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Next Generation Digital Transformation: 50 Prinzipien für erfolgreichen Unternehmenswandel im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Next Generation Digital Transformation: 50 Prinzipien für erfolgreichen Unternehmenswandel im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Next Generation Digital Transformation: 50 Prinzipien für erfolgreichen Unternehmenswandel im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
eBook691 Seiten6 Stunden

Next Generation Digital Transformation: 50 Prinzipien für erfolgreichen Unternehmenswandel im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

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Über dieses E-Book

Dieses Buch beschreibt ein modular aufgebautes Transformationsmodell für die 2020er-Jahre, um zu veränderten Marktumfeldern und technologischen Vorreitern aufzuschließen und ein ganzheitlich robustes, agiles Steuerungsinstrument zu schaffen, das Unternehmen die Entwicklung von digitaler Überlegenheit in an Brisanz zunehmenden Märkten ermöglicht.
Der Autor stellt einen praxisbewährten Gestaltungsrahmen mit 30 Prinzipien für die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz vor. Zudem gibt er einen Einblick in die 20 Zukunftstechnologien sowie Ausblicke auf zukünftige Marktchancen und Geschäftspotenziale durch digitale Innovationen.
Ausgewählte Interviewpartner berichten von eigenen Transformationserfahrungen und geben dem Leser Impulse und Umsetzungsvorschläge an die Hand.
Mit einem Geleitwort von Frank Thelen
SpracheDeutsch
HerausgeberSpringer Gabler
Erscheinungsdatum3. Juni 2020
ISBN9783658249359
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    Buchvorschau

    Next Generation Digital Transformation - Michael Wolan

    Michael Wolan

    Next Generation Digital Transformation

    50 Prinzipien für erfolgreichen Unternehmenswandel im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

    Mit einem Geleitwort von Frank Thelen

    ../images/469727_1_De_BookFrontmatter_Figa_HTML.png

    Michael Wolan

    Köln, Deutschland

    ISBN 978-3-658-24934-2e-ISBN 978-3-658-24935-9

    https://doi.org/10.1007/978-3-658-24935-9

    © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

    Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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    Der Verlag, die Autoren und die Herausgeber gehen davon aus, dass die Angaben und Informationen in diesem Werk zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig und korrekt sind. Weder der Verlag, noch die Autoren oder die Herausgeber übernehmen, ausdrücklich oder implizit, Gewähr für den Inhalt des Werkes, etwaige Fehler oder Äußerungen. Der Verlag bleibt im Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutionsadressen neutral.

    Springer Gabler ist ein Imprint der eingetragenen Gesellschaft Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH und ist ein Teil von Springer Nature.

    Die Anschrift der Gesellschaft ist: Abraham-Lincoln-Str. 46, 65189 Wiesbaden, Germany

    Geleitwort Frank Thelen

    Spätestens seit der zunehmenden Verbreitung des Smartphones befinden wir uns in einer neuen Phase der Digitalisierung – war die PC-Revolution an unsere Schreibtische gebunden, haben wir nun faktisch überall Zugriff auf Informationen, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar waren. Ob Musik, Fotografie, Wissen und Lernen, Mobilität – ganze Branchen wurden schon durch das Smartphone disruptiv verändert.

    Gemacht wird diese Revolution aber in den USA und China, wie man unschwer an den Märkten sehen kann: Die Marktkapitalisierung der GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon) und BAT (Baidu, Alibaba, Tencent) liegt, während ich diese Zeilen schreibe, bei über 4,5 Bio. US$. Und allein Microsoft ist an der Börse etwa so viel wert wie alle DAX30-Unternehmen zusammen: rund 1 Bio. US$. Einen europäischen Tech-Champion suchen wir jedoch vergeblich.

    Glücklicherweise stehen in den nächsten Jahren bzw. Dekaden viele weitere technologische Revolutionen an. Und noch hat Europa die Chance, diesmal dabei zu sein. Denn ob künstliche Intelligenz, Blockchain, 3D-Druck oder Quantum-Computing – die Grundlagenforschung in Europa muss sich hier international nicht verstecken.

    Unsere Arbeitswelt und gesamte Gesellschaft werden sich durch diese neuen Entwicklungen in den nächsten Jahren noch stärker verändern, als bisher durch PC, Internet und Smartphone. Und so wie PC und Smartphone Billionen-Dollar-Unternehmen wie Apple, Microsoft und Google hervorgebracht haben, werden es auch Blockchain und künstliche Intelligenz tun.

    Europa und Deutschland müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass einer der kommenden Marktführer hier beheimatet ist. Eine zielgerichtete Forschungsförderung, Austausch über Ländergrenzen hinweg sowie eine technologie- und unternehmensfreundliche Gesetzgebung sind dafür Voraussetzung.

    Doch es braucht nicht nur Global Player. Ein solider Mittelstand und innovative Start-ups, die die neuen Technologien zu nutzen wissen und weiterentwickeln können, sind unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche europäische Wirtschaft.

    Ich freue mich, dass Michael Wolan diese für uns essenziellen Zukunftsthemen hier umfassend und verständlich ausführt. Uns beide verbindet die Leidenschaft für Wandel und Zukunftstechnologien, von denen viele unser Geschäftsleben im nächsten Jahrzehnt massiv durchdringen und neue Geschäftschancen bringen werden. Neben den Technologien skizziert Michael ökonomische, kulturelle und organisatorische Prinzipien des Wandels für das vor uns liegende künstlich intelligente Zeitalter. Indem er seine Prinzipien in anschaulichen Modellen wie Transformationshaus, Technologierad oder KAFKA zusammenführt, beschreibt er klare Bezugsrahmen für Entscheider, die den Wandel in ihrem eigenen Unternehmen auf die nächste, durch Digitaltechnologien geprägte Evolutionsstufe heben wollen.

    Ich hoffe dieses inspirierende Buch findet viele Leser, aber noch wichtiger: Macher, die das Gelernte mit Mut und Passion umsetzen.

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    Frank Thelen

    Bonn, Deutschland

    September 2019

    Vorwort

    Als Technologieenthusiast träume ich von einer superintelligenten Welt, die uns viele Freiheitsgrade und Optionsräume schafft, unsere Zeit damit zu verbringen, was uns mit Sinn erfüllt und unsere Lebensfreude erhöht. Einer Welt, die uns zufriedener, sicherer, ökologischer, gerechter und friedlicher zusammenleben lässt, in der die meisten von uns über 100 Jahre alt werden können – und dies bei voller Gesundheit. Diese Welt befindet sich vor uns. Wir werden sie in den kommenden Jahrzehnten gestalten und gemeinsam ihre Vorzüge erleben. Denn wir befinden uns mitten im Paradigmenwechsel des technischen Fortschritts mit massiven Auswirkungen auf alle Bereiche unserer Zivilisation.

