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Herausforderung Notfallmedizin: Innovation - Vision - Zukunft

Herausforderung Notfallmedizin: Innovation - Vision - Zukunft

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Herausforderung Notfallmedizin: Innovation - Vision - Zukunft

Länge:
618 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Mai 2018
ISBN:
9783662566275
Format:
Buch

Beschreibung

Das Buch bringt gesellschaftspolitische Fragen rund um die präklinische Notfallmedizin kritisch zur Sprache und diskutiert Maßnahmen, wie eine Neustrukturierung mit innovativen Versorgungskonzepten gelingen kann. Dabei stellt es sich den Fragen der Zukunft und entwirft interessante Lösungsansätze. Um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, wird die Neustrukturierung der Notfallmedizin mit innovativen Versorgungskonzepten unabdingbar. Denn Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin stehen im Wandel: Der politische Kostendruck steigt, die Freiwilligenarbeit gelangt an ihre Grenzen. Historisch gewachsene, meist lokal-strukturierte Organisationsformen konkurrieren mit privatwirtschaftlich orientierten Unternehmensstrategien. Den neuen Herausforderungen wie der Zunahme an älteren, multimorbiden Personen oder jener von Amokläufen steht der drohende Notärztemangel gegenüber. Es richtet sich an Führungskräfte im Rettungs- und Notarztwesen Notärzte, politische Entscheidungsträger, Krankenhaus- und Sozialversicherungsträger.

Herausgeber:
Freigegeben:
30. Mai 2018
ISBN:
9783662566275
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Herausforderung Notfallmedizin - Springer

Hrsg.

Agnes Neumayr, Michael Baubin und Adolf Schinnerl

Herausforderung NotfallmedizinInnovation – Vision – Zukunft

Mit 61 Abbildungen

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Hrsg.

Agnes Neumayr

Univ. Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Tirol Kliniken GmbH, Innsbruck, Österreich

Michael Baubin

Univ. Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Tirol Kliniken GmbH, Innsbruck, Österreich

Adolf Schinnerl

Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Landes Tirol, Tirol Kliniken GmbH, Innsbruck, Österreich

ISBN 978-3-662-56626-8e-ISBN 978-3-662-56627-5

https://doi.org/10.1007/978-3-662-56627-5

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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Fotonachweis Umschlag: © Markus Mair, Innsbruck

Umschlaggestaltung: deblik Berlin

Springer ist ein Imprint der eingetragenen Gesellschaft Springer-Verlag GmbH, DE und ist ein Teil von Springer Nature

Die Anschrift der Gesellschaft ist: Heidelberger Platz 3, 14197 Berlin, Germany

Geleitwort

Flächendeckende und effiziente Notfallmedizin als Schlüsselfaktor der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen.

Der Qualitätsanspruch unserer Bevölkerung an medizinische Versorgungssysteme stellt eine große Herausforderung auch für die Notfallmedizin der Zukunft dar: Zunehmende Lücken im Bereich von Hausarztsystemen auf der einen Seite und hilfesuchende Klientinnen und Klienten, oft in peripheren Lagen, auf der anderen Seite, geänderte gesellschaftsrelevante Lebensplanung von Stakeholdern in der Versorgungskette und steigender Kosten-Leistungs-Druck in den öffentlichen Haushalten sind Einflussfaktoren für eine Neuorganisation einer modernen Notfallmedizin!

Themen, wie die Implementierung von standardisierten Patientenbehandlungspfaden, die Einbeziehung von Notfallsanitätern und Pflege in die Entscheidung der Anwendung von notfallmedizinischen Maßnahmen, die Zuhilfenahme modernster technologischer Neuerungen, die Abstimmung mit sonstigen Gesundheitsdienstleistern, Fragen der Neuorganisation im Bereich des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die geplante Einführung der flächendeckenden telefonischen Gesundheitsberatung und eines psychiatrischen Notdienstes werden Einflussfaktoren eines angepassten Notarztsystems sein.

Eine qualitätsvolle Triage mit Zuweisung an den nächstgelegenen geeigneten Behandlungspartner gewinnt immer mehr an Bedeutung! Rettungs- und Notarztdienst rufen nach neuen Lösungen in der Organisation der Notfallmedizin!

Aber auch gesellschaftlich müssen wir lernen, die Grenzen der Notfallmedizin zu erkennen und unsere Ansprüche darauf abzustellen.

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Tirol und sein Team haben durch die Initiative eines interdisziplinären Diskurses viele neue Lösungsansätze und Visionen zusammengetragen. Dafür möchte ich seitens des Landes Tirol herzlich danken.

Als Verantwortlicher für das Funktionieren einer flächendeckenden und qualitätsvollen Notarztversorgung freue ich mich über die vielen Gedanken zur Absicherung einer effizienten Versorgung von Notfallpatientinnen und Notfallpatienten. Ein Dank gilt aber auch all jenen, die im System der Notfallmedizin aktiv mitarbeiten. Ihr wertvoller Beitrag ist es, das Gesundheitsniveau unserer Gesellschaft geordnet weiter zu entwickeln!

Dr. Dietmar Schennach

Landesamtsdirektorstellvertreter

Land Tirol

Vorwort

Die Anforderungen der täglichen Arbeit in der prähospitalen Notfallmedizin verlangen dem Einsatzteam höchste Konzentration, Expertenwissen und fundierte schnelle Entscheidungen ab. Unabhängig davon wurden in den letzten Jahren neue Herausforderungen in zunehmendem Maße von „außen" an die prähospitale Notfallmedizin herangetragen wie beispielsweise gesundheitspolitische Änderungen in der Versorgungslandschaft, Einschnitte bei der Finanzierung der Rettungsdienste, steigende Kompetenzanforderungen an das Rettungsdienstpersonal, der demografische Wandel und die damit verbundene Zunahme älterer, multimorbider Patientinnen und Patienten, neue Versorgungsszenarien durch Flüchtlingsströme oder generelle Versorgungsengpässe durch den zunehmenden Notärztemangel.

