Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane
Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane
Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane
eBook641 Seiten7 Stunden

Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Über dieses E-Book

Dieser Band enthält folgende SF-Romane:
(399)
Mission Akision (Mara Laue)

Sturz auf den Wasserplaneten (Jo Zybell)

Prototyp (Alfred Bekker)

Heiliges Imperium (Alfred Bekker)

In zwei Milchstraßen (Alfred Bekker)












Ein Raumschiff mit extraterrestrischer Technologie und eine zusammengewürfelte Crew auf einer kosmischen Odyssee durch die Unendlichkeit des Alls... Menschen, Androiden und Extraterrestrier müssen sich zusammenraufen, wenn sie den namenlosen Gefahren zwischen den Sternen standhalten und das Erbe einer uralten kosmischen Zivilisation antreten wollen.



Mitte des 23. Jahrhunderts werden die von Menschen besiedelten Planeten durch eine kriegerische Alien-Zivilisation bedroht. Nach Jahren des Krieges herrscht ein brüchiger Waffenstillstand, aber den Verantwortlichen ist bewusst, dass jeder neue Waffengang mit den Fremden das Ende der freien Menschheit bedeuten würde. Zu überlegen ist der Gegner.

In dieser Zeit bricht die STERNENKRIEGER, ein Raumkreuzer des Space Army Corps , unter einem neuen Captain zu gefährlichen Spezialmissionen in die Weite des fernen Weltraums auf...





Alfred Bekker schreibt Fantasy, Science Fiction, Krimis, historische Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Seine Bücher um DAS REICH DER ELBEN, die DRACHENERDE-SAGA,die GORIAN-Trilogie und seine Romane um die HALBLINGE VON ATHRANOR machten ihn einem großen Publikum bekannt. Er war Mitautor von Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und Ren Dhark. Außerdem schrieb er Kriminalromane, in denen oft skurrile Typen im Mittelpunkt stehen - zuletzt den Titel DER TEUFEL VON MÜNSTER, wo er einen Helden seiner Fantasy-Romane zum Ermittler in einer sehr realen Serie von Verbrechen macht.
SpracheDeutsch
HerausgeberCassiopeiaPress
Erscheinungsdatum21. März 2022
ISBN9783753202365
Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane
Vorschau lesen
Autor

Alfred Bekker

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Mehr von Alfred Bekker lesen

Ähnlich wie Mission in fernen Galaxien

Verwandte Kategorien

Rezensionen für Mission in fernen Galaxien

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Mission in fernen Galaxien - Alfred Bekker

    Alfred Bekker, Jo Zybell, Mara Laue

    Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane

    UUID: 1386a388-bdca-4d04-ad1a-5ea17da66ff1

    Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://writeapp.io) erstellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane

    Copyright

    Mission Akision

    Sturz auf den Wasserplaneten

    Chronik der Sternenkrieger: Prototyp

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    9

    10

    11

    12

    13

    14

    15

    16

    17

    18

    19

    20

    21

    22

    23

    24

    25

    26

    27

    28

    29

    30

    31

    32

    Chronik der Sternenkrieger: Heiliges Imperium

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    9

    10

    11

    12

    13

    14

    15

    16

    17

    18

    19

    20

    21

    22

    23

    24

    25

    26

    27

    28

    29

    30

    In zwei Milchstraßen

    Mission in fernen Galaxien: Science Fiction Classic Sammelband 5 Romane

    Alfred Bekker, Mara Laue, Jo Zybell

    Dieser Band enthält folgende SF-Romane:

    Mission Akision (Mara Laue)

    Sturz auf den Wasserplaneten (Jo Zybell)

    Prototyp (Alfred Bekker)

    Heiliges Imperium (Alfred Bekker)

    In zwei Milchstraßen (Alfred Bekker)

    >+++<

    Ein Raumschiff mit extraterrestrischer Technologie und eine zusammengewürfelte Crew auf einer kosmischen Odyssee durch die Unendlichkeit des Alls... Menschen, Androiden und Extraterrestrier müssen sich zusammenraufen, wenn sie den namenlosen Gefahren zwischen den Sternen standhalten und das Erbe einer uralten kosmischen Zivilisation antreten wollen.

    Mitte des 23. Jahrhunderts werden die von Menschen besiedelten Planeten durch eine kriegerische Alien-Zivilisation bedroht. Nach Jahren des Krieges herrscht ein brüchiger Waffenstillstand, aber den Verantwortlichen ist bewusst, dass jeder neue Waffengang mit den Fremden das Ende der freien Menschheit bedeuten würde. Zu überlegen ist der Gegner.

    In dieser Zeit bricht die STERNENKRIEGER, ein Raumkreuzer des Space Army Corps , unter einem neuen Captain zu gefährlichen Spezialmissionen in die Weite des fernen Weltraums auf...

    Alfred Bekker schreibt Fantasy, Science Fiction, Krimis, historische Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Seine Bücher um DAS REICH DER ELBEN, die DRACHENERDE-SAGA,die GORIAN-Trilogie und seine Romane um die HALBLINGE VON ATHRANOR machten ihn einem großen Publikum bekannt. Er war Mitautor von Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und Ren Dhark. Außerdem schrieb er Kriminalromane, in denen oft skurrile Typen im Mittelpunkt stehen - zuletzt den Titel DER TEUFEL VON MÜNSTER, wo er einen Helden seiner Fantasy-Romane zum Ermittler in einer sehr realen Serie von Verbrechen macht.

    >+++<

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author / COVER WOLFGANG SIGL

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Folge auf Twitter:

    https://twitter.com/BekkerAlfred

    Erfahre Neuigkeiten hier:

    https://alfred-bekker-autor.business.site/

    Zum Blog des Verlags!

    Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!

    https://cassiopeia.press

    Alles rund um Belletristik!

    Mission Akision

    von Mara Laue

    Sternenkommando Cassiopeia 1

    Ein CassiopeiaPress E-Book

    © by Author

    © der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    www.AlfredBekker.de

    Nach dem wirtschaftlichen und militärischen Zusammenschluss der Terranischen Welten und ihrer Verbündeten in der Interstellaren Allianz (ISA), übernahm die Interstellare Polizei (IsteP) als vom Interstellaren Rat (ISR) autorisiertes Ordnungsorgan den Schutz der ISA-Bürger. Ihre Aufgabe: Die Gewährleistung der Sicherheit aller Bewohner innerhalb des Bündnisgebietes und die Verteidigung der Grenzen gegen Angriffe von außen. Zu diesem Zweck patrouilliert eine riesige Flotte von mit hochmodernen Raumjägern bestückten Trägerschiff-Kontingenten, genannt „Sternenkommandos", in jedem Quadranten des ISA-Gebietes.

    Führungsschiff des dem Cassiopeia-Quadranten zugeteilten Sternenkommandos ist die SALAK 221 unter dem Oberbefehl von Admiral Kendro Trevayaa.

