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Titaneion Titanenschlacht - Episoda 3: Tartarusgetümmel

Titaneion Titanenschlacht - Episoda 3: Tartarusgetümmel

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Titaneion Titanenschlacht - Episoda 3: Tartarusgetümmel

Länge:
666 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
24. Apr. 2018
ISBN:
9783742741226
Format:
Buch

Beschreibung

ZEIT, DEN ULTIMATIVEN KRIEG ZU ENTFESSELN!

"Ich will einen Keil zwischen sie alle treiben,
bis der Sohn selbst seinen Vater tötet.
Ins Chaos will die Welt ich stürzen
und darüber mich erheben.
Das Einzige,
was uns dabei im Wege steht,
ist Gaia
und ihre Verbündeten.
Schaffen wir nur Gaia aus dem Weg,
liegt uns die Welt zu Füßen."
KRONOS
Sohn des Uranus und der Gaia

Der Bestien-Ikas zerschmettert, die Aphrodite entführt, der Hades verwandelt - es läuft nicht gut für die Allmutter Gaia. Ihre Verbündeten scheinen von Tag zu Tag weniger zu werden. Und wäre all das noch nicht schlimm genug, hat ihr krummer Sohn Kronos einen Schattenkoloss auf seiner Seite. Was soll sie dieser Macht entgegensetzen?
Währenddessen schmiedet Kronos weitere Komplotte: Er hat einen Spion auf Gaia und ihre Verbündeten angesetzt und wartet nur darauf, den entscheidenden Schlag zu tun.
Und in Paphos schlägt sich der wahnsinnige König Pygmalion mit einer vermeintlichen Verschwörung herum. Er sendet Männer aus, um ihm Namen zu liefern. Er ahnt allerdings nicht, wer es wirklich auf ihn abgesehen hat ...
Herausgeber:
Freigegeben:
24. Apr. 2018
ISBN:
9783742741226
Format:
Buch

Über den Autor


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Titaneion Titanenschlacht - Episoda 3 - Bastian Brinkmann

BASTIAN BRINKMANN

TITANEION

Titanenschlacht

Episoda 3: Tartarusgetümmel

Inhaltsverzeichnis

PERSONAE

WAS BISHER GESCHAH

ERSTER GESANG - Der Menschen Gericht

ZWEITER GESANG - Paphos untot Infiltrator

DRITTER GESANG - Die Vielgestaltigkeit der Rache

VIERTER GESANG - Verräter

FÜNFTER GESANG - In die Tiefen des Tartarus

SECHSTER GESANG - Die Schlacht im Tartarus

SIEBTER GESANG - Die Geister von Paphos

Index Achaia

Über den Autor

Impressum

Impressum neobooks

PERSONAE

MONSTER UND MENSCHEN

BESTIEN-IKAS: Ehemaliger thrakischer Heerführer. Durch Kronos in eine Bestie verwandelt.

PERDIX: Neffe des Daedalus. Genialer Erfinder.

PYGMALION: Kleinwüchsiger König von Paphos. Genialer Bildhauer.

OSTREOS: Sein oberster Diener.

ASKRINOS DER FREIE: Gefeierter Lebemann und Liebhaber des Ostreos.

PROTOGENOI UND TITANEN

GAIA: Die Allmutter. Uranus trieb ihr die Kyklopen und Hekatoncheiren in den Leib.

URANUS: Verkörperung des Himmels. Gatte der Gaia. Im Auftrag der Gaia von Kronos mit einer Hippe entmannt.

KRONOS: Der Krumme. Jüngster Sohn des Uranus und der Gaia. Hat die Kroniden verschlungen.

SONSTIGE BEGRIFFE

KRONIDEN: Kinder des Kronos: Zeus, Hades, Poseidon, Hera, Hestia, Demeter.

URANIDEN: Kinder des Uranus: Kronos, Rhea, Themis, Koios, Hyperion, Iapetos, Kreios, Okeanos, Tethys, Phoibe, Theia, Mnemosyne.

