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Die Villa: Afrika ruft

Die Villa: Afrika ruft

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Die Villa: Afrika ruft

Länge:
496 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
18. März 2019
ISBN:
9783748521884
Format:
Buch

Beschreibung

DIE VILLA

Arnold und Judith sind vermögende Villenbesitzer.
Neue Mitarbeiterinnen werden gesucht, erfahren auf besonderen Wissensgebieten als Ersatz für die Perle, welche in die Jahre gekommen ist.
Farbige Animateure, ein Butler und ein Gärtner sorgen für Unterhaltung mannigfacher Art.
Die Einweihung eines neuen Golfplatzes wird noch gefeiert, doch bald darauf reisen die Eigentümer getrennt in die Ferien.
Arnold in die Emirate am Golf. Dort erlebt er gefährliche Wüstenabenteuer. Er wird mit einer >Wüstenblume< auf arabische Art verheiratet, während seine Judith eine Safari nach Tansania unternimmt. Sie genießt die afrikanische Natur in der Serengeti, auf dem Kilimandscharo und mit ihren Reisegefährten einfühlsame Stunden.
Für die Rettung aus dem Tanganjikasee durch den schwarzen Guide zeigt sich Judith auf echt weibliche Art erkenntlich............
Bei den Massai kommt ihr die Erkenntnis, dass die noch immer durchgeführten Beschneidungen heiratsfähiger Mädchen abgeschafft werden müssten. Dafür und für Geburtenkontrolle will sie kämpfen und wird auf ihren Reisen zu den vielen Volksgruppen zur verehrten Mutter Theresa Kenias. An ihre amourösen Abenteuer in Deutschland verschwendet sie keine Gedanken mehr.

Taschenbuch 467 Seiten
Die Kapitel: Arnold, der Villenbesitzer; Der Gärtner; Die nächste Party; Der Trip auf dem Rasenmäher; Der Farbige; Sandra und Simone; Der Butler; Der Dildo; Die Domina; Reisefieber; Auf nach Afrika; Im Morgenland; In Schwarz-Afrika; Der Feuertanz; Am Kilimandscharo; Wüsteneinsamkeit; Bei den Massai; und weitere
Folgeband: Mutter Theresa Kenias
Herausgeber:
Freigegeben:
18. März 2019
ISBN:
9783748521884
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Villa - HANS SACHS

Die Villa

Die Villa

Afrika ruft

Von

HanSSachs

Die Villa

Afrika ruft

Buchbeschreibung:

Eigentümer der Villa sind Arnold und seine liebe Frau Judith. Sie haben zwei Zwillingspärchen im jugendlichen Alter. Die vermögenden Besitzer sind Sympathisanten aufregender Partys und suchen derzeit neue Mitarbeiter als Ersatz der gealterten langjährigen Mamsell. Die Stellenbewerber sind Feuer und Flamme, nicht nur wegen der Pflege des großen Areals. Ein Butler und ein farbiger Animateur mit Begleitung sind auf den Partys gern gesehene Akteure. Nach der Fete zur Einweihung des neuen Golfplatzes geht die Eigentümerfamilie in Urlaub - getrennt. Arnold mit seinem Freund Botho v. Amelung in die arabischen Emirate, Judith mit einer kleinen, gut betuchten Gruppe Richtung Tansania und Kenia, die Jugendlichen machen Mallorca unsicher. Arnold erlebt „tausend und eine Nacht bei einem Sheigh, wird mit einer „Wüstenblume vermählt und sieht Vaterfreuden entgegen. Judith wird von dem tansanischen Guide Dogo und einem Mitreisenden aus dem Tanganjikasee gerettet und bezeugt ihren Rettern mit den Mitteln einer Frau ihre Dankbarkeit. Sie verliebt sich auf der Safari in einen Massaikrieger und wird zu seiner dritten Ehefrau. Sie erkennt das Leid der Mädchen und jungen Frauen durch die Tradition der Beschneidung und beschließt, dafür zu kämpfen, in Afrika diese uralte Sitte abzuschaffen. Zusammen mit Hakim, dem Schamanen, versucht sie, ihren Arnold, der auf einer Wüstenreise von einer giftigen Tarantel gestochen wird, mithilfe eines originären Getränkes zum Überleben zu verhelfen. Wird es gelingen?

Über den Autor:

HanSSachs ist das Pseudonym des Verfassers. Unter dem Namen sind weitere Bücher veröffentlicht worden:Vom Krieg & vom Frieden, mit Begebenheiten aus der NS-Zeit und dem Leben im Erzgebirge, Auf der Flucht aus einem zerrütteten Land beschreibt die dramatische Flucht einer jungen afghanischen Familie, und Juhari, die weisse Massai, als Folgeband von Die Villa., Afrika ruft.

Das werden Sie lesen:

7 Arnold der Villenbesitzer

12 Der Gärtner

30 Die nächste Party

31 Rückblick

33 Der Trip auf dem Rasenmäher

38 Der Farbige

56 Sandra und Simone

64 Der Butler

75 Herr Dildo

86 Die Domina

120 Reisefieber

125 Auf nach Afrika

128 Auf Safari

153 Im Morgenland

165 In Schwarzafrika

188 Der Feuertanz

210 Tod eines Liebenden

221 Auf der Pirsch

255 Wüsteneinsamkeit

278 Am Kilimandscharo

360 Unter Massai

452 Ende gut, alles gut?

463 Epilog

Arnold,

der Villenbesitzer

Die Villa liegt idyllisch am Ende einer von alten Eichen- und Buchenbäumen gesäumten Waldstraße. Am Abschluss dieser Allee, in ein Rondell eingebettet, gibt es einige Parkplätze für die Gäste des Hauses. Das pompöse Eingangstor wird videoüberwacht, das Grundstück ist nur für angemeldete Besucher zugänglich. Der große Komplex wird umsäumt von undurchdringlichem Gebüsch und ist zusätzlich gesichert durch einen elektrischen Alarmzaun. Nicht zuletzt schnüffelt der Labrador Alex überall herum. Mit schwarzem Fell ist er in der Nacht nahezu unsichtbar und mit seiner Intelligenz gut als Wachhund zu gebrauchen. Alex ist normalerweise ein gutmütiger Familienhund. Er wird nicht etwa in einer Hundehütte gehalten.

