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Früchte des Zorns
Früchte des Zorns
Früchte des Zorns
eBook366 Seiten5 Stunden

Früchte des Zorns

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Über dieses E-Book

Jeder, der die Gewalt zu seiner Methode gemacht hat, muss zwangsläufig die Lüge zu seinem Prinzip erwählen. Alexander Solschenizyn
Philipe Jorges ist der neue Leiter der Abteilung für besondere und schwere Kapitalverbrechen der Brigada de investigacíon criminal in Palma. Zu seiner Arbeit gehört es auch, nicht nur gegen einen Clan Albaner zu ermitteln, sondern auch gegen seinen ehemaligen Vorgesetzten. Daneben hält eine Serie Vergewaltigungen und anschließend die Ermordung der Minderjährigen Mädchen die Abteilung in Trapp. Was da ans Tageslicht kommt – schockierend und unvorstellbar.

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum3. März 2022
ISBN9781005823092
Früchte des Zorns
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Autor

Angelika Friedemann

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein. Albert Einstein Ich versuche, die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln, sie zu unterhalten und zu erfreuen, möglicherweise zu erregen oder tief zu bewegen.

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    Buchvorschau

    Früchte des Zorns - Angelika Friedemann

    Früchte des Zorns

    Angelika Friedemann

    Früchte des Zorns

    Published by Kevin Friedemann at Smashwords.

    Copyright 2022

    Smashwords Edition, License Notes

    This ebook is licensed for your personal enjoyment only. This ebook may not be re-sold or given away to other people. If you would like to share this book with another person, please purchase an additional copy for each recipient. If you’re reading this book and did not purchase it, or it was not purchased for your use only, then please return to Smashwords.com and purchase your own copy. Thank you for respecting the hard work of this author, Angelika Friedemann.

    Chapter ~~~~~

    Philipe Jorges, Leiter der Abteilung für schwere Kapitalverbrechen von der Brigada de Investigacíon Criminal, saß bereits vor sechs Uhr am Montagmorgen in seinem Büro, schaute bisweilen auf seine Notizen, überdachte nochmals alles. Er hatte sich leise aus seiner Finca geschlichen, um seine Freundin nicht zu wecken. Er lag zuvor bereits zwei Stunden wach im Bett, konnte nicht schlafen, dachte an den heutigen Tag. Er war nervös, musste er sich eingestehen. Etwas, was bei ihm eigentlich nie der Fall war. Er war ein positiv denkender, umsichtiger, bedächtiger Mann, der stets, selbst in den größten Katastrophen, ruhig und besonnen reagierte und handelte. Heute war es mal anders, sagte er sich, als er duschen ging. Jetzt spürte er, dass er allmählich seine innere Ruhe wiederlangte.

    Um sieben Uhr rief er den Stab seiner Mitarbeiter zusammen. Es war der erste Tag, an dem sie nach dem Ausfall wegen des Corona-Virus komplett alle wieder arbeiteten.

    „Schön euch gesund gemeinsam wiederzusehen. Zuerst ein Hinweis. Denkt auch in den nächsten Tagen daran, Abstand zu Fremden zu wahren. Wascht euch die Hände lieber einmal zu viel, als zu wenig und desinfizieren nicht vergessen."

    „Wissen wir allein. Denkst du, wir sind blöd?"

    „Eduardo, hast du schlechte Laune, weil du mal wieder deinen faulen Hintern bewegen musst?", Nevio sofort.

    „Bornierter Lackaffe", schickte Ricardo Cruz, sein Stellvertreter, hinterher.

    „Suficiente! Verteile ich die Arbeit. Bei den meisten ist es bekannt. Julio - Mendozá. Ricardo - die Frauen. Nevio, du schließt den Müller diese Woche ab. Dann habe ich hier einen neuen Fall aus Marratxi. Ruben für dich. Zwei Señoras, Constanza, 53 und Carla, 24 starben durch stumpfe und scharfe Gewalteinwirkungen. Der Madre zertrümmerte der Täter den Kopf; die Tochter weißt hingegen Stichverletzungen am Hals auf. Sie wurde mehrfach vergewaltigt, was zeigt, der Täter hielt sich länger in der Wohnung auf. Die Madre besuchte an dem Tag ihre Tochter. Nach seiner Tat legte er drei Dosen in den Backofen, schaltete an. Er wollte durch einen Brand die Tat verschleiern, Spuren verwischen. Das missglückte, da die zwar den Backofen zerstörten, Chaos in der Küche anrichteten, aber nicht mehr."

    „Du warst dort?", fragte Ruben Forres.

