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Nordzypern, verfemte Republik: Reise durch ein unbekanntes Land

Nordzypern, verfemte Republik: Reise durch ein unbekanntes Land

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Nordzypern, verfemte Republik: Reise durch ein unbekanntes Land

Länge:
44 Seiten
31 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
25. Apr. 2017
ISBN:
9783742790415
Format:
Buch

Beschreibung

"Nordzypern, verfemte Republik" führt in ein Land, das außer der Türkei keine Regierung der Welt anerkennt - in die "Türkische Republik Nordzypern", den Nordteil der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel. Der Autor reist zu Fuß, per Bus und per Anhalter quer durch den geschichtsträchtigen Nordteil der Insel: von Girne und Bellapais über Famagusta und Varosha nach Dipkarpaz auf die Karpaz-Halbinsel, von dort in die geteilte Hauptstadt, nach Levkosa, und trifft auf Einheimische, die ihm von ihren Hoffnungen und ihren Ängsten berichten. Dabei folgt er vielerorts den Spuren des britischen Dichters Lawrence Durrell, dessen Zypernklassiker "Bittere Limonen" von 1957 Weltruhm erlangte. Mit Informationsteil für Reisende (Einreise, Zoll, Medizinisches, Verkehr u.v.m.). Vom Autor auch erschienen: "Tiger, Tod und Teufel. Abenteuer von Welt" und "Rumi kam nur bis Konya. Reisen durch den Orient".
Herausgeber:
Freigegeben:
25. Apr. 2017
ISBN:
9783742790415
Format:
Buch

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Ähnlich wie Nordzypern, verfemte Republik

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Nordzypern, verfemte Republik - Kai Althoetmar

Kai Althoetmar

Nordzypern, verfemte Republik

Reise durch ein unbekanntes Land

Edition Kultour

I. Varosha - „Verbotene Zone"

Hier steht sie noch, die Mauer. Mag der Eiserne Vorhang im Rest Europas Geschichte sein, Aphrodites Reich bleibt geteilt. Varosha, Nordzypern. Mahnmal und offene Wunde der gespaltenen Mittelmeerinsel. Am Ende der Straße, die von Famagusta aus am Meer entlang nach Süden führt, steht der Zaun. Nicht Draht, nicht Beton, nicht Bretterwand markiert die Grenze - ein schwarzes Tuch ist meterhoch gespannt. Ein rotes Pappschild, darauf die Schablone eines mit einer MP bewaffneten Soldaten, warnt in fünf Sprachen: „Verbotene Zone. Wie aus Trotz neigt eine Palme ihr Haupt über die düstere Gardine. Hinter dem Vorhang ragen die Skelette einstiger Hotelhochhäuser wie kariöse Weisheitszähne in den Himmel. Sie wurden nie vollendet, waren noch Rohbauten, als die türkische Armee 1974 mit der Operation „Attila in einem zehntägigen Handstreich das nordöstliche Drittel Zyperns einnahm, um der türkisch-zyprischen Inselminderheit ein Protektorat zu schaffen.

Die Hochhausleichen wirken wie Stalingrad 1943. Ein Stalingrad am Meer. Die Nordseite einer zwölfstöckigen Betonruine hat man zugemauert, zum Meer hin sind die Apartmentrohbauten offen. Aus dem Korpus klaffen Stahlträger. Wie viele Millionen Pfund wurden hier in den Sand gesetzt? Tourismus perdu. Eine Geisterstadt am Strand. Varosha war bis 1974 die Geldmaschine des Zypern-Tourismus.

Heute hat sich im ersten Stock der Sicherheitsdienst auf dem Balkon eingerichtet. Ein Mann in Zivil kontrolliert mit Funkgerät und Fernglas den Strandabschnitt, der am Rand der UNO-Pufferzone liegt. Wie Gefallene liegen die monströse Sonnenschirme am Strand, die Betonfüße in die Luft gestreckt, die Runddächer aus welkem Palmblatt im Sand, die Metallstreben verrostet. Als hätten, wie 1944 am Omaha Beach, Landungsstreitkräfte den Strand umgepflügt. Ein Plakat herrscht den Betrachter an: „Fotografieren verboten!" Wer das ignoriert, den erschreckt der Walki-Talkie-Mann von seinem Beobachtungsbalkon aus mit einer Gardinenpredigt auf Türkisch. Rückzug unter eine Sonnenschirmleiche ist geboten.

II. Der Weg zum Phantomstaat

Kein Staat der Welt außer der Türkei erkennt die „Türkische Republik Nordzypern" an, kurz TRNZ, türkisch KKTC. Damit steht Nordzypern diplomatisch und völkerrechtlich gesehen auf einer Stufe mit Somaliland, Abchasien oder Transnistrien. Der von Griechen bewohnte und international anerkannte Südteil, die Repubik Zypern, gehört seit 2004 der EU an. Der Süden sieht den Norden als besetzt an. Die Türkei wiederum erkennt nicht die Republik Zypern an.

2004 hätte der gordische Knoten durchschlagen werden können. Doch das von UN-Generalsekretär Kofi Annan initiierte Referendum über die Gründung einer „Bundesrepublik Zypern" endete mit einem Fiasko. Im Süden, der dreißig Jahre lang das Recht seiner Bürger auf Rückkehr postuliert hatte, stimmten zwei Dritteln der Wähler mit Nein. Im Norden, der dreißig Jahre für einen eigenen Staat gekämpft hatte, stimmten

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