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Organisation
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Über dieses E-Book

Der Begriff "Unternehmerische Praxisführung" bezeichnet den systematischen Einsatz validierter Methoden, Instrumente und Verhaltensweisen in Haus- und Facharztpraxen, die unter Berücksichtigung der Praxisziele zukunftsbeständig und flexibel gleichermaßen
- die bestmögliche medizinische Versorgungsqualität für die Patienten,
- eine ausgewogene und motivierende Arbeitsqualität für Arzt / Ärzte und Medizinische Fachangestellte sowie
- den wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen.
Diese Praxismanagement-Form ist darauf ausgerichtet, im vielschichtigen Geschehen des Gesundheitswesens mit allen seinen Unabwägbarkeiten stets proaktiv erfolgreich zu agieren - und nicht passiv ohne größere Entscheidungsfreiheit nur reagieren zu können.

Die Publikations-Serie "UP! Unternehmerisches Know-How für die haus- und fachärztliche Praxisführung" beschreibt detailliert diese Best Practices, die einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb sicherstellen und zeigt ihre konkrete Umsetzung im Praxisalltag. Die Inhalte sind sofort in Eigenregie umsetzbar und entsprechen dem Wunsch vieler Mediziner nach einfachen, kurz auf den Punkt beschriebenen Hilfestellungen für den Arbeitsalltag.

Das Buch vermittelt einen Überblick, mit welchen einfachen Instrumenten und Regelungen niedergelassene Ärzte und ihre Teams die Praxis-Organisation produktiver, effizienter, stressfreier und erfolgreicher gestalten können.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum7. Sept. 2020
ISBN9783752915082
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    Buchvorschau

    Organisation - Klaus-Dieter Thill

    Vorwort

    Ob Arbeitsfreude und -Versorgungsqualität, Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit oder Praxiserfolg: alle genannten Parameter hängen von der Funktionalität Ihrer Praxisorganisation ab. Praxisanalysen zeigen jedoch, dass in Arztpraxen – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet –

    durchschnittlich weniger als die Hälfte der für eine reibungslos funktionierende Praxisorganisation notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt werden und

    die hieraus resultierende Patientenzufriedenheit lediglich knapp 2/3 der Anforderungen und Wünsche erfüllt.

    Das existierende Optimierungs-Potenzial ist damit immens. Hinzu kommt: selbst in Betrieben, in denen die Teams akut keine Beeinträchtigung ihrer Arbeit verspüren, existieren häufig organisatorische Risikofaktoren, die mittel- bis langfristig zu Problemen führen.

    Andererseits ist positiv zu vermerken, dass die meisten Defizite und Problemursachen – sind sie erst einmal identifiziert – zum größten Teil in Eigenregie beseitigt werden können.

    Die folgenden Inhalte sind Beschreibungen von Verhaltensweisen, Regelungen und Standards, die Ärzte aller Fachrichtungen, deren Arbeit von einer hohen Funktionalität geprägt ist, in ihren Praxisbetrieben einsetzen.

    1 Der Nutzen optimierter Praxisorganisation

    Praxisteams stehen mit ihrer Arbeit in einem Spannungsfeld aus eigenem Leistungsvermögen, gesetzlichem und berufsrechtlichem Handlungsrahmen, Patientenanforderungen und wirtschaftlichen Zielen. Die Stellgröße, um in diesem Kontext zu einer Balance zu gelangen, ist die Praxisorganisation.

    1.1 Warum ist eine „gute", d. h. reibungslos funktionierende Organisation in der Arztpraxis so wichtig?

    Sechs Aspekte sind zur Beantwortung dieser Frage zu berücksichtigen:

    (1) Fast alle Handlungsbereiche der Praxisführung hängen von der Qualität der organisatorischen Bedingungen ab. Die Qualität der Praxisorganisation beeinflusst direkt die Zufrieden- bzw. Unzufriedenheit der Patienten mit anderen Schlüssel-Leistungsmerkmalen einer Praxis. Oder anders formuliert: die Praxisorganisation ist in ihrer qualitativen Wirkung so stark, dass ihrem Effekt durch Veränderungen in anderen Leistungsbereichen nicht entgegengewirkt werden kann. Sind die Strukturen und Prozesse in einem Praxisbetrieb optimiert, greift die positive Variante des Effekts.