    „Si mit dem Oberstaatsanwalt. Wir mussten das aufnehmen. Viel Blut, wenig Unordnung. Die ältere Señora, Constanza, wurde im Flur niedergeschlagen und war nicht gleich tot. Sie konnte noch zum Wohnzimmer robben, wie man an der Blutspur erkannte. Vermutlich wollte sie zum Handy, welches auf dem Tisch lag. Bei Carla dauerte alles länger, da er sie mehrfach oral und vaginal missbrauchte. Ihre Extremitäten, Finger und Zehen, waren bereits dunkel. Man erkannte, sie lagen schon länger, da die Mumifizierung eingesetzt hatte. Der Flur sieht gruselig aus. Viel Blut an den Wänden, was bis hoch zur Decke spritzte, dazu in Vorhängen, Läufern, an den Zargen. Carla wurde gewaschen. Außer der Bettwäsche fehlt nichts. Nada! Hat er vermutlich wegen des Spermas mitgenommen."

    „Hat sich einer richtig ausgetobt."

    „Raoul, Menschen sind schlimmer als Tiere. Die töten - um zu überleben. Menschen töten generell alles, was sich bewegt. Das ist cool, macht Spaß, macht sie groß, beweist ihre Macht, symbolisiert der Welt - ich darf alles. Die Geschichte zeigt es. Staatsoberhäupter schauen lachend, essend, feiernd der Tötung von Frauen, Kindern, Alten und Männern zu, wie man diese mit dem Gewehrkolben erschlägt, weil man Munition sparen will. Ist ja auch lustig, wenn Blut spritzt, Frauen vor Schmerzen schreien, weil sie erst zusehen müssen, wie die Köpfe ihrer Kinder zerplatzen, Hirnmasse und Blut alles besudelt. Diese tollen Präsidenten sitzen zu Hause, klatschen Beifall, stellen sich als Helden hin. Andere verbieten die Rettung von Frauen und Kinder, weil es Spaß macht, die Schreie der Ertrinkenden zu hören. Was erdreisten die sich auch, nicht verhungern zu wollen? Der Anblick der Wasserleichen – geil. Guckt mal, wie wichtig ich bin. Ich darf auch Tiere auf anderen Kontinenten und Ländern ausrotten lassen; daheim Tiere quälen – erlaubt; da ja meine Neu-Millionäre Stoßzähne, Felle von Leopardenkindern lieben. Schwächere und Arme drangsalieren erwünscht; Rentner in den Tod treiben - ganz fix, da ich das Geld aus der Rentenkasse benötige; Arme das Essen aus der Mülltonne verbieten - logisch, die sollen schließlich elendig krepieren. Ich benutze meine Macht, um ganze Völker zu dezimieren – muss sein, da ich dafür in dem Land Bodenschätze umsonst bekomme. Deswegen unterstütze ich auch die schlimmsten Diktatoren mit Waffen, Ausbildern. Menschen unter fadenscheinigen Gründen, in brutale Länder zurückzuschicken, ein Spaßfaktor, da sie gleich nach der Ankunft erschossen werden. Vielleicht schicken sie mir Fotos von den Leichen."

    „Bloß wir werden das nicht ändern, bekommen nur die kleinen Gangster, Ricardo. Sonst noch etwas am Tatort, Philipe?"

    „Sollt ihr herausfinden. Im Flur liegen bergeweise ungeöffnete Briefe, die dort seit Wochen lagern. Warum? Ich weiß es nicht. Trotz Ausgehverbot, leeren Straßen, dass die meisten Menschen daheim waren, bemerkte oder hörte niemand etwas. Ein Auto hörte man weder kommen noch wegfahren. Die Madre, Constanza Centé hörte man allerdings gegen 16.00 Uhr bei der Tochter vorfahren. Der Padre von Constanza, Alfredo Illejes, 77, liegt auf der Intensiv-Station, konnte bisher nicht befragt werden. Er hatte fünf Wochen zuvor einen eher leichten Schlaganfall, bekam, als er die Nachricht erhielt, einen erneuten Anfall. Eine vorwitzige Pflegerin, die ihn zu Hause einmal am Tag betreute, hat es ihm ziemlich unprofessionell mitgeteilt. Sie rannte hinein, schrie bereits im Flur: Sie ermordeten ihre Tochter und die Enkelin. Ich rief gleich den Krankenwagen. Sie meinte, wäre nicht nötig, auch das könne sie perfekt. Sie blieb allerdings untätig. Dolores Celesté, 29 Jahre, ausgebildete Krankenschwester. Meiner Meinung nach stimmt mit ihr etwas nicht. Überprüft sie genau. Sie weiß sehr viel über die Finanzen des älteren Mannes. Zu viel. Constanzas Padre – vermögend. Die Madre Illejes starb vor drei Jahren an Krebs. Constanza und ihr Ehemann wollten nie etwas von dem Geld haben, da sie es auch allein schafften. Prüft, wer erbt, wenn er jetzt stirbt. Guckt euch die Wohnung zuerst an. Der Bericht von der Policía Científica ist heute erst gekommen. Der Obduktionsbericht liegt bei, reichte er die Kladde Ruben Forres. „Meine Handyfotos wurden bereits hochgeladen. Der Tatort wurde noch nicht freigegeben, damit ihr das ansehen könnt. Die Handydaten von beiden kommen hoffentlich bald, damit ihr wisst, wo sie vorher waren und mit wem sie telefonierten. Es läuft noch alles etwas schleppend. Das bearbeitet Staatsanwalt Doctor Jarán. Eduardo, du hilfst Ruben, Enrique, du Julio, Raoul, du Nevio. Gracias!

