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Predigten durch ein Jahr

Predigten durch ein Jahr

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Predigten durch ein Jahr

Länge:
597 Seiten
9 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
5. Apr. 2021
ISBN:
9783753184319
Format:
Buch

Beschreibung

Viel weniger bekannt ist, wie sein Wirken nicht nur auf die Religion und den Glauben, sondern auf die Baukultur ausstrahlte. Dabei ist Martin Luther auch der Erfinder eines der wichtigsten Architekturbegriffe der heutigen Zeit: Bei seiner Übersetzung der Bibel schuf er das Wort "Denkmal" als deutsches Gegenstück für das griechische "mnemosynon" und das lateinische "monumentum".
Luther bezeichnete damit Dinge, die als Gedächtnisstütze an Wichtiges erinnern: "dass sie ein Denckmal fur ewren Augen seien." Martin Luther ist also zumindest begrifflich auch Begründer und Wegbereiter für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege. Im Jahr 2017 jährte sich der berühmte Thesenanschlag Luthers zum 500. Mal.
Herausgeber:
Freigegeben:
5. Apr. 2021
ISBN:
9783753184319
Format:
Buch

Über den Autor

Martin Luther was a German professor of theology, as well as a composer, priest, monk, and seminal figure in the Protestant Reformation. Luther was ordained to the priesthood in 1507. He came to reject several teachings and practices of the Roman Catholic Church; in particular, he disputed its views on indulgences.


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Predigten durch ein Jahr

Johannes 15

Dieses ist ein sehr schönes Evangelium, in welchen wir sehen, was der richtige Weg, der gewisse Weg zum ewigen Leben ist. Es scheint aber, daß man dieses Evangelium auf diesen heiligen Tag der Dreieinigkeit billigt, daß so fein der Unterschied der Personen angezeigt ist, in dem höchsten und größten Werk das Gott mit uns armen Menschen handelt, daß er uns von Sünden frei, die recht und selig macht. Denn hier steht vom Vater, daß er die Welt geliebt und ihr seinen eingeborenen Sohn geschenkt hat. Das sind die zwei unterschiedlichen Personen, Vater und Sohn, eine jegliche mit ihren besonderen Werk. Der Vater liebt die Welt und schenkt ihr den Sohn; der Sohn läßt sich der Welt schenken, und, wie Christus hier sagt, läßt er sich wie die Schlange in der Wüste am Kreuz erhöhen, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Zu solchem Werk kommt danach die dritte Person, der heilige Geist, welcher durch das Wasser der seligen Taufe den Glauben im Herzen anzündet, wohl uns also eine Wiedergeburt zum Reiche Gottes schenkt.

Dieses ist eine sehr tröstliche Predigt, die uns ein fröhliches Herz gegen Gott machen; darin wir sehen, daß alle drei Personen, die ganze Gottheit, sich dahin wendet und damit umgeht, daß den armen, elenden Menschen wider die Sünde, dem Tod und Teufel zur Gerechtigkeit, ewigem Leben und dem Reich Gottes geholfen werde. Wie können wir denn vor Gott unserer Sünden wegen uns fürchten? Wie können wir ein böses Herz zudem haben? Wenn er uns unserer Sünde willen verdammen wollte, wie wir immer wieder uns sorgen, besonders wenn das Stündlein kommt: so würde der Vater seinen eingeborenen Sohn nicht gegeben haben, Vater und Sohn würden uns nicht zum Bad der Wiedergeburt und unter das Heiligen Geistes Flügel gefördert haben. Also ist dieser Artikel von der Dreieinigkeit auf das schönste und freundlichste hier angezeigt. Aber davon ist in der nächsten Predigt noch genug gehandelt, wollen deswegen jetzt das Evangelium von Stück zu Stück vor uns nehmen, in welchem wir hören, wie der Herr mit Nikodemus, dem Schriftgelehrten, eine lange Diskussion hat, in welcher der alte gute Mann sich ganz und gar nicht zurecht finden dann. Wir müssen zu erst erkennen, was dem Nikodemus gehindert hat, daß er gar nicht weiß, was der Herr redet und haben will.

Eine gute Sache ist es, daß Nikodemus dem Herrn nach geht, und weil er öffentlich nicht darf, geschieht dieses zur Nacht. So sehen wir an seinen Worten auch, daß er es mit dem Herrn Jesus Christus nicht übel meint, sondern sehr viel von ihm hält, ihn hält für einen besonderen Prediger, welchen Gott in die Welt gesendet und seine Lehre mit herrlichen Wunderwerken bestätigt. Solche Worte redet er nicht aus einem falschen Herzen, wie die Pharisäer, Matthäus 22,16: «Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht du.» Nein, wie es Nikodemus redet, so meint er es auch in seinem Herzen, daß unser lieber Herr Jesus Christus muß ein besonderer und teurer Lehrer sein, weil Gott mit so trefflichen Wunderzeichen seine Lehre bestätigt.

Dieser Gedanke gefällt unseren Heiland wohl. Darum, weil Nikodemus ihn viel den höchsten Lehrer rühmt: also will er ihnen jetzt dafür die höchste Predigt halten, vor dem höchsten und größten Werk, wo man von predigen kann, nämlich, wie man das Reich Gottes sehen könne, das ist, wie man könne von Sünden los werden, zu Gottes Reich kommen und das ewige Leben erlangen. Denn dieses ist die Predigt, welcher allein der Sohn Gottes vom Himmel zu uns auf Erden gebracht hat, wie Johannes sagte: «der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hatten es verkündigt.»

Das ist wahr, daß alle Welt je und je sich damit bekümmert, und sich besonderer weisen und Wege gemacht und ausgedacht hat, selig zu werden. Denn Nikodemus selbst kommt mit den Gedanken, er wisse, Gott Lob! Auch ohne Christum, wie er solle und könne selig werden. Meint, weil er ein Jude ist und das Gesetz hat, habe er den Vorteil, der könne wissen, was er tun soll, wenn er Gott zu gefallen leben und den besten Gehorsam erzeigen. An diesem meint er, hat der genug, denkt nicht, daß es eine ganz anderer Meinung hat, wie er jetzt von Christus hören wird. Wie wir auch an den Katholiken sehen. Wenn ein Mönch es soweit bringt, daß er seinem Orden oder Kloster genug bringt, so denkt er, er säße schon bei Gott im Schoß, wie der Pharisäer in Lukas 18. Kapitel, der sein Fasten, Zehnten geben und andere gute Werke rühmt. In der Summe, die Menschenherzen sind so gestaltet. Wenn sie sich fürchten und entsetzen, wenn sie ihre Sünde fühlen: also trauen und hoffen sie, sie sind mit Gott wohl dran, wenn sie äußerlich fromm, und keine bösen Taten haben, wo durch ihr Gewissen erschreckt und zaghaft wird. Darum nimmt sich einer dies, jener ein anderes vor, jeder wie es ihn am besten gefällt, womit er meint vor Gott bestehen zu können. Der Jude hat seinen Mose, ein Mönch sein Kloster. Wir sind alle in dem Wahn, wenn wir die Zehn Gebote halten, so hätten wir keine Not vor Gott. So denkt Nikodemus auch. Aber weil er Christus für einen hohen, besonderen Prediger hält, will Christus sich also gegen ihn beweisen und gibt ihm diesen Unterricht: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand von neuem geboren werden, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Nun, hier steht der Handel mit klaren, runden Worten, und Christus läßt sich hier hören als ein besonderer Lehrer; denn so etwas hat Nikodemus zuvor nicht gehört, darum versteht er es auch nicht. Dieses aber versteht er wohl, daß er noch nicht wiedergeborenen ist. Wie er aber zur Wiedergeburt kommen soll, davon weiß er nichts.