    >>>+<<<

    Mission Akision 1

    Kaum ist die Gesandtschaft der Nagdanischen Planetenunion an Bord gekommen, die zu einem Treffen mit dem Interstellaren Rat auf Akision zu Beitrittsverhandlungen zur ISA erwartet wird, als unbekannte Raumschiffe die SALAK 221 angreifen. Wenig später schlägt ein Versuch fehl, den Botschafter zu töten. Offenbar hat jemand etwas gegen den Beitritt der Nagdaneh zur Interstellaren Allianz. Sitzen die Gegner innerhalb der ISA? Oder spielen die Nagdaneh falsch? Und was verbirgt die der SALAK neu zugeteilte Jägerpilotin Captain Melori, die als Einzige das Vertrauen der Gesandten genießt?

    >>>+<<<

    Ein durch das gesamte Schiff hallender Gong verkündete den Eintritt der SALAK 221 in den Normalraum. Augenblicklich wurden die Werte der Ortung und die Positionsbestimmung am Rand des Hauptbildschirms in der Zentrale aktualisiert, obwohl die Normalraumortung neben der Ultraraumortung immer parallel lief. Die größte Fläche des Bildschirms nahm gegenwärtig das vergrößerte Realbild des Weltraums ein, der sich im Frontbereich der SALAK befand. Deutlich sichtbar schwebte dort der achteckige Rahmen der Transmitterstation C873-3 vor dem Hintergrund der roten Sonne, aus der er seine Energie bezog. Weiße Positionslichter, die sowohl am äußeren wie am inneren Rand fortlaufend in schneller Folge aufblinkten, zeigten an, dass der Transmitter betriebsbereit war.

    Die SALAK stoppte eine Lichtminute vor dem Transmitter-Oktagon.

    „Rendezvouspunkt erreicht, meldete Cord Fiori vom Navigationspult. „Rendezvouszeit: minus hundert Komma null drei.

    Admiral Kendro Trevayaa warf einen Blick auf die Leiste über dem Hauptbildschirm. Dort zeigten dreiundzwanzig Displays das aktuelle Datum und die Uhrzeit der Hauptwelt jedes Volkes, das Mitglied der ISA war. Obwohl Trevayaa seit vierzig Jahren ISA-Zeit bei der IsteP arbeitete und an Bord jedes IsteP-Schiffes ausschließlich die für alle Mitgliedsvölker einheitliche ISA-Zeit galt, machte er sich gewohnheitsmäßig immer wieder bewusst, welche Stunde es gleichzeitig auf seiner Heimatwelt Troyla war. Die dritte Morgenstunde des 407. Tages – der Tag vor dem Beginn des troylanischen Jahres 13.522 – entsprach dem achten Tag des sechsten Monats im Jahr 344 ISA-Zeit, acht Uhr fünfunddreißig. Trevayaa bemerkte, dass auch Cord Fiori auf die Leiste der Zeitdisplays blickte. Auf seiner Heimatwelt Terra schrieb man den 3. Mai des Jahres 2540 kurz vor Mitternacht.

    In hundert Minuten hatte die SALAK ein Rendezvous mit drei nagdanischen Schiffen, die eine Delegation ihrer Regierung nach Akision bringen sollten, dem Sitz des Interstellaren Rates, der die ISA regierte. Die Nagdanische Planetenunion wünschte der ISA beizutreten. Die Gesandtschaft war vom Rat eingeladen worden, ihre Gründe für diesen Wunsch darzulegen. Gleichzeitig erwartete die SALAK eine neue Jägerstaffel, die der Einfachheit halber den Geleitschutz der nagdanischen Delegation ab der Grenze des ISA-Gebietes übernommen hatte, bis sie sicher auf der SALAK eingetroffen war.

    Da es bereits Unruhen in der ISA gegeben hatte, weil der mögliche Beitritt der Nagdaneh zur Allianz umstritten war, wäre es nicht ratsam gewesen, die Delegation allein oder von nur einer Jägerstaffel begleitet nach Akision zu eskortieren. Ein Trägerschiff wie die SALAK – dreieinhalbtausend Meter lang, zweitausend Meter breit und hoch, mit modernsten Waffen und zehn Staffeln mit je fünfzig Jägern der Protektor-Klasse bestückt – stellte einen sehr viel effektiveren Schutz dar.

    Trevayaa hoffte, dass diese Mission nicht in Kampfhandlungen ausartete, besonders da das letzte Gefecht mit einer überraschend starken Flotte der Piratengilde die SALAK fast zwei komplette Jägerstaffeln gekostet hatte. Die überlebenden Piloten waren auf andere Staffeln verteilt worden, einen Teil der Verluste hatte die Reservestaffel ersetzt, für die anderen kam die neue Staffel an Bord. Doch die konnte nur die materiellen Verluste ersetzen. Unter den Besatzungsmitgliedern herrschte immer noch Trauer über die gefallenen Kameradinnen und Kameraden.

    Und ausgerechnet die neue Mission war beinahe schon prädestiniert für die nächste kriegerische Auseinandersetzung.

    Die Nagdanische Planetenunion war bis vor wenigen Jahren ein Teil der Gronthagu Liga gewesen und hatte sich ihre Freiheit bitter erkämpft. Rein wirtschaftlich betrachtet war es nur folgerichtig, dass die Grontheh die nagdanischen Planeten in ihrem Reich halten wollten, denn diese Welten gehörten zu den rohstoffreichsten in ihrem gesamten Gebiet. Deshalb hatten die Grontheh sie rücksichtslos ausgebeutet, was die Nagdaneh schließlich zur am Ende siegreichen Revolte veranlasst hatte. Seitdem versuchte die Liga mit allen Mitteln, die nagdanischen Planeten zurückzugewinnen – mit und ohne Gewalt.

    Da die Nagdaneh unter keinen Umständen zurück unter gronthische Herrschaft wollten, hatten sie begonnen, mit der ISA Handel zu treiben und benutzten ihren Rohstoffreichtum und ihre fortschrittliche Technologie dazu, sich in die ISA einzukaufen. Der offensichtliche Hintergedanke war, dass die ISA im Fall einer Aufnahme der Nagdanischen Planetenunion als Mitglied verpflichtet sein würde, sie gegen die Grontheh zu verteidigen. Ohne Wenn und Aber.

    Genau das war der Punkt, den die Gegner des Beitritts als Ablehnungsgrund ins Feld führten. Die Interstellare Allianz hatte bereits drei verlustreiche Kriege mit den Grontheh überstanden. Der letzte hatte mit einem Waffenstillstand geendet, der zwar seit 228 Jahren nicht gebrochen worden war, der unter diesen Umständen aber nur allzu leicht aufgehoben werden konnte. Kämpfen und Erobern lag in der gronthischen Natur; Frieden war in ihren Augen eine verachtenswerte Schwäche. Deshalb war abzusehen, dass sie eine Aufnahme der Nagdaneh in die ISA höchstwahrscheinlich zum Anlass für einen neuen Krieg nehmen würden.