    Er rief nach der Sekretärin. „Ich muss Gabriela verabschieden."

    „Kommt sie endlich weg?", fragte Ricardo Cruz.

    „Seit Álvaro weg ist, arbeitet sie wenigstens", Julio Martinez.

    „Si! Capitán Puello will noch mit ihr sprechen. Nachher bekommen wir eine neue Schreibkraft. Señora Donna Rivera. Sie ist 42, hat zwei Kinder 15 und 17 Jahre alt."

    Gabriela Vuelle war geschockt, als es ihr jetzt Philipe, nicht gerade zartfühlend mitteilte. Sie hatte immer noch mit einem Verbleib gerechnet, da sie nur die Anweisungen von Capitán del Cervé befolgte. Dass sie nun noch zu dem Chef der Internen Abteilung kommen musste, war der nächste Schlag. Vor ihm hatten die meisten Mitarbeiter bei der Justiz Angst. Sie ahnte aber weswegen. Der Sex war nur gewesen, weil er ein toller Mann war. Das hatte doch nichts mit ihrer Arbeit zu tun. Gut nur, dass niemand von den netten Geldbeträgen etwas wusste, die ihr Álvaro immer zuschob. Er war so lieb gewesen, wusste eben, ihr Können und ihre Verschwiegenheit zu schätzen.

    „Warum muss sie hoch?", erkundigte sich Raoul Salva.

    „Sie mauschelte mit Álvaro, faulenzte, verweigerte die Arbeit, hatte mit ihm ein Verhältnis. Sie trieben es gleich hier, wie sie auf Kassetten hörten."

    „Mir hat er mal einen Vortrag gehalten wegen Treue in der Ehe."

    „Raoul, das sagte gerade der Richtige. Was wusste er denn?"

    „Da ging es um Señor Calbertos. Wir sollten erkunden, ob er bereits vorher seine Frau betrog. Ich meinte, mach doch die meisten mal. Álvaro dazu: Dann stimmt es irgendwo aber nicht. Warum sollte man seine Frau betrügen? Weißt du, es fehlen oftmals in einer Beziehung irgendwann Toleranz, Akzeptanz, Ehrlichkeit, Offenheit. Eheprobleme lösen viele gleich beim Anwalt – Scheidung. Vielleicht verlernten die Menschen, miteinander aufrichtig zu kommunizieren, den Egoismus ein wenig beiseitezuschieben, den Partner zu verstehen. Ich heirate doch nicht aus Langeweile. Eine Ehe bedeutet eben auch Arbeit, Kompromisse und einiges mehr."

    „Unser Saubermann del Cervé, lachte Julio Martinez. „Deswegen hatte sie auch nie Zeit zum Arbeiten und wir mussten alles selber tippen. Sie konnte faulenzen, damit sie fit für den Sex ist. Ich fasse es nicht, hielt es immer für ein Gerücht. Als ich ihn darauf ansprach, meckerte er mich noch an, ich solle keine Lügen verbreiten, sonst würde ich dito ein Diszi bekommen.

    „Was sollte er machen? Seine Frau beglückte zig andere Männer, war zuuu müde, also nehmen wir die Tippse mit", amüsierte sich Ricardo.

    „Ihr seid gehässig, solche miesen Gerüchte in die Welt zu setzen", Eduardo Diaz empört.

    „Beweisbare Fakten, wie nur du nicht wissen willst. Das war es vorerst. Wir bekommen übrigens am ersten Juni einen neuen Kollegen. Er kommt aus Barça, übersiedelte her, da er hier aufwuchs, seine Eltern hier leben. Lucca Cara, 38, geschieden, keine Kinder. Er arbeitete zuletzt in der Abteilung für Kapitalverbrechen."

    Er ging in sein Büro, brühte neuen Kaffee. Inzwischen hatte er sich daran gewöhnt, ein großes, eigenes Büro zu haben. Als er vor vier Monaten, völlig überraschend zum Capitán befördert wurde, gleichzeitig der Leiter der Sonder-Abteilung für schwere Kapitalverbrechen in dieser Dienststelle wurde, war er nur wenig begeistert gewesen. Er gehörte mit seinen 35 Jahren zu einen der jüngsten Kollegen, hatte null Ahnung, was Personalführung betraf. Nur seine Kollegen, die Oberen hatten sich alle für ihn ausgesprochen, selbst Julio Martinez, der Stellvertreter von seinem Vorgänger, Álvaro del Cervé. Der wollte diesen Job nicht, da er keine Führungsqualitäten hatte, wie er von sich selbst sagte.