Da denke nun du auch drüber nach, was doch unser Heiland mit diesem Spruch will. Denn so man das Reich Gottes nicht sehen kann, man sei erst wieder geboren: daraus folgt ja, daß wir, geboren sind, mit Vernunft, freien Willen, mit dem Gesetz und allen guten Übungen, welche beides die Vernunft und der Wille kann erfüllen, müssen verdammt sein; dieses alles hilft nicht zum Reiche Gottes. Was ist aber das für ein jämmerlicher Handel, daß man die Leute von dieser Wiedergeburt nichts lehrt, sondern zeigt ihnen bloß, wie der Papst tut, auf eigene Werke, daß sie dadurch selig werden sollen? Wie reimt sich diese Lehre mit Christus hier? Sie sprechen: gute Werke machen selig. Christus spricht: bist du nicht wieder geboren, so wirst du nicht selig.

Nun ist es aber wahr und kann man nicht leugnen, daß ein Mensch selbst und aus eigenen Kräften, wie man an den Heiden sieht, die sich zur Zucht, Ehrbarkeit und Tugend gewöhnen. Wie man sieht, daß nicht alle Menschen Mörder, Ehebrecher, Hurer, Diebe, Weinsäufer, Müßiggänger sind, sondern viel frommer, ehrbare Leute vor der Welt sind. Solches sind alles herrliche, schöne Tugenden und Werke, da zu man auch jedermann anhalten soll; denn Gott fordert dieses in den zehn Geboten. Aber das ist beschlossen, es können so viel gute Tugenden und gute Werke sein wie sie wollen, ist die Wiedergeburt nicht da, so gehört alles an Tugenden und Werken zum Teufel und in die Hölle. In den Himmel und in das Reich Gottes geht es dadurch nicht. Dieses sagt Christus selbst und es soll niemand daran zweifeln.

Die Vernunft aber ist gefangen, die Vernunft redet, Stehlen, Morden, Ehebrechen mißfällt Gott und er straft es, da muß man ja denken, daß, wenn man diese Sünden meidet es Gott wohl gefällt und er es belohnt, sonst spricht die Vernunft, müßte Gott ungerecht sein. Nun ist es wahr, es gefällt Gott wohl, solche und andere Sünde zu meiden und Gutes zu tun, dieses will er auch nicht unbelohnt lassen. Aber das Himmelreich sehen, da gehört etwas anderes und größeres zu, nämlich, daß man, wie hier steht, anders geboren werde. Darum ist Gott dem Pharisäer in Lukas 18., nicht darum Feind, daß er kein Räuber, kein Ehebrecher noch Ungerechter ist, wie andere Leute, daß der fastet und den zehnten gibt, solches läßt sich Gott wohl gefallen, wo nicht die schändliche Untugend daran hinge, daß er meinte, er würde dadurch in den Himmel kommen, meint auch er wäre viel besser als andere Sünder.

Darum ist es hier beschlossen: Vernunft ist ein edel, köstliches Ding, der Willen zum guten ist auch sehr edel und ein köstliches Ding, daß Gesetz und die Zehn Gebote, ein feiner, ehrbarer Wandel sind alles herrliche, große gaben, wofür man Gott danken soll: aber wenn man vom Reich Gottes sagt, wie man dazu kommen soll, da hilft weder Vernunft, Wille, Gesetz, oder andere gute Werke zu; allein das macht es, daß man von neuem geboren wird; anders kann man das Reich Gottes nicht sehen, sondern man muß mit Vernunft, freien Willen, Gesetz und zehn Geboten verdammt sein und bleiben.

Ja, sprichst du, so will ich besser gar nichts Gutes tun? Nein, das taugt auch nicht, und wird dir mit dieser Weise das Gericht Gottes nur noch schwerer werden. Darum tue beides, übe dich, die Zehn Gebote zu halten, und bekenne doch mit rechtem Ernst daneben, daß du ein armer Sünder bist, der wegen seines Tuns wegen ewig müßte verdammt sein. Danach wäre uns am Heiland Christo weiter zu, wie er wiederum tröstet, nachdem er, unserer ersten Geburt wegen, uns die Seligkeit so einfach abgesagt hat.

Nikodemus fühlt das harte Urteil sehr wohl, er denkt sich, was doch die Wiedergeburt sei, und merkt, daß er in leiblicher Weise nicht noch einmal wieder geboren werden kann von Vater und Mutter, fragt deshalb, wie so etwas zu gehen soll? Denn daraus kann ja nichts werden, spricht er, daß ich noch einmal in meiner Mutter Leib kriechen und auf ein neues sollte geboren werden. Mit solcher Frage bringt er unseren Heiland dahin, daß er lehrt, wie die Wiedergeburt zugehen muß, und spricht:

«Wahrlich, wahrlich, die sage dir, es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.»

Hier spricht unser Heiland ein Urteil gegen die erste Geburt, daß diese fleischlich und voller Sünden ist, und zum Reich Gottes nicht gehört. Als wollte er sagen: du fragt, ob du von deiner Mutter anders geboren werden müßtest. Wenn du tausendmal anders von deiner Mutter geboren würdest, so wärest du und bliebest der alte Nikodemus. Von Fleisch denn nichts denn Fleisch geboren werden. Darum gehört zu dieser Wiedergeburt nicht Vater und Mutter, wie beide Fleisch und voll Sünden sind; sondern es gehört dazu Wasser und Geist. Wer also wieder geboren ist, der ist ein neuer Mensch und wird in das Reich Gottes kommen.

Dieses werde ohne Zweifel den Nikodemus ein sehr lächerlicher Handel gewesen sein, er wird gedacht haben: nun, soll es meint Vernunft und Wille, und auch das Gesetz und Mosel nicht können, und das Wasser vermag es: was ist dies für eine Meinung? Hier wird der gute Mann so irre, daß er nicht weiß, was er sagen soll, wohl muß frei bekennen, daß er kein Mord versteht, obwohl er Mose und die Zehn Gebote sehr gut versteht, deswegen meint er auch er sei ein großer Lehrer.