    Unsere Welt wird nun unaufhaltsam intelligenter. Um uns herum entsteht digital vernetzte Maschinenintelligenz. Längst keine Utopie mehr, wird sie langsam zur Realität. Die Maschinen werden intelligenter und damit auch unser Umfeld, das uns beobachtet, uns versteht und uns hilft, wenn wir bereit sind, die modernen Assistenzsysteme unserer Zeit als Teil einer modernen Lebensführung anzunehmen. Auf lange Sicht hat technologischer Fortschritt unserer Menschheit stets dabei geholfen, sich in der neu entstehenden Welt wohlzufühlen und von soziokulturellen und ökonomischen Annehmlichkeiten durch technische Innovationen zu profitieren. Dies wird auch – davon bin ich überzeugt – zukünftig der Fall sein.

    Bei aller Vorfreude möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die zunehmende Geschwindigkeit des momentanen Wandels auch gelegentlich Fragezeichen hinterlässt und sich manchmal bei mir der Wunsch nach einer etwas verringerten Veränderungsgeschwindigkeit ausbreitet. Könnte der sich beschleunigende technische Fortschritt vielleicht sogar unsere menschliche Wandlungsfähigkeit eines Tages überschreiten? Doch meist verfliegen solche Gedanken schnell – angesichts der enormen technischen Faszination und Chancen, die vor uns liegen. Denn noch nie gab es in einer Generation unserer Menschheitsgeschichte solch große technologisch geprägte Umbrüche und spannende Erneuerungen wie in der jetzigen.

    Mit dem Buch möchte ich Ihnen 30 Transformationsimpulse an die Hand geben, die Sie bei der Gestaltung und Steuerung der digitalen Transformation Ihres Unternehmens berücksichtigen können. Die Prinzipien münden in das Transformationshaus, das sich als freikonfigurierbares Orientierungs- und Orchestrationsmodell versteht. Sie können das Haus mit Blick auf Ihre aktuelle Ausgangssituation, ihre strategischen Ziele oder geplanten operativen Maßnahmen nutzen, um dem digitalen Wandel Ihrer Organisation im intelligenten Zeitalter Ihre eigene, unverkennbare „digitale Transformationshandschrift" zu geben. Beim Transformationshaus, das mit dem KAFKA-Modell im Dach des Hauses abschließt, war mein Anspruch, eine inhaltliche und methodische Brücke zu bauen zwischen denjenigen Unternehmen, die noch am Anfang ihrer Transformationsreise stehen, und jenen, die sich bereits mitten in ihrer digitalen Transformation befinden und weiter fortgeschritten sind.

    Daneben gibt Ihnen das Technologierad einen 360-Grad-Einblick zu den 20 Zukunftstechnologien unserer Zeit, um den technischen Fortschritt ganzheitlich-differenzierter und untereinander vernetzt zu begreifen. Mit einer höheren technologischen Eindringtiefe und inspiriert durch Anwendungsbezüge, können Sie sich die richtigen Fragen stellen, um positive ökonomische Effekte und konkrete Nutzen für Ihre Kunden zu schaffen, neue Geschäftschancen durch digitale Technologien zu erschließen und den digitalen Wandel in den stürmenden, komplexen und schwer zu durchblickenden Marktumfeldern erfolgreich zu meistern.

    Das Buch schließt ab mit Transformationserfahrungen und Einschätzungen von acht hochkarätigen Managern, die offen über ihren Umgang mit strategischen, kulturellen, technologischen und geschäftsmodellbasierten Herausforderungen sprechen und dabei ganz persönliche Eindrücke zu den Umwälzungen der kommenden zehn Jahre vermitteln.

    Michael Wolan

    Köln, Deutschland

    Inhaltsverzeichnis

    1 Digitale Transformation im künstlich intelligenten Zeitalter 1

    1.​1 Technischer Fortschritt der nächsten Generation 2

    1.​2 Warum die digitale Transformation irreversibel und der Einstieg in Technologien der künstlichen Intelligenz alternativlos ist 8

    1.​3 Wie VUCA Planungssicherhe​it und Kontrolle außer Kraft setzt und Unternehmen mit Kontrollverlust und Unbestimmtheitss​ituationen umgehen 10

    1.​4 Zwischen Effizienzsteiger​ung und Digitalwachstum 13

    1.​5 Digitale Mehrwerte als Voraussetzung für Digitalwachstum 13

    1.​6 Auf dem Weg zum intelligenten Unternehmen – zehn Transformationst​hesen für die 2020er-Jahre – das Zeitalter der künstlichen Intelligenz 18

    Literatur 23

    2 Künstliche Intelligenz verändert alles 25

    2.​1 Technologie:​ Exponentielles Wachstum von Maschinenintelli​genz 27

    2.​2 Ökonomie:​ Künstliche Intelligenz verändert Wertschöpfung und Geschäftslogiken​ 27

    2.​3 Arbeit:​ Artificial Coworkers substituieren menschliche Tätigkeiten 29

    2.​4 Affektivität:​ Wie intelligente Maschinen immer empathischer werden 34

    2.​5 Wettkampf:​ Wer gewinnt die „Global AI Challenge"?​ 36

    2.​6 Status quo und Ausblick:​ Wo steht die künstliche Intelligenz heute und wo geht die Reise hin?​ 37

    2.​7 The Day After:​ Wenn Superintelligenz​en uns in allem überlegen sind 43

    Literatur 48

    3 Mit 30 Prinzipien zum Digital Champion 51

    3.​1 Digitales Fundament 52

    3.​2 Digitale Standortbestimmu​ng 63

    3.​3 Digitalstrategie​ 69

    3.​4 Digitale Transformationsp​lanung 81

    3.​5 Digitale Transformationsu​msetzung 87

    3.​6 Digitale Überlegenheit 148

    Literatur 159

    4 Das digitale Transformationsh​aus der nächsten Generation 163

    5 Das digitale Technologierad der nächsten Generation 167

    5.​1 Cloud Computing 171

    5.​2 Mobile 176

    5.​3 Social Networks 181

    5.​4 Cyber Security 184

    5.​5 Biometrics 189

    5.​6 Big Data Analytics 191

    5.​7 Voice Recognition 197

    5.​8 3D/​4D Printing 199

    5.​9 Virtual, Augmented, Mixed Reality 202

    5.​10 Artificial Intelligence 207

    5.​11 Advanced Robotics 219

    5.​12 Cognitive Assistants, Robotic Process Automation 226

    5.​13 Internet of Things, Digital Twins, Edge Computing 231

    5.​14 Blockchain 240

    5.​15 Autonomous Driving 248

    5.​16 Drones, Urban Air Mobility 254

    5.​17 Health Tech 262

    5.​18 Neuro Tech 269

    5.​19 Nano Tech, Nanobots 274

    5.​20 Quantum Computing 276

    Literatur 283

    6 Im Gespräch mit Transformationsg​estaltern und Vordenkern 289

    6.​1 Interview mit Philipp Magnus Froben, Geschäftsführer bei Medienhaus DuMont Rheinland 289