(Ausführliche Informationen zu Welt und Figuren siehe Anhang.)

WAS BISHER GESCHAH

Bestien-Ikas befindet sich in Gefangenschaft des wahnsinnigen Königs Pygmalion von Paphos. Dort kommen immer wieder Wachen um. Pygmalion wittert eine Verschwörung und entsendet Askrinos den Freien, sich der Sache anzunehmen.

Kronos und die anderen Titanen beschließen einen Anschlag auf die Allmutter Gaia. Iapetos und Koios suchen im Tartarus, Kronos und Atlas machen sich nach Paphos auf. Im Palast kommt es zum Aufeinandertreffen mit Perdix und Athene. Sie befinden sich ebenfalls auf der Suche nach Bestien-Ikas. Perdix und Athene gelingt es, Bestien-Ikas zu befreien, Atlas und Kronos entführen im Gegenzug jedoch Aphrodite und nehmen sie mit sich auf die Himmelsfestung.

Im Tartarus stoßen Koios und Iapetos auf den in einer Ritze versteckten Kopf des legendären Erfinders Daedalus, ohne jedoch zu wissen, um wen es sich bei dem Kopf handelt. Zurück auf der Himmelsfestung machen sich die Titanen daran, die in Ketten gelegte Aphrodite auszufragen, um wen es sich bei dem Kopf handelt und warum er im Tartarus aufbewahrt wurde. Aphrodite schweigt jedoch und erhält einen Tag Bedenkzeit. Ansonsten droht Kronos, sie grausam zu foltern.

Für seine Verdienste um die Pflege des verletzten Titanen Kreios verwandelt Kronos den Schatten des Kronospriesters in einen Schattenkoloss und entsendet ihn nach Paphos, um die Stadt zu zerstören. Bestien-Ikas stellt sich ihm entgegen, der Koloss bekommt ihn jedoch zu fassen und schmettert ihn gegen die Stadtmauer.

Gaia, Uranus, Hades und Themis erreichen Paphos und werden Zeuge des Kolossangriffes. Als Hades seinen Nekromantengriff gegen den Schattenkoloss einsetzt, geht ein Teil der verdorbenen Macht des Kolosses aufgrund einer List des Kronos auf Hades über und verwandelt ihn in den Neuen Hades. Gerade als der Neue Hades sich gegen Gaia und die anderen stellen will, erscheint ein pöbelnder Mob und durchbohrt den zur Bestie gewordenen ehemaligen Totengott mit mehreren Speeren. Der Neue Hades flieht und rettet sich auf die Himmelsfestung.

Als der Mob droht, auf Gaia und die anderen loszugehen, fliehen sie. Im selben Moment erscheint ein steinerner Bestien-Ikas und nimmt die Verfolgung auf. Bei ihrer Flucht stoßen Gaia und die anderen auf Perdix, der sich des zerschmetterten Bestien-Ikas' annimmt. Gemeinsam fliehen sie vor der steinernen Bestie und verlieren sich in den Wäldern vor Paphos: Gaia, Perdix und Bestien-Ikas werden von dem steinernen Bestien-Ikas in den Wald verfolgt, Uranus und Themis bleiben vor den Ausläufern des Waldes zurück. Die beiden stoßen auf Pan, einen Sohn des Kronos, und werden von ihm in eine Falle gelockt. Sie schaffen es jedoch, sich zu befreien und machen sich auf die Suche nach Perdix, Gaia und Bestien-Ikas.

Unterdessen stößt Askrinos auf einen Informanten, ohne etwas Neues zu erfahren. Als er ihn töten lässt, schwört der Informant mit seinem letzten Atemzug, sich an Askrinos zu rächen: Egal ob tot, lebendig oder untot ...

ERSTER GESANG - Der Menschen Gericht

Dunkle Gasse in Paphos. Nacht. Heftiger Regen.

EINIGE WACHEN patrouillieren.