Laßt uns nun die Worte fleißig merken und den Handel gut zusammen fassen. Beschlossen ist es, gute Werke sollen wir tun, und uns im Gehorsam des Gesetzes üben; aber dadurch sehen wir das Reich Gottes nicht. Wollen wir es aber sehen, so müssen nicht unsere Werke, sondern es muß ein anderer und neuer Mensch werden. Dieses geschieht nicht durch die leibliche Geburt, sondern durch Wasser und Geist; dieses sind die rechten Vater und Mutter zu dieser neuen Frucht

Das Wasser nun ist anderes nichts, als die heilige Taufe. Denn also spricht Christus, Markus im 16. Kapitel, Vers 16: «wer glaubt rund getauft wird, der wird selig.» Nun aber hat das Wasser solche reine Kraft nicht von Natur aus. Denn Wasser ist Wasser, das ist, ein Element und Kreatur, die für sich selbst das Herz nicht rühren rund nicht ändern kann, oder die Sünden ab waschen kann. Kleider, und was Unflat an der Haut ist, kann man mit Wasser reinigen und säubern; aber die Seele läßt sich durch Wasser nicht rühren noch reinigen. Das Wasser aber, wovon der Herr hier spricht und wir dazu Taufwasser sagen, ist nicht ein bloßes, natürlich es Wasser; sondern es ist ein Wasser, da Gottes Worte, Befehl und Verheißung drin ist. Da kommen zwei Dinge zusammen, Wasser und Wort, rund werden so ineinander gefügt, daß man keines vom anderen Abschneiden kann. Tust du das Wort vom Wasser, so hast du keine Taufe; tust du das Wasser vom Wort, so hast du auch keine Taufe. Wenn aber Wasser und Worte zusammen bleiben, da ist dann ein solches Wasser, in welchem der heilige Geist ist, und durch dasselbe wirst du zum Reich Gottes wieder geboren, das ist, dir deine Sünde vergeben und dich selig machen will.

Darum sollen wir diesen Spruch fleißig merken, hauptsächlich gegen das blinde Volk der Wiedertäufer, welche die Kindertaufe für untüchtig und unfruchtbar achten. Aber wie kann diese Taufe untüchtig sein, so du hier hörst, daß Christus das Wasser dazu auch wird, daß es zur Wiedergeburt durch die Mitwirkung des heiligen Geistes helfen soll? So nun die Kinder bedürfen, daß sie wieder geboren werden, und sonst das Reich Gottes nicht sehen können: warum wollte man doch ihnen die Taufe verweigern? Oder es dafür halten, als sollte solches Wasser, so in Gottes Worte gefaßt und mit Gottes Wort verbunden ist, ihnen zur Wiedergeburt nicht hilfreich sein? Ist es nicht wahr, daß die Worte Christi uns dahin dringen, wer wieder geboren werden will, der muß durch das Wasser wieder geboren werden? Also, obwohl das Wasser ohne den heiligen Geist nichts schafft, so will dennoch der heilige Geist seine Wirkung ohne daß Wasser in uns nicht haben.

Deswegen ist es ein schrecklicher großer Irrtum, daß an etlichen Orten etliche Prediger die Kinder ohne Wasser gekauft haben. Denn soll die Taufe richtig sein und der Mensch zur Wiedergeburt kommen, so muß nicht allein Wort, nicht allein Geist, sondern auch Wasser dabei sein. Denn so hat es Christus hier geordnet, und dieser Ordnung soll niemand brechen.

Das Wassertaufen sieht man mit den Augen, aber die Wirkung der Wiedergeburt, welche der heilige Geist durch solches taufen dem Herzen anrichtet, sieht man nicht. Auf das man aber um solcher heimlicher, unsichtbarer Wirkung Willen des heiligen Geistes das äußerliche, schlechte, unansehnliche Wassertaufen nicht verachte, darum spricht der Herr zu Nikodemus weiter: «Laß dich’s nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein sausen wohl; aber du weißt nicht, von wo er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.»

Dieses sind sehr einfältige Worte, wie auch das Werk einfältig und schlecht ist. Denn es hat kein besonderes Ansehen bei unserer Vernunft. Daß man ein Kind, oder einen alten Menschen herbringt, und bekennt, es liege wegen der Sünden unter des Teufels Banden, und kann sich selbst davon nicht freimachen, und soll doch in solcher hoher, großer Not mehr nicht tun, denn das man im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes ein wenig ins Wasser tauche oder mit Wasser begieße. Aber, spricht Christus, verachte Jahr niemand um solches schlechten Aussehens willen dieses Werk. Denn der heilige Geist führt sein Werk heimlich; da gehört der Glaube zu, der die Worte faßt, und nicht daran zweifelt, es sei also, wie die Worte hier lauten. Denn mit den Augen wirst du es nie sehen, verstehen noch fassen können. Eben wie es mit dem Wind auch ist: den Wind hörst du sausen; aber das durch ihn so solltest fassen, daß du sagen könntest: hier fängt er an, da hörte auf, das ist nicht möglich. Also geht es hier auch zu. Das äußerliche Werk mit dem Wasser sieht man, und hört das Worte klingen oder sausen, daß es geschehe in Namen Jesu, zur Abwaschung der Sünden. Wer an das Wort sich nicht halten, und den Geist und seine Wirkung anders fassen oder suchen will, der wird fehlen. Denn soll er aus dem Geist geboren werden, so gehört mehr nicht dazu, denn das wer sich taufen läßt mit Wasser, und auf das sausen (das ist, auf das Wort) merke auf dasselbe und mit Glauben annehme; so wird er zu dem Reich Gottes wieder geboren, und durch nichts anderes.

Wo sind nun die lästerlichen Rotten und Schwärmer, die mehr nicht können, denn vom Geist schreien und rühmen? Aber der ist der böse Geist, der Teufel selbst, der sie leibhaftig besessen hat, weil sie Taufe, Sakrament, Wort, die uns Christus selbst teuer erworben hat, als unnötige, unnütze Dinge zur Seligkeit, verworfen haben. Gott Strafe den Lästergeist. (Rotten und Schwärmer sind die Wiedertäufer) Also lehrt aber Christus hier nicht, sondern weißt uns auf die heilige Taufe und sausen, das ist, auf das Wort; und warnt, wo wir uns am Wasser und sausen nicht genügen lassen können so werden wir nichts vom heiligen Geist behalten und nie zu einer neuen Geburt kommen. Deswegen laßt uns unsere Taufe und das Wort als unseren höchsten Schatz befohlen sein, da wir gewiß wissen, wenn wir dabei bleiben, daß wir zum Reich Gottes wieder geboren sind.

