Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3): LitRPG-Serie
Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3): LitRPG-Serie
Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3): LitRPG-Serie
eBook495 Seiten6 Stunden

Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3): LitRPG-Serie

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Über dieses E-Book

Seit Scyth und seine Freunde aus der Sandbox in die große Welt von Disgardium gewechselt sind, lassen die Verhinderer sie nicht aus den Augen. Die stärksten Clans der Welt sind nicht nur Scyth, sondern auch der bereits entdeckten „Gefahr” Crag auf den Fersen, dem neuesten Mitglied des Clans der Erwachten. Das ist jedoch nur eines ihrer vielen Probleme. Der Schlafende Gott hat eine weitere nahezu unmögliche Quest für sie, ihr Erzfeind Big Po sinnt auf Rache und der Nukleus der Vernichtenden Seuche will grausame Vergeltung an dem früheren Herold üben.
SpracheDeutsch
HerausgeberMagic Dome Books
Erscheinungsdatum27. Mai 2022
ISBN9788076193000
Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3): LitRPG-Serie
Vorschau lesen

Mehr von Dan Sugralinov lesen

Ähnlich wie Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3)

Titel in dieser Serie (7)

Mehr anzeigen

Ähnliche E-Books

Rezensionen für Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3)

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Die Vernichtende Seuche (Disgardium Buch #3) - Dan Sugralinov

    Kurze Zusammenfassung von Buch 1 und 2

    Planet Erde, 2074-2075

    AUF UNSEREM PLANETEN leben derzeit 20 Milliarden Menschen. Ein Drittel davon sind Nicht-Bürger, jene, die für die Gesellschaft als wertlos betrachtet werden und daher kein Recht darauf haben, in den Genuss der Annehmlichkeiten der Zivilisation zu kommen.

    Das UN-Bildungsministerium verlangt von jedem Teenager zwischen 14 und 16 Jahren, täglich eine Stunde in der Spielwelt Disgardium zu verbringen. Nachdem Alex Sheppard beim Erstellen seines Charakters ein Fehler unterlaufen ist, der zu Problemen beim Leveln führt, verliert er schnell das Interesse am Spiel. Über ein Jahr lang verbringt er zusammen mit Eve O’Sullivan, einem Mädchen aus seiner Nachbarschaft, die in ihn verliebt ist, die obligatorische Stunde auf einer Bank neben dem Gasthaus der Sandbox.

    Seine Eltern wollen sich scheiden lassen. Dadurch wird ihr Staatsbürgerschaftsstatus gesenkt werden – „A ist die höchste Klasse, der die Elitebürger der Welt angehören, und „L ist die niedrigste Klasse, die für die unterste soziale Schicht der Gesellschaft reserviert ist –, was wiederum ihr Einkommen so stark reduzieren wird, dass sie Alex’ Ausbildung nicht mehr werden bezahlen können. Sein Traum, in einer Welt, in der die Kolonisation des Planeten Mars Realität geworden ist und die Verschiebung der Umlaufbahn der Venus kurz bevorsteht, Weltraum-Reiseführer zu werden, hat sich zerschlagen.

    Nun hat Alex keine andere Wahl, als Disgardium zu spielen – allein schon, um sein Studium zu finanzieren. Er wählt den Namen „Scyth" für seinen Ingame-Charakter.

    Um die Ausgewogenheit des Spiels zu bewahren und imba-Spieler unschädlich zu machen, hat Snowstorm, Inc., der Entwickler des Spiels, sich das System der „Gefahren" einfallen lassen. Alle Spieler, die vom Artefakt Flamme der Wahrheit als Gefahr identifiziert werden, können durch ein einfaches Ritual aus dem Spiel entfernt werden. Diejenigen, die die Gefahr eliminieren, erhalten eine Belohnung, die vom Potenzial der Gefahr abhängt. Die Belohnung derjenigen, die die Gefahren spielen, richtet sich hingegen nach ihrer aktuellen Gefahrenklasse, wobei „A der höchste Status ist und „Z der niedrigste. Sie müssen sich daher auf die Erhöhung ihrer Klasse konzentrieren und versuchen, so lange wie möglich unentdeckt zu überleben, während es für die „Beseitiger oder „Verhinderer, wie sie sich lieber nennen, interessanter ist, eine Gefahr so früh wie möglich zu beseitigen, denn schwächere Gefahren bedeuten weniger Arbeit für die gleiche Belohnung.

    Durch eine Wendung des Schicksals wird Scyth zu einer Gefahr der Klasse A. Mehrere Faktoren kommen zusammen, um ihn an die Spitze zu bringen. Er wird von einem NPC namens Patrick O’Grady mit einem Fluch belegt. Patrick ist der erste Mensch, dessen Bewusstsein digitalisiert und ins Spiel übertragen wurde. Ein weiterer NPC und Boss eines Dungeons, der Verfluchte Lich Dargo, wird von einem Nicht-Bürger namens Clayton gespielt. Clayton war früher ein Raumschiffpilot, der nach einem lebensbedrohlichen Unfall seine Staatsbürgerschaft verloren hat. Als er sieht, wie Scyth immer wieder stirbt, ohne aufzugeben, täuscht er seine Niederlage vor und erlaubt Scyth, ihn zu töten.

    Als Belohnung für den Sieg über den Endboss des Dungeons erhält Scyth das Mal der Vernichtenden Seuche, das ihm die Fähigkeit verleiht, allen zugefügten Schaden zu absorbieren. Zusammen mit Patricks Fluch ermöglicht es Scyth, das unerforschte Gebiet des Morasts zu erreichen und den sterbenden Avatar von Behemoth zu finden, der einer der fünf Schlafenden Götter ist.

