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Ein Killer macht kurzen Prozess: 3 Top Thriller
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Ein Killer macht kurzen Prozess: 3 Top Thriller
eBook569 Seiten7 Stunden

Ein Killer macht kurzen Prozess: 3 Top Thriller

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Über dieses E-Book

Dieser Band enthält folgende Thriller

von Al Frederic:



Todeskreis Taiwan (Al Frederic)

Abrechnung in Fort Lauderdale (Al Frederic)

Mercator, Mord und Möhren (Alfred Bekker/Albert Baeumer)









Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter überfällt und tötet der Ex-Marinesoldat Dsou Taofen die Wachmannschaft des als Trawler getarnten US-Aufklärers „Lotung“, der auf der Orchideeninsel angelegt hatte, und kapert das Schiff. Der aus Taiwan stammende Fanatiker plant Atomraketen zu stehlen und sie gegen die verhassten Chinesen einsetzen. Kurz darauf bringt er den italienischen Luxusliner „Ancona“ mit über tausend Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord in seine Gewalt. Aufgrund unglücklicher Umstände war das Kreuzfahrtschiff vom Kurs abgekommen und arglos auf eine Katastrophe durch aus der Richtung geratene „Cruise Missiles“ zugesteuert. Die mutigen Agenten der Nuclear Task Force, allen voran Seiichi Tanaka, setzen alles daran, das Leben der Passagiere und Besatzung zu retten ...



Bount Reiniger befindet sich in einer alltäglichen Observierung - doch dann wird ein Bekannter verfolgt und braucht dringend seine Hilfe.
SpracheDeutsch
HerausgeberCassiopeiaPress
Erscheinungsdatum9. März 2022
ISBN9783753202167
Ein Killer macht kurzen Prozess: 3 Top Thriller
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Autor

Alfred Bekker

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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    Buchvorschau

    Ein Killer macht kurzen Prozess - Alfred Bekker

    Ein Killer macht kurzen Prozess: 3 Top Thriller

    Al Frederic, Alfred Bekker, Albert Baeumer

    Dieser Band enthält folgende Thriller

    von Al Frederic:

    Todeskreis Taiwan (Al Frederic)

    Abrechnung in Fort Lauderdale (Al Frederic)

    Mercator, Mord und Möhren (Alfred Bekker/Albert Baeumer)

    Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter überfällt und tötet der Ex-Marinesoldat Dsou Taofen die Wachmannschaft des als Trawler getarnten US-Aufklärers „Lotung, der auf der Orchideeninsel angelegt hatte, und kapert das Schiff. Der aus Taiwan stammende Fanatiker plant Atomraketen zu stehlen und sie gegen die verhassten Chinesen einsetzen. Kurz darauf bringt er den italienischen Luxusliner „Ancona mit über tausend Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord in seine Gewalt. Aufgrund unglücklicher Umstände war das Kreuzfahrtschiff vom Kurs abgekommen und arglos auf eine Katastrophe durch aus der Richtung geratene „Cruise Missiles" zugesteuert. Die mutigen Agenten der Nuclear Task Force, allen voran Seiichi Tanaka, setzen alles daran, das Leben der Passagiere und Besatzung zu retten ...

    Bount Reiniger befindet sich in einer alltäglichen Observierung - doch dann wird ein Bekannter verfolgt und braucht dringend seine Hilfe.

    Er glaubt die Überwachung bei seiner Assistentin June in guten Händen, doch plötzlich gerät alles außer Kontrolle. Wird es Bount gelingen, alle Fäden in der Hand zu behalten?

    ​Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author / COVER STEVE MAYER

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

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    Alles rund um Belletristik!

    Todeskreis Taiwan

    von Al Frederic

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 164 Taschenbuchseiten.

    Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter überfällt und tötet der Ex-Marinesoldat Dsou Taofen die Wachmannschaft des als Trawler getarnten US-Aufklärers „Lotung, der auf der Orchideeninsel angelegt hatte, und kapert das Schiff. Der aus Taiwan stammende Fanatiker plant Atomraketen zu stehlen und sie gegen die verhassten Chinesen einsetzen. Kurz darauf bringt er den italienischen Luxusliner „Ancona mit über tausend Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord in seine Gewalt. Aufgrund unglücklicher Umstände war das Kreuzfahrtschiff vom Kurs abgekommen und arglos auf eine Katastrophe durch aus der Richtung geratene „Cruise Missiles" zugesteuert. Die mutigen Agenten der Nuclear Task Force, allen voran Seiichi Tanaka, setzen alles daran, das Leben der Passagiere und Besatzung zu retten ...

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author

    © dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    1

    Sie standen auf dem etwas erhöht liegenden Teil der westlichen Uferregion von Hungfou Hsü, der Orchideeninsel, und blickten sich eine Weile schweigend in die Augen: Yin Dsöhsü, der in Wirklichkeit weitaus mehr war als nur der einfache chinesische Decksmann des Trawlers „Lotung" und Liu, das Mädchen mit den samtweichen schwarzen Haaren.

    Der laue Wind aus Westen umfächelte an diesem frühen Morgen im Februar die beiden Menschen und spielte mit Lius faltenreichem Kleid, dessen Saum bis auf den weichen Boden zwischen den knorrigen Baumriesen hinabreichte.

    Der Abschied - ein letzter leidenschaftlicher Gruß. Eine Szene stummer, friedlicher Hingabe - und doch war sie eine Farce. Yin und Lius Zusammensein war der Auftakt zu einem blutigen Drama, dessen Ausgang im absoluten Dunkel der Ungewissheit lag, doch nur einer von ihnen wusste es.

    „Ich muss jetzt wirklich gehen, sagte Yin. „Unpünktlichkeit ist das Allerletzte, was wir uns leisten dürfen. Eine Stunde vor dem Wecken müssen alle, die Landurlaub bekommen haben, wieder an Bord sein, das ist ein Befehl von Kapitän Riordan.

    Sie schien sekundenlang dem Wispern des Windes in den Baumwipfeln zu lauschen. Dann brach auch sie ihr Schweigen. „Es lässt sich nicht ändern. Jede Nacht hat ihr Ende, auch, wenn wir uns damit nicht abfinden wollen. Wirst du wiederkommen?"

    „Ja. Ich verspreche es dir."

    „Und ich glaube dir nicht."

    „Liu, sagte er ernst. „Es war das zweite Mal, dass ich bei dir war, und ich wäre schon heute Nacht nicht zu dir gekommen, wenn es mir nicht um mehr ginge als nur ...

    Sie seufzte kaum hörbar. „Kannst du dir diese Worte denn wirklich nicht sparen?"

