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Nur der Colt zähmt diese Stadt: Super Western 13 Romane

Nur der Colt zähmt diese Stadt: Super Western 13 Romane

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Nur der Colt zähmt diese Stadt: Super Western 13 Romane

Länge:
1.626 Seiten
20 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
17. März 2022
ISBN:
9798201369811
Format:
Buch

Beschreibung

Nur der Colt zähmt diese Stadt: Titel 13 Western

von Alfred Bekker, Bill Garrett, Heinz Squarra, Pete Hackett, Timothy Stahl, Hans W. Wiena, John F. Beck, Larry Lash, W.K. Giesa

 

Über diesen Band:

 

Dieser Band enthält folgende Romane:

 

 

Die letzten von Fort Wells (Bill Garrett)

Sten ist der Größte (Bill Garrett)

Weidekrieg am Canfield River (Heinz Squarra)

Marshal Logan und die Hassvollen (Pete Hackett)

Marshal Logan - von allen gehetzt (Pete Hackett)

In Devil Town ist der Teufel los (Timothy Stahl)

Blutige Jagd (Hans W. Wiena)

 

 

Alfred Bekker: Entscheidung am Salt Lake

John F. Beck: Hetzjagd auf Jeff Donegan

John F. Beck: Der Tiger vom Rio Bravo

Larry Lash: Trommelnde Hufe

W.K.Giesa: Die Ranger-Falle

W.K.Giesa: Der Mann, den alle hängen wollten



 



 

Murdock genoss einen erstklassigen Ruf als Sheriff. Er hatte das Land von jeglicher Banditenplage befreit, und die Bürger achteten ihn als ehrlichen, aufrechten Kämpfer für das Gesetz. Aber dann tauchte dieser Texas Ranger in Murdocks Stadt auf und stellte einige unangenehme Fragen. Da schlug Murdock zum ersten Mal zu. Er scheute vor keiner Brutalität zurück und vor keiner Hinterlist, um seinen guten Ruf zu verteidigen. Seiner Todesfalle konnte keiner entrinnen. Auch kein Ranger, glaubte er …

Herausgeber:
Freigegeben:
17. März 2022
ISBN:
9798201369811
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Nur der Colt zähmt diese Stadt - Alfred Bekker

Nur der Colt zähmt diese Stadt: Titel 13 Western

von Alfred Bekker, Bill Garrett, Heinz Squarra, Pete Hackett, Timothy Stahl, Hans W. Wiena, John F. Beck, Larry Lash, W.K. Giesa

Über diesen Band:

––––––––

Dieser Band enthält folgende Romane:

Die letzten von Fort Wells (Bill Garrett)

Sten ist der Größte (Bill Garrett)

Weidekrieg am Canfield River (Heinz Squarra)

Marshal Logan und die Hassvollen (Pete Hackett)

Marshal Logan - von allen gehetzt (Pete Hackett)

In Devil Town ist der Teufel los (Timothy Stahl)

Blutige Jagd (Hans W. Wiena)

––––––––

Alfred Bekker: Entscheidung am Salt Lake

John F. Beck: Hetzjagd auf Jeff Donegan

John F. Beck: Der Tiger vom Rio Bravo

Larry Lash: Trommelnde Hufe

W.K.Giesa: Die Ranger-Falle

W.K.Giesa: Der Mann, den alle hängen wollten

Murdock genoss einen erstklassigen Ruf als Sheriff. Er hatte das Land von jeglicher Banditenplage befreit, und die Bürger achteten ihn als ehrlichen, aufrechten Kämpfer für das Gesetz. Aber dann tauchte dieser Texas Ranger in Murdocks Stadt auf und stellte einige unangenehme Fragen. Da schlug Murdock zum ersten Mal zu. Er scheute vor keiner Brutalität zurück und vor keiner Hinterlist, um seinen guten Ruf zu verteidigen. Seiner Todesfalle konnte keiner entrinnen. Auch kein Ranger, glaubte er ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

© Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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postmaster@alfredbekker.de

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Marshals und Gunfighter:7 glorreiche Western

Pete Hackett, Timothy Stahl, Hans W. Wiena, Heinz Squarra, Bill Garrett

Marshals und Gunfighter:7 glorreiche Western

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Table of Contents

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Marshals und Gunfighter:7 glorreiche Western

Pete Hackett, Timothy Stahl, Hans W. Wiena, Heinz Squarra, Bill Garrett

Dieser Band enthält folgende Western:

––––––––

Die letzten von Fort Wells (Bill Garrett)

Sten ist der Größte (Bill Garrett)

Weidekrieg am Canfield River (Heinz Squarra)

Marshal Logan und die Hassvollen (Pete Hackett)

Marshal Logan - von allen gehetzt (Pete Hackett)

In Devil Town ist der Teufel los (Timothy Stahl)

Blutige Jagd (Hans W. Wiena)

Auf dem Weg mit der Eisenbahn nach Longfellow macht das Halbblut Chaco Gates die Bekanntschaft der ebenso schönen wie betörenden Clarissa und ihrer angeblichen Tochter Nathalie. Nach einem Überfall auf den Zug bittet die junge Frau Chaco, sie und Nathalie auf ihre Ranch zu begleiten, weil sie sich vor Banditen fürchtet. Das junge Mädchen, das vollkommen apathisch scheint und sich wie eine Marionette verhält, wird unterwegs entführt. Daraufhin rückt Clarissa mit der Wahrheit heraus und bittet Chaco, ihr zu helfen, Nathalie, die in Wirklichkeit ihre Schwester ist, wiederzufinden, weil nur sie weiß, wo ihr verstorbener Vater sein Geld versteckte. Obwohl er Clarissa inzwischen misstraut, stimmt Chaco zu, denn er fürchtet um Nathalies Leben ...

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© Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

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Die Letzten von Fort Wells

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Western von Bill Garrett

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Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten.

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Buster Tom und seine Männer von der Circle-C-Ranch werden in ein Gefecht mit Apachen unter ihrem Häuptling Red Cloud verwickelt und müssen fliehen. In Fort Wells hoffen sie auf Schutz und Hilfe. Dort herrscht jedoch gerade das Chaos, denn ein Offizier und eine ganze Anzahl von Soldaten wollen meutern. Der Kommandant des Forts muss eine Entscheidung treffen.

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© Roman by Author / Cover: Steve Mayer nach Motiven

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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1

Red Cloud war im Begriff, das Land zwischen Tuba City und Prescott in Blut und Tränen zu ersticken. Die fünf Reiter von der Circle-C-Ranch, die eine kleine Herde nach Tuba City getrieben hatten und sich inzwischen wieder auf dem Rückritt befanden, starrten betroffen auf die noch rauchenden Trümmer der überfallenen Siedlung.

„Hier brauchen wir uns gar nicht aufzuhalten", sagte Tom Copper, der Boss der Circle-C. Er war ein großer Mann von fünfzig Jahren, schon weiß, aber er saß immer noch so gerade im Sattel wie vor dreißig Jahren. Sein Gesicht war braun und von der Sonne gebrannt. Die Haut glich rissigem Leder. Tom Copper war sein Name. Doch in Arizona war er bei Weißen wie bei Roten als Buster Tom bekannt. Als Buster Tom, der allgewaltige Boss der Circle-C-Ranch.

„Das ist Red Clouds Handschrift, sagte sein jüngster Sohn Jimmy wütend. „Warum die Armee diesen Bluthund nicht schafft? Wenn er nur wenigstens mit dem Red Cloud der Sioux etwas gemeinsam hätte. Der hier hat sogar den Namen gestohlen.

Jimmy ähnelte seinem Vater. Bis auf das Haar. Im Gegensatz zu dem Alten besaß der Junge noch seine volle blonde Löwenmähne.

„Da fragst du besser mal die Armee, erwiderte der Rancher rau. „Vielleicht ist der Sioux Red Cloud für diesen hier ein Vorbild, dass er sich selbst auch so genannt hat. Er brachte seinen Braunen in Gang. „Reiten wir weiter. Ich bin nicht scharf darauf, mich an einem tollwütigen Kerl wie diesem Red Cloud zu reiben. Im Gegensatz zum Red Cloud der Sioux, der ein wirklicher Indianerfürst ist, benimmt sich dieser hier wie ein Bandit."

Jimmy und die drei Cowboys der Circle-C schlossen auf. Jimmy schaute immer wieder zurück. Erschlagene und erschossene Männer, Frauen und Kinder lagen wie hingemäht zwischen den Trümmern. Alle waren skalpiert worden. Aus den Leibern der Männer ragten Pfeile. Bis zu zwanzig Stück. Dabei waren sie zuvor von Red Clouds Horde gefesselt worden.

Buster Tom hielt plötzlich an. Er fiel seinem Braunen so hart in die Zügel, dass die Pferde der anderen erschrocken zur Seite sprangen, um den Braunen nicht zu rammen.

Keine halbe Meile von ihnen entfernt stand auf einmal ein Rudel Apachen. Eine Horde von über zwanzig Kriegern.

„Hui!, raunte Hep, der untersetzte irische Feuerkopf. „Hier gibt es ja auf der Quadratmeile mehr Indianer, als ein räudiger Bastardhund Flöhe haben kann.

„Well!, brummte Jimmy. „Und die sind alle auf deine roten Locken verrückt.

Hep Waller, Sohn irischer Einwanderer, und Jimmy Copper waren ein geradezu unzertrennliches Gespann auf der Ranch. Hep zog den Mund noch schiefer, als er ihm ohnehin gewachsen war, und sah seinen Freund grinsend an.

