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Der perfekte Angler: Neue Geschichten und überarbeitete Texte aus dem Klassiker "...und Petrus drückt ein Auge zu"

Der perfekte Angler: Neue Geschichten und überarbeitete Texte aus dem Klassiker "...und Petrus drückt ein Auge zu"

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Der perfekte Angler: Neue Geschichten und überarbeitete Texte aus dem Klassiker "...und Petrus drückt ein Auge zu"

Länge:
203 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
9. Dez. 2014
ISBN:
9783738001914
Format:
Buch

Beschreibung

Voller Humor schildert der Autor, was alles geschehen kann, wenn drei gute Freunde ans Angelwasser gehen, um ihrem Hobby zu frönen. Dass sie dabei die unglaublichsten Abenteuer zu bestehen haben, ist klar. Kein Bach und keine Pfütze sind vor ihnen sicher. Alles wird auf brauchbaren Fischbestand untersucht.
Verständlich wird aber auch, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Der Weg zum perfekten Angler ist weit und steinig, gelegentlich auch schmerzhaft. Vor die großen Fische hat Petrus große Herausforderungen gestellt. Nichts wird dem Petrijünger geschenkt, alles muss verdient werden. Es sind die ganz typischen Situationen, in denen sich alle Freunde der Fischwaid selber wiederfinden.
Das Augenzwinkern, mit denen die Geschichten erzählt werden, garantiert für Spaß und gute Laune.
Mit diesem Buch erfüllt der Autor Claus Beese den vielfältig geäußerten Wunsch nach einer Neuauflage seines Klassikers "...und Petrus drückt ein Auge zu", doch hat er den Geschichten neue Abenteuer aus seiner Jugend hinzugefügt.
Herausgeber:
Freigegeben:
9. Dez. 2014
ISBN:
9783738001914
Format:
Buch

Über den Autor


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Der perfekte Angler - Claus Beese

Zum Buch

Texte Claus Beese

www.claus-beese.de

Illustrationen Lothar Liesmann

www.zeichner-liesmann.de

Dieses Buch ist als Printausgabe beim Mohland Verlag unter der

ISBN-Nummer 978-3-86675-152-1

erschienen und im Handel, beim Verlag oder beim Autor erhältlich.

Vorwort

Der perfekte Angler hat Geräte für jede Art der Angelei in großer Auswahl vorrätig. Er stellt sich jeder Herausforderung. Jede Situation kann gemeistert werden. Jeder Fisch, egal wie groß er sein mag, kann gefangen werden. Bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter. Jeder Tag muss perfekt sein, perfekt wie der Angler selbst. Oder?

Seien wir doch mal ehrlich. Sind es immer die großen Fische, die uns Angler ans Wasser locken? Müssen wir uns immer und überall und ständig beweisen, dass wir den Flossenträgern überlegen sind? Lassen wir die technischen Finessen und Möglichkeiten einmal weg, was bleibt uns dann? Probieren Sie mal, mit bloßer Hand einen Fisch zu fangen. Sie werden schon sehen, dass von Überlegenheit keine Spur mehr ist. Natürlich beigeistert uns der Adrenalin-Kick, wenn die Schnur straff gespannt ist, und der Fisch sich am Ende derselben müde tobt.

Aber sind es nicht auch die kleinen Erlebnisse, die manchmal zum großen Abenteuer werden, und uns in ihren Bann ziehen? Freundschaften, die daraus entstehen, dass man demselben Hobby frönt? Kameradschaften, in denen sich jeder auf den Freund verlassen kann? Kein Tag ist wie der andere. Wobei ein jeder zwar ein Angeltag sein kann, jedoch kein Fangtag sein muss. Selbst wenn man einmal als Schneider, ohne Fisch, nach Hause gehen muss, war der Tag nicht wunderbar? Inmitten der Natur, grüner Wiesen, bunter Blumen, umgeben von dutzenden Tierarten die Zeit zu verbringen, hat doch etwas Magisches.

Wenn Sie jetzt glauben, dass Sie den Fisch Ihres Lebens fangen werden, nur weil Sie dieses Buch gelesen haben, so sage ich Ihnen ganz klar:

„Jaaa, kann passieren, muss aber nicht!"

Fänge, die wir berechnen können, verlieren ihren Reiz. Überlassen wir es doch einfach auch ein wenig dem Zufall, wie groß der Fisch ist, der unseren Köder schluckt. Ich werde Ihnen in diesem Buch etwas anderes zeigen. Nämlich alles das, was es um das Angeln herum auch noch gibt, und das unser Hobby wirklich reizvoll macht. Manche unter uns haben dafür kein Gespür, keine Augen. Ihnen gilt unser Mitgefühl und der Wunsch, dass sie bei der Lektüre dieser Geschichten vielleicht eine neue, andere Seite ihres Hobbys kennen lernen.