ERSTE WACHE (die Umgebung absuchend).

Bei diesem Wetter wagt es unser König also,

uns hinauszuhetzen in die Nacht

und Kälte und Regen auszusetzen die,

die für die Sicherheit zu garantieren haben.

Allein aus Rache könnte ich fast raten,

mich nicht in seine Nähe fürderhin zu lassen -

ich könnte mich vergessen.

ZWEITE WACHE (mit beiden Händen am Speer die Umgebung absuchend).

Dieser Schinder!

So hockt er selbst bei Wein und Jüngling,

während wir uns hier den Tod einholen.

Was ist die Welt doch schlecht zu dem,

der auf der falschen Seit des Lebens steht.

Die Götter meinen es nicht gut

mit armen Männern.

DRITTE WACHE. So sei er lieber froh,

überhaupt in Diensten stehn zu dürfen.

Nicht wenige wärn froh,

jetzt hier bei Nacht und Regen

durch die Gassen kalt zu wandern,

statt zu verhungern,

zu verdursten

oder sich den Lebensunterhalt

an jedem Tag erneut zu betteln.

(Sie erblickt etwas in einiger Entfernung am Boden liegend.)

(Mit dem Speer dorthin zeigend:)

So wie dieser da.

HAUPTMANN (die Wache beiseite schiebend).

Was schwatzen sie und sind nicht wert den Sold,

den ich ihnen zu zahlen habe?

Oh, hätt ich was zu sagen hier,

nur Schweine würdet hüten ihr,

mit Schweinespießen denn mit Piken ausgerüstet.

Es ist ein Elend!

So,

was meint er denn,

gesehn zu haben?

ERSTE WACHE (den Speer in Vorhalte nehmend).

Jetzt seh ich's auch!

ZWEITE WACHE (sich an den Speer klammernd).

Da liegt etwas.

HAUPTMANN. Lasst mich sehn.

(Er nimmt der dritten Wache die Lanze ab.)

Mir nach!

Und seid stets still.

Wer weiß,

in welchen Hinterhalt wir hier geraten?

Welch schlimme Tat wir hier vereiteln?

Heut Nacht soll dieser Raubmord hier

verhindert sein.

(Er gibt Handzeichen. Die Wachen schwärmen in die Schatten aus. Das leise Singen eines gezogenen Schwertes ertönt.)

So gehe ich voran und gebe mich

als einzelner Verirrter.

(Er stapft auf das am Boden Liegende zu.)

(Übertrieben laut:)

Dacht ich's mir doch:

Ein Toter oder Trunkener,

halb Verhungerter oder sonstwie Ermatteter.

(Er wartet ab, beobachtet die Schatten der Wachen im Schatten der Häuserwände.)

(Zu sich selbst:)

Kein Hinterhalt.

So dacht ich's doch.

(Er gibt seinen Männern Handzeichen.)

(Sie treten aus den Schatten und versammeln sich um den Hauptmann und den am Boden Liegenden.)

ERSTE WACHE (auf den Boden blickend).

Lebt er noch?

HAUPTMANN. Wohl kaum:

Seht nur, was im Leib ihm steckt.

(Bolzen ragen aus dem Leib heraus, Spitzen als auch Schäfte.)

Von allen Seiten wurde dieser scheint's

mit Armbrustbolzen perforiert.

(Er setzt den Schaft seiner Lanze an dem leblosen Körper an.)

So helft mir, ihn herumzudrehen.

Mit bloßen Händen möcht ich diesen hier nicht greifen.

(Die beiden anderen treten hinzu und setzen ihre Lanzen an. Gemeinsam drehen sie den leblosen Leib auf den Rücken.)

DRITTE WACHE (auf den Toten herabblickend).

Bolzen, nichts als Bolzen seh ich,

die ihm in alle Richtung ragen.

ERSTE WACHE. So scheint's, von allen Seiten

wurde dieser hier gemeuchelt,

was bedeutet ...