Das ist nun die Lehre, wie man zur Wiedergeburt, das ist, zum Reich Gottes, kommen soll; eine neue, unerhörte Predigt in der Welt, aber die allein gewiß und richtig ist, und uns nicht belügt. Dagegen sind aber alle anderen Lehren falsch und belügen uns, sie haben vor der Welt einen großen Schein. Es hatte auch das Leben der Pharisäer und das Judentum, sowie das ganze Papsttum mit den Mönchen, dieses ist auch ein besonderer Schmuck und großer Schein, wenn Menschen sich fein züchtig, ehrbar und nach den zehn Geboten halten: aber durch dieses alles wird man nicht wieder geboren. Allein das Wasser und der Geist muß es tun, welcher doch sich nicht anders sehen oder merken lassen will, denn wie der Wind durch sein Sausen. Wer das Sausen annimmt, das ist, wer dem Wort glaubt und getauft wird, der ist wieder geboren und wird selig.

Aber Nikodemus steckt so tief in seinen Gedanken vom Gesetz und von guten Werken, daß er diese Predigt nicht fassen und verstehen kann. Wie wir ja bei den Katholiken auch sehen, die es richtig meinen und auch nicht böse sind, aber das liegt ihnen im Wege, daß sie denken, soll unser Tun denn nichts sein? Soll es den Gott nicht gefallen, daß wir so viel beten, fasten, Tag und Nacht ihm dienen, so ein strenges Leben führen? Darum fährt Christus den Nikodemus auch härter an, Walter unseren Heiland nicht Glauben und auch nicht weisen lassen will, so spricht er: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht?

Als wollte er sagen: du bist ein Meister im Volk Gottes, daß du Lehren und ihm den Weg zur Seligkeit zeigen sollst. Ach deines Lehrens und Wegweisens! Du bist nicht einmal so weit gekommen, daß du deine eigene Natur und dein eigenes Wesen gerecht erkennen kannst, dazu noch in den Gedanken stehst, du würdest denn den Himmel kommen, auch wenn du nicht von neuen geboren bist. Damit verwirft unser Heiland den Nikodemus und alle Prediger, die nicht mehr als von Gesetz und guten Werken predigen können, als irrige und verführerische Prediger: nicht darum, als sollte es nicht richtig sein Gute Werke zur Lehren und die Leute dazu vermahnen; denn dieses tut Gott selbst durch sein Gesetz, darum ist es recht gut getan, aber das ist Unrecht, daß man die Leute bei dieser Lehre läßt, als wenn man nicht mehr zum ewigen Leben braucht. Denn hier steht es klar, wenn man Gesetz und Werke aufs beste befolgt, so können Sie doch zum Reich Gottes nicht helfen, das sei denn, daß man wieder geboren wird durch Wasser und Geist.

Der Geist nun ist es, der durch das Wasser und Wort anderen Menschen und neue Herzen macht. Das Gesetz und die Werke ändern an den Menschen und an den Herzen nichts. Deswegen, wer die Leute zum Himmelreich richtig unterweisen will, der höre was der Heiland hier sagt, fange es nicht mit Werken und Gesetz an, welche das alte Herz nicht ändern, sondern weise die Menschen zur Taufe und Geist, das ist, zum Wort, dadurch der heilige Geist die Herzen anweht und neu gebiert. Denn eben wie wir von dem Winde mehr nicht erkennen und wissen, als das Sausen: also haben wir vom heiligen Geist auch nicht mehr denn als das Wort; da mögen wir uns dran halten, und des heiligen Geistes und seiner Wirkung warten. Was nun solches Wort sei, und wieder heilige Geist sause, lehrt der Herr Christus weiter, und spricht: Niemand fährt in den Himmel, denn der vom Himmel herunter gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

Hier geht die Predigt an, da der Herr von sagt: «glaubt Ihr mir nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie werdet Ihr mir glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde»? Denn diese Predigt ist nie binnen eines Menschen Herz gekommen, sondern der eingeborene Sohn, in der in des Vaters Schoß ist, hat es uns verkündigt. Nun hat solche Predigt zwei Teile. Der erste Teil ist sehr hart und trefflich; denn da ist kurz beschlossen: « Niemand fährt in den Himmel, denn der hernieder gekommen ist.»

Das ist genauso als wenn gesagt ist, wie oben: «Es sei denn, daß jemand wieder geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.»; das ist, kein Mensch kann zur Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit, Seligkeit und ewigem Leben kommen durch das Gesetz, Gute Werke, Vernunft noch freien Willen; ja wenn gleich das Gesetz, gute Werke, Vernunft rund freier Wille auf das beste ist, hilft es doch nicht, wir sind und bleiben arme, verdammte Sünder, und können in den Himmel nicht kommen. Dieses ist ein heller und klarer Spruch, der den Juden und Katholiken, wo sie es glaubten, alles Vertrauen auf eigene Werke und Frömmigkeit nehmen sollte. Denn, sage mir, welcher Mensch ist vom Himmel gekommen? Keiner, Adam und Eva selbst nicht; der eingeborene Sohn Gottes von der Jungfrau Maria ist es, wie Johannes hier sagt. So denn nun niemand in den Himmel fahren soll, denn der vom Himmel heruntergekommen ist, so ist es fest beschlossen, und wird immer mehr kein Mensch es anders machen können. Alle Menschen, wie sie von Vater und Mutter auf diese Welt geboren sind, müssen unten bleiben, und werden in den Himmel so nicht kommen, kommen sie aber in den Himmel nicht, wo werden sie denn bleiben? Auf Erden haben sie auch keine gewisse, beständige Herberge, denn sie müssen sterben. Wenn sie aber nicht in den Himmel kommen, so müssen sie im Tode bleiben. Dieses ist das Urteil, welches Christus über die ganze Welt fällt, niemand ausgenommen, es sei Adam, Eva, Abraham, Mose, David, alle müssen sie hier unten bleiben und können von sich selbst nicht in den Himmel kommen. Denn der allein fährt in den Himmel, der vom Himmel herunter gekommen ist. Wo bleiben denn nun die guten Werke, Verdienst, Gesetz, freier Wille? Alles dieses gehörte in die Hölle, und hilft uns nicht in den Himmel, das ist gewiß.

Ja, sprichst du, sollen denn alle Menschen verdammt sein und verloren werden? Ja, ihretwegen ist es unmöglich, daß es könnte anders sein, sie tun und lassen, was sie immer wollen oder können, sie werden doch keinen Weg oder ein Loch in den Himmel machen. Ein einziger Weg aber ist es, den wir nicht machen, sondern der Sohn Gottes. Davon Predigt Christus weiter, und sagt: Wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden. Auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Dieses ist der andere Teil von dieser himmlischen Predigt, und das rechte sausen des heiligen Geistes; und es ist ja so tröstlich, wie der erste Teil schrecklich ist. Denn ein schreckliches Urteil ist es, daß niemand in den Himmel fahren und selig werden soll. Es dient aber solches schreckliches Urteil dazu, daß der Herr damit zeigen will, wie unsere erste Geburt sündhaft ist, und nichts an uns ist, dessen wir des ewigen Lebens wert sind, auf das wir nicht allein sicher, noch hoffärtig werden, sondern in uns schlagen, uns vor Gott demütigen und Gnade begehren. Da geht dann der richtige Trost an, daß, eben wie du vorher gehört hast, kein Mensch in den Himmel kommt: also hörst du hier, daß alle, die da glauben an Jesus Christus, die sollen nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Das ist nun das liebliche Sausen, wo man den heiligen Geist spüren und fassen kann.