    Scyth freundet sich mit den Dementoren an, einem Clan, der aus seinen Klassenkameraden Ed „Crawler Rodriguez, Hung „Bomber Lee, Melissa „Tissa Schäfer und Malik „Infect Abdulalim besteht. Scyth hilft ihnen, eine Wette gegen Big Po zu gewinnen. Er ist der Anführer von Axiom, dem Spitzenclan in Tristads Sandbox. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden gründet Scyth einen eigenen Clan: die Erwachten.

    Die Erwachten errichten auf der Insel Kharinza den ersten Tempel der Schlafenden Götter und gewinnen die jährlichen Spiele in der Junior-Arena. Ihr Sieg erregt die Aufmerksamkeit der Rekrutierer der Verhinderer-Allianz, die aus den stärksten Clans in Disgardium besteht.

    Nach ihrem Sieg in der Arena werden Scyth und die Mitglieder seines Clans seitens der Schule für acht Wochen aus Disgardium ausgeschlossen, sodass er die Quest des Nukleus der Vernichtenden Seuche nicht abschließen kann. In seiner Abwesenheit sucht die Vernichtende Seuche sich einen neuen Herold: Big Po. Als Scyth ins Spiel zurückkehrt, öffnet Big Po das Portal der Vernichtenden Seuche, um Tristad zu erobern. Zusammen mit seinen Freunden gelingt es Scyth jedoch, die Untoten zu bezwingen und die „Gefahr" Big Po zu eliminieren.

    Das neueste Mitglied der Erwachten ist Tobias „Crag Asser. Der glücklose ehemalige Ganker hat hohes Ansehen bei Nergal dem Leuchtenden. Crags Status als „Gefahr ist entdeckt worden, sodass Tobias gezwungen ist, sich sowohl im Spiel als auch IRL zu verstecken.

    Er bittet Scyth um Hilfe und wird in den Clan der Erwachten aufgenommen, der es nun mit beiden Welten aufnehmen muss – sowohl der virtuellen als auch der realen.

    Kapitel 1: Ausbruch aus der Sandbox

    „ICH DRÜCKE DIR die Daumen, Alex, sagte Tissa beim Abschied. „Wir werden nicht miteinander sprechen können, weil ich noch in der Sandbox bin.

    „Ich gebe dir Bescheid, sobald wir durchgekommen sind und ich Dis verlassen habe," versprach ich.

    „Ich werde auf deine Nachricht warten. Pass auf dich auf. Viel Glück!" Sie warf mir einen Luftkuss zu, und ihr Hologramm verschwand.

    Meine Eltern waren zu einem Kunden geflogen, daher mussten der Katzenhund Duda und ich für uns selbst sorgen. Duda dachte im Moment jedoch nur an sich selbst. Er war so sehr damit beschäftigt, sich zu putzen, dass es schwer war, die Imitation von einer echten Katze zu unterscheiden.

    Die Projektion des Sonnensystems an der Wand summte leise vor sich hin. Wenn ich heranzoomte, konnte ich eine Kolonne von Shuttles sehen, die zum Mars flogen, um ihn zu kolonisieren. Ihre Reise würde noch Monate dauern. Auf der Karte stellten sie eine gestrichelte Linie dar, deren Fortschritt ich verfolgen konnte. Eines Tages werde ich auch dort sein, dachte ich.

    Der Weltraum … Mein Traum, mir die finanziellen Mittel für ein Universitätsstudium zu beschaffen, hatte sich fast verwirklicht, doch es gab noch ein paar Haken. Die Gewinnsumme vom Sieg in der Junior-Arena, die Wette, die ich gewonnen hatte, die Belohnungen für die Erhöhung meines Potenzials auf „L" und die Beseitigung von Big Po – all das belief sich auf über eineinhalb Millionen Gold. Bedauerlicherweise steckte das Geld bis zu meiner Volljährigkeit im Spiel fest. Ich würde erst darüber verfügen können, nachdem ich den Staatsbürgerschaftstest bestanden hatte, und den konnte ich erst in zwei Monaten ablegen.

    Tissa und Infect hatten ihre Artefakte für die Eliminierung der Gefahr bereits erhalten. Ich wusste jedoch noch nicht, welche ich bekommen hatte. Um es herauszufinden, würde ich mich in Disgardium einloggen müssen.

    Seitdem die Vernichtende Seuche in Tristad eingefallen war, hatte ich Disgardium nicht betreten. In der Zwischenzeit hatten die ehemaligen Dementoren und ich meinen Geburtstag in einem kleinen Restaurant an der Küste des Pazifischen Ozeans gefeiert. Eve war auch eingeladen gewesen, doch sie hatte abgesagt.

    Am darauffolgenden Tag hatten wir eine Clan-Besprechung gehabt, an der zum ersten Mal auch unser neuestes Mitglied teilgenommen hatte: Tobias Asser alias Crag. Crag war einmal Mitglied der ehemaligen Dementoren gewesen, doch Crawler, Tissa, Bomber und Infect hatten ihn wegen Gankens nach kurzer Zeit wieder aus ihrem Clan geworfen. Tobias hatte bei unserem Treffen nicht viel gesagt und nicht einmal auf die Sticheleien von Hung und Malik reagiert. Die beiden hatten es jedoch nicht zu weit getrieben, denn sie wussten, wie viel stärker der Clan durch Tobias sein würde.