HAUPTMANN. Zusammen!

Wer weiß, ob nicht die Meuchler

noch immer in den Ecken hocken

und sich dort verstecken

mit frischen Bolzen, schussbereit?

(Sie stellen sich mit geübter Disziplin Rücken an Rücken, die Lanzen nach vorne gerichtet.)

ERSTE WACHE (mit zusammengekniffenen Augen).

Nichts seh ich in Ecken kauern,

das uns hier erschießen könnte.

ZWEITE WACHE (ebenfalls die Umgebung absuchend).

Ebenfalls seh ich hier nichts,

das als Gefahr mir scheint für uns.

DRITTE WACHE (mit gezogenem Schwert).

Nichts.

HAUPTMANN (noch einen Moment innehaltend).

Auch ich seh nichts.

Herunter mit den Waffen.

Widmen wir uns diesem wieder.

(Sie wenden sich wieder dem Toten zu.)

ERSTE WACHE. Komisch ...

(Sie geht in die Hocke.)

Seht, was dieser unter sich verbarg:

(Sie hebt ein zerrissenes Säcklein auf. Es klirrt und klimpert leise.)

Ein Säcklein!

Und etwas scheint mir noch darinnen.

(Sie schüttelt es leicht. Wieder klirrt es metallisch. Sie greift hinein, zieht ein paar Münzen hervor.)

HAUPTMANN (die Stirn runzelnd).

Seltsam ...

So haben wir's mit Raub hier nicht zu tun ...

ZWEITE WACHE (etwas abseits).

Hier liegen noch mehr.

(Sie geht in die Hocke.)

DRITTE WACHE (aus einiger Entfernung).

Selbst hier liegt eine einzelne.

ERSTE WACHE. Ob wir die Räuber überraschten?

HAUPTMANN. Wohl kaum:

Ich sehe keine Spuren.

Zumindest auf den ersten Blick.

ZWEITE WACHE. So suchen wir genauer.

HAUPTMANN (nickend).

In der Tat.

Ausschwärmen!

So suchen wir die Gegend ab,

doch entfernen uns nicht allzu weit.

(Sie schwärmen aus.)

Ein WINZIGER, SCHWACH LEUCHTENDER BLAUER PUNKT kommt aus dem Boden und schwebt dem Schirm einer Pusteblume gleich unbemerkt von den Wachen auf den Toten zu.

ERSTE WACHE (den Boden absuchend und den anderen zurufend).

Nichts.

Die Münzen verteilen sich nur dort.

DRITTE WACHE. Und hier nur eine einzelne.

HAUPTMANN (überlegend).

Als hätt er's Säcklein schlicht zerrissen,

und sie nur von sich fortgeschleudert ...

DRITTE WACHE. Wie kommt dann hier die eine hin?

Ein ganz besondres Münzlein scheint's zu sein,

so wie's hier liegt,

so ganz allein ...

HAUPTMANN (sich neben die dritte Wache stellend).

Sammeln wir sie ein

und dann zurück zum König.

Er hatte wieder recht, als er uns bat,

die Gassen zu durchforsten,

weil es heißt,

mit rechten Dingen geht es nicht mehr zu

in Paphos.

(Er geht in die Hocke, hebt die einzelne Münze auf und mustert sie im Mondlicht.)

(Die Münze betrachtend:)

Was ist dein Geheimnis?

(Nebenbei an die Wachen gewandt:)

Und nehmt den Toten mit,

dann wird's euch warm in diesem Wetter.

ERSTE WACHE. Äh,

verzeiht, mein Herr ...

HAUPTMANN (sich zu ihr umdrehend).

Was ist?

ZWEITE WACHE (kreidebleich).

(Sie schweigt.)

DRITTE WACHE (mit weit aufgerissenen Augen).

Er ist weg ...

HAUPTMANN (die leere Stelle mit ungläubigem Blick betrachtend).

Das ist nicht ...

(Er reißt seine Lanze hoch.)

Zusammen!