Denn da müssen beide Predigten in der Christenheit gesprochen werden. Die erste, von der Sünde und unserer verdorbenen Art und Natur, daß wir unseres Werkes, Lebens, Tun und Lassens wegen ganz verzagt sein müssen, daß wir merken, so kommen wir nicht in den Himmel. Wo nun die Herzen durch solche Predigt richtig getroffen und erschreckt sind, da muß auch der Trost folgen, wie Jesus Christus, der Sohn Gottes, vom Himmel herunter auf die Erde gekommen, unser Fleisch und Blut an sich genommen, und den Tod unserer Sünde erlitten hat, auf das wir dadurch von den Sünden frei und wieder zum Erbe des ewigen Lebens gebracht werden sollen. Wer diese Predigt annimmt, daß er es fürwahr hält und sich tröstet, der ist genesen, daß ihn Christus nicht hier unten auf Erden und im Tode lassen, sondern will ihn mit sich hinauf in den Himmel führen.

Dieses ist die Predigt von himmlischen Dingen, diese will aber auch heute nicht in die Leute, und besonders nicht in den Nikodemus, das ist, wenn die, so mit den Gedanken kommen, wenn man das Gesetz halte, so bedarf man weiter zur Seligkeit nichts mehr. Denn diese sind es, die erstlich nicht wissen, obgleich das Gesetz recht und gut ist, daß es doch uns darum nicht helfen und nützen kann, weil wir von Natur böse sind, und um solcher angeborenen mitgebrachten Bosheit bewegen dem Gesetz nicht genug können tun, ob wir auch gleich dem Schein der äußerliche Werke etwas tun. Zum anderen wissen sie das viel weniger, daß wir durch diesen Menschen, den Sohn Marias, der allein vom Himmel gekommen ist, in den Himmel kommen werden. Hier raus wächst ein anderer sehr großer Schaden, daß sie nicht allein sich auf Werke und eigene Gerechtigkeit verlassen, sondern sie verachten und verfolgen die Gerechtigkeit, die da kommt aus dem Glauben an Jesu Christum. Wie wir an den Katholiken sehen, die nichts weniger dulden können, ja gegen nichts heftiger streiten, denn daß wir lehren, wir müssen allein durch den Glauben an Jesus Christum selig werden, mit guten Werken werden wir es nicht ausrichten. Das haben wir nicht erdacht; Christus, unseren Herrn, reden wir das nach, der die Wahrheit selbst ist. Wer diesem nicht glauben will, der lasse es.

Im vierten Buch Mose, 21. Kapitel, steht eine solche Geschichte, daß das Volk Israels in der Wüste verdrossen geworden war und gegen Mose gemurrt, und besonders die herrliche Wohltat, daß ihnen Gott in der Wüste ein Himmelsbrot gegebenen hat, verachtet haben. Solche Sünde straft Gott also, daß er giftige Schlangen kommen ließ, die bissen die Israeliten. Von diesem Biß entzündete sich der Leib, und brannte wie das höllische Feuer das sie umfielen und viele davon sterben mußten. Da erkannten sie ihre Sünde, daß sie unrecht getan hatten, und gingen zu Mose, und baten, Mose soll den Herrn bitten, daß er ihnen von der Plage der Schlangen helfen soll. Der Herr befahl Mose, er sollte einen eherne Schlange machen und sie in der Wüste aufrichten, wer dann auf die eherne Schlange sieht, der soll gesund werden und nicht sterben.

Diese Geschichte führt der Herr hier ein und zieht sie auf sich, daß er auch also müsse erhöht werden, wie die Schlange. Wer dann das Ansehen, das ist, wie er selbst auslegt, an ihn glauben wird, der soll nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Hier laßt uns zum ersten die Ursache des schrecklichen Urteils, daß der Herr vorher zweimal über alle Menschen gefällt hat, da er spricht: niemand fahre in den Himmel, denn des Menschen Sohn, der vom Himmel herunter gekommen ist, also: es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, könne er das Himmelreich nicht sehen. Wo kommt nun dem Menschen dieser Jammer her, daß er nicht so in den Himmel kommen und bleiben kann, so wie er von erster Geburt ist, auf ewig verloren ist? Nirgendwo anders wo her, denn daß die alte Schlange, der Teufel, den ersten Menschen so gebissen und durch die Sünde so vergiftet hat, daß er den Tod am Halse hat, und ist unmöglich, daß er sich selbst eine Arznei geben oder sich selbst helfen könnte. Wie man an den guten sieht, was gebissen war, war des Todes, es gab keine Arznei. Also ist es mit uns allen. Denn der Sünden Sold ist der Tod, und wo Sünde ist, da muß der Tod auch folgen. Weil nun alle Menschen in der ersten Geburt von Vater und Mutter als Sünder geboren werden, müssen sie auch das Urteil tragen und den Tod darum leiden. Wie der Herr dem Adam und Eva mit ausdrücklichen in Worten droht: «Welchen Tag ihr von diesem Baum essen werdet, sollt ihr des Todes sterben.»

Aber da läßt Gott seine Barmherzigkeit leuchten, daß der solche arme, vergiftete und zum Tode verurteilte Menschen nicht verderben will, und eben, wie er dort heißt eine eherne Schlange aufrichten, die den anderen Schlangen gleich aussah, aber daß sie kein Gift hatte und wieder dem Gift helfen sollte, also läßt er seinen Sohn erhöhen am Stamm des Kreuzes, auf das alle, die ihn Ansehen, nicht verloren, sondern vom Tode Heil werden und das ewige Leben haben sollen. Unser Heiland führt am Kreuz auch die Gestalt der giftigen Schlange, aber wer ist kein Gift, sondern nur das bloße Ansehen. Denn Christus, ob er wohl unser Fleisch und Blut angenommen hat, so ist es doch ein Fleisch und Blut ohne Gift und Sünde, ja, es dient dazu, daß uns von den Gift und den Sünden geholfen wird.

Dieses ist das richtige sausen des Heiligen Geistes, dadurch Christus die neue Geburt im Herzen anrichtet, daß man glaube, und solche eherne Schlange mit gewisser Zuversicht Ansehen und gesund werde. Aber es wird bei den Juden nicht anders gegangen sein, einige werden es verachtet und gesagt haben, meinst du, daß dieser Anblick helfen wird? Ich glaube, wenn man diese oder einer andere Arznei hätte, was aber soll die eherne Schlange für eine Kraft haben? Oder, so eine Kraft bei ihr wäre, wie soll solche Kraft wirken, wenn man die Schlange anfassen und aufs Maul drücken, aber das nur durch das Ansehen uns soll geholfen werden?

