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Dem Abenteuer auf der Spur: von Mexiko bis Panama

Dem Abenteuer auf der Spur: von Mexiko bis Panama

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Dem Abenteuer auf der Spur: von Mexiko bis Panama

Länge:
170 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
31. März 2014
ISBN:
9783847681823
Format:
Buch

Beschreibung

Zwei Männer und vier Frauen begeben sich auf eine abenteuerliche Reise durch Mittelamerika. Abenteuerlich schon deswegen, weil drei Wochen zuvor der Hurrikan Mitch fürchterliche Verwüstungen anrichtete und dabei Straßen und Brücken zerstörte. Oft steht die Frage im Raum, ob ein Weiterkommen überhaupt möglich ist, doch sie geben nicht auf.
Herausgeber:
Freigegeben:
31. März 2014
ISBN:
9783847681823
Format:
Buch

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Buchvorschau

Dem Abenteuer auf der Spur - Gerda Althoff

Kapitel 1

von Mexiko bis Panama

Endlich war es so weit. Nach monatelangen Vorbereitungen, bzw. Planung und Organisation der bevorstehenden Reise, standen wir nun vor dem New Yorker Airport Newark. Hier mussten wir einen Zwischenstopp einlegen, oder genauer gesagt, in einen anderen Flieger umsteigen, der uns zu unserem eigentlichen Ziel Cancun in Mexiko, bringen sollte. Wir hatten hier sieben Stunden Aufenthalt, schauten auf die Zwillingstürme des World Trade Centers und überlegten, ob wir es wagen sollten, nach Manhattan rein zu fahren, ließen es dann aber doch lieber bleiben, um unseren Weiterflug nicht zu gefährden. Wir, das waren Horst und Maria, Willi und Gudrun, Ruth und ich, Gerda. Ich habe sie vor circa zwei Jahren kennen gelernt, als ich durch die lokale Zeitung Mitreisende für eine Dschungeltour in Venezuela gesucht hatte. Diese Fünf waren damals bereit, sich mir anzuvertrauen und ich habe sie viereinhalb Wochen lang quer durch Venezuela bis zur brasilianischen Grenze geführt. Der Höhepunkt der Reise war ein siebentägiger Aufenthalt im Dschungel. Von El Dorado aus waren wir eine Woche mit dem Einbaum unterwegs, hatten wie die Indios in Hängematten geschlafen, waren zur Jagd und zum Fischen gegangen und hatten eine fantastische Zeit in purer Natur, weit weg von jeglicher Zivilisation. Danach hatten sie mich gebeten, so eine ähnlich Tour durch alle Länder Mittelamerikas zu organisieren und einige Monate später war ich losgezogen und hatte Hotels, Transportmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten gescheckt. Gleichzeitig musste ich mir über die Kosten im Klaren sein, die für jeden Einzelnen entstehen würden.

Horst und Maria waren ein älteres Ehepaar, knapp über sechzig und sehr abenteuerlustig veranlagt, was sich schon vor zwei Jahren im Dschungel gezeigt hatte. Willi und Gudrun waren auch verheiratet, einige Jahre jünger und von Pauschalreisen gelangweilt, deshalb wollten sie damals eine neue Art zu reisen ausprobieren und waren von der Dschungeltour so begeistert, dass sie mich gebeten hatten, diese Mittelamerikatour zu organisieren. Dann war da noch Ruth, die zuerst sehr skeptisch war, als sie sich für die Dschungeltour anmeldete. Sie war in dem gleichen Alter wie Horst und Maria und der Dschungel hatte sie so beeindruckt, dass sie auch für diese Tour spontan ihr Jawort gab.

Nun standen wir also da und warteten auf unseren Anschlussflug. Die Sonne stach mir auf den Kopf und bald darauf merkte ich, dass mir das gar nicht gut getan hatte. Ich bekam heftige Kopfschmerzen und musste mich schließlich ständig übergeben. Ich legte mich auf eine Sitzbank im Wartesaal, schloss die Augen und versuchte, mich zu entspannen, was mir aber nicht wirklich gelang. Als wir dann endlich im Flieger nach Cancun saßen, wurde es schon etwas besser, ich musste mich zumindest nicht mehr übergeben. Auf das Essen verzichtete ich aber vorsichtshalber. Das war ein toller Anfang. Ich hatte die Verantwortung für fünf Leute, die ich fünf Wochen lang durch Mittelamerika führen sollte und noch bevor diese abenteuerliche Tour überhaupt begonnen hatte, stand ich schon kurz vor dem Knock out. Solche Migräneanfälle hatte ich schon öfter, meistens in extremen Stresssituationen, aber diesmal kam es ganz offensichtlich von der Sonne. Die beiden Plätze neben mir waren frei, so konnte ich mich hinlegen, wenn auch nur mit angewinkelten Beinen. Ich hatte vier Stunden Zeit, um mich weiter zu erholen, denn so lange dauerte der Flug von New York nach Cancun. Nach der Landung ging es mir wieder einigermaßen gut, aber an Essen war nicht zu denken. Ich ging trotzdem mit, weil ich die anderen nicht allein lassen wollte. Sie kannten sich in Cancun nicht aus und keiner von ihnen sprach spanisch. Wir übernachteten im Hotel Alux, direkt am Busbahnhof in Cancun, denn am nächsten Tag wollten wir von hier aus mit dem Bus nach Chichen Itza, der bekanntesten Tempelanlage der Mayas in Mexiko fahren. Es war mittlerweile spät am Abend und wir bummelten noch einmal durch die Geschäftsstraßen. Die Läden waren längst geschlossen, aber der Spaziergang tat uns gut. Zurück im Hotel, gingen wir sofort schlafen, denn nach den langen Flügen und dem Spaziergang, waren wir todmüde. Ich teilte mir mit Ruth ein Doppelzimmer, das sparte für uns beide Geld. Die Zimmer waren nicht gerade luxuriös, aber sauber und es gab sogar einen Fernseher. Die Betten waren auch bequem und die Klimaanlage sorgte für eine angenehme Temperatur. Was wollten wir mehr! Einschlafen konnte ich trotz der Müdigkeit aber nicht, denn es gab da noch ein ziemlich großes Problem, mit dem wir konfrontiert wurden und ich wusste bisher noch nicht, ob es zu lösen war. Eine Woche vor unserer Ankunft wütete in Mittelamerika der Jahrhundert Hurrikan Mitch und zerstörte unzählige Gebäude, Brücken und Straßen und setzte ganze Landstriche unter Wasser, die dann unpassierbar waren. Es war also noch gar nicht klar, ob und wie wir weiterkommen würden. Die Länder, die es am schlimmsten getroffen hatte, waren Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua und die wollten wir alle auf unserem Weg nach Panama durchqueren. In wieweit das zur Zeit überhaupt möglich war, wusste keiner so genau. Das würde sich zeigen, sobald wir die betroffenen Regionen erreichten. Mexiko schien nicht soviel abbekommen zu haben, jedenfalls waren hier in Cancun keine Schäden erkennbar, wenn man davon absieht, dass der Himmel von grauen Wolken verhangen war. Ich grübelte und grübelte, aber letztendlich siegte doch die Müdigkeit. Als der Wecker klingelte, hatte ich den Eindruck, gerade erst eingeschlafen zu sein. Ruth war schon fertig angezogen und rüttelte leicht meine Schulter.

„Aufstehen, Gerda," sagte sie leise.

„Geht es dir heute besser?" fügte sie dann noch hinzu.

Ich nickte, noch leicht benommen, schlug die Decke zurück und wälzte mich aus dem Bett. Die kalte Dusche, die ich anschließend nahm, sorgte dafür, dass ich vollends wach wurde. Ich beeilte mich mit dem Anziehen, denn draußen auf dem Flur hörte ich schon die Anderen, wie sie sich unterhielten und kurz darauf klopfte es an der Tür.

„Aufstehen, ihr Schlafmützen!"

Horsts Stimme klang rau und ruppig, aber er meinte es nicht so. Mit ihm konnte man „Pferde stehlen".

„Ich war schon viel früher auf als du," konterte Ruth schlagfertig.

Zusammen gingen wir runter zum Frühstücken. Draußen vor der Tür standen einige Tische und Stühle, die mit einem kleinen Zaun zur Straße hin abgegrenzt waren. Das Frühstück war reichlich; es gab Kaffee, Toast, Butter, Marmelade, Früchte und Joghurt. Wir ließen es uns schmecken und so gestärkt, gingen wir zurück auf unsere Zimmer, um unsere kleinen Tagesrucksäcke zu packen. Wichtig war, genügend zum Trinken mitzunehmen, des weiteren Sonnencreme, Mückenspray und ein Sonnencap, denn so wie es aussah, würde es heute ein heißer Tag werden und ich musste mich besonders gegen die Sonne schützen, um nicht einen Rückfall zu erleiden.

„Alle fertig? Dann lasst uns gehen", sagte Gudrun, warf ihren Rucksack über die Schulter und marschierte zum Ausgang, während wir ihr im Gänsemarsch folgten. Der Bus nach Chichen Itza fuhr um neun Uhr ab und jetzt war es zwanzig vor, wir hatten also noch reichlich Zeit. Bis zum Terminal brauchten wir keine fünf Minuten. Das Innere war angenehm klimatisiert, während draußen schon die Sonne brannte.

„Wartet hier, ich hole die Fahrkarten", sagte ich zu meiner kleinen Gruppe. Dann sah ich mich um und suchte den richtigen Schalter, was nicht weiter schwierig war, denn es stand überall dran geschrieben, wohin die Busse fuhren. Vor dem Schalter stand eine lange Schlange und es dauerte eine Weile, bis ich dran war. Jetzt wurde die Zeit langsam knapp, es war fünf vor neun. Mit den Fahrkarten in der Hand eilte ich zurück zur Gruppe, die brav am Eingang auf mich gewartet hatte. Wir setzten uns in den Wartesaal und warteten, bis unser Bus zur Abfahrt aufgerufen wurde, was schon ein paar Minuten später der Fall war. Alles hatte hier seine Ordnung. Die Mexikaner waren sehr diszipliniert, standen brav in der Reihe an und warteten geduldig, bis sie dran waren.

„Chichen Itza, rief der Ansager, „salida dos, also zweiter Ausgang. Fast die Hälfte der Wartenden erhob sich und bewegte sich Richtung Ausgang zwei. Drängen war hier nicht nötig, denn Jeder hatte seine Sitzplatznummer auf dem Ticket stehen. Beim Verteilen hatte ich schon darauf geachtet, dass die beiden Pärchen zusammen saßen. Für mexikanische Verhältnisse war es ein Bus erster Klasse, bei uns würde er eher als mittelmäßig durchgehen. Immerhin hatte er eine Klimaanlage und die Sitze waren auch einigermaßen bequem. Die Fahrt an sich war eher öde; es ging fast drei Stunden lang über die Autobahn und rechts und links gab es absolut nichts Sehenswertes. Dann erreichten wir unser Ziel, Chichen Itza, die bekannteste und größte Tempelanlage Mexikos. Vor dem Eingang war ein riesiger Platz, wo die Busse und Autos ungestört anhalten konnten, ohne Jemanden zu behindern. Der Eingang war eingerahmt von einer großen Mauer, auf der in großen Lettern „Chichen Itza stand. Es war mitten in der Woche und so war der Besucherandrang überschaubar. Der Eintrittspreis von zehn Dollar war akzeptabel wenn man bedachte, wie viel Arbeit und Kosten die Instandhaltung erforderte. Erwartungsvoll betraten wir die Anlage, eher gesagt meine Gruppe, denn ich war während der Organisation dieser Reise ja schon mal hier gewesen. In allen Sprachen wurden Führungen angeboten, aber ich hatte mich vorher gründlich vorbereitet, um das Wesentliche über diese Anlage an meine Mitreisenden vermitteln zu können. Kommentare wie: „Das machst du gut, Gerda, oder, „prima Reiseleitung," gingen runter wie Öl, wie man so schön sagt und bestärkten mich in der Annahme, dass ich nicht ganz so schlecht sein konnte. Der Cenote, ein großes Wasserloch, in dem die Mayas ihre Opfergaben versenkt hatten, war besonders interessant, denn hier wurden materielle Dinge, sowie auch Menschenopfer, den vielzähligen Göttern dar gebracht. Wir standen da eine ganze Weile und überlegten, wie viel Gold und andere unschätzbare Dinge dort wohl im schlammigen Boden liegen würden, oder hatte man sie vielleicht schon heimlich geborgen? Und wie viele Skelette von Erwachsenen, Kindern und Tieren lagen wohl auf dem Grund und überhaupt, wie tief war eigentlich dieses heilige Wasserloch?

„Ich habe zu Hause noch eine Pumpe, sagte Willi scherzhaft, „damit könnten wir das Wasser abpumpen und dann wüssten wir es.

„Gute Idee, antwortete Horst, „aber das könnten wir nur nachts machen, wenn keiner mehr hier ist und dann ist das Tor verschlossen und die Mauer ist viel zu hoch, um drüber zu klettern.

„Du kannst einem aber auch die schönsten Träume kaputt machen," maulte Willi und tat so, als ob er beleidigt wäre, aber in Wirklichkeit war es nur gespielt. Schließlich kamen wir zur großen Pyramide.

„Was haltet ihr davon, mal hoch zu gehen," schlug ich vor.

Während die Männer von der Idee begeistert waren, äußerten Ruth und Gudrun ihre Bedenken.

„Das sieht doch ziemlich steil aus und die Treppen so schief und krumm," meinte Ruth und Gudrun fügte hinzu:

„Wenn hier einer runter fällt, hier ist doch weit und breit kein Arzt oder gar Krankenhaus."

In dieser Beziehung irrte sich Gudrun. Schon bei meinem letzten Besuch habe ich den Krankenwagen bemerkt, der einige Meter entfernt vom Tempel, hinter einem Gebüsch versteckt, parkte. So ganz ungefährlich konnte eine Besteigung der Tempelpyramide also nicht sein, was mich aber nicht daran hinderte ein zweites Mal hochzuklettern. Der Ausblick von oben über die gesamte Anlage und den anschließenden Dschungel war einfach zu berauschend. Also begannen wir den Aufstieg, immer vorsichtig, Treppe um Treppe und stets darauf bedacht, nicht zu stolpern oder auszurutschen. Gudrun und Ruth gingen mit, aber bereits nach einigen Stufen hörten wir Gudruns ängstliche Stimme hinter uns.

„Ich habe Angst, ich gehe zurück," und auf allen Vieren krabbelte sie langsam die wenigen Stufen, die sie bisher erklommen hatte zurück, bis sie wieder auf sicherem Boden stand. Der Rest meiner Gruppe schaffte es bis oben und wurde mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Wie schon im Dschungel, hielt auch diesmal Horst alles im Film fest. Ich nahm ihn beiseite.

„Guck mal nach unten Horst," sagte ich und nachdem er eine kurze Zeit nach unten gesehen hatte, schüttelte er den Kopf und fragte:

„Na und, was gibt es da Besonderes zu sehen?"

„Na guck mal genau auf den Busch. Siehst du nicht den Krankenwagen, der dahinter steht? Der wartet auf seinen Einsatz, wenn Jemand runter fällt."

„Das ist ja ein Ding, jetzt sehe ich ihn auch. Aber erzähl das bloß nicht den anderen, sonst trauen die sich nicht mehr hinunter, denn von hier oben sieht es noch viel steiler und gefährlicher aus, als von unten."

Es war fantastisch hier oben, aber irgendwann mussten wir auch wieder runter, schließlich gab es noch mehr zu sehen und wir durften den letzten Bus zurück nach Cancun nicht verpassen. In der Mitte der Treppe war eine dicke Eisenkette befestigt, an der man sich festhalten konnte und der Großteil der Leute nahm diese Hilfe dankbar entgegen. Ganz frei die Stufen hinunter zu gehen, traute sich fast niemand und die wenigen, die es taten, waren wohl lebensmüde oder einfach nur blöde. Also stiegen wir langsam, immer wieder nach der Kette greifend, Stufe für Stufe die Pyramide hinunter, bis wir schließlich wieder sicher auf dem Boden standen. Anschließend sahen wir uns auch noch den Rest der Anlage an, den Kriegertempel, die tausend Säulen und das Observatorium waren nur einige Dinge davon. In dem kleinen Restaurant nahe am Eingang, gab es etwas zu essen und

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