Dergleichen Vorsichtsmaßnahmen lassen darauf schließen, dass hinter dieser Abschirmung Ungewöhnliches verbirgt. Weshalb sonst sollte man sich so perfekt abschotten?

Nicht nur das Eingangsportal ist exklusiv gestaltet, geradeso zeugt das Gebäude vom Reichtum der Bewohner.

Die Besitzer dieser Villa, Arnold und Judith, zwei unwiderstehliche Charaktere in den Fünfzigern, sind für ihre Extravaganzen weit bekannt. Judith ist drei Jahre jünger als Arnold, der einträgliche Geschäfte vornehmlich von zu Hause aus betreibt. Entsprechend reichlich ist seine frei verfügbare Zeit, die er mit Begeisterung durch Sport ausfüllt.

Vorwiegend Matratzensport.

Er ist ein stattlicher, breitschultriger Typ mit schmalen Hüften. Gewisse Transaktionskünste und Gelüste haben sich weit herumgesprochen.

Judith steht diesem gefragten Mann in nichts nach. Sie ist dem Sportlichen ebenfalls in keiner Weise abgeneigt. Da ergänzen sich beide blendend. Sie ist nahezu so schlank wie in der Jugendzeit, trotz ihrer vier Kinder. Zierlich, doch robust, mit im Sonnenglast grünlich schimmernden Augen, die gestandene Mannen nicht kalt lassen. Und wen sie auserkoren hat, hat den Genuss, von unverwelkten Früchten zu naschen.

Die Zwillingspärchen, die sie gebastelt haben, sind Sandra und Kai, kurz vor ihrem 18. Geburtstag, und Simone mit Tom, genau zwölf Monate jünger.

Die langjährige Mamsell der Familie ist in die Jahre gekommen. Sie bietet keinen ästhetischen Anblick mehr. Ihre Arbeitgeber, in deren Gemeinschaft die Gehilfin völlig integriert war, haben die Perle mit einer fürstlichen Abfindung in den Ruhestand geschickt. Der Mann dieses Goldstücks war für die weitläufigen Gartenanlagen zuständig, ist jetzt aber ebenfalls im Rentenalter angekommen.

Man muss wissen: Die Mamsell war nicht nur für`s Essenkochen und der Säuberung der Räumlichkeiten bestellt. Laut Angestelltenvertrag hatte sie dem Chef bei pikanteren Anlässen ebenso zur Verfügung zu stehen. Dabei legt Arnold auf ein wohlproportioniertes Äußeres größten Wert. Und just das war der Hauswirtschafterin mit den Jahren auf natürliche Weise abhandengekommen.

Hängende Busen sind dem reichen Selfmademann ein Gräuel.

Der Hausherr sucht daher neue Angestellte. Einen Gärtner als Betreuer für das weitreichende Villenareal und für die palastähnlichen Räumlichkeiten eine oder zwei knusprige Hausdamen. Die haben für Küche, Zimmerfluchten und das persönliche Wohlbefinden der Familie zuständig zu sein. Was immer das auch bedeuten mag.

Speziellen Wert legt der Eigentümer auf ein sexy Erscheinungsbild, denn sonst hätte er die Vorgänger ja nicht in den Ruhestand geschickt. Durch das langjährige Zusammenleben ergab sich ja letztendlich ein liebevolles Miteinander.

In den Einstellungsgesprächen wird daher zweideutig darauf hingewiesen, dass es in der Villa und auf dem weitläufigen Areal gelegentlich recht freizügig zugeht. Das Personal habe sich dem anzupassen.

Im Klartext: Hier finden nicht selten Partys statt, die oft ausschweifend enden. Die Stellenbewerber hätten sich da voll zu integrieren.

Derartige Vorgaben kommen einigen Bewerbern um die Arbeitsstelle ihrem Wesen nach sehr entgegen. Sie wären Sympathisanten lustvoller Zusammenkünfte und auf Swingerpartys gern gesehene Gäste, wie sie betonen. Diese Arbeitssuchende sind ein Gartenfachmann mit Frau und deren Freundin. Die drei sind Feuer und Flamme, als sie von den Anforderungen des Hausherrn erfahren. Da könnten sie sich ohne Hemmungen voll einbringen.

Deshalb wird Arnold hellhörig. Derartige Bewerber passen in sein Konzept. Solche Mitarbeiter würde er gerne beschäftigen.

*

Arnold macht kein Geheimnis daraus, dass hier mit Vergnügen die gängigen Anstandsregeln auf den Kopf gestellt werden. Angestellte hätten sich da ohne Wenn und Aber einzubringen.

Die Stellenbewerber sind nicht abgeneigt. Im Gegenteil, sie vermögen sich gut vorzustellen, die Erwartungen dieser Brötchengeber noch zu übertreffen. Es passt in ihre Gedankenwelt. Neureiche setzen sich keine Schranken und dürften sich Exzesse durchaus erlauben, meinen sie.

Der betuchte Hausherr und seine aufreizende Frau werden keineswegs Katzen im Sack zu kaufen. Das Einstellungsgespräch soll helfen, herauszufinden, wie diese Leute ticken. Man kann es sich leisten, Angestellte mit ausgefallenen Vorstellungen zu beschäftigen.

Ihren Nachwuchs haben die Villenbesitzer von klein an aufgeklärt erzogen. Im Kleinkindalter schon erlebten die Abkömmlinge ihre Eltern gelegentlich in pikanten Situationen. Alkoholgesättigte Partys wurden oft im Schlafzimmer fortgesetzt. Zuweilen waren die Sprösslinge unverhoffte Zaungäste. Papa und Mama und die Onkel und Tanten haben offenbar einen unguten Traum, meinten die Knirpse, wenn sie unerklärliche Geräusche vernahmen. »Wir haben gerade Spaß«, sagten die Großen dann.

Im fortgeschrittenen Alter hatten sie geschwisterliche vorpubertäre Erfahrungen gesammelt. Das ist durchaus üblich unter Heranwachsenden. Die Jungs gaben ihren Schwestern Anschauungsunterricht, wozu ihre Wunderhornetüten fähig sind. Die Mädchen staunten, wenn ihre Brüder Schüttelfrost bekamen. »Es ist doch Sommer, weshalb zittert ihr denn so?«

*

Später Vormittag bei diesem Bewerbungsgespräch. Es läuft auf die Mittagszeit zu. Ein herrlicher, warmer Tag im Mai, die Gräser sprießen, statt verblühten Krokussen wagen sich Frühlingsblumen wie Tulpen, Ranunkeln, Primeln und Hyazinthen aus dem Boden. Der vorherige Gärtner hat vor seinem Ausscheiden viele Rabatten mit Stiefmütterchen besetzt. Man sitzt im Freien und plaudert auf der im italienischen Stil angelegten Terrasse über Details des Beschäftigungsverhältnisses.