„Was ich auf der Birne habe, ist irisch-rot, sagte er. „Und das ist teuer. Aber was ich im Rohr habe, das ist Staubzucker, und der ist billig und von mir preiswert zu vergeben. Er hob die Winchester und klopfte auf den Schaft.

„Hört auf, dummes Zeug zu reden!, polterte Buster Tom. „Wenn ihr es noch nicht begriffen habt, es geht gleich ums Leben.

Jimmy kochte vor Zorn, weil er den Anblick der massakrierten Siedlung nicht aus dem Kopf bekam. „Schwärmen wir aus und fassen diese Hundesöhne im Sitzen."

Buster Tom sah sich um und blickte Jimmy in die Augen. „Das sind über zwanzig Mann. Und was die in den Schießprügeln haben, sind keine Pfannkuchen. du Narr."

„Achtung!", raunte Hep grimmig.

„Rührt euch nicht!, zischte Buster Tom. „Die haben längst erkannt, dass wir ihnen die Entscheidung überlassen, ob gekämpft werden muss oder nicht. Wir greifen nicht an. Tun sie es, wenden wir uns nach Westen und versuchen, uns zum Fort Wells durchzuschlagen.

Hep lud als erster die Winchester durch. „Die wollen sich etwas holen kommen", knurrte er.

Jimmy grinste dürr. „Ja, irisch-rot!" Sten und Mexico, die anderen beiden Cowboys, verloren kein Wort, blickten auf die Krieger und den breiten Rücken des Ranchers und hielten die Gewehre schussbereit in den Fäusten.

Da ritt einer der Apachen ein Stück auf sie zu und schüttelte drohend eine schwere Wurflanze gegen sie. Es war ein großer Kerl mit wilder Bemalung im Gesicht. Er ritt einen kleinen, verrückt gefleckten Pinto.

„Der wartet auf deine Antwort, raunte Jimmy. „Er will, dass du dein Gewehr hebst.

Buster Tom spie wütend aus und schaute aus schmalen Augen hinüber. „Genau das werde ich nicht tun. Wir sind schließlich nicht hier, weil wir Heldenruhm ernten wollen. Wir wollen nach Hause. Und zwar auf dem direktesten Weg."

Er starrte spähend zu dem großen Krieger hinüber. In dessen langem schwarzen Schopf steckte eine einzelne Adlerfeder. Das war sein ganzer Schmuck. Er trug schenkelhohe Mokassins und lederne, fransenbesetzte Hosen. Sein eingefetteter nackter Oberkörper glänzte im Licht der aufgehenden Sonne.

„Red Cloud!, sagte da Mexico leise. „Verdammt, das ist dieser Apachen Red Cloud, der den Sioux-Häuptling nachäfft!

Buster Tom zuckte herum. „Bist du sicher?"

„Ja!", zischte Mexico.

Buster Tom blickte wieder auf den Krieger und hob die Hand.

Doch die Apachen waren in der Übermacht und auf eine Geste des Friedens nicht angewiesen. Zudem hatten Red Clouds Horden jedem Weißauge den Tod geschworen.

Auf einen Schrei des großen Kriegers warfen sie ihre Mustangs vorwärts.

„Nach Westen!", rief Buster Tom und trieb seinen Falben mit einem harten Schlag um die Hand.

Im gestreckten Galopp flohen die fünf Männer der Circle-C-Ranch vor den heranstürmenden Kriegern nach Westen. Die Indianer feuerten mit Gewehren, neuen Winchestern und alten Vorderladern, und sie schossen auch Pfeile ab. Dazu gellte den Weißen ihr Kriegsgeschrei in den Ohren. Die Hufe der jagenden Pferde weckten ein dumpfes trommelndes Geräusch aus dem von der Sonne hart gebackenen Sandboden. Staub stieg auf.

Die großen Rinderpferde der weißen Männer waren in den letzten Tagen und Wochen stark beansprucht worden. Die Ponys der Roten waren ausgeruht. Aber sie waren trotzdem nicht schnell genug.

So ließ der Elan der Verfolger bald nach. Zuerst hörten die Roten auf zu schreien. Dann stellten sie das Schießen ein. Bald hatten sie mächtig zu tun, um den Abstand zu ihren Feinden nicht ins Uferlose anwachsen zu lassen. Sie schlugen erbarmungslos auf ihre Mustangs ein, um den verhassten Weißen auf den Fersen zu bleiben.

Buster Tom sah sich immer wieder um. Die Roten waren fast außer Schussweite, und sie fielen noch weiter zurück.

„Dicht zusammenbleiben, Jungs!, rief er den Männern zu. „Wir sind sie bald los. Wenn es wirklich dieser Red Cloud ist, wird er auch merken, dass der Wichtigeres zu tun hat, als uns bis nach Südarizona zu folgen.

Aber da krachte noch einmal ein einsamer Schuss aus der Meute der Verfolger, und dieses Geschoss traf Jimmys Pferd.

Der Graue brach aus vollem Galopp heraus tot zusammen, und Jimmy ging kopfüber aus dem Sattel.

Die Apachen begannen sofort zu schreien und spornten ihre Mustangs noch einmal kräftig an.

Buster Tom, Hep, Mexico und Sten sahen Jimmy durch den Sand fliegen, rissen die Pferde herum und sprangen aus den Sätteln. Buster Tom rannte bis zu seinem Jungen zurück. Hep wich nach links aus. Mexico und Sten warfen sich hinter einen flachen Felsbrocken.

Mit einem Schlag begannen die Winchestergewehre der Weißen zu krachen. Auch Jimmy feuerte. Er hatte sich bei dem Sturz nicht verletzt.

Von Red Clouds Leuten stürzten sofort vier getroffen aus den Sätteln. Die anderen schwenkten nach links und rechts ab, brüllten wie die Teufel und schossen wie verrückt. Im Abreiten schlossen sie sich wieder zusammen. Dabei verloren sie noch einmal zwei Krieger. Hinter einer Felsgruppe hielten sie an, glitten von den Mustangs und schwärmten gegen die Stellung der Weißen aus. Von Deckung zu Deckung springend kamen sie zu Fuß wieder heran.

„Ich nehme Jimmy aufs Pferd!", rief Hep.

Doch davon wollte Buster Tom nichts wissen. Heps erschöpfter Wallach würde das Tempo mit der doppelten Belastung nicht lange durchhalten. Er richtete sich auf und sah sich nach einem günstigeren Platz um.

Vierhundert Yard von ihnen entfernt ragte ein einsamer Talwächter aus dem Sand. Der Felsen war nicht sehr hoch. Aber die Wand, auf die Buster Tom blickte, hing über, so dass sie von oben her nicht angegriffen werden konnten, sollten sie dort Schutz suchen.

Buster Tom wies auf den Felsen. „Los, dort hinüber! Mexico, nimm die Pferde! Wir decken dich."

Die Indianer erkannten die Absicht der Weißen. Sie bewegten sich schneller. Eine Gruppe von sechs Kriegern wich zur Seite aus, um die Weißen in der Flanke zu packen. Aber sie kamen zu spät.

Als einer von ihnen hinter dem toten Wallach in Deckung ging, hatten die Weißen die Felswand erreicht. Ein wütender Schusswechsel fand statt. Doch dann brach das Schießen von einem Augenblick zum anderen ab.

„Sie sind nur noch zwölf Mann, sagte Jimmy zu seinem Vater. „Lassen wir sie getrost kommen. Wenn wir noch zwei von ihnen erwischen, werden die schon bemerken, wie hoch wir die Trauben gehängt haben.

Buster Tom sah sich unbehaglich um. Sie hatten den Tag noch vor sich. Red Cloud war mit diesen Leuten nicht allein in der Gegend. Schon kurz nach Sonnenaufgang hatten sie Rauchsignale im Osten und Süden beobachten können. Der Rancher glaubte deshalb, dass es Red Cloud nicht schwerfallen würde, in kürzester Zeit Verstärkung heranzuholen. Außerdem konnte er sich sehr gut vorstellen, dass Red Cloud sie haben wollte, schon allein, um seinem Volk seine Starke zu beweisen. Es hatte ihn viel Mühe gekostet, einige Apachen-Stämme auf seine Seite und gegen die Weißen auf die Beine zu bekommen. Wenn er seinen Anhängern nicht fortgesetzt die eigene Kraft bewies, war sein Ruhm gefährdet. Fünf Weiße durften ihm deshalb schon gar nicht entkommen.

Buster Tom schätzte Red Clouds Situation jedenfalls so ein. Erst als er sich darüber klar geworden war, begann er über die eigene Lage nachzudenken.

Da stieg im Osten eine dünne Staubwand über die Hügel. Kurz darauf jagte ein Trupp von einem Dutzend Krieger von da oben herunter zu jener Felsformation herab, hinter der die Mustangs von Red Clouds Horde standen.

„Jetzt ist unsere Lage aber ziemlich mies", sagte Jimmy zu seinem Vater.

Buster Tom fluchte. Mehr sagte er nicht.

2

Agenin lag auf dem Feldbett. Draußen schmetterten die Trompeten das Signal zum Appell. Aus allen Baracken strömten die Soldaten im Laufschritt heraus und rannten zum Flaggenmast, an dem die Fahne der Union im Morgenwind flatterte.

Lieutenant John Forster zog sich an.

Als er in die Jacke fuhr, trat er vor den Spiegel.

Er hatte das Kommando über eine Kompanie erhalten. Das hatte er gefeiert. Zuerst mit den Kameraden. Dann auf seine Weise. Mit Agenin.

„Du solltest jetzt gehen, sagte er, während er im Spiegel ihren makellosen Körper betrachtete. „Die Ordonnanz wird gleich kommen, um hier aufzuräumen. Willst du, dass der Kerl dich mit hinausfegt?

