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Blasphemie!: Flugziel Galaxis
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eBook521 Seiten7 Stunden

Blasphemie!: Flugziel Galaxis

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Über dieses E-Book

Wir schreiben das Jahr 2170. Oberst a. D. Jan Volz lebt nach 25 jähriger Dienstzeit zurückgezogen auf dem Mars. Der Besuch einer Nonne ändert das Leben des Praktizierenden Extrem- Atheisten Schlagartig. Während eines Sturms überredet die Nonne Jan noch einmal einen Auftrag anzunehmen: Er soll das Kommando über die "Ares" übernehmen, das Gigantischste Raumschiff, dass jemals von der Erde gebaut wurde. Es wird ein zweiter, bewohnbarer Planet gesucht. Jan ist unkonventionell und unberechenbar, dennoch haben sie schnell Kontakt zu freundlich gesinnten, Außerirdischen Kulturen, auch ein entsprechender Planet ist in Greifbarer Nähe. Der Scheinbare Erfolg der Mission wird jedoch bedroht. Eine weitere Außerirdische Kultur bedroht alle anderen, eine abartige, aggressive, Faschistoide Macht. Eigentlich Interessiert Jan dies alles nicht, er Interessiert sich nur für die äußerst attraktive Nonne, aber um diese zu irgendetwas zu überreden, muss er erst die Probleme lösen. Kann Jan und die Besatzung der Ares die Bedrohung abwenden oder stolpern sie in einen Grauenhaften, interstellaren Krieg hinein?

Jan flüsterte leise in ihr Ohr.
"Ich mache alles!" Die Nonne ignorierte dies und stellte ihn den anderen vor.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum7. März 2022
ISBN9783754187074
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    Buchvorschau

    Blasphemie! - Jürgen Klos

    Einleitung

    Nehmen wir doch einmal, zur Schmerzverstärkung, aus dem 20./21. Jahrhundert irgendeine x- beliebige Person heraus. Einen unterdurchschnittlichen, primitiven Arbeiter Typen. Sagen wir, den Autor des folgenden, realistischen Buches. Derselbe ist Baujahr 1966 und schrieb 2020/2021 dieses Utopische, Vernünftige Buch. Sehen wir uns einmal seinen Urur- Opa an, sagen wir um das Jahr 1870 herum, also vor 150 Jahren. Ein einfacher Mensch, vermutlich Bauer, denn Mitteleuropa war überwiegend Agrarland. Die Industrielle Revolution begann gerade erst. Urur- Opa hatte vermutlich auch keine Ahnung von, beispielsweise, Jules Verne, der gerade seine ersten Utopischen Romane veröffentlicht hatte. Urur- Opa hatte andere Sorgen, dass seine Familie genug zu fressen hatte und im Winter genug zum Heizen und so etwas. Nehmen wir einfach einmal an, Urur- Opa hätte eine Eingebung und würde Öffentlich etwas sehr Unverschämtes Behaupten:

    Sein Urur- Enkel wird im Jahr 1985 seine erste Flugreise antreten, mit einem so genannten Flugzeug. Das sind Maschinen aus Metall, mit denen man um die ganze Welt fliegen kann, wo fast 400 Leute darin sitzen werden, wie in einem Konzertsaal. Sein Urur- Enkel ist natürlich kein Millionär und auch kein Adeliger. Vielmehr noch nicht einmal ein einfacher Arbeiter, sondern Lehrling, der lernt, wie man Untertage Kohle ausbuddelt. Dieser 19- Jährige Lehrling fliegt also nach Siam, heute Thailand, Südostasien. Nicht um dort Leibeigenen- Tätigkeiten zu verrichten, sondern einfach nur so, zum Spaß, jeden Tag Party, auf Tropeninseln. Nach drei Wochen fliegt der wieder zurück und fährt wieder zur Zeche. Mit seiner eigenen, alten, Pferdelosen Kutsche, auch eine Maschine aus Metall, genannt Auto, von 1977. Und so weiter und so weiter.

    Urur- Opa würde mit Sicherheit in einer Irrenanstalt landen um dort von Folterknechten, so genannten Ärzten, gequält zu werden. Denn Maschinen aus Metall sind schwerer als Luft und können deswegen gar nicht fliegen. Außerdem wird ein einfacher, angehender Arbeiter niemals aus vergnügen sich eine Reise um die halbe Welt leisten können, dass können nur Superreiche oder Adelige. Also musste Urur- Opa Wahnvorstellungen haben, basta.

    Wenn also dieser Urur- Enkel 2020/21 ein Utopisches Buch schreibt, über eine fliegende Maschine aus Metall, im Weltall, im Jahr 2170, so wäre das im Jahr 2021 nicht mehr so Utopisch, wie eine Reale Behauptung im Jahr 1870. Der Urur- Enkel von Urur- Opa würde vermutlich nicht mehr in einer Irrenanstalt landen (Hoffentlich!), weil 2021 die meisten Leute in Mitteleuropa und Nordamerika, auch viele in den ehemaligen Kolonien, selbst in fliegenden Maschinen, schwerer als Luft, geflogen sind, mit drei Mahlzeiten und ein paar Dosen Bier oder Wein dabei! Zum ausnüchtern gab es Kaffee.

    Was ist Utopie, was Realität? Werden die Menschen 2170 nur mit den Köpfen schütteln, über die Ansichten aus dem Jahr 2021?

    „Die Distanzen im All sind viel zu weit. Der nächste Stern ist 4,3 Lichtjahre entfernt, selbst mit fast Lichtgeschwindigkeit würde es weit über vier Jahre dauern, dann wird es noch weiter und längere Entfernungen geben. Geht gar nicht."

    Und ein Flugzeug aus Metall kann gar nicht fliegen, weil es nun einmal schwerer als Luft ist!

    Und ein Raumschiff aus Metall kann solche Entfernungen im All überhaupt nicht in einer Akzeptablen Zeit zurücklegen, basta!

    Und wenn doch? Beides?

    2170 dachten dann wohl einige kluge Leute: Warum nicht?

    Außerdem platzte die Erde aus allen Nähten, man suchte bereits Jahrzehnte nach einer zweiten Erde, aber die Exoplaneten die man in der Habitablen Zone ihres Sterns fand, waren entweder zu groß oder zu klein, zu kalt oder zu heiß, zu Vulkanisch, aus Gas, würden demnächst von ihrer Sonne geschluckt, oder sonst ungemütliche oder unbewohnbare Orte.