    6.​2 Interview mit Prof.​ Dr.​ Guido H.​ Baltes, Direktor am Institut für Strategische Innovation und Technologiemanag​ement 294

    6.​3 Interview mit Kai Diekmann, Journalist und Entrepreneur 306

    6.​4 Interview mit Dr.​ Stefan Kohn, VP T-Gallery bei Deutsche Telekom 310

    6.​5 Interview mit Christian Hoppe, Geschäftsführer bei Silicon Valley Bank 314

    6.​6 Interview mit Nils Müller, Geschäftsführer bei TRENDONE 317

    6.​7 Interview mit Christian Buchwald, Chief Technology Scout, TÜV Rheinland 319

    6.​8 Interview mit Prof.​ Dr.​ Schmidhuber, Director und Professor am The Swiss AI Lab IDSIA – USI &​ SUPSI 325

    Abbildungsverzeichnis

    Abb.​ 2.​1 Generationen von künstlicher Intelligenz im Vergleich.​ (Quelle:​ Fraunhofer IAIS) 40

    Abb.​ 3.​1 Digitaler Reifegrad als Netzdiagramm 65

    Abb.​ 3.​2 Digital Readiness Heatmap mit 48 Dimensionen und sechs Farbabstufungen 66

    Abb.​ 3.​3 Framework Digital Customer Experience Management 100

    Abb.​ 3.​4 Trends bei Datenmanagement und Business Intelligence.​ (Quelle:​ BARC Trend Monitor 2019, n =​ 2679 BI-Nutzer) 135

    Abb.​ 3.​5 Hierarchische Organisation vs.​ agile Organisation 144

    Abb.​ 3.​6 KAFKA-Modell zur digitalen Überlegenheit im Wettbewerb 149

    Abb.​ 4.​1 Das digitale Transformationsh​aus der nächsten Generation 164

    Abb.​ 5.​1 Technologieleben​szyklus (in Anlehnung an Schuh und Klappert 2011) 168

    Abb.​ 5.​2 Das Technologierad der nächsten Generation 169

    Abb.​ 5.​3 Unterschiede innerhalb der drei Cloud-Service-Schichten 173

    Abb.​ 5.​4 Anbieter Cloud-basierter IT-Dienstleistungen​ für Software-as-a-Service (SaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) oder Infrastructure-as-a-Service (IaaS) nach weltweitem Marktanteil.​ (Quelle:​ Synergy Research Group, Statista, Q1/​2018) 174

    Abb. 5.5 Vice President John F. Mitchell und der Entwickler des ersten modernen Mobiltelefons der Welt DynaTAC portable radio telephone, Dr. Martin Cooper bei Motorola rufen mit ihrem Prototypen am 3. April 1973 auf der 6th Avenue in New York ihren Rivalen bei Bell Labs, Dr. Joel Engel, an: „[…] and there was silence at the other end of the line". (Quelle: Motorola) 178

    Abb.​ 5.​6 Die 25 reichweitenstärk​sten sozialen Netzwerke im Jahr 2018.​ (Quellen:​ Digitalinformati​onworld, We are Social, Similar Web, Tech Crunch, Apptopia, Fortune, Wikipedia, Statista) 183

    Abb.​ 5.​7 Unzureichender Schutz vor Cyberattacken.​ (Quelle:​ Check Point Software Security Report 2018) 184

    Abb.​ 5.​8 Bedrohungslage durch neue Schadprogramme und relative Verteilung.​ (Quelle:​ AV Test 2018) 186

    Abb.​ 5.​9 Ziele der Cyberangreifer aus Unternehmenssich​t.​ (Quelle:​ Deloitte 2017) 186

    Abb.​ 5.​10 Anstieg des globalen Datenvolumens in Zettabytes.​ (Quelle:​ IDC 2018) 192

    Abb.​ 5.​11 Big Data Klassifikation.​ (Quelle:​ Bitkom) 194

    Abb.​ 5.​12 Head-Mounted-Displays im Jahr 2019.​ (Quelle:​ Microsoft, HTC, Oculus, Sony PlayStation) 206

    Abb.​ 5.​13 Selbstverstärken​der Kreislauf zur Entscheidungsqua​lität im Zusammenspiel von Mensch und Maschine 208

    Abb.​ 5.​14 Beispielhafte Anwendungsfelder​ für künstliche Intelligenz.​ (Quelle:​ Fraunhofer IAIS) 213

    Abb.​ 5.​15 Roboter Shakey am MIT (Wikipedia) 220

    Abb.​ 5.​16 Humanoider Roboter Atlas (Boston Dynamics 2018) 222

    Abb.​ 5.​17 Geschätzter Bestand von Industrieroboter​n weltweit (Quelle:​ Statista 2019) 223

    Abb.​ 5.​18 Global vernetzte Internet-of-Things-Geräte.​ (Quelle:​ Ericsson Mobility Report 2018) 233

    Abb.​ 5.​19 Funktionsweise der Blockchain (in Anlehnung an Cryptocurrencydi​y) 241

    Abb.​ 5.​20 Roboter-Shuttle-Bus Olli.​ (Quelle:​ Localmotors.​com) 251

    Abb.​ 5.​21 Stufen des autonomen Fahrens.​ (Quelle:​ Verband der Automobilindustr​ie VDA 2015) 252

    Abb.​ 5.​22 Übersicht Flugtaxis:​ CityAirbus (Airbus), PAV (Boeing), Volcocopter 2X (Volcocopter), Lililum Jet (Lilium), Uber Air (Uber), Ehang 184 (Ehang) 260

    Abb.​ 5.​23 Die erfolgreichsten Quantencomputer im Jahr 2019.​ (Quellen v.​l.​n.​r.​:​ Erik Lucero from the Quantum AI team at Google; ibm.​com; Microsoft.​com) 279

