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Das Domino-Prinzip: Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen.
Das Domino-Prinzip: Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen.
Das Domino-Prinzip: Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen.
eBook261 Seiten3 Stunden

Das Domino-Prinzip: Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen.

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Über dieses E-Book

Erscheint Ihnen das Leben manchmal als Ansammlung von Stolpersteinen? Bringen Sie Alltagssorgen wie der Streit mit dem Partner, die Gardinenpredigt vom Chef oder der Kampf gegen die Kilos oft aus dem Tritt?

Für solche und andere Zwangslagen hat Bestsellerautor Stefan Frädrich ein umfassendes Coachingprogramm entwickelt. Denn die meisten Konfliktsituationen kann man mit etwas psychologischem Geschick leicht überwinden - und hat dabei die Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln und mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Nehmen Sie das Leben wie ein Domino-Spiel - als Herausforderung, für jedes Problem stets den passenden Spielzug zu finden!
SpracheDeutsch
Herausgeberepubli
Erscheinungsdatum7. März 2012
ISBN9783844218176
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    Buchvorschau

    Das Domino-Prinzip - Stefan Frädrich

    Stefan Frädrich

    Das Domino-Prinzip

    Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in den Weg

    gelegt werden, etwas Schönes bauen

    www.stefan-fraedrich.de

    Inhalt

    Spielanleitung

    Das ganze Leben ist ein Spiel?

    Das ganze Leben ist ein Domino-Spiel!

    Eine Frage der Kombination

    Keine starren Regeln

    Jedes Kapitel ist ein Stein

    Psycho-Basics

    1.1 Unsere innere Videokamera schafft unsere Wirklichkeit

    1.2 Wofür sind Gefühle gut?

    1.3 Glück ist keine Glücksache

    1.4 Den inneren Kompass finden

    1.5 Wir sind, was wir tun

    1.6 Wir tun, woran wir glauben

    Selbstentwicklung

    2.1 Wachstum ist Pflicht

    2.2 Ziele finden

    2.3 Können, wollen, dürfen

    2.4 Einen starken Wunsch aufbauen

    2.5 Entscheiden und Handeln

    2.6 Flexibel ans Ziel kommen

    Berufsleben

    3.1 Leben oder arbeiten?

    3.2 Lebensunternehmer werden

    3.3 Projekte stemmen

    3.4 Die Zeit im Griff

    3.5 Sich verkaufen können

    3.6 Mehr Geld verdienen

    Partnerschaft Familie & Co.

    4.1 Unser Umfeld bestimmt unser Leben

    4.2 Anziehung erzeugen

    4.3 Auf Partnersuche

    4.4 Liebe? Leidenschaft? Freundschaft?

    4.5 Unterschiedliche Bedürfnisse verstehen

    4.6 Beziehungskiller entschärfen

    Kommunikation

    5.1 Reden, um verstanden zu werden

    5.2 Die Frequenz einstellen

    5.3 Meinungen verkaufen

    5.4 Richtig kritisieren

    5.5 Die Macht der Worte

    5.6 Gut schreiben

    Gesundheit

    6.1 Gesundheit? Ja, bitte!

    6.2 Besser essen statt Diät!

    6.3 Raucher oder Nichtraucher?

    6.4 Alkohol? Vorsicht!

    6.5 Ein bisschen Sport muss sein

    6.6 Gut entspannt ist halb gewonnen

    Buchtipps

    Der Autor

    Spielanleitung

    „Ab morgen beginnt wieder der Ernst des Lebens!" Mit diesen Worten stimmten mich meine Eltern regelmäßig zum Ende der Sommerferien auf das kommende Schuljahr ein. Und natürlich meinten sie es gut — bei all den bevorstehenden Pflichten und Herausforderungen konnte ein wenig Motivation nicht schaden. Die Wirkung ihrer Worte allerdings sabotierte stets die gute Absicht: Die ganze Freude auf Schulfreunde, Pausen und lustige Erlebnisse stürzte binnen Sekunden zusammen. Sie wich der bedeutungsvollen Schwere, nun wieder Verantwortung übernehmen zu müssen — fürs rechtzeitige (und viel zu frühe) Aufstehen am Morgen, die ungeteilte Aufmerksamkeit im Unterricht, strenge Lerndisziplin und für passable Noten. Schließlich ging es um meine Zukunft. Was für ein Riesenprojekt!