    Die ersten Wochen war er sich nicht nur allein vorgekommen, auch völlig überfordert. Es fiel ihm schwer, den ehemaligen Kollegen nun Anweisungen zu geben, sie zu ihrer Arbeit zu befragen. Daneben waren da hundert Kleinigkeiten, von denen er nichts wusste, nie gehört hatte. Bürokram eben. Besonders Julio hatte ihm geholfen, immer wieder den Rücken gestärkt. Er hatte den Oberstaatsanwalt gefragt, warum gerade er?

    Schmunzelnd erklärte Leandro Najaró: „Das liegt an Ihrer Art, Ihrer Persönlichkeit. Sie sind kein Ja-Sager, kein Duckmäuser, sagen jedem offen Ihre Meinung, egal wem gegenüber. Sie sind kollegial, extrem ehrlich, aber auch einfühlsam. Sie vertreten Ihren Standpunkt, lassen sich nie verbiegen. Sie verfügen über Köpfchen, Wissen, nicht nur bei beruflichen Dingen, können logisch denken, rasch kombinieren und fix handeln. Sie stehen zu allem, was Sie tun, egal ob richtig oder falsch. Daneben ist es wichtig, dass jemand auf dem Posten, Benehmen, Anstand hat, sich gut ausdrücken kann, weiß, was ein Cordon bleu ist. Ihr Jura-Studium trug ferner dazu bei. Sie kennen als Jurist die Gesetze. Da muss man nichts erklären. Es war das Gesamtpaket, welches alle überzeugte."

    Er war verblüfft gewesen. „Woher wissen Sie das alles?"

    „Zuhören, beobachten, analysieren. Denken Sie, wenn man öfter mit Menschen so eng zusammenarbeitet, wie ein Staatsanwalt mit Ermittlern, wollen wir nicht wissen, wie der andere tickt? Man registriert fast automatisch, wie er redet, sich benimmt, zu den Kollegen ist, ob er bei jeder Kleinigkeit fragt, weil er sich nicht traut, Verantwortung für sein eigenständiges Handeln zu übernehmen. Auch in der Abteilung gibt es davon Spezis, die auf dicke Hose machen, weil sie total verunsichert sind, entsprechend agieren."

    Mittlerweile lief es wie am Schnürchen. Gerade in den letzten Wochen, da es dank Corona nur wenig Arbeit gab, hatte er für sich genutzt. Er hatte nachgelesen, Ordner durchstöbert. Oberstaatsanwalt Najaró war öfter im Büro erschienen und sie hatten lange geredet, oftmals viel gelacht, da er sofort die Büro- und Schreibarbeiten dezimieren wollte. Er hatte ihm Tipps und Ratschläge gegeben. Über manche Vorschläge amüsierte er sich, stellte allerdings oftmals im Nachhinein fest, wie wertvoll selbst kleine Hinweise waren. Er hatte auch die andere Seite des neuen Oberstaatsanwaltes kennengelernt, den er bisher nur als strengen, ziemlich humorlosen Staatsanwalt und Vorgesetzten kannte. Zwischen Leandro Najaró, Nevio Nieto und ihm war eine Art Freundschaft und Vertrauensverhältnis entstanden, da auch Nevio oft im Büro war. Sie hatten mehrfach die Zeit vergessen, wenn sie sich unterhielten, zusammen aßen, da sie Essen liefern ließen, zuweilen ein Cerveza dabei tranken. Die vielen neuen Kenntnisse, Ermutigungen, Hinweise hatten ihn enorm geholfen, auch gegenüber erfahrenen Kollegen aus anderen Abteilungen, nicht als dummer Junge dazustehen. Mit den eigenen Kollegen gab es bisher keine Probleme, aber er musste sich auch erst im Alltag, in Stresssituationen, bei Kontroversen beweisen.

    Er widmete sich den Listen, welche ihm heute Morgen Capitán Puello von der Abteilung für Interne Angelegenheiten in die Hand drückte. Oberstaatsanwalt Najaró wollte wissen, was davon wirklich aufgeklärt, was beweisbar war und was gelogen, erdichtet, reine Mutmaßung, Spekulation war. Das waren Listen von dem ehemaligen Leiter Álvaro del Cervé, welcher der Ende Dezember, kurz vor seiner Suspendierung, getippt hatte. Der Oberstaatsanwalt musste die Prozesse gegen all die Täter, die zum größten Teil lange in Untersuchungshaft saßen, vorbereiten.

    Eine ehemalige Staatsanwältin war die erste auf der Liste.