    Nur aus der Ferne suchen war uneffektiv, Unbemannte Sonden, bräuchte man zu viele, waren nicht flexibel, wegen der Distanz zur Erde.

    Da blieb nicht mehr viel übrig…

    Das Unheil nimmt seinen Lauf

    Tag 1

    Jan Volz ging in die Küche und goss, aus dem Kochtopf, dass Wasser der gerade gekochten Salzkartoffel ab.

    Davon gibt es heute Abend Bratkartoffeln, mit Zwiebeln und Spiegeleier, dachte er so.

    Dann schlürfte er ins Wohnzimmer, schaltete den Fernseher ein und legte sich auf die Couch. Er schaute auf die Wohnzimmeruhr. Noch 32 Minuten. Es sollte eine neue Science- Fiction Serie anlaufen wohl Nummer 37 dieses Jahr, na egal. Links, der Blick aus dem Fenstern war wie immer beruhigend. Der ruhige Palmenstrand auf der Insel Koh Samui in Süd Thailand, ruhige See, leichte Brandung. Ein paar Souvenirverkäufer rannten am Strand herum, die Touristen ließen sich noch nicht blicken, lagen wohl noch alle besoffen in ihren Behausungen. Draußen 36° C, hier drinnen Klimatisierte 21° C, angenehm. Die Holzwände, Dach und Boden ließen es trotzdem tropisch erscheinen. Volz dachte noch einmal zurück, 25 Jahre bei den Luftlandetruppen, in einem Anfall von Geistiger Verwirrung plus zu viel Alkohol, hatte er sich dort mit 19 Verpflichtet. Etliche Disziplinarverfahren wegen Befehlsverweigerung und tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte waren Standard. Aber auch viele Auszeichnungen wegen hervorragender Leistungen, Die Soldaten unter seinem Kommando folgten ihm Blind, weil er cool war und ihnen auch ungewöhnliche Freiheiten gab. Auch weil er viele Konflikte nicht sofort mit der Knarre lösen wollte sondern mit der Friedenspfeife. Selbst entgegen den Befehlen einiger sturer Vorgesetzter, außer sein Kommandierender General. Sein unkonventionelles Verhalten brachte ihm auch ein hohes Ansehen vieler Militärkritischer Politiker, in den Zivilen Kontrollgremien, ein. Trotzdem, endlich vorbei! 13 Wochen angesammelter Resturlaub war Gestern zu Ende. Ab Heute Oberst außer Dienst. Jetzt kann ich endlich machen was ich will. Nur noch, Saufen,, Ficken, Fernsehen und Kiffen! Gut, habe ich vorher auch gemacht, egal! Vielleicht noch ein bisschen im Garten buddeln, das war’s. Mit den Problemen des Sonnensystems können sich andere befassen.

    Ein schriller Piepton riss ihn aus seinen wirren Gedanken. Am Fernseher, unten, leuchtete der rote Schriftzug –bitte auf Kanal 1 gehen-. Volz tat es. Auf dem Bildschirm sah man das Bild von Alexej Wolotkov, vom Planetaren Meteorologischen Institut.

    „Hi Jan. Wir haben schlechte Nachrichten. Es braut sich ein Megasturm zusammen. Bei dir müsste auch ein Großteil ankommen, in ca. einer Stunde. Es sollte schon etwas Windig sein?"

    „Alles klar Alex, werde gleich mal nach sehen, obwohl es mir egal ist, weil ich ja in einem Bunker wohne. Trotzdem danke. Bis dann."

    „Dir ist schon klar, dass du etwas verrückt bist? Machs gut." Wolotkov lachte.

    „Ich bin nicht verrückt, nur Ex Soldat! Okay, ist dasselbe. Hau rein." Das Bild mit Wolotkov verschwand, stattdessen ein roter Schriftzug –Planetarer Flugverbot-. Volz schaltete um.

    Der Bildschirm wechselte wieder auf TV, Werbung. Volz drehte sich nach links.

    „Fenster auf außen Kameras!" Sagte er zum Computer.

    Der Strand von Koh Samui verschwand und es erschien die rötliche Wüstenoberfläche vom Mars. Schon ziemlich windig und staubig, für die Verhältnisse hier.

    „Krater!" befahl Volz.

    Die Kameras zeigten nun einen Marskrater, vom oberen Rand nach unten blickend. Ein Viertel des Kraterbodens war mit einer Spezial- Kunst- Glaskuppel bedeckt. Darüber acht Zentimeter dicke Kunststoffseile, extrem belastbar, zwischen Kuppel und Seilen wiederum ein Netz aus dünnen Kunststoffseilen, alles zusammen gegen größere und kleinere Steine, die sonst auf das Dach knallen könnten und zur Stabilisierung der Kuppel. Man sah aber noch nichts, nur etwas Staub. Falls irgendetwas passieren sollte, würde, selbst bei einem kleinen Druckabfall innerhalb der Kuppel, ein unangenehmer Alarmton erklingen. Erinnerte ihn an einen Nervigen Ausbilder in der Grundausbildung bis Volz dem Typen sein mobiles Alarm- Teil um die Ohren schlug. „Kö-nne-n Sieee-mi-ch no-ch höö-rennn!?" Fragte er den. Der hat nie wieder samstags geweckt. Eigentlich hat der nie wieder geweckt. Eigentlich hat er den auch nie wieder gesehen, soll wohl gekündigt haben. Egal, war sowieso ein Arschloch, hat gerne schwächere gequält.

    Also gut, hier ist es sicher.