    Sie fühlen mit mir? Danke! Gerade infolge solcher Episoden aus dem Reich der Demotivation kennen wir alle die Wirkung verschiedener Betrachtungsweisen auf unsere Stimmung. Ich hatte mich auf die Schule gefreut und war dadurch bereits ausreichend motiviert — bis mirich leider wieder die Nachteile vor Augen geführt worden warenspürte. und ich wäre dadurch möglicherweise motiviert gewesen! Sie sehen: Um Und um so etwas Motivation zu empfinden, bedarf es nicht einmal des Einflusses anderer: Es kommt es häufig allein auf unsere Sichtweise an. Entscheiden wir uns dafür, die Dinge schwer zu nehmen, fühlen sie sich schwer an. Nehmen wir sie dagegen leicht, so erscheinen sie tatsächlich leichter!

    Zum Glück entschied ich mich zumeist damals zumeist für die zweite Variante: Ich beschloss, die ach so wichtige Schule so oft wie möglich einfach als Spiel zu betrachten. Denn Spiele machen Spaß. Und siehe da: Gute Laune und Freude waren bald wieder da! Sollte ich damals durch Zufall etwas Wichtiges für mein Leben herausgefunden haben? Können wir möglicherweise sehr vieles in unserem Leben einfach als ein Spiel betrachten und dadurch die Schwere loswerden? Und uns dabei gut fühlen?

    Das ganze Leben ist ein Spiel?

    „Das Leben ein Spiel?, könnte man nun denken. „Wie frevlerisch! Das Leben ist doch viel zu ernst, um es als Spiel zu betrachten.

    Ja, sicher: Das Leben hat ernste Aspekte. Aber eben auch viele spielerische. Und während uns beim Begriff „Ernst Gedanken wie Kampf, Anstrengung, Strenge und Verantwortung in den Sinn kommen, sind es bei „Spiel eben Spaß, Spannung, Freizeit und Inspiration. Betrachten Sie alleine einmal die Wortwahl: Fühlt es sich nicht sehr viel leichter an, sein Leben zu „steuern als dafür „Verantwortung zu übernehmen? Ist es nicht viel schöner, nach „Lösungen zu suchen als „auf Probleme zu achten? Wobei fühlen Sie sich wohler: wenn Sie sich in der Silvesternacht „darauf freuen, was das neue Jahr Spannendes bringt oder wenn Sie — wie ich damals in der Schule — „wieder mit dem Ernst des Lebens beginnen?

    Im einen Fall verrinnt uns unsere Lebenszeit zwischen unseren Fingern, während wir angestrengt versuchen, Pflichten zu erfüllen. Im anderen Fall sammeln wir schöne Momente, so wie manche Frauen Schuhe sammeln oder Männer Bundesliga-Ergebnisse. Schöne Momente, Schuhe und Bundesliga scheinen glücklicher zu machen als Anstrengung und Pflicht, was meinen Sie? Spielen macht also immer noch Spaß!

    Das ganze Leben ist ein Domino-Spiel!

    Besonders gut gefällt mir die Überlegung, das Leben mit einem Domino-Spiel zu vergleichen: Man legt an, was passt. Sie kennen die Regeln des Spiels? Domino besteht aus quaderförmigen Spielsteinen. Alle Steine sind in zwei Hälften geteilt. Auf jeder Hälfte steht wie bei einem Würfel eine Augenzahl von eins bis sechs. (Na gut: Beim Original-Domino gibt es auch Felder ohne Augenzahl — aber hier gehen wir einmal von Feldern mit Zahlen aus.) Bei sechs Augen und zwei Feldern pro Stein sind demnach sechsunddreißig Kombinationen denkbar. Nachdem die Steine verteilt sind, muss jeder Spieler versuchen, ans äußere Feld eines Steines auf dem Tisch einen eigenen Stein mit dem gleichen Feld anzulegen. Fünf auf fünf, vier auf vier, eins auf eins! Und wer zuerst alle Steine los ist, hat gewonnen.