Sie lachte nur. „Das wäre vielleicht auch mal etwas."

John Forster drehte sich gereizt um. „Du hast mich wohl nicht verstanden? Willst du mich um meinen Ruf bringen?"

„Ach!, sagte sie und zog einen Schmollmund. „Und wer denkt an meinen Ruf? Dafür bist du wohl nicht zuständig, was?

„Also bitte!, brauste er auf. „Tu, was ich dir sage! Zieh dich an! Zieh dich an und verschwinde von hier!

Sie schwang die ranken und schlanken Beine vom Feldbett und stand auf. „Du schmeißt mich also hinaus. Bin ich eine Dirne? – Das hätte ich wissen müssen."

„Rede nicht solches Zeug! Ich will nur nicht, dass man dich hier sieht."

Agenin zog sich an.

John Forster strich den Feldrock glatt und setzte den Hut auf. „Na also! Es geht nicht um mich. Um deinen Ruf geht es. Oder hast du nichts zu verlieren?"

Sie zog als letztes das Kleid über und trat auf ihn zu. „Ich liebe dich, John, flüsterte sie und legte ihm von hinten die Arme um die Schultern. „Ich liebe dich mehr, als ich jemals einen Mann zuvor geliebt habe.

Er machte sich von ihr frei. „Na, das waren wohl eine ganze Menge", sagte er lächelnd.

Da ging die Tür auf. Captain McDaniel, der Kommandant von Fort Wells, betrat die Unterkunft. Als er die Frau erblickte, blieb er überrascht stehen.

„Eine Dame ist anwesend", sagte Lieutenant Forster.

Der Captain salutierte. Agenin knickste spöttisch und ging an ihm vorbei aus dem Raum.

„Es tut mir leid, dass Sie das sehen mussten", lächelte John Forster.

Sie waren Jahrgangskameraden. Zweifellos war der Captain der fähigere Soldat. Doch der Lieutenant war geistig reger, einfach intelligenter. Der Captain hatte es auf der Akademie mächtig schwer gehabt. Dort hatte Forster als der Gescheitere, als der Absolvent mit den besseren Leistungen, immer auf ihn herabgesehen. Hinzu kam der Standesunterschied. Der Lieutenant stammte aus einer reichen Washingtoner Familie. Der Vater des Captains war ein kleiner Farmer. Militärische Tradition zeichnete die Familie des Lieutenants aus. Der Vater des Captains allerdings war als hochdekorierter Sergeant aus dem Bürgerkrieg heimgekehrt. Nur deshalb hatte sein Sohn mit Hilfe eines Stipendiums die Akademie besuchen können.

Doch das waren nicht die einzigen Gegensätze, die zwischen ihnen standen. Agenin gehörte dazu.

Der Captain war in Agenin verliebt. Doch Agenin war dieser Mann zu still und zu ernst. Sie fühlte sich zu dem leichtlebigen Offizier aus gutem Haus hingezogen, ohne zu begreifen, dass er nur mit ihr spielte – sich mit ihr amüsierte, um das stinklangweilige Garnisonsleben in Fort Wells überhaupt ertragen zu können. Jedenfalls drückte er sich den Offizierskameraden gegenüber so aus. Ob der Captain anwesend war oder nicht.

Lieutenant John Forster ging zum Bett, um es zuzuschlagen, erwischte dabei – wie rein zufällig – Agenins Kopftuch, ließ es fallen, hob es auf und warf es dann achtlos auf einen Stuhl.

„Agenin ist nur eben mal auf einen Sprung hier gewesen", erklärte er und grinste hämisch.

„Die Kompanien sind draußen angetreten!", sagte Captain Dan McDaniel und verschränkte die Hände auf dem Rücken.

„Ich war im Begriff zu gehen, Captain, um meine Kompanie zu übernehmen!", erwiderte Lieutenant Forster, trat auf die Tür zu und blieb vor seinem Kommandeur stehen.

„Ich habe mit Ihnen zu reden, Forster", sagte Captain Dan McDaniel und trat ans Fenster.

„Zu Befehl, Captain!"

Der Captain sah sich kurz nach ihm um und blickte dann wieder hinaus. „Ich habe vor einer Stunde von unseren Spähern die Meldung erhalten, dass sich dieser Häuptling, der sich Red Cloud nennt, mit einer großen Streitmacht auf das Fort zu bewegt. Mit über tausend Mann. Doch alle Angaben sind zu vage. Ich muss eine Patrouille aussenden. Ich habe dabei an Sie gedacht, Forster. Sie sind immer noch Lieutenant. Es wäre eine Chance, sich auszuzeichnen. Ich lasse Ihnen freie Hand, wenn Sie mir nur eine exakte Meldung bringen. Die Stärke der Patrouille bestimmen Sie selbst. Sie können mit der gesamten C-Kompanie reiten."

„Jetzt weiß ich, weshalb Sie mir die Kompanie gegeben haben", lächelte Lieutenant John Forster eisig.

„Sie müssen den Auftrag nicht annehmen. Ich wollte nur ..."

„Ich weiß, was Sie wollen, McDaniel!, zischte der Lieutenant. „Sie wollen mich weg haben. Er wies zum Bett. „Damit so etwas nie wieder geschieht. Und vielleicht erwische ich auch eine Kugel. Direkt in den Kopf."

Der Captain wandte sich um und starrte ihm in die Augen.

„Dann wäre der Weg zu Agenin für Sie frei!, rief der Lieutenant mit rauer Stimme. „Aber so leicht, Captain, werde ich es Ihnen nicht machen.

Wieder blickte ihm der Captain in die Augen. „Keiner ist so wie Sie dazu imstande, Agenins Ruf zu ruinieren. Deshalb wäre es vielleicht wirklich besser, Sie bekämen eine Kugel."

Er wandte sich um und stapfte über die Schwelle.

„Captain!, zischte Lieutenant John Forster und riss die Hacken zusammen. „Ich habe eine Meldung zu machen. Der Captain blieb stehen und machte noch einmal kehrt.

„Die Dame, Sir, ist von selbst und vollkommen freiwillig zu mir in die Unterkunft gekommen", meldete Lieutenant John Forster mit spöttisch-schneidiger Stimme.

Der Captain holte Luft. Dabei wurden seine grauen Augen dunkel. „Ich sollte Sie hinausschicken, Lieutenant. Mit den miesesten drei Pfeifen aus Colemans Zug sollte ich Sie auf Patrouille schicken."

„Sie sind der Kommandeur, Sir!"

„Das werde ich nicht tun, krächzte die Stimme des Captains. „Aber ich werde in Ihre Akte eintragen, dass ich Ihnen in einem vertraulichen Gespräch die Führung dieser Patrouille angeboten habe, Sie es jedoch ablehnten, den gefährlichen Auftrag zu übernehmen. Ich werde auch noch hinzufügen, dass Sie mir keine Begründung angaben, und ich vermute, dass Sie Angst hatten.

Damit wäre jeder Offizier in der Armee selbstverständlich erledigt gewesen. Doch das ließ den Lieutenant kalt. Er lächelte bloß.

„Ich muss bei der Armee nicht Karriere machen, wenn Sie das glauben, Captain. Mein Vater ist kein armer alter Farmer."

„Sie verletzten meinen alten Vater und Agenin, sagte Captain Dan McDaniel. „Dabei wollen Sie nur mich treffen. Aber um das offen zuzugeben, dazu sind Sie wirklich zu feige. Ich sage ja: Feigheit. Sie stammen aus einer großen Familie, Forster. Zugegeben! Aber das ist auch das einzige, dessen Sie sich rühmen können. In meinen Augen sind Sie der größte Versager, den diese große Familie jemals hervorgebracht hat, Lieutenant. Sie wissen, dass ich jetzt zum Revolver greifen könnte. Das Reglement gesteht es mir zu. Mit geschlossenen Augen ziehe ich meinen Dienstrevolver zehnmal schneller als Sie. Und mit geschlossenen Augen würde ich Sie auch treffen. Aber nein, Forster. Ich warte auf Red Cloud, denn ich will Sie kämpfen sehen. Sollte Red Cloud Fort Wells angreifen, erhalten Sie ein Kommando an meiner Seite, damit ich sehen kann, was passieren muss, damit Sie Ihr bisschen Leben mal wagen.

Der Captain machte kehrt und stapfte über den Appellplatz auf Captain Varga zu, der schon bereit stand, um ihm das Bataillon zu melden, dessen A-Kompanie die Strafkompanie des Armeekorps war. Forster rannte über den Platz, überholte ihn und reihte sich ein.

Der schnauzbärtige Varga sah sich um, wartete, bis Forster seinen Platz eingenommen hatte, und riss dann die Hacken zusammen. Sein Kommando hallte über den Platz. Er wirbelte herum, stapfte dem Kommandeur entgegen und meldete das Strafbataillon und die Rekrutenkompanie angetreten.

Captain Dan McDaniel bedankte sich, ließ die Soldaten rühren und rief die acht Offiziere zu sich.

„Ich habe die Nachricht erhalten, dass Red Cloud auf das Fort im Anmarsch ist, eröffnete er den versammelten Offizieren. „Das sind aber auch schon alle Angaben, die ich besitze. Ich bin entschlossen, Red Cloud eine Patrouille entgegenzuschicken, um genaue Informationen zu bekommen. Es ist keine leichte Aufgabe. Ich rechne deshalb damit, dass sich einer von Ihnen dazu freiwillig meldet.

Bewegung entstand. Aber die Offiziere sahen sich nur an. Keiner meldete sich. Lieutenant John Forster starrte dem Captain in die Augen – und grinste.