Unter Experten wird der Ruf nach adäquaten und nachhaltigen Entscheidungen bis hin zur Neustrukturierung der prähospitalen Notfallmedizin immer lauter.

Um prinzipielle Neuausrichtungen zu bewerkstelligen, braucht es visionäre Vordenker, innovative Gestalter und mutige Pragmatiker, die nicht nur neue Konzepte entwerfen, sondern diese auch in die Praxis umsetzen und dort erproben.

Die Autorinnen und Autoren des vorliegenden Buches nehmen sich dieser Herausforderung an. Sie zeigen zukunftsorientierte Perspektiven zur Finanzierung der Rettungsdienste auf, entwickeln neue, integrierte Versorgungskonzepte, verweisen auf Möglichkeiten grenzüberschreitender Kooperation, integrieren neue Technologien in die Notfallversorgung oder die interkulturelle Verständigung und erheben zugleich den Anspruch, die Praktikabilität dieser Lösungsvorschläge nicht aus den Augen zu verlieren.

Ebenso scheuen sie keine kritischen Fragen: Benötigen Rettungsdienste wirklich ein gezieltes „Employer Branding", um am Markt zu bestehen? Ist Führungskräfteentwicklung im Rettungsdienst ein Tabu? Sind Delir und Demenz aktuelle Einsatzkategorien der Präklinik? Tragen Apps zu einer optimierten Versorgung von Patienten im Herz-Kreislauf-Stillstand bei? Sind europaweite Datenrekrutierung, Evaluation und Benchmarking notfallmedizinischer Daten abseits bestehender Register eine Illusion?

Mit diesem Buch setzen sich die Autoren hohe Ziele: Zugunsten unserer Patienten ist es notwendig, über den Tellerrand hinaus zu blicken, verkrustete Strukturen aufzuweichen, Tabus zu brechen und auch gänzlich Neues anzudenken. Inkludiert ist dabei stets der Appell an die Gesundheitspolitik, die aktuellen gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Umbrüche als Chance begreifen, um jene neuen Modelle zu fördern und umzusetzen, die allen Betroffenen zugutekommen.

Dr. Agnes Neumayr

QM-Referentin

ÄLRD-Team des Landes Tirol

Tirol

im März 2018

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in den Textpassagen auf die geschlechterspezifische Differenzierung, wie z. B. Patient bzw. Patientin, verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung beider Geschlechter.

In der ersten Druckquote fehlte leider das Mitarbeiterverzeichnis. Der Fehler wurde mittlerweile beseitigt, so dass das Buch nun vollständig vorliegt.