Vor dem Freisitz ist ein großflächiger Pool in die Rasenfläche eingebettet. Der dürfte selbst einem 4-Sternehotel nachhaltig Ansehen verleihen. Auf Piktogrammen am Beckenrand wird darauf hingewiesen, dass die Benutzung mit Badekleidung nicht gestattet sei. Eine Badekappe wegen der Hygiene aber durchaus.

Über das Schwimmbecken hinaus genießt der Besucher einen weiten Blick auf das ausgedehnte Grundstücksareal. Am südlichen Ende ist es durch einen Bachlauf begrenzt und durch schnuckelige Buschhecken unterteilt. Komfortable Sitzgelegenheiten laden zum Verschnaufen ein. Vogelnistkästen deuten darauf hin, dass die Besitzer naturverbunden sind.

Geplant ist, den Komplex um eine 6-Loch Golfanlage zu erweitern. Dazu hat der Eigentümer bereits detailliert vorbereitetePläne.

Wenn das Wetter es zulässt, vergnügen Partygäste sich außerhalb der Villa; andernfalls finden feuchtfröhliche Gelage innerhalb der Immobilie statt. Zwei große Räume sind mit erotisierenden Gerätschaften ausgestattet. Die werden auf Partys von den Gästen gerne ausprobiert.

Missgünstige Leute könnten das Ganze jetzt für ein Eroscenter halten, das auf Gewinnstreben ausgerichtet ist. Das ist nicht so. Man lebt Wunschträume ausschließlich unter Freunden und Bekannten aus. Das Personal wird zum Servieren, aber ebenso für andersartige Gefälligkeiten einbezogen.

Der Gärtner

Um den zukünftigen Angestellten eine natürliche Anfangsscheu zu nehmen, schlendert der Hausherr bald mit dem Grünlandfachmann und den beiden zukünftigen Palastmamselln über das von frischem Gras bedeckte Gelände. Er instruiert den jungen Mann, wie er sich Pflege von Grund und Boden und die Betreuung der Familie und Gäste vorstellt. Dafür ist hier draußen und in der Villa mancherlei eigentümliches Zeug vorhanden, welches Mann (und Frau) nach Lust, Laune und Verlangen zur Hand nehmen kann. Die Instandhaltung und Pflege fällt in erster Linie in den Aufgabenbereich des Gärtners. Die Angestellten sind für die Häuslichkeit und das körperliche Wohlbefinden zuständig.

Die designierten Mitarbeiter bekommen glänzende Augen, als sie erfahren, was auf dem großflächigen Areal oft los ist. Nicht zu übersehen, dass es beim Gärtner sprießt, und den Mädels kommen ausschweifende Gedanken. Der junge Mann verfällt in einen watschelnden Gang, und die Schätzchen werfen sich verstohlene Blicke zu. Man versucht zwar, das diskret zu verbergen, doch der Hausherr hat ihre Gefühlsregung lange bemerkt. Es löst ein positives Empfinden für diese Leute aus.

Werden die künftigen Angestellten gewisse Erwartungen des Hausherrn erfüllen? Das möchte er begeistert austesten. Man scheint auf einem begehbaren Weg zu sein.

Hollywoodschaukeln laden zur Benutzung ein. Man aalt sich in der Sonne, schäkert ein wenig, macht Small Talk. Die Frühlingsluft regt an, und der Kehle dürstet nach Flüssigem. Der Herr des Hauses bequemt sich, um erfrischende Getränke zu holen, wie er beiläufig bemerkt.

Arnolds Gedanken kreisen.

Sofern die drei seinen Ansprüchen und Vorstellungen entsprechen, würden sie, so sein Kalkül, während seiner Abwesenheit mit Gott Amor in Verbindung treten. Arnold hat bemerkt, wie aufgewühlt sie sind. Nicht nur von der wohlmeinenden Sonne.

Die Vermutungen täuschen das Schlitzohr nicht. Als er mit einem Korb voller Durstlöscher und Judith, die sich bisher vornehm zurückgehalten hat, zurückkommt, schleichen sie sich hinter ein Gebüsch und beobachten, lüstern durch Zweige blickend, die motorische Unruhe der Arbeitssuchenden. Zwei Spanner beluchsen potenzielle Angestellte. Man hat sich doch eingehend zu informieren! Katzen im Sack kaufen werden sie nicht.

Der Gärtner sitzt zwischen den beiden Schätzchen in der Holly-Schaukel. Gedankenverloren -oder zielstrebig? - betasten sie seine Oberschenkel und lassen wie zufällig einen dreisten Wunderheiler sein schützendes Verlies verlassen. Es wäre unverantwortlich, diesem männlichen Attribut bei solch herrlichem Wetter weiterhin den Mief der Hose zuzumuten.

Sonja ist des Gartenpflegers Frau, sie kennt seinen Kameraden. Manche Jahre schon hat sie ihn regelmäßig gepflegt, daher weiß sie, dass er keineswegs altersschwach ist.

Katrin, beider Freundin, ziert sich ebenfalls nicht. Zielstrebig ertastet sie anhängige Kronjuwelen. Sie versucht abzuschätzen, wie viel Karat die wohl auf die Waage bringen könnten. Offenbar hat der rechtmäßige Eigentümer seit Tagen mit niemandem über den Besitz gefeilscht. Kostbarkeiten erweisen sich als wertbeständig.

Der Gärtner lässt es sich gefallen, dass er verwöhnt wird, und er ist nicht arbeitsscheu, denn im Frühling wird gesät und gepflanzt. Sonja bereitet die Mulde, und Katrin beizt das Saatgut, damit im Herbst geerntet werden kann. So wie sie das beim Fachmann gelernt haben.

Die Tätigkeit macht durstig, besonders an diesem herrlichen Frühlingstag. Sonja ist nicht eigennützig und teilt gerne; sie hat eine hohe Meinung dazu, wenn ihr Ehemann auch anderen Muttis Wohltaten zukommen lässt.