Der Blick des Kommandeurs glitt über seine Offiziere. „Mir können Sie das antun, aber nicht der Armee!", zischte er.

„Ich würde das Kommando sofort übernehmen, schnarrte Captain Varga gereizt. „Aber die Hundesöhne, die ich in der Company habe, würden mich alle im Stich lassen. Ich wäre noch nicht einmal außer Sichtweite des Forts, da hätte ich nur noch die halbe Kompanie um mich versammelt. Vielleicht nicht einmal das.

Ein vierzigjähriger, aus dem Mannschaftsstand kommender Lieutenant stand stramm. „Ich übernehme den Auftrag mit meinen Rekruten."

„Sie sind ja verrückt!, zischte Captain Dan McDaniel. „Die Rekruten sind bei dem derzeitigen Ausbildungsstand allenfalls auf den Wehrgängen über den Palisaden zu gebrauchen. – Varga, haben Sie nicht eine Handvoll zuverlässiger Leute?

„Nein, ich verfüge nur über Tagediebe und Strauchritter. Aber ich kann eine Patrouille aus Unteroffizieren zusammenstellen. Mehr als sechs Mann würde ich nicht brauchen. Doch die Züge, die ohne Vorgesetzte zurückbleiben, müsste ich geschlossen in die Arrestzellen sperren."

„Die zuverlässigsten Leute stecken in der C-Kompanie", sagte einer.

Alle blickten John Forster an. Nur Captain Dan McDaniel nicht. „Die C-Kompanie ist der Kern des Bataillons, schnarrte er. „Deshalb bleibt sie im Fort. – Varga, versetzen Sie das Fort in Verteidigungsbereitschaft. Wir werden eben auf Red Cloud warten.

„Das ist etwas anderes, sagte Varga. „Hier, eingeschlossen, und wenn es um die eigene Haut geht werden meine Leute schon kämpfen. – Das hoffe ich jedenfalls.

„Lassen Sie die Mannschaften wegtreten, sagte Captain McDaniel. „Melden Sie mir in einer Stunde Vollzug.

Varga salutierte. „Zu Befehl, Sir! Was ist mit den Siedlern? Wir müssen ja das Tor schließen."

Captain McDaniel sah John Forster an. „Die Siedler können ins Fort und bekommen einen Platz auf dem Schießstand zugewiesen. Aber das werde ich selbst verfügen. Die C-Kompanie stellt die Wachen zur Absperrung, damit sich nicht einer unserer Männer an die Frauen heranmacht. Sie erteilen den Posten Schießbefehl, Lieutenant."

Lieutenant John Forster salutierte, ein spöttisches Grinsen in den Augenwinkeln. „Zu Befehl, Sir!"

Captain Dan McDaniel wandte sich ab, ging zur Kommandantur, ließ sich von einer Ordonnanz sein Pferd satteln und verließ das Fort.

Die Siedler, die sich vor Red Cloud in den Schatten des Forts geflüchtet hatten, lagerten unterhalb des Forts am Ufer des Creeks, der das kleine Tal in seiner ganzen Länge zerschnitt.

Captain Dan McDaniel ritt an Sam Huskins Wagen und stieg aus dem Sattel. Die Ankunft des Fortkommandanten war niemandem verborgen geblieben. Auch Agenin nicht. Die Leute strömten zusammen und warteten in respektvoller Entfernung vor Huskins Wagen.

Agenin kam aus dem Zelt und nahm ihm das Pferd ab. Dabei vermied sie es, ihn anzusehen.

„Guten Morgen, sagte er und nahm die Hand kurz an den Feldhut. „Ich muss mit Ihrem Vater reden.

Da erschien der alte Huskin schon. „Welche Ehre, Captain!", rief er lachend.

„Lassen Sie das, Mr. Huskin! Die Apachen sind mit tausend Kriegern im Anmarsch auf das Fort. Lassen Sie zusammenpacken!"

Huskin starrte ihn erschrocken an. „Sind sie schon nah?"

Der Captain zuckte die Schultern. „Es wird wohl besser sein. Sie beeilen sich! Er trat auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Huskin, Sie wissen, aus welchen Männern die Besatzung besteht. Ich werde Ihnen und Ihren Leuten einen Fleck auf dem Schießplatz anweisen. Sie bekommen eine eigene Wasserleitung. Heben Sie eine Latrine für Ihre Leute aus. Ich möchte nicht, dass die Soldaten mit Ihren Leuten in Berührung kommen.

„Wegen der Mädchen und Frauen, ich verstehe."

„Eben!, nickte der Captain. „Gehen Sie jetzt, und informieren Sie die Leute.

Sam Huskin wandte sich sofort ab. Der Captain ging zu seinem Pferd, das Agenin immer noch hielt.

„Denken Sie nicht zu schlecht von mir, sagte sie und sah ihn offen an. „Ich liebe den Lieutenant, und wir werden heiraten.

Captain Dan McDaniel blickte mitleidig auf das kleine Zelt und den alten Wagen. Dabei dachte er an John Forsters große und traditionsreiche Familie, von der das Mädchen nicht die geringste Vorstellung besaß.

Er nahm ihr die Zügel aus den Händen, schmale braune Hände mit glatter Haut, und sah sie an. „Dieser Lieutenant ... lassen wir das. Ich wünsche Ihnen jedenfalls Glück, Agenin. Ich danke Ihnen auch für die Stunden, die Sie mir gewidmet haben."

„Ach, das war doch nicht der Rede wert."

„Leider!", sagte er und schwang sich aufs Pferd.

Da fielen Alarmschüsse im Fort. Der Captain reckte sich im Sattel und blickte nach Westen. Doch die Schüsse galten nicht Red Cloud.

Ein Meldereiter kam angesprengt, riss das Pferd vor dem Kommandeur in den Stand und salutierte. „Meuterei, Sir! Meuterei im Fort. Die A-Kompanie rebelliert. Die Männer haben ihren Captain und sämtliche Dienstgrade in den Unterkünften überwältigt und sie dort als Geiseln festgenommen. Die Kompanie will das Fort verlassen. Sir, bevor Red Cloud da ist."

Wieder fielen Schüsse. Im Fort wurde gekämpft.

Der Captain setzte dem Braunen die Sporen ein und jagte ihn vorwärts.

Der alte Lieutenant empfing ihn am Tor. Ein Wachsoldat nahm ihm das Pferd ab. Der Captain blickte in das Fort hinein. Die Rekruten des Lieutenants hatten die Baracken der A-Kompanie umstellt.

„Wenn ihr schießt, ihr Schweine, drehen wir euch die Hälse um!", riefen die Meuterer den Rekruten zu, die ausnahmslos mit klopfenden Herzen dastanden und nicht wussten, wie sie sich zu verhalten hatten. Den Befehl hatten sie von ihrem Offizier bekommen. Doch die Männer in den Baracken der A-Kompanie waren schließlich ihre Kameraden.

„Soll ich feuern lassen?", fragte der Lieutenant, nachdem er Meldung gemacht halte.

„Wo ist Lieutenant Forster?, wollte Captain McDaniel wissen. „Hat er seine Kompanie noch in der Hand?

„Lieutenant Forster geht von Unterkunft zu Unterkunft, um seine Männer zu beruhigen!", meldete einer der umstehenden Sergeanten.

„Wer wird als Geisel festgehalten?"

„Captain Varga und Lieutenant Benson, Sir!, meldete der alte Lieutenant. „Und die Sergeanten und Corporals der Kompanie, soweit sie nicht beteiligt sind.

Nicht Lieutenant Forster war erledigt, den er mit einer tadelnden Eintragung in die Personalakte hatte vernichten wollen, sondern er. Meuterei unter seinem Kommando! Das war der Karriere eines Offiziers noch abträglicher als Feigheit vor dem Feind.

„Wer ist der Anführer der Meuterer?"

„Ein ehemaliger Sergeant, der wegen Trunkenheit degradiert worden ist, gab der alte Lieutenant Auskunft. „Er heißt Blood.

Der Captain schnallte das Koppel samt Degen und Dienstrevolver ab und reichte es dem Lieutenant.

„Ziehen Sie die Rekruten zurück, Lieutenant, ich werde mit Blood reden."

Da kam John Forster. „Wollen Sie verhandeln, Sir?"

„Ja!", erwiderte der Captain.

„Mit Meuterern verhandelt ein Offizier nicht!", zischte John Forster.

Der Captain starrte ihn wütend an. „Hier unterliegt das nicht Ihrer Entscheidung."

„Die C-Kompanie gehorcht!, sagte Lieutenant John Forster. „Die Männer wollen zwar nicht auf die eigenen Kameraden schießen. Aber sie halten die Ställe besetzt und feuern, wenn sie angegriffen werden. Ich habe den Leuten klarmachen können, dass wir gegen Red Cloud nur im Fort eine Chance haben. Die Meuterer sind damit erledigt. Handeln Sie nicht im Übereifer!

„Sollte mir etwas zustoßen, wandte sich Captain McDaniel an den alten Lieutenant, „dann übernehmen Sie das Kommando über Fort Wells, Baker.

„Zu Befehl!", schnarrte Baker und salutierte.

Captain Dan McDaniel setzte sich langsam auf die Baracken der A-Kompanie zu in Bewegung. Hinter Türen und Fenstern konnte er die Soldaten stehen sehen. Sie blickten ihm entgegen, gespannt, die Gewehre in den Fäusten.

Plötzlich krachte ein Schuss. Dem Captain flog der Feldhut vom Kopf. Er blieb sofort stehen.