    „Du denkst, meine ganzen Versprechungen sind hohle Reden? Lippenbekenntnisse? Er schüttelte betrübt den Kopf. „Das hätte ich von dir nicht erwartet.

    „Viele haben es mir gesagt."

    „Was denn?"

    „Dass sie mich mitnehmen. Fort von dieser Insel, in ein neues Leben. Viele haben es gesagt ..."

    „Liu, sagte er eindringlich. „Du wirst es mir noch glauben, das schwöre ich dir, und dann wirst du bereuen, was du mir eben geantwortet hast. Ich hole dich von hier weg. Noch bin ich nicht so weit, aber ich schaffe es. Ich richte dir in Taipeh eine kleine Wohnung ein, dann können wir heiraten oder auch so zusammenleben. Du musst mir nur versprechen, mit diesem Leben Schluss zu machen.

    Dieses Leben - das war die einzige Einkommensquelle eines Mädchens wie Liu Pefu auf einer Insel wie Hungfou Hsü, in einem armseligen kleinen Pavillon dreihundert Yards vom Westufer entfernt, aus Bambus und Sperrholz und geflochtenen Matten errichtet, unter der ausladenden Krone eines Drachenaugenbaumes. Dieses Leben bewahrte vor einem noch erbärmlicheren Dasein und half einer großen Verwandtschaft; aber alle Mädchen, hier wie überall auf der Welt, hofften, dass eines Tages der Mann kam, der sie mitnahm, hinaus in eine neue, bessere Existenz.

    Liu musterte Yins Gesicht. Ja, vielleicht meinte er das wirklich ernst. Er war der Typ, der sich in ein Mädchen wie sie verliebte und sie unter seine schützenden Fittiche nahm, und das bei seiner Position ...

    Der Trawler „Lotung", ein Heckfänger mit dem charakteristischen A-Mast, lag in der natürlichen Hafenbucht von Hungfou Hsü vor Anker, gar nicht weit entfernt, obwohl man ihn von diesem Platz aus nicht sehen konnte. Die Lichter der kleinen Stadt, die die ganze Nacht über hartnäckig gefunkelt hatten, erloschen jetzt, gegen Morgengrauen, nach und nach. Außer dem Trawler befand sich kein größeres Schiff im Hafen. An den Piers hoben und senkten sich nur ein paar Motorboote und Sampans auf der leichten Dünung, die das Wasser der Bucht kräuselte.

    Der Trawler ... Sein Geheimnis lag in seinem Rumpf verborgen.

    Außer Korvettenkapitän Dennis Riordan befanden sich drei Mann als Ankerwache an Bord, so viel hatte Liu von Yin erfahren. Zwölf Mann, vorwiegend US-Amerikaner, waren auf Landurlaub und hatten alle das Gleiche getan wie Yin Dsöhsü.

    Jetzt, nicht früher, war die Zeit zum Handeln gekommen.

    Yin betrachtete Lius Gesicht und verspürte den Drang, nicht an Bord zurückzukehren. Und er konnte nicht verhindern, dass seine Gedanken weiterliefen.

    Liu, dieses bezaubernde, zerbrechliche Geschöpf, zart, fügsam und sensibel, nicht von der üblichen hartgesottenen Art der Gunstgewerblerinnen ...

    Yin, du bist ja ein Narr, dass du dich solchen Gedanken hingibst, dachte er. Aber dann war er doch wieder hingerissen von diesem einzigartigen Gesicht, diesem schlanken, vollendet proportionierten Körper.

    Er beugte sich vor, um sie zu küssen. „Liebst du mich?", fragte er sie.

    „Was du für mich tust, ist von unschätzbarem Wert", flüsterte sie ihm zu.

    „Du weichst mir ja aus ..."

    „Nein. Ich meine das ernst."

    „Ein bisschen liebst du mich also wirklich?"

    „Ja."

    „Ich hole dich hier weg", sagte er hastig und presste sie fest an sich.

    „Ich werde dich nie vergessen", konnte sie noch hauchen, ehe er sie küsste, und auch diese Äußerung entsprach ihren Empfindungen, nur nicht in dem Sinn, wie Yin Dsöhsü sie verstand. Nein, sie würde ihn nie vergessen, denn er stellte praktisch die Ausgangs- und Schlüsselfigur in dem ganzen Unternehmen dar.

    Das schmale Messer, das sie bislang geschickt im Ärmel ihres seidigen, weiten Kleides verborgen hatte, lag plötzlich in ihrer Hand, und sie stach damit zu, ehe dieser Abschiedskuss beendet war.

    Yin klammerte sich an ihr fest, riss sie mit sich zu Boden. Im Moment des Todes begriff er noch, welchem ungeheuerlichen Schwindel er aufgesessen war.

    Er war ein in verschiedenen Nahkampf- und Verteidigungsmethoden geschulter Mann, aber dieser Angriff war zu unerwartet gekommen.

    Sein Körper verkrampfte sich. Dann erschlaffte er plötzlich. Yin Dsöhsü, der Mann des nationalchinesischen Geheimdienstes Lien Lo Pou, hatte aufgehört zu leben.

    Liu Pefu erschauderte nicht. Sie hatte von Anfang an gewusst, dass sie es tun würde, tun musste.

    Sie blickte auf, und da traten sie auch schon aus dem Dickicht des Waldes: Dsou Taofen und Philip Hou. Sie hatten sich angeschlichen, bis sie nur noch zwei Yards von dem Paar entfernt gewesen waren, aber dann hatten sie keine Möglichkeit mehr gesehen, sich auch nur noch einen Zoll zu nähern, ohne Yins Aufmerksamkeit zu erregen.

    „Siehst du, sagte Liu leise zu Dsou Taofen. „Es war doch eine gute Idee von mir, das Messer mitzunehmen. Ihr hättet es nie fertiggebracht, ihn so schnell und lautlos ins Jenseits zu befördern.

    Dsous Züge waren hart, fast verbittert. Er war ein mittelgroßer Mann von athletischer Statur ohne sonderlich markantes Äußeres - aber es waren seine Selbstsicherheit und sein eiserner Wille, die Liu seit dem Tag gefesselt hatten, an dem sie sich auf dieser Insel kennengelernt hatten. Ja, sie war von ihm abhängig, in jeder Beziehung.

    „Ich wollte nicht, dass du es tust", sagte er.

    „Für dich würde ich noch viel mehr tun." Sie erhob sich und trat zu ihm, während Philip Hou sich über den Toten beugte und ihm seine Kleidung abstreifte. Yin Dsöhsüs Zivilkleidung hatte bei dem Mord keinen Schaden erlitten, nicht ein Tropfen Blut hatte sie befleckt.