An sich ist heute keine Erntezeit, gleichwohl stechen arbeitsgewohnte Hände den ersten Spargel.

Freudig hätten die Freundinnen jetzt von einem Fachmann die Frühjahrsarbeit verrichten lassen. Doch ohne Auftrag in einem unbekannten Garten wildern? ist zu gewagt. Wie leicht könnte der Villenbesitzer sie dabei überraschen, und dann wäre es nichts mit der neuen Stelle. Sie ahnen ja nicht, dass Lustmolche jenseits des Gebüsches nur auf eine solche Bearbeitung warten.

Hinter den Büschen lauern zwei Augenpaare und finden unmäßiges Gefallen an ihren designierten Mitarbeitern. Da bleibt es nicht aus, dass auch sie mächtig in Aufruhr geraten. Aber sie halten sich zurück, denn der Fortgang der Ernte vor ihren Augen verspricht Genuss pur. Mann, was haben wir uns da eingefangen, ereifert sich Arnold zu Judith. Es hat den Anschein, als würde es zu einer flotten Ménage-à-trois kommen.

Vor lauter Genussfreude haben Sonja und Katrin völlig vergessen, dass sie auf fremdem Grund und Boden ernten. Sie wähnten sich im eigenen Garten. Ein Gedanke an das angestrebte Arbeitsverhältnis stellt sich nicht ein, obwohl ihnen der zukünftige Chef so nah ist. In anderen Firmen ist Erotik während der Arbeitszeit ein Kündigungsgrund, hier das genaue Gegenteil.

Der Gärtner streckt alle viere von sich, aber gestorben ist er nicht. Er genießt nur den heutigen Tag in seiner Vielfalt.

Es weiß nicht nur ein Grüner, sondern es ist Allgemeinwissen, dass aus Eicheln Neues, Großes wachsen kann.

Aus der Hollywoodschaukel, wo sich das Trio in Stimmung brachte, bemühen die Arbeitsuchenden sich zu einer Gartenliege, die einladend auf dem Rasen wartet. Die ist nicht nur zum Sonnenbaden geeignet, nein, die drei haben anderes im Sinn.

Doch Alex hat was dagegen.

Urplötzlich kommt der Labrador schnüffelnd herbeigelaufen. Der Hund ist normalerweise ein liebes, freundliches Tier, dennoch, unbekannte Leute haben verbellt zu werden. Diesen Geruch kennt er nicht. Das wäre ja noch schöner, wenn sich hier jeder einschleichen und Liebe machen könnte. Er weiß, was seine Aufgabe ist.

aggressiv springt er am Gärtner hoch und versucht, ihm auf schmerzhafte Weise den Aufenthalt hier zu vermiesen. Das ist ja ebenfalls ein Rüde, von dem er Wind bekommen hat, wenn auch ein Menschlicher, der in sein Revier eingedrungen ist. Der hat hier nichts zu suchen. Sein Gebell wird angriffslustig. Wo ist denn das Herrchen, hört ihn eigentlich niemand?

Arnold, der Hundehalter, hat ihn durchaus gehört, und er ist ärgerlich. Kommt doch der Hund gerade im ungeeignetsten Augenblick. Ausgerechnet jetzt, wo Herrchen und Frauchen sich hinter dem Busch eingerichtet haben, die Neuen bei ihrem frühlingshaften Tun zu belauern. Alles lief so schön darauf hinaus, unbekannte Leute bei ihren romantischen Verrichtungen zu beobachten. Da vermasselt der blöde Köter doch dieses Erlebnis.

Aber er hat nur seine Pflicht erfüllt, stellt Arnold dann fest, und deshalb hat er ein Leckerli zu bekommen, trotz erlebtem Verdruss. Alex hat leider dafür gesorgt, dass die Aktivisten nicht rechtzeitig wieder in ihre Kledage gekommen sind. So stehen sie halb entblättert da, obwohl Frühling und nicht Herbst ist, als Arnold hinter dem Busch hervorkriecht, um den immerwährend kläffenden Wachhund zu beruhigen.

Doch die Neuen hat der Hausherr ebenso zu besänftigen. Er macht ihnen begreiflich, dass er selbst um das Lutschen eines Bonbons gekommen ist, da sich das Trio ja auf einem guten Kurs befunden hat, ihn aber nicht zu Ende bringen konnte. Er gibt sich und Judith somit als Voyeur zu erkennen und bezeichnet die eben erlebte Situation als erstklassigen Anschauungsunterricht.

»Da braucht hier bei uns niemand Hemmungen haben. Wenns euch weiterhin nach Poppen ist, dürft ihr gerne weitermachen.« Doch die Lust dazu war verflogen.

Judith war den Neuen bisher unbekannt. Beim ersten Gespräch auf der Terrasse war sie nicht dabei. Aber hinter dem Busch hat sie sich nunmehr ein deutliches Bild von diesen Leuten machen können. Des Gärtners Arbeitsgerätschaft würde sie gerne als Inventar betrachten, so wie Alex seine Duftmarken gegen Rivalen. Ob Hund und Landschaftspfleger Freunde werden könnten?

Arnold vermochte ja leider die Fähigkeiten des Landschaftsgärtners heute nicht zu beurteilen. Doch die Oberweiten der zukünftigen Hausdamen haben es ihm angetan. Mit diesem Knetmaterial ließe sich gut arbeiten.

Es haben sich ausgesprochene Kenner der Aufgabenstellung bei den Villenbesitzern vorgestellt. Man wird sie engagieren, denn sie passen haargenau in ihre abenteuerliche Gedankenwelt, sind die Neureichen überzeugt. Er sieht sich bereits als Genießer inmitten einer Freihandelszone.

Da ist ja in diesem Fall niemand zu einem befriedigenden Ergebnis gelangt, obwohl man sich auf einem guten Weg befand und die Sonne herrlich strahlt. Deshalb schlägt Anton vor, sich per FKK etwas näher zu kommen; wäre auf seinem Areal gang und gäbe.

Dieser paradiesische warme Frühlingstag ist wie geschaffen, um sich in der erblühenden Natur urwüchsig zu verhalten. Das Himmelsgestirn strahlt auf Genießer herab, die sich geben, wie die Evolution sie gestaltete. Und nebenbei vermag Arnold ganz unverhohlen zu begutachten, was er sich denn einzukaufen beschlossen hat.

