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Zwei Neujahrsnächte
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eBook25 Seiten21 Minuten

Zwei Neujahrsnächte

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Über dieses E-Book

Luiz Heinrich Mann (1871-1950) war ein deutscher Schriftsteller aus der Familie Mann. Er war der ältere Bruder von Thomas Mann. Ab 1930 war Heinrich Mann Präsident der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste, aus der er 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ausgeschlossen wurde. Mann, der bis dahin meist in München gelebt hatte, emigrierte zunächst nach Frankreich, dann in die USA. Im Exil verfasste er zahlreiche Arbeiten, darunter viele antifaschistische Texte. Seine Erzählkunst war vom französischen Roman des 19. Jahrhunderts geprägt. Seine Werke hatten oft gesellschaftskritische Intentionen. Die Frühwerke sind oft beißende Satiren auf bürgerliche Scheinmoral. Mann analysierte in den folgenden Werken die autoritären Strukturen des Deutschen Kaiserreichs im Zeitalter des Wilhelminismus. Resultat waren zunächst u. a. die Gesellschaftssatire «Professor Unrat», aber auch drei Romane, die heute als die Kaiserreich-Trilogie bekannt sind. Im Exil verfasste er die Romane «Die Jugend des Königs Henri Quatre» und «Die Vollendung des Königs Henri Quatre». Sein erzählerisches Werk steht neben einer reichen Betätigung als Essayist und Publizist. Er tendierte schon sehr früh zur Demokratie, stellte sich von Beginn dem Ersten Weltkrieg und frühzeitig dem Nationalsozialismus entgegen, dessen Anhänger Manns Werke öffentlich verbrannten.
SpracheDeutsch
Herausgeberepubli
Erscheinungsdatum2. Nov. 2021
ISBN9783754917039
Zwei Neujahrsnächte
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Autor

Heinrich Mann

(Luiz) Heinrich Mann, geb. 1871 in Lübeck; 1889 Abbruch der Schulausbildung, Buchhändlerlehre, erste Erzählungen und Texte; ab 1890 Volontariat bei S. Fischer in Berlin; 1905 "Professor Unrat", zunächst kein großer Erfolg; 1914 Heirat, 1915 "Der Untertan", erst auf Russisch, ab 1918 auch auf Deutsch, schließlich großer Erfolg; einziges Kind 1916 geboren; 1930 Ehescheidung, Verfilmung von "Professor Unrat" unter dem Titel "Der blaue Engel", Welterfolg; 1933 Emigration, zunächst nach Frankreich; 1935-1938 "Die Jugend des Königs Henri Quatre" und "Die Vollendung des Königs Henri Quatre"; 1939 zweite Heirat; 1940 Flucht in die USA, dort 1950 gestorben.

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    Zwei Neujahrsnächte - Heinrich Mann

    Zwei Neujahrsnächte

    Zwei Neujahrsnächte

    Zwei Neujahrsnächte

    Der einsame Reiter ritt nun schon eine lange Weile in Sinnen dahin, hielt den Kopf gesenkt und den Zügel locker. Als er mit munterem Trab in den Wald eingetreten, hatte er die alten Stämme so hoch in den stahlblauen Himmel hineinragen gesehen, daß die zahllosen Sterne wie leuchtende Blüten an den obersten Zweigen zu hangen schienen.

    Nun ward er plötzlich aus seinen Träumen aufgeschreckt durch einen Windstoß, der ihm den Dreimaster entführen gewollt. Ganz verwundert sah er die Sterne verschwunden und die Gipfel der Bäume in schwarzer Finsternis verloren. Dem ersten Windstoß folgten andere, die ihm kleine spitze Körner ins Gesicht trieben.

    Mit zorniger Bewegung gab er seinem Pferde die Sporen, um dem Schnee- und Hagelwetter womöglich zu entkommen. Aber es war zu spät. Mit jeder Minute wuchs der Sturm, bald fanden sich Roß und Reiter in einer wirbelnden Wolke geschlossen. Beide waren geblendet, die spitzen Hagelkörner ängsteten das Pferd, so daß es scheute. Ärgerlich riß der Reiter es vorwärts, da tat es einen Fehltritt und stürzte.

    Einen Fluch zwischen den Zähnen hervorstoßend, stieg der Reiter ab, um dem Tiere aufzuhelfen. Es glückte endlich, doch zeigte sich ein Fuß verstaucht.

    Der junge Mann streichelte das zitternde Tier und tröstete es:

    »Arme Biche! Das hätte auch mir selbst passieren können. Nun müssen wir sehen, wo wir bleiben. Das kann eine hübsche Neujahrsnacht werden.«

    Bei jedem Schritt verstrickte er sich in Wurzeln. Weg und Richtung waren längst verloren; wenig Hoffnung, Alshausen, den Gutshof zu erreichen, wo ihn die Braut erwartete. Nun galt es, sich mit dem Dickicht des westfälischen Waldes abzufinden. Die Stämme standen so nahe beieinander, daß bei aller Vorsicht das Pferd nicht ganz vor Schlägen gegen den

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