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MEIN FREUND THEODOR W. ADORNO: ADORNO ABER ZÖGERTE NOCH, SICH DEN JUNGEN MARXISTEN ANZUSCHLIEßEN.

MEIN FREUND THEODOR W. ADORNO: ADORNO ABER ZÖGERTE NOCH, SICH DEN JUNGEN MARXISTEN ANZUSCHLIEßEN.

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MEIN FREUND THEODOR W. ADORNO: ADORNO ABER ZÖGERTE NOCH, SICH DEN JUNGEN MARXISTEN ANZUSCHLIEßEN.

Länge:
134 Seiten
57 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
20. Juli 2020
ISBN:
9783752909036
Format:
Buch

Beschreibung

Das Institut für Sozialforschung es war die erste Forschungsstelle für Marxismus und Geschichte der Arbeiterbewegung an einer deutschen Universität, gestiftet von Felix, weil dessen Vater Millionen als Händler gemacht hatte. 1924 war das Institut eröffnet worden. 1930 wurde Max Horkheimer, bis dahin Lehrbeauftragter für die Geschichte der neueren Philosophie, einigermaßen überraschend zum Leiter berufen.

Er hatte bis dahin nichts Spektakuläres publiziert, doch er hatte eine Vision Er wollte die marxistische Theorie aus ihrer dogmatischen Versteinerung erlösen. Sie öffnen für die neuen Wissenschaften, für die Soziologie, die Psychologie und sie als kritische Theorie der Gesellschaft erneuern, die immer im Auge behält. Wem das eigentlich nützt, dass die Welt ist, wie sie ist und wem es schadet.

Das war gewissermaßen ein theoretisches Projekt, das großen Reiz hatte und was der Horkheimer sehr emphatisch zu vertreten vermochte. Wir sind eigentlich die, auf die dieser Fortschritt in dieser Theorie angewiesen ist. Wenn wir es schaffen als einem verschworenen Kreis, dann macht es keiner. Wir haben da eine Sendung, auch dieses Sendungsbewusstsein, das sehr gut vermitteln. Und das war für Adorno zusammen mit diesem Reiz eines exklusiven Kreises unwiderstehlich, in gewisser Weise.

Das Institut faszinierte neben Adorno auch andere Intellektuelle, die alle dem jüdischen Bürgertum entstammten. Friedrich Pollock, Mitarbeiter des Instituts, von Anfang an der Literatur, Soziologe Leo Löwenthal und Erich Fromm, der Psychoanalytiker. Schließlich stieße Herbert Marcuse, später einer der Väter der studentischen Protestbewegung, und der Kulturkritiker Walter Benjamin hinzu Aus proletarischen Verhältnissen kam keiner.
Herausgeber:
Freigegeben:
20. Juli 2020
ISBN:
9783752909036
Format:
Buch

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MEIN FREUND THEODOR W. ADORNO - Heinz Duthel

Heinz Duthel mein Freund Theodor W. Adorno

Zur Dialektik der Aufklärung, das wissen wir inzwischen, gehört eben auch, dass sie als einseitige, bloß rationale ihr Gegenteil bewirken kann, nämlich die Kälte der Verdrängung.

Theodor W. Adorno

Dass Politiker ihn bei Gedenktagen zitieren, hätte ihm gefallen. Und dass es deutsche Politiker sind, hätte ihn wohl nicht gestört.

Dabei hatte dieses Land den kritischen Philosophen in die Emigration gezwungen wie die übrigen Mitglieder des Frankfurter Instituts für Sozialforschung.

Es gab Zeiten, da galt dieses kleine Haus als Kaderschmiede für Berufs, Revolutionäre oder als der Ort, an dem gründlich wie sonst nirgends darüber nachgedacht wurde, warum die Menschen nicht aus dem Kreislauf von Gewalt und Unterdrückung herausfinden.

Für Adorno war das Institut ein Ort zum Denken und vielleicht auch noch mehr eine Schutzhülle. Sein Elfenbeinturm, in dem er sich geborgen fühlte, vielleicht sogar glücklich.

Auch wenn er über persönliche Dinge öffentlich kaum sprach und höchstens einmal seine Liebe zum Tango verriet. Das aber war schon eine fast sentimentale Abschweifung für einen, der die Welt, in der er lebte, für eine nichtmenschlichen hielt. Doch als die Studenten in den sechziger Jahren gegen diese Welt protestierten, schließlich auch gegen ihn rebellierten, sein Institut besetzten, da rief er die Polizei.