Nach Perfektion zu streben, ist erst einmal nichts Schlechtes. Doch worin besteht sie überhaupt? In dem Wunsch nach immer mehr Fischen, dem immer größeren, immer dickeren Fisch? Oder ist Perfektion, sich im Einklang mit der Natur zu befinden? Augen nicht nur für den Fang, sondern für alles Leben drum herum zu haben? Bedeutet Perfektion, uns mit dem zufrieden zu geben, was uns Mutter Natur schenkt, und darüber, dass sie es tut, glücklich zu sein? Bewahren wir ihr gegenüber doch ein klein wenig Bescheidenheit und Demut. Sie wird uns dafür reich belohnen.

Petri Heil und viel Vergnügen.

Petrus drückt ein Auge zu

Kurz nach meiner Geburt beugten sich zwei ältere Herren über meine Wiege, die man mir später als meine Großväter vorstellte. Mit bedenklicher Miene und prüfendem Blick wurde ich gemustert. Die beiden konnten es kaum glauben, dass sie nun, nach zwei Enkeltöchtern, endlich den ersehnten Enkelsohn vor sich hatten.

„Er hat meine Augen!", stellte Arthur fest.

„Hoffentlich verwächst sich das noch, konterte Heinrich. „Nichts wäre schlimmer, als wenn der Bengel auch nur das Geringste von dir hätte!

Der Oberlokführer a. D., Arthur B., wurde puterrot im Gesicht.

„Willst du damit sagen, er käme nach dir?", brüllte er.

„Das sieht doch ein Blinder, oller Suffkopp!, bölkte der Postamtsgehilfe i. R., Heinrich K., zurück. „Und dass du es nur weißt, zum Angeln nehme ich ihn das erste mal mit!

„Na, dann lernt er wenigstens gleich, wo die Fische nicht sind. Und mehr, als Perücken in die Schnur zu schießen, kannst du ihm eh nicht beibringen", stellte Arthur bissig fest.

Wie der geneigte Leser wohl schon bemerkt haben wird, waren die beiden alten Herren sicher nicht das, was man unter guten Freunden versteht. Warum auch? Schließlich herrschte schon seit Urzeiten zwischen den Beiden eine mal mehr, mal weniger heftige Fehde. Es gab eigentlich keinen Grund, diesen Zustand nun plötzlich zu ändern. Dabei hatten sie doch in ihren Hobbys so vieles, das sie verband, und doch trennte es sie gleichermaßen. Schon zu Lebzeiten war ihnen Ruhm und Ehre zuteil geworden und hatten ihnen einen Ruf wie Donnerhall beschert. Waren sie doch die erfolgreichsten Kanarienzüchter in weitem Umkreis. Urkunden und Pokale zeugten von ihrem Können. Wenn einer von ihnen, meist jedoch beide, auf einer Ausstellung auftauchten, um ihre echten Harzer Roller zu präsentieren, packte manch einer sein Vögelchen wieder ein und ging resigniert nach Hause. Gewann Arthur den Pokal, war es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, und Heinrich, nebenbei auch begeisterter Jäger, lief dann oft tagelang mit Flinte und Hund durch die Wälder des Harzes, ehe sein Zorn verraucht war. War es umgekehrt, war mit Sicherheit die Jury bestochen, und Arthur kehrte niedergeschlagen heim und ertränkte seinen Kummer in edlem Gerstensaft.

Fing der eine einen großen Karpfen, musste der andere unbedingt einen noch größeren Hecht mit nach Hause bringen, um so seine Ehre wiederherzustellen. Kurzum, keiner gönnte dem anderen auch nur das Schwarze unter dem Fingernagel. Bevor es nun an meiner Wiege zu Tätlichkeiten größeren Ausmaßes kommen konnte, erschien auf mein ängstliches Schreien hin meine Mutter, und trennte die beiden Streithähne. War es nun Zufall oder Vorsehung, dass keiner der beiden den Vorzug haben sollte, mich das Angeln zu lehren?

Bild 178126 - Dieses Bild ist aus diesem Werk.