    „Das weiß ich, erwiderte Dsou. „Aber das ist es nicht. Angenommen, es wäre etwas schiefgelaufen. Wir hätten fliehen können, aber du hättest um deines Alibis und deiner Glaubwürdigkeit willen auf der Insel bleiben müssen. Da wären dann vielleicht deine Fingerabdrücke auf dem Heft des Messers gefunden worden.

    „Verfänglich hätte es für mich nur werden können, wenn wir ihn in meiner Hütte erledigt hätten, sagte sie. „Deswegen bin ich ja mit ihm bis hierher gegangen. Mit diesem erbärmlichen Narren.

    Dsou nickte. „Na gut. Verlieren wir keine unnützen Worte. Nur eines noch: Solange Männer wie er für die äußere Sicherheit unseres Landes mitverantwortlich sind, wird die Gefahr immer mehr wachsen. In diesem Sinn sind auch Leute wie dieser Yin Parasiten unserer Gesellschaft, die nichts für eine radikale Verbesserung der Lage tun."

    Er trat der nur noch mit Unterwäsche bekleideten Leiche mit dem Fuß in die Seite; ein Ausdruck tiefster Verachtung. Er bückte sich nach Yin Dsöhsüs Hemd, Hose und Jacke, schlüpfte hinein und stellte beruhigt fest, dass die Maße seiner Statur in etwa entgegenkamen.

    Liu Pefu blickte ihn von der Seite an. „Es wird nichts mehr schieflaufen."

    Dsou wandte ihr sein Gesicht zu. „Jetzt nicht mehr. Der Sieg ist unser. Auf der ganzen Linie."

    Er setzte sich in Marsch, verließ das Gehölz und ging zur Stadt hinunter.

    Philip Hou und Liu Pefu versteckten die Leiche von Yin Dsöhsü dort, wo das Dickicht am undurchdringlichsten war, dann schlichen sie Dsou nach und benutzten jeden Baum, jeden Strauch und später, an der Peripherie der Stadt, jede Gebäudeecke und -nische als Deckung.

    2

    Sung Hutscheng schritt mit versonnenem Lächeln durch die Gassen der Stadt auf die Hafenanlagen zu. Er war mehr als vier Stunden lang bei einem dieser bereitwilligen, offenherzigen Mädchen gewesen, und was sie ihm geboten hatte, war wirklich Superklasse gewesen. Sung fand, dass sich der Abstecher hierher zur Orchideeninsel - natürlich wie üblich als ganz gewöhnliche Trawler-Fahrt deklariert - gelohnt hatte.

    Plötzlich grinste er. Sie waren fündig geworden, so konnte man es nennen. Fündig zwar nicht, was ihre professionellen Interessen betraf - aber welche Rolle spielte das schon. Yin Dsöhsü hatte recht behalten mit seiner Behauptung, die Mädchen dieser Insel seien von ganz außergewöhnlichem Reiz.

    Unweit der Kaimauer und der Piers entdeckte Sung unverhofft die Gestalt Yin Dsöhsüs. Yin hatte sich die Hände in die Hosentaschen geschoben und schien zu warten - nach allem Dafürhalten auf ihn, Sung, seinen Landsmann, mit dem zusammen er an Bord des Trawlers zurückkehren wollte.

    Sung ging auf ihn zu. Als er nur noch schätzungsweise einen Yard von ihm entfernt war, wollte er ihn mit einer ironisch gemeinten Floskel begrüßen, aber in diesem Moment erkannte er, dass er nicht den wahren Yin vor sich hatte.

    Sung Hutschengs Hand fuhr in den Jackenausschnitt. Er hatte den Kolben der Waffe in dem Schulterholster schon im Griff und wich instinktiv aus, da blinkte es matt auf, und Dsou Taofens Messer flog auf ihn zu.

    Dsou hatte gedankenschnell auf Sungs Abwehrbewegung reagiert, das Messer fand mit traumhafter Sicherheit sein Ziel, die absolut tödliche Stelle des Mannes der „Lotung". Sung taumelte, röchelte, zerrte den handlichen .38er Special-Revolver noch aus dem Schulterholster, aber Dsou war mit zwei Schritten dicht vor ihm und hieb ihm die Schusswaffe aus der Hand.

    Der Revolver landete auf dem Pflaster der Gasse. Dsou fing Sungs erschlaffende Gestalt auf und zerrte sie durch eine halb geöffnete Tür in den Abstellraum eines Hauses, von dem er sich vorher vergewissert hatte, dass er nichts als Gerümpel enthielt.

    Dsou brauchte kein Zeichen zu geben - Philip Hou und das Mädchen Liu hatten ihn aus einiger Entfernung beobachtet. Jetzt glitten ihre Gestalten heran. Philip las den .38er Special vom Pflaster auf, steckte ihn sich in den Hosenbund und schlüpfte zu Dsou in den Raum. Liu folgte ihm.

    Rasch hatten sie Sung, der genauso schnell gestorben war wie Yin, entkleidet, und ebenso rasch war nun Philip Hou in die Sachen geschlüpft, die ihn tarnen sollten.

    Sie sprachen kein Wort mehr miteinander. Alles war bis ins Detail festgelegt, seit Langem vorbereitet worden. Alles verlief nach Plan, und Dsou, Philip und das Mädchen frohlockten innerlich bereits, als sie die Leiche Sung Hutschengs in einen alten Schrank mit ausgeleierten Türscharnieren sperrten.

    3

    Vor gut einem Jahr hatte Dsou Taofen im Zuge der „Recherchen, die er auf Taiwan und den dazugehörigen kleinen Inseln unternahm, das Mädchen Liu kennengelernt und von ihr erfahren, dass gelegentlich Schiffe mit „besonderen Aufbauten in die Hafenbucht von Hungfou Hsü verholten. Das war ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Er hatte sich mit den Schiffen befasst, hatte nach mühseliger Kleinarbeit herausbekommen, was er wissen wollte - und dann hatte er das leichte Mädchen Liu Pefu von seiner Sache überzeugt.

    Vor etwas mehr als drei Monaten hatte Liu die Bekanntschaft Yin Dsöhsüs gemacht. Er hatte ihr ein wenig über die „Lotung" erzählt, die angeblich sieben bis acht Mal im Jahr auf Fang ins Südchinesische Meer und in den Pazifik auslief. Liu hatte ihr Wissen später an Dsou weitergegeben, und Dsou hatte Yins Gerede sehr wohl zu werten gewusst.