(Alle vier nehmen Aufstellung.)

ERSTE WACHE. Beim Tartarus,

was ist hier los?

(Sie blicken sich mit gezogenen Waffen in alle Richtungen um. Bis auf das Prasseln des Regens ist alles still.)

HAUPTMANN. Bericht!

Irgendwas zu sehen?

ZWEITE WACHE. Nichts!

DRITTE WACHE. Nichts!

ERSTE WACHE (sich umblickend).

(Sie schweigt.)

HAUPTMANN. Erste Wache!

Erste Wache!

Irgendwas zu sehen?

ERSTE WACHE (mit weit aufgerissenen Augen).

(Sie schweigt.)

ZWEITE WACHE (in Blickrichtung der ersten Wache zeigend).

Seht ...

dort ...

(Es dauert einen Moment, bis sich etwas im Schatten einer winzigen Nebengasse abzeichnet. Im gleichen Moment ist ein seltsames Murmeln zu vernehmen.)

Ein SCHEMEN steht in einer Nebengasse und bewegt sich nicht. Ein unverständliches Gebrabbel kommt aus seiner Richtung.

HAUPTMANN (den Speer auf den Schemen gerichtet).

Kommt heraus,

wer immer Ihr auch seid!

(Auch die übrigen Wachen richten ihre Waffen auf den Schemen.)

SCHEMEN (ohne sich zu rühren).

(Er brabbelt unverständlich vor sich her.)

HAUPTMANN. Kommt heraus!

Wir stechen zu,

verpassen Euch noch ein paar Löcher

zwischen Eure schönen Bolzen!

SCHEMEN (ohne sich zu rühren).

(Er brabbelt unverständlich vor sich her.)

ZWEITE WACHE. Sollen wir Verstärkung rufen?

HAUPTMANN. Für diesen einen?

Pah!

(An den Schemen gewandt:)

Kommt heraus,

wir schlagen Euch in Bande!

(Der Schemen reagiert nicht.)

Vorrücken!

Wir schlagen zu.

So zwingt er uns,

stecht ihn nur nieder.

(Die Wachen rücken vor, die Waffen auf den Schemen gerichtet. Als sie ihn fast erreicht haben, dreht der Schemen sich um und tritt ins Mondlicht. Die Wachen bleiben stehen.)

SCHEMEN (sich umblickend, als könnte er es selbst nicht fassen).

Ich ...

Ich will ...

... sie führen.

HAUPTMANN (an den Schemen gewandt).

Was hat er uns zu sagen?

SCHEMEN (wieder in sein unverständliches Gebrabbel verfallend).

(Er schweigt.)

HAUPTMANN (an seine Männer gewandt).

Ergreift ihn!

(Zweite und dritte Wache werfen sich einen unschlüssigen Blick zu. Schließlich senken sie ihre Waffen und treten auf den Schemen zu.)

SCHEMEN (in seinen Augen leuchtet es kurz blau auf).

(Die Wachen bleiben stehen.)

Dein ist der Menschen Gericht ...

(Er stürzt sich mit bloßen Zähnen auf die zweite Wache. Todesschreie gehen im Prasseln des Regens unter.)

Thronsaal zu Paphos.

PYGMALION mit Hammer und Meißel einen noch unförmigen Marmorblock behauend. DIVERSE BEDIENSTETE im Hintergrund. OSTREOS betritt den Saal.

OSTREOS (sich verneigend).

Euer Hoheit haben gerufen?

(Der König ignoriert ihn zunächst. Immer lauter hallen seine Hammerschläge durch den Saal. Schließlich wirft er Hammer und Meißel von sich und watschelt zu seinem Thron hinüber.)

PYGMALION (seinen Kelch ergreifend und einen langen Zug nehmend).

Was muss ich Schlimmes hören

aus den nachts verwaisten Gassen,

die den Friedhof meiner Stadt

bei Dunkelheit ganz still umschließen

und bei Tag lebendig werden?