„Halt!, bellte ihm eine Stimme entgegen. „Das ist weit genug.

„Blood, kommen Sie heraus!", rief der Captain.

Eine Tür ging. Ein alter Soldat trat ins Freie. Er grinste und zog sich die Mütze in die Stirn.

„Wir wollen raus hier, Captain. Bevor Red Cloud kommt. Fort Wells ist ein verdammt altes Fort. Wenn tausend Rote angreifen, ist es nicht zu halten. Und Sie wissen das so gut wie wir."

„Lassen Sie die Banditen zusammenschießen!, schrie da Captain Varga in der Baracke. „Nehmen Sie auf uns keine Rücksicht. Lassen Sie ...

Der Captain starrte Blood in die Augen.

Blood grinste und wies über die Schulter. „Sie haben ihm schon das Maul gestopft."

„Sie scheinen verdammt sicher zu sein, dass ich auf das Leben der Geiseln Rücksicht nehme!, bellte der Captain. „Wir werden kämpfen!

„Die anderen Kompanien stehen nach wie vor unter dem Kommando ihrer Offiziere."

„Wir werden kämpfen!, fauchte Blood. „Es ist Wahnsinn, sich Red Cloud hier stellen zu wollen.

„Das können Sie nicht entscheiden, Blood!"

„Ich habe in der Armee genug Erfahrung gesammelt. Ich habe alle großen Indianerkriege mitgemacht, McDaniel."

„Sprechen Sie mich gefälligst mit meinem Rang an!"

„Auf Ihren Rang pfeife ich! Lassen Sie die Ställe der A-Kompanie räumen, oder wir werden alle Offiziere und Dienstgrade erschießen, die wir gefangen halten."

„Danach werden wir euch hängen!", versetzte der Captain.

„Wir sind alles altgediente Soldaten. Aus den Rekruten, auf die Sie so zu setzen scheinen, aus denen machen wir Hackfleisch. Aber die werden sich wohl zuvor alle in die Hosen machen."

„Blood, nehmen Sie Vernunft an!"

„Sie werden Vernunft annehmen, McDaniel!, bellte Blood. „Räumen Sie die Ställe, damit wir satteln und ausrücken können, oder Sie werden alles Weitere zu verantworten haben. Und ich schwöre Ihnen, es wird verdammt schweres Marschgepäck für Sie sein.

„Wie viel Gefangene haben Sie?"

„Zehn!"

„Gut! Lassen Sie die Männer frei. Dann kann die Kompanie abrücken."

„Zu Pferde?"

„Zu Pferde!"

„Ich habe Ihr Wort als Offizier?"

„Sie haben es."

Blood drehte sich um. „Jesse, lasst sie heraus!"

Im Fort herrschte eine Ruhe, als wäre es ein Friedhof. Jetzt schon. Nach einer Weile tauchte Captain Varga auf. Mit gefesselten Händen und zerfetzter Uniformjacke. Die Meuterer hatten ihm die Rangabzeichen heruntergerissen. Hinter ihm kam der Lieutenant zum Vorschein.

Dann erschienen die Sergeanten und Corporals.

Captain McDaniel machte auf der Stelle kehrt und lief zum Wachlokal zurück. „Lieutenant Forster, ziehen Sie Ihre Männer von den Ställen der A-Kompanie zurück."

„Sie werden sich doch nicht an Ihr Wort, das Ihnen abgepresst worden ist, gebunden fühlen, Captain?", zischte Lieutenant John Forster.

„Die A-Kompanie kann das Fort verlassen, und das ist ein Befehl!"

Da zog John Forster den Revolver. „Das werde ich nicht zulassen!"

Captain McDaniel war noch waffenlos. Er starrte auf den Revolver und sah dann Forster wieder in die Augen, in denen es vor Hass geradezu flammte.

Die Offiziere hatten sich inzwischen alle vor dem Wachlokal versammelt. Einer der Sergeanten befreite Captain Varga von den Fesseln.

„Geben Sie Feuerbefehl, McDaniel!, verlangte auch er. „Lassen Sie die Bastarde zusammenschießen. Es ist die einzige Möglichkeit, die Disziplin aufrechtzuerhalten.

„Varga!, rief Lieutenant John Forster. „Übernehmen Sie das Kommando über Fort Wells.

„Mann, Forster!, schnaufte Captain Varga, der erst in diesem Augenblick bemerkte, dass er auf McDaniel angelegt hatte. „Den Revolver weg! Das ist auch Meuterei!

Der Master-Sergeant salutierte und sah Captain McDaniel an. Er wollte den Befehl haben, den Lieutenant zu verhaften, denn er stand fast hinter ihm. Doch Captain McDaniel dachte nicht daran, sich jetzt aus der Wache heraushauen zu lassen.

„Nehmen Sie Haltung an, Lieutenant!", schnarrte er.

„Erst erklären Sie mir, dass Sie das Kommando an Captain Varga abtreten."

„Forster!, schrie Varga. „Dazu habe ich Sie nicht ermächtigt.

Da ging Captain McDaniel auf den Lieutenant zu, langsam, und den Blick auf ihn gerichtet. Den Revolver schien er gar nicht zu sehen.

„Sie stehen unter Arrest!, sagte er, als seine Gürtelschnalle gegen die Mündung von Forsters Dienstrevolver stieß. „Lieutenant Benson übernimmt ab sofort die C-Kompanie. Geben Sie mir Ihre Waffe!

Sie starrten sich in die Augen. Dann ließ Forster den Revolver sinken, blickte an ihm vorbei auf die Offiziere und erkannte, dass sich keiner auf seine Seite schlagen wollte. Da gab er die Waffe ab.

„Wache!, rief Captain McDaniel. „Abführen.

McDaniel begab sich sofort in die Kommandantur-Baracke. Die Offiziere folgten ihm. Fünf Minuten später galoppierte die A-Kompanie durch das Tor. Kurz darauf zogen die Siedler herein.

„Warum lassen Sie das zu?", fragte Varga vorwurfsvoll, als er mit McDaniel allein war.

„Ich habe mein Wort verpfändet."

„Aber unter welchen Umständen!"

Captain McDaniel lächelte. „Ich habe mein Wort verpfändet, um nicht mehr als die dreißig Saukerle der A-Kompanie zu verlieren. Es hätte Sie alle das Leben gekostet, Varga. Ich hätte die gesamte A-Kompanie erschießen lassen müssen, die sich bestimmt nicht ergeben hätte. Rechnen Sie sich die Verluste selbst aus. So aber befehlige ich immer noch neunzig Mann. Das wird auch die Division begreifen."

Varga schüttelte den Kopf. „Der General wird Ihre Haltung nicht billigen."

„Varga, es geht nicht um mich. Es geht um Fort Wells."

Lieutenant Baker, der altgediente Offizier, betrat den Raum und salutierte.

Die Captains sahen auf.

„Die Mannschaften sind unruhig, Captain McDaniel!, meldete er. „Es muss mit weiteren Meutereien gerechnet werden.

Captain McDaniel sah Varga verbittert an. „Tor schließen! Alarmstufe eins für Fort Wells."

„Ist Red Cloud im Anmarsch?", fragte Lieutenant Baker erschrocken.

„Ja!, sagte Captain McDaniel, sah Varga an und lächelte. „Der Himmel stehe uns bei, wenn diese Meldung nicht stimmt.

Kurz darauf schmetterten die Hornisten des Bataillons das Alarmsignal der Grenzkavallerie. Die Mannschaften strömten aus ihren Unterkünften und rannten über Leitern und Treppen zu den Wehrgängen hinauf.

Captain Varga meldete dem Kommandeur das Fort verteidigungsbereit.

„Ich glaube, die Leute halten jetzt zur Stange, fügte er hinzu. „Die Soldaten sind der Meinung, dass die A-Kompanie nur zu ihrem Untergang gemeutert hat und hinausgeritten ist.

Captain McDaniel nickte. „Hoffentlich kommt Red Cloud. – Blasen Sie den Alarm in einer Stunde wieder ab."

Da kam Lieutenant Benson herein. „Rauchzeichen, Sir! Im Norden und im Westen."

Varga und McDaniel sahen sich an. „An diesem Anblick möchte ich mich weiden", behauptete Varga.

Er und Captain McDaniel zogen die Handschuhe an und gingen mit den Lieutenants hinaus.

Einer der indianischen Scouts stand oben über dem Tor zwischen Offizieren und Sergeanten an der Brustwehr. McDaniel ließ sich ein Glas geben und betrachtete die aufsteigenden Signalwölkchen im Norden und Westen.

„Inka, was hat es zu bedeuten?", wandte er sich dabei an den Scout.

„Zweimal vierhundert Krieger, Massu, sagte der alte Apache mit brüchiger Stimme und in seinem schlechten Englisch. „Sind Krieger von Gelber Hund und Schneller Fuß. Wollen Fort Wells angreifen, Massu. Werden kommen. Alle. Aber erst wenn vierhundert mal viele Krieger versammelt sind, Massu. Jetzt fragen nach Red Cloud. – Red Cloud noch nicht vor Fort Wells, Massu.

„Wo ist er?, fragte Captain McDaniel und setzte das Glas ab. „Signalisieren die das nicht?

„Inka nicht wissen, Massu. Aber in drei Tagen Vollmond, Massu. Inka möchte Fort verlassen, Massu. Red Cloud Inka töten. Red Cloud alter Feind von Inka."

„Du kannst gehen, Inka!"

„Danke, Massu!", sagte der Apache und stieg die Treppe hinab.

„Mal viele heißt bei diesen Burschen gewöhnlich vier bis fünf, wandte sich Varga an McDaniel. „Das bedeutet also, dass uns an die zweitausend Mann angreifen werden.