So geht es noch heutigen Tages mit der rechten ehernen Schlange, unseren Heiland Jesus Christus. Alle Menschen denken, soll ihnen geholfen werden, so kann es das bloße Ansehen oder der Glaube nicht tun. Wer gute Werke tut und sich nicht versündigt, der müßte bei Gott mehr Vorteile haben. Darum predige man, es hilft doch nicht. Dieser nimmt sich dieses vor, ein anderer etwas anderes, denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Sie wollen einen anderen Weg zu der Gesundheit finden, denn das Ansehen, das ist, den Glauben an Jesu Christus. Aber du lerne: Beschlossen ist es, der Teufel hat dich durch die Sünde so vergiftet, um das du den ewigen Tod am Halse hast; da kannst du nicht weglaufen, sondern mußt schlecht herhalten. Soll dir aber von solchen Gift und dem Tod geholfen werden, so denke du an keine andere Arznei, denn nur an diesen Anblick, daß du den erhöhten Christus am Kreuz mit rechten Augen an siehst, daß er für dich gestorben, sein Leben geopfert, mit seinem Tode für deine Sünde bezahlt, und dich also mit Gott versöhnt hat. Glaubt du das und bist getauft, so bist du richtig wieder geboren durch den Heiligen Geist zum Reich Gottes, da sollst du nicht dran zweifeln. Denn das hast du oben gehört, daß diese Wiedergeburt so zugeht, daß es auch kein anderes Mittel gibt denn nur das Sausen, das ist, an das Wort muß man sich halten, und Glauben, wie es Christus uns vorsagt, daß es also wahr und Amen sei.

Also haben wir auf das einfältigste die Lehre des heutigen Evangeliums: daß wir Menschen von Natur Sünder und des ewigen Todes würdig sind. Aber dadurch sollen wir vom ewigen Tod erlöst werden, wenn wir den Menschen Christum Jesum am Kreuz Ansehen, daß er für uns da bezahlt, den Tod erwürgt, und uns mit Gott versöhnt und zum ewigen Leben gebracht hat.

Diese Lehre ist es, die andere Menschen und ganze neue Herzen macht, daß wir in Sünden, im Tod und anderen Anfechtung sagen können. «Es ist wahr, die alte Schlange, der Teufel, hat mich übel gebissen und schrecklich vergiftet, aber dagegen tröste ich mich, daß ich weiß, wenn auch mein Herr Jesus Christus seiner Menschheit wegen auch das Ansehen hat, er sei voller Gift wie eine andere Schlange, so hat er doch kein Gift an sich, sondern darum hängt, daß er mich von meinem Gift reinigen, und mir helfen will gegen meine Sünden, Tod und Teufel. Deswegen laß nur den Teufel getrost kommen, laß den Teufel mich fressen und mir alles Unglück anlegen, ich will mich an meinen Herrn und Heiland Jesus Christus halten, und mich dessen Trösten, daß er darum erhöht ist, auf das die, die an ihn Glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Wo also dieser Trost gegen das ewige Gift in Herzen ist, da wird auch weiter ein feines, freundliches Leben folgen gegen andere Leute. Wir können so etwas von unseren Herrn Jesus Christus erwarten, daß er uns gegen alles Unglück hilft, so sollen auch wir Hilfe erweisen wo wir können. Denn ein solcher Mensch sieht weit um sich, und ob ihm gleich von anderen Leuten Unrecht geschieht, so läßt er sich doch nicht zum Zorn reizen, sondern erbarmt sich über sie. Denn er sieht, daß solches nirgends anders her kommt, denn von dem Gift, welches wir alles durch den Biß des Teufels empfangen haben, sucht deswegen Mittel, wie er andere auch dahin bringen kann, daß sie zu dieser Arznei kommen und von den schädlichen Gift erlöst werden. Also ist diese Lehre der rechte Brunnen und Quelle, da alle Tugend, alle Trost, alle Freude und Sicherheit her kommt. Gott, der allmächtige, barmherzige Vater, möchte uns um seines lieben Sohnes Christi Willen in dieser Lehre erhalten und daß wir von Tag zu Tag darin wachsen, daß wir ja den Anblick nicht verlieren, und also durch rechten Glauben an Jesus Christus vom ewigen Tode erlöst werden, Amen.

Am zweiten Sonntag nach Trinitatis

Lukas 14,16-24

Er aber sprach zu ihm: es war ein Mensch, der machte eine groß Abendmahl und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit, und sie fingen an alle nacheinander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritter sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann dich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie herein zukommen, auf das mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird.

Dieses Evangelium hat man darum auf den heutigen Sonntag gelegt, weil man in dieser Woche das Fest des Fronleichnam Christi begangen hat, wie es noch heute bei den Katholiken gefeiert wird. Denn sie haben das Abendmahl, wovon dieses Evangelium berichtet, auf das Sakrament gedehnt und damit bestätigt die einige Gestalt des Sakramentes, welches, wie wir wissen, eines der vornehmsten Stücke ist, darüber wir mit ihnen nicht einig sind.

Weil nun das junge Volk nichts von diesem Fest und dem Prunk weiß, und die Alten auch vergessen haben, ist es gut, daß man davon predigt, denn wenn unsere Jugend in die Kirchen kommt oder solch ein abgöttisches Wesen sieht, sie sich nicht daran ärgern, und sagen können, daß dieses nicht richtig ist, daß man solch einen falschen Gottesdienst anrichtet und dabei soviel Geld ausgibt, und nicht nach der Meinung kommen, daß man den Sakrament gedenkt und ehrt. Die Katholiken aber tragen nicht das ganze Sakrament in Brot und Wein herum, sondern durch das Brot allein machen Sie es zu einer Schmach und Schande. Sie selbst aber kommen dabei zu den höchsten Ehren, denn diesen Unterschied wollen sie damit erhalten, daß der Pfaffenstand ein besonders hoher und schöner Stand sei vor Gott. Denn den einfachen und gemeinen Christen dürfe man nicht das ganze Sakrament geben, sie müssen sich an dem Brot alleine begnügen lassen.

Diesen Unterschied machen sie mit dem Fest Fronleichnam, damit sie ihren eigenen Stand, wie gesagt, vor anderen Worten hoch halten wollen, damit aber den heiligen Sakrament Schande und Schmach bereiten und auch unserem Herrn Jesus Christus, welcher dieses Sakrament nicht darum eingesetzt hat, daß man einen Unterschied mache zwischen den geistlichen (wie sie erdichtet haben) und einem einfachen Christenstand. Christus hatte auch nicht für diesen oder einen besonderen Stand gelitten, und ist gestorben, sondern zum Trost seiner christlichen Kirche, welche nicht geteilt, sondern ein einiger Leib ist des einigen Hauptes Jesu Christi, in dem alle Glieder, gleich sind, obwohl der Beruf und die Werke ungleich und unterschiedlich sind.