Dabei hatten die Studenten bei ihm studiert, hatten seine Bücher gelesen, hatten darin das gemeinsame Ziel gefunden die Erziehung der Menschen zur Mündigkeit.

Unter einem mündigen Menschen verstehe ich allerdings zugleich auch einen Menschen, der sein Schicksal in der Realität real bestimmen kann. Und das bedeutet eine Gestaltung, eine Einrichtung der Realität, so dass in ihr mündige Menschen leben können.

Das alte Frankfurt war eine erstaunlich schöne Stadt, über die Adorno ebenso erstaunlich nie eine Zeile geschrieben hat. über die verwinkelte Altstadt noch über die Gründerzeit Paläste des Großbürgertums, die allerdings auch nicht seine Welt waren. Sein Vater, der Weinhändler Oscar Wiesengrund, war jüdischer Herkunft und abenteuerlustig genug, die ehemalige kaiserliche Hof Opernsängerin Maria Callas Adorno zu heiraten.

Die Familie lebte zunächst in der Innenstadt in der Uferstraße. Schöne Aussicht. Die Mutter ließ das Kind katholisch taufen. Später gab Adorno als Konfession auch evangelisch an. Es war nicht wichtig. Die Familie zog schließlich in ein kleines Reihenhaus im Frankfurter Vorort Oberrad. Seine musikalische Begabung führte Adorno zeitlebens auf seine Mutter zurück. Später, in der Emigration, wird er ihren Namen annehmen. Dass Vater Wiesengrund für seine intellektuelle Entwicklung ebenso wichtig war, ist kaum bekannt.

Unendlich viele Leute haben im Hause seines Vaters verkehrt.

Er hat ja alle die Intellektuellen hier kennengelernt, hat der Herr im Hause seines Vaters kennengelernt, und das war nicht nur die Mutter mit der Musik, die Mutter und die Tante mit der Musik, die die Leute angezogen haben.

Es war auch der Vater, der in der Lage war, lange ähnliches in seinem Hause zu etablieren. Dem hat man mit höchster Hochachtung gesprochen. Doch.

Eigentlich hatte der Vater zwei Frauen geheiratet, denn mit der Sängerin Maria Adorno kam auch deren Schwester Agathe in die Familie. Meine zweite Mutter nannte der junge Adorno sie. Einmal im Jahr reisten die beiden Frauen mit dem Kind in Urlaub nach Mosbach im Odenwald ins Hotel Post.

Der Vater hatte das Haus mit Wein beliefert, und aus der Geschäftsbeziehung war irgendwann Freundschaft geworden zwischen ihm und der Hoteliers. Familie.

Mehrere Wochen blieben die Wiesengrund jedes Jahr in Mosbach Adorno, den alle Teddy riefen, spielte mit der Hotel Besitzerin vierhändig auf dem Klavier. Der Vater allerdings hatte nie Zeit für Urlaub, wie sich Karl Spöri, Freund des jungen Adorno, erinnert.

Das waren zwei Welten. Der Vater war Kaufmann, war Geschäftsmann und. Musik, Musik, Musik. Wir haben ihn angehimmelt, wie er auf dem Klavier gespielt hat.

Es war das Zimmer Nummer 3, in dem die Familie Adorno jedes Jahr wohnte zur Sommerfrische. Wie das damals hieß. Bis heute ist das Zimmer unverändert geblieben. Sieht man vom Telefon ab. Es ist ein schlichtes Zimmer. Aber draußen vor dem Fenster offenbarte sich Idylle. Die beiden Mütter Adornos konnten sich daran offenbar nicht satt sehen.

Maubach.

Wenn es einen Ort gab, den Adorno mit Glück verband, dann war es für ihn das Urbild aller Städtchen. Die Schritte der Menschen auf dem Kopfsteinpflaster. Er wird sich als Emigrant in Paris daran erinnern.

In New York, so schreibt er, habe mehr Ähnlichkeit mit Paris als Paris mit New York. Auch das Aufblitzen der Neon Reklame konnte ihn später in New York nicht mehr erschrecken. Das kannte er so gut hat mein Städtchen mich behütet auf das ihm

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