McDaniel schwieg sich aus und spähte wieder durch das Glas. Die Signalwolken der Roten stiegen immer noch in den blassblauen Sommerhimmel empor.

„Wir sollten die Besatzung zugweise auf den Schießstand schicken", meinte Lieutenant Benson besorgt.

„Nicht ein Schuss Munition wird mehr vergeudet, zischte McDaniel. „Damit das klar ist. Wir erwarten schließlich nicht irgendeine blöde Kommission aus der Hauptstadt, sondern Red Cloud.

„Halten wir den Alarm?", wollte Varga wissen.

„Wir gehen auf Stufe zwei herunter, und die halten wir, bis Red Cloud angreift oder der Befehl zur Räumung des Forts eintrifft", schnarrte Captain McDaniel.

Varga gab den Befehl weiter. Kurz darauf begannen die Trompeten wieder zu schmettern.

3

Buster Tom warf sich auf den Bauch und riss das Gewehr an die Schulter.

„Feuer!", brüllte er.

Die Gewehre krachten in wilder Folge. Die Apachen kamen im dichten Pulk angaloppiert und hatten wohl die Absicht, die Stellung der Circle-C-Männer einfach zu überrennen. Aber die fünf Weißen wehrten sich wie Teufel. Sie schossen mit Revolvern und Winchestern. Als ihr Feuer auf Buster Toms Ruf hin losbrach, traf es die angaloppierende Horde wie ein Fausthieb.

Die Krieger, die zuerst in das Gewirr der Quader und Felsbrocken eingaloppierten, gingen ziemlich gleichzeitig aus den Sätteln. Die fünf reiterlosen Mustangs jagten weiter und fegten in die Stellung der Weißen hinein. Sie bockten erschrocken, als sie die Weißen erblickten und es links und rechts von ihnen donnerte und krachte. Sie rannten sich in Panik fast gegenseitig über den Haufen und stoben in wilder Flucht unter der überhängenden Felswand entlang aus der Stellung der Weißen hinaus.

Buster Tom sprang auf. Der zweite Pulk galoppierte dicht bei dicht in das Felsgewirr. Doch andere Krieger waren auf die Flügel hin ausgewichen. Buster Tom holte einen von ihnen vom Pferd und traf noch einen zweiten.

„Vater!", brüllte da Jimmy.

Buster Tom warf sich herum. Die Roten waren eingebrochen. Einer der Krieger hatte sich ihm zugewandt. Seine Wurflanze fegte schon durch die Luft. Buster Tom zuckte zur Seite und feuerte. Die Wurflanze fuhr scharrend neben ihm ins Geröll und blieb stecken. Der Krieger überschlug sich vor ihm im Sand und blieb tot vor seinen Füssen liegen. Der gefleckte Mustang ging vor dem Geruch des weißen Mannes wiehernd hoch und warf sich zur Seite. Ein zweiter Krieger konnte den schlagenden Hufen nur entgehen, indem er sich kurzerhand aus dem Sattel fallen ließ. Zudem befand er sich dort, wo er hinwollte. – In der Stellung der verhassten Weißen.

Er war durch den Sprung nicht nur den wild wirbelnden Mustanghufen entgangen, sondern auch Buster Toms Kugel, der sofort auf ihn gefeuert hatte.

Buster Tom wollte noch einmal schießen. Aber der Rote war schnell wie ein Panther. Vielleicht noch schneller. Er war groß, massig und trotzdem von sehniger Gestalt. Er warf sich, einen schrillen Schrei ausstoßend, auf den Rancher und stürzte mit ihm zu Boden.

Buster Tom krachte ins Geröll. Der Anprall war so heftig, dass er das Gewehr und den Colt fallen ließ. Den Bruchteil einer Sekunde später war er schon froh, beide Fäuste freizuhaben. Der Rote war nur mit einem Messer bewaffnet und versuchte, ihm die Klinge in den Hals zu stoßen.

Buster Tom wirbelte ihm die Fäuste an Kopf und Kinn und bekam den messerbewehrten Arm des Kriegers zu fassen. Sie rollten zur Seite und wieder zurück. Beide keuchten. Der Schweiß floss ihnen vor Anstrengung wie Wasser über die Gesichter. Buster Tom riss die Faust des Kriegers hoch und schmetterte sie auf den Boden. Der Rote stieß einen Schrei aus. Das Messer flog ihm aus der Faust.

Da drehten sie sich abermals, und Buster Tom blieb genau neben der Lanze liegen, die von dem Gefährten des Kriegers zuvor auf ihn geworfen worden war. Der Rote ließ den Rancher sofort los, schnellte in Richtung der Lanze und wollte sie aus dem Boden reißen.

Doch auch Buster Tom bekam den Lanzenschaft zu fassen. Er hatte sich blitzschnell herumgeworfen, um mit beiden Fäusten danach greifen zu können.

Sie sprangen beide auf die Füße, standen einen Moment Brust an Brust, und einer versuchte dem anderen die Lanze zu entreißen. Buster Tom ließ plötzlich los. Der Rote stürzte auf den Rücken, dabei drehte er die Lanzenspitze in Buster Toms Richtung. Aber der Rancher hatte aufgepasst. Er griff nach der Lanze, bevor der Rote zustoßen konnte, trat sie ihm aus den Fäusten und schlug sie ihm schon im nächsten Augenblick kräftig auf den Kopf. Zweimal hintereinander.

Buster Tom hatte es während des Kampfes nur krachen hören. Er hatte nichts beobachten können. Als er sich umdrehte, die Lanze stoßbereit in den Fäusten, stand Jimmy vor ihm und legte auf den bewusstlosen Krieger an. Sein Hemd war blutbefleckt. Er keuchte und schnaufte vor durchstandener Anstrengung. Die Brust hob und senkte sich unter schweren Atemzügen.

Dann tauchte auch Hep auf. Keiner schoss mehr. Der Hufschlag der abreitenden Apachen verhallte hinter jener Felsgruppe.

„Sie reiten weg!", keuchte Buster Tom und fuhr sich über die Lippen, die aufgeplatzt waren und bluteten. Er konnte kaum sprechen.

„Die reiten nicht weg, meinte Hep trocken. „Obwohl hier ein Toter neben dem anderen liegt, scheinen die dort drüben die Schnauze noch lange nicht voll zu haben.

Buster Tom wies mit der Lanzenspitze auf den Krieger, „Der ist nicht tot, schnarrte er. „Wo sind Sten und Mexico? Ist einer von uns verletzt worden?

Da kamen Sten und Mexico schon zum Vorschein. Auch sie waren unversehrt geblieben. Sten hinkte hinter Mexico her und blickte in Richtung der Roten.

„Wir müssen weg hier, Boss!, sagte er. „Red Cloud wird fortgesetzt Verstärkung erhalten. Irgendwann wird uns schließlich die Munition ausgehen.

Buster Tom warf die Lanze zu Boden, bückte sich nach seinem Revolver und dem Gewehr. „Red Cloud müssen wir doch eigentlich erwischt haben, meinte er, während er die Waffen säuberte und auflud. „Wir haben doch die ganze Spitzengruppe von den Pferden geholt.

„Aber nicht Red Cloud!, stieß Mexico zornig hervor. Sein richtiger Name war Pedro. Doch da er auf der Circle-C-Ranch der einzige Mexikaner war, wurde er von allen nur Mexico genannt. „Red Cloud ist dort hinten auf einem Felsen sitzengeblieben und hat sich aufs Dirigieren beschränkt.

Sten hatte sich gesetzt und rieb sein Knie, das vom Rheuma schon halb steif war, so dass er sich nur hinkend bewegen konnte. „Ist das nicht auch ein großes Tier?", meinte er und wies auf den Krieger, den Buster Tom niedergeschlagen hatte.

Da kam der Rote zu sich. Er sprang auf, erschrak und glitt einen Schritt zurück, bis er gegen einen Quader stieß. Die Männer hoben die Gewehre und sahen ihn drohend an.

„Kannst du mich verstehen?", knurrte Buster Tom.

Der Rote blickte ihm in die Augen. „Ach was!, zischte Hep. „Diese Hundesöhne verstehen doch nur eine Sprache. Er wollte abdrücken.

„Halt!", bellte Buster Tom mit Stentorstimme.

„Wollen Sie einen von uns zu seiner Bewachung abstellen?", fragte Hep gereizt.

„Um deine Genehmigung würde ich da zuletzt bitten!", donnerte der Rancher.

Der Blick des Roten zuckte von einem zum anderen. Jimmy kam es vor, als habe er jedes Wort der Auseinandersetzung zwischen seinem Vater und Hep verstanden.

„Wie ist dein Name?", wandte er sich an den Krieger.

„Der weiße Mann befindet sich auf dem Land, das seinen roten Brüdern gehört", sagte er da im klar verständlichen Englisch. Obwohl er das Wort Bruder benutzt hatte, brannten seine Augen vor Hass.

Buster Tom streckte rasch die Hand vor, um sich bemerkbar zu machen. „Hör mal zu, mein roter Bruder! Es ist euer Land. Wir wollen es euch nicht wegnehmen. Wir ziehen hier nur durch. Ich besitze im Süden viel Land. Es ist ein großes Gebiet. Und es kommen viele Männer hindurchgezogen, die nach Süden reiten wollen. Nicht eine Kugel verschießen wir, wenn sich diese Männer anständig benehmen. Ihr aber trachtet uns sofort nach dem Leben, ohne erst einmal zu fragen, was wir überhaupt wollen."