    Yin hatte versprochen, er würde an Bord seines Trawlers zur Insel Hungfou Hsü zurückkehren, er hatte auch in etwa den Zeitpunkt angegeben. Und so hatten Dsou und seine Mitverschwörer mehr als zwei Monate Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Eine Woche vor diesem entscheidenden Februarmorgen hatten sie Taiwan verlassen, hatten sich auf der Orchideeninsel „eingeigelt".

    Dsou Taofen wies auf den .38er Special, den Philip nach dem Kleidungswechsel wieder hinter den Hosengürtel steckte. Hou nickte. Er hatte verstanden. Die Schusswaffe nur im äußersten Notfall benutzen - das war eine der Anordnungen, die Dsou erlassen hatte. Lautlos sollte es geschehen, denn weder die Hafenpolizei noch die Inselbevölkerung, die überwiegend malaysischen Ursprungs war, sollte vor Ablauf von zwei, drei Stunden bemerken, was hier begonnen hatte. Für eine solche Aktion gab es keine bessere Waffe als das Messer.

    Dsou und Philip verließen mit Liu den dunklen, muffig riechenden Abstellraum. Sie blickten von der Gasse aus zum Himmel auf und konnten die neblig grauen Streifen erkennen, die das Schwarz der Nacht und den Schimmer der Sterne verdrängten.

    Viel Zeit blieb ihnen nicht mehr.

    Dsou und Philip schritten in Richtung auf die Hafenanlagen davon; Liu trennte sich von ihnen, um die zu verständigen, die in der Stadt und in der näheren Umgebung auf das Einsatzzeichen warteten.

    4

    Hank Webster, der auf dem vorderen Deck der „Lotung" Posten bezogen hatte, sah als Erster den Sampan mit den zwei männlichen Gestalten darin herangleiten. Er beugte sich etwas über die Reling, hielt angestrengt Ausschau und grinste, als er beobachtete, wie eifrig Yin Dsöhsü mittels des einzigen Riemens eifrig auf den Trawler zuwriggte. Sung Hutscheng saß auf der einzigen Ducht unter dem gewölbten Mattendach des Bootes; er schien ziemlich erledigt zu sein.

    Webster beschloss, sich an den beiden ein bisschen zu rächen - dafür, dass sie Landurlaub erhalten hatten, während er zu den armen Schweinen gehörte, die die Ankerwache schieben mussten. Er würde sie mit ein paar zynischen Bemerkungen empfangen, die ihren inneren Alkoholpegel betrafen.

    Sie hätten auch ein Motorboot nehmen können, Kapitän Dennis Riordan hatte es gestattet, und die ganze Nacht über gab es ein paar geschäftstüchtige Insulaner, die den „Fährbetrieb" aufrechterhielten. Aber nein, Yin und Sung hatten sich einen Sampan geschnappt und bewegten ihn obendrein noch selbst - wahrscheinlich hatten sie mächtig getankt und hatten den Sampan annektiert, ohne den rechtmäßigen Besitzer vorher zu fragen.

    Webster wandte sich von der Reling ab, blickte nach achtern und gab Heartley und D’Onofrio ein Zeichen, das sie im Schein der Decksbeleuchtung wahrnehmen konnten.

    „In Ordnung, sagte Heartley, der Bordfunker, zu seinem Nebenmann. „Die ersten Helden scheinen pünktlich zurückzukehren. Webster hat sie gesichtet. D’Onofrio, der Erste Steuermann, erwiderte: „Es wäre wirklich das Allergrößte, wenn wir noch einen Tag länger hier liegenbleiben würden, damit unsereins auch noch an Land gehen könnte."

    „Du weißt, dass das nicht drin ist."

    „Natürlich weiß ich das. Aber man wird doch wohl noch träumen dürfen, erwiderte D’Onofrio. „Die Mädchen in dem elenden Nest sollen große Klasse sein, hab’ ich mir sagen lassen.

    Sie standen beide auf dem Peildeck des Trawlers und blickten auf das Vordeck hinab, wo Webster sich jetzt an das Fallreep begeben hatte.

    Der Sampan überbrückte geräuschlos die letzte Distanz zum Trawler und schor längsseits.

    Webster schaute grinsend zu, wie Sung sich unter dem Mattendach erhob, etwas umständlich auf die Plattform des Fallreeps stieg und aufzuentern begann. Yin vertäute den Sampan notdürftig, kratzte sich aber am Hinterkopf und schien zu überlegen, ob er sich richtig verhielt. Immerhin konnte es ja sein, dass die zehn Kameraden - acht Amerikaner und zwei Chinesen -, die mit ihnen zusammen die Erlaubnis zum Landgang erhalten hatten, sich noch in der Stadt befinden. Da wäre es wohl angebracht gewesen, zurückzuwriggen und sie herüberzuholen.

    Aber Yin enterte nun auch auf. Wohl, um sich zu vergewissern, ob die Kameraden nicht doch schon an Bord waren, wie Webster annahm.

    Wer zu spät erschien, wurde zu Strafen verdonnert, denn in dieser Hinsicht verstand Dennis Riordan keinen Spaß.

    Dsou Taofen, der vermeintliche Yin Dsöhsü, klomm hinter Philip Hou die Stufen des Fallreeps hinauf und überlegte angestrengt, ob er keinen Fehler begangen hatte. Zwei Mann - war das nicht doch zu wenig für den Handstreich, den er plante? Dieser amerikanische „Matrose" dort oben hatte sie bereits zu aufmerksam in Augenschein genommen. Die Beleuchtung auf Oberdeck würde ihm gleich verraten, dass er nicht die Kollegen vom nationalchinesischen Geheimdienst vor sich hatte, sondern Gegenspieler.

    Andererseits hätte es zu lange gedauert, an Land mehr als zwei Männer der „Lotung" zu überwältigen und sich ihre Kleidung anzuziehen, und vielleicht wäre die Ankerwache des Trawlers auch sofort misstrauisch geworden, wenn sie einen ganzen Pulk Landurlauber in einem Boot hätte herankommen sehen. Nur zwei Mann, das fiel nicht so sehr auf. Außerdem fühlte Dsou sich mit Philip Hou allein beweglicher, und er setzte nur in diesen Philip Hou sein hundertprozentiges Vertrauen, was diesen Coup betraf.

    Die anderen hatten weniger Erfahrung, mussten noch erst geschult werden, was einige wichtige Einzelheiten betraf. Das sollte an Bord des Trawlers geschehen.