    Besonders da es im Vorfeld bereits ein offizielles und reichlich unsubtiles Statement der Gronthagu-Herrscherin gegeben hatte, dass sie nicht länger an einem Waffenstillstand mit einem Haufen von Völkern interessiert wäre, die es offenbar darauf anlegten, der Liga eine wichtige Ressourcenquelle zu „stehlen". Ein ebenso unsubtiles Statement der Nagdaneh ließ keinen Zweifel daran, dass sie nicht nur – gezwungenermaßen – jeden Handel mit der ISA einstellen würden und mussten, sollte ihre Union durch die Weigerung der ISA, sie aufzunehmen, zurück in gronthische Klauen fallen. Dann würde das nagdanische Volk es als seine Pflicht ansehen dafür zu sorgen, dass die in dem Fall indirekt an seiner erneuten Versklavung schuldige ISA mit von Nagdaneh entwickelter Technologie durch die Grontheh vernichtet würde.

    Genau von dieser Technologie und dem schier unerschöpflichen Vorkommen an Junghans-Kristallen, die in der ISA unerlässlich für die Energiegewinnung waren, hatten die Nagdaneh die ISA mit wohlgeplantem Kalkül abhängig zu machen versucht. Das war ihnen zwar nicht gelungen, aber ihr Plan war insofern aufgegangen, dass sich der Aufwand für die Energiegewinnung erheblich erhöhen würde, sollte die nagdanische Lieferung von Junghans-Kristallen eingestellt wurde.

    Eine schwierige Situation. Der Interstellare Rat diskutierte sich seit Monaten die Gehirne heiß, um eine Lösung zu finden, die weder der ISA noch den Nagdaneh schadete und die Grontheh nicht provozierte. Eine undankbare, weil unlösbare Aufgabe. Trevayaa war froh, dass er nicht daran beteiligt war. Er musste nur die Gesandtschaft sicher nach Akision bringen.

    Ein Alarmton in Verbindung mit einem Lichtsignal verkündete ebenso wie eine sprachliche Ansage, dass Transmitter C873-3 von der anderen Seite aus aktiviert worden war.

    „IsteP-Authorisierungscode P8719-ZC.M-F-BTW-1008.3377.5559-A1.1", meldete Taktische Offizierin Sya Rashishi.

    „Bereitschaftsalarm", befahl Trevayaa. P8719 war die allgemeine Kennung des IsteP-Jägergeschwaders. Der Rest nannte die persönliche Identifikationsnummer einschließlich Rang und Herkunftswelt der Person, die den Transmitter aktiviert hatte. Sie gehörte zum Zweiten Captain Melori, der Kommandantin der neuen Jägerstaffel. Und die kam viel zu früh. Das veranlasste Trevayaa jedoch nicht, Alarm zu geben, sondern der Zusatz A1.1. Er stand für höchste Dringlichkeit und durfte nur in einem Notfall benutzt werden.

    Der Transmitterrahmen strahlte auf, als der typische Signalton für den Bereitschaftsalarm durch das Schiff hallte. Automatische und persönliche Durchsagen und Anzeigen bestätigten die Gefechtsbereitschaft der einzelnen Abteilungen. Gleichzeitig wurde die Ortung aktiviert, die den Weltraum nicht nur auf dieser Seite des Transmitters scannte, sondern auch den auf der anderen Seite. Die Daten von der anderen Seite wurden von den in den Transmitter eingebauten Sensoren drüben erfasst und an die SALAK weitergeleitet.

    „Identifizierung: Fünfzig IsteP-Jäger der Protektor-Klasse, drei Schiffe mit Non-ISA-Bauart, die mit den uns von den Nagdaneh gelieferten Daten übereinstimmen, meldete Ahmad Beruni, der Ortungsoffizier. „Keine weiteren Schiffe im Umkreis von zwei Lichtjahren im Normalraum, keine Signaturen im Ultraraum.

    „Man sollte Captain Melori fragen, mit welcher Berechtigung sie einen Notfall ausruft." Die Stimme von TolaiMur, Trevayaas Stellvertreter, der neben ihm an seiner Station saß, klang sanft.

    Doch Trevayaa hörte das Zischen darin, das den Unmut des Lantheaners verriet. Dass TolaiMur seine Krallen ausfuhr und damit eine zupackende Bewegung machte, als zerquetsche er etwas, unterstrich den Tadel. Da im Vorfeld der geplanten Stationierung der Staffel an Bord auch die Personalakten der neuen Piloten übermittelt worden waren, kannten Trevayaa und TolaiMur natürlich den Namen der Kommandantin.

    „Das werde ich tun", versprach er, denn auch er würde keinen Missbrauch der Notfallkennung dulden.

    Die ersten dreißig Jäger kamen durch den Transmitter und bildeten einen Korridor, der einen Teil des Raums, der zwischen dem Oktagon und der SALAK lag, zylinderförmig umschloss. Trevayaa konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Melori und ihre Leute eine Show veranstalteten, um sich von Anfang an bei ihren neuen Vorgesetzten als kompetente Piloten in Szene zu setzen, denn so ein Schutzkokon war absolut unnötig in Anbetracht der Tatsache, dass kein Schiff sich der SALAK nähern konnte, ohne im Vorfeld bereits auf Lichtjahre Entfernung bemerkt zu werden. Falls Melori keinen vernünftigen Grund dafür nennen konnte, würde seine erste Begegnung mit ihr für sie eine unerfreuliche Überraschung beinhalten.

    Die drei nagdanischen Schiffe kamen durch den Transmitter und flogen auf die SALAK zu. Die Phalanx der Jäger passte sich ihrem Tempo an. Die letzten zwanzig Jäger kamen durch. Sofort wurde der Transmitter deaktiviert. Ein Funkspruch traf ein.

    „Auf den Schirm", befahl Trevayaa.

    FenorKano, der lantheanische Kommunikationsoffizier, schaltete das Gespräch auf den Hauptbildschirm. Das Bild des Transmitters wurde von dem Gesicht einer Frau abgelöst, deren silberweißes Haar kaum fingerlang war. Ihre honiggoldene Haut bildete dazu ebenso einen Kontrast wie zu den blassblauen, fast silberfarbene Augen. Ihr Aussehen belegte eindeutig ihre Herkunft vom Planeten Frelsi, einer ehemaligen terranischen Kolonie.

    „Hekah!, grüßte sie. „Zweiter Captain Melori mit Jägerstaffel P8719-SALAK-221-7, gegenwärtiger Geleitschutz der nagdanischen Delegation.

    „Hekah, Captain, antwortete Trevayaa und warf einen Blick auf die Datumsanzeige. „Sie sind 88 Minuten zu früh.

    „Wir mussten umdisponieren, Admiral. Ich hielt es aus Gründen, die ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch darlegen werde, sobald ich mich an Bord befinde, für ratsam, Sie nicht im Vorfeld von der Änderung in Kenntnis zu setzen."

    „Und aus welchem Grund hielten Sie es für ratsam, eine Notfallkennung zu senden, obwohl weit und breit kein Notfall zu sehen ist?", fauchte TolaiMur. Das Fauchen lag nicht nur daran, dass er dadurch seine Missbilligung zum Ausdruck bringen wollte. Die Gesichtsphysiognomie der katzenhaften Lanteaneh ließ jedes ihrer ab einer gewissen Lautstärke gesprochene Worte fauchend klingen.