    Was mich bei diesem Spiel ans Leben erinnert? Nie weiß man, welcher Stein (welche Herausforderung) als nächstes kommt. Nur wer einen passenden Stein (eine Lösung) hat, darf ihn anlegen (einen Zwischenerfolg feiern). Im Idealfall ergibt sich so eine lange Kette aneinandergereihter Steine (gemeisterter Herausforderungen), die durch ein erfolgreiches und spannendes Spiel (das Leben) zustande kamen. Sinn klar geworden? Das ganze Leben ist ein Spiel, und wenn wir wollen, funktioniert es wie Domino. Es geht um die Kunst, die Gegebenheiten des Lebens richtig zu nutzen.

    In diesem Buch werden wir ein großes Lebens-Domino entwerfen. Wobei wir die Steine in sechs wichtigen Themenblöcken (Lebensbereichen) durchspielen:

    Die Einser-Steine, also von 1.1 bis 1.6, stehen für unsere wichtigsten psychischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dazu gehören Wahrnehmung, Gefühle, Glück, innere Werte und Überzeugungen. Sie stellen unser Psycho-Rüstzeug für die weiteren Spielzüge dar. Die Zweier-Steine sind unsere Werkzeuge für Wachstum, Lernen und für die Frage, wie wir Ziele erreichen. Sie helfen uns, wann immer wir eine Trophäe ergattern wollen. Die Dreier-Steine unterstützen uns dabei, Projekte zu stemmen (in Job und Privatleben), glücklich und erfolgreich zu arbeiten, Geld zu verdienen und mit unserer Zeit sinnvoll zu haushalten — sie sind sozusagen unsere Lebensunterhaltssteine. Die Vierer-Steine wiederum ermöglichen uns gute Beziehungen — in Partnerschaft, Umfeld und Freundeskreis. Auch wie wir den für uns passenden Partner angeln, gehört hier dazu. Die Fünfer-Steine lassen es in unseren Beziehungen möglichst konstruktiv und friedlich zugehen — mithilfe einiger wichtiger Kommunikationsprinzipien. Die Sechser-Steine schließlich sorgen dafür, dass wir möglichst lange weiterspielen können. Sie helfen uns nämlich, die wesentlichen Aspekte unserer Gesundheit zu beachten: Bewegung, der Umgang mit Alkohol, die Frage „rauchen oder nicht rauchen?" sowie Ernährung und Erholung.

    So entsteht unterm Strich eine ziemlich lange Schlange aneinandergereihter Steine: das Domino-Prinzip. Es ist schlüssig und ermöglicht ein ziemlich gutes Spiel!

    Eine Frage der Kombination

    Auch wenn das Leben uns manchmal hin- und herwirft, gehen wir die Domino-Steine natürlich schön sortiert durch: eins nach dem anderen. Und das ist für Sie als Leserin oder Leser praktisch — Sie können nämlich die anstehenden Veränderungen in Ihrem Leben systematisch ordnen und planen. Möchten Sie zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören (Domino-Stein 6.3), dann schaffen Sie das, indem Sie Ihre Überzeugungen steuern (Domino-Stein 1.3), und indem Sie bei zwischenzeitlichen Misserfolgen dennoch am Ball bleiben (Domino-Stein 2.6) oder sich durch erspartes Geld belohnen (Domino-Stein 3.6). Oder sind Sie mit Kritik konfrontiert (Domino-Stein 5.4)? Dann beachten Sie dabei die inneren Werte (Domino-Stein 1.4) aller Beteiligten und klären Sie die Regeln (Domino-Stein 4.5) für das Kritik-Gespräch. Sie sehen: Es darf — wie beim richtigen Domino-Spiel — wild kombiniert werden! Und am Ende entsteht für Ihre persönliche Lösung ein linearer Weg. Sie müssen ihn nur nachlesen.

    Keine starren Regeln

    Bei all dem ist wichtig: Unser Domino ist kein Spiel mit starren Regeln. Es kommt auf Sie selbst an! Denn erstens ist unser tägliches Domino oft ziemlich komplex. Ich stecke nicht in Ihrer Spielsituation — es wäre vermessen von mir zu sagen, wie Sie konkret zu handeln hätten. Und zweitens würden auch strenge Domino-Regeln Ihrer individuellen Situation kaum gerecht.

    Statt um Regeln geht es mir in diesem Buch eher um Prinzipien (deswegen heißt es ja auch „Das Domino-Prinzip und nicht „Die Domino-Regeln). Wo der Unterschied liegt? Ganz einfach: Regeln verändern sich, Prinzipien bleiben bestehen. Regeln klären die Vorgehensweise im Einzelfall, Prinzipien bestimmen die Gesamtrichtung. Vielleicht stellen wir uns Regeln einfach als Wegbeschreibung vor: „Erste Ampel rechts, 500 Meter geradeaus und dann scharf links." Das Problem bei einer solchen Regel: Jede Abweichung vom Weg, jeder Fehler unterwegs, jedes Hindernis können uns in die hoffnungslose Orientierungslosigkeit führen! Mit Prinzipien hingegen verfügen wir über einen Kompass und ein Ortungssystem wie ein GPS, wir kennen unsere Koordinaten, die Koordinaten des Ziels und seine Richtung. So kommen wir immer noch zum Ziel, selbst wenn wir uns zigmal verlaufen! Und übrigens: Wussten Sie, dass es sowieso etliche verschiedene Domino-Varianten und darum keine starren Regeln gibt? Zum Beispiel ungarisches, italienisches und französisches Domino? Oder Buki-Domino, Domino Whist, Dominosa, Pai Gow und Bilder-Domino? Die Spielregeln sind unterschiedlich. Trotzdem ist das Prinzip immer das Gleiche: Möglichst gut und möglichst lange die passenden Steine anlegen. Darum geht es!

    Jedes Kapitel ist ein Stein

    Und nun zum Aufbau dieses Spiels: Die Kapitel in diesem Buch sind Steine in Ihrem persönlichen Domino-Spiel. Unter sechs Hauptkapiteln finden Sie sechs Unterkapitel — also sechsunddreißig. Jedes Kapitel beginnt mit konkreten Erlebnissen von Menschen, allesamt wahre Beispiele aus dem prallen Leben. Im zweiten Schritt schauen wir, wo „das Problem" liegt, im dritten Schritt verrate ich Ihnen die Lösung, und als viertes sehen Sie, welchen wunderbaren Erfolg Sie durch das richtige Anlegen eines Steins (durch das richtige Verhalten) haben .

    Übrigens: Noch in einem anderen Sinne können wir das Domino-Prinzip als Metapher für Erfolgsserien und ein erfolgreiches Leben verstehen — im Zusammenhang mit dem berühmten „Domino-Effekt. Stellt man Domino-Steine hochkant in einer Reihe auf und stößt den äußersten um, stürzt er auf seinen Nachbarn, der ebenfalls umstürzt und wiederum seinen Nachbarn zu Fall bringt. Es entsteht eine Abfolge von Ereignissen (im Idealfall Erfolge), von denen jedes einzelne durch das vorherige angestoßen wurde und nun selbst das nachfolgende hervorbringt — eben das „Domino-Prinzip.