    Dsou Taofen hatte fünf Jahre lang bei einer Spezialeinheit der Marine von Taiwan gedient und dort seine Erfahrungen gesammelt. Philip Hou hatte sechs Jahre lang an einer Technischen Hochschule in Kalifornien studiert und dort, in den Staaten, auch die Möglichkeit erhalten, sich umfassend mit den Nuklearwissenschaften zu beschäftigen. Außerdem beherrschte er wie Dsou das Tai Chi Ch’uan, eine jahrtausendealte Fertigkeit der Selbstverteidigung.

    Hank Webster, der mit einem Stiefel auf der oberen Plattform des Fallreeps stand und grinsend auf Philip Hous Gestalt blickte, war tatsächlich kein Matrose, kein Janmaat eines harmlosen Fischdampfers mit internationaler Besatzung - er besaß den Dienstgrad eines Platoon Sergeants und gehörte dem ONI an, dem „Office of Naval Intelligence. D’Onofrio und Heartley, mit entsprechend höheren Dienstgraden ausgestattet, zählten wie alle anderen Amerikaner an Bord des Trawlers zu demselben „Verein, und Korvettenkapitän Dennis Riordan führte in enger Zusammenarbeit mit der CIA den Sonderauftrag aus, die chinesischen Kollegen von Lien Lo Pou, Fünftes Büro „Tsou, äußere Sicherheit und Aktion, in einjähriger Arbeit mit den Besonderheiten der „Lotung vertraut zu machen. Das Schiff war in einer kalifornischen Werft vom Stapel gelaufen, dann aber sofort nach Taiwan gebracht worden, wo es als „Fischdampfer" seinen Namen erhalten hatte.

    Der vermeintliche Sung war bei Webster angelangt.

    Jetzt konnte er den Kopf nicht länger gesenkt halten, jetzt musste er dem Platoon Sergeant sein Gesicht zeigen, dem man auch durch schnelles Schminken keine annähernde Ähnlichkeit mit dem des echten Sung Hutscheng hätte verleihen können.

    „Total abgeschlafft, was?, sagte Webster hämisch. „Mann, mit was für einer Kondition seid ihr Helden denn eigentlich zu den fixen Mädchen der Insel gegangen?

    Oben auf dem Peildeck des Trawlers entstand in diesem Augenblick Bewegung, und Webster drehte sich ganz routinemäßig nach achtern um, als er sie wahrnahm.

    Heartley und D’Onofrio verließen soeben das Peildeck, weil Riordan sie ins Brückenhaus hinuntergerufen hatte. Das Peildeck stellte den offenen oberen Bereich der Kommandobrücke dar. Heartley und D’Onofrio benutzten den Niedergang, der sie direkt ins Ruderhaus hinabführte, und sahen, wie Riordan eine Seekarte mit dem neu festgelegten Kurs an der rückwärtigen Wand festheftete.

    „Ich möchte, dass auch Sie die Karte abzeichnen", sagte er.

    „Aye, Sir." D’Onofrio trat rechts neben ihn.

    „Soweit alles in Ordnung?"

    „Vollkommen, antwortete Heartley. „Die Besatzung kehrt an Bord zurück.

    Hank Webster sah das Licht im Ruderhaus und wusste Bescheid. Er wandte sich wieder zu „Sung" um. Er erstarrte, fand keine Zeit mehr für eine Abwehrgeste, das Messer fuhr ihm in die Brust, und das verzerrte Gesicht Philip Hous war das Letzte, was der Platoon Sergeant in seinem Leben wahrnahm.

    Philip Hou presste dem Mann die eine Hand auf den Mund und achtete darauf, dass er nicht dumpf aufs Oberdeck schlug. Behutsam ließ er ihn sinken.

    Dsou Taofen hastete an Hou vorbei zur Brücke, wie sie es abgemacht hatten. Er rechnete damit, entdeckt zu werden, war sich plötzlich wieder des gesamten Risikos bewusst, das in jedem Teil seines Planes enthalten war - aber wie durch ein Wunder erreichte er ungesehen die mittschiffs befindlichen Aufbauten und klomm eine Leiter empor, die ihn zu dem an Steuerbord festgemachten Beiboot hinaufführte.

    Er kauerte sich hinter dieses Boot und sah D’Onofrio, der als Erster wieder auf das Peildeck zurückkehrte.

    Philip Hou hatte Websters Leiche die obersten Stufen des Fallreeps hinunterbefördert. Auf dem Rücken, mit abgespreizten Beinen war Webster ein Stück gerutscht, dann hatten seine Stiefel sich an den Geländerstreben verfangen und seine Abwärtsbewegung gestoppt - und so lag er da, ohne dass man ihn vom Peildeck aus noch sehen konnte.

    Philip Hou hatte die Vorderseite der Aufbauten erreicht, glitt daran entlang und hastete auf die Backbordseite des Schiffes. Er enterte an der Leiter auf und langte in dem Moment oben an, in dem Dsou eines der vier Messer, die er bei sich trug, auf D’Onofrio schleuderte. Mit geradezu unheimlicher Präzision fand auch dieses Messer das Ziel. D’Onofrio brach mit einem gurgelnden Laut zusammen.

    Philip Hou kletterte vorsichtig auf das Peildeck, sah Heartley auftauchen und entsetzt, wie erstarrt, stehen bleiben. Heartleys Blick war auf D’Onofrios verkrümmte Gestalt gerichtet. Hou konnte sich anpirschen. Heartley fuhr herum, aber es war zu spät, viel zu spät. Hou stürzte sich mit dem gezückten Messer auf ihn.

    Während sie miteinander rangen und Heartley noch ein verzweifeltes Keuchen ausstoßen konnte, war Dsou Taofen aus seiner Deckung hinter dem Beiboot hervorgesprungen und hastete nun auf den Niedergang zu. Er kümmerte sich nicht um den Ausgang des Zweikampfes, er raste den Niedergang hinab und sprang von den letzten Stufen mitten ins Ruderhaus hinein, wo Korvettenkapitän Dennis Riordan Heartleys Keuchen vernommen hatte, sich jetzt umdrehte und nach seiner automatischen Pistole im Quick-Draw-Holster fingerte.

    Dsou schleuderte das Messer, das er bereits in der Hand hielt. Riordan tat einen Schritt nach vorn und bewegte sich dabei auf die Klinge zu, die ihn mit unfehlbarer Sicherheit traf.

    Dsou stürmte auf den Mann zu und entwand ihm die Pistole. Riordan erging es wie dem Chinesen Sung; er konnte seine Waffe noch ziehen, aber sie auch abzufeuern, schaffte er nicht mehr.

    Dsou schlug zweimal schnell zu, aber der zweite Hieb, der Riordans Handgelenk traf, war eigentlich schon überflüssig, denn die Automatic war seinen Fingern bereits entglitten, und rasend schnell entwich der Lebenshauch mit jedem Atemzug, den der Mann noch tat, der verkrampften Gestalt.

