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Hall of Pain: 6 Kurzgeschichten - Dark Fantasy Satire
Hall of Pain: 6 Kurzgeschichten - Dark Fantasy Satire
Hall of Pain: 6 Kurzgeschichten - Dark Fantasy Satire
eBook57 Seiten46 Minuten

Hall of Pain: 6 Kurzgeschichten - Dark Fantasy Satire

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Über dieses E-Book

Sechs Kurzgeschichten

Instant Domina
Was es mittlerweile alles gibt. Ein Automat beim Bahnhof bietet jetzt Mini-Dominas an.
Es steckt jedoch viel mehr in dieser kleinen Figur.

Die Schneekönigin
In den dunkelsten Tagen des Jahres baue ich mir die perfekte Frau aus Schnee.
Sie wird meine Herrin und ich ihr Sklave.

Das Sklavenschiff
Im tosenden Sturm zerschellt das Schiff am Riff und die Sklaven werden an einen Strand gespült.
Sie landen auf der Insel ihrer Träume.

Der Sklavenmarkt
Ein Kleinkunstfestival, das als Gag gedacht ist.
Das sich jedoch anders entwickelt als erwartet.

Schatten des Grauens
Für Fußballfreund Hannes sollte es ein schöner Abend werden.
Als Martha mit einem Buch auftaucht, beginnt das Drama.

Die Buxe der Pandora
Bei einer Erotik-Hotline können Männer ihre Phantasie auszuleben und Frauen beim Bügeln etwas dazuverdienen.
Unschön wird es, wenn sich beide aus dem realen Leben kennen.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum24. Dez. 2019
ISBN9783750217294
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    Buchvorschau

    Hall of Pain - Michael Slave

    Instant Domina

    Die Straßenschlucht war dunkel und schmutzig, ätzender Geruch brannte in meiner Nase, räudige Hunde hatten ihr Revier ebenso markiert wie Graffitischmierer die schäbigen Fassaden. Der Krieg um Ideologien wurde in diesem Viertel mit Farbe ausgefochten, linksradikales und rechtsextremes Gedankengut war verewigt wie die spontanen Gedanken, die selbsternannte Künstler der Welt mitteilen wollten. Die Hauswände glichen Grabsteinen, auf denen jeder seine Inschrift verewigt hatte und alle Straßenlaternen waren kaputtgeschlagen. Die Stadt hatte dieses Viertel aufgegeben und den düsteren Gestalten überlassen. Diese taten harmlos, als wollten sie nur vorbeigehen, doch im nächsten Moment fühlte man ein Messer am Hals.

    Das Bahnhofsviertel konnte man kaum schön nennen. In der Nacht traute sich kein Polizist in das Viertel. Wer jetzt noch unterwegs war, der war auf sich allein gestellt. Das hatte seinen Reiz.

    An einem Auto hatte jemand seine Wut ausgelassen. Außenspiegel waren abgerissen und die zertrümmerte Windschutzscheibe wies drei Risse auf, was auf Axthiebe deutete. Ich sann darüber nach, was denjenigen so in Rage versetzt hatte. War seine Sozialhilfe gestrichen worden? Hatte er eine Auseinandersetzung mit seiner Frau? Kannte er den Besitzer des Autos und der war ihm etwas schuldig? Der Streit um Geld löst häufig Aggressionen aus. Derjenige, der dieses Auto so zugerichtet hatte, könnte einfach nur sturzbetrunken gewesen sein oder war mit seinem Leben unzufrieden.

    Ich querte den Bahnhofsvorplatz und ging auf den Automaten zu. Hier wurde etwas für den einsamen Nachtschwärmer geboten. Es gab alles von der Gleitcreme über die Taschenvagina bis zur Instant Domina. Ich stutzte. Alles andere kannte ich, doch so etwas hatte ich bisher nie gesehen. Eine Puppe. Einsam, in schwarzes Leder gekleidet, lag sie hinter der Scheibe wie Schneewittchen in ihrem Glassarg. Langes schwarzes Haar wallte über ihren Leib. Ich wusste nicht, warum, ich wollte sie haben. Ich warf eine Handvoll Münzen in den Automaten, zog die Schublade heraus und sie lag in meinen Händen. Sie war wunderschön.

    Daheim legte ich sie sanft aus den Händen und betrachtete sie. War sie wirklich nur eine Puppe? Sie wurde umso schöner, je länger ich sie betrachtete. Das Haar reichte bis zu ihrer Hüfte. Die Lederkleidung war außergewöhnlich fein gearbeitet. An einer realen Person hätte mich dies nicht überrascht, doch sie war nun mal eine Puppe. Falls sie es überhaupt war. An ihrem Ledergewand hing ein Zettel, »Verwendung der Instant Domina«, begann der Text und beschrieb, wie man sie zum Leben erwecken könnte. Man sollte sie in die Mikrowelle legen, bei mittlerer Stufe einige Minuten warten und dann wäre sie sofort einsatzbereit. Unschlüssig, jedoch neugierig darauf, was passieren würde, folgte ich der Anweisung. Die Zeit überbrückte ich mit Dingen, die man in kurzer Zeit tun konnte und kehrte wieder in die Küche zurück. Was ich sah, ließ meinen Herzschlag kurz aussetzen.

    »Wie ist dein Name?« Wie eine Engelsgestalt stand sie vor mir. Ich betrachtete ihr helles Gesicht, das pechschwarze Haar, mein Blick wanderte das enge Korsett herab, Verschnürung um Verschnürung bis zum Lederkostüm und zu ihren Stiefeln. Sie trug goldene Absätze. Göttlich. »Starre mich nicht an! Sag deinen Namen!«

    »Marcel. Ich heiße Marcel.«

    »Nimm deinen Blick von mir, Marcel, ich ertrage es nicht! Knie vor mir und zeige den Respekt, den du einer Dame schuldest.«

    Ich folgte ihrer Aufforderung und fragte mich, wie sie in meine Küche gekommen war? Es war doch nur eine Puppe …

    »Deine Stirn soll den Boden berühren. Sonst bist du meiner nicht würdig.«

    Ich senkte meinen Kopf ganz hinab. Um meine Demut zu beweisen, legte ich mich flach auf den Boden, so wie es ein Ministrant bei seiner Priesterweihe tat.

    »Nun erhebe dich und füge dich meinen Befehlen. Stehe auf, tue dies mit gesenktem Haupt und starre mich nicht an!«

    Mein Blick wanderte zur Mikrowelle. Das Türchen war geöffnet, ich fragte mich, wie sie dort ausgestiegen war. Die Puppe. Wie sie zur Menschengestalt werden konnte, war mir ein Rätsel.

    »Marcel! Du bist nun mein Sklave!« Die Stimme meiner

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