    Die hatten früher, bei der Entstehung dieser Anlage, vom Kraterboden aus, Hohlräume in die Seite gesprengt und weiter ausgehöhlt. Es sollte als Notfall- Bunker dienen, oben, am Kraterrand, sollte die eigentliche Siedlung entstehen. Am Kraterboden sollten nach und nach vier unabhängige Kuppeln, mit Gewächshäusern innen, entstehen, die dann Verbunden würden. Die Hohlräume im Gestein waren 70 Meter unter der Oberfläche, die Felswand bis zum innern der Kuppel, war sechs Meter dick. Wo Volz wohnte, war die Einsatzleitung geplant. Durch Geniale Planungs- Artisten, hatte man aber kurz nach der Fertigstellung dieses ersten Trakts eine, für die Strategen, viel bessere Lokalität gefunden, zahlen ja die doofen Bürger, wie immer, egal. Volz konnte also diese Anlage sehr günstig erwerben, er musste sich nur verpflichten bei Notfällen die Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Kein Problem, wenn die Erbauer die Technischen Installationen regelmäßig warten und Instand setzten. Die stimmten natürlich Zähneknirschend zu, denn ein anderer wollte die Anlage nicht. Einfach stilllegen ging auch nicht, denn es war alles in top- Zustand und bei den Baukosten würde die Behörde in noch größerer Erklärungsnot kommen als ohnehin schon.

    Also hat sich Volz die geplante Einsatzleitung als Wohnung ausgebaut, 80 qm, gegenüber waren die Notunterkünfte, zwei Schlafsääle, dazwischen ein drei mal fünf Meter langes und ein Meter dickes Stahltor, dann ein drei Meter breiter Zwischenraum, dann noch mal das gleiche Stahltor, dann stand man im „Garten", also innerhalb der Kuppel. Es liefen dort einige Hühner herum und die grausame Tigerkatze, die gerne Mäuse jagte, die wiederum kamen mit Holztransporten von der Erde an. Alles Mögliche an Pflanzen war dort. Einiges an Gemüse und Obst war angebaut, ein paar Laubbäume, und viele Strauchpflanzen für die Fotosynthese, also Sauerstoffproduktion. Es gab einen ständigen Luftaustausch zwischen der Kuppel und dem Wohnraum. Weil eine Person, nämlich Volz, nicht so viel Sauerstoff brauchte und auch nicht so viel CO2 verbrauchte, wurde teilweise noch etwas Kohlendioxid aus der dünnen Atmosphäre des Mars angesaugt. Der überschüssige Sauerstoff wurde in riesigen Tanks unter den Wohnräumen gespeichert. Auch hier ein ständiger Austausch. Weil die Tanks aber irgendwann voll waren, wurde die überschüssige Luft mit Sauerstoff in die Atmosphäre abgelassen, CO2 wieder angesaugt, und so weiter.

    Alle Habitate auf dem Mars wurden zu solchen Maßnahmen verpflichtet. Ebenfalls wurde Tonnenweise Blaualgen über den Polkappen abgeworfen, auch zur Fotosynthese und damit die Polkappen langsam schmolzen, sehr langsam, das dauert noch, Geduld. Alles diente dazu, dass der Mars wieder eine ordentliche Atmosphäre bekam. Bei größeren Habitaten, mit sehr vielen Bewohnern, wurde ein Großteil der Sauerstoffproduktion Maschinell übernommen. Die Stromversorgung kam überwiegend aus Solarzellen, es gab aber auch überall Fusionsreaktoren, entweder für den Notfall, also inaktiv, oder im Dauereinsatz, bei hoher Bevölkerung. Für die Wasserversorgung wurden Bohrlöcher in den Boden getrieben. Was man früher nur vermutete, wurde bestätigt: Es gab Massenhaft Unterirdische, pardon, Untermarsische Seen und Wasseradern. Jedes Habitat hatte auch seine eigene kleine oder größere Kläranlage.

    Noch 11 Minuten, Scheiß Werbung! Hol ich mir jetzt schon ein Bier oder nachher?

    Ein weiterer schriller Piepton riss ihn erneut aus seinen wirren Gedanken. Am TV- Gerät, erschien nun unten der Schriftzug –Bitte auf Notrufkanal gehen- .

    Was wollen die heute alle von mir? Bin ich der einzige Mensch hier? Na klar, in dieser Ecke vom Mars schon!

    Der TV war sowohl Fernseher, Stereo Anlage, Computer, als auch Kommunikationscenter. Er Funktionierte sowohl per Sprachsteuerung, wie alles in der Wohnung, als auch Manuell, was er auch sehr oft nutzte. Fast alle Menschen nutzten kaum noch die Manuelle Bedienung, nur einige wenige wie er selbst, aus Nostalgischen Gründen.

    „Wenn ich nicht mehr in der Lage bin, meinen Zeigefinger für einen Tastendruck anzustrengen, kann ich mich gleich Einsargen lassen!" Sagte er einmal zu einem Elektronikfachverkäufer. Aber nun -Notrufkanal ein-!

    Ein sehr schlechtes Bild erschien, mit viel rauschen und kaum Verständlicher Sprache unterlegt.

    „Bild- und Tonqualität optimieren." Sagte er zum Computer.

    Es dauerte einige Sekunden und das Bild wurde nach und nach etwas Schärfer. Man erkannte die Umrisse eines Menschen im Raumanzug, wohl in einem kleinen Space Shuttle. Das Bild war immer noch recht schlecht, das Rauschen nicht mehr so stark.

    „Hier ist Habitat 17, brauchen sie Hilfe?" Fragte Volz.

    Eine längere Zeit nichts, dann eine gestresst wirkende Frauenstimme.

    „ Hier ist Pilotin Tszi, Shuttle Genesis. Ich bin Planmäßig auf den Weg zu Ihnen. Der Sturm in meinem Nacken zwang mich etwas schneller zu werden. Könnten Sie bitte die Automatische Anflug Steuerung aktivieren?"

    „Sofort, und an den Computer: „Computer, Automatische Anflug Steuerung Aktivieren.

    Auf den Bildschirm erschien kurz der Schriftzug –AAS System Aktiviert-.

    „Noch etwas, allerwerteste, wandte er sich wieder der Pilotin zu, „Vor der Landung müssen Sie das System bei sich deaktivieren, Sie müssen bei dem Sturm Manuell….

    „….in den Krater herein fliegen, ich weiß, unterbrach sie ihn noch gestresster, „dann an der mittleren Andockschleuse andocken. Wenn Sie mich einfach nur dort in 15 Minuten abholen? Ihre Stimme wurde nun fast panisch.

    „Bleiben sie locker, das Bier ist bereits kaltgestellt, bis gleich."

    „Ich trinke kein Bier, entgegnete sie fast hysterisch, „ bis gleich!! schrie sie förmlich.