    Am Tag zuvor hatte Infect mit eigenen Augen die Kampfmaschine gesehen, in die Crag sich verwandeln konnte, als er seine Hauptattribute versiebzehnfacht hatte. Danach hatten wir die restlichen Angreifer der Vernichtenden Seuche ohne Schwierigkeiten beseitigen können. Es war, als ob wir es statt mit starken Mobs auf Level 30 und höher bloß mit einem Rudel Ratten aus dem Keller des Tempels von Nergal dem Leuchtenden zu tun gehabt hätten.

    Die Besprechung hatte auf dem Balkon von Eds Wohnung stattgefunden. Nach einigem Überlegen hatten wir beschlossen, dass wir nur eine Möglichkeit hatten: Ich würde mit Crag zusammen ins große Dis gehen. Die Verhinderer würden eine einzelne Gefahr erwarten, und falls etwas schieflaufen würde, könnte die zweite entkommen. Falls sie Crag gleich nach der Charakter-Registrierung auflauerten, würde ich ihn nur retten können, indem wir zusammen mit Tiefen-Teleportation teleportieren würden. Andernfalls würde er das Rathaus von Darant gar nicht erst erreichen.

    Unsere kurzfristigen Pläne standen fest. Infect würde bald aus der Sandbox kommen, während Tissa noch weitere zwei Monate warten müsste. Bis dahin wollten wir an dem Bau unseres fast fertigen Forts weiterarbeiten, die Insel erkunden und in Zonen leveln, die unserem Level angemessen waren.

    Wir hatten in Betracht gezogen, auf die Dunkle Seite zu wechseln, doch den Gedanken wieder verworfen. Unsere Kobold-Anhänger hielten sich in der Nähe von Tristad auf und Patrick und seine Trogg-Freunde warteten in Darant auf uns. Es war zu gefährlich, sich dort zu zeigen, wenn man auf der Dunklen Seite war.

    Ich atmete tief durch. Dann ergriff ich Duda, gab ihm einen Kuss auf die Nase und setzte ihn wieder auf den Boden. Der Katzenhund miaute empört, ging an seinen Platz zurück und fuhr mit seiner Beschäftigung fort.

    Es war Zeit, zu gehen.

    Zu diesem Zeitpunkt wartete unser Clan-Noob Crag auf mein Signal, um zur gleichen Zeit wie ich in die Kapsel zu steigen und nach seiner Registrierung als Erwachsener das große Dis zu betreten. Ich schickte die Nachricht mit den Worten „Los geht‘s!" an Tobias, Ed und Hung.

    Crawler und Bomber warteten im Gasthaus unseres Clan-Forts auf uns, um unseren Ausbruch aus der Sandbox zu feiern. Wir sind hier. Teleportiere mit dem Noob-Ganker gleich, nachdem ihr euch registriert habt, antwortete Crawler, und Bomber fügte hinzu: Verlasst ja nicht Empfangshalle! Draußen wartet eine Horde von Verhinderern auf euch.

    Ich zog mich aus und ging zur Altera Vita, meiner neuen Kapsel, die ich von Snowstorm, Inc. als Belohnung dafür erhalten hatte, dass ich Gefahrenklasse L erreicht hatte, mein ursprüngliches maximales Potenzial.

    Sie hatten die Kapsel als limitierte Auflage herausgebracht. Als sie geliefert worden war, hatte mein Vater neidisch den Kopf geschüttelt. Ich konnte mir die Lasterhöhlen vorstellen, die er besuchen würde, wenn er die Kapsel hätte benutzen können. Sie war mit Kartuschen ausgestattet, die den Spieler mit intravenösen Nährstoffen, Flüssigkeitszufuhr und Erster Hilfe versorgten. Zudem konnte sie Einfluss auf den emotionalen Zustand des Spielers nehmen, und ein aktives Intragel stimulierte die Muskeln und massierte den Körper.

    Wenn ich gewollt hätte, hätte ich mehrere Tage ins Spiel eintauchen können. Falls ich jemanden gehabt hätte, der die Kartuschen wechseln würde, hätte ich sogar noch länger bleiben können, doch eine Immersion über längere Zeiträume hinweg war ein Risiko für die Gesundheit.

    „Immersion einleiten", befahl ich.

    „Verstanden, Alex."

    In einer Kapsel, die in Testwelten konfiguriert und geprüft worden war, war der Immersionsort standardmäßig auf Disgardium eingestellt. Augenblicklich füllte die Kapsel sich mit Intragel, übernahm die Kontrolle über meinen Körper, und drei Herzschläge später hing ich im Vakuum eines Schwebezustands.

    Unter mir erschien die riesige Spielwelt und die Umrisse ihrer sechs Kontinente brachen durch die Wolken.

    Willkommen in Disgardium, Alex!

    Du hast eine Altersschwelle erreicht, Alex. Dein Charakter wird aus der Sandbox entfernt!

    Du musst deinen Charakter neu generieren.

    Achtung! Wegen deines Gefahrenstatus kann der Nickname Scyth nicht geändert werden.

    Achtung! Wegen deines Gefahrenstatus kann die Klasse Herold nicht geändert werden.

    Du kannst deine Fraktion, dein Volk und dein Aussehen verändern.

    Ich beschloss, nur mein Aussehen zu ändern. Dazu vergrößerte ich das Fenster meines Charakter-Modells. Das System hatte meine frühere Gestalt als 14-jähriger Junge aktualisiert. Das Gesicht meines Charakters hatte härtere Züge, er war größer und hatte breitere Schultern bekommen.

    Ich schob den Regler für Alter noch weiter nach rechts und fügte weitere zehn Jahre hinzu. Ich würde diesen Avatar nicht mehr ändern können, und Erwachsene wurden ernster genommen als Jugendliche – nicht nur in der realen Welt, sondern auch in Dis. Nach kurzem Zögern änderte ich meine Augenfarbe. Meine realen Augen waren grün, doch im Spiel würden sie von jetzt an blau sein.