Diesen Mißbrauch, der sehr groß und gefährlich ist, sollte man nicht vergessen, sondern von der Kanzel fleißig predigen, weil die Katholiken so verstockt und unbußfertig auf ihrem gottlosen Wesen bestehen. Denn wie kommt das heilige Sakrament dazu, daß man es dazu gebraucht um einen Unterschied unter den Christen zu machen, so es doch unser Heiland Jesus Christus gerade dazu eingesetzt hat, um uns einen Trost und ein gutes Gewissen zur Stärkung unseres Glaubens. Denn das Sakrament soll in der Christenheit gleich wie ein Band sein, mit dem die Christen zusammen verbunden sind, daß sie gleich wie ein Brot oder ein Kuchen sind, nicht allein damit, daß sie zugleich einen Gott, ein Wort, eine Taufe, ein Sakrament, einer Hoffnung und Zuversicht haben, sondern auch ein Leib sind, wo ein Glied dem anderen die Hand reicht, helfen, raten und das Leid zusammen tragen. Diesen Brauch des heiligen Sakramentes haben die Katholiken ganz und gar aufgehoben, daß allein Sie sich das Sakrament angemaßt haben, und sich dadurch zu einem besonderen Haufen gemacht, der besser sein sollte, als die einfache Christenheit. Damit nun aber die einfachen Christen auch eine Gestalt haben und nicht ganz verachtet sind, haben sie dieses Fest acht Tage lang im Jahr gehalten, wo man dieser einen Gestalt mit einem großen Gepränge durch die Stadt mit Spielen und Musik, damit den Leuten die Augen darüber übergingen, daß sie denken mußten, obwohl der Priesterstand viel herrlicher wäre und größer vor Gott, so hätten sie doch auch etwas, womit man sich rühmen könne.

Zu diesem allen hat das heutige Evangelium ihnen auch gedient. Gleich als hätte dieser Hausvater ein Mahl für Mäuse angerichtet, und allein zu essen, aber nicht zu trinken gegeben. Dabei singen sie aber doch: «komme, esset mein Brot und trinket meinen Wein.» Aber so geht es unserem Herrn und Gott immer, was er stiftet und anordnet, das muß von dem Teufel und den Seinen verkehrt werden, dazu noch gelästert und geschändet. Also geht es mit den heiligen Sakrament auch, welches auf dieses Fest noch heute auf das greulichste von den Katholiken gelästert und geschändet wird. Denn, wie gesagt, halten sie dies Fest nicht dem heiligen Sakrament zu Ehren, sie würden sonst das ganze Sakrament herumtragen. Sie machen aber es sich selbst zu Ehren und verdrehen es dahin, nicht, daß wir viel davon haben sollten, sondern allein, daß wir wissen sollen, was für ein Unterschied wäre zwischen einem Priester und einem einfachen Mann. In anderen Sachen, wo es Gott so geschaffen hat, ist es wohl gut, einen Unterschied zu machen, als, daß eine Frau eine Frau, ein Mann ein Mann bleibt. Das weltliche Obrigkeit einen Unterschied zu dem Volk, und so weiter mit anderem weltlichen Ständen. Daß man aber hier in Sakrament einen Unterschied machen will, wo Gott allen Unterschied aufgehoben hat, daß Papst, Bischöfe, wo der Paulus sollte eine bessere Taufe, ein besseres Evangelium haben, als ein einfacher Christ, das ist nicht die Meinung unseres Herrn Jesus Christus. Darum ist es auch ein großes Unrecht, daß die Katholiken für sich ein besseres Sakrament haben wollen, denn anderer einfacher Christen, die sie Laien nennen. Unser Seligmacher, der Herr Christus, hat das Sakrament nicht eingesetzt um einen Unterschied unter seinen Christen zu machen, sondern einer genauso viel davon haben soll als der andere.

Ich will nun schweigen von dieser greulichen Abgötterei, welche sie mit dem Fronleichnam mit Macht in die Leute getrieben, daß sie darüber vergessen haben, wer dieses Sakrament richtig gebrauchen will, der soll essen und trinken, wie es Christus befohlen hat. Diesen Befehl haben sie den Christen nicht vorgehalten, sondern sie dahin gewiesen, es sei mit diesem Sakrament genug, wenn sie es allein sehen, davor niederfallen und anbeten, wo wir so etwas doch nicht in der Bibel lesen. Denn Christus hat das Sakrament ja nur dazu geordnet, daß man es essen und trinken, und dadurch den Glauben stärken soll, aber nicht dazu, daß man es ansehen, herumtragen oder anbeten soll. Wer es aber nun so gebraucht wie es Christus nicht befohlen hat, der mag sehen, wie er damit umgehe und was er von solchem Sakrament behalte. Denn so der Leib und das Blut Christi aus Befehl unter Brot und Wein da ist, dieses Sakrament aber anders gebraucht, als es Christus befohlen hat, er hat kein Sakrament mehr sondern richtet damit eine Abgötterei an.

Dieses alles ist wegen der Jugend und auch um unseretwillen zu sagen, daß sich ein jeder vor dem Greuel hüte, und den Teufel kennen lerne, den der Papst hier eingeführt hat, und die Christenheit zertrennt, wo sie doch unser Herr und Gott einig haben will. Denn sie verdammen und verfolgen uns darum, daß wir nicht Mäuse und Ratten sein wollen und solches aus uns machen lassen wollen. Darum sind es Leute, denen man einfach feind ist, weil sie gegen Christus und seine Ordnung so trotzig handeln. Darum haben wir dieses Fest Fronleichnam aus gutem Grund aus unserer Kirche getan, weil dieses vor Gott ein Greuel, seinem heiligen Sakrament eine Schande und uns ein großer Schaden ist. Denn wir wollen bleiben bei der Einigkeit der Christen, daß hier einer so gut sei als der andere, und aller Unterschied in äußerlichen nun weltlichen Dingen bleibe. Dieses ist nun genug davon, um der Jugend und unseretwillen. Nun wollen wir zum Evangelium greifen.

Dieses Evangeliums fängt an bei dem Wunderwerk, als unser Heiland Jesus Christus in des Pharisäers Haus einen Wassersüchtigen heilt. Es sagt aber der Evangelist: Sie haben auf ihn gelauert, daß sie ihn fangen möchten.