    Tabellenverzeichnis

    Tab.​ 1.​1 Gründe für die digitale Transformation von Unternehmen 10

    Tab.​ 1.​2 Zehn beispielhafte Fragestellungen zu Steigerung von Effizienz und Wachstum 14

    Tab.​ 1.​3 Zwanzig Mehrwertdimensio​nen im Kontext von Digitalwachstum mit digitalen Innovationen 15

    Tab.​ 3.​1 Übersicht zu agilen Werten und Prinzipien 58

    Tab.​ 3.​2 Beispielhafte Kriterien zur Bewertung der digitalen Wettbewerbssitua​tion 67

    Tab.​ 3.​3 Beispielhafte Kriterien zur Bewertung von Trends 68

    Tab.​ 3.​4 Beispielhafte Kriterien zur Bewertung von Technologieattra​ktivität 68

    Tab.​ 3.​5 Transformationsb​arrieren (Quellen:​ Institut der deutschen Wirtschaft, YouGov, GfK, etventure, eigene Erfahrungen) 74

    Tab.​ 3.​6 Schlüsselfaktore​n eines Geschäftsmodells​ 88

    Tab.​ 3.​7 Beispielhafte Geschäftsmodelmu​ster mit Differenzierung zwischen klassischen, hybriden und digitalen Geschäftsmodelle​n 92

    Tab.​ 3.​8 Klassen und Merkmale von digitalen Produkten und Services 94

    Tab.​ 3.​9 Schlüsselprinzip​ien bei Digital Leadership 104

    Tab.​ 3.​10 Schwerpunkte und Anbieterübersich​t bei Social-Collaboration-Tools 109

    Tab.​ 3.​11 Vor- und Nachteile beim Einsatz digitaler Collaboration-Arbeitswerkzeuge​ 112

    Tab.​ 3.​12 Sechzehn exemplarisch gewählte, aussichtsreiche Berufsbilder der Zukunft 114

    Tab.​ 3.​13 Übersicht zur Datenklassifizie​rung 133

    Tab.​ 3.​14 Beispielhafte Merkmale für eine erfolgreiche, digitale Kulturveränderun​g 151

    Tab.​ 5.​1 Nutzendimensione​n beim Einsatz von Digitaltechnolog​ien im Unternehmen 170

    Tab.​ 5.​2 Generationen von Schadprogrammen 185

    Tab.​ 5.​3 Messbare, individuelle biometrische Körpermerkmale 189

    Tab.​ 5.​4 Vorteile von visuellen und auditiven Ausgabesystemen (in Anlehnung an Jacobsen 2018) 198

    Tab.​ 5.​5 Beispielhafte Branchen und Anwendungsfelder​ bei Virtual, Augemented und Mixed Reality 207

    Tab.​ 5.​6 Beispielhafte Einsatzfelder für künstliche Intelligenz 218

    Tab.​ 5.​7 Vorteile durch den Einsatz von Robotic-Process-Automation-Technologie (in Anlehnung an Institute for Process Automation) 231

    Tab.​ 5.​8 Anwendungsbeispi​ele und Nutzen im Kontext Internet der Dinge 234

    Tab.​ 5.​9 Vor- und Nachteile beim Edge Computing 240

    Tab.​ 5.​10 Zehn Anwendungsfelder​ und Beispiele für Blockchain-Technologie 245

    Tab.​ 5.​11 Beispielhafte Anwendungsfelder​ ziviler Drohnentechnolog​ie  255

    Tab.​ 5.​12 Beispielhafte Einsatzfelder beim Quantum Computing 280

    Über den Autor

    Michael Wolan

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    Zukunftsfaszination trifft auf Strategieberatung

    Eine schnelle organisatorische Wandlungsfähigkeit, eine wertebasierte Kulturtransformation, die Mensch und Maschine strategisch verzahnt, sowie die Erschließung völlig neuer innovativer Geschäftschancen an den wertvollsten Anwendungsfällen – darauf setzt der Ökonom und Strategieberater Michael Wolan bei seiner nunmehr 20-jährigen Arbeit mit DAX Konzernen und Unternehmen aus dem gehobenen Mittelstand.

    Wie kein anderer durchdringt der KI-Experte Zukunftsfragen und Business gleichermaßen und baut Brücken zwischen Technologien, kulturellen und ökonomischen Geschäftschancen. Angetrieben durch die massive Verschiebung von Marktkräften und der sich dramatisch beschleunigenden Computerintelligenz, stellt er in Unternehmen die entscheidenden Weichen, DIE Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz tiefgreifend in ihrer Unternehmens-DNA zu verankern. Er ist überzeugt, dass Unternehmen dann zukunftsfähig und am Markt führend bleiben, wenn sie den technischen Fortschritt strategisch steuern und ihre organisatorische Wandlungsfähigkeit in der Dimension des Zehnfachen steigern.

    Aufgrund der Brisanz des Themas, setzt er sich auch in seinen Fachbüchern und KI-Vorträgen für eine intelligente Beschleunigung unserer Wirtschaftswelt ein. Mit beeindruckenden Geschichten und Zahlen vermittelt er Aufbruchsstimmung und macht deutlich, warum KI als bedeutsamste Technologie aller Zeiten für Unternehmen überlebensnotwendig ist. Dabei scheut er sich nicht, auch große und schwere Fragen für unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu stellen, um seine Leser und Zuhörer zum Nachdenken und zur Zukunftsgestaltung anzuregen. In seinem neuesten Buch „Next Generation Digital Transformation – 50 Prinzipien für erfolgreichen Unternehmenswandel im Zeitalter Künstlicher Intelligenz" (Springer Gabler) erhalten seine Leser ein modular aufgebautes Modell für die 2020er Jahre, um die eigene Unternehmensentwicklung mit den rasanten Marktveränderungen zu synchronisieren und digitale Überlegenheit im Wettbewerb zu erreichen.

    Michael Wolans Zukunftsfaszination beschränkt sich nicht allein auf die Themenfelder „Digitale Transformation und „Künstliche Intelligenz. Zwar ist er Technologien seit der Programmierung seiner ersten Software im Alter von 15 Jahren treu geblieben, doch in seiner Freizeit begeistert er sich besonders für die Gehirnforschung und das Thema Lebensverlängerung. Die nötige Klarheit und Fokussierung für seine anspruchsvollen Transformationsaufgaben holt sich Michael Wolan in der Natur oder bei der Meditation im Kloster.

    © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

    M. WolanNext Generation Digital Transformationhttps://doi.org/10.1007/978-3-658-24935-9_1

    1. Digitale Transformation im künstlich intelligenten Zeitalter

    Michael Wolan¹ 

    (1)

    Köln, Deutschland

    Zusammenfassung

    Was in den 2020er-Jahren passieren wird, ist heute bereits erkennbar: Künstlich intelligente Softwaresysteme und Maschinenintelligenz werden den technischen Fortschritt stärker beschleunigen als es jemals zuvor in unserer Zivilisationsgeschichte der letzten 10.000 Jahre der Fall war. Noch nie zuvor fand technologischer Wandel so tiefgreifend statt: In den vergangenen Jahrhunderten haben die Maschinen uns Menschen bei der körperlichen Arbeit ersetzt. Aber von jetzt an und zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte, werden uns intelligente Maschinen bei der Kopfarbeit ablösen. Nicht sofort. Vielmehr Schritt für Schritt. Bei der digitalen Transformation befinden wir uns auf dem Sprung ins Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Schallmauer ist durchbrochen, der Wandel unumkehrbar. Digitale Transformation wird damit komplexer und zum Multi-Change-Phänomen. Veränderungen in Unternehmen finden auf immer mehr Ebenen und granularer statt. Planungsunsicherheit und Kontrollverlust werden zu festen Bestandteilen auf den Managementetagen. Um wirksam mit Komplexität, Unbestimmtheitssituationen und Veränderungserfordernissen umzugehen, benötigen Unternehmen ein differenziertes Vorgehen und ein erweitertes Technologienutzenverständnis jenseits der IT-Etage. Je besser es gelingt, die aufstrebende Schlüsseltechnologien – allen voran die Supertechnologie KI – an den richtigen Stellen in die eigene Geschäftslogik zu integrieren, desto größer werden Produktivitätsvorteile, Qualitätsvorteile, Effizienzgewinne, Kundenzufriedenheit und Zukunftsfähigkeit sein. Die 2020er und 2030er Jahre werden von starken Umbrüchen geprägt sein. In Branchen mit hohem Wettbewerbsdruck wird das Tempo von erforderlichen technischen Innovationen noch weiter steigen. KI wird sowohl die Art und Weise wie Unternehmen ihre Wertschöpfung generieren und vermarkten als auch wie Unternehmen ihre Entscheidungen treffen von Grund auf verändern. Einen ersten Vorgeschmack geben zehn Transformationsthesen zwischen Transformation der Arbeit und Mensch-Maschine-Innovation.

    1.1 Technischer Fortschritt der nächsten Generation

    Seit zwei Jahrzehnten Jahren verändert die Digitalisierung unsere Welt tiefgreifend. Sie sorgt für eine dramatische Beschleunigung der Veränderungen durch sich überlappende Transformationsebenen und Technologien. Ihre Macht ist allgegenwärtig und in jeden Winkel der Zivilisation vorgedrungen wie elektrischer Strom. Sie sorgt dafür, dass sich das digitale Nervensystem von Unternehmen und Gesellschaften Jahr für Jahr vergrößert. Mit Lichtgeschwindigkeit treibt die Menschheit die Digitalisierung auf ihrem Planeten voran und überholt sich dabei sogar selbst (Wolan 2013). Heute noch regiert digital. Aber schon morgen regiert ihr Nachfolger. Denn die Digitalisierung schafft ein wichtiges Fundament für etwas noch Größeres und Überdimensionales: die sich exponentiell entwickelnde Computerintelligenz. Was in den 2020er-Jahren passieren wird, ist heute bereits absehbar: Künstlich intelligente Softwaresysteme und Maschinenintelligenz werden den technischen Fortschritt stärker beschleunigen, als es jemals zuvor in unserer Zivilisationsgeschichte der letzten 10.000 Jahre der Fall war. Denken wir an Dampfmaschine, Industrialisierung oder Maschinisierung zurück, haben Maschinen die körperliche Arbeitskraft ersetzt. Doch schon bald werden Maschinen zusätzlich die kognitive Arbeitskraft ersetzen, die geprägt ist von der Wahrnehmung unserer Umwelt, Aufmerksamkeit auf spezielle Geschehen, Nachdenken, Informationsspeicherung und der Zuweisung von Bedeutung (Hayes 1995). Der vor uns liegende Wandel wird von beachtlicher epochaler Tragweite sein. (Bitte Literatur ergänzen um: Hayes, Nicky (1995): Kognitive Prozesse - eine Einführung, in: Gerstenmaier (Hrg.), S.11-40, Ernst Reinhardt Verlag, München)

    Die Schallmauer ist längst durchbrochen. Willkommen in der Generation des sich beschleunigenden technischen Fortschritts, der dafür sorgt, dass Ihr Geschäft von morgen weitgehend digital, vernetzt und intelligent sein wird. Gigantische Datenseen, steigende Rechengeschwindigkeit und Algorithmen legen die Grundsteine für neue Wertschöpfungsketten, digitale Geschäftsmodelle und Umsatzströme. Intelligente Software-Roboter übernehmen einfache Routineaufgaben und definieren die Arbeitsteilung neu. Sie sorgen für fortlaufende Prozessverbesserungen und machen Kosteneinsparungen in großem Stil möglich. Der technologische Fortschritt schafft neue Formen der Zusammenarbeit – zwischen Menschen, zwischen Menschen und Maschinen und zwischen Maschinen und Maschinen. Er verändert die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren: dramatisch und schnell. Die Welt um uns herum wird komplexer, überraschender, unabsehbarer und dadurch für Unternehmen immer weniger planbar und nach tradierten Prinzipien steuerbar.

    In den kommenden zehn Jahren werden Unternehmen mit neuen digitalen Transformationsanforderungen konfrontiert sein, die noch breiter, tiefer und überlappender sein werden als bisher. Die veränderten Märkte werden sie dazu veranlassen, sich klug und ausgewogen mit neuen Anforderungen, Risiken und Chancen auseinanderzusetzen. Neue Sichtweisen, Führungsprinzipien, Arbeitsmethoden und Herangehensweisen bei Schlüsseltechnologien sind gefragt.

    Digitale Transformation als Multi-Change-Phänomen

    Bei künftiger digitaler Transformation wird es nicht nur darum gehen, alte durch leistungsfähigere oder ganz neue Technologien zu ersetzen. Es ist weit mehr als das: ein Mix aus Transformation von Geschäftsmodellen und Produktportfolios, Organisationsstrukturen und Zusammenarbeit, Wertschöpfungsketten und Workflows, Führungsstilen und Mindsets sowie einer digitalen Form der Kommunikation und Neugestaltung von Kundenbeziehungen. Darüber hinaus spielt der Umgang mit Daten eine ganz zentrale Rolle. Ganzheitlich betrachtet, stehen Unternehmen einem komplexer werdenden Multi-Change-Phänomen gegenüber, das ihre Wandlungsfähigkeit stark herausfordert.

    Seit Ende der 2000er-Jahre setzen sich Transformationspioniere mit dem digitalen Veränderungsphänomen offen und konsequent auseinander – in der Annahme, dass es sich dabei für Unternehmensleitung und Innovations-, Technologie- und Strategieverantwortliche um eine der größten Umwälzungen handelt könnte, die in der Unternehmenswelt seit langer Zeit zu bewältigen war. Heute wissen wir, dass der gegenwärtige Wandel eine Breite, Tiefe und Qualität erreicht, die es in diesem Umfang jedes Jahrhundert vielleicht nur wenige Male gibt. Beispiele für epochale Wandel finden sich rückblickend bei der Mechanisierung, Maschinisierung, Elektrifizierung, Massenproduktion, Telefonisierung, Massenmotorisierung, Computerisierung oder industriellen Automatisierung. Blicken wir auf die Veränderungsanforderungen der nächsten Jahrzehnte, werden die Veränderungen beispiellos sein.

    Selbst ohne Berücksichtigung von künstlicher Intelligenz wäre der Organisationsumbau alternativlos, mit ihr ist er es erst recht.

    Der digitale Umbau der Organisation ist alternativlos. Unternehmen, die heute beabsichtigen sollten, zu einem späteren Zeitpunkt auf den Transformationszug aufzuspringen, werden im ersten Schritt Marktanteile und Jahre später den Anschluss an die digitalisierte Konkurrenz verlieren, weil diese auf lernende, intelligente Wertschöpfungsketten setzt. Digtale Player werden ihre Produkte günstiger herstellen, wirksamer führen, bessere Entscheidungen treffen, effizienter mit Daten umgehen sowie agiler und schneller auf von außen kommende Änderungen reagieren. Sie werden ihre Kunden über alle relevanten digitalen Kundenkontaktpunkte nahezu optimal bedienen können. Und mit neuen digitalen und künstlich-intelligent veredelten Produkten und Lösungen auf Kunden zugehen, noch bevor letztere über sie nachdenken oder sie bewusst einfordern. Diejenigen Unternehmen, die ihre Kunden genau kennen und wissen, was sie erwarten oder demnächst tun werden, können sie positiv überraschen, begeistern und scheinbar ohne Mühe an sich binden.

    Klassische Geschäftsmodelle werden noch stärker als bisher unterwandert

    Der einfache Zugang zu innovativen Technologien setzt die klassischen Geschäftsmodelle unter Anpassungsdruck. Denn noch nie war es so einfach wie heute, etablierte Geschäftsmodelle anzugreifen. Dank einiger Technologiesprünge in der Softwareentwicklung benötigen Entrepreneure heute deutlich weniger Zeit und Geld, um kleinste, vermarktbare technisch-funktionale Beta-Lösungen aufzusetzen, die bei einer überschaubaren Nutzerzahl ihre Dienste tun. Innerhalb weniger Wochen und Monate entwickeln sie ihre digitalen Geschäftsmodelle weiter und validieren diese im Markt auf Akzeptanz und Skalierungspotenzial. All dies geschieht in der Anfangsphase nahezu ohne nennenswerten Kapitaleinsatz. So stehen jeden Morgen Millionen von jungen, hungrigen und nicht selten hochqualifizierten Menschen auf, deren erklärtes Ziel es ist, etablierte Konzerne anzugreifen und abzulösen. Sie setzen das Establishment unter Druck und greifen deren Vormachtstellungen an.

    Branchennachzügler sind gefährdet

    Es ist unwahrscheinlich, dass ein Elite-Replacement, ein radikaler Austausch der sog. Platzhirsche, stattfinden wird. Und wahrscheinlich, dass viele Organisationen nicht konsequent und entschieden genug ihr Potenzial bei neuen Schlüsseltechnologien nutzen. In der Folge laufen insbesondere diejenigen Unternehmen, die nicht führend innerhalb ihrer eigenen Branche sind und sich als First Mover verstehen, Gefahr, dass neue Herausforderer in das bestehende Geschäftsmodell einbrechen, bekannte Schwächen ausnutzen und Teile des zukünftigen Markts für sich beanspruchen. So brechen überall digitale Herausforderer in die etablierten Märkte ein. Bislang erzielen vereinzelte Start-ups in seltenen Fällen signifikante Marktanteile. Sind es aber Hunderte oder Tausende weltweit agierende FinTechs, InsurTechs, AdTechs, EnerTechs, EdTechs, HealthTechs, TravelTechs, CleanTechs, GreenTechs, AgriTechs, FoodTechs, ChemTechs, BioTechs, FashionTechs oder „Ihre TraditionsbrancheTechs", blicken Unternehmen auf ganze neue Ökosysteme und Wettbewerbskonstellationen mit digitalen Herausforderern, die innerhalb der Branche heranwachsen und das eigene tradierte Geschäftsmodell systematisch unterwandern. Diese Ökosysteme können etablierten Unternehmen gefährlich werden, wenn durch überraschende, signifikante Kapitalzuflüsse oder strategische Beteiligungen neue Marktkräfte entstehen.

    Wenn innerhalb eines Jahres ganz neue Wettbewerbssituationen entstehen

    Eine besondere Dynamik kommt ins Spiel, wenn sich David und Goliath paaren. In solchen Fällen profitieren die großen Partner von der enormen Geschwindigkeit und Agilität ihrer kleinen Partner, die zudem über erhebliche Technologievorsprünge und ein vollständig digitalisiertes, skalierbares Geschäftsmodell verfügen. Und die jungen Unternehmen profitieren von Wachstumskapital, Skalierungserfahrung und Marktzugängen der Etablierten. In solchen Fällen kann innerhalb eines Jahres eine ganz neue Marktsituation entstehen.

    Zwei Beispiele aus der Banking-Welt

    David & Goliath I: Weltsparen trifft auf Paypal

    Als Anfang 2018 der Payment-Marktführer Paypal mit dem Berliner Start-up Weltsparen.de eine Kooperation einging, ging ein Raunen durch die Banking-Branche. Was war passiert? Plötzlich bot das Digitalunternehmen, dass größer ist als Deutsche Bank und Commerzbank zusammen und weltweit über 250 Mio. Kunden verfügte, ein eigenständiges Sparprodukt an. Durch den aktiven Einstieg ins Retail-Banking ganz jenseits des Zahlungsverkehrs vollzog der Payment-Gigant einen weiteren, wichtigen Schritt zur Besetzung der Kundenschnittstelle. Die Banking-Branche fragte sich zurecht, wann Paypal den Kreislauf „Zahlen. Sparen. Verleihen" schließen, ein volldigitales Vollkonto anbieten und damit ein für klassische Banken oder Sparkassen kaum noch ebenbürtiger Mitspieler sein wird.