    „Weil ich mit einem eintretenden Notfall gerechnet habe. Auch das würde ich gern persönlich erklären, nicht über den Kom-Kanal. Ich erbitte Anweisung zur Landung des Schiffes von Botschafter Skelosk apat Taskesk auf der SALAK."

    „Lieutenant Fiori wird Sie einweisen. Hekah! Trevayaa gab FenorKano ein Zeichen, die Verbindung abzubrechen und stand auf. „Ich bin im Hangar, um die Delegation zu begrüßen. TolaiMur, Sie haben das Kommando.

    *

    Trevayaa war sich sicher, dass er und Melori nur bedingt miteinander auskommen würden, als er sah, dass sie mit ihrem Jäger ebenfalls im Gasthangar gelandet war, statt wie es üblich gewesen wäre, mit ihrer Staffel in den für sie vorgesehenen Staffelhangars zu landen. Diese Vorahnung wurde noch bestärkt, als TolaiMur ihm meldete, dass die neue Staffel keine Anstalten machte zu landen, sondern auf Meloris Befehl in Warteposition über der SALAK blieb.

    Melori kam im Laufschritt auf ihn zu, als sich die Schleuse des nagdanischen Schiffes öffnete und die Delegation die SALAK betrat. Die Pilotin trug wie alle Mitglieder der IsteP die schwarze, an den Säumen mit breiten weißen Streifen abgesetzte Uniform. Da Schwarz und Weiß die einzigen Farben waren, die die Augen aller in der ISA zusammengeschlossenen Völker einheitlich wahrnehmen konnten, hatte man sich für sie als Uniformfarbe für die IsteP entschieden. Fünf weiße Sterne auf ihrer linken Brustseite zeigten ihren Rang an. Sie waren unterhalb des trapezförmigen Logos der IsteP angebracht, dessen Schriftzug „wachen, schützen, verteidigen" deren Aufgabe klar benannte. Über der Schrift saß ein stilisiertes Auge, in dessen Pupille ein leistungsfähiges Kom-Gerät integriert war. Über dem Logo befand sich das Namensschild, das in ihrem Fall nur den Namen Melori trug, der Ruf- und Familienname zugleich war.

    „Hekah!, grüßte Melori Trevayaa nochmals. „Jägerstaffel 7, gegenwärtig als Geleitschutz der nagdanischen Gesandtschaft eingesetzt, meldet sich zur permanenten Stationierung an Bord.

    „Wir müssen uns unbedingt über Ihre Definition von ‚an Bord’ unterhalten, Captain. Wie ich erfahren habe, befindet sich Ihre Staffel noch immer im Raum statt im Hangar."

    „Selbstverständlich tut sie das, Admiral. Nach Operationsvorschrift 134 Absatz 5 muss, wenn Code A1.1 gegeben wurde, immer eine Jägerstaffel einsatzbereit bleiben, solange ein Trägerschiff sich in einem Abstand zu einem Großtransmitter befindet, der innerhalb der maximalen Reichweite aller ISA-bekannten Schiffsgeschütz liegt. Nach Absatz 2 hat für denselben Zeitraum eine weitere Jägerstaffel startbereit zu sein. Und da meine Staffel ohnehin bereits im Raum war..."

    Trevayaa blickte sie kalt an. „Ich bin mit den Operationsvorschriften durchaus vertraut, Captain Mallory."

    „Melori, Admiral, mit der Betonung auf dem O. Und genau diesen Eindruck hatte ich eben nicht."

    „Dafür kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie ein Paradebeispiel frelsischer Unverschämtheit sind, Captain. Darüber werden wir uns noch ausführlich unterhalten."

    Melori blieb unbeeindruckt. „Wenn Sie die Beachtung der Sicherheitsvorschriften als Unverschämtheit interpretieren, haben Sie mit Ihrem Vorwurf recht, Admiral."

    Trevayaa musste sich beherrschen, um nicht unangemessen zu reagieren. Jetzt erinnerte er sich wieder deutlich daran, warum er ungern mit Frelsineh zusammenarbeitete und die Krankenstation mied, in der Dr. Ailaron das Kommando hatte, seines Zeichens ebenfalls ein Frelsiner. Das ganze Volk bestand aus eigensinnigen Individualisten, die kein Blatt vor den Mund nahmen und nicht den geringsten Respekt kannten, wenn sie sich im Recht glaubten.

    „Sie melden sich in einer Stunde Bordzeit bei mir zum Rapport."

    „Jawohl, Admiral."

    Trevayaa wandte seine Aufmerksamkeit den Nagdaneh zu. Acht von ihnen hatten ihr Schiff verlassen und standen in einer dicht gedrängten Gruppe ohne erkennbare Formation vor dem Ausstieg ihres Schiffes. Er hatte sich selbstverständlich im Vorfeld mit diesem Volk vertraut gemacht; deshalb überraschte ihn ihr Anblick nicht. Sie wirkten wie abstrakte Blumen. Ein schlanker, biegsamer Körper wuchs über acht Lauftentakeln, die an Wurzeln erinnerten, bei jedem Nagdaneh unterschiedlich hoch und verbreiterte sich zu einem meterbreiten flachen Kopf, an dessen Rand unterschiedlich lange Tentakel wuchsen. An den Enden einiger Tentakel saßen runde Facettenaugen, an anderen befanden sich die Sprechorgane und Öffnungen für die Nahrungsaufnahme und –ausscheidungen, wieder andere dienten als Greifwerkzeuge. Die lederartig wirkenden Haut war grau und nur an den Tentakeln in unregelmäßigen Abständen von farbigen Ringen unterbrochen. Keiner von ihnen trug Kleidung.

    „Wer von denen ist der Botschafter?", fragte Trevayaa Melori.

    Das Schrillen der Alarmsirene kam ihrer Antwort zuvor. Neben den automatischen Ansagen, die den Bereitschaftsstatus aller relevanter Stationen meldeten, erklang TolaiMurs Stimme aus den Lautsprechern.

    „Siebenundfünfzig Schiffe fremder Bauart haben uns eingekreist. Sie eröffnen das Feuer auf uns."

    Melori reagierte sofort. „Ich hab’s geahnt! Sie tippte auf das Kom-Gerät im Auge ihres IsteP-Logos. „Staffel Sieben! Abfangpositionen! Drii-Manöver! Sie sprintete zu ihrem Jäger und sprang hinein. „Der mit den schwarzen Ringen!", rief sie Trevayaa als Antwort auf seine Frage zu, wer der Botschafter sei, ehe sich das Schott hinter ihr schloss.

    Die schützende Energiewand baute sich zwischen dem Teil des Hangars auf, in dem ihr Jäger stand und dem, in dem das nagdanische Schiff stand, um die Atmosphäre darin zu halten. Sekunden später startete Melori ihren Jäger und schoss mit ihm durch die sich öffnende Außenschleuse nach draußen.

