Erfreu Dich an Millionen von E-Books, Hörbüchern, Magazinen und mehr

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Land unterm Regenbogen. Reisen durch Südafrika

Land unterm Regenbogen. Reisen durch Südafrika

Vorschau lesen

Land unterm Regenbogen. Reisen durch Südafrika

Länge:
73 Seiten
55 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
16. Nov. 2018
ISBN:
9783742718242
Format:
Buch

Beschreibung

Südafrika, die "Regenbogennation", Land der Vielfalt und der Widersprüche. Was ist aus Südafrika nach dem Ende der Apartheid geworden? Wovon träumen die Menschen am Kap? Was bewegt sie? Wie sieht das Zusammenleben im neuen Südafrika aus? Fünf Wochen reiste Kai Althoetmar durch Südafrika: von Kapstadt in die Cederberge, nach Robben Island, zum Oranje und zum Kap Agulhas, in die Weinbaugebiete von Paarl, in die Cape Flats, die Ghettos der Schwarzen, besuchte in der tiefsten Provinz jahrhundertealte Missionssiedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine, traf einen Gefährten Nelson Mandelas auf Robben Island, recherchierte auf einem Weingut und einer Straußenfarm und fuhr mit dem Kanu hundert Kilometer den Oranje an der Grenze zu Namibia hinunter. Geschichten über das neue Südafrika, seine Menschen, ihr Leben, ihre Träume. Storys, die beginnen, wo die Nachrichten aufhören, Reiseerzählungen, die Südafrikas Menschen jenseits der Schlagzeilen und Klischees mit Empathie und Humor zeigen. Zusätzlich enthalten: "Diamantenfieber Deutsch-Südwest. Kolmanskuppe, Geisterstadt der Namib".
Herausgeber:
Freigegeben:
16. Nov. 2018
ISBN:
9783742718242
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Land unterm Regenbogen. Reisen durch Südafrika

Buchvorschau

Land unterm Regenbogen. Reisen durch Südafrika - Kai Althoetmar

Kai Althoetmar

Land unterm Regenbogen

Reisen durch Südafrika

Edition Kultour

Inhalt:

1. Prolog: Ein afrikanisches Mosaik wird besichtigt.
2. Die Insel der Verdammten. Auf der ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island.
3. Was machen die denn hier? Das etwas andere Kapstadt: Eine Rundreise durch die Ghettos der Schwarzen.
4. Auf der Suche nach Elim. Bei den Herrnhutern in den Zederbergen und am Kap Agulhas.
5. Hundert Kilometer Einsamkeit. Mit dem Kanu auf dem Oranje.
6. Vogelstrauß im Wohnzimmer. Beim Straußenfarmer von Klapmuts.
7. Onkel Sampies Hütte. Auf Südafrikas Weingütern liegen Luxus und Elend dicht beisammen.
8. Musikanten der Straße. Südafrika zieht Millionen von Glücksrittern aus den ehemaligen Frontstaaten an.
9. Diamantenfieber Deutsch-Südwest. Kolmanskuppe, Geisterstadt der Namib.

Prolog: Ein afrikanisches Mosaik wird besichtigt

1988, es war der 11. Juni. Ich ging noch zur Schule und hing eines Abends am Transistorradio. Free Nelson Mandela! knarzte es aus dem Radio. Ein Chor der Hunderttausend, der rhythmisch und peitschend jenen politischen Refrain durch das überfüllte Londoner Wembley-Stadion branden ließ: „Freiheit für Nelson Mandela! Der Jugendsender SWF 3 übertrug das legendäre Solidaritätskonzert, das die Cream des Pop & Rock dem prominenten Häftling auf Robben Island zu seinem 70. Geburtstag gewidmet hatte. Peter Gabriel, die Dire Straits, die Simple Minds, Meatloaf, Whitney Houston und all die anderen Chart-und-Heartbreaker sangen ohne Gage. Peter Gabriels Requiem auf den 1977 von Polizisten umgebrachten schwarzen Bürgerrechtler Steve Biko und die Dire Straits-Ballade von den „Brothers in Arms, den „Waffenbrüdern, lösten Gänsehaut aus.