    Yolanda Peje - Beteiligung am Mord zulasten von Doctor Carcían, Zeynep Milevoj

    Konnte man streichen, da nicht wahr. Bei den Morden kam sie nur dran, weil sie im Nachhinein davon erfuhr, aber nichts gegen die Täter unternahm. Ergo – Strafvereitelung im Amt. Man musste ihr beweisen, dass sie das vorher wusste – dann hieße es Mord. Warum tat sie es – wenn?

    Mord zulasten von Jarno Waziri, Redon Raquari, Paola Carcían, Piotr Sejdu.

    War so nicht ganz korrekt bei Piotr und Paola, da sie eine Mittäterin war, Isabel del Cervé den Giftcocktail mixte, Yolanda Peje den verteilte. Merkwürdig! Woher wussten sie, dass das Gift Isabel del Cervé beschaffte und mixte?

    Mordversuch zulasten von Addi Zekaj. Strafvereitelung im Amt, Bestechung, illegale Prostitution, Erpressung von Jannik Kruschinko, Diebstahl bei Jarno Waziri. Unerlaubter Waffenbesitz und illegaler Waffenerwerb. Beamtenbeleidigung, Verleumdung, Nötigung, Drogenbesitz. Steuerhinterziehung, Beleidigung, Anstiftung zur Urkundenfälschung, Körperverletzung.

    Er schrieb dazu Anstiftung zum Mord, Mordversuch, Bedrohung und Erpressung zulasten von Conchita Zekaj. Mordversuch und Erpressung zulasten von Martha Karaj.

    Er griff zum Telefon, fragte Oberstaatsanwalt Leandro Najaró, ob er hinter all die Delikte die Namen der Opfer notieren müsste. Bei den schweren Vergehen si, sonst no, da das vorlag.

    Salvador Masita – Mord zulasten von Aisha Luiz, Beteiligung am Mord von Zeynep Milevoj und Juan Carcían. Diebstahl von Unterlagen von Juan Carcían. Fälschen von Unterlagen, Unterschlagen, Vertuschen von Straftaten, Behinderung der Justiz, Sex mit Minderjährigen.

    Absoluter Schwachsinn! Alles! Was reimte Álvaro da zusammen? Der damalige Oberstaatsanwalt war Álvaro wohl auf die Füße getreten und das mochte der überhaupt nicht.

    Constanţa, Nachname noch nicht ermittelt, Prostitution, da er (Masita) das Mädchen für den Sex bezahlte, aushielt, eventuell sogar deren Familie. Unerlaubte Prostitution ohne Kondom daher auch Körperverletzung in zig hundert Fällen.

    Alles erstunken und erlogen. War Álvaro irre? Die heutige Señora Masita war keine Minderjährige, sondern 37 Jahre alt, diplomierte Physiotherapeutin. Er strich auch das durch.

    Isabel Ocha - illegale Prostitution, Steuerhinterziehung

    Álvaro wollte wahrhaftig alles von seiner Frau vertuschen. Nun suchte er in der Akte.

    Bewiesene Morde: Aisha Luiz, 32 im August 2018, Theresa Gall 24, 2017 tot in Palma aufgefunden, Drita Lalic 18 wurde 2016 überfahren, Svea Sebanic 17 dito 2016 überfahren.

    Morde, wo noch die Identifizierung fehlten: Kamir Zajak, seiner Schwester Fatrin Zajak,18, Sie wurde Anfang 2019 laut Adnan Milevoj durch Messerstiche getötet; er zwei Monate später, da er seine Schwester suchte. Dazu die Haushaltsangestellten Helena Ndoj, 18 – 2019, Ledina Gapic 22 - 2017, Alva Qoshi, 19 - 2018 und Arjano Dermaku, 17 – 2018.

    Es heißt in einer Sprachaufzeichnung, sie habe weitere Opfer auf dem Festland gegeben. Ines Revera 1999 und Sara Huek 2000 - beide angeblich Suizid. Dazu summierten sich Erpressungen zulasten von Salvador Masita, Admir Milevoj, Martha Karaj, Conchita Zekaj und Mercedes Zekaj. Bedrohung, Beleidigung, Verleumdung, falsche Verdächtigung. Mordversuch an Juan Carcían. Anstiftung und Beihilfe zu den Morden von Staatsanwalt Carcían, Zeynep Milevoj, Paola Carcían, Piotr Sejdu. Anstiftung zu den geplanten Morden zulasten von Martha Karaj, Mercedes und Conchita Zekaj.

    Fernando Cardossa – Bezahlung von AL, Fälschung von Berichten und Unterlagen.

    Selbst vor seinen angeblichen Freunden machte er nicht Halt. Er strich alles durch, so wie das Folgende.

    Leandro Najaró – Bezahlung von AL, Fälschung von Unterlagen, Vertuschung von Straftaten, Strafvereitelung im Amt, Beziehung zu Paola Carcían

    Wie weit unten war Álvaro bereits gewesen? Das war mehr als kriminell, sondern boshaft, abartig. Warum? Warum seine zwei Freunde?