    Alles war erledigt.

    Charakter wurde erfolgreich generiert.

    Das System zeigte mir das Profil des Charakters und ging zur letzten Stufe der Registrierung über.

    Willst du eine Belohnung erhalten, weil du online bist, oder ziehst du einen permanenten Bonus von +5 % Erfahrung vor, Scyth? Du kannst deine Wahl jederzeit ändern.

    Ich wählte die zweite Option, denn die Bezahlung dafür, online zu sein, brachte einem nicht mehr als 30 Phönix pro Monat ein, und nur, wenn man praktisch Tag und Nacht im Spiel war. Dagegen waren 5 % Erfahrung auf höheren Leveln ein großer Vorteil.

    Ich überprüfte das Profil ein letztes Mal, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung war. Außerdem änderte ich meine Privatsphäre-Optionen und setzte sie auf die Standardeinstellungen zurück, sodass nur mein Nickname, meine Klasse und mein Level sichtbar waren. Nachdem ich die Auswahl bestätigt hatte, verschwand das Interface.

    Mein Fall nach unten auf den Kontinent Latteria begann. Die Erde kam näher und näher. Ich konnte die hohen, bunten Häuser und breiten Straßen der Hauptstadt der Allianz erkennen. Dann wurde für einen Moment alles schwarz, bevor ich von Lärm, Licht und Gerüchen überwältigt wurde.

    Operation Ausbruch hatte begonnen.

    * * *

    Die Halle roch nach Staub und sah alt aus, doch sie war sauber. Vor den Fenstern standen hohe Bäume mit dichten Kronen, sodass nicht genügend Tageslicht einfiel und die Laternen an den Wänden brannten.

    Verglichen mit meinem ersten Besuch in Tristad hatten weitaus mehr neue Spieler Darant als ihre Startzone gewählt. Mehrere Hundert Menschen, Elfen, Gnome, Zwerge und andere Völker der Allianz liefen durch die Empfangshalle des Rathauses, standen um die Registrierungsschalter herum oder bewunderten ihren Charakter ehrfurchtsvoll. Bei den Letzteren handelte es sich um neue Spieler, die zum ersten Mal in Disgardium waren.

    Als ich mich umschaute, brach mir der kalte Schweiß aus. Der riesige Raum von der Größe einer Flugzeughalle war voller aufgeregter Spieler aller möglichen Völker, unterschiedlichen Alters und Geschlechts, die sich gegenseitig übertönten. Doch einige hochlevelige Spieler stachen in der Menge deutlich hervor. Sie gehörten zu den drei Spitzenclans der Verhinderer: Modus, Azurblaue Drachen und Excommunicado. Was zum Teufel taten sie hier? Weder Crawler noch Bomber hatten etwas von ihnen erwähnt. Da sie in der Empfangshalle nur Noobs sahen, ließen sie deren Namen von den Schreibern in einer Gästeliste eintragen und einen nach dem anderen in einen Vorraum treten, wo die Verhinderer sie mit dem Feuer der Flamme der Wahrheit überprüften.

    Ich sah mich suchend nach Crag um, doch ich konnte ihn nicht finden. Nach seinem aktiven Avatar auf der Clan-Liste zu urteilen, hatte er sich bereits in Dis eingeloggt. Vielleicht war er auf dem Bildschirm der Charaktergenerierung steckengeblieben.

    Überall in der Halle flackerten Artefakte der Flamme der Wahrheit. Spitzenspieler ab Level 200 gingen zu zweit herum und ergriffen alle Noobs über Level 1, die aus der Teenager-Sandbox kamen. Ich hatte keinen Zweifel, dass die Clans auf Shad‘Erung, dem Kontinent der Dunklen Seite, nach Spielern suchen würden, die zum Imperium überlaufen wollten. Die verschiedenen Neutralen in den Hauptstädten würden sicher auch überprüft. Es stand zu viel auf dem Spiel, selbst für Spitzenspieler, die bereit waren, die Belohnung für Gefahren unter den Mitgliedern des Bündnisses der Verhinderer aufzuteilen.

    Ich musste mich beruhigen. Nach einem Blick auf das Symbol für Tiefen-Teleportation atmete ich erleichtert auf: Es war aktiv.

    Das Wichtigste war nun, dass Crag endlich auftauchen würde, damit ich ihn zu unserem Clan-Fort Kharinza bringen könnte. Gyula und seine Brigade raubeiniger Arbeiter hatten den Bau erst vor Kurzem abgeschlossen.

    „Noob, Level 26!, hörte ich von Weitem. Ich war gesehen worden. „He, du! Bleib wo du bist und warte, bist du an die Reihe kommst!

    Eine Gruppe von Verhinderern in meiner Nähe wurde durch eine Elfe abgelenkt, die mehr Geld für das Prüfen ihres Handgelenkes verlangte. Ein gigantischer Elefantenmann namens Banger auf Level 200 löste sich aus einer anderen Gruppe und kam auf mich zu. Er war halb Elefant und halb Mensch, ein seltenes Volk. Wer würde schon in einem solchen Ungetüm leben wollen, das außerdem noch einen langen Rüssel hatte? Doch die Leute wählten das Volk für seinen Bonus, die hohe Ausdauer.

    Ich trat ein paar Schritte zurück und versteckte mich hinter einer mit einem Flachrelief verzierten Doppelsäule. Unsere schlimmsten Befürchtungen schienen sich bestätigt zu haben: Wegen seines glühenden Verlangens nach Rache hatte Big Po den Verhinderern seinen Verdacht mitgeteilt, obwohl er nicht gewusst hatte, ob ich meinen Gefahrenstatus behalten hatte. Daraufhin hatten sie sich Zugang zur Empfangshalle des Bürgermeisters von Darant verschafft.