Der Krieger starrte ihn an. „Das Land meines weißen Bruders ist auch unser Land."

„Ja! Aber es gehört euch schon viel mal hundert Jahre nicht mehr", erwiderte Buster Tom gereizt. Er hatte die Circle-C käuflich erworben. Von einem Weißen, und der hatte sie zuvor einem anderen Weißen abgekauft. Wirklich gelebt hatten Rote dort nie. Aber das Land hatte ihnen einmal gehört und irgendwann einmal hat ein Weißer ihnen gegenüber zum ersten Mal darauf Anspruch erhoben. Das bekam er immer wieder zu hören, und vor allem würde es ihm vorgeworfen. Schon mehr als einmal hatte er deshalb um sein Leben kämpfen müssen.

„Vom großen Strom bis zu den fernen Bergen, hinter denen das Meer liegt, gehört das Land dem roten Mann, sagte der Krieger. „Von da, wo der ewige Schnee die Berge bedeckt, bis hinunter, wo die Sonne den Sand verbrennt, ist nur der rote Mann zu Hause.

„Ich lebe mit Cochise in Frieden!", versetzte Buster Tom rau.

„Cochise ist ein müder Greis!"

„Geh!, zischte Buster Tom. „Sage Red Cloud, wenn er Mut besitzt, soll er herkommen und seine toten Brüder zählen, die hier liegen. Wir wollen nichts. Wir sind auf dem Heimritt. Und wir werden uns den Weg freikämpfen, obwohl wir nichts anderes im Sinn haben als in Frieden zu ziehen. Geh und sage es Red Cloud. Vielleicht wird er uns töten. Aber zuvor werden wir viel mal viele Krieger von ihm töten.

Die Augen des Apachen brannten. Er blickte von einem zum anderen. Auf seiner bronzefarbenen Brust bildeten die Narben der Kriegerweihe dicke Wülste. Die Nähte seiner Hosen waren mit den Skalps besiegter Feinde besetzt.

„Geh!, schnarrte Buster Tom. „Wir wollen dein Leben nicht. Wir sind Männer, die wehrlose Feinde nicht erschlagen. Wir kämpfen nur, wenn wir angegriffen werden.

„Wie ist dein Name?", fragte der Krieger.

„Buster Tom!"

„Ich bin Gento! Gento wird mit Red Cloud sprechen."

Buster Tom nickte. „Unsere Herzen zittern nicht. Bilde dir das nicht ein. Wenn Red Cloud kämpfen will, wollen auch wir kämpfen. Und ich denke, dass wir keine schlechten Krieger sind. – Cochise ist mein Bruder. Sag ihm auch das! Wir leben von dem Wasser aus einer Quelle. Schon viele Jahre."

Der Krieger bewegte sich wie eine gleitende Antilope zur Seite, machte kehrt und rannte davon.

Sie blickten ihm nach, bis er hinter jener Felsformation verschwand.

„Wir haben fast ein Dutzend Apachen getötet, schnarrte Buster Tom und sah sich um. „Habt ihr nicht einen einzigen Mustang halten können? Was wir brauchen. um hier wegzukommen, ist ein Pferd für Jimmy.

„Die Biester sind scheu wie Hirsche!, brummte Sten. „Ich werde Jimmy zu mir in den Sattel nehmen. Mein Brauner ist von allen Pferden noch in der besten Verfassung.

Er stand auf, drückte sich den Hut fest auf den Schopf und hinkte zu den Tieren.

„Es ist vielleicht der günstigste Augenblick, meinte Jimmy. „Wir haben Gento das Leben ja praktisch geschenkt. Zumindest werden die Kerle jetzt eine Weile palavern.

„Da!, rief Mexico. „Sie reiten weg.

Die Männer blickten zur Felsformation, hinter die sich die Roten nach jedem Angriff zurückgezogen hatten. Sten kam aufgeregt angehinkt.

„Sie verschwinden! Sie räumen das Feld!", rief er.

Im dichten Pulk kamen die Apachen hinter den Felsen hervor und ritten nach Osten. Die fünf Männer standen beisammen und schauten ihnen nach.

Buster Tom lächelte. „Danke, Gento!, brummte er. „Deinen Namen werde ich mir merken.

„Wir haben ihm etwas geschenkt", meinte Jimmy.

„Auf die Pferde!, rief Buster Tom. „Ich wüsste gar nicht, was uns hier noch hält.

Sie machten kehrt, gingen zu den Pferden und saßen auf. Jimmy stieg zu Hep hinauf.

„Bis zur Circle-C wird das eine ganz schöne Plage für deinen Braunen", sagte Jimmy.

Hep brachte das Tier in Gang und sah sich argwöhnisch um. „Bis jetzt sind wir aus dem verdammten Apachengebiet noch nicht hinaus. In meinem linken großen Zeh sticht es. Aber das ist nicht der Hafer, Junge, sondern der Staubzucker, den ich noch zu vergeben habe. Ich befürchte, dass wir keine Ruhe finden, bevor der nicht durch das Rohr ist. Vollständig, meine ich."

Hep lag mit seinen Ahnungen richtig. Vollkommen. Nachdem sie etwa vier Stunden lang südwärts gezogen waren, tauchten wieder Apachen auf. Buster Tom schwenkte abermals nach Westen ein. Im gestreckten Galopp versuchten sie den Roten zu entkommen, die sich jedoch bis zum Anbruch der Dämmerung auf eine knappe Meile herandrängten.

Als sich die Nacht über das Land senkte, hielten die Roten an. Die Circle-C-Männer zogen noch eine Stunde weiter. Dann aber mussten auch sie aus den Sätteln. Was sie in die Nacht mit hineinnahmen, war allein die Hoffnung, den Roten am anderen Tag zu entkommen.

Buster Tom besah sich die Pferde. In der Dunkelheit tastete er jedes Tier ab und untersuchte auch den Sitz der Eisen.

„Ihre Muskeln sind vollkommen verkrampft, schimpfte er. „Es ist eine Schande, Tiere so hetzen und treiben zu müssen. Er nahm den Hut ab, wischte das Schweißband trocken und setzte sich zu den Männern. „Aber bis Fort Wells müssen wir es schaffen."

Hep spie aus. „Und ich habe geglaubt, Gento hätte jetzt für uns alle eine Lebensversicherung abgeschlossen. Aber weiß der Kuckuck, von wem diese Meute angeführt wird."

Sie waren zu müde und zu erschöpft, um sich noch groß zu unterhalten. Jimmy und Hep übernahmen die erste Wache.

4

Der neue Tag in Fort Wells begann mit einem bösen Omen. Im Morgengrauen standen drei Soldaten der geschlossen desertierten A-Kompanie mit ihren Pferden vor dem Tor und begehrten Einlass. Der wachhabende Sergeant ließ sie durch das Tor, befahl ihnen abzusitzen und verhaftete sie. Obwohl er nicht viel Aufhebens machte und sie sofort in eine Arrestzelle sperren ließ, sprach sich die Ankunft der drei wie ein Lauffeuer herum.

Als der Hornist fünf Minuten später zum Wecken blies, waren von diesem Vorfall schon alle unterrichtet, nur die Offiziere noch nicht.

Der wachhabende Offizier, ein junger Second Lieutenant, erhielt die Meldung kurz vor dem Appell. Doch er ging erst zur Kommandantur, als die Kompanien aus den Unterkünften traten und zum Appellplatz strömten.

Captain Varga wollte das Zimmer des Kommandeurs gerade verlassen, als der junge Lieutenant eintrat, die Hacken zusammenriss und salutierte.

„Im Morgengrauen sind drei Reiter der desertierten A-Kompanie in das Fort zurückgekehrt, Sir, weil ein Durchkommen allein und auf eigene Faust nicht mehr möglich wäre. Angeblich hält Red Cloud das Fort bereits umklammert. Eine Gruppe von zehn Reitern soll den Apachen in die Hände gefallen sein. Der Rest der Kompanie versucht es einzeln oder in Gruppen zu drei und vier Mann."

Captain Varga und Captain McDaniel sahen sich an.

„Die Namen der Männer?", wollte Varga wissen. Er hatte die A-Kompanie schließlich kommandiert.

„Reiter Crow, Reiter Martin und Reiter Ort!"

Varga schlug die Faust auf den Schreibtisch des Kommandeurs. „Das ist doch nicht zu fassen! Diese drei Halunken sind erst vor einigen Wochen zum Strafbataillon kommandiert worden. Jeder auf vier Jahre. Sie haben Waffen geklaut und verschoben. – Stellen Sie die Kerle an die Wand, Captain McDaniel! Und zwar sofort."

McDaniel verzog das Gesicht. „Her mit den drei Schurken!"

„Wozu noch?, knirschte Varga. „Greifen Sie durch, Captain! Die Kanaillen werden sich hier herauszureden versuchen. Aber mitgegangen – mitgehangen!

Captain McDaniel sah den Wachhabenden an. Der machte kehrt und sauste hinaus.

„Der geringste Fehler, McDaniel, wird der Armee Fort Wells kosten", schnaufte Varga.

Captain McDaniel sah den schnauzbärtigen alten Haudegen an. „Ich glaube, ich habe meinen Fehler bereits gemacht, sagte er. „Ich hätte die A-Kompanie zusammenschießen lassen müssen, gleich, wie hoch die Verluste auch gewesen wären. Doch Fort Wells wäre mit Sicherheit erledigt gewesen und für die Armee verloren.

„Aber in Ehren!"

Captain McDaniel lächelte verbittert vor sich hin.

Da drang vom Appellplatz Tumult herüber. Die Offiziere starrten sich an und stürzten ans Fenster. Wachen brachten die drei Reiter der A-Kompanie zur Kommandantur. Die angetretenen Soldaten pfiffen und schrien.