    Trevayaa verzichtete in Anbetracht der Situation darauf, ihre Kommandos zu widerrufen. Da sie das Kommando über ihre Staffel noch nicht offiziell an ihn und die SALAK übergeben hatte, blieb sie bis zu dem Zeitpunkt den Vorschriften nach dessen alleinige Kommandantin. Doch sobald sie zurück war, würde er mit ihr ein paar ernste Worte reden. Jetzt gab es Wichtigeres zu tun. Der beginnende Kampf war unter TolaiMurs Kommando in den besten Händen. Trevayaa musste die Delegation beruhigen, die sich wie ein Knäuel um den Botschafter zusammengedrängt hatte und schrille Laute ausstieß, die der Translator, den Trevayaa als Headset trug, nicht übersetzte.

    Er ging gelassen auf die Delegierten zu und hoffte, dass seine zur Schau gestellte Ruhe den Nagdaneh signalisierte, dass sie in Sicherheit waren und nichts zu befürchten hatten. Ein zunehmendes Vibrieren des Bodens unter seinen Füßen zeigte ihm, dass zwei Jägerstaffeln starteten. Zusammen mit Meloris Staffel 7 sahen sich die Angreifer 150 Jägern gegenüber. Für einen Angreifer aus der ISA, der die Kampfkraft der IsteP-Jäger kannte, reichte die dreifache Übermacht bei weitem aus, um ihn in die Flucht zu schlagen. Er konnte nur hoffen, dass das auch auf die unbekannten Angreifer zutraf.

    „Hekah!, begrüßte er die Delegation. „Ich bin Admiral Kendro Trevayaa, Kommandant der SALAK 221 und heiße Sie und Ihren Stab an Bord herzlich willkommen, Botschafter Skelosk apat Taskesk. Es ist mir eine Freude und eine Ehre, Sie nach Akision bringen zu dürfen. Der Translator übersetzte das in die nagdanische Sprache, mit der er im Vorfeld programmiert worden war.

    Skelosk apat Taskesk befreite sich von seinen Begleitern, indem er sie mit seinen Tentakeln zurückschob. „Ihr braucht mich nicht zu beschützen, wir sind hier in Sicherheit. Zur Seite!"

    Er stellte sich vor Trevayaa hin und streckte alle Tentakel erst gerade nach vorn aus, ehe er sie nach hinten klappte und wellenartig schwingen ließ, um sie schließlich locker an der Seite, oder über seinen Rücken und Vorderbereich hängen zu lassen. Lediglich die Spitzen drei der sieben Tentakel, an denen Augen saßen, richtete er auf Trevayaa.

    „Danke, Kendro Trevayaa. Ich möchte Sie nicht aufhalten. Ein Kommandant wird in einem Gefecht in der Zentrale gebraucht. Pflicht geht vor Höflichkeit. Ich werde Sie nicht von Ihren Pflichten abhalten."

    Trevayaa war sich nicht sicher, ob das als Vorwurf gemeint war. Doch das war ihm egal. „Danke für Ihr Verständnis, Botschafter. Ich darf Sie an Main Captain Skrrrkt delegieren, der Ihnen Ihre Unterkünfte zeigen wird, und an Main Captain Leonid Romanow, der Sie mit seinen Leuten als Ehrenwache begleiten wird. Das ist bei uns die übliche Prozedur, mit der wir Gästen an Bord zeigen, dass wir sie ehren." Er deutete auf die Genannten, die abwartend hinter ihm standen.

    In erster Linie war es Romanows Aufgabe, für die Sicherheit der Delegation zu sorgen, denn man konnte nie wissen, was passieren würde; gerade nicht bei einer so heiklen Mission. Skrrrkt, der über zwei Meter große Sauroid von Castor-8, trat ebenso vor wie der Terraner Romanow und begrüßte die Delegierten.

    „Sie entschuldigen mich", sagte Trevayaa und eilte zur Zentrale.

    *

    Er kam gerade rechtzeitig, um auf dem Hauptbildschirm zu sehen, wie je drei Jäger, die laut der taktischen Einblendung zu Meloris Staffel gehörten, eins der angreifenden Schiffe kampfunfähig schossen und seine Antriebssektion lahmlegten. Die übrigen Angreifer hatten sich bereits zur Flucht gewandt und feuerten nur noch, um ihren Rückzug zu decken. Doch die Jäger waren serienmäßig mit einem 5-Phasen-Energieschirm ausgestattet, der nur durch konzentrierten Beschuss mehrerer Geschütze, die auf die fünf Phasen eingestellt waren, durchbrochen werden konnte. Die Piraten hatten das unglücklicherweise herausgefunden, die Unbekannten noch nicht, weshalb ihre Salven an den Schirmen abprallten.

    Allerdings hatten sie offenbar von Anfang an nicht vorgehabt, die beiden noch im All verbliebenen nagdanischen Schiffe oder die SALAK zu zerstören, wie Trevayaa zuerst geglaubt hatte. Auf dem Bildschirmsegment, das den vergrößerten Realraum zeigte, war zu sehen, dass der Transmitter beschädigt worden war. Trevayaa ließ sich die Aufzeichnung über den Verlauf des Kampfes auf dem Display an seiner Station anzeigen. Sie bestätigte seine Vermutung. Die Unbekannten hatten gezielt den Transmitter angegriffen, während der größte Teil von ihnen die SALAK und ihre Jäger in Schach gehalten hatte.

    Melori musste gewusst oder geahnt haben, dass die Fremden es auf den Transmitter abgesehen hatten, denn sie hatte ihre Staffel eine Phalanx um Transmitter bilden lassen und dadurch und verhindert, dass er vollständig zerstört wurde. Doch die Teilzerstörung reichte aus, dass er für mindestens einige Tage unpassierbar war, ehe die Reparaturen abgeschlossen sein würden.

    „Melori an SALAK-Kommando, klang die Stimme der Frelsini über die ständig eingeschaltete Verbindung mit den Jägern. „Brauchen wir noch mehr Gefangene als die aus dem Schiff, das wir gerade zusammengeschossen haben?

    TolaiMur blickte Trevayaa an; eine stumme Frage, ob er ihm weiterhin das Kommando überließ.

    „Die dürften genügen, Captain", antwortete Trevayaa.

    Bevor er noch etwas sagen konnte, explodierte eins der beschädigten Fremdschiffe, das nicht schnell genug mit seinen flüchtenden Kameraden mithalten konnte. Gleich darauf explodierte ein weiteres, Sekunden später ein drittes.

    „Rückzug, Jägerstaffeln!, befahl Trevayaa. Diese Explosionen bedeuteten zweifellos, dass die beschädigten Schiffe die Selbstzerstörung aktiviert hatten. „Ruder! Rückzug!

    Im selben Moment explodierte das Schiff, das Meloris Jäger manövrierunfähig geschossen hatten. Trümmerteile flogen nach allen Seiten und schlugen gegen die Schutzschilde der Jäger, die nicht schnell genug ausweichen konnten. Trevayaa sah auf dem Bildschirm, wie der Jäger, der auf der taktischen Darstellung als Meloris gekennzeichnet war, einem größeren Trümmerstück auswich, indem er sich um seine Längsachse zur Seite drehte und sich um das Stück herum wand, während er gleichzeitig mit einem seiner Geschütze ein anderes zerstörte, mit dem er sonst kollidiert wäre. Trevayaa musste zugeben, dass Melori eine ausgezeichnete Pilotin war.