Abkürzungsverzeichnis

AAO

Alarm- und Ausrückordnung

ACP

Advanced Care Planning

ACS

Akutes Koronarsyndrom

AED

Automatisierter externer Defibrillator

ÄLRD

Ärztlicher Leiter Rettungsdienst

AGBF

Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland

AHA

American Heart Association

AKRD

Ambulante Kontakte mit dem Rettungsdienst

ALS

Advanced Life Support

AMPDS

Advanced Medical Priority Dispatch System

AOK

Allgemeine Ortskrankenkasse

APA

Austria Presse Agentur

App

Smartphone-Applikation

ARLIS

Einsatzleitsystem

AU

Arbeitsunfähigkeitstage

AVBayRDG

Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes

BA

Business Analytics

BayRDG

Bayerischer Rettungsdienstgesetz

BayStMI

Bayerisches Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr

BDA

Berufsverband Deutscher Anästhesisten

BESD-Score

Score zur Beurteilung von Schmerzen bei Patienten mit Demenz

BGM

Betriebliches Gesundheitsmanagement

BLS

Basic Life Support

BmB

Benchmark-Bericht

B-VG

Bundesverfassungsgesetz

CAC

Cardiac Arrest Center

CC TW

Competence Center Transportwesen

CPR

Kardiopulmonale Reanimation, engl. cardiopulmonary resuscitation

DGAI

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

DQR

Deutscher Qualitätsrahmen für lebenslanges Lernen

DRK

Deutsches Rotes Kreuz

DSM-V-TR

Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen

EGW

Einwohnergleichwerte

EKG

Elektrokardiogramm

EK-ILS

Einsatzkomponente Integrierte Leitstelle

ELDIS

Einsatzleitsystem

ELGA

Elektronische Gesundheitsakte

ERC

European Resuscitation Council

EU

Europäische Union

EuReCa

European Registry of Cardiac Arrest

EVP

Employer Value Proposition

FwDV

Feuerwehrdienstvorschrift

FWM

Freiwilligenmanager

FWK

Freiwilligenkoordinator

GAL

Gefahrenabwehrleitung

GB

Großbritannien

GCS

Glasgow Koma Skala, engl. Glasgow Coma Scale

GewO

Gewerbeordnung

G-NFS

Gemeindenotfallsanitäter

GPS

Global Positioning System

GRC

Deutscher Rat für Wiederbelebung, engl. German Resuscitation Council

GRR

Deutsches Reanimationsregister, engl. German Resuscitation Registry

HDM

Herz-Druck-Massage

Hj

Halbjahr

HLW

Herz-Lungen-Wiederbelebung

HR

Human Resources

HvO

Helfer-vor-Ort

ICD-10-GM

Internationale Klassifikation der Krankheiten, Verletzungen und Todesursachen

ILCOR

International Liaison Committee on Resuscitation

ILS

Integrierte Leitstelle

ILSG

Gesetz über die Errichtung und den Betrieb Integrierter Leitstellen

IMDRF

International Medical Device Regulators Forum

INM

Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement

IP

Internetprotokoll

IT

Informationstechnologie

ITH

Intensivtransporthubschrauber

KH

Krankenhaus

KIS

Krankenhausinformationssystem

KTP

Krankentransport

KTW

Krankentransportwagen

KRITIS

Kritische Infrastruktur

KzB

Kennzahlenbericht

MANV

Massenanfall von Verletzten

MOOC

Massive Open Online Courses

NACA

National Advisory Committee for Aeronautics

NAH

Notarzthubschrauber

NAW

Notarztwagen

NAWIB

Nationales Aktionsbündnis Wiederbelebung

NCW

Netzwerkzentrierte Kriegsführung, engl. Network Centric Warefare

NEF

Notarzteinsatzfahrzeug

NetOpFü

Vernetzte Operationsführung

NFR

Notfallrettung

NHS

Nationaler Gesundheitsservice, engl. National Health Service

NNA

Niedergelassener Notarzt

Niederösterreich

NotSanG

Notfallsanitätergesetz

NPO

Non-profit-Organisation

OECD

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

ÖRK

Österreichisches Rotes Kreuz

ÖSG

Österreichischer Strukturplan Gesundheit

OEZ

Olympia-Einkaufzentrum

PDCA

Plan-Do-Check-Act

QI

Medizinische Qualitätsindikatoren

RD

Rettungsdienst

RDB

Rettungsdienstbereich

RD GmbH

Rotes Kreuz Tirol gemeinnützige Rettungsdienst GmbH

RettAssG

Rettungsassistentengesetz

RIS

Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts Österreich

RK

Rotes Kreuz

ROSC

Rückkehr des Spontankreislaufs, engl. return of spontaneous circulation

RSG

Regionale Strukturpläne der Länder

RTH

Rettungstransporthubschrauber

RTW

Rettungstransportwagen

SanG

Sanitätergesetz

SHT

Schädel-Hirn-Trauma

SOP

Standardisiertes Vorgehen, engl. Standard Operation Procedure

SQR-BW

Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden-Württemberg

SSRI

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, engl. selective serotonin reuptake ihibitors

TRUST

Trend- und Strukturanalysen

VAS

Visuelle Analogskala

VEF

Verlegungsfahrten

VPN

Virtuelles privates Netzwerk

VR

Virtuelle Realität, engl. virtual reality

WHO

Weltgesundheitsorganisation

WKO

Wirtschaftskammer Österreich

ZAST GmbH

Zentrale Abrechnungsstelle für den Rettungsdienst Bayern

ZEG

Zielerreichungsgrad

ZRF

Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung

Inhaltsverzeichnis

I Rettungsdienst im Wandel: Ökonomie und Qualität – ein Widerspruch?

1 Ist-Situation und Zukunftsperspekt​iven zur Finanzierung der Rettungsdienste – die Sicht der Kostenträger 3

Daniel Hubmayr

1.​1 Status quo 4

1.​2 Zukunftsperspekt​iven 7

Literatur 14

2 Grenzenlos retten:​ Anforderungen an Staatsverträge zur Notfallrettung 15

Hanjo Allinger und Romy Emmerich

2.​1 Die Ausgangslage:​ Ohne persönliche Verbindungen geht nichts 16

2.​2 Staatsverträge zur Kooperation im Rettungswesen schaffen Rechtssicherheit​ 17

2.​3 Zentrale Regelungsinhalte​ zwischenstaatlic​her Vereinbarungen 19

Literatur 25

3 Employer Branding – ein entscheidender Beitrag zur Fachkräftesicher​ung im Rettungsdienst 27

Stefan Wagner

3.​1 Employer Branding als Markenbildungspr​ozess im Rettungsdienst 28

3.​2 Employer Branding:​ Definition und Aufbau einer Arbeitgebermarke​ 29

3.​3 Arbeitgebermarke​ und Berufsbildmarke?​ 30

3.​4 Der Analyseprozess 33

3.​5 Die Employer Brand – Das Ergebnis einer guten Analyse 33

Literatur 36

4 Integrierte Versorgungskonze​pte – Neue Ansätze für die prähospitale Versorgung 37

Andreas Günther und Martina Hasseler

4.​1 Rettungsdienst als Gesundheitsverso​rger 38

4.​2 Kernaufgabe statt Vollversorgung 41

4.​3 Von unabhängigen Akteuren zum integrierten Versorgungskonze​pt 43

Literatur 48

II Strategisches Personalmanagement im Rettungsdienst: längst fällig?