    Kein Problem. Für diesen Fall war ich ebenfalls vorbereitet. Ich blickte zum Ausgang. Der stämmige, bärtige Level-14-Zwerg Gonzo war bereits durch den Kontrollpunkt gegangen und war nun auf dem Weg in die Empfangshalle.

    Imitieren funktionierte perfekt. Großartig, nun war ich der bereits vom Feuer der Flamme der Wahrheit getestete Gonzo der Zwerg.

    Ich trat hinter der anderen Seite der Säule hervor und mischte mich selbstsicher unter die Menge. Aber wo war Crag?

    Banger von Excommunicado war zu meinem Versteck unterwegs. Ein Hobbit trippelte hinter ihm her, über dessen Schulter ein kleiner Elementar schwebte und die Luft mit seiner Hitze verzerrte. Verflixt!

    Geist der Flamme der Wahrheit, Level 224

    Elementarwesen

    Tierzes Begleiter

    Ich unterdrückte meine Besorgnis und ging ruhig auf die andere Seite der Empfangshalle zu, wo die Tische der Schreiber in einer langen Reihe standen. Ich würde mich registrieren und danach weitersehen.

    „Gonzo, warte!", rief jemand hinter mir.

    Zuerst erkannte ich nicht, dass der Elefantenmann Banger mich meinte. Ich machte noch einen oder zwei Schritte, bevor ich anhielt und mich umdrehte. Er kam mir entgegen, während sein Partner, der Hobbit Tierz, hinter einem der vielen Portale nachsah, um den schwer zu fassenden Scyth zu finden. Die Portale funktionierten nur in Richtung Darant und nur für neue Spieler, daher hätte ich es unmöglich benutzen können, um zu verschwinden. Trotzdem überprüfte der Hobbit es, doch ohne Erfolg.

    „Was willst du?, fragte ich verärgert. „Ich bin bereits durch den Kontrollpunkt gegangen.

    „Hast du einen hochgewachsenen Mann gesehen?, dröhnte Banger und verengte die Augen. Seine Arme waren so dick wie mein Oberkörper, doch er hatte die Hände eines Menschen –riesig, ja monströs, doch menschlich. „Äh … Nickname Scyth, Level 26. Hat eine seltene Klasse … Ähm … Ich habe sie vergessen. Er stand eben noch hinter den Säulen.

    „Ja, dort drüben. Ich nickte und deutete auf die andere Seite der Empfangshalle. „Er ist zu den Schreibern gegangen.

    „Ach, verdammt, erwiderte Banger. „Na ja, er wird noch mal überprüft, nachdem er sich registriert hat. Zeig mir dein Handgelenk.

    Der plötzliche Befehl ließ mein Herz schneller schlagen. Das Blut stieg mir ins Gesicht. Der Elefantenmann wandte sich zu seinem Freund um.

    „He, Tierz, komm her. Prüfe diesen Noob."

    Der Halbling untersuchte das Handgelenk eines Level-6-Waldelfen, der gerade aus dem Portal gekommen war. Als er damit fertig war, gab er dem spitzohrigen Spieler eine Goldmünze und kam zu uns herüber.

    Ich sah mich erneut nach Crag um, doch als ich ihn nirgends erblicken konnte, beschloss ich, die Empfangshalle allein zu verlassen. Etwas musste schiefgelaufen sein. Während Banger mit seinem Kollegen beschäftigt war, aktivierte ich Tiefen-Teleportation.

    Das Gefühl des Fallens und die an einem vorbeisausenden Bildern, wenn man die Fähigkeit benutzte, waren extrem – etwa so, als würde man von einem Wolkenkratzer springen. Der Mageninhalt stieg einem in die Kehle, das Herz schlug wild und man konnte nur verschwommen sehen. Kurz gesagt, es war gewöhnungsbedürftig.

    Instinktiv schloss ich die Augen, doch nichts passierte. Den Systemmeldungen war es egal, ob man die Augen geschlossen hatte.

    Tiefen-Teleportation unterbrochen!

    Du kannst die Empfangshalle des Rathauses von Darant erst verlassen, nachdem die Registrierung deines Charakters abgeschlossen ist!

    Verdammt! Alles, was hätte schiefgehen können, war schiefgegangen. Das Schlimmste war, dass das System die Fähigkeit als benutzt ansah, sodass die halbstündige Abklingzeit einsetzte.

    Dann erschien Crag. Ich hätte ihn nicht erkannt, wenn ich seinen Nicknamen nicht gesehen hätte. Der zuvor große Mann war zu einem Zwerg geworden. Er trug einen kunstvoll gewellten Bart, seine Haare waren geflochten und ein Tattoo bedeckte die Hälfte seines Gesichtes.

    Seine Erscheinung erregte die Aufmerksamkeit der Excos. Nur der elefantöse Banger schien schwer von Begriff zu sein. Er hielt inne, drehte sich um und bellte: „Bleib da, Gonzo! Wir prüfen dich, und du erhältst eine Goldmünze. Musst nichts dafür tun."

    „Ich habe schon eine erhalten, danke! Ich hielt mit meiner freien Hand eine Münze hoch und drehte sie. „Oder gibst du mir noch eine?

    „Ähm … Nee, noch eine bekommst du nicht. Ihr Noobs könnt nie genug kriegen. Aber du wirst trotzdem geprüft, verstanden?"

    „Verstanden, antwortete ich friedfertig. „Ich werde warten.