Jahre vergingen, von den beiden Großvätern weilte keiner mehr auf Erden. Und dann, eines Tages begab sich folgendes:

Arthur und Heinrich langweilten sich sehr auf ihren Wolken. Hier oben konnte man nicht jagen und nicht angeln, und Harzer Roller züchten schon überhaupt nicht. Wenn man sich beim Frohlocken wieder einmal einen Fingernagel an dieser verfl... Harfe ruinierte und einem bei so einer Gelegenheit schon mal ein deftiger Fluch entfuhr, fielen auf den Nachbarwolken die Engel reihenweise in Ohnmacht und von oben drohte ein erhobener Zeigefinger. Eine mächtige Stimme dröhnte: „Du sollst nicht fluchen!"

Ihre einzige Abwechslung bestand darin, ab und zu einen deftigen Skat mit Petrus zu spielen, denn Skat war ja kein Glücksspiel. Skat war Wissen und Können, und somit nicht verboten. So saßen sie wieder einmal zusammen und Heinrich meldete gerade einen Grand mit Vieren an, als Petrus belustigt sein Auge vom Fernrohr nahm, welches er rein gewohnheitsmäßig auf die Erde gerichtet hatte, und lachend sagte: „Nun seht euch doch mal diesen Knirps an."

Arthur hastete an das Fernrohr, kniff ein Auge zusammen und peilte eine Weile durch das Glas.

„Ja, das ist doch..., murmelte er fassungslos. „Zum Teufel! Das ist ja mein Enkel!, brüllte er und ignorierte den drohenden Zeigefinger. Heinrich schubste ihn so heftig beiseite, dass Arthur fast von der Wolke gepurzelt wäre. Jetzt peilte er durch das Rohr und hatte schließlich auch gefunden, was Arthur derart aus der Fassung gebracht hatte.

„Heureka!, rief er. „Mein Enkel mit ´ner Angelrute in der Hand! Endlich hat der Bengel es kapiert!

Die beiden alten Streithähne fielen sich glücklich in die Arme. Sie waren sich einig, dass es nun kein Halten mehr gab. Sie mussten hinunter, wollten zusehen und „unserem Enkel beistehen", wie sie Petrus sagten. Der drückte lächelnd ein Auge zu und gewährte den beiden Ausgang. Arm in Arm schwebten sie herab, kameradschaftlich untergehakt, um zuzusehen und beizustehen.

Aus dem kleinen, schreienden Bündel war ein aufgewecktes Bürschlein von zehn Jahren geworden. Dieses Kerlchen hatte oft in sich hineingelauscht, um den Ruf zu verstehen, den es so oft hörte, aber nicht deuten konnte. Niemand konnte dem Jungen helfen, und so hatte es eben ein wenig gedauert, bis er begriff, was da in ihm schlummerte. Er hatte die Lösung gefunden, war jetzt wach und sah die Welt mit anderen Augen. Er sah die Natur, den Himmel, die Erde, vor allem aber das Wasser – und die Fische darin.

Es war ein schöner, warmer Sommertag, und ich war einfach losgeradelt mit meiner selbstgebauten Angelrute. Ein kräftiger Knüppel, ein Stück Angelsehne, ein Korken und ein Haken. Mehr brauchte ich nicht. Ich stand an dem kleinen Bach, neben der Brücke und betrachtete meine Angelstelle. Noch konnte ich in dem flachen Wasser den Grund sehen, aber ich wusste, dass draußen in der Weser schon die Flut auflief. Bald würde das Wasser in die Aue eindringen, und dann wäre es hier wohl tief genug. Ich hoffte sehr, dass mit dem Wasser auch die Fische kamen. Bis dahin konnte ich noch Würmer suchen. Ich nahm einen trockenen Ast und wühlte zwischen den Sträuchern die Erde um. Irgendwo fand ich eine rostige Konservendose, die mir als Wurmbüchse gute Dienste leistete. Niemand hatte mir gezeigt, wie man einen Haken beködert, doch stellte das für mich kein Problem dar. Gerade wollte ich die Angel auswerfen, als ein leichter Windhauch mich frösteln ließ. Ich schaute mich um, denn ich hatte plötzlich das Gefühl, nicht mehr allein zu sein. Allerdings konnte ich niemanden sehen.

„Nicht dahin!, wisperte es rechts von mir in einem alten Haselnussstrauch. „Dort rüber, dicht an die Uferkante werfen.

„Quatsch, murmelte ich. „So lang ist die Schnur doch gar nicht.

„Siehst du, du Dämel!, ertönte Heinrichs Stimme aus der alten, knorrigen Eiche. „Der Bengel ist klüger als du. Und jetzt halt den Rand und mach ihn mir nicht kopfscheu!