5 Betriebliches Gesundheitsmanag​ement im Rettungsdienst – Ein Muss 53

Lukas Schmitt

5.​1 Grundlagen des Betrieblichen Gesundheitsmanag​ements 54

5.​2 Einflussfaktoren​ auf die Leistungserbring​ung im Rettungsdienst 55

5.​3 Implementierung des BGM in Rettungsdienstor​ganisationen 56

5.​4 Wirtschaftlichke​it 59

5.​5 Praxisbeispiele im Rettungsdienst 60

5.​6 Das BGM-Modell:​ Erfolgstrias im Rettungsdienst 60

5.​7 Zusammenfassung und Ausblick 61

Literatur 62

6 Professionelles Freiwilligenmana​gement in Non-Profit-Organisationen 63

Irene Sachse und Anna Ennemoser

6.​1 Herausforderunge​n und Trends im Freiwilligenmana​gement 64

6.​2 Professionelles Freiwilligenmana​gement – Was ist das?​ 64

6.​3 Professionelles Freiwilligenmana​gement – Wie geht das?​ 65

6.​4 Professionelles Freiwilligenmana​gement am Beispiel des Roten Kreuzes (RK) Tirol 68

6.​5 Freiwilligentäti​gkeit im Rettungsdienst:​ Die Kunst neue Modelle zu entwerfen 70

Literatur 71

7 Persönliche Performance der Rettungsdienstmi​tarbeiter, ein Tabu?​ 73

Georg Hellmann

7.​1 Warum neue Kompetenzen und Verantwortungen für den Rettungsdienst 74

7.​2 Das Notfallsanitäter​gesetz 75

7.​3 Handlungskompete​nzen:​ Der Rahmen für persönliche Performance 77

7.​4 Persönliche Performance 78

7.​5 Wirkung und Entwicklung von Performance 81

Literatur 84

8 Führungskräfteen​twicklung im Rettungsdienst – Übel oder Chance?​ 85

Michael Steil und Martin Turowski

8.​1 Führungskräfte im Rettungsdienst – eine Bestandsaufnahme​ 86

8.​2 Was bedeutet Führungskräfteen​twicklung?​ 87

8.​3 Lerninhalte und Methoden in der Führungskräfteen​twicklung 90

Literatur 93

III Präklinische Notfallmedizin: Ansätze zur Neustrukturierung

9 Leitstelle der Zukunft:​ Projekt Leitstelle 2020+ der integrierten Leitstelle München 97

Florentin von Kaufmann

9.​1 Eine vernetzte Stadt braucht eine vernetzte Gefahrenabwehr 98

9.​2 Die Leitstelle der Zukunft:​ Transformation zum Informationsbrok​er in der Gefahrenabwehr 99

Literatur 105

10 Der Rettungsdienst als Gatekeeper medizinischer und sozialer Dienste 107

Christoph Redelsteiner

10.​1 Rettungsdienst – Türöffner im österreichischen​ Gesundheitswesen​ 108

10.​2 Der Transport ins Krankenhaus – die primäre Strategie des Rettungsdienstes​ 108

10.​3 Der Blickwinkel der Kostenträger 109

10.​4 Drehtürpatienten​ 109

10.​5 Beibehalten der Hospitalisierung​sstrategie im Kontext der demografischen Entwicklung 110

10.​6 Allgemeine Einflussfaktoren​ der Einsatzfrequenz 111

10.​7 Von „Anruf bedeutet Transport" – zu alternativen Versorgungsforme​n 112

10.​8 Rettungsdienstli​ches Gatekeeping der Zukunft 115

Literatur 117

11 Telefonische Gesundheitsberat​ung – der Leitstellenauftr​ag 119

Christof Constantin Chwojka

11.​1 Ausgangslage:​ Aktuelle Problemfelder in der präklinischen Versorgung 121

11.​2 Single-Point-of-Contact:​ die Leitstelle als präklinisches Callcenter 123

11.​3 Die Einführung der telefonischen Gesundheitsberat​ung bei Notruf Niederösterreich​ 124

11.​4 Gateopening – Gatekeeping:​ erste Ergebnisse aus fünf Monaten Projektlaufzeit 125

11.​5 Geplante weitere Schritte 127

11.​6 Resümee der ersten sechs Monate der telefonischen Gesundheitsberat​ung 129

Literatur 130

12 Der Gemeindenotfalls​anitäter (G-NFS) – Effizienzsteiger​ung und Kostenreduktion?​ 131

Frank Flake

12.​1 Status quo 132

12.​2 Struktur der beteiligten Rettungsdiensttr​äger 132

12.​3 Hintergrund und Problembeschreib​ung 132

12.​4 Lösungsansatz:​ Gemeindenotfalls​anitäter 135

12.​5 Nutzen und Grenzen des Gemeindenotfalls​anitäters 138

Literatur 140

IV Informationstechnologien im Rettungs- und Notarztdienst

13 Dynamische Einsatzplanung – Big Data im Rettungsdienst 143

Michael Peter

13.​1 Bedarfsplanung heute 144

13.​2 Bedarfsplanung der Zukunft 148

Literatur 151

14 „It takes a [technical] system to save a life":​ Apps zur Wiederbelebung 153

Peter Brinkrolf, Camilla Metelmann und Bibiana Metelmann

14.​1 Apps in der Medizin 154

14.​2 Apps in der Reanimation 155

14.​3 Chancen, Nutzen und Risiken 159

Literatur 160

15 eLearning:​ neue Technologien zur Reanimationsschu​lung 163

Jan Breckwoldt

15.​1 Grundüberlegunge​n 164

15.​2 Wie können elektronische Medien die Laienausbildung unterstützen?​ 166

15.​3 Grenzen von „eLearning" 169

15.​4 Zukunftsperspekt​ive 169

Literatur 171

V Gesellschaftliche Veränderungen: neue notfallmedizinische Herausforderungen

16 Der Amoklauf in München aus Sicht der Integrierten Leitstelle 175

Florentin von Kaufmann

16.​1 Einsatzablauf 176

16.​2 Die Leitstelle im Zusammenspiel mit der rückwärtigen Führung 176

16.​3 Herausforderunge​n und Problemstellunge​n beim Einsatz „Amoklauf" 178

16.​4 Organisatorische​ Maßnahmen der Integrierten Leitstelle 183

Literatur 185

17 Der akute Verwirrtheitszus​tand des älteren Patienten – Delir und Demenz als Einsatzkategorie​ in der Präklinik 187

Oliver Kögler und Markus Gosch

17.​1 Akute Verwirrtheit als Notfall 188

17.​2 Delir 190

17.​3 Demenz 193

17.​4 Einwilligungsfäh​igkeit bei Demenz und Delir 195

17.​5 Akuttherapie bei Delir und Demenz 196

Literatur 199

18 24-Stunden-Personenbetreuun​g:​ Neue Herausforderunge​n im Notfalleinsatz 201

Dietmar Weixler

18.​1 Einsatzkonstella​tion unter Beteiligung einer 24-Stunden-Personenbetreuun​g 202