    Dsou ließ von Riordan ab, stürzte zum Niedergang und klomm, ein weiteres Messer in der rechten Hand, in aller Eile nach oben. Aber da streckte Philip Hou ihm bereits sein schmales Gesicht entgegen.

    „Es hat geklappt", sagte er.

    „Durchsuchen wir das Schiff, gab Dsou hastig zurück. „Ich will auf Nummer sicher gehen. Was ist, wenn dieser Idiot Yin Dsöhsü Liu etwas Falsches über die Stärke der Wache erzählt hat?

    Philip Hou antwortete darauf nicht. Er erhob sich, wartete auf Dsou, und dann forschten sie systematisch die Decks des Trawlers nach weiteren Geheimdienstlern ab.

    Was Liu Pefu ihrem Geliebten nach Yins Tod rasch zugeflüstert hatte, entsprach der Realität: Kein anderer Mann stellte sich den Chinesen entgegen. Sie waren die neuen Herren des Trawlers.

    Ein einfaches Zeichen genügte: Dsou Taofen unterbrach von der Sicherungstafel für das bordeigene Stromnetz aus nur einmal kurz die Beleuchtung des Schiffes und ließ sie dann wieder aufflammen.

    Acht Sampans mit insgesamt siebenundzwanzig Personen Besatzung setzten sich daraufhin vom Ufer der Bucht aus in Fahrt. Das Mädchen Liu hockte in dem einen Sampan, sie hatte die sechsundzwanzig zu allem entschlossenen Männer, die jetzt zu ihren Anführern stießen, benachrichtigt, dass der erste Teil des Unternehmens erfolgreich verlaufen war.

    Dsou Taofens „Armee, seit sieben Tagen in verschiedenen Verstecken auf der Insel Hungfou Hsü untergebracht, ging an Bord der „Lotung, ließ die vier Leichen im Wasser der Hafenbucht verschwinden, inspizierte unter Dsous und Philips Leitung das Schiff und machte sich in groben Zügen mit allem vertraut, was für ein schnelles Auslaufen unabdingbar war.

    Dsous Männer hatten an den Piers zwei Inselbewohner überwältigen und niederschlagen müssen, die Dsou und Philip Hou vorher den Sampan ausgehändigt hatten, beim Anmarsch des starken Trupps jedoch stutzig geworden waren, Fragen zu stellen begannen.

    Dsous Männer hatten die Insulaner gefesselt und geknebelt in der Kajüte eines Motorbootes verstaut.

    Auch das war eine von Dsous Anweisungen: keine „unbeteiligten Dritten zu töten, sondern sie nur vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen. Dsous Tötungsbefehle galten lediglich den Männern der Besatzung des Trawlers, denn sie trugen seiner Meinung nach die Mitschuld an der „Situation, die er bereinigen wollte - auf seine Art.

    Kurz vor dem endgültigen Tagesanbruch lichtete der Trawler den Anker; seine Maschinen sprangen an, und er verließ verhalten tuckernd das natürliche Hafenbecken der lieblichen Orchideeninsel, die für sechs Männer zur Todesfälle geworden war.

    Wenige Minuten später trafen auf dem Kai und an den Piers die Nachzügler ein: acht Amerikaner des ONI und zwei Chinesen von Lien Lo Pou, die buchstäblich im letzten Augenblick zu ihrem Schiff und ihren Kameraden stoßen wollten.

    Sie staunten nicht schlecht, als sie sahen, dass die „Lotung" spurlos verschwunden war. In ihrer ersten Verblüfftheit nahmen sie an, dass Korvettenkapitän Dennis Riordan ihnen wegen ihrer Verspätung einen rüden Streich gespielt hatte - sie ahnten nicht, dass Riordans Körper auf dem Grund der Bucht lag und dass ihnen ein solches Schicksal nur knapp erspart geblieben war.

    5

    Irgendetwas stimmte nicht mit der „Cruise Missile", irgendetwas an ihren Sensoren und ihren komplizierten Steuerungen war faul, und deshalb landete sie nicht immer mit Exaktheit in ihrem Ziel, der Lagune von Kwajalein, einem Atoll der zu Mikronesien gehörenden Marshall-Inseln. Steckte Sabotage dahinter?

    2625 Meilen entfernt lag der kalifornische Stützpunkt Vandenberg, von dem aus die „Cruise Missile, eine Testrakete mit atomarem Mehrfach-Sprengkopf, nach „Kwaj herübergeschossen wurde. In Vandenberg, so hatte die Nuclear Task Force eruiert, war die völlige Sicherheit des Startgeländes nicht nur offiziell gewährleistet, sie wurde auch eingehalten, und es gab keine „undichten Stellen. Alle Voraussetzungen für einen technisch einwandfreien Start waren gegeben, und die „Cruises rauschten auch mit Präzision auf westlichem Kurs über den Pazifik. Konnte unterwegs etwas geschehen, was ihre Flugbahn beeinträchtigte? Lag die Ursache etwa auf dem Atoll selbst, über dessen kleinste Inseln die „Missiles" in der Endphase kurz vor dem Einschlagen ins Wasser im Tiefflug hinwegrasten?

    Um das herauszufinden, hatte die Nuclear Task Force das Atoll aufgesucht. Im Hafen von Ebeye, Kwajalein, lag die Jacht „April Love vor Anker, und mit dem Commissioner taten sich alle sechs Agenten in den Stunden vor dem nächsten Test in der „Silver City, wie „Kwaj im Jargon genannt wurde, um: Seiichi Tanaka, Charles Neuville, Wassili Bykow, Ben „Shark Derringer, Harald Fernau und Edmond Travis. Während der Commissioner die Führungskräfte der Kwajalein Missile Range kritisch unter die Lupe nahm, operierten die sechs Agenten jeweils in Zweiergruppen auf der Haupt- und auf den Nachbarinseln des Atolls.

    Seiichi Tanaka saß an diesem Spätvormittag in einem Sessel auf der Terrasse des Shrine-Clubs, trank seinen eisgekühlten Orangensaft und aß Peanuts aus Georgia. Er wartete auf Charles, mit dem zusammen er seit zwei Tagen „subversive Bewegungen aufzuspüren versuchte - auch hier, im mondänen Shrine-Club. Es gab eine Separatistenbewegung auf Kwajalein wie in ganz Mikronesien und den anderen amerikanischen „Trust Territories of die Pacific Islands, es existierte auch eine streitbare amerikanische Hilfsorganisation namens „Mikronesian Legal Service", die den Insulanern Wiedergutmachungsgelder in Millionenhöhe für Kriegsschäden erkämpfte, und zu letzterem Verband zählten auch einige honorige US-Bürger, die seit Jahren auf den Marshall-Inseln ansässig waren.