Darum fängt unser Heiland hier ein und liest den Gästen ein Kapitel, daß sie voll Hoffart und Hochmut stecken, weil sie sich auch darum alle bemühen immer oben zu sitzen, bis er zuletzt auch auf den Wirt zu sprechen kommt, dieser bekommt auch seine Lektion, wie er die Gäste bitten soll, nicht die Reichen, die ihn auf Erden wieder bitten und dafür danken können, sondern die Armen, die ihn dort in jenem Leben wieder laden. Auf diese Rede fängt einer von ihnen an, der sehr fromm sein will, und spricht: «Ei, selig ist der, der das Brot ißt im Reiche Gottes,» als wäre ihm daran sehr viel gelegen. Aber der Herr merkt den Schalk und die Heuchelei wohl, und zeigt es ihm deutlich, wie heilig er und seinesgleichen sind, daß sie ganz und gar nichts, weder nach unserem Gott, noch dem Himmelreich fragen. Du, spricht er, hörst dich an, als wenn du ein sehr großes Verlangen nach dem Reiche Gottes hättest. Aber, soll dich dir die Wahrheit sagen, du bist der Gäste einer, die man freundlich ladet, die aber anderes zu schaffen und nicht kommen wollen. Diese Schande gilt besonders diesem, der sich mit diesen Wunsch vor den anderen hervor tut. Als wollte der Herr sagen: Du sagst viel, es sei ein seliger Mensch, der das Brot in Himmel ißt. O, es ist dir wohl ein großer Ernst, wie bist du so ein guter Heiliger Mann; nämlich von denen einer, die geladen sind, und doch nicht kommen wollen. Dieses sind harte, scharfe, und schreckliche Worte, wer sie recht bewegen will; denn er redet mit den Schälken, die am Tisch saßen: nicht, daß sie etwas von ihm lernen wollten, sondern daß sie auf ihn warteten, wie sie ihn fangen könnten. Da fängt nun das Gleichnis an, wie ein Mensch gewesen sei, der ein großes Abendmahl machte, und schickte seine Diener aus und ließ die Gäste bitten. Aber was taten sie? Sie entschuldigten sich alle und blieben fort. Einer sagt, er hätte einen Acker gekauft, diesen müßte er besehen; der andere, er hatte fünf Joch gekauft; der dritte, er hätte ein Weib genommen: und ließen ihn mit seinem Abendmahl sitzen, und verachteten ihn dann noch dazu, daß er zuletzt zornig ward, nahm, was er finden konnte, Krüppel, Lahme und Blinde, und trieb sie mit Gewalt zu dem Abendmahl. Aber von den anderen sagt er: «sie sollen mein Abendmahl nicht schmecken.» Das ist ein hartes Evangelium gegen beide, Juden und uns Heiden. Nun wollen wir den Text nacheinander betrachten.

Der Mensch, der dieses Abendmahl gemacht hat, ist unser Herr Gott selbst, der ist ein großer und reicher Wirt; und hat auch ein Abendmahl gemacht, nach seiner großen Majestät und Ehre, nicht allein wegen des Wirtes, der Gott selbst ist, daß es eine große Mahlzeit wäre, wenn er etwa eine Erbsensuppe oder trockenes Brot gegeben hätte, nein die Kost ist auch sehr groß, das heilige Evangelium, ja, Christus, unser Herr, selbst. Dieser ist selbst die Speise, und wird uns im Evangelium vorgetragen, daß er für unsere Sünde durch seinen Tod genug getan hat, und uns von allen Jammer des ewigen Todes, der Hölle, des Zornes Gottes, Sünde und Verdammnis.

Diese Predigt von Christus ist das große, herrliche Abendmahl, zu welchem er Gäste bittet, daß er die heiligen durch seine Taufe, tröste und stärke durch das Sakrament seines Leibes und Blutes; daß es nur an nichts fehle, das volle Genüge vorhandenen sei und jedermann satt werde. Das also dieses ein großes Abendmahl heißt, auch wegen Kost und Speise, die also durchwürzt und zugerichtet ist, daß es keine Zunge ausreden und kein Herz genug begreifen kann. Denn es ist eine ewige Speise und ein ewiger Trank, da von uns nimmer dürstet noch hungert, sondern wir werden ewig satt, trunken und fröhlich. Und nicht ein Mensch allein, sondern soweit die Welt ist, wenn sie auch noch zehnmal größer wäre, hätten sie alle genug an dieser Mahlzeit. Denn das Evangelium sagt so: Wer da glaubt an den Herrn Jesu Christum, daß er um unseretwillen geboren ist aus Maria der Jungfrau, und um unserer Sünde willen gemartert unter Pontius Pilatus, gestorben, niedergefahren zur Hölle und wieder auferstanden, und sitzt zur rechten Gottes, der soll ewig Leben und selig sein. Dagegen wer heute genug zu essen hat, der muß morgen wieder essen. Aber dies ist eine ewige Speise, die ewig bleibt. Gibt also den Heuchlern am Tisch zu verstehen, daß es eine andere Mahlzeit ist, denn als sie ihm geben; und sie doch solche Schälke und Buben sind, obwohl sie viel davon reden können, dennoch Gott um seine Barmherzigkeit, ewiges Leben und Seligkeit verachteten, und sich alle anderen Dinge lassen lieber sein. Folgt weiter Text: und lud viele dazu.

Die «viele,» die dazu geladen werden, sind die Juden und das ganze Volk in Israel, welches von Abraham an, durch die Propheten besonders geladen wurden. Denn dem Erzvater Abraham ist der Same verheißen, durch welchen der Segen kommen sollte. Und ist ihm also dies Abendmahl, als dem Vater dieses Volkes, zuerst verkündigt, danach haben es die Propheten weiter gesagt und das Volk darauf gewiesen, daß es unseres Herrn Gottes willen nicht verfehlen sollte, er hat sie also fleißig laden lassen. Darum setzt auch Paulus in seinen Episteln erst den Juden immer vor (. Den Juden vornehmlich und auch den Griechen.)

Da nun die Stunde kam, daß man zu Tisch stehen sollte, das ist, daß es um diese Zeit war, daß unser Herr Christus geboren war, und sollte leiden und wieder auferstehen von den Toten, und sein ewiges Reich anfangen, da gingen die Knechte aus, Johannes der Täufer und die Apostel, und sagten zu den geladenen, zu dem Volk Israel. Liebes Volk, bisher seid ihr geladen; jetzt ist es Zeit, kommt jetzt wird man anrichten. Euer Herr oder Messias ist schon geboren, gestorben und wieder auferstanden; darum bleibt nicht lange draußen, kommt zu Tische, esset und seid fröhlich, das ist, nehmet euren verheißenen Schatz mit Freuden an, der euch vom Fluch und Verdammnis erledigt und selig gemacht hat. Und ist solche Botschaft besonders den höchsten im Volk vorgetragen, die im geistlichen und weltlichen Regiment waren. Aber was taten sie dazu?

Sie fingen alle an nach einander sich zu entschuldigen.

Das ist eine Lektion für die Gäste, die mit Christus zu Tische sitzen, und besonders für den unnützen Schwätzer, der Christus am Tisch meistern will und viel vom Brot im Reiche Gottes predigt: «Selig ist, der das Brot ißt im Himmelreich.» Ja, spricht er, willst du wissen, wie selig du bist, ich will dir es

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