    Die ersten Trümmerstücke prasselten gegen die Schutzschilde der SALAK und prallten von denen ab. Yashkun Ziyai, die neben Cord Fiori am Ruderpult saß, steuerte die SALAK aus der Flugbahn der Trümmer heraus, während Sya Rashishi am Waffenpult versuchte, alle Trümmerstücke zu zerstören, die auf den beschädigten Transmitter zu rasten. Vergeblich. Ein paar Stücke trafen gleichzeitig den Rahmen, und der Transmitter explodierte Sekunden später.

    „In den Ultraraum, befahl Trevayaa. „Jägerstaffel! Gehen Sie in den Ultraraum und kehren Sie erst dort an Bord zurück.

    Der Befehl wurde bestätigt. Die Angreifer waren inzwischen verschwunden.

    „Ortung! Warum wurden die Angreifer nicht rechtzeitig gemeldet? Sie müssen entweder von der Fernortung oder der Ultraraumortung erfasst worden sein, bevor sie auf Schussweite heran waren."

    Ahmad Beruni wandte sich von seinem Ortungspult zu Trevayaa um. „Eben das war nicht der Fall, Admiral. In dem Moment, als die Ortung sie erfasste, waren sie bereits auf Schussweite heran und haben sofort angegriffen. Ich habe dafür noch keine Erklärung. Der Diagnose-Check der Ortungsgeräte läuft bereits und meldet bis jetzt keine Fehler. Möglicherweise sind die fremden Schiffe mit Tarntechnologie ausgestattet."

    Der Gedanke war auch Trevayaa gekommen. Viele Völker experimentierten mit Tarntechnologie. Optische Tarnung war längst etabliert. Aber ein Raumschiff von der Größe der fremden Schiffe so zu tarnen, dass es selbst von der Feinortung nicht erfasst wurde, war bis jetzt noch keinem ISA-Volk gelungen. Allerdings wusste niemand genau, welche technischen Fortschritte der Gronthagu Liga in den letzten zweihundert Jahren gelungen waren. Ihm war jedoch klar, was es bedeutete, falls sich die Möglichkeit eines Tarnschirms bewahrheiten sollte.

    „Prüfen Sie weiter, Captain Beruni. Und teilen Sie mir sofort mit, wenn Sie ein Ergebnis haben."

    „Jawohl, Admiral."

    „Lieutenant FenorKano, melden Sie dem Hauptquartier, dass Transmitter C873-3 zerstört wurde und wir Transmitter C873-4 anfliegen, um die Delegation nach Akision zu bringen."

    Der Kom-Offizier bestätigte.

    Trevayaa blickte TolaiMur an. Der neigte den Kopf. „Jemand versucht ganz offensichtlich zu verhindern, dass die Delegation pünktlich oder überhaupt nach Akision kommt."

    Trevayaa nickte. „Mir stellt sich die Frage, wie die Angreifer erfahren haben, dass wir hier sind und wann wir hier sein würden."

    Der Lantheaner stieß ein leises Zischen aus. „Ich glaube, deren Plan sah ursprünglich vor, dass die Delegation die SALAK gar nicht erst erreicht. Er blickte Trevayaa bedeutsam an. „Wenn Captain Melori tatsächlich erst zur vereinbarten Zeit hätte kommen wollen, wäre der Transmitter längst zerstört gewesen, und die Delegation hätte nicht herkommen können. Weshalb ich sehr interessiert bin zu erfahren, warum Melori den Zeitplan geändert hat.

    Dem musste Trevayaa zustimmen. Er stand auf. „Captain Fiori, nehmen Sie Kurs auf Transmitter C873-4, sobald die Jäger wieder an Bord sind. Ich gehe zur offiziellen Übergabe der neuen Staffel an die SALAK."

    *

    Trevayaa traf zusammen mit Skrrrkt an der Schleuse zu dem Hangardeck ein, auf dem Jägerstaffel 7 stationiert war. Die Oberkommandantin der Jäger, Kimai Kenaról, wartete bereits.

    „Ist die Delegation gut untergebracht, Captain?", fragte er Skrrrkt.

    „Ja, Admiral. Der Botschafter drückte seine Begeisterung über das Quartier aus und lobte die Mühe, die wir uns gegeben haben, um es in seiner Ausstattung den nagdanischen Bedürfnissen anzupassen. War ja auch gar nicht so leicht."

    Trevayaa lächelte. „Sie und Ihre Leute haben wirklich gute Arbeit geleistet, Captain. Aber ich glaube, das habe ich Ihnen schon mehrfach versichert."

    Skrrrkt war Leiter des Versorgungsressorts und in dieser Eigenschaft unter anderem für die Unterbringung von Mannschaft, Zivilisten und Gästen zuständig. Wobei ein Trägerschiff der IsteP wie die SALAK normalerweise keine Gäste hatte, wenn nicht gerade Erster Admiral Rhan Kharmin, der Oberkommandant der IsteP, mit seinem Stab zur Inspektion kam. Und die einzigen Zivilisten an Bord waren die Angehörigen der Crewmitglieder. Zwar waren private Beziehungen der Crewmitglieder untereinander durchaus erlaubt, aber in gewissen Grenzen, die es manch einem unmöglich machten, eine Familie zu gründen oder eine Partnerschaft zu pflegen. Deshalb war schon bei der Gründung der IsteP festgelegt worden, dass die auf den Trägerschiffen stationierten Crewmitglieder ihre Familien mitnehmen durften.

    Was aber auch nicht immer gutging. Trevayaas dritte Partnerschaft mit einer Terrani war daran gescheitert. Vera hatte die geschlossene Welt der SALAK nach zwei Jahren nicht mehr ausgehalten und das Schiff und ihn verlassen. In Freundschaft, weshalb sie beide immer noch Kontakt pflegten und sich regelmäßig trafen.

    Das Schott glitt auf, und Meloris Staffelbesatzung kam geordnet in einer Zweierreihe herein, Melori und ein Sretalleser an der Spitze. Hinter ihnen kamen Trägerroboter mit ihrem Gepäck. Über ihren Köpfen flogen mehrere Ghrimbals, die sich sofort daranmachten, den Schleusenvorraum zu erkunden. Melori und der Sretalleser traten vor.

    „Hekah!, grüßte die Frelsini. „Zweiter Captain Melori meldet sich mit Jägerstaffel P8719-SALAK-221-7 an Bord. Sie reichte Trevayaa ein Datenpad. „Ich übergebe die Staffel an die SALAK 221."

    Trevayaa nahm das Pad, auf dem sich das vollständige Logbuch von Meloris Staffel befand, und zwar von seiner ersten Aufstellung über alle Einsätze, Zu- und Abgänge von Piloten und Jägern bis zu diesem Moment, einschließlich aller aktuellen und archivierten Personalakten.

    „Danke, Captain. Willkommen an Bord. Er deutete auf Kimai Kenaról. „Main Captain Kenaról, Ihre direkte Vorgesetzte.

    Kenaról grinste. „Wir haben uns schon per Funk ganz gut kennengelernt. Willkommen bei uns. Über Ihr Angriffsmanöver müssen wir uns unterhalten. Ich will wissen, wie Sie das gemacht haben."

