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Trevellian wird zweimal gehasst: Zwei Krimis
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Trevellian wird zweimal gehasst: Zwei Krimis
eBook420 Seiten3 Stunden

Trevellian wird zweimal gehasst: Zwei Krimis

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Über dieses E-Book

Trevellian wird zweimal gehasst: Zwei Krimis

von Alfred Bekker

 

Über diesen Band:

 

Dieser Band enthält folgende Krimis

von Alfred Bekker:

 

Tiefster Hass

Die Waffe des Skorpions

 

William Grotzky, ein ehemaliger FBI-Agent, der jahrelang gegen das organisierte Verbrechen ermittelte und dabei vor allem im Undercover Einsatz wertvolle Hilfe bei der Festnahme von Andrea Giacometti leistete, wird ermordet. Wollte sich da jemand das auf Grotzky ausgesetzte Kopfgeld verdienen? Doch was hat dieser Tote mit all den anderen Ermordeten zu tun, die mit derselben Waffe erschossen wurden? 

 

 

Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden und Janet Farell.

SpracheDeutsch
HerausgeberAlfred Bekker
Erscheinungsdatum12. Mai 2022
ISBN9798201832704
Trevellian wird zweimal gehasst: Zwei Krimis
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Autor

Alfred Bekker

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.

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    Buchvorschau

    Trevellian wird zweimal gehasst - Alfred Bekker

    Trevellian wird zweimal gehasst: Zwei Krimis

    von Alfred Bekker

    Über diesen Band:

    Dieser Band enthält folgende Krimis

    von Alfred Bekker:

    Tiefster Hass

    Die Waffe des Skorpions

    William Grotzky, ein ehemaliger FBI-Agent, der jahrelang gegen das organisierte Verbrechen ermittelte und dabei vor allem im Undercover Einsatz wertvolle Hilfe bei der Festnahme von Andrea Giacometti leistete, wird ermordet. Wollte sich da jemand das auf Grotzky ausgesetzte Kopfgeld verdienen? Doch was hat dieser Tote mit all den anderen Ermordeten zu tun, die mit derselben Waffe erschossen wurden? 

    ––––––––

    Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden und Janet Farell.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

    © Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

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    Alles rund um Belletristik!

    Tiefster Hass: Kriminalroman

    Tiefster Hass: Kriminalroman

    Alfred Bekker

    Published by Alfred Bekker, 2019.

    Table of Contents

    UPDATE ME

    ––––––––

    Ich begann mit sieben Jahren, Geschichten zu schreiben. Eine meine ersten Geschichten handelte von Bankraub. Gleich im allerersten Satz fliegt jemand durch eine zerberstende Scheibe. Der Vorliebe für Spannung und Action bin ich dann auch später Mitautor von Kommissar X und Jerry Cotton treu gelieben. Manches ändert sich eben nicht.

    ALFRED BEKKER

    Tiefster Hass

    Kriminalroman von Alfred Bekker

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 118 Taschenbuchseiten.

    Eine Reihe von Anschlägen auf Kliniken stellt die Ermittler vor ein Rätsel. Stecken radikale Aktivisten dahinter? Als dann das Morden beginnt, müssen die Fahnder umdenken...

    Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden und Janet Farell.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

    © by Author

    © dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    1

    „Sie können schon gehen, Meredith."

    Dr. Miles Guthrie saß hinter seinem Schreibtisch und sah einige Laborwerte durch, die gerade noch per Kurier in die Praxis gebracht worden waren.

    „Bis Morgen, Dr. Guthrie."

    „Ich sehe mir nur noch kurz die Befunde an, dann gehe ich auch nach Hause!"

    Miles Guthrie hörte, wie die Schritte seiner Arzthelferin auf dem Flur verklangen. Wenig später fiel die Tür ins Schloss.

    Guthrie überflog die Laborergebnisse.

    Das Telefon klingelte. Guthrie nahm den Hörer ans Ohr.

    „Miles Guthrie?", krächzte eine verzerrte Stimme.

    „Am Apparat."

    „Du Kindermörder!"

    „Hören Sie, ich..."

    „Aber noch heute Abend wirst du selbst tot sein."

    Es machte klick. Die Verbindung war unterbrochen.

    Guthrie seufzte hörbar.