Ich wußte damals nicht viel über diesen Biko und jenen Mandela, den Amnesty International nicht zum „Fall machen wollte, weil er kein Ghandi, kein Prophet der unbedingten Gewaltlosigkeit war. In Südafrika, das war die allgemeine Lesart, regierten böse Menschen, die gute Menschen knechteten und auf ihrem Sonderweg der „getrennten Entwicklung wie die Titanic dem Untergang entgegensteuerten, mit den Weißen in der Luxusklasse, den Farbigen und Indern in Klasse Zwei und den Schwarzen im Unterdeck.

Die Südafrika-Bücher und -Filme jener Tage trugen Titel wie „Das Land am Abgrund", „Cry Freedom - Schreiendes Land und „Weiße in der Wagenburg. Der Apartheid-Dampfer, der lange Zeit als unsinkbar galt, rammte sich durch die Weltgeschichte. Die Schüleraufstände von Soweto, die Streiks und die Sanktionen, die Dekolonisation Namibias, die Desinvestitionspolitik des Westens, schließlich Gorbatschow, das Ende der Ost-West-Konfrontation und der Stellvertreterkriege im südlichen Afrika - der Apartheid-Kurs der Titanic Südafrika war nicht mehr zu halten. Das Jahr 1994 besiegelte am Kap endgültig das Ende der staatlich verordneten Rassentrennung.

Das alte Südafrika kennen nur wenige Deutsche aus eigenem Erleben, aus erster Hand. Das alte Südafrika und seine Apartheid-Doktrin sind heute so tot wie der Gulag-Sozialismus Ost-und Mittelosteuropas. Regime implodieren, Menschen nicht. Ihre Biographien lassen sich nicht umschreiben, sie werden nur unter anderen Umständen fortgeschrieben. Südafrikas politisch-konstitutionelle Transformation scheint mit der Abonnement-Herrschaft des ANC vorläufig beendet, die in den Köpfen und Herzen ist es längst nicht. Das kennen wir Deutsche. Deutschland und Südafrika sind Zwillinge: rassenideologische Vergangenheit, totalitärer Polizeistaat, realitätsfremde Überdehnung der Macht und Verkennung gegnerischer Kräfte.

Das neue Südafrika ist ein Land im Werden. Ein Land in Bewegung, ein Land für Glücksritter und Pechvögel, in dem nichts sicher und alles möglich ist. Anders als in der DDR brach die neue Zeit in Südafrika nicht wie eine Kerzenrevolution ein. Die Wende am Kap wurde über Jahre verhandelt. Politisch sind Südafrikas Karten auf Vorrat gemischt: Der ANC, der schon 1994 bei den ersten demokratischen Wahlen die absolute Mehrheit der Parlamentssitze gewann, hat praktisch ein Abo auf die Macht im Staate. Denn Wechselwähler gibt es in Afrika wenige. Gewählt wird - vor allem im Lager der Schwarzen - entlang der ethnischen Linie.

DAS Südafrika gibt es nicht. Südafrika ist Industrie- und Entwicklungsland. Ein Land, in dem anno 1967 dem südafrikanischen Chirurgen Christiaan Barnard die weltweit erste Herztransplantation gelang, und in dem noch immer Kinder an Mangelernährung und Durchfallkrankheiten sterben. Und wer ist überhaupt Südafrikaner? Die Stämme der Xhosa und Zulu, die ab 300 nach Christus von Norden in Teile des heutigen Staatsgebietes eindrangen? Die in Südafrika fast ausgerotteten Buschleute (San), die Ureinwohner des südlichen Afrikas? Die Hugenotten aus Europa, die im 17. Jahrhundert in der Tafelbucht landeten, das Land kolonisierten, nach Norden und Osten vordrangen und 1770 die Siedlungsgrenze der Bantu erreichten? Sie alle sehen sich als Südafrikaner, auch die Spätausgewanderten, Deutsche wie Briten, Immigranten aus den ehemaligen Frontstaaten, ob aus Mosambik, aus dem Kongo oder aus Simbabwe. Südafrika war und ist ein Einwanderungsland.

Südafrika - das ist „eine Welt in einem Land". Der Slogan stimmt. Hier die mediterrane Provinz Westkap mit Weinbergen, Obstplantagen, Fischersiedlungen und dem multikulturellen Völkergemisch in und um Kapstadt: viele Farbige, viele Weiße, viele Kap-Malaien -

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. , um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Land unterm Regenbogen. Reisen durch Südafrika denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen