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Petrus' starke Truppe: Katastrophales vom Angelwasser

Petrus' starke Truppe: Katastrophales vom Angelwasser

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Petrus' starke Truppe: Katastrophales vom Angelwasser

Länge:
190 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Dez. 2014
ISBN:
9783738001884
Format:
Buch

Beschreibung

Kann man Hechte mit Gummi-Enten angeln? Was sind Boilies und schmecken sie Fischen oder nur Tochter Claudia gut? Welches Weihnachtsgeschenk ist für den fortgeschrittenen Angler geeignet? Kann man Würmer und Kartoffeln grillen? All diese Fragen beantwortet Claus Beese in seiner neuesten Sammlung amüsanter Geschichten. Diesmal dreht sich alles ums Angeln – oder doch nicht nur? Im Mittelpunkt stehen die Menschen, von Klein-Claudi bis hin zu Opa Diercks, der auf seine geniale Art sogar Geburtshilfe leistet. An Petrus' starker Truppe haben garantiert nicht nur Angler Spaß, sondern auch deren leidgeprüfte bessere Hälften und sogar Menschen, die Angeln bisher für entsetzlich langweilig hielten. Das Gegenteil ist der Fall!

Mit spitzer Feder glossiert der Autor die als so entspannend vermutete Freizeitbeschäftigung. Nach dem Motto "Pleiten, Pech und Pannen" werden ganze Bäume abgeholzt, Kleinkinder ihres Spielzeugs beraubt, Läden verwüstet und Küchen ruiniert. Na, dann: Petri Heil!
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Dez. 2014
ISBN:
9783738001884
Format:
Buch

Über den Autor


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Petrus' starke Truppe - Claus Beese

Zum Buch

Texte Claus Beese

www.claus-beese.de

Illustrationen Lothar Liesmann

www.zeichner-liesmann.de

Dieses Buch ist als Printausgabe beim Mohland Verlag unter der

ISBN-Nummer 978-3-86675-100-2

erschienen und im Handel, beim Verlag oder beim Autor erhältlich.

Vorwort

Zeit ist etwas, das man nur schlecht greifen und noch schlechter begreifen kann. Die Stunde, die uns Anglern im Winter unendlich erscheint, ist die gleiche, die uns im Sommer meistens fehlt, wenn es am Wasser gerade interessant wird und die Fische anfangen zu beißen. Man kann sie nicht sehen, nicht riechen, fühlen oder schmecken. Und doch ist sie da. Wir sehen nur, was sie mit uns macht. Wir werden älter, dabei jedoch selten weiser. Personen, die uns irgendwann begegneten, verschwinden wieder aus unserem Leben. Neue Menschen erscheinen und nehmen an unserem Leben teil. Und das ist gut so.

Auch in diesem Buch werden Ihnen wieder Petrijünger begegnen, wie es sie zu jeder Zeit und überall gegeben hat und auch heute gibt. Nette, brummige, skurrile und witzige Typen werden sie durch die Geschichten begleiten. Auch meinem Nachwuchs und anderen Familienmitgliedern werden Sie hier gelegentlich begegnen. Allen gemein ist die Tatsache, dass alle Personen, von denen hier berichtet wird, lebten oder leben. Die Ereignisse, die ich unterhaltsam zu schildern bemüht war, entsprangen dabei nicht etwa meiner regen Phantasie, sie wurden von den „Helden" dieses Buches tatsächlich fast genau so erlebt.

Nein, meine Tochter! Du kannst jetzt nicht am Computer spielen. Jetzt sitze ich hier und schreibe. Was soll das heißen: »Willst du nicht lieber Angeln gehen?« Wann ich Angeln gehe bestimme noch immer ich. Da trottet sie traurig davon. Armes Mädchen! Es ist nicht leicht, einen Geschichtenerzähler zum Vater zu haben.

Hmmm! Andererseits, das Wetter ist prächtig, für November fast zu trocken. Aber bewölkt, leicht diesig und noch mit milden Temperaturen. Ob der Hecht, der mir im Sommer in den Gräben des Offenwardener Moores das Vorfach zerlegte, noch auf mich wartet? Oder vielleicht sollte ich doch lieber auf einen der großen Karpfen aus dem Mühlteich gehen?

Es ist anzunehmen, dass mit dem sich zum Ende neigenden Jahr das Wetter schlechter wird. Und wenn es erst mal regnet und stürmt, oder der Frost sich durch die wattierten Jacken beißt, dann ist auch nicht mehr die richtige Zeit zum....

Himmel! Tochter, komm her, du kannst den Computer haben. Frau, wo sind meine Stiefel, meine Ruten und mein Butterbrotpaket? Der geneigte Leser wird‘s verstehen, wenn wir das Vorwort auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, nicht wahr? Denn im Moment ist mir die Zeit ein wenig knapp. Danke schön! Hallo, Hechte! Wartet nur, ich komme!

Die Geburtshilfe

Unweit des Vegesacker Hafens, etwas weiter flussabwärts, zwischen den alten Helgen der großen Schiffswerft und dem hohen Vegesacker Weserufer mit den prächtigen Kaufmannsvillen, lag in einer kleinen Bucht des großen Stromes ein Platz, den wir Angler alle schätzten. Wenn man am Krankenhaus rechts abbog und mit dem Rad gaaanz vorsichtig über das Kopfsteinpflaster hinunter zur Weser rollte, erreichte man den tiefsten Punkt des Stadtteils und den fängigsten Platz am Fluss. Was die Fische an diesem so überaus interessant fanden, war nicht zu ergründen. Letztendlich war es uns auch egal, ob hier viel geangelt wurde, weil es viele Fische gab, oder ob es viele Schuppenträger hierher zog, weil die Angler immer großzügig mit Kleie und Paniermehl anfütterten. Wichtig war nur eines, nämlich dass sie bissen!

Opa Diercks war nicht mehr ganz so gut zu Fuß, aber wenn er seinen Spazierstock zusammen mit den Angelruten aufs Rad schnallte, war er noch ganz schön beweglich, und die Fische taten gut daran, sich ihre leckeren Futterhappen etwas genauer als sonst anzusehen. So strampelte er, vergnügt vor sich hin pfeifend, die Hauptstraße entlang und bog sodann in die Seitenstraße ein, deren Pflasterung etwa in der Mitte der Römerzeit entstanden sein musste.

Bild 177411 - Dieses Bild ist aus diesem Werk.

Mit einem gequälten »Eijeijeijei!« lupfte Johann Diercks seinen Allerwertesten vom Sattel, um den härtesten Stößen zu entgehen. So ein Fahrradsattel war ja schließlich auch kein Plüschsessel. Johann hatte Glück. Heute war weit und breit kein anderer Sportsfreund zu sehen, und die ganze Bucht gehörte ihm allein. Vergnüglich schmunzelnd rieb er sich die Hände und machte sich daran, seinen heiß geliebten, vier Meter langen Bambusknüppel zusammenzustecken. Zwar gab es mittlerweile schon lange die hochmodernen Glasfaserruten, aber, so pflegte Opa Diercks immer zu sagen, »...für´n Brassen brauchste Gefühl und das haste nur im Bambus.«

Einige Prachtmaden zierten alsbald den Angelhaken, und schon flog die ganze Montage seewärts. Hart an der Stromkante, wo das Wasser ein wenig küselte, zog die als Pose eingehängte Stachelschweinborste träge mit der Strömung dahin. Jetzt war genau der richtige Augenblick für ein kleines Pfeifchen, befand Johann Diercks und setzte seine kleine Shagpfeife unter Dampf. Allerdings blieb ihm gleich der erste Zug fast im Halse stecken, als er zufällig aufblickte und den jungen Schnösel sah, der, wie von Furien gehetzt, die Straße herab gerannt kam und schnurstracks auf Opa Diercks zusteuerte. Bei diesem angekommen, packte er den Alten am Revers seiner Jacke und schüttelte ihn.

»Schnell, Mann!«, keuchte er. »Was haben wir für Wasser?«

Opa Diercks fiel beinahe die Pfeife aus dem Mund. »Äh…, wie?«, machte der alte Angler verdutzt, denn mehr fiel ihm dazu nicht ein.

»Mann!«, heulte der andere aufgeregt und hüpfte von einem Bein aufs andere. »Sie angeln doch hier, da müssen sie doch wissen, was jetzt für Wasser ist?!«

»Ablaufend«, sagte Johann Diercks vorsichtig.

»Gott sei Dank! Da haben wir ja noch etwas Zeit«, befand der Schnösel, drehte sich um und rannte die Straße wieder hinauf in Richtung Krankenhaus.

Opa Diercks war sprachlos. So etwas war ihm noch nicht untergekommen. Ein wenig hilflos kratzte er sich am Kopf und starrte dem Verrückten nach, der sich schnell entfernte. Opa Diercks graue Hirnzellen arbeiteten auf Hochtouren, konnten aber keine vernünftige Erklärung für diesen Vorgang finden. Er zuckte die Achseln und widmete sich wieder den wirklich wichtigen Dingen im Leben eines Anglers, nämlich den Brassen, die er heute zu fangen gedachte. Aha, gerade wurde die Pose ein kleines Stück angehoben und legte sich dann in typischer Brassenmanier flach aufs Wasser, - Anhieb! Jaaa, der war gut! Ab ging die Post, hin und her, kreuz und quer. Es dauerte eine Weile, bis er den Fisch ausgedrillt hatte und der ihm seine goldsilbern schimmernde Flanke zeigte. Der Fisch wurde gekeschert und versorgt, bevor drei neue Maden samt Haken wieder in den Fluss tauchten. Der Oldtimer schaffte es nicht, die Rute aus der Hand zu legen, denn schon wurde die Pose wieder in die Tiefe gezogen. Also, erneuter Anhieb! Ja, da kam Freude auf. Das war einer von der Sorte »Klodeckel«, und Opa Diercks hatte alle Mühe, den kapitalen Fisch zu bändigen. Der Alte hatte gerade den Fisch von der Angel gelöst und wollte schon seinen Haken neu bestücken, als der Verrückte von vorhin wieder die Straße herunter gerannt kam.

»Wasser?«, keuchte er schon von weitem.

»Ablaufend!«, rief Opa Diercks und der arme Irre winkte kurz, machte kehrt und rannte zurück. Drei Klodeckel – äh, Brassen später hechelte er schon wieder heran, Opa Diercks erkannte jetzt schon das Geräusch des Laufschrittes.

»Wasser?«

»Ablaufend, damminomol!«

Und wieder: Kehrt Marsch – und Spurt zurück.

»Tschä, es gibt eben Dinge zwischen Himmel und Erde...«, philosophierte Johann Diercks und kescherte Klodeckel Nummer Fünf.

Es mochte wohl eine halbe Stunde vergangen sein, als jemand Opa Diercks zaghaft auf die Schulter tippte. Der Alte fuhr herum und erkannte den Verrückten.

»Damminomol, wat hebbt se mich verjacht! Mann, müssen sie sich denn so anschleichen wie ein Indianer?! Können sie nicht so laufen, wie ich das von ihnen gewöhnt bin?«

Johann Diercks hob an zu einer gesalzenen Predigt, hielt aber inne, als er vor sich dieses Bild des Jammers sah. Völlig niedergeschlagen, mit sprichwörtlich hängenden Ohren, so stand der junge Mann vor ihm.

»Sie haben mich rausgeschmissen«, murmelte er.

»Och!«, machte Opa Diercks tröstend und schluckte seinen Ärger hinunter. »So ein kräftiger junger Mann findet doch sicher überall Arbeit.«

»Nein! – Sie verstehen nicht, - aus dem Krankenhaus...!«

»Oh, sind sie Arzt?«

»Nein, ich bekomme ein Kind!«

»....!«

Bild 177412 - Dieses Bild ist aus diesem Werk.

Opa Diercks beäugte überrascht den Leibesumfang seines Gegenübers.

»Damminomol, da wär ich jetzt nich auf gekommen«, murmelte er verdutzt.

»Sie haben gesagt, dass ich meine Frau nur aufregen würde. Und überhaupt käme das Baby erst bei Flut, wie alle anderen in diesem Krankenhaus auch. Als ich mit in den Kreißsaal wollte, da haben die Hebammen mich rausgeschmissen und gesagt, ich solle mich erst bei Hochwasser wieder blicken lassen.«

»Auhauahauaha!«, machte Johann Diercks und warf einen verstohlenen Blick zum Fluss. Die Fahrwassertonnen standen kerzengerade im Wasser, also Ebbe – Standwasser. Bald würde das Wasser anfangen, bergauf zu fließen, sechs Stunden lang, bis zur Flut! Sechs lange Stunden! Im Kopf des Alten überschlugen sich die Gedanken, und er schaute den werdenden Vater voller Mitleid an.