    Dieser Spinner hat mir gerade noch gefehlt!, dachte er. Als ein Gynäkologe, in dessen Praxis im Rahmen der gesetzlichen Grenzen auch Abtreibungen durchgeführt wurden, war es gewöhnt, dass religiöse Fanatiker und sogenannte Lebensschützer in ihm eine willkommene Zielscheibe ihrer Kampagnen sahen. Das war auch der Grund dafür, dass Guthrie seine Praxis im Brandon Tower, 332 Washington Lane, Hoboken eingerichtet hatte - einem Gebäude mit erstklassigem Sicherheitsstandard. Rund um die Uhr sorgten die bewaffneten Security Guards eines privaten Sicherheitsunternehmens dafür, dass kein Unbefugter ins Gebäude gelangen konnte. Flure, die Eingangshalle und die Aufzüge waren ebenso mit einer Videoüberwachungsanlage ausgestattet wie das zum Brandon Tower gehörige unterirdische Parkhaus.

    Seit Guthrie vor drei Jahren auf einem Ärztekongress von einem fanatischen Lebensschützer mit einem Messer angegriffen worden war, trug er häufig einen Revolver bei sich.

    Guthrie legte die Befunde zur Seite. Er konnte sich jetzt einfach nicht mehr auf die Ergebnisse konzentrieren.

    Immerhin, das hast du erreicht, Krächzer!, dachte Guthrie.

    Krächzer – das war der Name, den er diesem Anrufer für sich persönlich gegeben hatte. Der Krächzer verfolgte ihn schon seit langem mit seinen Todesankündigungen. Manchmal täglich, dann wieder nur alle vier bis fünf Wochen. Die Polizei hatte die Identität des Krächzers bisher nicht herausbekommen. Alles, was man wusste, war, dass er mindestens dreimal von einer bestimmten Telefonzelle in der Nähe des Times Square angerufen hatte und ansonsten verschiedene Prepaid Handys benutzt. Außerdem gehörte der Krächzer zu einem guten Dutzend Anrufern, die Guthrie mehr oder minder regelmäßig mit Beschimpfungen, Beleidigungen oder Drohungen bedachten. Zwei von ihnen hatte die Polizei erwischt.

    Die meisten von ihnen nahm Guthrie nicht besonders ernst. Ihre Rhetorik mochte martialisch klingen, aber Guthrie schätzte die Meisten von ihnen als harmlos ein. Menschen, für die es nur schwarz oder weiß gab und die nicht bereit waren, sich mit der Not, die eine Frau vielleicht zu der Entscheidung trieb, eine Schwangerschaft zu unterbrechen, überhaupt zu beschäftigen.

    Aber Guthrie wusste spätestens seit dem Messeranschlag auf dem Ärztekongress, dass es eine kleine Minderheit in den Reihen der Abtreibungsgegner gab, die bereit waren, weiter zu gehen.

    Einmal war sein Wagen angezündet worden. Die Polizei hatte die Täter bislang ebenso wenig ermitteln können, wie die Identität des Krächzers und der anderen Anrufer. Manche von ihnen waren für Guthrie im Laufe der Zeit zu so etwas wie guten Bekannten geworden.

    Guthrie versuchte so wenig wie möglich daran zu denken, dass da draußen vielleicht tatsächlich jemand auf ihn lauern mochte.

    Der Arzt war überzeugt davon, dass seine Arbeit wichtig war und getan werden musste. Also setzte er sie trotz der damit verbundenen Gefahren fort und versuchte ansonsten einfach, alle nur denkbaren Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

    Miles Guthrie streifte den weißen Kittel ab, hängte ihn an einen Haken an der Wand seines Behandlungszimmers, ging in den Vorraum und nahm Jackett und Mantel von der Garderobe.

    Kurz bevor er die Praxis verlassen wollte, klingelte noch einmal das Telefon.

    Guthrie zögerte. Eine Frau in Not oder der Krächzer – beides war möglich. Schließlich gab Guthrie sich einen Ruck, ging zum Tresen, hinter dem Meredith normalerweise ihren Platz hatte und nahm das Gespräch entgegen. „Unbekannter Anrufer" stand im Display.

    „Hier Dr. Guthrie", meldete er sich.

    Auf der anderen Seite der Leitung war nur ein schweres Atmen zu hören. Dann machte es klick und die Verbindung war unterbrochen.

    Der Schweiger!, dachte Guthrie. Von dir habe ich schon länger nichts mehr gehört!

    2

    Guthrie ging zu den Aufzügen. Unterwegs begegneten ihm vor allem Raumpflegerinnen und Angehörige des Wachpersonals. Nur ab und zu mischte sich noch einer der Anwälte und Architekten, deren Büros im Brandon Tower ebenfalls zu finden waren, dazwischen.

    Mit dem Aufzug ging es hinab in die Tiefgarage. Überall folgten ihm Kameraaugen.