    Aber ganz egal, welche Variante Sie mit Ihren Domino-Steinen spielen wollen — wichtig ist: Spielen Sie! Sie werden sehen: Es hat wunderbare Folgen. Ich wünsche Ihnen bei Ihrem persönlichen Domino gutes Bauen, viel Erfolg und viel Spaß!

    Ihr Stefan Frädrich

    Psycho-Basics

    Ihr persönliches Domino-Spiel beginnt mit den Einser-Steinen: Sie stellen unsere psychische Grundausstattung dar. Wie funktionieren unsere Wahrnehmung und unsere Gefühle? Was haben innere Werte und Verhaltensmuster mit Glück zu tun? Wie erlangen wir durch unsere Einstellung die besten Voraussetzungen fürs Leben?

    1.1 Unsere innere Videokamera schafft unsere Wirklichkeit

    Annika (28) macht sich Sorgen. Erst streikt im Hotel bei ihrer Kreditkarte das Lesegerät, dann baut ihre Freundin Susanne (27) auf dem Weg zum Flughafen fast einen Unfall, und jetzt hat der Flieger auch noch zwei Stunden Verspätung. So eine Pechsträhne! Ob die beiden lieber doch nicht einsteigen sollten?

    Susanne hingegen freut sich: Mit ihrer Kreditkarte konnte sie Annika helfen, ihre Rechnung zu begleichen, den Unfall verhinderte sie durch ihre hellwache Reaktion, und dank der Verspätung kann sie am Flughafen noch Souvenirs einkaufen. Bei so viel Glück bekommen sie im Flugzeug heute sicher die besten Plätze!

    Rolf (51) hadert mit seinem Job: Sein Chef ist schwierig, die Verhältnisse sind chaotisch, und die Kollegen haben innerlich gekündigt. Zwar kennt sich Rolf mit positivem Denken aus: „Alles halb so wild!, sagt er sich selbst. Und: „Ich liebe meine Arbeit! Doch seine Familie sorgt sich: Rolf wirkt so unglücklich.

    Achtung, Stolperstein:

    Unser Gehirn scannt vor allem Gefahren

    Beim Lebensdomino gibt es zweierlei Spielsituationen: solche, die wir verändern können, und solche, auf die wir keinen Einfluss haben. Wichtig ist, das eine vom anderen zu unterscheiden: Beeinflussen wir veränderbare Spielstände zu unseren Gunsten — und machen wir aus unveränderbaren Situationen das Beste.

    Doch leichter gesagt als getan! Wer weiß schon immer, wann es sich noch zu kämpfen lohnt, und ab wann wir uns besser in unser Schicksal fügen? Und: Wie schaffen wir es dann, uns nicht runterziehen zu lassen?

    Wir alle nehmen unsere Domino-Welt unterschiedlich wahr. Wo Annika Probleme und Gefahren wittert, sieht Susanne Chancen. Susanne interpretiert auch anscheinend Negatives als gutes Zeichen für die Zukunft und liebt es, Probleme zu lösen. Sie begegnet schwierigen Situationen mit Ehrgeiz und optimiert sie. Rolf wiederum bildet sich nur ein, seine Situation zu verbessern, indem er sie sich schöner denkt, als sie ist. In Wirklichkeit steckt Rolf in einem Konflikt mit seinen inneren Werten (siehe Domino-Stein 1.4): Sein Job bereitet ihm Dauerstress — und das leugnet er. Armer Rolf!

    Wir denken in Mustern

    Und Sie? Wie würden Sie sich in einer solchen Situation verhalten? Vermutlich hängt das davon ab, welche Erfahrungen Sie in ähnlichen Situationen gemacht haben und wie mutig oder vorsichtig Sie Ihr Lebens-Domino daher spielen. Warum? Weil wir Menschen dazu neigen, Dinge nach gewohnten Mustern zu tun. Weil wir aber alle unterschiedliche Denkmuster gewöhnt sind, beurteilen verschiedene Menschen gleiche Situationen unterschiedlich. Unsere Realität entsteht im Gehirn!