    „Dann eben Messwein", schrie Volz ebenfalls, aber nicht hysterisch, eher amüsiert.

    Er zog sich die Gummischlappen an und ging rechts Richtung Ausgang, in Jogginghose, Turnschuhe und T- Shirt. Hinter der Wohnungstür war der große Vorraum, wo er Gerümpel lagerte, Links war ein Aufzug zur Oberfläche, Daneben ein Treppenaufgang nach oben, für den Brandfall. Volz ging zum Tor, rechts. Neben dem Tor waren sechs große Druckknöpfe, grün, gelb, rot nebeneinander, darunter die gleiche Anordnung. Er drückte auf die beiden Roten. Erst hörte man acht mal hintereinander wie sich die Verriegelungskrallen lösten, dann mit einem knirschen und leichten summen öffneten sich beide Tore, sehr langsam. Sie wurden von Elektromotoren angetrieben, unter den Toren verlief je eine Schiene, darin rollten die Rollen, die im Tor befestigt waren.

    Als die Tore ca. 2,5 m weit auf waren, drückte er die beiden gelben Knöpfe. Die Tore stoppten abrupt. Am oberen Ende der Schiene fuhren zehn Zentimeter breite Stahllamellen aus, um eine ebene zu erhalten, sonst würde man mit einem Fahrzeug in der Schiene stecken bleiben. Volz ging zum kleinen E- Wagen, komplett offen, ein Zweisitzer, hinten eine kleine Ladefläche. Er fuhr in die Kuppel, erst eine kleine Wiese mit Gartenmöbel, dann ein kleiner verschlungener Pfad, erst durch das Kartoffelbeet, dann Zwiebel und, sehr wichtig Knoblauch, und alles mögliche, Möhren, Kohlrabi, Paprika, Ganja, Tomaten und so weiter, dazwischen immer einige Bäume und Sträucher. Die gesamte Außenwand der Kuppel und die Kraterwand waren ebenso mit sehr hohen Sträuchern, ab 1,60 m bepflanzt.

    Hatte die nicht gesagt, sie sei planmäßig auf den Weg zu mir? Was will die? Hoffentlich ist die Geil….

    Er stoppte bei Luftschleuse zwei, also der Mittleren. An Schleuse eins, rechts davon, am Kraterrand, stand sein eigener, recht großer Shuttle.

    Er blickte durch das Glasdach nach oben. Noch nichts zu sehen, außer vermehrt Staub, der auch langsam herunterwehte, ein Teil verwirbelte oben. Er wartete, 1….2….3 Minuten, auf einmal schoss oben ein Shuttle bis über die Kratermitte, dann stoppte es, als wäre es vor eine Wand geknallt, aber man sah am Bug deutlich die Brems- und Manövrier Triebwerke glühen.

    Volz zündete sich eine Zigarette an.

    Das Shuttle ging jetzt Vertikal in einen gleichmäßigen Sinkflug, wegen den Verwirbelungen, oben am heftigsten, musste die Pilotin immer leichte Korrekturen vornehmen. Je tiefer sie kam, desto ruhiger wurde der Sinkflug. Kurz vor der Landung brauchte sie nur noch einmal leicht korrigieren, dann setzte sie sanft auf. Genau vor der Schleuse, Volz schätzte den Abstand auf fast genau die empfohlenen 1,50 m. Absolut Brillante Landung, wie ein Schweizer Uhrwerk, cool. Warum war die so aufgedreht? Hat es doch echt drauf, überlegte er. In der Kuppel war vor der Schleuse ein kleiner zirka zweimal zwei Meter großer Raum, für den Druckausgleich und zur Dekontamination von Eventuell eingeschleppten Viren und Bakterien. Die kleine Fahrgastbrücke fuhr nun automatisch zum Eingang des Shuttles aus, man hörte das einrasten noch deutlich in der Kuppel. Es dauerte noch ein paar Minuten. Dann ein leichtes knirschen. Dann noch einmal. Das äußere Schleusentor wurde geöffnet. Noch nicht ganz offen, da quetschte sich die Pilotin auch schon da durch. Sie zog noch eine Tasche in die Schleusenkammer, dann schloss sie hastig das Tor und betätigte sofort den Dekontaminationshebel. Sie wurde nun von allen Seiten eingesprüht. Sie hob die Füße und die Tasche, damit die Unterseiten auch dekontaminiert wurden. Als die Prozedur vorbei war wurde sie noch mit warmer Luft getrocknet.

    Außen leuchtete in Grün –locked and clean- auf. Volz schob den Entriegelungshebel, links, runter. Die Tür sprang mit einem zischen auf.

    Mit der Tasche in der Hand, rannte sie Volz fast um, zum Wagen. Er nahm ihr, die doch recht schwere Tasche, ab und wuchtete sie hinten auf den Wagen.

    „Willkommen auf dem Mars, Erdling."

    Sie ignorierte es und saß noch nicht ganz auf dem Beifahrersitz, da schrie sie ihn schon an. „Schnell, losfahren!!"

    „Ja, klar, werd mal locker, hier ist alles sicher. Den Helm kannst du auch abnehmen, hier drin haben wir Atmosphäre."

    „Nichts ist sicher in einer statisch instabilen Kuppel, bei so einem Sturm!"

    Volz setzte sich, zündete sich demonstrativ noch eine an und fuhr los, aber schön langsam.

    Sie wippte mit dem Oberkörper hin und her, als würde der Wagen dadurch schneller fahren. Tat er aber nicht. Ihr rechtes Bein streckte sie ganz aus, als würde sie das Gaspedal ganz durchdrücken. Da war aber keins.

    Ich könnte jetzt noch eine Stunde hin und her fahren und ihr alles Erklären. Dann würde die komplett durchdrehen, dachte er gehässig und musste bei dem Gedanken Grinsen.

    „Findest du die Situation etwa witzig?" fauchte sie ihn an, denn sie hatte sein blödes Grinsen bemerkt.

    „Ja."

    Im Eifer des Gefechts, duzten sich beide, Volz war es sowieso egal, wie alles, Frau Tszi hatte jetzt andere Sorgen.

    Sie näherten sich dem Tor. Er fuhr ganz durch, bis zum Vorraum, dann Sprang er raus, hechtete zum Tor und drückte die beiden grünen Knöpfe.