    David & Goliath II: N26 trifft auf Allianz X und TenCent

    Das 2013 gegründete und 2015 in Deutschland und Österreich gestartete Start-up N26, sammelte in seiner Series-C-Finanzierungsrunde im Mai 2018 rund 160 Mio. $ Risikokapital ein und nahm damit die größte Hürde von Start-ups bei der Geschäftsskalierung. Die Lead-Investoren waren keine Unbekannten: Allianz X und TenCent. Der in Europa noch nicht so bekannte Konzern TenCent aus China zählte zum Zeitpunkt des Einstiegs mit einer Marktkapitalisierung von 500 Mrd. $, einem Umsatz von über 40 Mrd. $ und einer 30%igen EBIT-Marge zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Mit einem digitalen Geschäftsmodell gestartet, verfügte N26 nach eigenen Aussagen bereits über eine geringere Kostenstruktur als jedes klassische Kreditinstitut. Zur Übernahme gab N26 im April 2018 bekannt, seine Kunden bis 2020 von 815.000 auf 5 Millionen steigern zu wollen. Im Dezember 2018 erklärte N26, über mehr als 2 Mio. Kunden zu verfügen. Nach mehreren Finanzierunsrunden stieg N26 im Sommer 2019 mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden € zum wertvollsten deutschen Startup auf. Seitdem gehört das Unternehmen zu den 10 wertvollsten FinTech-Unternehmen weltweit. Im Juli 2019 zählte N26 mehr als 3,5 Mio. Kunden in inzwischen 26 Ländern. In einem im Interview gab N26-Chef Valentin Stalf an, dass N26 Ende 2020 schon zehn Millionen Kunden haben könnte und perspektivsch sogar 100 Millionen.

    Digitales Eldorado für etablierte Unternehmen

    Wenngleich solche Beispiele zeigen, wie schnell sich die Marktkräfte innerhalb einer Branche verschieben, schauen viele Unternehmen keinesfalls nur zu. Durch den Druck aus unmittelbarer Umgebung reagieren insbesondere marktführende Akteure weder konservativ, noch ruhen sie sich auf modernen Eindämmungsstrategien aus. Sie rufen Digitalstrategien wie „Protect. Optimize. Digital Growth.„ aus und bereiten ihren aktiven Eintritt in die neue Digitalarena gezielt vor. Mit strategischen Initiativen und beachtlichen Ressourcen beginnen die Etablierten mitzuspielen und werden auf diese Weise zu wesentlichen Trägern des digitalen Wandels. So gewinnt der digitale Transformationsprozess an Breite und Legitimität und feuert den digitalen Wettbewerb zu Höchstleistungen an. Zum Beginn der 2020er-Jahre fährt der digitale Hochgeschwindigkeitszug auf Betriebstemperatur ins neue Eldorado digitaler Potenziale ein. Die Karten werden neu gemischt. Und kein Stein wird auf dem anderen geblieben sein, wenn sich die Spieler, Geschäftsmodelle, Marktanteile und Technologien – allen voran künstliche Intelligenz (KI) als Querschnittstechnologie – innerhalb von nur einer Dekade massiv verändert haben werden.

    Die Lage ist ernst geworden, aber noch nicht dramatisch

    Es ist wahr, dass etablierte Unternehmen nicht einfach so vom Markt verschwinden werden und nicht jede Zukunftsprognose garantiert eintritt. So gibt es immer noch Papier in den Büros, obwohl das Paolo Alto Research Center in den 1970er-Jahren dies für unmöglich hielt. Auch Bücher werden heute noch gelesen – die Absatzzahlen sind über die Jahre viel langsamer gesunken, als viele Experten in den 2000er-Jahren vorausgesagt haben. Wie gegensätzlich der Einsatz von Papier gehandhabt werden kann, zeigt das Beispiel von Otto und Amazon. Während Otto seinen letzten Otto-Katalog nach rund 70 Jahren im November 2018 drucken ließ, verschickte der größte Online-Händler der Welt Amazon fast zeitgleich in den USA Weihnachtskataloge in Printform. Die Amazon-Kataloge bebilderten ausgewählte Produkte für unterschiedliche Altersgruppen – von der Holzeisenbahn über das Kuscheltier bis zu Videospielen und dazu passenden 4K-Fernsehern. Über die Amazon-App konnten die Katalogleser entweder einen QR-Code oder das Produktbild abfotografieren und wurden anschließend auf die Amazon-Plattform weitergeleitet.

    Die Geschichte zeigt, dass wir Menschen unglaublich schnell und offen dafür sind, wenn es darum geht, neue Dinge auszuprobieren und anzunehmen. Daneben halten wir aber auch gern an Althergebrachtem fest wenn es nützlich ist oder uns ein gutes Gefühl gibt. Und solange Papier uns nützt oder uns ein gutes haptisches, vertrautes oder erhebendes Gefühl gibt oder das Papier den Duft von Zitronenbäumen und Druckerschwärze in die Nase steigen lässt, wird es nicht innerhalb von wenigen Jahren vom Markt verschwinden. Diesem Gedanken folgend, werden auch Unternehmen, die ihren Kunden wettbewerbsfähige Leistungen anbieten und ganz konkrete Kundennutzen oder nachhaltig wirkende Begegnungen und Erlebnisse stiften, nicht innerhalb von wenigen Jahren obsolet – vorausgesetzt, die Kostenstruktur lässt auf Dauer weiterhin profitable Erlöse zu.