Ob der Gartenfachmann außer in Einsaaten ebenso mit handelsüblichen Geräten wie Aufsitzrasenmäher und Heckenscheren firm ist? Und was kennt er von Kreuzbestäubungen? Das Wissen darüber ist unabdingbar bei der Heranzucht neuer Schösslinge. Es müssen nicht immer nur Blumen sein.

Werden die Haushaltshilfen neben der Bedienung von Gießkannen auch Bettenmachen, Staubsaugen und Essen kochen können? Die Villenbesitzer gehen mal davon aus. Sie sind mehr als froh, dass sie ausgerechnet diese Bewerber favorisiert haben, denn es hatten sich einige andere ebenso beworben. Offensichtlich haben sie einen Volltreffer gelandet.

Die nigelnagelneuen Mitarbeiter haben ein anständiges Bewerbungsangebot vorgelegt, wenn die Demo auch nicht so ausgefallen ist, wie man es sich ausgemalt hatte.

Der Hausherr gibt den zukünftigen Angestellten zu verstehen, sich keinerlei Zwang anzutun. Er vergnügt sich mit seiner Frau, aber nebenbei wirft er lüsterne Blicke auf Katrin und Sonja. Bisher hat er es nicht geschnallt, welche eigentlich des Gärtners Angetraute ist.

Ist auch letztlich egal, er erhebt den Anspruch, bei beiden im Sattel zu sitzen. Judith steht dem nicht entgegen, im Gegenteil: Sie ist klever und weiß, dass einseitige Liebe sich irgendwann abkühlt. Deshalb unterstützt sie Arnold und führt ihm immer wieder schmackhafte Leckerbissen zu. Am Ende profitiert sie ebenfalls davon.

Darauf ist ihr Genießerleben aufgebaut.

Nach alter Überlieferung hatte in vergangenen Jahrhunderten ein Großbauer das ungeschriebene Recht der ersten Nacht, wenn er einer seiner Mägde die Heiratserlaubnis erteilte. Und der Knecht, der eigentliche Ehemann, hat zu erdulden, dass der Patriarch Kurzweil mit seiner frisch Angetrauten Trine oder Lina hat. Das Fazit solchen Vergnügenswurde aber nicht zum Erben des Bauern, sondern ein neuer Knecht oder Soldat für den Landesherrn war die Nachwirkung.

Arnold nimmt sich dieses unverbriefte Recht eines Brötchengebers selbst in der heutigen Gegenwart heraus. Derartige Gepflogenheiten machen reiche Schickis zur Grundlage ihrer neuzeitlichen Lebensführung. Arnold würde bei Kathrin wie Sonja sicher nicht debütieren, denn die haben ihre Erfahrungen längst schon gesammelt.

An diesem Sonnentag haben die Beteiligten leider nur unvollständigen Spaß erlebt. Der Hund war Schuld daran, doch nachdem der sein Leckerli erhalten hatte, beruhigt er sich und akzeptiert sogar den neuen Rüden auf dem Grundstück. Die unbekannten weiblichen Menschen wird er regelmäßig in der Nase haben und auf Läufigkeit untersuchen. Damit hat er ein ganz neuartiges, zusätzliches Aufgabengebiet.

Ebenso wie Arnold auf die Feministinnen, blinzelt Judith lüstern zum Gärtner hinüber. Sie malt sich aus, wie er nach getaner Arbeit auf dem Villengrundstück gleichsam ihr Areal beackern würde. Ehemann- oder Gärtnersmann- ein interessantes Wortspiel, und nicht nur das.

Diese Sonnenanbeter genießen weiterhin die wärmende Sonne, die zukünftigen Angestellten haben sich schnell arrangiert. Die Saison ist voller Wonnen eröffnet.

Die Villenbesitzer sind keine Kinder von Traurigkeit, und die Neuen haben sich in die brandneue Umgebung rasch eingefügt. Jetzt möchten sie nur im Sonnenschein liegen und ihre Körper rundum bräunen. Es sei ihnen gegönnt.

Plötzlich kommt ein Ruf von der Terrasse: »Mama, Papa, wo seid ihr?«

Die Teens sind von der Privatschule nach Hause gekommen.

Ist es unversehens so spät geworden?, haben sie hier so lange rumgemacht? Stets, sobald sie im Liebreiz verstrickt sind, vergessen die Eltern Zeit und Raum. Doch der Nachwuchs kennt das. Oft, wenn die Oldies nicht auffindbar sind, vergnügen die sich mit irgendwelchen Freunden oder Geschäftspartnern. Das bahnt wieder brandneue Geschäftsbeziehungen an, und darauf beruht ihr erstaunlicher Reichtum.

Als die Jugendlichen keine Antwort erhalten, durchstöbern sie das Anwesen. Überall haben sie Vater und Mutter schon mal im siebten Himmel träumend entdeckt.

Erotische Erfahrungen sammelten diese Frühreifen frühzeitig. Jetzt haben sie die Phase der Pubertät lange hinter sich gebracht. Schäferstündchen der Eltern sind ihnen nicht unbekannt.

Allein durch die Erlebnisse aus Anlass von nicht seltenen Partys sind die Sprossen nicht unwissend. Die frühzeitige Aufklärung durch Schule und Pornos aus dem Internet lassen sie in Sachen Sex kein unbeschriebenes Blatt mehr sein. Mit älteren Generationen ist die junge Brut von heute nicht zu vergleichen.

Durch Doktorspiele haben die Kleinen früh herauszufinden versucht, warum die Erwachsenen sich so oft lieb haben. In der elterlichen Villa war Sexualleben nie ein Tabu. Kiddies kennen kindliche Lustgefühle, was aber nur wenige Ellis zur Kenntnis nehmen wollen. Die Kids erlebten in zarten Jahren, wie ihre Alten mit sich und den illustren Gästen umgehen.

Vernaschen war gar nicht zu verheimlichen.

Weil die Heranwachsenden heute niemanden im Hause antreffen, die Autos hingegen sämtlich in der Garage stehen, werden Vater und Mutter irgendwo auf dem Villengelände sein. Ist ja naheliegend, bei diesem herrlichen Wetter. Im Pool schwimmen sie allerdings nicht. Sie haben sich wahrscheinlich hinter den Schatten spendenden Büschen verkrümelt. Aber warum antworten sie nicht? Sind sie eingeschlafen? Oder miteinander so beschäftigt, dass es ihnen die Sprache verschlägt?