    Die Bodenlamellen fuhren ein und die Tore begannen sich wieder mit einem knirschen und summen zu schließen, bis sie schließlich im Schloss einrasteten und wieder 8 Fach Verriegelt wurden. Die gute Frau Tszi hatte inzwischen die Verriegelung ihres Helmes gelöst und versuchte nun ihn abzudrehen, ging aber nicht so recht, weil der Anzug die Arme behinderte.

    Das ging sowieso nur mit Hilfe.

    „Ich muss hier raus, bitte….."

    Er machte die Zigarette aus. „schön still halten, den Kopp gerade." Er drehte den Helm langsam auf, ein paar Mal nur, dann konnte er ihn abnehmen.

    Wow, sieht die heiß aus!

    Sie war total verschwitzt, die blanke Panik in den Augen.

    Mitte, Ende 30, aus China oder so.

    Sie stieg aus dem Wagen. „Der Anzug…"

    Er machte hinten den Reißverschluss auf und half ihr heraus. Frau Tszi hatte natürlich noch die dicke Raumfahrer Unterwäsche an, Sibirien tauglich. Als er sie so sah….

    Es war schon sechs Wochen her, dass er in Planitia Utopia war. Er kannte dort eine Frau, für gewisse Stunden, keine Nutte. Es wohnten viele Singles auf dem Mars, manche wollten es auch bleiben, und davon machten viele über das Netzwerk ein treffen dort aus. Die meisten trafen sich immer mit den gleichen, drei- oder viermal im Jahr, für ein paar Tage. Es ging wie ein normales Paar, ein Kaffee trinken, die Gegend ansehen, shoppen, Essen gehen und natürlich immer wieder in die Kiste, Rammeln wie die Karnickel, bis der Arzt kommt! War dort auch nichts Ungewöhnliches.

    Bei dem Anblick schossen ihm gleich viele Gedanken gleichzeitig durch den Kopf und bestimmt keine Vernünftigen. Dass, obwohl die Astronauten Unterwäsche alles andere als ein Erotik Beschleuniger war.

    Wenn Du wüsstest, was ich jetzt denke, du würdest sofort dreimal hintereinander in Ohnmacht fallen, meine gute.

    Er nahm ihre Tasche, ging nach hinten links, neben dem Treppenaufgang zur Oberfläche, und öffnete die Tür links zum Gästezimmer. Sie folgte hastig. Er stellte die Tasche auf den kleinen Tisch.

    „Das ist erst einmal dein Reich. Hier vorne geht es zur Küche, er zeigte auf die linke Tür, gegenüber vom Eingang, „das ist das Badezimmer. Rechts davon. „Mach dich erst mal in Ruhe fertig. Zu Essen und trinken habe ich genug da. Wenn du durch die Küche gehst, ist da hinter mein Wohnzimmer inklusive Wohnung, wo ich hause. Hast du noch irgendwelche fragen?"

    „Im Moment nicht, vielen dank. Antwortete sie leise, fast verschämt, „ Ich möchte mich noch bei Ihnen Entschuldigen, mein Verhalten war absolut unverschämt.

    „Stimmt, weswegen ich jetzt bestimmt drei Wochen Depressionen haben werde!"

    „Oh, das tut mir leid, ich….ich weiß gar nicht…."

    „….das war ein Scherz, aufgrund meines abartigen Humors!"

    Volz lachte, sie musste ebenfalls erleichtert lachen.

    „Außerdem waren wir schon beim du."

    „Ach ja, wenn, äh, du nichts dagegen hast. Sorry nochmals, aber bei so Atmosphärischen Stürmen auf dem Mars habe ich eine panische Angst, da setzt bei mir voll der Verstand aus! Weiß auch nicht warum?"

    „Wir haben alle unsere Macken, meine würden ein ganzes Buch füllen."

    Beide lachten Entspannt.

    „Dafür, dass du so eine Panik hattest, hast du eine absolut Perfekte Landung hingelegt, besser ging es nicht!"

    „Danke, dass ist sehr Nett." erwiderte sie etwas verlegen.

    „So, ich lass dich erst mal in Ruhe, bis später."

    „Ja, bis Später dann."

    Volz verschwand durch die Küchentür.

    Der ist ja doch ganz nett, überlegte sie, Vielleicht klappt das ja alles. Am besten gleich mit der Tür ins Haus fallen, falls er keine Lust hat, habe ich noch ein paar Tage Zeit ihn zu bearbeiten. Wegen dem Sturm kann er mich ja schlecht rauswerfen. Hoffentlich…….

    Nun saß er endlich wieder vor dem geheiligten Fernseher. Die Folge lief schon. Eine wilde Schießerei. Er schaute links auf die „Fenster". Der Sturm ist mittlerweile richtig heftig geworden, man sah fast nur noch Staub herum fliegen, vereinzelt auch kleine Steine die am Boden entlang rollten.

    Hier drin merkt man nichts, es rappelt nichts, kein Krach, absolut ruhig, wie immer.

    Diese Ruhe vermittelte ein Gefühl der Sicherheit, Sogar Gemütlichkeit. Er wusste ja das es Außenkameras waren, aber der Eindruck war, als würde sich das in tausend Kilometer Entfernung, abspielen, Obwohl es siebzig Meter über sein Kopf war, aber dazwischen massives Gestein und hier unten zwei Massive Stahltore. Jan stellte sich Gedanklich schon auf eine wilde Bumsorgie mit Frau Tszi ein. Nach einigen Minuten klopfte es an der Tür.

    „Eintreten." rief er militärisch- laut.

    Scheiße, ich bin ja nicht mehr bei dem Verein! Wollte doch nur noch wie ein Zivilist reden.

    Frau Tszi trat ein, und, bei Jan ein Schock, Verwirrung, Zweifel, Trauma!!

    Sie hatte Nonnen Kleidung an. Eine Nonne, aaaaaarrr!!

    „Ah, Fernsehen, darf ich mitgucken?"

    „Jesus, Maria, und…."

    „….Josef!" Ergänzte die Nonne.

    „…Und Judas!"

    „Ne, der gehört nicht dazu."

    „Du, äh, Sie sind eine Schwester?"

    „Natürlich, mit voller Überzeugung."

    „Leibhaftig!"