18.​2 Herausforderunge​n im Notfalleinsatz durch die 24-Stunden Personenbetreuun​g 203

18.​3 Relevanz und epidemiologische​ Voraussetzungen 206

Literatur 207

19 Werkzeuge zur interkulturellen​ Verständigung im RD 209

Christiane Koppelstätter

19.​1 Herausforderunge​n im Rettungsdienst 210

19.​2 Mögliche Werkzeuge 213

Literatur 218

VI Kennzahlen, Benchmarks, und Trendanalysen: Werkzeuge zum Steuern?

20 Einsatz- und Strukturdaten im Rettungsdienst Bayern:​ Ergebnisse und Konsequenzen 221

Stephan Prückner und Michael Bayeff-Filloff

20.​1 Voraussetzungen für die Trend- und Strukturanalyse (TRUST) 222

20.​2 Rettungsdienstei​nsätze in Bayern (2007–2016) 222

20.​3 Faktoren steigender Inanspruchnahme – wo geht die Reise hin?​ 230

Literatur 231

21 Qualitätssicheru​ng im Rettungsdienst Baden-Württemberg 233

Torsten Lohs

21.​1 Qualitätssicheru​ng im Rettungsdienst von Baden-Württemberg 234

21.​2 Qualitätsindikat​oren 234

21.​3 Ergebnisse von Qualitätsindikat​oren 240

21.​4 Zwischenbilanz und Ausblick 242

Literatur 242

22 10 Jahre Reanimationsregi​ster 245

Barbara Jakisch und Jan Wnent

22.​1 Hintergrund 246

22.​2 Das Deutsche Reanimationsregi​ster 246

22.​3 Highlights der Zukunft 252

Literatur 253

23 Datenmanagement im Tiroler Notarztdienst 255

Benoît Bernar, Adolf Schinnerl und Michael Baubin

23.​1 Tiroler Rettungsdienst Gesetz 2009 und dessen Konsequenzen (Land Tirol, 2009) 256

23.​2 Datenerfassung 257

23.​3 Überblick der Tiroler Notarztsysteme 258

23.​4 Der Entwicklungsproz​ess vom Kennzahlenberich​t zum Benchmark-Bericht 259

23.​5 Ergebnisvergleic​h 262

23.​6 Interpretation und Schlussfolgerung​en 262

Literatur 264

Serviceteil

Sachverzeichnis267

Herausgeber‐ und Autorenverzeichnis

Über die Herausgeber

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Dr. phil. Agnes Neumayr

DKKS auf der Neonatologie, Krankenhaus Schwarzach im Pongau, Salzburg

Studium der Politikwissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Entwicklungszusammenarbeitsprojekte in Ghana, Österreichisches Außenamt Sektion VII

Promotion in Politikwissenschaft zum Thema „Kunst gegen Gewalt"

Wissenschaftliche Assistentin in Forschungsprojekten (FWF, ÖNK, TWF, Akad. d. Wiss.)

Systembeauftragte „Qualität im Gesundheitswesen", Quality Austria

Klinische Risikomanagerin gemäß ONR 49003, Austrian Standards Institute

Interne Auditorin für „Prozessorientiertes Qualitätsmanagement", WIFI Tirol

Seit 01.05.2011 QM-Referentin im ÄLRD-Team des Landes Tirol

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Univ. Prof. Dr. med. Michael Baubin, MSc, FERC

Medizinstudium an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Ausbildung zum praktischen Arzt und zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universitätsklinik Innsbruck

Habilitation zum Thema „Reanimationsverletzungen"

Master of Science zum Thema „Qualitätsmanagement in der Österreichischen Notfallmedizin"

Fellow of the European Resuscitation Council

Systembeauftragter „Qualität im Gesundheitswesen", Quality Austria

Klinischer Risikomanager gemäß ONR 49003, Austrian Standards Institute

Bereichsoberarzt Notfallmedizin an der Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin Innsbruck

Leitender Notarzt

Vorsitzender des Austrian Resuscitation Council

Seit 01.05.2011 QM-Beauftragter im ÄLRD-Team des Landes Tirol

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Dr. med. Adolf Schinnerl

Medizinstudium an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universitätsklinik Innsbruck

Oberarzt am a. ö. Bezirkskrankenhaus (BKH) Kufstein

Seit 2011 Leiter des Funktionsbereiches „Notarztdienst" BKH Kufstein

Leitender Notarzt

Landesfeuerwehrarzt (Leiter Sachgebiet „Feuerwehrmedizinischer Dienst" des Landesfeuerwehrverbandes Tirol)

Kassier der Österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin

Seit 01.01.2011 Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Landes Tirol