    Nun war ich in echten Schwierigkeiten. Wenn sie ein einmal benutzbares Artefakt verwendet hätten, hätten sie mich vielleicht gehen lassen, aber mit einem Elementarwesen als Begleiter kosteten sie diese Tests nichts.

    Ich schickte Crag eine Gruppeneinladung, die er umgehend annahm. Während mein Clankamerad alle möglichen Entschuldigungen erfand und den dummen Noob spielte, der nicht verstand, was der Hobbit Tierz von ihm wollte, überlegte ich fieberhaft. Die Excos konnten keine Gewalt gegen Crag einsetzen, da Darant eine friedliche Zone war. Ihr Ansehen würde ins Minus absinken, falls sie aggressiv würden. Andererseits gab es darüber im Ingame-Netzwerk jede Menge widersprüchlicher Informationen. Wie es sich wirklich verhielt, wusste niemand so genau.

    Spiele auf Zeit, schrieb ich Crag und tauchte in der Menge unter. Als der Elefantenmann sich das nächste Mal umdrehte, war ich nicht mehr Gonzo, sondern Rayman, ein Paladin auf Level 347 von den Azurblauen Drachen. Ja, ich ging ein Risiko ein, doch es zahlte sich aus. Wenn es mir gelingen würde, einen Schreiber zu erreichen und mich zu registrieren, könnte niemand mich davon abhalten, Crag zu ergreifen und nach Kharinza zu teleportieren.

    Ich senkte den Kopf und hatte die halbe Halle durchquert, als ich bemerkte, dass ich mich ganz in der Nähe des echten Raymans befand. Ich konnte mich nicht wieder in Gonzo verwandeln, denn er war nirgends zu sehen. Stattdessen drehte ich mich um, konzentrierte mich auf Banger und verwandelte mich in den Elefantenmann. Für die umstehenden Spieler sah der Trick normal aus – jemand hatte ein Ausrüstungsset gegen ein anderes ausgetauscht. Der Name erschien erst, wenn man genau hinsah. Inzwischen lächelte Crag dümmlich, während der Hobbit Tierz ihm etwas erklärte.

    „He, Bang, was machst du hier drüben?, sprach ein großer Elf in einem grünen Mantel mich an. Es war Koba von Modus. Er deutete auf die andere Seite. Glücklicherweise stand der echte Banger gerade hinter einer Säule. „Die Kontrollzone von Exco ist da drüben. Wo ist Tierz?

    „Tierz ist dort irgendwo. Ich kopierte Bangers Sprechweise und Intonation, während ich vage in seine Richtung zeigte. „Ich … äh … Ich bin auf der Suche nach einem Noob, der in der Menge verschwunden ist.

    „Was?, fragte Koba. „Dir ist ein Noob entwischt?

    „Ja. Keine Sorge, ich werde ihn finden …"

    „Alarm!, rief der Elf in sein Signalamulett, das er um den Hals trug. „Potenzielle Gefahr! Bewacht den Ausgang!

    Im nächsten Moment versammelten sich mehrere Mitglieder von Modus am Ausgang und zogen Spieler, die die Halle verlassen wollten, wieder hinein. Überall wurden Befehle erteilt. Aus Kobas Signalamulett erklangen Meldungen.

    „Ausgang gesichert. Wir riegeln das Gebäude ab. Wiederholt alle Prüfungen!"

    Der Elf hielt sein Amulett in der Hand und fragte: „Wie heißt der Noob? Kennst du seinen Nicknamen und sein Volk?"

    „Gonzo, glaube ich. Ein Level-14-Zwerg."

    „Verstanden. Koba nickte und sprach erneut in das Amulett. „Nickname Gonzo. Ein Zwerg.

    Ich schlängelte mich zu den Schreibern durch und stellte mich an den nächsten freien Tisch, hinter dem eine ältere Gnomfrau saß. Sie trug eine Brille und war sehr langsam. Nachdem ich mir ihre Begrüßungsrede angehört, sie mehrfach unterbrochen und zur Eile angetrieben hatte, verstand sie, dass ich mich so schnell wie möglich registrieren wollte.

    Dann stieß ich auf ein Hindernis. Als ob es nicht schon schlimm genug gewesen wäre, dass Crag mich mit panischen Nachrichten und Drohungen überschwemmte, mich an die Verhinderer verraten zu wollen, falls ich mein Versprechen nicht halten würde, schüttelte die Gnomfrau den Kopf und sagte etwas. Es war schwierig, sie bei dem Lärm zu verstehen, doch es war klar, dass sie es nicht eilig hatte, mir ein Registrierungsformular zu geben.

    „Entschuldigung, was haben Sie gesagt?"

    „Du musst deine wahre Gestalt annehmen, um die Registrierung zu beginnen, junger Mensch", wiederholte die Gnomfrau streng und erhob die Stimme.

    Sie betonte das Wort „Mensch". Ein Mädchen, das am nächsten Tisch stand, warf mir einen interessierten Blick zu. Unterdessen schrieb Crag nur noch Wortfetzen und spammte meine direkten Nachrichtenbox mit Ausrufezeichen. Crawler und Bomber hatten sich ebenfalls gemeldet, da sie wegen der Verzögerung vermutet hatten, dass etwas schiefgegangen war. Hung fluchte so übel, dass selbst das Chatfenster errötete.

    „Halte nicht alle auf, du Elefantenküken, zischte jemand hinter mir. „Was tust du überhaupt hier?

    Nun hatte ich noch mehr Aufmerksamkeit erregt. Ich warf einen Blick über die Schulter und sah eine kleine Level-1-Fee namens Minze, die in der Luft schwebte und mich mit einem missmutigen Blick durchbohrte.