*

Allerhand haben die Kinder bereits in zarten Jahren mitbekommen, nie sind sie verscheucht worden. Ihre Eltern betrachteten es als sinnvolle Unterrichtung, wenn der Nachwuchs frühzeitig Sexualaufklärung bekommt. Da sind ihnen Naturvölker ein wirklichkeitsnahes Vorbild.

Vor vielen Jahren auf einem Geburtstagsmorgen der Mutter kamen die Kleinen zum Gratulieren in das Elternschlafzimmer. Dass Papi die Mami lieb hat, wissen die Kinder längst, und dass sie miteinander schlafen, machte auf ihnen keinen Eindruck. Sie gaben Küsschen und waren so was von herzig .....

Es war den Eltern nicht peinlich, als Arnold einen Koitus Interruptus erlebt.

Die Kleinen stehen da und machen große Augen. „Papa, hast du Spaß?"

Die Sprösslinge waren damals vorpubertär.

Der Vater erklärt ihnen: »Dass alle Lebewesen aus Samen entstehen, ist euch wahrscheinlich in der Vorschule gesagt worden. Aber Einzelheiten kennt ihr wohl nicht.

Sobald eine Frau und ein Mann, Mama und Papa zum Beispiel, sich ganz dolle lieb haben, bekommt der Vati einen großen, steifen Penis.«

»Wie die liebestollen Affen im Zoo«, riefen die vorlauten Mädchen dazwischen.

»Ja, genau. Dann kommt, Samen aus den Hoden. Er strömt durch den Pillermann und fließt vorne hinaus. Und sofern der in der Scheide einer Frau steckt, spritzt er in die hinein. Da trifft das Sperma, oder der Samen, wie man meist sagt, mit klitzekleinen Eiern zusammen, die in dem weiblichen Wesen gewachsen sind. Und daraus entsteht in neun Monaten ein kleines Baby, manchmal auch zwei, so wie das bei euch ebenso war. Das ist bei allen Menschen und Tieren auf der Welt so.«

»Sobald ihr größer seid, werdet ihr es genauso machen, das ist des Lebens Lauf. Sonst würde es bald keine Lebewesen auf der Erde mehr geben.«

»Och, das haben wir doch schon alles gewusst,« sagten die Kids naseweis.

Mutter hat ihren Spaß an der Erklärung ihres Arnold. Sie hat ja heute Geburtstag. Dass ihr Nachwuchs bereits aufgeklärt ist, verwundert sie nicht. Mit Handys vermögen schon die Kleinsten, sobald sie solch ein Gerät besitzen, alles Mögliche erfahren. Oft ist das aber gar nicht zu ihrem Vorteil, vornehmlich, wenn es sich um Horror und Mord handelt.

Da hatten die Kinder eine frei von Verschämungen gehaltene Aufklärung erhalten, was ihr bisheriges Wissen ergänzte.

Da Mädchen gewöhnlich zeitiger in die Pubertät kommen als Jungen, sind Sandra und Simone diejenigen, welche ihre Brüder schon mal zu verführen versuchen. Da werden ihnen gelegentlich überfallartig die Hosen runtergezogen. Neugierde ist nicht zu unterbinden.

Mutter aber passt auf. Nicht, dass sie ihren Kindern das Sinnliche verbieten will – im Gegenteil. Doch Achtgeben wird sie schon, dass aus einer Geschwisterliebe keine Probleme entstehen. Inzest ist strafbar.

Ansonsten geht sie ihrer eigenen Leidenschaft nach und vergnügt sich mit Arnold und ihren Partygästen.

Als die Kinder dann die Zeit der Pubertät überstanden hatten, wollten die Zwillinge sich mit albernen Doktorspielchen nicht weiter begnügen. Sie suchen sich ihr persönliches Vergnügen.

So kam es, dass Simone, die Ältere, bald nicht mehr unschuldig wie ein Lamm ist. In früheren Jahren wäre ein solch frühreifes Mädel ein »gefallenes Mädchen« gewesen und verachtet. Selten, dass es dann verheiratet werden konnte. Wenn es Glück hatte, wurde es die Gouvernante einer vermögenden Familie, meistens aber landete es als Hure auf der Straße.

Ihre Mutter ahnte das, denn ihr wurde ebenfalls früh die Unschuld genommen, allerdings zu jener Zeit ohne den Schutz der Pille. Doch sie hatte Dusel, die Ergüsse haben damals keinerlei Wirkung hinterlassen.

Jetzt sorgt sie dafür, dass die Töchter nicht schwanger werden, sobald die auf Wolke sieben schweben. Sie vermag zwar keine Hand dazwischen zu halten, und eiserne Keuschheitsgürtel gibt es lange nicht mehr. Solange die Schule nicht darunter leidet, wird es ein Donnerwetter nicht geben. Simone hat nicht selten ein sprunghaftes Vergnügen. Mütter bemerken so was.

*

Die Rasselbande suchte also gezielt und wurde auch bald findig. Sie stolperte fast über nackige Körper, die sich in der wohligen Sonne eine erste Bräunung holen wollen. Sie kamen aber nicht rechtzeitig genug, um zu erleben, wie Hüllenlose vom Hund in ihrem Treiben gestoppt worden sind. Doch wer sind die drei Unbekannten? Die haben sie bislang nie gesehen.

Die Eltern stellten ihren Kindern die neuen splitterfasernackten Mitarbeiter vor. Der Gärtner wird beim Anblick der Jugendlichen gleich in ein despektierliches Verhalten gedrängt. Während der Begrüßung konnten Sandra und Simone es aber auch nicht lassen, einen ihnen unbekannten Zauberstab begehrlich zu betrachten. Nicht weit, dann hätten sie sich daran vergriffen.

Spontan bekamen die Mädchen ein gleichgültiges Grinsen ins Gesicht. Ähnlich wie das unergründliche Lächeln der Mona Lisa sah es aus. Aber völlig teilnahmslos waren sie dann doch nicht.

Auch ihre Mutter hatte Mühe, sich zu beherrschen. Warum sollte sie nicht den Gärtner mal bei ihr arbeiten lassen, wo er schon wie ein Workaholic vor ihr steht?