    Doch Gehirne sind etwas höchst Subjektives: Wirklich jeder hat sein eigenes — samt seiner eigenen Geschichte. Und das bedeutet, dass es gar keine objektive Realität gibt, sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen dessen, was wir für Realität halten. Unsere Betrachtungsweise ist also eine Interpretation! Und zwar eine, die uns nützen oder schaden kann.

    Und warum interpretieren wir dann ein Glas mal als halb voll und mal als halb leer? Ganz einfach: Das hängt davon ab, was wir sehen wollen — und auch davon, was wir zu sehen gewohnt sind, weil wir es bereits kennen.

    Übereinstimmungen oder Unterschiede?

    Stellen wir uns ein Gehirn am besten als eine höchst effektive Mustererkennungsmaschine vor: Ständig gleicht diese Maschine unsere Sinneseindrücke mit unseren Erfahrungen und Gefühlen ab und sucht Übereinstimmungen und Unterschiede. Die Suchergebnisse bewertet das Gehirn auch gleich sofort: Übereinstimmungen erkennt es gerne als Bestätigung unserer Erfahrungen und Gefühle an, und Unterschiede lehnt es gerne als unbekannt ab. Dieser Abgleich hilft uns dabei, uns in der Welt zurechtzufinden und auf Dinge schnell und ohne viel nachzudenken zu reagieren. Das verhilft uns zur Routine und rettet uns sogar das Leben: Katze direkt vor uns, vierzig Zentimeter lang? Streicheln! Einen Meter siebzig lang? Flüchten! Schon für unsere Vorfahren war es im Dschungel nicht hilfreich, bei Gefahr erst mal lange zu grübeln oder sich in positivem Denken zu üben: „Ist das jetzt wirklich ein Säbelzahntiger? Na ja, der wird sicher schon zu Mittag gegessen haben!"

    Routine oder Entscheidung?

    Zugleich kann uns der routinierte Abgleich unserer Wahrnehmungen mit unseren Denkmustern auch am Glück hindern. Partner schweigsam? Muster erkannt: Er wird mal wieder mies drauf sein wie beim letzten Mal! Handlung also: streiten! Oder hinterfragen wir die Routine und denken: Partner schweigsam? Vielleicht braucht er Trost! Wir haben die Wahl.

    Wie wir Muster wahrnehmen, sie deuten und letztlich auf sie reagieren, hängt enorm davon ab, wie wir uns gerade fühlen. So betrachten wir unser Leben in schlechter Verfassung meist pessimistischer und in guter Verfassung optimistischer. Und wer entscheidet, wie wir uns fühlen, wenn nicht wir selbst? Zumindest meistens.

    Spielend weiterkommen:

    Die richtige Perspektive einnehmen

    Sind wir den Interpretationen unseres Gehirns hilflos ausgeliefert? Keineswegs! Viele Wahrnehmungen können wir steuern. Wir können uns unser Bewusstsein dabei wie eine Videokamera vorstellen: Was sie filmt, nehmen wir wahr — und was nicht im Sucher ist, blenden wir aus. Ein Beispiel: Konzentrieren Sie sich einmal auf Ihren linken Daumen! Nehmen Sie ihn ganz bewusst wahr. Jeden Zentimeter seiner Oberfläche. Dann stellen Sie sich in aller Ruhe vor, wie gut Ihr Daumen durchblutet ist, wie er immer wärmer wird und schließlich zu pulsieren beginnt. Na? Spüren Sie ihn schon? Ihr rechtes Ohr hingegen haben Sie währenddessen vermutlich nicht im Sucher Ihrer Kamera.

    Was bedeutet das? Etwas Großartiges! Durch unsere Aufmerksamkeit können wir unsere Sinneseindrücke und deren Interpretationen verstärken und abschwächen — ganz so, wie wir es wollen. Wir konzentrieren uns, worauf wir wollen: auf Probleme, Schmerz, Gefahren, Misserfolge. Oder eben auf Herausforderungen, Unversehrtheit,

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