    „Gern, Captain. Sie deutete auf den Sretalleser an ihrer Seite. „Mein Stellvertreter, Dritter Captain Shan Shar.

    „Hekah!", grüßte Shar und zuckte mit seinen Barthaaren.

    Eine Geste, die Trevayaa immer noch an troylanische Felsspringer kurz vor dem Angriff erinnerte, die sie durch ein ebensolches Zucken ihrer Schnurrbarthaare ankündigten. Er hatte Jahre des Kontakts mit Sretalleseh gebraucht, ehe er beim Anblick zuckender Barthaare nicht mehr jedes Mal reflexartig zusammenzuckte. Leider sahen die Sretalleseh den Felsspringern auch in anderen Dingen ähnlich. Während die ebenfalls feliden Lantheaneh ein schmales Gesicht mit einer langgestreckten schnurrbartlosen Nasen- und Mundpartie besaßen, das mit einem feinen, kaum sichtbaren Pelz bedeckt war, waren sretallesische Gesichter kurz und gedrungen mit sichtbaren Reißzähnen und einem graubraunen Fell. Ihre gelben Augen machten die Ähnlichkeit mit aufrecht gehenden Felsspringern fast perfekt.

    „Hekah!, grüßte Trevayaa zurück. „Ich überlasse Sie erst mal Main Captain Skrrrkt, der Sie unterbringen wird. Schlängelnde Tentakel ließen ihn ans Ende des Zuges blicken. „Darf ich fragen, Captain Melori, was Nagdaneh in Ihrer Jägerstaffel zu suchen haben?"

    „Sie wurden mir auf ausdrücklichen Befehl von Erster Admiral Rhan zugeteilt, unmittelbar vor unserem Start zum Rendezvous mit der nagdanischen Delegation. Er müsste Ihnen ihre Personalakten zusammen mit allen anderen übermittelt haben."

    Das hatte Rhan nicht getan, was Trevayaa wunderte, denn Rhan galt als überaus korrekt. Dass er etwas so Wichtiges vergaß, war nahezu ausgeschlossen. Aber Trevayaa ging nicht darauf ein.

    „Sie melden sich bei mir in meinem Bereitschaftsraum, sobald Sie untergebracht wurden."

    „Jawohl, Admiral. Melori warf einen Blick auf die Anzeige der Bordzeit, die in einem Display über der Tür angebracht war. „Wie befohlen in dreiundfünfzig Minuten.

    Richtig, er hatte ihr bereits befohlen, sich in einer Stunde bei ihm zu melden, als sie den Botschafter an Bord begleitet hatte. Von den hundert Minuten einer Stunde ISA-Zeit waren seitdem tatsächlich erst 47 vergangen.

    „Ich erwarte Sie." Er ging zum Innenschott.

    Kimai Kenaról schloss sich ihm an.

    „Sie alle sind auf Deck 15 untergebracht, hörte er Skrrrkt sagen. „Allerdings wusste ich ebenfalls nichts von nagdanischen Crewmitgliedern, sodass noch keine Kabinen entsprechend ihrer Physiognomie modifiziert werden konnten. Das wird umgehend nachgeholt. Wie viele Ghrimbals begleiten Sie?

    „Einundzwanzig. Zwölf davon gebunden."

    Wie aufs Stichwort kam eine Gruppe von fünf dieser Wesen geflogen und kreiste über Melori, Shan Shar und Skrrrkt.

    Kimai Kenaról blieb stehen. „Was glauben Sie, Admiral, wer gleich auserwählt wird?"

    Auch Trevayaa blieb stehen und beobachtete die Ghrimbals. „Ich lasse mich überraschen."

    Ein Sprichwort besagte, dass das einzig Gute, das jemals von der Gronthagu Liga gekommen war, die Ghrimbals wären. Ursprünglich stammten sie von der Hauptwelt der Grontheh und lebten wohl in einer symbiotischen Beziehung mit ihnen, wobei bislang nicht hatte geklärt werden können, welchen Vorteil die Grontheh aus der Verbindung zogen. Alle während des letzten Gronthagu-Krieges gefangengenommenen Grontheh hatten sich standhaft geweigert, darüber Auskunft zu geben.

    Die ersten Ghrimbals hatten den Weg in die ISA gefunden, indem sie aus drei auf Surabb aufgeschlagenen gronthischen Wracks entkommen waren, deren Besatzung nicht überlebt hatte. Offenbar brauchten Ghrimbals eine Bezugsperson, denn kaum war die ISA-Rettungsmannschaft vor Ort gewesen, hatten sich die überlebenden Ghrimbals ihnen angeschlossen, und nichts im Universum schien sie von ihrer einmal erwählten Bezugsperson fernhalten zu können. Das hatte natürlich zu Problemen geführt, denn Haustiere konnten nicht auf Raumschiffen gehalten werden. Erst recht nicht solche, die fliegen konnten, verspielt herumtobten und neugieriger waren als eine Orionkatze.

    Dann hatte sich herausgestellt, dass die Ghrimbals über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügten. Allerdings hatte die Wissenschaft bis heute nicht herausfinden können, wie hoch sie war. Die Ghrimbals zeigten Anzeichen dafür, dass sie ebenso intelligent sein könnten wie jedes Mitglied eines ISA-Volkes; aber falls dem so war, machten sie davon keinen Gebrauch, was ihre Lebensweise betraf. Sie hatten keine Sprache, die man als solche hätte bezeichnen oder entschlüsseln können, obwohl sie zu einer unglaublichen Bandbreite von Lauten fähig waren. Sie stellten kein Werkzeug her, bauten keine Häuser, schufen keine Kunst, von Technik ganz zu schweigen. Dennoch verstanden sie offensichtlich die Bedeutung von technischen Geräten und lernten überraschend schnell, sie zu benutzen, auch wenn sich deren Nutzung bei ihnen auf den Gebrauch von Türöffnern und Nahrungsspendern beschränkte.

    Da nicht klar war, in welche Intelligenzklasse sie einzuordnen waren – selbst telepathische Kontaktversuche durch troylanische Priesterinnen hatten kein eindeutiges Ergebnis gebracht – waren die Ghrimbals als eigenständiges Volk klassifiziert worden und wurden entsprechend behandelt. Sie konnten sich überall frei bewegen. Und hatte einer sich eine Bezugsperson erwählt, durfte er die selbstverständlich begleiten, auch an Bord von Raumschiffen. Schließlich führten die Grontheh sie sogar auf ihren Kriegsschiffen mit, was sie wohl kaum täten, wenn von ihnen eine Gefahr ausginge oder sie die Schiffsroutine beeinträchtigten.

    Ihre herausragendste Eigenschaft war eine beispiellose Wachsamkeit. Sie erkannten Gefahren lange vor jedem anderen Lebewesen und sogar lange vor allen Überwachungsgeräten. Und sie verteidigten ihre Bezugspersonen bis zur Selbstaufgabe, notfalls mit ihrem Leben. Wegen dieses Wesenszuges hatten die Ghrimbals Paten gestanden für die nach ihnen benannten Ghrimbal-Stationen, die riesigen kubusförmigen Raumstationen, die wie ein gigantisches Netz rund um das gesamte ISA-Gebiet verteilt waren und die Grenzen schützten.