    Digitale Transformation und künstliche Intelligenz zu ignorieren, wird zum Spiel mit dem Feuer

    Seit Forrester Research 2015 bekannt gab, dass erst 27 % der Unternehmen eine kohärente digitale Transformationsstrategie besitzen, lässt sich beobachten, dass viele Unternehmen nachziehen, indem immer mehr Unternehmenslenker das Digitalthema auf ihre Agenda setzen und in ihre Unternehmensstrategie einbetten. Management-Etagen, die noch nicht damit begonnen haben, sich umfassend und weitreichend mit digitaler Transformation und ihren Konsequenzen zu befassen, spielen ein riskantes Spiel mit dem Feuer. Haben sie bis Ende 2020 kein solides digitales Fundament geschaffen, werden sie es schwer haben, das kommende Jahrzehnt zu überleben. Ignorieren sie das Phänomen der digitalen Multi-Transformation und insbesondere KI als Schlüsseltechnologie ganz und bauen ihre Organisation nicht konsequent um, werden sie perspektivisch vom Markt verschwinden oder marginalisiert. Trotz allem Optimismus darf nicht übersehen werden, das hauptsächlich durch die Digitalisierung rund 52 % der Fortune-500-Unternehmen zwischen 2000 und 2015 vom Markt verschwunden sind (Kroker 2015). Laut Studie der Washington University wird dieser Trend anhalten. Die Wissenschaftler sagten 2014 voraus, dass etwa 40 % der Fortune-500-Unternehmen in den kommenden zehn Jahren nicht mehr am Markt existieren werden.

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    Unternehmen stellen sich immer digitaler auf

    Diverse Digitalisierungsstudien belegen, dass immer mehr Unternehmen ihre Weichen für eine digital-strategische Zukunft stellen oder sich bereits mitten in ihrer digitalen Transformation sehen. In ihrem IDT-Research-Report 2017 „Skills for Digital Transformation" veröffentlichte die TUM zusammen mit SAP, dass 90 % der 115 befragten Entscheider die digitale Transformation als wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie sahen; 45 % kamen zu der Einschätzung, dass ihr Geschäftsmodell durch Digitalisierung bedroht sei. Und 37 % verfügten über eine klar definierte Digitalstrategie, um sich Disruptionen zu stellen (Hoberg et al. 2017).

    BITKOM-Präsident Achim Berg zeichnete Mitte 2018 ein noch weiter fortgeschrittenes Transformationsbild: Von 604 befragten Unternehmen verfügten 78 % über eine zentrale Digitalstrategie, die unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung berücksichtigte und vom Top-Management getrieben wurde (43 %) oder bei der Digitaltechnologien in einzelnen Unternehmensbereichen (35 %) Einzug fanden. Um auf die veränderten Marktbedingungen adäquat zu reagieren, gaben 63 % der Befragten an, ihr bestehendes Portfolio angepasst und 48 % neue Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt gebracht zu haben. Auch wenn 2016 zwei Drittel der Unternehmen darauf verwiesen, dass sich infolge der Digitalisierung ihr Geschäftsmodell verändert hat, zeigten sich 2018 nur 23 % bereit, in digitale Geschäftsmodelle investieren zu wollen (Berg 2018).

    1.2 Warum die digitale Transformation irreversibel und der Einstieg in Technologien der künstlichen Intelligenz alternativlos ist

    Die digitale Transformation ist schnell, irreversibel und unausweichlich (Oswald und Krcmar 2018). Sie beschreibt den wettbewerbskritischen Wandel hin zu vernetzten, digitalisierten Organisationen mit einem neuen Verständnis von Führung, Kultur, Zusammenarbeit, Wertschöpfungsketten, IT-Systemen, Arbeits- und Kommunikationswerkzeugen, Kundenbeziehungen und Geschäftsmodellen. Als geplanter Change-Prozess, der neben dem strategischen Technologieeinsatz auch auf eine nachhaltige Kulturveränderung setzt, die gesamte Organisation mit ihrem Umfeld einbezieht, von der Führungsmannschaft getragen und systematisch (nach-)gesteuert wird, feiert die digitale Transformation von Unternehmen seit Jahren Hochkonjunktur.

    Nicht jedes Unternehmen ist gleich stark betroffen

    Es liegt in der Natur der digitalen Evolution, dass nicht alle Unternehmen zur gleichen Zeit und in gleichem Ausmaß vom digitalen Wandlungsdruck betroffen sind. Die Auswirkungen der Umwälzung der Märkte durch die Digitalisierung unterscheiden sich. Studien zum Thema zeigen, dass die digitale Transformation branchen- bzw. geschäftsmodellbezogen stattfindet. In ihrer Disruption Map bewerteten die Kollegen von Deloitte in 2015 unterschiedliche Branchen mit Blick auf die beiden Dimensionen Einflussstärke und Zeitverlauf und wiesen jede Branche einem von vier Quadranten zu. Dabei zeigten sich Banken, Versicherungen oder die Bildungsindustrie stärker und früher von der Digitalisierung betroffen als z. B. Bauunternehmen, Chemiekonzerne oder Energieversorger. Neben dem Industriezweig an sich, ist Transformation auch geschäftsmodellabhängig. So ist das Geschäftsmodell des Hufschmieds nicht gleichzusetzen mit dem eines Versicherungsunternehmens, Ölkonzerns oder Finanzministeriums. Daher wird es trotz der Digitalisierung auch in zehn Jahren noch Hufschmiede geben, vielleicht sogar auch noch in 100 Jahren. Dann aber in einem völlig veränderten digitalen Umfeld, an das sich Hufschmiede angepasst haben werden.

    Wenn sich das Umfeld schneller digitalisiert, als das eigene Unternehmen

    Diejenigen Unternehmen, die den Wandel noch nicht mit voller Kraft mitgehen, geben vermeintlich gute Gründe dafür an. Zum Beispiel, dass das Unternehmensumfeld noch nicht oder kaum digitalisiert erscheint bzw. die Branche bisher kaum durch neue Technologien durchdrungen wurde. Solange dies noch der Fall ist und sich Lieferanten, Wettbewerber und Kunden weniger stark verändert haben als das Unternehmen selbst, wäre kein offensichtlicher Grund für eine schnelle und umfassende Veränderung gegeben. Aber in welcher Branche, bei welchem Geschäftsmodell oder Kundenportfolio ist dies eigentlich noch der Fall? Immer wenn der digitale Reifegrad eines Unternehmens in einem bereits überwiegend digitalisierten Umfeld unterdurchschnittlich ausgeprägt ist, wird es für das Top-Management besonders herausfordernd, zeitnah nachzuziehen, dabei Aktionismus zu vermeiden und auf Sondertöpfe zuzugreifen, um entsprechende Maßnahmen auf relativ kurzer Zeitachse voranzutreiben.

    Stetige Verschiebung der Marktkräfte

    Die digitale Transformation wird angefeuert durch die Verschiebung der Marktkräfte im Unternehmensumfeld. Der Druck von außen erhöht sich durch die gestiegenen Kundenerwartungen. Damit ist gemeint: Preis-Leistungs-Transparenz, einfach bedienbare Produkte und Services, oder exzellente Kundenerlebnisse an allen digitalen

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