„Verdammt!, krächzte Varga. „Was hat das zu bedeuten?

„Warum erhalte ich keine Meldung?", fauchte McDaniel und rannte zur Tür.

Da betrat Lieutenant Benson den Raum. „Meuterei, Sir! meldete er. „Die Mannschaft verlangt den Ausbruchsbefehl.

„Wer hat Ihnen das gesagt?", fragte Varga mit klirrender Stimme.

„Einer der Männer!", erklärte der Lieutenant verständnislos.

„Warum haben Sie den Hundesohn nicht gleich erschossen?, brüllte Varga. „Auf der Stelle! Mit Ihrem Revolver.

Die Wachen trieben die drei Deserteure schnell über den Platz zur Kommandantur. Voran der wachhabende Offizier. Auch Lieutenant Baker, der Führer der Rekrutenkompanie, wollte zur Kommandantur laufen. Doch Soldaten hielten ihn zurück und schlugen ihn zu Boden, als er sich wehrte.

Die Offiziere in der Kommandantur beobachteten das vom Fenster aus. McDaniel wurde grau.

„Tun Sie etwas!", brüllte Varga.

McDaniel ließ die Schultern hängen. „Ich glaube, Fort Wells steht nicht mehr unter meinem Befehl."

Die drei Deserteure weigerten sich weiterzugehen. Die Wachen fügten sich ihnen. Der wachhabende Offizier blieb ratlos stehen und bekam einen roten Kopf. Als er sah, dass sich die Mannschaften auch an den anderen Offizieren vergriffen, sauste er los und flüchtete sich in die Kommandantur.

„Meuterei, Sir!", meldete er mit stockender Stimme.

„Das sehe ich!", erwiderte McDaniel hilflos.

Varga zog blank und riss auch den Revolver aus der Tasche. „Ich lasse mich da draußen lieber zusammenschießen, als dass ich mich je gezwungen sehen möchte, einen Bericht über diese Dinge verfassen zu müssen. Meine Schulterstücke können die Kerle haben. Aber vorher werden von denen etliche draufgehen."

Er stapfte wütend zur Tür.

„Lieutenant John Forster, Sir!", meldete da der Wachhabende, der angestrengt zum Fenster hinausgesehen hatte.

Lieutenant John Forster war aus dem Haufen protestierender und johlender Soldaten herausgetreten und kam an der Spitze einer Gruppe von einem Dutzend Meuterern auf die Kommandantur zu.

Varga ließ Degen und Revolver sinken. „Wer zum Teufel, hat den Lieutenant aus dem Arrest entlassen? Er führt die Meuterei an!"

McDaniel blickte betroffen auf Forster. Dann ging er hinaus.

„Mit Meuterern verhandelt man nicht!, rief Varga. „Das sind Forsters Worte. Jagen Sie ihm eine Kugel durch den Schädel.

McDaniel schlug die Tür hinter sich zu, lief durch den Flur und blieb dann unter dem Vordach stehen.

John Forster kam mit den Soldaten näher, die prompt die Karabiner durchluden und entsicherten, als Forster stehenblieb und hämisch salutierte.

„Geben Sie das Kommando ab, Captain McDaniel!", verlangte er.

„An Sie?"

„Jawohl, Sir!", versetzte John Forster trocken.

„Wäre nicht Captain Varga vor Ihnen an der Reihe?"

„Die Männer verlangen das. Ich habe mich dazu nicht gedrängt."

Captain McDaniel blickte zum Appellplatz. Dort war jetzt Ruhe eingetreten. Mannschaften und Unteroffiziere schauten gespannt herüber. Dann sah er Forster wieder an, den es offensichtlich freute, ihm in dieser Situation gegenüberzustehen.

„Ich sehe, die Männer scheinen darauf zu warten, dass Sie das Bataillon übernehmen, Forster. Aber das müssen Sie mir erklären."

„Die Männer sehen nur eine Chance am Leben zu bleiben, wenn sie das Fort sofort räumen können."

„Forster! Die Berichte der drei Deserteure lassen eher eine gegenteilige Taktik angemessen erscheinen."

„Sie sind falsch unterrichtet, Captain!, grinste Forster. „Red Cloud ist mit seinen Horden noch im Aufmarsch begriffen. Mit einer starken Einheit ist sein Ring noch zu durchbrechen.

„Das ist möglich, erwiderte McDaniel. „Aber dazu hat der Kommandeur von Fort Wells, wer immer es auch sei, keinen Befehl.

„Ich betrachte mich nicht mehr als Offizier der Armee", sagte John Forster.

„Sie sind ja wahnsinnig, Forster!, schnaufte McDaniel. „Nur weil Sie die Armee plötzlich hassen, schwingen Sie sich zum Anführer einer Meuterei auf, die viele dieser Burschen da drüben nur mitmachen, weil sie plötzlich organisiert ist. Sie treiben achtzig Männer ins Unglück.

„Sie werden Ihren Ruhm verlieren, McDaniel, aber dafür werden achtzig Männer am Leben bleiben."

„Zuerst meinen Vater, dann Agenin, nun achtzig Soldaten, nur um mich zu treffen, Forster!"

„Ihre Unfähigkeit, die A-Kompanie zur Disziplin zu zwingen, hat das alles in Bewegung gebracht!, zischte Forster. „Klagen Sie nicht andere an, sondern Ihre eigene verdammte Unzulänglichkeit.

„Forster, Sie stehen unter Arrest. Und dabei bleibt es!", schrie McDaniel und griff zum Revolver. Er hätte Forster erschossen. Er war entschlossen, es zu tun. Doch ehe er den Revolver herausbekam, krachte ein Karabiner.

Captain McDaniel zuckte getroffen zusammen, starrte überrascht auf den Soldaten, der geschossen hatte, und brach zusammen.

Varga, Benson und der wachhabende Lieutenant kamen aus der Kommandantur, Säbel und Revolver in den Fäusten.

„Feuer!", brüllte Forster.

Die drei Offiziere rannten förmlich in die Salve der Meuterer hinein.

„Sanitäter!", rief Forster, als die Offiziere auf dem Boden lagen. Er nahm ein Messer aus der Tasche und schnitt sich die Lieutenantsstücke von den Schultern.

„Die militärische Ordnung bleibt jedoch bestehen, bis wir Red Clouds Ring durchbrochen haben, sagte er zu den Männern, die neben und hinter ihm standen. „Sergeant Boulder übernimmt die B-Kompanie. Reiter Tawa führt ab sofort die C-Kompanie, die Rekruten übernimmt Laslow. Der Master-Sergeant bleibt in Amt und Würden und ist ab sofort mein Stellvertreter. – Fertigmachen zum Aufbruch! Das Bataillon verlässt in einer Stunde Fort Wells.

Das war in den Ohren der Soldaten Musik, wie alle Befehle, die noch kamen. Von einem Augenblick zum anderen übernahm der nun ehemalige Lieutenant John Forster das Kommando. Mit Schwung und Elan. Doch er hatte seine Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Und der Wirt hieß in diesem Falle Red Cloud.

Die Mannschaft von Fort Wells befand sich mitten im Aufbruch, als plötzlich Alarmschüsse auf dem Turm über dem Tor fielen. Forster hatte inzwischen in der Kommandantur Quartier bezogen. Er trat sofort vor die Tür.

Der Master-Sergeant kam vom Tor her über den Platz gerannt. „Weiße, Mr. Forster!, meldete er. „Fünf Weiße kommen von Osten her auf das Fort zu. Aber das ist nicht das Schlimme. Sie werden von einer Meute von fast vierhundert Apachen verfolgt.

Forster stieg mit dem Master-Sergeanten die Treppe zum Turm hinauf. „Da drüben, Mr. Forster, da nähert sich noch ein Pulk."

Forster ließ sieh ein Glasgeben.

„Das sieht mir nach einem Angriff auf das Fort aus, Sir, krächzte der Master Sergeant. „Jedenfalls könnte sich ein Angriff daraus entwickeln.

Forsters Blick glitt rasch in die Runde. „Alarmstufe eins, Master-Sergeant!, rief er. „Und die Männer sollen um Himmels willen gehorchen, oder diese Handvoll Apachen wird uns überrennen. Sobald der Angriff abgeschlagen ist, brechen wir aus. Aber erst einmal alles auf die Palisaden, oder wir werden das nicht überleben.

Der Master-Sergeant gab den Befehl an die Hornisten weiter. Als die Clairons zu schmettern begannen, kamen die Soldaten zwar aus den Unterkünften geströmt, doch keiner dachte auch nur im Traum daran, seine Stellung auf den Palisaden einzunehmen.

„Wieder so ein verfluchter Trick, um uns an die Kandare zu nehmen!, schimpften Soldaten vor einer Baracke der C-Kompanie.

„Indianer!, brüllte da ein Corporal vom Turm herunter. „Wirklich, Leute!

Einige Soldaten bequemten sich und stiegen die Treppen und Leitern empor, um nachzusehen, was an dem Alarm dran sei. Doch als sie zu schreien und zu winken begannen, kam endlich Bewegung in die Besatzung. Eine Minute später war Fort Wells tatsächlich noch einmal verteidigungsbereit.

„Eine volle Minute!", fuhr Forster den Master-Sergeanten an und steckte die Uhr ein. „Ich hatte angeordnet, dass die militärische Zucht und Ordnung aufrechterhalten bleiben muss, bis wir durch Red Clouds Ring sind. Sollten die Männer das nicht begreifen wollen, schmeiße ich den Kram hin.

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