    Guthrie fuhr einen Porsche. Ein fester Platz war für ihn reserviert.

    Bis auf zwanzig Yards hatte er sich dem Wagen genähert, als plötzlich das Licht ausging. Es war stockdunkel. Nur noch Schwärze umgab ihn. Miles Guthrie griff unter das Jackett, wo er seinen Revolver trug. Er zog den kurzläufigen 38er hervor und war vollkommen orientierungslos. Der Puls schlug ihm bis zum Hals. Da war nichts, auf das er hätte zielen können.

    Er konnte nicht die Hand vor Augen sehen.

    Wie blind stand er da.

    Er griff zum Handy. Nicht, weil er hoffte, eine Verbindung zu bekommen. In diesen Katakomben war jeder Netzkontakt ausgeschlossen. Aber das Display war eine Lichtquelle - wenn auch keine besonders starke.

    Er klappte das Gerät auf.

    Ein schwacher Schein leuchtete auf.

    Nur Sekundenbruchteile, nachdem das Display aufblitzte, ertönte ein Geräusch, das an ein kräftiges Niesen erinnerte. Blutrot leuchtete Mündungsfeuer auf. Zweimal kurz hintereinander geschah das.

    Guthrie fiel mit einem dumpfen Geräusch zu Boden. Das Handy und der 38er Revolver entglitten seinen Händen und rutschten über den Asphalt. Einen Augenblick lang leuchtete das Display noch, dann schaltete es sich automatisch ab. 

    Schritte hallten in der Dunkelheit.

    Ein letzter, gedämpfter Schuss war zu hören. Aber diesmal war noch nicht einmal Mündungsfeuer zu sehen, denn der Killer hatte die Mündung direkt auf die Schläfe des regungslos daliegenden Opfers gehalten.

    3

    Ich holte meinen Kollegen Milo Tucker wie beinahe jeden Tag an der bekannten Ecke ab. Er konnte ein Gähnen nicht unterdrücken. Mir ging es nicht anders.

    „Ich hoffe, Mandys Kaffee sorgt gleich dafür, dass wir nicht einschlafen!", sagte Milo.

    Ich grinste. „Das ist der Nachteil des bequemen Sitzmobiliars in Mister McKees Büro."

    Wir hatten eine lange Nacht hinter uns. Viele Stunden hatten wir uns zusammen mit einem Dutzend anderer Kollegen des FBI Field Office New York um die Ohren schlagen müssen, um Ricky Fratella, den Chef eines Drogenrings auf frischer Tat bei einem Deal zu ertappen. Fratella hatte geglaubt, das Geschäft seines Lebens machen zu können. In Wirklichkeit war er in eine Falle getappt. Monatelange, sehr aufwendige Ermittlungen konnten damit wahrscheinlich zum Abschluss gebracht werden.

    Eine halbe Stunde später fanden wir uns im Besprechungszimmer von Mr Jonathan D. McKee, dem Chef unseres Field Office ein.

    Außer uns waren noch die Agenten Clive Caravaggio und Orry Medina sowie die Kollegen Jay Kronburg und Leslie Morell anwesend.

    Mr McKee wartete, bis Mandy allen einen Becher Kaffee serviert hatte. Die Sekretärin unsers Chefs wollte gerade den Raum verlassen, da traf auch unser Innendienstler Max Carter ein. „Wenigstens sind wir nicht die Letzten, Jesse!", raunte Milo mir zu, während ich mir bereits den ersten Schluck Kaffee genehmigte.

    „Guten Morgen, begrüßte uns Mr McKee. „Da alle Anwesenden an der gestrigen Operation gegen Ricky Fratella beteiligt gewesen sind, möchte ich Ihnen mein ausdrückliches Lob aussprechen. Das war gute Arbeit! Ich habe heute Morgen bereits mit Bezirksstaatsanwalt Thornton telefoniert und er ist sehr zuversichtlich, dass die Anklage bei Ricky Fratella und seinen Helfershelfern auf sicheren Füßen steht. Und das verdanken wir in erster Linie der sorgfältigen Ermittlungsarbeit und der gewissenhaften Beweissicherung, die von den Mitarbeitern dieses Field Office geleistet wurde.  Mr McKee machte eine kurze Pause. Ohne einen weiteren Übergang kam er nun zu seinem Hauptanliegen – dem neuen Fall, mit dem er zumindest einen Teil der Agenten unseres Field Office betrauen würde. „Ich weiß, dass Ihnen allen die letzte Nacht noch sehr in Knochen steckt, aber wir können uns leider keine Pause gönnen. Heute Morgen wurden wir offiziell mit den Ermittlungen in einem Fall betraut, der bereits jetzt die Medien beschäftigt wie kaum ein anderer Mordfall der letzten Jahre. Es geht um den Fall Miles Guthrie. Jeder von Ihnen, der während Fahrt hier her die Frühnachrichten gehört hat, müsste die wesentlichen Fakten bereits kennen."