Die Villeneigentümer sind mit ihrem Nachwuchs und den neuen Bediensteten bei dem herrlichen Wetter auf dem feudalen Areal in Eintracht versammelt. Wie hier üblich, darf sich jeder nach eigenem Belieben verhalten. Von FKK kann man hier gänzlich ungezwungen Gebrauch machen.

Das ist zwar für die Neuen erst gewöhnungsbedürftig. Wenn aber körperliche Freiheiten ungeniert ausgelebt werden dürfen, wird man sich an allgemeine Regeln schnell gewöhnen. Und sobald dazu zwitschert, umso lieber. Herrlich.

Der soeben aus der Privatschule eingetroffene Nachwuchs macht sich ebenfalls hüllenlos. Sie denken sich überhaupt nichts dabei, die neuen Mitarbeiter sind für sie erst recht keine Hemmschwelle. Für unbekannte Leiber haben sie, na logisch, immer interessierte Augen. Da werden sie sich doch nicht zieren!

Zunächst genehmigen die Schüler sich ein Bad im Pool. Nach anstrengenden Stunden in der Penne verspricht das eine wohltuende Angelegenheit zu sein. Sie regeneriert die körperlichen und geistigen Kräfte. Kopfüber sprang man ins Nass. Doch, lang blieben sie nicht darin. An den Jungs konnte man erkennen, wie kalt das Wasser noch war. Weniger als 2 Zentimeter! Fast hatten sie ein Loch in der Figur. Das hilfreiche Gestirn im Blau verscheuchte dann rasch die Gänsehaut. Sodann wurde es Zeit zum Mittagessen. Aber was gibt es denn heute?

Die langjährige, altvertraute Haushaltshilfe ist nicht mehr da, und die Neuen sind nicht mit der Küche vertraut.

Ja, die haben sie bisher nicht mal kennengelernt, weil man sich so lange in der Natur vergnügt hat. Faktisch hätte Mutter heute für das Essen zuständig sein müssen. Sie hat aber pflichtvergessen mit Arnold hinter einem Busch gelegen und darüber die Uhrzeit vergessen. Was passieren kann, wenn man anderen Leuten beim Schäferstündchen zusehen will.

Daher: Rasch eine Mahlzeit auf Rädern bestellen, denn mit hungrigem Magen den Tag durchstehen, das geht gar nicht.

Man kennt ein nahe gelegenes Restaurant, welches auch Speisen außer Haus liefert. Ein Telefonanruf, dann warten mit knurrendem Bauch einige Ausgehungerte auf die Zustellung. Hoffentlich kommt das Essen bald.

Nach geraumer Zeit läutet es dann am Portal. Die Freiluftbesessenen freuen sich auf die Speisung, und auch der Hund ist aufgeregt. Ist es sein Geruchssinn, der siebenmal stärker ausgeprägt ist als beim Menschen, oder schlicht nur Hunger? Würde er etwas Fressbares riechen, hätte er sich freudig und schwanzwedelnd verhalten. Jetzt aber hat er ein drohendes Knurren hören lassen.

Nicht die erwartete Essenanlieferung, sondern es sind Polizisten, die unverhofft im Portal stehen. Polente, hier? Zwei Mann in Uniform, einer in Zivil. Was hat denn das zu bedeuten?

Alex bellt wie verrückt.

Arnold ist ja nicht von gestern. Er hat oft von Betrügern gehört, die sich auf mysteriöse Art einschleichen. Daher lässt er sich die Ausweise dieser vorgeblichen Gesetzeshüter zeigen. Eine eingehende Prüfung und ein Rückruf auf der Dienstelle bestätigt ihm die Legitimation. Doch was suchen die drei auf seinem Grundstück? Man erklärt es ihm.

Die Polizei hat ein Auskunftsersuchen bzw. einen Fahndungsauftrag von Interpol bekommen. Seit dem Mordanschlag von Brüssel fahndet man im Stadtteil Moolenbeck nach einem Trio, einem Mann und zwei Frauen. Auf irgendeine Weise sind der Gärtner und die beiden Mädels in Verdacht geraten, an dem Anschlag teilgenommen zu haben. Man ist auf ihrer Spur und vermutet sie in diesem Anwesen.

»Bei uns sollen die Verbrecher sein?« regt Arnold sich auf.

Das ist mysteriös und ein Schock für die Familie. Vor nicht mal drei Stunden hat man die Unbekannten bei ihrer Freizeitbeschäftigung beobachtet und sich überlegt, sie einzustellen. Kann es sein, dass sich Terroristen eingeschlichen haben, um sich in diesem Anwesen zu verbergen?

Arnold ging davon aus, zwar peppige, triebhafte, doch rechtschaffene Mitarbeiter gefunden zu haben.

Das wird logischerweise eingehend zu überprüfen sein. Man bittet die Beamten herein und konfrontiert sie mit den Verdächtigten. Bis jetzt nackt und in der Sonne liegend, haben sich die Anwesenden flüchtig etwas übergeworfen. Splitterfasernackt kann man der Staatsmacht keinesfalls gegenübertreten. Der Beamte in Zivil ist von der Sitte und betrachtet die nur unvollkommen Verhüllten im dienstlichen Auftrag. Er hat irgendetwas von Bordellbetrieb gehört. Das Fahndungsprotokoll wird eröffnet. »Bitte weisen Sie sich aus«, fordern die Staatsdiener den Gärtner und die beiden Frauen auf.

Die haben nun natürlich ein Problem, denn `nem nackten Mann vermag man unmöglich in die Tasche zu greifen. Da müssten sie sich zunächst mal zu ihren abgelegten Kleidern begeben. Um aber auf jeden Fall einem eventuellen Fluchtversuch vorzubeugen, begleiten die Beamten die Verdächtigten zum Ablageort auf dem Gelände. Das ist ein delikater Gang, denn der Gärtner, vor allem jedoch Katrin und Sonja, vermögen ihre Blöße nur unvollkommen zu bedecken. Mit formvollendet schwingenden Achtersteven bewegen sich die Beschuldigten vor den Polizisten über das Areal. Denen springen fast die Augen aus den Höhlen.