OSTREOS (eine Weile überlegend).

Ich verstehe nicht,

von was Ihr sprecht.

PYGMALION (einen weiteren Zug nehmend).

Dann tut's mir leid für meinen Höchsten,

dass er scheint's schlecht nur informiert.

(Er hält einem Bediensteten in seiner Nähe den Krug hin. Der Diener tritt heran und füllt ihn nach.)

Es ist bereits ein Thema hier

in allen gutbewohnten Gassen

und das einfach Volk bewundert

jeden Morgen stets

die neuen Toten,

welche ihre Straßen zieren.

OSTREOS. So ist was dran an der Verschwörung

gegen Euer Hoheit?

PYGMALION (nickend).

(Er setzt den Kelch erneut an.)

OSTREOS. Ich hielt es schlicht

für leer Geschwätz.

Berichtet mir,

was Ihr von wisst,

und lasst mich nicht so harren

voller Durste nach der Antwort.

PYGMALION. Nun,

ich schickte jemand aus,

um aufzudecken die Verschwörung,

die in meiner Stadt hier tobt.

Und wenn ich ehrlich sprechen darf:

Ich hielt's für mehr als nur 'ne einzelne,

ging fast von aus,

das Opfer mehrerer Verschwörungen zu sein.

Und alle eint das gleiche Ziel:

Mich,

den König,

abzusetzen!

OSTREOS. Und?

Was hat dieser Jemand erfahren?

PYGMALION (aufspringend).

Nichts!

Das ist es ja,

was mich so wurmt!

(Er wirft den Becher von sich und watschelt zu seinem Steinblock zurück.)

Man stelle sich mal vor!

Wachen werden hingemetzelt,

hier ein Dutzend, dort ein paar,

und andren wird des Nachts bei der Patrouille,

die Kehle einfach durchgebissen.

Und hinter all dem steckt:

Nichts!

Das ist alles,

was mein Jemand hat herausgefunden.

Und ich hock hier

und soll's ihm glauben.

Hammer!

Meißel!

(Mehrere Bedienstete stürmen vor, stolpern fast übereinander, sammeln Hammer und Meißel auf und reichen sie dem König.)

Es ist zum Haareraufen.

(Er schweigt und betrachtet den Steinblock.)

OSTREOS. Und gehe ich recht in der Annahme,

dass dieser Jemand

auf den Namen Askrinos hört?

PYGMALION (noch immer den Steinblock betrachtend).

Das dürft Ihr.

Wie habt Ihr's erfahren?

OSTREOS. Ihr habt es selbst mir erst erzählt.

PYGMALION (den Zeigefinger auf die Lippen legend).

So, hab ich das?

Ich hab zur Zeit so viel um meine Ohren,

ich bin schon ganz nervös

und schlafe immer schlecht.

OSTREOS. Tut mir leid,

das zu hören, Hoheit.

PYGMALION (sein Blick verliert sich).

Soso ...

Tut es das, ja?

(Einen Moment lang sagt keiner der beiden etwas. Kurz darauf hallen Schritte hinter der Tür zum Thronsaal.)

Ah, da ist er schon.

Die Türflügel schwingen auf. ASKRINOS DER FREIE betritt den Saal.

ASKRINOS. Zeus zum Gruße, Hoheit!

(Er geht zu einem Tisch mit einer Karaffe darauf und schenkt sich ein.)

PYGMALION (ihn ignorierend).

(Er schweigt.)

OSTREOS (den Askrinos betrachtend).

(Er schweigt.)

ASKRINOS (den Ostreos musternd).

Was hat's den beiden hier

die Sprache so verschlagen?

(Er nimmt einen tiefen Zug aus seinem Becher.)

OSTREOS. So lang es ihm noch schmeckt ...

ASKRINOS (sich mit dem Handrücken den Mund abwischend).

Wenigstens das.

Was blicken sie so finster drein

an diesem schönen Tage?