    „Sehe ich wirklich aus wie der Leibhaftige? Übrigens, wir waren schon beim du."

    „Ich habe Gedächtnisprobleme." Was sage ich denn jetzt? Ich dürfte gar nichts mehr sagen, weil ich normal nur Unsinniges fasle!

    Sie setzte sich Einfach. Es dauerte noch ein paar Minuten, bis Jan sich Erholte um dann festzustellen dass diese Frau doch keine Erscheinung war, auch keine Halluzination.

    „Ganz schön Brutaler Film." Meinte sie beiläufig.

    Ein Kriegervolk fing gerade an, ein paar Gefangene Öffentlich hinzurichten, das komplette Programm, mit ausweiden und köpfen am Ende, richtig ekelhaft.

    Er schaltete um auf einen Sportkanal, Fußball und machte sich das bereitstehende Bier auf.

    „Hattest du über Funk nicht etwas über Messwein gesagt?"

    „Ja, natürlich, sofort." er holte eine Flasche Wein mit Glas aus dem Kühlschrank in der Küche und schenkte ihr eins ein.

    „Tszi ist aber ein merkwürdiger Ordensname?"

    „Schwester Sophie ist mein Ordensname, aber den Akzeptieren die von der Flugkontrolle nicht. Also mein Mädchenname, Suzie Tszi."

    „Suzie Wong." Murmelte er wirr und leise vor sich her.

    „Wie bitte?"

    „Nichts, nichts, sagtest du nicht, du wärst planmäßig hier?"

    „Ja, genau. Ich habe eine frohe Botschaft für dich!"

    „Jesus wandelt wieder auf Erden und ich bin Pilatus und soll ihn zur Strecke bringen!"

    Ungezogener, frecher Lümmel, dachte sie wütend, wagt es in Gegenwart einer Nonne seine Blasphemischen Gedanken zu äußern.

    „Nein, nicht so etwas Grauenhaftes. Du hast doch bestimmt etwas über das Raumschiff „Ares gehört?

    „Kampfschiff Ares, stellte er richtig, „ja, ein Militärisches Raumschiff. 2,5 Kilometer lang, soll, glaube ich, demnächst fertig gestellt werden. Für Langzeit- und Tiefenmissionen im Raum. Die suche nach einer zweiten Erde, Voll gestopft mit den Perversesten Waffensystemen des Universums!

    „Die dienen wohl eher der Abschreckung, nur im allerschlimmsten Notfall dürfen die angewendet werden. Deshalb wollen die Regierungen und Zivilen Behörden auch einen Kommandeur der Besonnen sein kann, der nicht sofort schießt."

    „In den Leichenhallen liegen noch ein paar herum."

    Frau Tszi war nun wieder recht verärgert, aber sie wollte ja etwas.

    „Nicht alle. Einer sitzt gerade neben mir. Und der lebt sogar noch ein bisschen, glaube ich."

    Jan drehte seinen Kopf zu ihr und sah sie ungläubig an.

    „Dein Humor ist noch Abartiger wie meiner, ich dachte das geht gar nicht."

    „Geht auch gar nicht, die möchten gerne, dass du den Job übernimmst."

    „Quatsch, soweit ich weiß ist Jeanette Blisset Captain der Ares!"

    „Stimmt, der Captain, aber sie wollen dich als Kommandeur des Vorauskommandos, also der gesamten Mission."

    „Wir haben den gleichen Dienstgrad, da würde nur Unfug heraus kommen, Kompetenzgezanke und so." Jan war nun recht Amüsiert, sie schien sich ja wirklich einen durchdachten Scherz mit ihm zu Erlauben. Wohl als Strafe für seine Frechheiten gedacht.

    „Weswegen du zum Brigadegeneral befördert wirst." Sagte sie entschlossen.

    „Deshalb schicken die mir eine Nonne als Überbringerin der frohen Botschaft?"

    „Nicht deswegen, entgegnete Sophie genervt, „General Henson hatte Bedenken, dass du ihn mit einen Tritt in den Po hinaus beförderst, wie, glaube ich, schon einmal einen General?

    „Ah ja, der eine Spinner, hab ihn ein Arschtritt verpasst, weil der mir was von Vorschriften, Pflichtbewusstsein und so erzählte."

    „So was macht man aber auch nicht!"

    „Der ist richtig abgehoben, bestimmt einen halben Meter." Sinnierte Jan.

    „Bist du wohl auch noch stolz darauf?"

    „Klar, der konnte drei Wochen nicht sitzen, nur noch auf den Bauch schlafen, ist immer nur gehumpelt und..." Jan musste unweigerlich lachen, bei dem Gedanken.

    Die Arme Sophie schüttelte nur Verzweifelt mit den Kopf und holte aus einer Seitentasche, ihr Handterminal (HT) heraus. Das Gerät ähnelte den Smartphones zu beginn des 21. Jahrhunderts, man konnte bloß wesentlich mehr damit machen.

    „Konnte froh sein, dass ich ihn nicht von vorne in die Ei…äh, den Schritt getreten habe, dann wäre der nach hinten abgehoben…" Jan musste immer weiter lachen und konnte sich einfach nicht mehr einkriegen. Die gute alte Zeit!

    „Das wird deine gute Stimmung hoffentlich verstärken."

    Sie zeigte ihm das HT. Jan las es und schaute Frau Tszi nochmals ungläubig an. Da stand tatsächlich seine Beförderung und Abkommandierung zum Kampfschiff Ares und die Einsetzung als Kommandeur.

    „Du hast eine Woche Zeit ab jetzt für eine Zusage. Hast du Lust Erwachsen zu werden?"

    „Nein, keine Lust!"

    „Auf jeden Fall werde ich an der Mission teilnehmen!"

    „Lass mich raten, du bist Verantwortlich für den Atomwaffeneinsatz. Alles was du bisher nicht machen durftest und schon immer machen wolltest. Endlich auf den roten Knopf drücken, alles platt machen und..."

    „...Nein, schrie sie nun richtig wütend und laut, „niemals, ich arbeite dort im Sozialen Dienst, Verantwortlich für Leute wie dich, mit einem komplett- Dachschaden!!

    Jan wollte schon wieder etwas sagen, aber,

    Oha, besser nicht, die ist ja wirklich ganz schön sauer.