    Er war ein Psychopath, der geschickt über Jahre alle Spuren von seiner Ehefrau und seine eigenen, verwischte. Sein Streben nach Popularität, nach Anerkennung, setzte alles andere außer Betrieb. Da war kein Platz mehr für Anstand, Moral, Ehrlichkeit, Humanität. Das zeigte aber auch, wie wir alle gestrickt sind: Polizist – gut; andere Menschen - schlecht.

    Es klopfte und er guckte die Señora kurz an, stand auf. „Sie sind vermutlich Señora Donna Rivera. Herzlich willkommen und auf eine gute Zusammenarbeit. Ich bin der Leiter, Philipe Jorges. Die anderen Kollegen werden sich selbst vorstellen, da sie teilweise bereits unterwegs sind."

    Er führte sie in ihr Büro, zeigte ihr alles, sagte ihr, was sie heute erledigen sollte.

    Nun also weiter. Bei den beiden Freunden Cardossa und Najaró – warum? Es musste da einen Grund geben. Oder war es nur Bosheit? Glaubte er nicht. Er notierte das auf einem Zettel. Da wollte er separat forschen. Álvaro litt eventuell an einer Art Jekill und Hyde-Syndrome.

    Adnan Milevoj - Vergewaltigungen und Missbrauch von Minderjährigen und Frauen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung, Sklavenhandel, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Minderjährige in einer Bar arbeiten lassen, Waffenhandel, Drogenhandel, Anstiftung zu mindestens 20 Morden, Körperverletzung, Drogenhandel, häusliche Gewalt, Schutzgelderpressung, illegales Glücksspiel, Geldwäsche, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, häusliche Gewalt, Steuerhinterziehung. Einzug von sämtlichen Besitztümern der Familie Milevoj.

    Nur fast nichts davon beweisbar, außer Drogen- und Waffenhandel

    Mathilda, den Nachnamen musste noch ermittelt werden - Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, unerlaubte Prostitution ohne Kondom daher auch Körperverletzung in zig hundert Fällen, Steuerhinterziehung gehörten gewiss dazu.

    Zeitweise drehte er aber auch durch, schüttelte er den Kopf, strich alles durch, schrieb den vollen Namen dahinter - Mathilda Espozzá

    Admir Milevoj - Geldwäsche, Körperverletzung, Waffenbesitz, Waffenschieberei, Drogenbesitz und Verkauf, Medikamentenbesitz und Verkauf, Freiheitsberaubung, Vergewaltigung und Missbrauch von Minderjährigen, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, häusliche Gewalt, Steuerbetrug.

    Sara Milevoj – Geldwäsche, Anstiftung zum 2-fachen Mord zulasten von Karim Cabalo und Ali Serrazán, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, illegale Prostitution plus Steuerhinterziehung.

    Illegale Prostitution – nicht beweisbar, somit auch die Steuerhinterziehung nicht beweisbar.

    Martha Karaj - Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Unerlaubte Prostitution ohne Kondom daher auch Körperverletzung in zig hundert Fällen. Beleidigung, Verleumdung, Steuerhinterziehung, Haus von Geld aus Straftaten bezahlt – einziehen.

    Jedes Wort gelogen. Streichen!

    Addi Zekaj – Vergewaltigung, Körperverletzung, Mord zulasten von Anisa Dollapic, Drita Lalic, Svea Sebanic, Helena Ndoj, Alva Qoshi und Arjano Dermaku, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Beamtenbeleidigung, Erpressung, Unterschlagung von Beweismaterial, Steuerbetrug.

    Genauso alles erfunden wie bei seiner Ehefrau Mercedes, seiner Schwester Conchita. Ergo Strich durch alle drei Namen.

    Mercedes Zekaj – Falschaussage, falsche Beschuldigung, Verleumdung, Unterschlagung von Beweismitteln, Beamtenbeleidigung, Datenmissbrauch, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Steuerbetrug, Geldwäsche, da sie über drei Millionen Euro auf dem Konto hatte. Das Geld musste sofort eingezogen werden, da es aus Straftaten stammte. Unerlaubte Prostitution ohne Kondom daher auch Körperverletzung in zig hundert Fällen.

    Conchita Zekaj - Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Unerlaubte Prostitution ohne Kondom daher auch Körperverletzung in zig hundert Fällen. Steuerhinterziehung, Wohnung mit Geld aus Straftaten bezahlt - einziehen. Dazu summierte sich Verleumdung, Beleidigung.

    Murat Dushku - Geldwäsche, Vergewaltigung von Frauen, Vergewaltigungen und Missbrauch von Minderjährigen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Körperverletzung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, dazu Steuerbetrug wie bei allen folgenden Personen.