OSTREOS. Vielleicht hat's mit Verschwörungen zu tun,

die er so fleißig aufgedeckt

- oder auch nicht.

ASKRINOS (den Becher abstellend).

Daher weht das Lüftchen ...

Ist er etwa neidisch,

dass der König mich

statt seiner hier bedachte,

die Verschwörer aufzuspüren?

OSTREOS. Mitnichten.

Wen haben Eure Quellen uns

als Schuldigen verraten?

ASKRINOS. Niemanden,

weil's keinen gibt,

den sie benennen könnten.

Und dafür verlangen sie dann auch noch Gold,

die hoffnungslosen Laffen.

Ein funkelnd, kleines Säckchen,

grad genug, sich zu berauschen

und danach noch auszuschlafen

in der allerbesten Kammer.

Ein Vermögen für den Mann,

der sich all Tage plagt,

um sich ein Scherflein abzusparen

von dem leeren Maule.

Die Wirte werden sich freuen,

einen Becher auszuschenken an den Edlen,

welchen des Askrinos Münze fand.

Jedoch: Was kümmert's uns?

Die Stadt ist sicher.

Und noch viel wichtiger:

Euer Hoheit brauchen sich

keine Sorgen mehr zu machen.

Keine Dolche in der Nacht,

die hinter Eurem Rücken funkeln

und Euch dann heimlich grob durchbohren.

PYGMALION (seinen Steinblock betrachtend).

Keine Dolche ...

So hoffen wir's ...

ASKRINOS. Ihr glaubt mir etwa nicht?

PYGMALION. Ich weiß es nicht.

Kann ich Euch trauen?

Ein König hat so viele Feinde

und nicht alle zeigen sich.

ASKRINOS. Dieser Feind bestimmt nicht,

gibt es ihn doch nicht.

PYGMALION. Das sagt Ihr.

Doch wer sagt mir,

dass Ihr ihn gefunden hättet,

sollt er existieren?

ASKRINOS. Ihr zweifelt an der Kompetenz?

PYGMALION. Ganz richtig.

ASKRINOS (ein Münzbeutelchen hervorholend und damit klimpernd).

Was braucht es mehr an Kompetenz,

als mit dem funkelnd Münzstück

vor verhungert Aug' zu funkeln?

PYGMALION. Wenn Ihr glaubt,

sämtliche Probleme

durch Euer Geld lösen zu können,

so muss ich Euch enttäuschen:

Auch die Kammern Eures Königs sind gefüllt,

doch kalter Hass lässt sich nicht kaufen.

Hassen sie Euch mehr als ihren Tod,

ist's um Euch geschehen.

Ihr wäret nicht der erste reiche Mann,

und auch nicht der letzte,

der dies am eignen Leib erfährt.

ASKRINOS. Dann sagt mir,

was ich tun muss,

um Euch fest zu überzeugen.

PYGMALION. Bringt mir Köpfe,

dann will ich Euch glauben.

(Er lässt Hammer und Meißel zu Boden fallen.)

Ich fühle mich ermattet,

bringt mich auf die Kammer.

(Ein Bediensteter eilt herbei und führt ihn durch eine Seitentür. Pygmalion ab.)

ASKRINOS (seinen Becher ergreifend und einen großen Schluck nehmend).

Köpfe!

Wie soll man es vollbringen,

wenn's keine Köpfe abzuschlagen gibt?

OSTREOS (den Askrinos betrachtend).

(Er schweigt.)

ASKRINOS. Was ist?

Was kriegt Ihr's Maul nicht auf,

wo Ihr sonst so schwatzt und brabbelt,

als gäbe es kein Ende?

OSTREOS. Was habt Ihr denn erwartet,

von dem König heut zu hören?

ASKRINOS. Ein Lob,

ein Wort,

ein Dank vielleicht.

OSTREOS. Da muss ich Euch enttäuschen.

Pygmalion bezahlte Euch für Namen,

nicht für falsche Sicherheit.

ASKRINOS.

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