    Aber sollten solche Leute wirklich die Urheber der Verirrungen der „Cruise Missiles" sein?

    Seiichi hatte seine gelinden Zweifel an dieser These. Er glaubte nicht recht daran, dass der Verdacht, Sabotage sei im Spiel, sich hier auf „Kwaj" erhärten würde.

    Dennoch: Man tat seine Pflicht. Die hochbeinige Bedienung mit dem großzügigen Ausschnitt hatte den zweiten Orangensaft vor Seiichi auf dem Tisch abgesetzt und entfernte sich wieder, da traf Charles Neuville ein und marschierte geradewegs auf den Japaner zu. Dem Mädchen schenkte er ganz entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten nur ein sparsames Lächeln. Er ließ sich in dem Sessel neben Seiichi Tanaka nieder und sagte: „Schlechte Nachrichten aus Taiwan. Ich komme gerade vom Headquarters, und da habe ich es direkt vom Commissioner erfahren, was vorletzte Nacht auf Hungfou Hsü passiert ist."

    „Auf der Orchideeninsel?"

    „Ja. Die liegt doch östlich des Südzipfels von Taiwan, nicht wahr?"

    „Richtig, antwortete Seiichi. „Willst du mir jetzt endlich verraten, was dort geschehen ist? Haben die Rotchinesen etwa mit ihren gut gemeinten Versuchen zur Wiedervereinigung des Reiches begonnen? Hat eine Invasion stattgefunden?

    „Hör auf. Mir ist nicht zum Spaßen zumute. Ein Trawler, der als Aufklärer dient und in Zusammenarbeit von CIA und ONI-Leuten sowie Mitgliedern des Geheimdienstes von Taiwan im Einsatz erprobt wurde, ist entwendet worden."

    „Was sagst du da?"

    „Sechs Tote. Vier sind aus einem Hafenbecken gefischt worden."

    „Allmächtiger, wie konnten die sich bloß überrumpeln lassen?, entfuhr es Seiichi. „Wer steckt hinter diesem brutalen Anschlag?

    „Keiner hat auch nur die leiseste Ahnung."

    „Wieso erfahren wir erst jetzt, mehr als vierundzwanzig Stunden danach, von diesem Überfall? „Wegen der totalen Geheimhaltung. Erst jetzt sickert selbst in unseren Kreisen allmählich durch, dass die Männer der 'Lotung', wie das Aufklärerschiff heißt, beispielsweise auf der Insel Hungfou Hsü in jener Nacht einem höchst erfreulichen Zeitvertreib nachgingen, sagte Charles. „Landurlaub und Besuch bei leichten Mädchen, eine Abwechslung vom eintönigen Bordleben - mit Genehmigung des Kapitäns. Und dann sind sie wie die Anfänger überwältigt worden. Übrigens ist eines der Mädchen von der Insel verschwunden. Sie heißt Liu Pefu."

    „Die Helferin dieser Mörder?"

    „Das wird angenommen."

    „Was ist das - eine Konspiration?"

    „Es werden die abenteuerlichsten Theorien aufgestellt, während Marine-Einheiten von Taiwan und die US-Luftwaffe nach dem Verbleib des vermeintlichen Trawlers forschen. Nein, es gibt keine Zwischenergebnisse, das Schiff scheint spurlos verschwunden zu sein", erklärte Neuville.

    „Hör mal, wir sind hier doch nicht im Bermuda-Dreieck ..."

    „Ich kann immer noch nicht lachen, sagte Charles. Seiichi Tanaka setzte sich auf und fixierte seinen Kollegen, indem er den Kopf wandte. „Charles, hat diese 'Lotung' etwa Kernwaffen an Bord? Ist es ein Fall für uns, sie wiederzufinden und die Kerle zu stellen, die diesen blutigen Coup durchgeführt haben?

    „Keine Nuklearraketen, nichts dergleichen. Aber die 'Lotung' dient unter anderem dazu, atomgetriebene Unterwasserjäger der Sowjets und Chinesen in den Hoheitsgewässern von Taiwan und darüber hinaus aufzuspüren. Wer immer das Schiff nun gekapert hat, er könnte den Spieß umdrehen und die neuesten Errungenschaften der Technik, die sich an Bord des Trawlers befinden, für seine Zwecke ausnutzen - beispielsweise gegen die USA."

    „Solange er sich dabei aufs Spionieren beschränkt, ist es immer noch kein Fall für uns, erwiderte der Japaner. „Aber ich nehme an, der Commissioner spielt mit dem Gedanken, uns als Hilfstrupp bei der Fahndung nach dem vermeintlichen Fischdampfer einzusetzen, oder täusche ich mich?

    Charles Neuville nickte. „Du hast es erfasst. Wir warten noch den nächsten Test der 'Cruise Missiles' ab, dann laufen wir mit westlichem Kurs aus."

    Seiichi blickte über die schäumende weiße Brandung hinweg und konnte auf der anderen Seite der hufeisenförmig geschwungenen Bucht von „Kwaj die Kulisse von „Silver City erkennen: haushohe Radarantennen, matt schimmernde Observationskugeln, Funkanlagen größten Ausmaßes, klotzige Bunker aus Beton, ein Teil des Militärflughafens. Auf der anderen Seite lag der Hafen, in dem auch die „April Love" ankerte.

    „Bruder, sagte Seiichi nach einigem Schweigen. „Würdest du es in Betracht ziehen, dass die Entführer der 'Lotung' sich hierher, zu den Marshalls, verirren könnten?

    „Nein, würde ich nicht."

    Nach kurzem Überlegen meinte der Japaner: „Ich auch nicht. Das wäre denn wohl doch ein zu großer Zufall, ein geradezu unerhörtes Zusammentreffen von Ereignissen. Aber eines versichere ich dir: Mit den Killern der sechs Geheimdienstler würde ich mich gern eingehend unterhalten, auch wenn der Fall wirklich nicht ganz in unseren Kompetenzbereich fällt."

    6

    Vierundvierzig Stunden nach dem gelungenen Coup rauschte die „Lotung" mit der nahezu unveränderten Geschwindigkeit von zwanzig Knoten durch die Nacht. Philip Hou hatte die Ruderwache übernommen und stellte den Automaten immer wieder aus, um einen neuen, irreführenden Kurs einzuschlagen. Bislang war es Dsou Taofens Bande immer wieder gelungen, ihren Verfolgern auszuweichen und zu entgehen, und das lag nicht nur an dem seemännischen Geschick der Piraten, die allesamt von Taiwan kamen, sondern überwiegend daran, dass Philip Hou die Peil- und Ortungsgeräte, mit denen das Schiff geradezu gespickt war, hervorragend zu benutzen wusste.