Autorenverzeichnis

Prof. Dr. Hanjo Allinger

Technische Hochschule Deggendorf

Deggendorf, Deutschland

hanjo.allinger@th-deg.de

Univ.-Prof. Dr. med. Michael Baubin

Univ. Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

Tirol Kliniken GmbH

Innsbruck, Österreich

michael.baubin@tirol-kliniken.at

Dr. med. Michael Bayeff-Filloff

Zentrale Notaufnahme

Klinikum Rosenheim

München, Deutschland

michael.bayeff-filloff@ro-med.de

Dr. med.-univ Benoît Bernar

Klinik für Neurologie

Medizinische Universität Innsbruck

Innsbruck, Österreich

benoit.bernar@tirol-kliniken.at

PD Dr. med. Jan Breckwoldt

Medizinische Fakultät

Universität Zürich

Zürich, Schweiz

jan.breckwoldt@dekmed.uzh.ch

Dr. med. Peter Brinkrolf

Klinik für Anästhesiologie

Universitätsmedizin Greifswald

Greifswald, Deutschland

peter.brinkrolf@uni-greifswald.de

Ing. Christof Constantin Chwojka

St. Pölten, Österreich

chwojka@notrufnoe.at

Romy Emmerich

Technische Hochschule Deggendorf

Deggendorf, Deutschland

romy.emmerich@th-deg.de

Anna Ennemoser

Landesverband Tirol

Rum, Österreich

anna.ennemoser@roteskreuz-tirol.at

Frank Flake

Malteser Hilfsdienst gGmbH

Rettungsdienst

Oldenburg, Deutschland

frank.flake@malteser.org

Prim. Dr. med. Markus Gosch

Klinik für Geriatrie

Medizinische Klinik 2

Nürnberg, Deutschland

markus.gosch@klinikum-nuernberg.de

Dr. med. Andreas Günther

Arztliche Leitung Rettungsdienst

Feuerwehr der Stadt Braunschweig

Braunschweig, Deutschland

Andreas.Guenther@braunschweig.de

Prof. Dr. med. habil. Martina Hasseler

Pflege- und Therapiewissenschaft

Medizinische Fakultät Heidelberg

Heidelberg, Deutschland

martina.hasseler@med.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. rer. pol. Georg Hellmann

MaHM

Berlin, Deutschland

georg.hellmann@akkon-hochschule.de

Daniel Hubmayr

Leiter des Competence Centers Transportwesen

Niederösterreichische Gebietskrankenkasse

St. Pölten, Österreich

cc-transportwesen@noegk.at

Barbara Jakisch

Koordinatorin Deutsches Reanimationsregister

Nürnberg, Deutschland

jakisch@reanimationsregister.de

OA Dr. med. Oliver Kögler

Klinik für Geriatrie

Medizinische Klinik 2

Nürnberg, Deutschland

oliver.koegler@klinikum-nuernberg.de

Christiane Koppelstätter

Leopold-Franzens-Universität

Telfs, Österreich

christiane.koppelstaetter@gmail.com

Dr. med. Torsten Lohs, MHBA, DESA

SQR-BW

Rettungsdienst Baden-Württemberg

Stuttgart, Deutschland

torsten.lohs@sqrbw.de

Dr. med. Bibiana Metelmann

Klinik für Anästhesiologie

Universitätsmedizin Greifswald

Greifswald, Deutschland

bibiana.metelmann@uni-greifswald.de

Dr. med. Camilla Metelmann

Klinik für Anästhesiologie

Universitätsmedizin Greifswald

Greifswald, Deutschland

camilla.metelmann@uni-greifswald.de

Michael Peter

Rettungsdienst Ammerland GmbH

Westerstede, Deutschland

info@m-pet.de

Dr. med. Stephan Prückner

Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement

Klinikum der Universität München

München, Deutschland

stephan.prueckner@med.uni-muenchen.de

FH-Prof. Mag.(FH) Dr. PhDr. Christoph Redelsteiner

Departments Soziales und Gesundheit

Fachhochschule St. Pölten

St. Pölten, Österreich

christoph.redelsteiner@fhstp.ac.at

Irene Sachse

Wien, Österreich

irene@sachse.at

Dr. med. Adolf Schinnerl

Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Landes Tirol

Tirol Kliniken GmbH

Innsbruck, Österreich

aelrd@tirol.gv.at

Lukas Schmitt, MSc HCM

Konz, Deutschland

Lukas.Schmitt.trier@gmail.com

Michael Steil

Institut für Human Resources

Freiburg, Deutschland

M.Steil@ihr-institut.de

Martin Turowski

Institut für Human Resources

Ratzeburg, Deutschland

M.Turowski@ihr-institut.de

Dipl.-Ing. Florentin von Kaufmann

Branddirektion München

München, Deutschland

florentin.kaufmann@muenchen.de

Stefan Wagner

Head of Client Services & Consulting

Territory Embrace -CTR GmbH

Gütersloh, Deutschland

wagner.stefan@territory.de; www.territory.de

Dr. med. Dietmar Weixler

Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin

Landesklinikum Horn Allentsteig

Horn, Österreich

dietmar.weixler@horn.lknoe.at

Dr. med. Jan Wnent

Organisationskomitee des Deutschen Reanimationsregisters

Institut für Rettungs- und Notfallmedizin

Kiel, Deutschland

wnent@reanimationsregister.de

Teil IRettungsdienst im Wandel: Ökonomie und Qualität – ein Widerspruch?