    Tarik Zeqiri - Geldwäsche, Vergewaltigungen und Missbrauch von Minderjährigen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Körperverletzung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Jush Zekaj - Mord zulasten von Abetare Ouirri, und ihrem ungeborenen Kind.

    Konnte er auch streichen, da der Mann bereits in Madrid deswegen mitangeklagt wurde.

    Boris Thaqi - Geldwäsche, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Yasha Kvic - schwere Körperverletzung, Vergewaltigungen und Missbrauch von Minderjährigen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Karol Petrovic - Vergewaltigungen und Missbrauch von Minderjährigen und Frauen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Körperverletzung, zwei Auftragsmorde zulasten von Cabalo und Serrazán Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Jannik Kruschinko - Sex mit Minderjährigen, Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlung,

    Körperverletzung, Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung von Minderjährigen. Herstellung von Kinderpornos, welche er danach noch im Netz verbreitete, Datenmissbrauch.

    Rudina Klanic - Steuerhinterziehung, unerlaubte Prostitution ohne Kondom daher zusätzlich Körperverletzung in zig hundert Fällen. Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Komplett erlogen

    Luiz Serrazán - Drogenbesitz und -handel, Waffenbesitz und –handel

    Pablo Zampir - illegaler Waffenerwerb und -besitz

    Oleg Dakic - Urkundenfälschung

    Khasimir Zhakajavic - Urkundenfälschung

    Pirro Lutrovic - wegen Urkundenfälschung, Geldwäsche

    Alle MAC-Leute konnte er generell streichen, da die Fälle abgeschlossen waren, bereits gegen alle Anklage erhoben wurde. Den MAC-Clan hatte Álvaro aber mit Samthandschuhen angefasst, vieles unter den Tisch fallen lassen. Weiter ging es:

    Noch finden musste man:

    Admit Limaj - Mord zulasten von Rejhana Wazin, Datima Hohax, Genta Khazmica, Ledima Xhoca, Tefta Bibaj, Kamir und Fatrin Zajak, Medina Kabasic, Drita Lalic. Urkundenfälschung, Menschenhandel, Mordversuch an einem Staatsanwalt, Beamtenbestechung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Ein Haftbefehl lag vor, aber was und ob er etwas mit den Morden zu tun hatte – ungewiss, da es keinerlei Beweise dafür gab, nicht mal erwiesen war, dass es all die toten Señoras gab. Gelogen, dass er Staatsanwalt Juan Carcían ermorden wollte, ihn anfuhr. Gelogen, dass er die Geschwister Zajak und Drita Lalic tötete, da die Morde auf das Konto von Isabel del Cervé-Ocha gingen. Medina Kabasic lebte generell.

    Zamir Limaj - Mord Rejhana Wazin, Ledima Xhoca, Datima Hohax, Genta Khazmica, Anisa Dollapic, Adea Jukaj, Tefta Bibaj, Medina Kabasic, Drita Lalic, Menschenhandel, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Ein Haftbefehl lag vor, aber was und ob er etwas mit den Morden zu tun hatte – ungewiss, da es keinerlei Beweise dafür gab. Nicht mal erwiesen war, dass es all die toten Señoras gab. Gelogen, dass er Drita Lalic tötete, da der Mord auf das Konto von Isabel del Cervé-Ocha ging.

    Wer hatte diese Señoras noch alle getötet? Maldito!

    Dragi Limaj - Menschenhandel in mindestens 50 Fällen, Drogen- und Waffenschmuggel, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Ermitteln musste man noch gegen: Fernando und Maria Milevoj, Zefan Morea, Pashk Morea, Uadji Kruja, Elidon Hysni, Meno Riza und Lauka Ragip unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

    Gegen sie lag bisher nichts vor. Ermitteln?

    Diese Unbekannte aus dem Labor – Fälschung von Unterlagen, Unterschlagung.

    Strich er durch, da das bereits abgeurteilt war. Der Schaden mehr als gering, da sie nur viermal etwas falsch deklarierte.

    Ungeklärt der Mord zulasten von José Torres, schrieb Philipe dazu. Er glaube nie an ein Herzversagen, wie man seinerzeit behauptete.

    Er überdachte das Gelesene nochmals. Álvaro, ein großer, gut aussehender Mann empfand sich wirklich als mächtig. Er kann sämtliche Gefühle, egal für wen, völlig unterdrücke, da er eine narzisstische Persönlichkeit ist. Er wollte immer seinen Willen durchsetzen, das beinhaltete auch Sex mit jemand zu praktizieren, den er manipulativ, kaltblütig, berechnend aussuchte. Wollte eine nicht – Vergewaltigung? Selbst der Sex war für ihn vermutlich nur der Mittel zum Zweck und um eben seinen Willen durchzusetzen, um als großer potenter Mann dazustehen. Wusste er überhaupt, was Gefühle waren? Selbst seine Kinder waren ihm egal.