    Er vermochte jeden, der sich aus der Luft, auf dem Wasserweg oder unter Wasser an sie heranzupirschen versuchte, innerhalb kürzester Zeit hinters Licht zu führen und abzuhängen.

    An Bord der „Lotung arbeiteten neuartige Niederfrequenz-Horch- und Spürgeräte, die Feind-U-Boote, aber auch Schiffe an der Oberfläche noch auf die Distanz von mehreren hundert Meilen ausmachen konnten; es gab Sonaranlagen und Sonarbojen und Infrarot-Sensoren. Die exakte Position eines „Feindobjektes ermittelte das Herz sämtlicher an Bord installierter Geräte, der sogenannte „Magnetic Anomaly Detector, mit einem Kürzel als „Mad umschrieben, der lokale Störungen im irdischen Magnetfeld aufspürte, die von Schiffsrümpfen verursacht wurden. Überdies vermochte die „Lotung" mit Hilfe ihrer Sonarbojen, die sie auf die Wasseroberfläche verteilte, innerhalb einer Stunde einen zehn Meilen langen Korridor zu schaffen, dessen Signale sie über Hydrophone erlauschte.

    Die Sonarbojen und andere „sperrige Objekte konnten - je nach Erfordernis - auch wieder eingesammelt werden. Dies geschah durch das trichterförmige Schleppnetz, das die „Lotung, wie es sich für einen zünftigen Trawler gehörte, selbstverständlich an Bord mitführte. Das Schleppnetz, für den Fischfang allerdings weniger geeignet, war eine vierzig Yards lange Spezialanfertigung aus besonders starken Synthetik-Fasern.

    Ein komplettes Fanggeschirr mit zweimal 1200 Yards Stahltrosse, Kurrleine genannt, und daran zwei kleine und zwei große Scherbretter, hölzerne Drachen, die das Schlagnetz offen hielten, Schwimmblasen mit Höhenbrettern, und eben das vierzig Yards lange Netz, vorn unten mit eisernen Rollen beschwert und hinten gegen das Aufscheuern am Grund durch Ochsenfelle geschützt.

    Das Einholen des ausgefahrenen Netzes geschah, indem das Netz mit den beiden Kurrleinen bis an das Heck gezogen und das Netzende mit dem „Fang" in den charakteristischen A-Mast gehievt wurde. Danach wurde das Netz geöffnet, und durch eine Luke fiel die Beute unter Deck.

    Dsou Taofen war auf eine Beute ganz besonderer Art aus.

    In dieser Nacht stand er mit Liu Pefu hoch oben auf dem Peildeck und hielt seine Nase in den Wind. Was auf der Orchideeninsel geschehen war, gehörte für ihn der Vergangenheit an, er verschwendete keinen Gedanken mehr an die sechs Toten.

    „Auch der nächste Teil unseres grandiosen Unternehmens wird gelingen, Liu", sagte er.

    „Willst du mir nicht endlich Genaueres darüber verraten?", fragte sie ihn.

    Er legte seinen rechten Arm um ihre Schulter. „Taiwan ist eine armselige, verirrte Fliege zwischen den Großmächten, weißt du das?"

    „Ja, das weiß ich."

    „Man könnte es in einer einzigen Nacht besetzen ..."

    „Du meinst, sie würden es wirklich wagen?", flüsterte sie ihm zu, dass es im summenden Wind und im Rauschen der See kaum zu vernehmen war.

    „Die eine Seite gewiss nicht, erwiderte er ruhig. „Diese Seite heißt Amerika, und sie begnügt sich damit, den 'Berater' und 'Beschützer' für uns zu spielen. Aber die andere Seite, der große rote Drache - er wird uns verschlingen, Liu, denn wir sind zu schwach und zu wankelmütig geworden, um uns noch ernsthaft gegen ihn wehren zu können.

    „Deshalb willst du gegen den Drachen kämpfen?"

    „Ja, das will ich."

    „Mit diesem Schiff?"

    „Indirekt, ja."

    „Sie werden uns alle töten, Dsou, aber ich bleibe an deiner Seite", sagte sie.

    Seine Hand presste ihre Schulter zusammen, dass sie fast aufschrie. „Sag so was nicht wieder. Du weißt ja nicht, wie raffiniert wir vorgehen. Liu - unser Kurs führt nicht zum asiatischen Festland, sondern auf Umwegen nach Ost-Süd-Ost."

    „Wohin?"

    „Ich zeige es dir nachher auf der Karte."

    „Dsou - du hast mir einmal gesagt, du würdest einen Überfall, eine Heldentat unternehmen, die in die Geschichte eingehen würde, und damit meinst du doch wohl, dass wir dem Drachen, den wir alle hassen, eine tiefe Wunde beibringen."

    „Ja."

    „Aber warum steuern wir dann in östlicher Richtung?"

    „Liu, was weißt du über die Bewaffnung dieses Schiffes?"

    „Es gibt einen Gewehrschrank, der an den Schotten hinter der Offiziersmesse steht und zwanzig M1, zehn Karabiner, zehn Schnellfeuer-Gewehre und acht 45er Colt Governments enthält."

    „Richtig, sagte er mit einem spöttischen Lächeln. „Aber nicht einmal ein auf dem Bug oder am Heck montiertes Geschütz, und sei es noch so klein, haben wir. Glaubst du, mit den paar Schießeisen könnten wir den Drachen empfindlich treffen? Ich müsste ja ein Narr sein, wenn ich daran glauben würde.

    „Wir brauchen ... größere Waffen?"

    „Ja."

    „Kanonen? Bomben?"

    „Atomraketen, sagte er. „Wir werden sie uns holen und damit unseren entscheidenden Angriff fliegen.

    „Fliegen?"

    „Mit einem Bomber, den wir in einem unserer Verstecke bereithalten, Liu."

    „Und welches ist das genaue Ziel?"

    „Peking, sagte er, während er den Blick wieder nach vorn auf den Bug der „Lotung und die gischtende schwarze See richtete. „Die Sieben-Millionen-Stadt. Das Haupt des Drachen. Ich werde ein Loch hineinbrennen und die Bestie für alle Zeiten tödlich verseuchen."

    7

    Achtundsiebzig Stunden nach dem gewaltsamen Tod von

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