    Ich hatte die Meldung über den Tod des Arztes Dr. Miles Guthrie auch gehört – war allerdings nur mit halbem Ohr bei der Sache gewesen. Der Meldung nach war Guthrie am Vorabend in einer Tiefgarage erschossen worden, nachdem er monatelang von militanten Abtreibungsgegnern und sogenannten Lebensschützern bedroht worden war. Natürlich kochten die Emotionen auch unter den Hörern der Radiosender bereits hoch, noch bevor überhaupt nähere Umstände der Tat bekannt waren. Die Hörer waren vom Sender aufgefordert worden, anzurufen und ihre Meinung zu äußern, wovon die New Yorker ausgiebig Gebrauch machten. Während die einen in Guthries Tod die gerechte Strafe für einen vielfachen Kindermörder sahen, waren andere empört darüber, mit welch brutalen Methoden religiöse christliche Gruppen Ärzte einzuschüchtern versuchten, die letztlich nichts anderes taten, als sich nach den bestehenden Gesetzen zu richten.

    Über die näheren Hintergründe der Tat war natürlich noch so gut wie nichts bekannt. Alles, was bisher auf dem Tisch lag waren Vermutungen.

    Mr McKee hob die Augenbrauen. „Dr. Guthrie hatte seine Praxis im Brandon Tower von Hoboken und Sie werden sich mit Recht fragen, was wir mit dem Fall zu tun haben. Schließlich wäre dafür normalerweise eine der drei Homicide Squads der Polizei von Hoboken zuständig. Und falls man denen dies aufgrund des gewaltigen öffentlichen Interesses an dem Fall nicht zutrauen würde, wären schließlich zunächst unsere Kollegen vom FBI Field Office New Jersey dran. Der Umstand, der diesen Fall auf unseren Schreibtisch gebracht hat, ist Dr. Guthries Wohnsitz. Er lebt hier in New York. Außerdem bestehen vermutlich Zusammenhänge mit einer Reihe von Anschlägen auf Kliniken und Arztpraxen, in denen legale Abtreibungen durchgeführt wurden und die sich allesamt auf dem Gebiet der Stadt und des Staates New York befinden. Es erschien daher sinnvoll, uns die Ermittlungen führen zu lassen. Mr McKee wandte sich an Max Carter. „Bitte, Sie haben auf die Schnelle bereits einiges über Guthrie zusammengetragen und auch ein paar Ansatzpunkte für unsere Ermittlungen gefunden.

    Max nickte. Während Mr McKees Ausführungen war er damit beschäftigt gewesen, das Laptop hochzufahren und den Beamer zu installieren.

    Wenig später erschien das Gesicht eines grauhaarigen, energisch dreinblickenden Mannes. Die Augen waren strahlend blau, das Kinn wirkte markant, die Nase war lang und gerade.

    „Dieses Foto stammt aus der Presse, sagte Max. „Man kann es im Internet finden und wurde anlässlich eines  gynäkologischen Symposiums an der Columbia University im vergangenen Jahr aufgenommen. Vor drei Jahren wurde Guthrie Opfer einer Messerattacke auf einem medizinischen Kongress hier in New York. Er wurde nur leicht verletzt. Die Täterin war eine gewisse Alana Matthews. Da sie als Aktivistin einer radikalen Gruppe von sogenannten Lebensschützern wegen verschiedener einschlägiger Delikte bereits vorbestraft war, bekam sie keine Bewährung mehr und verbrachte anderthalb Jahre auf Rikers Island, bevor sie wieder auf freien Fuß kam. Seitdem ist sie nicht mehr straffällig geworden. Von der Gruppe, der sie damals angehörte, haben wir dafür umso mehr gehört. Sie nennt sich LIFE IS DIVINE oder kurz LID und gehört zu den radikalsten Gruppen in der Szene der sogenannten Lebensschützer. Angeführt wird diese Organisation von Moses Garrison, einem charismatischen Prediger, der von sich behauptet, früher Missionar in den Urwäldern am Amazonas gewesen zu sein. 

    „Gibt es irgendetwas, das eine konkrete Verbindung zwischen Dr. Guthrie und LID herstellt?", erkundigte sich Mr McKee, nachdem er an seinen Kaffeebecher genippt hatte.

