; ein Blut trinkender Lebender war eine besonders bösartige und blutdürstige Hexe.

    Bei der dritten Variante sind die Vampire verstorbene menschliche Wesen, die in ihrem Körper erscheinen, der zu einer physischen Realität wird und greifbar ist; es handelt sich also nicht um ein schemenhaftes Bild oder eine Illusion. Hier haben wir das klassische Bild des Vampirs, der aus dem Grab steigt und einen Körper besitzt, den man nicht nur sehen, sondern auch anfassen kann: er ist sogar sehr resistent und um ihn zu vernichten bedarf es drastischer Mittel.

    Nehmen wir einmal an, dass wir die wahre Natur dieser Entität nur dann verstehen können, wenn wir in die Gedankengänge von den Ursprüngen eintauchen, die die Menschen ausmachten, die in der Epoche des Neolithikums lebten: eine Welt, in der jeder Gegenstand göttlichen Ursprungs war: Orte, Objekte, Tiere, Nahrung, Flüsse, Bäume, Blitze. In dieser logischen Denkungsweise lag das Göttliche nicht unerreichbar in einem fernen Himmel, sondern auf der Erde, dem Ort, an dem bestattet wurde und folglich dem Wohnort der Vorfahren, die ihrerseits zu Gottheiten wurden. Ausgehend von diesen Voraussetzungen suchte man nach einer Dimension, die eine Erklärung für katastrophale Ereignisse liefern konnte, die ansonsten unerklärlich gewesen wären. Geht man von einer animistischen Denkweise aus und berücksichtigt man die Tatsache, dass man die Schwächen des menschlichen Körpers schließlich nicht mit den Erkenntnissen der heutigen, modernen Medizin erklären konnte, so sah man als Verursacher gefürchtete, böswillige Wesen, die man auch für anderes verantwortlich machte, wie Albträume, den Tod von Ungeborenen, Krämpfe, hysterische Anfälle, Depression, Mutlosigkeit, Krankheiten, Schmerzen im ganzen Körper, den Tod durch Ersticken, insbesondere das Engegefühl in der Brust in Verbindung mit Atemnot. Um so viele niederträchtige Bosheiten begehen zu können mussten diese Entitäten eine enorme physische Kraft und eine unglaubliche Beweglichkeit besitzen, sie konnten mit Blicken hypnotisieren und sich in furchteinflößende Tiere verwandeln.

    Nachstehend betrachten wir die einzelnen Bestandteile, aus denen sich das Bild des Vampirs zusammensetzt, wie es traditionell übertragen wird und wie es sich in der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts und in der Filmwissenschaft konsolidiert hat und suchen nach den Ursprüngen irgendwo in den Mythen und Volkslegenden. Ausgehend von der Lektüre mit einigen legendären rumänischen Figuren als Protagonisten, die eine Verbindung zu Vampiren haben könnten, lassen wir unseren Blick über die Grenzen schweifen, zu analogen Entitäten in Osteuropa. Wir werden danach die Ursprünge des Dracula-Mythos in seinen Facetten der animistischen Kultur analysieren und anschließend das Thema mit der Eigenschaft vertiefen, sich in eine Fledermaus zu verwandeln und durch die Nacht zu fliegen, mit Beweisen für Begegnungen mit einem Vampir, Verführer junger Mädchen und letztendlich mit Exorzismen. Hierzu mehr in dem einschlägigen Kapitel.

    96 800x600

    Der Mythos von Dracula entstand aus der Kombination diverser rumänischer Mythen und Legenden. Wie heißen die Vampire in Transsylvanien? Die australische Ethnografin Agnes Murgoci dokumentierte in Transsylvanien diverse Arten von Blutsaugern wie beispielsweise die Şişcoi (woanders unter dem Namen Moroi bekannt) und die Vârcolaci (Svârcolaci) und Pricolici, in Griechenland Vrykolakas genannt. Viele unterschiedliche Namen, um Figuren zu beschreiben, die in ihrer Gesamtheit ähnliche Wesenszüge annehmen, die auf ihre entleerenden, schädigenden oder todbringenden Handlungen hindeuten.

    Beginnen wir also unsere Reise ins Reich der Vampire mit einem Streifzug durch die rumänische Literatur zu Mythen und Legenden von Dämonen, hauptsächlich der Strigoi und der Moroi, quasi als Grundlage zum Verständnis dieser Kultur, in der der Mythos des Vampirs seinen Ursprung nahm.

    Wir lassen uns von einigen bekannten lokalen Ethnografen wie Romulus Vulcǎnescu und Simeon Florian Marian in die Heimat von Dracula begleiten. Bei der Vertiefung des Themas entdecken wir die symbolischen und anthropologischen Aspekte in den Mythen und finden diese wieder, wenn wir sie mit analogen übernatürlichen Personen aus Zentraleuropa vergleichen.

    Laut Vulcǎnescu gehören die Strigoi (der Begriff stammt von lateinisch strix, wovon sich das italienische strega, deutsch Hexe ableitet) zu den mythischen Wesen, die in der römischen Dämonologie von größerer Bedeutung waren. Es gibt zwei Arten von Strigoi: die sogenannten Strigoi vii (lebende) und die Strigoi mort (tote). Während die Strigoi mort sich effektiv unter die Untoten einreihen lassen, die, obgleich sie kein Menschenblut saugen, Gräueltaten aller Art begehen, handelt es sich bei den Strigoi vii um lebende Hexen und Hexendoktoren , die gelegentlich töten können, jedoch nicht über die traditionellen Kräfte verfügen, die man den Vampiren zuschreibt: sie verwandeln sich jedoch in solche nach dem

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