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Ist-Situation und Zukunftsperspekt​iven zur Finanzierung der Rettungsdienste – die Sicht der Kostenträger3

Daniel Hubmayr

Kapitel 2 Grenzenlos retten:​ Anforderungen an Staatsverträge zur Notfallrettung15

Hanjo Allinger und Romy Emmerich

Kapitel 3 Employer Branding – ein entscheidender Beitrag zur Fachkräftesicher​ung im Rettungsdienst27

Stefan Wagner

Kapitel 4 Integrierte Versorgungskonze​pte – Neue Ansätze für die prähospitale Versorgung37

Andreas Günther und Martina Hasseler

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Agnes Neumayr, Michael Baubin und Adolf Schinnerl (Hrsg.)Herausforderung Notfallmedizinhttps://doi.org/10.1007/978-3-662-56627-5_1

1. Ist-Situation und Zukunftsperspektiven zur Finanzierung der Rettungsdienste – die Sicht der Kostenträger

Daniel Hubmayr¹  

(1)

Leiter des Competence Centers Transportwesen, Niederösterreichische Gebietskrankenkasse, St. Pölten, Österreich

Daniel Hubmayr

Email: cc-transportwesen@noegk.at

1.1 Status quo

1.1.1 Zuständigkeiten

1.1.2 Finanzierung

1.2 Zukunftsperspektiven

1.2.1 Rettungswesen – quo vadis?

1.2.2 Das Tor zum Gesundheitswesen

1.2.3 Verbundsystem versus Spartentrennung

1.2.4 Ärzte- und Freiwilligenmangel

1.2.5 Überlegungen zur Finanzierung

1.2.6 Verhandlungsleitlinien

Literatur

Trailer

Die Zuständigkeit für das österreichische Rettungswesen liegt in der Hand mehrerer Stakeholder. Aufgrund der vielschichtigen gesetzlichen Regelungen sind auch die Finanzierungsströme verworren.

Aus Sicht der Sozialversicherung als größtem Kostenträger wird das aktuelle System beleuchtet, werden Schwächen aufgezeigt und Zukunftsoptionen beschrieben.

Neben den unterschiedlichen Zahlungsflüssen wird dabei auch auf die organisatorische Ausrichtung des österreichischen Rettungswesens und die Personalsituation eingegangen.

Kernaussage ist, dass Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Beschäftigtenmodells genutzt werden müssen, eine gezielte Steuerung der Finanzierungsströme angedacht werden kann, und, ausgehend von den Vorgaben der aktuellen Zielsteuerung Gesundheit, eine objektive Bedarfsplanung des Rettungswesens indiziert ist.

1.1 Status quo

1.1.1 Zuständigkeiten

Das Gesundheitswesen ist in Gesetzgebung und Vollziehung gemäß Art. 10 Bundesverfassungsgesetz (B-VG) Bundessache. Das Rettungswesen ist dabei explizit ausgenommen und fällt daher teilweise in den Zuständigkeitsbereich der Länder (Generalnorm Art. 15 B-VG) und teilweise in den der Gemeinden (Art. 118 B-VG).

Es wird zwischen überörtlichem Rettungswesen, das umfasst die zeitkritische Notfallrettung und die Flugrettung, und dem örtlichen Rettungswesen, also dem zeitunkritischen Krankentransport, unterschieden. Das überörtliche Rettungswesen ist gemäß Art. 10 Abs. 1 Z 12 iVm Art. 15 B-VG Landessache, das örtliche Rettungswesen fällt gemäß Art. 118 Abs. 3 B-VG in den selbstständigen Wirkungsbereich der Gemeinden. Die Notfallrettung ist also Aufgabe der Länder und der Krankentransport Aufgabe der Gemeinden. Die Länder bzw. Gemeinden haben demzufolge das Rettungswesen in Österreich einzurichten, zu finanzieren und zu betreiben. Die Länder regeln die Details ihres überregionalen Rettungswesens föderal über Landesrettungsgesetze und vergeben die Leistung entweder per Ausschreibung oder beauftragen anerkannte Rettungsorganisationen mit der Durchführung. Die Gemeinden können das örtliche Rettungswesen entweder selbst erbringen, wie es in Wien mit der Magistratsabteilung 70 (Wiener Berufsrettung) der Fall ist, oder von Rettungsorganisationen durchführen lassen. Teilweise werden die Agenden der Gemeinden dabei stellvertretend von den Ländern wahrgenommen.

Die Sozialversicherung ist gesetzlich verpflichtet, unter bestimmten Voraussetzungen einen Kostenersatz an Versicherte für Transporte zu leisten. Zu diesen Voraussetzungen zählen unter anderem:

1.

das Vorliegen von Gehunfähigkeit (Gehunfähigkeit bedeutet, die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels ist auch mit einer Begleitperson nicht möglich) und

2.

der Transport in die nächstgelegene geeignete Behandlungseinrichtung.

Von Gesetz wegen wäre ein Kostenersatz an die Versicherten vorgesehen: Versicherte hätten etwaige von der Rettungsorganisation vorgeschriebene Kosten für den Transport – sofern dies im jeweiligen Bereich zulässig ist – zunächst selbst zu bezahlen und danach beim Sozialversicherungsträger um Kostenersatz anzufragen. Um diese Vorleistungspflicht der Versicherten nicht eintreten zu lassen, können die Sozialversicherungsträger Vereinbarungen zur Direktverrechnung mit den Rettungsorganisationen abschließen. Somit zahlen nicht zuerst die Versicherten an die Rettungsorganisationen und dann die Sozialversicherungsträger an die Versicherten, sondern die Sozialversicherungsträger gleich direkt an die Rettungsorganisationen (Abb. 1.1).

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Abb. 1.1

Zuständigkeiten

1.1.2 Finanzierung

Die Finanzierung des Rettungswesens erfolgt aus Steuermitteln durch Länder und Gemeinden, aus Sozialversicherungsbeiträgen durch die Sozialversicherungsträger, aus Selbstbehalten von Versicherten und aus Fonds mit unterschiedlichen Quellen. Teilweise argumentieren auch die Rettungsorganisationen eine finanzielle Beteiligung am System, in dem sie von Freiwilligen erbrachte Stunden mit fiktiven Stundensätzen bewerten.