„Und die Augen hat er doch von mir!", behauptete Arthur, schwieg dann aber, als er sah, dass ich meine Rute bereits ausgelegt hatte. Langsam begann das Wasser, den Bach hinauf zu fließen. Die Flut kam, und mit der Strömung zog der Korken an meiner Angel den Bach hinauf.

„Er hat kein Blei dran!", wisperte Heinrich.

„Schon gesehen!", gab Arthur zurück. Ich stand auf, um meine Angel neu auszulegen, als ich mit dem Fuß gegen etwas Metallenes stieß. Direkt vor meinem Schuh lag eine mittelgroße Schraubenmutter. Im gleichen Augenblick wusste ich, was man mit ihr noch machen konnte, außer sie auf einen entsprechenden Bolzen zu drehen. Ich band sie ein Stück oberhalb des Hakens an die Schnur. Jetzt ging es besser. Der Köder blieb dort, wo ich ihn hinlegte. Es war nur wenig Zeit vergangen, als sich der Korken ruckend und zuckend in Bewegung setzte, sich gegen die Strömung stellte und durch den Bach wanderte.

„Los, schlag an!", wisperte Arthur aufgeregt.

„Idiot!, zischte Heinrich wütend, um mir dann zuzuflüstern: „Ganz ruhig, es ist ein Aal, lass ihn noch einen Moment fressen.

„Wenn er noch länger wartet, ist er ab", jammerte Arthur.

„Also, hör mal!, wurde jetzt Heinrich energisch. „Die Sache mit der Schraubenmutter gibt dir noch lange nicht das Recht, meinem Enkel vorzuschreiben, wie er zu angeln hat!

Mir wurde die Sache zu dumm, und ich zog meine Angel aus dem Wasser. Verdammt, ging das schwer! Genau das gleiche dachte wohl auch der Aal, der am anderen Ende der Angel am Wurm zog. Dann flog er auch schon in hohem Bogen durch die Luft und landete hinter mir im Gras. Ich stürzte mich auf ihn, wollte ihn fassen, aber der glitschige Kerl schien länger und länger zu werden, und wand sich zwischen meinen Fingern hindurch, als hätte ich Schmierseife dran. Ich hatte keinen Lappen und grapschte verzweifelt nach dem Fisch, der sich nun zielstrebig wieder dem Wasser entgegenschlängelte.

„Sand! Nimm Sand!", brüllte Heinrich mit überschnappender Stimme. Und richtig, mit einer Handvoll Sand ging es. Jetzt stand ich da, den Aal in der Hand, halb betäubt vor Glück und der Aufregung und hatte kein Messer. Irgendwie musste ich den Fisch töten, das war mir klar.

„Wirf ihn fest auf den Boden, schlug Arthur vor. „Das betäubt ihn!

Ich hatte eine noch bessere Idee. Ich hatte dort drüben einen Stein gesehen, mit einer sehr scharfen Kante dran. Damit durchtrennte ich dem Aal das Genick eben hinter dem Kopf. Dann stand ich da und betrachtete voller Stolz meinen ersten Fisch.

„Ein Pfund!", murmelte Heinrich.

„Eineinhalb!", murmelte Arthur.

„Dreihundert Gramm!", murmelte später meine Mutter und nahm den Aal von der Waage.

Als ich den zweiten und dritten Aal fing, war ich längst nicht mehr so aufgeregt. Ich hatte ja jetzt schon Routine. Geschickter als mancher erfahrene Angler sein Messer, handhabte ich den scharfen Stein.

„Deine Augen mag er wohl haben, wisperte Heinrich voller Bewunderung. „Aber das Können und die Geschicklichkeit hat er von mir!

Fröhlich miteinander fachsimpelnd schwebten die beiden wieder nach oben, wo sie dem gebannt lauschenden Petrus Bericht erstatteten. In ihrer Begeisterung wurden aus den drei Aalen zehn, und keiner unter einem Pfund. Von oben drohte der erhobene Zeigefinger und eine mächtige Stimme rief: „Du sollst nicht lügen!"

Petrus lächelte und sagte: „Ach, lass sie nur, es sind Angler. Der Zeigefinger verschwand und die mächtige Stimme murmelte: „Ach so!

Schmerzhafte Erfahrungen

In der Schule hatte ich kein Wort von meinen ersten Aalen erzählt. Viele meiner Mitschüler standen auf dem Standpunkt, Angeln sei doof. Ich ahnte, welches Ungemach mich überkommen würde, wenn ich von meinem neuen Hobby berichten würde. Lange Zeit verheimlichte ich meine Passion, erfand Ausreden, wenn andere sich mit mir zum Spielen verabreden wollten. Lieber

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