    Einer der Ghrimbals umkreiste Skrrrkt interessiert. Der Castorer machte eine scheuchende Bewegungen mit einem seiner vier Arme, blickte den Ghrimbal scharf an und zischte: „Nein!"

    Der Ghrimbal ließ sich davon nicht im Mindesten beeindrucken. Er schwebte herab und versuchte, auf Skrrrkts breiter Schulter zu landen. Skrrrkt fuchtelte mit drei Armen in seine Richtung, um ihn zu verscheuchen, während er mit dem vierten sein Datenpad festhielt. Der Ghrimbal wich geschickt allen Abwehrversuchen aus und ließ sich mit einem Laut, der wie ein zufriedener Seufzer klang, auf Skrrrkts Schulter nieder. Der Castorer versuchte ihn abzuschütteln, doch der Ghrimbal schlang seinen über zwei Meter langen Schwanz so fest um Skrrrkts Körper und Arm, dass es aussah, als würde er an dem Castorer kleben. Skrrrkt schüttelte sich, stampfte mit den Füßen, drehte sich im Kreis und fuchtelte mit den Armen, während er grollte und zischte und Worte in seiner eigenen Sprache ausstieß, die garantiert Flüche waren. Dadurch bot er ein so groteskes Bild, dass die Jägerpiloten schallend lachten. Selbst Trevayaa gelang es nicht ernst zu bleiben.

    „Geben Sie es auf, Captain, riet Melori Skrrrkt. „Sie wissen doch, dass Sie keine Wahl haben. Wenn ein Ghrimbal Sie einmal auserwählt hat, bleibt er bei Ihnen bis ans Ende Ihres oder seines Lebens.

    Der Castorer grollte frustriert, gab aber seine Gegenwehr auf. „Darüber sprechen wir noch, du Ghrimbal. Lass mich los! Ich scheuche dich nicht weg. Auf mein Wort."

    Der Ghrimbal ließ ihn los, blieb aber auf seiner Schulter hocken und gab eine Reihe von flötenden Lauten von sich, die sehr zufrieden klangen. Er schmiegte seinen Kopf an Skrrrkts und trillerte glücklich. Der Castorer ignorierte ihn. Er nahm sein Datenpad und kontrollierte durch die Nennung ihrer Namen, ob er alle neuen Crewmitglieder korrekt erfasst hatte und nannten ihnen die Nummer ihrer Kabine.

    Trevayaa ging zu seinem Bereitschaftsraum neben der Zentrale. Er war gespannt, was Melori ihm zu sagen hatte, wenn sie nachher zum Rapport kam. Die ganze Situation hatte sich völlig unerwartet entwickelt. Natürlich hatte er damit gerechnet, dass Gefahren auftauchen könnten und die SALAK vielleicht sogar angegriffen würde, eben wegen der im Vorfeld der Beitrittsverhandlungen aufgetretenen Unruhen. Aber er hatte nicht mit dem Angriff von Fremden gerechnet. Gehörten sie tatsächlich zur Gronthagu Liga? Wenn ja, wie hatten sie unbemerkt die Grenze passieren können? Oder hatten die Insassen ihre Schiffe lediglich mit einem in der ISA unbekannten Aussehen getarnt, um nicht sofort ins Visier der IsteP zu geraten?

    Etwas anderes bereitete ihm ebenfalls Sorgen. Er hatte deutlich gefühlt, dass Captain Melori nicht aufrichtig war, was ihre nagdanischen Piloten betraf. Als Sohn einer troylanischen Priesterin besaß er die Veranlagung zur Telepathie, obwohl sie bei ihm inaktiv war. Immerhin reichte sie aus, um zu erkennen, wenn jemand ihn belog oder etwas geheimhalten wollte. Konnte Melori mit den Gegnern des Beitritts unter einer Decke stecken?

    Im Bereitschaftsraum angekommen, beorderte er TolaiMur und Leonid Romanow zu der Besprechung, die er mit Melori führen wollte und studierte in der Zwischenzeit noch einmal ihre Personalakte. Ihre erste Begegnung sprach nicht dafür, dass sie allzu gut miteinander auskommen würden. Melori war kompetent, und ihre Befähigung zum Kommando stand außer Zweifel. Die Frage war jedoch, wie es mit ihrer Fähigkeit stand, Befehle zu befolgen. Gerade in dem Punkt galten Frelsineh als schwierig, was in ihrer Geschichte begründet lag.

    Frelsi war ursprünglich eine terranische Kolonie gewesen. Genau genommen hatte im Jahr 39 VISAZ – Vor-ISA-Zeit; das musste nach der terranischen Zeitrechnung das Jahr 2157 gewesen sein – eine Horde von Rebellen, die mit der Politik der damaligen terranischen Regierung nicht einverstanden gewesen war, Terra verlassen und in einem 102 Lichtjahre entfernen Sonnensystem einen Planeten besiedelt hatte, den sie Frelsi nannten, in ihrer Sprache das Wort für „Freiheit", das sie als ihr höchstes Gut in ihrer Verfassung festgeschrieben hatten. Sie hatten sich vollständig von Terra losgesagt und von Anfang an ihr eigenes Süppchen gekocht, das damit begonnen hatte, dass sie Familien- und Clannamen abgeschafft hatten und sich nur noch einen einzigen Namen gaben, der beide Funktionen erfüllte. Entgegen den Befürchtungen der terranischen Ursprungswelt waren sie jedoch friedlich geblieben. Sie wollten in Ruhe gelassen werden und nach ihren eigenen politischen, sozialen und kulturellen Strukturen leben.

    Im Zuge des Ersten Gronthagu-Krieges knapp hundert Jahre später hatten die Frelsineh sich mit Terra und deren zweiter Kolonie Novalis zum Bund Terranischer Welten zusammengeschlossen, aber ihre Autonomie behalten. Mit dem Beitritt zum BTW waren schon damals etliche Frelsineh nicht einverstanden gewesen, hatten sich aber der demokratischen Entscheidung der Mehrheit des Volkes gebeugt. Seitdem gab es jedoch eine starke politische Strömung auf Frelsi, die den Austritt aus dem Bund betrieb.

    Laut ihrer Personalakte war Captain Melori Mitglied dieser Bewegung und machte daraus keinen Hehl. Laut ihrem psychologischen Profil verfügte sie über eine starke Loyalität; andernfalls wäre sie niemals in die ISteP aufgenommen worden. Deshalb stand ihr Bekenntnis zu den Werten, für die die Interstellare Polizei stand, und den Aufgaben, die sie zu erfüllen hatte, für sie an erster Stelle. Andererseits änderten sich Personen im Laufe der Zeit. Es bestand durchaus die Möglichkeit, dass Meloris Loyalität gewechselt hatte. Was also hatte sie zu verbergen?

    Trevayaas Gedanken wurden unterbrochen, als der Türmelder ankündigte, dass TolaiMur und Romanow

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1