Die Länder weisen neben Direktzuwendungen an Rettungsorganisationen beispielsweise Kosten für Infrastruktur (Gebäude etc.) oder Leitstellen in ihren Rechnungsabschlüssen aus. Die Beiträge der Gemeinden werden meist über einen per Verordnung festgesetzten Rettungsdienstbeitrag pro Einwohner („Rettungseuro") bemessen. Landesgesundheitsfonds, deren Budgets zu unterschiedlichen Anteilen von Bund, Ländern und Sozialversicherung gespeist werden, leisten teilweise Beiträge zur Notfallversorgung. Die bei einigen Sozialversicherungsträgern vorgesehenen Selbstbehalte tragen ebenfalls einen kleinen Teil zur Finanzierung bei.

Die Finanzierung des Rettungswesens sollte der verfassungsmäßigen Systematik zufolge grundsätzlich großteils durch die Länder und Gemeinden erfolgen, der Anteil der Sozialversicherung sollte geringer sein. Dies einerseits aufgrund der gesetzlichen Beschränkung der Leistungsgewährung der Sozialversicherung auf die reine Transportstrecke – laut geltender Rechtsprechung handelt es sich nur dann um einen Transport, wenn Versicherte transportiert werden, somit ist die Sozialversicherung nicht für „leere" Wegstrecken ohne Versicherte an Bord zuständig – und andererseits aufgrund der Tatsache, dass die Vorhaltung von Stützpunkten, Fahrzeugen und Personal weit teurer ist als die tatsächliche Einsatzzeit.

Berechnungen zufolge machen bei Stützpunkten mit rund um die Uhr verfügbaren Rettungstransportwagen die Vorhaltekosten 97 % der Gesamtkosten aus, nur 3 % entfallen auf die Einsätze (PrimAIR-Konsortium 2016, S. 89). Bezogen auf die Zeitintervalle aller Fahrzeugarten machen Einsätze im Schnitt 53 % der Vorhaltezeit aus, der tatsächliche Transport beläuft sich dabei auf etwa 30 % der Einsatzdauer (Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement, INM 2005, S. 210), somit verbleibt für Patiententransporte ein Anteil von 17 % der gesamten Vorhaltezeit (Abb. 1.2).

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Abb. 1.2

Transportdauer

In der Realität trägt die Sozialversicherung in etwa die Hälfte der Gesamtkosten des österreichischen Rettungswesens. Dies liegt daran, dass der Bereich historisch gewachsen ist und die Höhe der Kostenersätze in den vergangenen Jahrzehnten eher im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Sozialversicherungsträgern und Rettungsorganisationen als durch Bedarfsplanung oder Echtkostenberechnungen festgelegt wurde.

Im Jahr 2015 hatte die Sozialversicherung 48 % der Gesamtkosten der Finanzierung des Rettungswesens zu tragen. Die Gesamtkosten des Rettungswesens lagen im Jahr 2015 bei ca. 480 Millionen Euro, davon trug die Sozialversicherung etwa 230 Millionen Euro (Abb. 1.3).

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Abb. 1.3

Finanzierungsanteilekreis

1.2 Zukunftsperspektiven

1.2.1 Rettungswesen – quo vadis?

Eine entscheidende Frage zur Betrachtung möglicher zukünftiger Entwicklungen betreffend die Finanzierung des Rettungswesens wird dessen künftige strategische Ausrichtung sein. In den letzten Jahren haben sich durch den technischen Fortschritt, demografische Entwicklung und Änderungen im Gesundheitswesen neue Herausforderungen aufgetan. Die Politik ist gefordert, die richtigen Schritte einzuleiten, um darauf angemessen reagieren zu können.

Durch technische Hilfsmittel wie Überwachungskameras, GPS-Ortung oder soziale Medien erhalten zuvor ungeahnte Möglichkeiten Einzug ins Rettungswesen. Leitstellen beispielsweise können dadurch eine bessere Einschätzung der Lage vor Ort als früher erhalten und werden damit zu wichtigeren Playern im System.

Die Gesellschaft verändert sich – einerseits verspricht die Entwicklung der Alterspyramide zukünftig mehr Personen in hohem Alter mit entsprechendem Behandlungs- und Transportbedarf, andererseits sind Zivilisationskrankheiten im Vormarsch.

Veränderungen in der Behandlungslandschaft zeigen sich bei der Schließung einzelner Abteilungen in Krankenanstalten, punktuellem Ärztemangel und neuen Behandlungsstrukturen (z. B. Primärversorgungseinrichtungen).

All das hat Auswirkungen auf das österreichische Rettungs- und Krankentransportwesen. Bisher haben die zuständigen Stakeholder kaum Schritte unternommen, um den bestehenden Bedarf an Stützpunkten, Fahrzeugen und Personal zu erheben und festzuschreiben. Außer Bedarfsanalysen des Competence Centers Transportwesen (CC TW¹) existieren dazu wenige öffentlich publizierte, großteils föderale Erhebungen.

Mit der aktuellen Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens (RV 1340 d. B., beschlossen am 21.12.2016) ist das nun anders. Dort ist vorgesehen, dass auch für das Rettungs- und Krankentransportwesen (inkl. präklinischer Notfallversorgung), also für bodengebundene Rettungsmittel und Luftrettungsmittel (inkl. und exkl. der notärztlichen Komponente), sowie den Krankentransportdienst eine

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