    Ein Beispiel ist der Zusammenhang von Kompetenzbeurteilung und Praxis-Organisationsqualität. Vergleichsanalysen zeigen, dass der ärztliche Sachverstand umso höher bewertet wird, je besser das Patientenurteil über die Praxisorganisation ausfällt. Die ärztliche Kompetenz ist aus Sicht der Praxisbesucher eine subjektive Größe, die sich nicht an objektiven Kriterien orientiert, sondern am Erleben des Arztkontaktes und der selbst empfundenen Zustandsveränderung durch die Behandlung / Beratung. Ein zentraler Bewertungsparameter ist hierbei die für den Kontakt zur Verfügung stehende Zeit. Er wird anhand der Terminpünktlichkeit und vor allem aus dem Verhältnis von Warte- zu Konsultationszeit beurteilt. In den Praxen gut organisierter Ärzte ist die Wartezeit nur kurz und die Zeitspanne des Arzt-Patientengesprächs deutlich länger als in Praxen mit unzureichender Ablaufgestaltung. Die Mediziner können sich folglich intensiver mit ihren Patienten beschäftigen und steigern hierdurch ihr Kompetenz-Image nachhaltig.

    Professionell organisierte Praxisbetriebe sind zudem durch ruhige und sinnvoll abgestimmte Abläufe gekennzeichnet. Alles läuft ohne Hektik ab und vermittelt den Eindruck eines bis ins Detail abgestimmten Systems. Bei notwendigen Abweichungen werden die Patienten umgehend informiert und Lösungen angeboten. Das Erleben der Patienten hebt sich dadurch deutlich von den Erfahrungen ab, die sie normalerweise in Arztpraxen machen. Beide Parameter sind weitere starke Signale für Kompetenz, d. h. für einen Arzt bzw. Ärzte und sein / ihr Team, die genau wissen, das sie tun.

    (2) Gute Organisation vermeidet praxisintern Stress, Ärger, Frustration und Demotivation.

    (3) Mit einem funktionierenden Gefüge lässt sich die Arbeitsproduktivität deutlich verbessern: Praxisteams erledigen mehr Aufgaben in höherer Qualität, ohne hierfür einen größeren Arbeitsaufwand betreiben zu müssen. Auch die Häufigkeit von Flüchtigkeitsfehler nimmt deutlich ab.

    (4) Patienten sind aufgrund der so entstehenden Reibungslosigkeit deutlich zufriedener, zudem ist ihre Versorgung insgesamt besser als in Organisations-defizitären Praxen.

    (5) Eine gut funktionierende Organisation ist in Konkurrenzsituationen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, da sie sich schnell herumspricht und für eine intensive Patientenbindung bzw. einen starken Patientenzulauf sorgt.

    (6) Und nicht zuletzt profitiert das Praxisergebnis von einem Organisations-Feintuning: Arztpraxen, in denen die Strukturen und Prozesse professionell analysiert und umfassend optimiert wurden, haben in Relation zu vergleichbaren Praxen, die auf diese Prozesse verzichten, ein im Durchschnitt 25% besseres Betriebsergebnis.

    1.2 Organisationsmängel in Arztpraxen: Unvermeidliches systemimmanentes Massen-Phänomen oder menschliches Versagen?

    Ob es um die Länge der Wartezeit geht, die Schnelligkeit, einen Termin bei Fachärzten zu erhalten oder um den steigenden Arbeitsdruck von Praxisteams: kein Thema wird im Hinblick auf Arztpraxen so intensiv diskutiert wie die Praxisorganisation. So vehement diesbezüglich die Forderungen von Patienten nach Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit gestellt werden, so eindeutig sind für Praxisteams die sie entschuldigenden Gründe wie zunehmende Bürokratisierung oder zu hohe Ansprüche der Patienten. Hinzu kommt der Verweis darauf, dass Organisations-Probleme in fast allen Praxen auftreten und sie damit eine Art unvermeidliches systemimmanentes Massen-Phänomen darstellen. Diese Denkhaltung führt dazu, dass auch fortwährender Patientenkritik an der Organisation keine besondere Bedeutung zugemessen wird. Die Konsequenz ist gleichzeitig aber auch, dass die praxisinterne Stressbelastung und ihre negativen Konsequenzen wie Ärger und Konflikte bis zum Burn-out fortbestehen.

    Organisations-Defizite kommen i. d. R. aus dem Praxis-Inneren

    Eine Meta-Analyse von mehreren hundert Valetudo Check-up „Praxisorganisation"-Untersuchungen widmete sich der Beantwortung der Frage, was Betriebe mit funktionierender Organisation von anderen unterscheidet. Das Resultat: unzureichende Organisation beruht zum größten Teil auf falschen praxisindividuellen Steuerungskonzepten. Dabei können äußere Einflüsse wie z. B. die steigenden Dokumentationspflichten ausgeschlossen werden, da sie für alle Betriebe verbindlich sind und Praxisteams mit effizienten Abläufen diese aktiv berücksichtigen statt die Organisation unverändert zu lassen.

    1.3 Der Organisations-Status quo deutscher Arztpraxen

    In Arztpraxen werden gegenwärtig – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – durchschnittlich nur 46,8% der für eine reibungslos funktionierende Praxisorganisation notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt. Die

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