»Tja, mien Jung! Wat schall ick nu mit di moken? Ach, wissen sie was? Wenn sie schon mal da sind und eh nichts zu tun haben, könnten sie mir ein bisschen helfen. Was mein Mariechen ist, die will Brassen sauer einlegen, aber nu hab ich mir just vorhin die Hand verstaucht und kann nu nich weiterangeln. Vielleicht können sie mir ja ein wenig zur Hand gehen?«

»Ich verstehe nichts von Fischen, und schon gar nicht von der Fischerei«, warf der werdende Vater ein, aber Johann Diercks blieb unerbittlich. Schon stand der vor Aufregung bibbernde Mann an der Weser und hielt einen etwas betagten Bambusknüppel in der Hand. Keinen Schimmer vom Angeln, so hatte er doch den besten Lehrmeister erwischt, den der Ort aufzubieten hatte. Der Vater in Spe stellte sich recht ordentlich an und lernte schnell. Bald konnte er Brassen von Alanden unterscheiden. Rotaugen sahen ganz anders aus als die stachelbewehrten Barsche. Haken beködern, Fische vom Haken abnehmen und allerlei anderes lernte er mit Begeisterung. Und mit welchem Eifer er sich mühte, die großen Brassen müde zu kämpfen. In den nächsten Stunden gab es nur ein Thema: Angeln! Die Zeit verflog, und Petrus war auf der Seite des Alten. Er schickte Fische in solche Massen, dass es selbst Opa Diercks unheimlich wurde.

Schließlich nahm er seinem Schüler die Angel aus der Hand und deutete hinaus auf den Fluss, der im Abendlicht glitzerte und funkelte wie ein Diamant.

»Es wird Zeit«, sagte der Alte leise. »Hochwasser!«

Wortlos standen sie sich gegenüber und der Alte gab dem Jungen einen ermunternden Klaps auf die Schulter. Mit langen Schritten rannte der Junge die Straße hinauf zum Krankenhaus, während Opa Diercks seine Klamotten zusammenpackte und auf dem Rad verstaute. Sie hatten so viel gefangen, dass für den Alten kein Platz mehr auf dem Fahrrad war. Johann Diercks seufzte und machte sich auf den langen Heimweg, den überladenen Drahtesel neben sich herschiebend. Als er am Stift vorbeikam, flog die Türe auf und sein Angelschüler kam mit hoch gerissenen Armen herausgelaufen.

»Ein Junge!«, brüllte er. »Hurra, ein Junge!«

Omas Meisterstück

»Oma kommt mit! Juchhu, Oma kommt mit!«, jubelte der kleine blonde Wirbelwind, als wir ihm erzählten, dass wir in den Ferien meine Mutter mit nach Dänemark nehmen wollten. Warum auch nicht? Das Häuschen war groß genug für vier, und Oma und Enkelin spielten gerne miteinander. Es waren herrliche Tage, denn meine bessere Hälfte und ich liebten es, abends einen langen Strandspaziergang zu machen. Wenn Oma mitkam und unseren Krümel nach dem Zubettgehen hütete, konnten wir die lauen und hellen Sommerabende an der Dänischen Ostseeküste genießen.

Auch war es für mein geliebtes Eheweib eine Erleichterung, denn Mutter nahm uns oft genug das lästige Kochen ab. Wenn ich müde und kaputt vom Angeln kam und das Ruderboot auf den Strand zog, stand Mutter bereits wartend da und begutachtete den Fang. Ich brauchte nichts mehr zu tun, denn das Schlachten und Ausnehmen der Fische besorgte sie. Na klar, schließlich hatte ich ja auch schon die ganze Arbeit mit dem Fang gehabt. Mütter sind genial, wenn es sie nicht gäbe, man müsste sie erfinden!

»Kann ich nicht mal mit raus? Ich möchte auch gern mal wieder Angeln!«

Mir fiel das Brötchen aus der Hand, als Mutter eines Morgens mit diesem Ansinnen herausplatzte.

»Gerne mal wieder?«, echote ich erstaunt.

»Klar! Früher,

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