    Die Zeit Verging und beide schwiegen. Minuten, die beiden wie eine Ewigkeit vorkam.

    Weil die gütige Frau Tszi einen gefühlt doppelt so hohen IQ hatte wie Jan, obwohl der auch recht intelligent war, aber es vermied dies zu zeigen, unterbrach sie also das Schweigen.

    „Entschuldigung, ich habe dich zu Unrecht beleidigt, es tut mir leid." Sagte sie leise.

    „Komplett- Dachschaden?"

    „Ich habe mich Entschuldigt."

    „Gesetz den Fall, rein hypothetisch, ich würde zusagen…" Jan überlegte.

    „…Ja…"

    „…dann hätte ich ja das Oberkommando über die gesamte Besatzung?"

    „Ja."

    „Einschließlich der Zivilisten?"

    „Ja."

    Jan wusste natürlich die Antworten, er fragte aber trotzdem, um sicher zu stellen das Frau Tszi sich dessen auch bewusst war.

    „Und einschließlich des Sozialen Dienstes?"

    „Ja-ha!" Antwortete sie genervt.

    „Und du müsstest alles machen was ich dir sage?"

    Jetzt verstand sie. Du hast ja wirklich nur faxen im Kopf, mein lieber! Na warte.

    „Natürlich müsste ich alles machen was du mir anweist, Jan schaute sie schon Erwartungs- froh an, „dienstlich natürlich, und konform mit den Vorschriften.

    Ätzend, dachte Jan beleidigt.

    „General Henson meinte auch, du könntest dort machen was du möchtest, kannst ja nicht immer zu Hause anrufen." Die Vorschriften ändern, fiel ihm spontan und hinterlistig ein.

    „Die Vorschriften ändern!" Sagte er laut und wieder gut gelaunt. Frau Tszi wollte etwas sagen, aber nun musste sie auf einmal lachen, schüttelte immer wieder den Kopf.

    „Hilfe! Was ist das für ein Offizie….hier?"

    „Wir waren gerade am hypothetisieren, meinte er trocken, „und ich bin kein Offizier mehr. Sie beruhigte sich wieder.

    „Also was jetzt, bestätigst du, oder wie?" Sie hielt ihm den HT wieder vor die Nase.

    „Ich dachte ich hätte noch eine Woche Zeit dich zu ärgern, bis ich absage?"

    „Wenn du bestätigst kannst du mich noch Monate oder sogar Jahre ärgern."

    Jan sah sie Erstaunt an. Moment, war das jetzt eine Einladung, Monate- oder Jahrelang die kleine Schwester Ärgern? Ihm vielen spontan viele Wilde Sachen ein, mit Schwesterlein.

    „Nicht wie du jetzt wieder denken willst. Ich bin Jesus versprochen!"

    „Der ist Tod, meinte Jan wieder Blasphemisch, „ist vor über 2100 Jahren rechtskräftig zum Tode Verurteilt worden, wegen Volksaufwiegelung. Das ist heute immer noch ein Straftatbestand, die Strafen waren damals natürlich ein wenig drastisch, aber das war so allgemein üblich und Sitte zu der Zeit. Übrigens, wusstest du, Jan holte tief Luft, er war ein absoluter hardcore Geschichts- Fan, „dass die Römer zu der Zeit im Mittelmeerraum so viele Leute kreuzigten, dass ihnen fast das Holz aus ging? Die gingen schon dazu über, viele an die noch verbliebenen Bäume zu nageln. Das war wesentlich effektiver, denn nach einer Karenzzeit von 24 Stunden, bis der Typ endlich Tod war, wurde der abgenommen und der nächste daran festgenagelt. Das gab natürlich einen Rückstau, in den Kerkern, die Folterknechte mussten ja auch bezahlt werden,…. erst viel später, bei der Französischen Revolution, wurde dieses Problem durch die Erfindung der Guillotine gelöst. Das Fallbeil raste herunter und die Rübe war ab. Dann brauchte man das Fallbeil nur wieder, mit einem Seil, hoch ziehen, währenddessen konnte der nächste Kunde schon bequem Platz nehmen, Seil los lassen und schwups, wieder eine Rübe ab. Ging ruck zuck. Aber die Technische Weiterentwicklung war nicht immer ein Segen: Jan war nun voll in seinem Element, die Nonne blickte immer verärgerter, er holte nochmals tief Luft, „Im 20. Jahrhundert hatte man den Elektrischen Stuhl erfunden. Ein extrem hoher Stromverbrauch war die Folge. Das Umweltbewusstsein der Leute war noch nicht so ausgeprägt, Strom wurde überwiegend aus Fossilen Brennstoffen, oder später Atomkraft, erzeugt. Nur in Knästen wo in der Nähe ein Wasserkraftwerk, also Staudamm, war, konnten die Leute weitestgehend Emmissionsfrei hingerichtet werden, sehr zur Freude fast aller beteiligten. Aber ich schweife ab, zurück zu Jesus. Der wurde natürlich nicht an einen Baum genagelt, sonst hättet ihr jetzt alle einen kleinen Bonsai um den Hals hängen. Er hatte also sein eigenes Kreuz, was er auch immer mit sich schleppen durfte, Jan lachte fies, „ist auch viel zu unhygienisch an so einem Baum, wo vorher jeder Hans und Franz abgehangen hatte. Jesus wurde also an sein persönliches Kreuz genagelt. Jetzt das große „aber, er hang dort nur sechs Stunden, bis man ihn abnahm, üblich waren, wie gesagt, 24 Stunden. Das bedeutet, er war gar nicht Tod, vielleicht bewusstlos, aber nicht Tod. Dann ist er irgendwann aufgewacht und putzmunter herumspaziert. Also, nicht Tod, daher keine Auferstehung und somit auch keine Himmelfahrt, alles ein leichtes Missverständnis. Dann hat er sich beleidigt nach Indien verkrümelt und wurde Buddhist! Außerdem frage ich mich, wie die eigentlich die Nägel da herausgezogen haben, aus dem Kreuz? mit einer riesigen Zange? Ich hätte die Delinquenten mit den Kopf nach unten auf den Boden gelegt, waren ja schon Tod, dann von der anderen Seite die Nägel mit dem Hammer wieder herausgekloppt. Als alter Heimwerker findet man da schon…

    „… Würdest du bitte aufhören in Gegenwart einer Nonne so ein Unfug zu reden?"