Die Überprüfung ergibt dann innerhalb kurzer Zeit, dass die Beargwöhnten zu den Mordüberfällen in Belgien keine Verbindung haben. Für die uniformierten Staatsdiener ist dieser Fall damit hier erledigt. Der Mann in Zivil hat indes mit geschulten Augen bemerkt, dass auf dem Areal erhebliche Freizügigkeit zu herrschen scheint. Könnte hier etwa doch ein nicht genehmigtes Bordell betrieben werden? Die Anwesenheit der Nackten spricht dafür. Das hat weiter unter Beobachtung zu bleiben!

Kurz nach diesem Aufreger wird das bestellte Essen dann angeliefert. Sobald die Beamten sich verabschiedet haben (mit Entschuldigung für die Verdächtigung), machten sich alle mit Heißhunger über das Menü her. Man ließ es sich gut munden. Auch Alex wird zufriedengestellt. Zwei Würste, gereicht von den Neuen, lassen ihn Freundschaft schließen. Mit seinem menschlichen Rüden wie den weiblichen Eindringlingen. Aber das Schnüffeln zwischen ihren Beinen kann er nicht seinlassen. »Alex, Pfui.«

Mittlerweile war es früher Nachmittag geworden. Die Sonne scheint weiterhin mit Macht vom Frühlingshimmel. Das Freiluftbaden nimmt seinen Fortgang.

*

Der Hunger Judith`s kommt nicht allein vom leeren Magen. Sogar der Hund vermag sie in Stimmung zu bringen, wenn sie erlebt, wie der seinen Gefühlen auf die Sprünge hilft. Doch auch ihr Mann bekam Lust auf unbekannte Körperregionen, seit er die Aspiranten bei ihren Freiluftaktivitäten beobachtet hat.

Judith beäugte den Gärtner interessiert, als die Jugendlichen begrüßt wurden. Alex schwänzelte zwischen den Nackten herum und beschnupperte immer wieder weibliche Areale. Insbesondere die von Katrin und Sonja, denn die sind neu in seinem Geruchslexikon und enorm animierend. Für einen Rüden hatten die etwas Läufiges an sich. Offensichtlich stimuliert ihn der Geruch, der in der haarigen Zone haftet. »Alex, Pfui« bewirkt nicht viel.

Leider war die Polizei dazwischengekommen, dann das verspätete Mittagsessen. Daher sind die Begehrlichkeiten zunächst erkaltet, aber keineswegs erloschen. Das Feuer wird zu gegebener Zeit erneut zum Lodern gebracht. Aufgeschoben bedeutet keinesfalls aufgehoben.

Es ist beschlossene Sache, diese Aspiranten jetzt, als sich herausgestellt hat, dass sie mit den Anschlägen von Brüssel keine Gemeinsamkeiten besitzen, fest einzustellen. Was auf dem Gelände und in der Villa an Erotik betrieben wird, hat mit einem Bordellbetrieb absolut gar nichts zu tun. Da braucht man vor der Sitte keineswegs Angst zu haben, doch von der Polizei dauernd im Auge behalten zu werden, ist auch nicht sonderlich angenehm. Was denken denn dann ihre Gäste!

Judith erlebt einen Tagtraum. Den Gärtner möchte sie möglichst bald auf Herz und Nieren prüfen. Sogar, als sie später von Arnold verwöhnt wird, schwebt ihr nebenbei ein grüner Geist durchs Gemüt. Ebenso spekuliert Arnold über die zwei Neuen, während er fast abwesend mit Judith verkehrt. Derart verrückt sind die beiden auf etwas Brandneues, vermeintlich Pointierteres, dass ihre Gedanken sogar beim Liebemachen abschweifen. Es ist die Routine, die sie mit frischen Kontakten zu überwinden versuchen.

Die Angestellten sind inzwischen einige Tage hier tätig und haben sich halbwegs an Haus und Hof gewöhnt. Sie bewohnen einen Trakt in der Villa, relativ abgeschieden vom Haupthaus. Dort gehen sie regelmäßig ihren körperlichen Bedürfnissen nach, natürlich, um nicht aus der Übung zu kommen. Der Gärtner sorgt schon dafür, dass sich kein Moos verbreitet.

Noch hat sich nicht wieder die Situation des ersten Tages ergeben. Aber Judiths und Arnolds Gedanken kreisen ständig um die Reize ihrer neuen Gehilfen. Sie sind fortwährend bemüht, einen günstigen Anlass zu schaffen, um Wohltaten zu verteilen. Das wird keine große Mühe bereiten, denn sie laufen sich ja häufig über den Weg. Unbekannte Landschaften lohnen jede Mühe, erforscht zu werden.

Die nächste Party

Bald wird wieder eine Fete steigen, denn Simone und Tom, die Älteren der Zwillinge, feiern ihren achtzehnten Geburtstag. Dann sind sie mündig. Vollmundig werden sie ihre erste Sause als Erwachsene erleben. Es soll ein supergeiler Budenzauber mit vielen Freunden sein, haben sie sich vorgenommen. Mit exotischen Getränken, protzigem Büfett, fetziger Musik und feuchtfröhlichem Abschluss, wie es heute üblich ist. Blutige Anfänger sind sie ja nicht mehr.

Drei Wochen gehen ratzfatz vorüber, der Tag und die Nacht des Festes rücken näher. Die Villa ist in Aufruhr, manche Zimmer sind neu herzurichten. Die Bediensteten kommen nicht zur Ruhe. Nicht nur Stühlerücken ist angesagt, ab und zu hat auch der Hausherr abenteuerliche Interessen. Sein Appetit hat er nicht lange unterdrückt nach dem Schauerlebnis des ersten Tages.

Welcher agile Mann vermag schon an dem Hinterteil eines Hausmädchens vorbeizugehen, wenn sie die Furzkisten richtet? Eine schnelle Adresse am Morgen ist dann gang und gäbe.

Sonja und Katrin werden die Gerätschaften zum Bodybuilding in den Spielsäalen erklärt, für die manche der illustren Gäste eine Schwäche zeigen. Den Neuen quollen die Augen über, als sie sich ausmalten, wie hier die Post abgeht. In Kürze könnte es wieder soweit sein, wenn ein weiterer Grund zum Feiern realisiert wird: die Party zur Volljährigkeit.

Rückblick

Achtzehn Jahre, und die Zeit verging wie im Fluge. Judith kann sich genau daran erinnern, unter welchen Umständen sie damals Kai gezeugt hatten. Dass daraus auch Simone resultierte, war nicht geplant. Kam es

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