    Nun holte er etwas zu essen.

    Zurück berichtete ihm die neue Sekretärin, er möchte gleich einen Doctor Jarán anrufen und einen Doctor Cardossa. Er schmunzelte, klärte sie auf, dass er der Leiter der Policía Científica war; Doctor Jarán einer der Staatsanwälte. Doctor Najaró wäre der Oberstaatsanwalt.

    Er rief an. Was er jetzt von Doctor Jarán hörte, war eine Überraschung. Michael Müller wollte nun doch aussagen. Er rief Nevio an, damit er das terminierte.

    Doctor Cardossa bat ihn, morgen früh in die Policía Científica zu kommen, da es Arbeit gebe. Nun tippte er raschen eine Liste, mit den wichtigsten Institutionen, Namen der Oberen und Mitarbeiter, mit denen sie zu tun hatten, dazu den Telefonnummern. Darunter setzte er sämtliche Handy-Nummern der Kollegen, über die man sie im Dienst erreichte.

    Donna Rivera war gerührt, dass sich ihr Chef die Arbeit extra für sie gemacht hatte. Er erklärte ihr noch, in welcher Reihenfolge sie die Gerichtsmedizin, das kriminaltechnische Labor, ihn oder Kollegen zu informieren hatte, falls man eine Straftat meldete. Das kam nicht oft vor, da sie eine Spezialabteilung waren, selten normale, alltägliche Kapitalverbrechen bearbeiteten. Als sie sich nun bei Capitán Jorges bedankte, bot er ihr das du an, da sich hier alle duzten.

    Ruben und Eduardo berichteten ihm abends von dem Doppelmord.

    „Wie waren in Marratxi, sahen uns den Tatort an, danach sprachen wir mit Nachbarn von der Tochter. Carla Centé eine ruhige Mieterin und Señora. Man beschreibt sie als höflich, nett. Von einem Freund weiß niemand etwas, da man sie nie mit einem Mann sah. Gehört hatte kein Nachbar einen Streit oder dergleichen. Nun die Madre. Constanza verheiratet, aber sie leben meistens getrennt, da permanent Zoff. Er war zur Tatzeit in Frankreich unterwegs, da Fernfahrer. Sie haben noch einen Sohn, der jedoch in Japan studiert, auch während der Krise vor Ort blieb.

    Der Padre, Paolo Centé war mit uns in der Wohnung seiner Tochter. No, es fehlt nichts. Geld, Handys alles noch da, wie auch die Spusi feststellte. No, sie hatte keinen Freund, da ein Ex sie mal betrogen hätte. Das sei drei Jahre her und sie habe immer noch darunter gelitten, sah in allen Männer Lügner. Er verstand sich gut mit ihr, besser wie mit seiner Ehefrau. Seinem Schwiegervater, Alfredo Illejes, geht es schon besser und er besucht ihn jeden Tag. Der Celesté hat er gekündigt, da er sie für ein faules Stück hält. Sagte er so. In der Wohnung seines Schwiegervaters sei es dreckig gewesen, da sie nie etwas erledigte, nur dessen Geld ausgab. Auch das wäre ein Streitpunkt in seiner Ehe gewesen, da alles seine Frau erledigen musste. Er gab uns die Einwilligung, seinen Hausarzt zu befragen, die Akte einzusehen. Der Schwiegersohn hat alle Vollmachten von Señor Illejes bekommen, nicht seine Tochter. Er behauptet ferner, dass der ältere Mann nie wirklich gesäubert, gepflegt, versorgt wurde. Fahren wir morgen hin, da heute dort schon Feierabend war. Wir suchten Freunde auf und alle bestätigten die Angaben auch von ihm. Was fehlt, ist der Gegenstand, mit welchem Constanza niedergeschlagen wurde. Metall, scharfkantig, schwer und schmutzig. Sie fanden in der Kopfwunde Partikel von Sand und Schmierfett. Könnte ein Wagenheber gewesen sein. In beiden Autos der Opfer fehlt keiner. Der Ex lebt seit zwei Jahren mit der Señorita, mit der er Carla betrog, in Barça. Er war nicht auf der Insel, da er arbeitete, genau wie sie."

    „Überprüft trotzdem beide Alibis. Nur wenn es kein Freund war, es da keinen Mann gab, fragt man sich, warum hatte es jemand auf sie abgesehen?"

    „Ein Kranker, der nicht bei ihr landen konnte."

    „Das heißt, da ist jemand bereits in Tötungsabsicht zu der Wohnung gegangen. Raub scheidet ergo aus. Da eskalierte nichts, da gab es keinen Streit. Die Madre öffnete arglos, wurde anscheinend sofort attackiert."

    „Der Täter suchte Carla auf, weil er sie vergewaltigen, danach töten wollte. Eventuell hat er das Fahrzeug der Madre erkannt, deswegen

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