    Sie hat Recht, das hätte ich fast Vergessen….Normal hatte Jan mit anderen Frauen zu tun.

    „Ich habe mir den Scheiß doch nicht ausgedacht."

    „Stimm zu! Befahl sie Jan und hielt ihm wieder den HT vor die Nase. „Und drück deinen Heidnischen Daumen da drauf!

    „Mit dir mache ich alles, bis auf das."

    Frau Tszi nippte an ihrem Glas, Jan kippte sich die andere hälfte der Pulle auf ex runter, stand auf und ging in die Küche.

    „Hast du schon Hunger?" Fragte er Versöhnlich im raus gehen.

    „Was gibt es denn?"

    „Bratkartoffeln mit Spiegeleier, auf Ketzerische Art."

    „Kannst du keine Pizza drucken?"

    „Klar kann ich dir auch eine Pizza drucken, aber ich bleibe dabei, die Kartoffeln sind bereits gekocht, die Eier liegen schon parat, heute morgen von den Hühnern gelegt, wie bestellt und die Zwiebeln schon geschnitten."

    „Moment, richtige Kartoffeln und Eier und Zwiebeln?"

    „Richtig, hast du doch vorhin, auf der Fahrt gesehen?"

    „Da habe ich gar nichts gesehen, glaube ich, weißt doch, Panik. Kann ich mithelfen?"

    „Klar, komm." Sie stand auf und folgte ihm schnell.

    Auf Raumschiffen, in einfachen Raumstationen, und Raumbasen auf anderen Planeten oder Monden kam der größte Teil der Nahrung aus 3 D Druckern. Die konnten fast alles. Man konnte auch ein paar Steine Reinwerfen etwas Wasser darauf oder der zog Wasser aus der Luftfeuchtigkeit und fünf Minuten später kam dort eine Pizza Roma heraus. Vieles wurde auch als ein Mann Packung (epa) von der Erde geliefert, aber das Ergebnis war ähnlich. Die meisten schwörten auf den Drucker. Nur die großen Raumstationen- oder Basen, mit künstlicher oder natürlicher Schwerkraft, bauten auch Nahrungsmittel an.

    Sophie betrachtete die Zutaten als hätte sie die Bundeslade gefunden und könnte direkt mit Gott sprechen. Sie stand kurz vor der Schwelle zum Paradies.

    „Für frisches Essen würde ich alles tun!" Hauchte sie benebelt. Jan reagierte sofort um die Situation Rücksichtslos auszunutzen.

    „Kein Problem, mir fallen da auf Anhieb sofort ein paar Sauereien ein!"

    Frau Tszi Erkannte ihren schrecklichen Fehler, sie wollte eigentlich „fast alles" sagen, aber die Düfte benebelten ihre Sinne.

    „Ich meinte fast alles." korrigierte sie demütig.

    „Hast du aber nicht gesagt und da bin ich ganz pingelig. Ich werde dich natürlich später wortwörtlich beim Wort nehmen und daran festnageln."

    Er grinste sie wieder überlegen, fies an.

    So einfach ist das eine Nonne rum zu kriegen, mit Grundnahrungsmittel? Ich steige ein in die Landwirtschaft, im Weltall, da kriege ich jede. Aber im Moment nur diese.

    Sie wollte schon etwas erwidern, aber Jan fing bereits mit der Zubereitung an und sie half natürlich mit. Der Rest ging recht schnell, bis die Kartoffeln und die Eier gebraten waren. Jan kippte Sophie sofort eine sehr große Portion Bratkartoffeln auf den Teller, darüber zwei Spiegeleier.

    „Salz, Pfeffer, Ketchup und Senf stehen auf den Tisch. meinte er beiläufig. Sophie setzte sich sofort an den Tisch und begann, schnell und hastig, dass Essen in ihren Mund zu schaufeln. In diesem Moment der Gier war es ihr egal, ob das jetzt Ketzerische Bratkartoffeln waren. Selbst wenn die Zutaten von Satan selbst wären und der auch das Essen selbst zubereitet hätte, sie hätte die Pfanne aus seinen Klauen gerissen und nach dem Essen die Pfanne um die Hörner gehauen. Im Notfall wäre sie sogar mit Jan die ganze Nacht in die Kiste gesprungen. Bei dem Gedanken hielt sie inne. Jan hatte sich inzwischen auch gesetzt und fing langsam an zu Essen. „Doch nicht gut? fragte er zweifelnd. „Do…do…" bekam sie nur heraus. Sie versuchte nun ein Bissen herunter zu würgen, währen der nächste schon im Mund war. Sie aß nun etwas langsamer weiter.

    „Bist du gierig, du hast schon einen ganz roten Kopp."

    Was habe ich da für einen Gedanken gehabt? Das Gebet vor dem Mahl habe ich vor lauter Gier auch Vergessen. Wenn ich zurück bin muss ich ganz schnell Beichten!

    Jan holte eben noch die Pulle Wein und das Glas aus dem Wohnzimmer. Kaum hatte er es auf den Tisch gestellt, leerte sie sofort das noch fast volle Glas. Jan kippte natürlich wieder nach und machte sich selbst noch ein Bier auf.

    Mal sehen wie die so drauf ist, wenn die besoffen ist!

    „Kann ich noch was haben?" Er nahm ihren Teller und packte den rest auf denselben. Sie schaufelte sich das auch noch in den Hals, trank das Glas Wein aus, und hielt sich den Bauch. Etwas Eigelb war noch um ihren Mund.

    „Ich bin voll, da passt die nächsten Tage nichts mehr rein!" Sie stand auf.

    „Ich werde jetzt schlafen gehen, gute Nacht"

    „Jetzt schon? Okay, gute Nacht."

    Na die hat es ja eilig. Habe sie wohl doch etwas überfordert, am ersten Tag. Geht der Sturm noch eine Woche weiter, ist die reif für die klapse.

    Jan holte sich noch ein Bier aus dem Kühlschrank, ging wieder ins Wohnzimmer und schaltete wieder die Serie ein. Das Gemetzel ging weiter, die nächste Folge. Während er sich das Massaker, nur beiläufig,

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