    „Entschuldige, Kleine." Ich trat vom Tisch zurück.

    „Du bist selbst klein, Elefantenjunge!, kreischte sie. „Schieb dir den Rüssel sonst wohin!

    Schnell verschwand ich hinter einer anderen Säule und wechselte in meine wahre Gestalt. Das Herz schlug mir bis zum Hals, als ich den frei gewordenen Tisch von Schreiber Ionescu erreichte und die Registrierung begann. Ich versuchte, die Schreie am anderen Ende der Empfangshalle zu ignorieren. Der Lärm und das Chaos hinter mir wurden größer. Mir brach der Schweiß aus.

    „Sie haben eine Gefahr gefangen!, keuchte ein Gnom, der neben mir stand. Mit großen Augen starrte er in die Richtung des Tumults und schnalzte mit der Zunge. „Wow!

    Aus allen Richtungen ertönten Schreie. Die Leute sahen zu, als Crag durch die Halle geschleift wurde. Es war Tierz gelungen, Tobias‘ Status zu enthüllen.

    Überall eilten hochlevelige Spieler der ohnehin schon starken Gruppe zur Hilfe. Ich konnte Crag hinter all den Verhinderern in strahlender Rüstung nicht sehen.

    Crawler und Bomber hatten ihrer Besorgnis nachgegeben und waren zum Rathaus nach Darant teleportiert. Sie wussten bereits, dass eine Gefahr ergriffen worden war. In der Allianz verbreiteten sich Gerüchte wie ein Lauffeuer.

    Nachrichten des Bedauerns erschienen im Clan-Chat. Innerlich hatten meine Kameraden Crag und mich bereits beerdigt. Die Stadtwache, hohe Beamte der Allianz-Armee und alle Spieler versammelten sich vor dem Rathaus.

    Schreibe etwas, Scyth, irgendetwas!, verlangte Bomber. Wen haben sie erwischt, dich oder Crag?

    Statt zu antworten, bestätigte ich, dass die Wahl meines Charakters endgültig war und nicht geändert werden konnte, bevor ich dem Schreiber Ionescu das ausgefüllte Registrierungsformular überreichte.

    Er warf einen Blick darauf und nickte zufrieden. „Willkommen in Darant, Scyth!, sagte er und stempelte das Formular mit einem dumpfen Klonk. „Der Nächste!

    Mitglieder von Modus, die Azurblauen Drachen und Excommunicado stritten sich lauthals darüber, in welchem Territorium die Gefahr eliminiert werden sollte. In einem benachbarten Raum ertönten Geräusche von Teleportern, die aktiviert wurden, und Anführer von Verhinderer-Clans kamen in die Empfangshalle gelaufen. Unter ihnen konnte ich Yary ausmachen, einen Modus-Anführer, der mich nach dem Endkampf in der Junior-Arena eingeladen hatte, ihn zu besuchen.

    Sie beglückwünschten sich gegenseitig, lachten und scherzten. Als sie erschienen waren, hatten ihre jüngeren Vertreter mit dem Streiten aufgehört. Wahrscheinlich würden sie Tobias an einen Ort schaffen, an dem er ohne Aufsehen und ohne Zeugen würde eliminiert werden können. Crag schrieb mir eine Nachricht nach der anderen, in denen er verlangte, dass ich etwas unternehmen sollte.

    Während alle Aufmerksamkeit und alle das Geschehen aufzeichnenden Kameras auf die Verhinderer gerichtet war, konnte ich unbemerkt in die Gestalt der Fee Minze wechseln.

    Was? Ich sah nach unten und bemerkte, dass meine Beine nicht mehr den Boden berührten. Natürlich nicht, denn ich hatte mich in eine verdammte Fee verwandelt! Darum war auch alles um mich herum so groß. Ich flog an die Decke – keine Ahnung, wie. Ich hatte mich einfach darauf konzentriert, nach oben fliegen zu wollen.

    Die Abklingzeit von Tiefen-Teleportation war noch nicht abgelaufen. Ohne sie würde ich Crag nicht aus der Halle herausbekommen.

    „He, Kleine, hörte ich von unten. „Komm herunter, wir müssen deinen Status prüfen.

    Der Hobbit Tierz von Excommunicado gestikulierte, dass ich zu ihm hinunterfliegen sollte, und hielt mir mit der anderen Hand eine Goldmünze entgegen. Der kleine Geist der Flamme der Wahrheit glomm neben ihm.

    Kapitel 2: Plan B

    WÄHREND ICH FIEBERHAFT nach einem Ausweg suchte, summte das Signalamulett des Hobbits.

    „Tierz, wir haben den Zwerg Gonzo gefunden und ihn überprüft. Er ist sauber. Bestelle Banger, dass er sich wie ein Elefant im Porzellanladen aufgeführt hat. Hahaha!"

    „Verstanden, danke, antwortete der Hobbit, „aber ich werde Banger nichts ausrichten, denn er hat die Nase voll von euren dummen Witzen.

    „Okay, okay. Hör zu, die Jungs draußen fragen sich, wen wir geschnappt haben. Ist es wirklich der Typ mit Potenzial A?"

    „Das kann ich euch nicht sagen , erwiderte Tierz stirnrunzelnd. „Die Ältesten haben es verboten, um …

    Ich hörte nicht weiter zu, sondern ergriff die Gelegenheit und flog zum Ende der Empfangshalle. Von dort aus beobachtete ich Tierz und versuchte, herauszufinden, was die Verhinderer mit Crag vorhatten.