    Max nickte. „Die gibt es tatsächlich! Dr. Guthrie wurde laut Angaben des Hoboken Police Department seit langem telefonisch belästigt und mit Drohbriefen überhäuft, wie es vielen Medizinern geht, die auf seinem Gebiet tätig sind und zu der Problematik eine aufgeklärte Haltung haben. Die meisten dieser anonymen Quälgeister ließen sich nie ermitteln, aber gegen zwei Personen wurden eine Geldstrafe und eine gerichtliche Verfügung verhängt, nach der die Täter unter Androhung von Haft weder telefonisch noch sonst wie Kontakt mit Dr. Guthrie aufnehmen oder sich seiner Praxis oder seiner Wohnung nähern durften."

    „Fragt sich nur, ob sie sich auch daran gehalten haben", warf unser indianischer Kollege Orry Medina ein.

    „Die beiden heißen George Braddock und Michael Matlanovich, fuhr Max fort. „Ihre Adressen sind bekannt. Die gerichtlichen Auflagen beinhalten auch eine Meldepflicht bei jedem Umzug innerhalb der nächsten zwei Jahre. Also können wir davon ausgehen, dass die Adressen stimmen.

    Mr McKee wandte sich an Jay und Leslie. „Sie beide kümmern sich um Matlanovich und Braddock. Wir brauchen ihr Alibi und müssen wissen, ob sie sich in die gerichtlichen Anordnungen gehalten oder Dr. Guthrie weiter schikaniert haben.

    „In Ordnung", nickte Jay.

    „Es gibt da noch ein weiteres interessantes Detail, erklärte Max. „Sowohl Matlanovich als auch Braddock arbeiteten zum Zeitpunkt ihrer Verurteilung als Ordner bei den Veranstaltungen von Moses Garrison und seiner Organisation.

    „Auf jeden Fall ist die Verbindung Grund genug, diese Organisation mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, zumal sie mit einer ganzen Anzahl von weiteren einschlägigen Delikten in Verbindung gebracht werden, äußerte Max seine Einschätzung. „So wurde vor vier Wochen im St. Joseph’s Hospital in Queens ein Stromausfall von LID-Aktivisten herbeigeführt, der dazu führte, dass sämtliche Operationen – damit auch zwei Abtreibungen – abgesetzt werden mussten.

    „Was ist mit den Tätern?", hakte Mr McKee nach.

    „William C. Blaise und Tara McMillan – beides Aktivisten von LID. Die beiden sind untergetaucht, die City Police fahndet nach ihnen. Vermutlich waren noch weitere Täter an dem Anschlag beteiligt, aber anhand der Aufnahmen der Überwachungskameras konnten nur diese beiden zweifelsfrei identifiziert werden."

    „Da das jetzt unser Fall ist, werden wir auch dort ansetzen, erklärte Mr McKee. „Vielleicht könnten Sie uns noch ein paar Worte zu den Zielen sagen, die LIVE IS DIVINE verfolgt!

    Max nickte und blätterte in einer Mappe mit Computerausdrucken und Notizen. „Gerne, sagte er. „Kristallisationspunkt ist der Prediger Moses Garrison. Er wurde als Robert Garrison geboren und änderte seinen Namen auf legalem Weg, nach dem er seine sogenannte Wiedergeburt als Christ erlebte. Seitdem zieht er als charismatischer Prediger durch das Land und wettert in Football-Stadien und Eishockey-Arenen gegen Abtreibung, Homosexualität und Sittenverfall. Außerdem hat er wöchentlich eine Sendung auf dem Kabelsender ‚God’s Television’, den hier in New York eigentlich jeder empfangen können müsste.

    „Und wer finanziert diesen Garrison?", fragte Clive. Der flachsblonde Italoamerikaner war nach Mr McKee der zweite Mann in der Hierarchie des Field Office.

    „Garrison erwirtschaftet mit seinen Auftritten und den dazugehörigen Büchern, Videos etc. ein Millionenvermögen, von dem der größte Teil einer Stiftung mit der Bezeichnung LIFE IS DIVINE FOUNDATION zufließt, berichtete Max. Er wandte das Gesicht Mr McKee zu und fuhr fort: „Ich werde nachher mit Nat sprechen, dass er diese Stiftung und die mit ihr zusammenhängenden Finanzströme mal etwas genauer unter die Lupe nimmt.

    „Tun Sie das", stimmte Mr McKee zu. „Aber dazu werden Sie frühestens heute Mittag

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