    Der Hobbit schien mich nur wegen der Formalität angesprochen zu haben, denn welche Bedrohung könnte eine Level-1-Fee schon darstellen? Er hatte bereits eine Gefahr gefunden und war entspannt, daher suchte er nicht weiter nach mir. Stattdessen spuckte er auf den Boden und gesellte sich dann zu seinen Kameraden, um den Erfolg zu feiern. Der Klang von knallenden Korken erfüllte die Halle. Flaschen mit Elfensekt machten die Runde.

    Trotzdem prüften einige Verhinderer am Ausgang der Empfangshalle weiterhin die Spieler, sogar die Level-1-Noobs. Alle, die keinen Grund hatten, dort zu sein, wurden hinausgeworfen. Den Stimmen nach zu urteilen, die aus den Signalamuletten tönten, ließen sie nicht nur das Rathaus, sondern auch die gesamte Umgebung des Gebäudes räumen.

    Sie hatten Crag zu einem Tisch gebracht, um ihn zu registrieren. Vorsichtig flog ich näher und hielt mich unter einem riesigen Kronleuchter mit zahlreichen Kerzen versteckt. Während ich meinen Kameraden eine Nachricht schrieb, um sie wissen zu lassen, was vor sich ging, konzentrierte ich mich auf das, was Yary sagte.

    „Mach keine Dummheiten, Junge. Der Modus-Anführer grinste arrogant. „Wir wissen alles über dich: Tobias Asser, seit gestern 16 Jahre alt. Du lebst, gelinde ausgedrückt, in ärmlichen Verhältnissen. Deine Eltern sind kurz davor, ihre Staatsbürgerschaft zu verlieren. Willst du, dass dir das Gleiche passiert?

    „Nein. Crag schüttelte den Kopf. „Aber ich bekomme nichts, wenn ihr mich jetzt eliminiert. Ich bin noch keine große Gefahr, ihr könnt nicht viel aufsteigen.

    „Du wirst aufsteigen, Tobi. Yary klopfte ihm auf die Schulter. „Doch nicht jetzt. Alles zu seiner Zeit. Wir werden uns um deine Zukunft kümmern.

    Crag dachte nach – oder wartete darauf, dass ich etwas unternehmen würde. Er hielt das Registrierungsformular in der Hand und zögerte, es zu bestätigen. Der Schreiber wartete geduldig.

    Der Level-31-Magier Crawler und seine Gruppe (Level-31-Krieger Bomber) wollen sich deiner Gruppe anschließen.

    Akzeptieren? Ablehnen?

    Ich akzeptierte die Anfrage. Hoffentlich würden wir gemeinsam eine Lösung finden könnten. Ihre Antworten ließen nicht lange auf sich warten.

    [19:48] [Gruppe] [Crawler]: Ich bin auch noch in Abklingzeit, aber Bomb kann uns alle herausholen. Das Wichtigste ist, dass wir in deiner Nähe sind, sonst wird die Teleportation dich nicht erfassen.

    [19:48] [Gruppe] [Bomber]: Das Problem ist, dass diese verdammten Verhinderer alle fortjagen. Und die Wachen helfen ihnen. Wir sind zu weit vom Rathaus entfernt.

    [19:48] [Gruppe] [Crag]: Unternehmt etwas!

    Außer dem Gruppenchat blinkten auch die Tabs meiner privaten Nachrichten.

    [19:49] [Privat] [Crawler]: Verschwinde von dort, Scyth! Es ist zu spät für Crag. Wir helfen ihm später beim Leveln.

    [19:49] [Privat] [Crag]: Bist du in der Nähe, Scyth? Was soll ich machen??

    [19:49] [Privat] [Scyth – Crawler]: Haltet euch an unseren Plan, solange es noch eine Chance gibt. Wir müssen ihn herausholen. Außerdem bezweifle ich, dass ich durch ihre Kontrollen komme. Trotz meines neuen Aussehens bin ich immer noch Scyth.

    [19:49] [Privat] [Scyth – Crag]: Ich bin in der Nähe. Ich höre und sehe alles. Bleib ruhig und spiele auf Zeit, Tobi. Tiefen-Teleportation ist noch in Abklingzeit.

    Leise summend bildete sich eine Stillekuppel über dem Teil der Halle, wo Crag sich befand. Der Magier hatte nicht an Mana gespart und sie groß genug gemacht, um alle interessierten Parteien einzuschließen. Zum Glück befand ich mich auch unter der Kuppel. Natürlich hätte ich dort bleiben können, bis die Verhinderer gegangen wären, doch das gefiel mir nicht. Crag und ich waren weit von unseren Freunden entfernt, doch ich hatte versprochen, ihm zu helfen. Selbst seine Drohung, mich zu verraten, wenn er eliminiert würde, änderte nichts daran. Ich musste mein Wort halten.

    Inzwischen versuchte Yary, Tobias auf seine Seite zu ziehen.

    „Überlege es dir. Ich kann nicht für alle Verhinderer sprechen, aber im Namen von Modus garantiere ich dir, dass wir deinen nächsten Charakter automatisch in unseren Clan aufnehmen werden. Das bedeutet Ausrüstung, Boosts, Unterstützung beim Leveln und einen Gehaltsscheck."

    „Warum verschwendest du deine Zeit mit ihm?, fragte der Level-317-Gnom-Magier Niu Lu von den Azurblauen Drachen. „Du …

    Yary warf ihm einen drohenden Blick zu, woraufhin der Gnom den Mund hielt. Modus wurde respektiert, doch den Anführern des Clans wurde noch größerer Respekt entgegengebracht – und sie wurden gefürchtet.

    Yaroslav-Yary war zwar nicht der Hauptanführer, aber er war der Vertreter des Clananführers Hinterleaf.

    „Dieses

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1