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Generationswechsel im Familienunternehmen: Mit Emotionen und Konflikten konstruktiv umgehen

Generationswechsel im Familienunternehmen: Mit Emotionen und Konflikten konstruktiv umgehen

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Generationswechsel im Familienunternehmen: Mit Emotionen und Konflikten konstruktiv umgehen

Länge:
194 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
23. Aug. 2013
ISBN:
9783834945860
Format:
Buch

Beschreibung

Bei der Nachfolgeregelung in Familienunternehmen geht es nicht nur um die juristische und ökonomische Abwicklung, sondern um einen vielschichtigen familiären und damit emotionalen persönlichen Klärungsprozess.
Während viele Bücher die rechtlichen Fragen behandeln, geht dieser Ratgeber besonders auf die emotionalen Hintergründe und Einflüsse ein, die den Übergang blockieren bzw. fördern können. Der erfahrene Autor beschreibt konstruktive Wege des emotionalen Klärungsprozesses und bietet konkrete Orientierungs- und Handlungshilfen durch emotionale Selbsterkundungen und eine achtsam gestaltete Nachfolge.
Auch die 2., aktualisierte Auflage ist wieder ein sehr persönlicher Begleiter, um auch das Geschehen der Gefühle bei der Nachfolge in Familienunternehmen zu meistern – damit die Nachfolge gelingt.

Herausgeber:
Freigegeben:
23. Aug. 2013
ISBN:
9783834945860
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Generationswechsel im Familienunternehmen - Dieter Mueller-Harju

Dieter Mueller-HarjuGenerationswechsel im Familienunternehmen2Mit Emotionen und Konflikten konstruktiv umgehen10.1007/978-3-8349-4586-0_1

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Einstimmung

Dieter Mueller-Harju¹

(1)

Tutzing, Deutschland

Zusammenfassung

Wer will schon mit einem Stachel im Fleisch leben? Die Nachfolgeregelung ist der Stachel im Fleisch von Familienunternehmen. Dieser Stachel ist an sich nicht bedrohlich. Was ist im Unternehmerleben wirklich risikolos? Ihnen fallen sicherlich spontan einige stachelige Angelegenheiten ein.

Haben Sie Ihren Notfallkoffer schon gepackt und hinterlegt?

Der „Stachel Nachfolge" in Familienunternehmen

Wer will schon mit einem Stachel im Fleisch leben? Die Nachfolgeregelung ist der Stachel im Fleisch von Familienunternehmen. Dieser Stachel ist an sich nicht bedrohlich. Was ist im Unternehmerleben wirklich risikolos? Ihnen fallen sicherlich spontan einige stachelige Angelegenheiten ein. Stachel ist jedoch nicht nur etwas, was einem Leid bringen kann, sondern auch zu größerer Aufmerksamkeit aufruft. Es ist ein Symbol für Ansporn, Impuls und für etwas, was uns motiviert.

Die Nachfolge in Familienunternehmen ist eine unternehmerische Herausforderung, bei deren Regelung nicht allein die Grundfragen der unternehmerischen, sondern ebenso der persönlichen Existenz berührt werden. Dennoch: der Stachel Nachfolge scheint in vielen Familienunternehmen nicht frühzeitig beachtet und offensiv angegangen zu werden. Das Vorsichherschieben oder gar die Tabuisierung der Nachfolgeregelung kann allerdings zu äußerst entzündlichen Prozessen im Familienunternehmen führen. Um schließlich Krankheiten oder gar den Verlust des Unternehmens zu vermeiden, gilt es sich auch den stacheligen Nachfolgefragen – das sind die damit verbundenen emotionalen Einflüsse – offen zu stellen.

Diese Stacheln verstecken sich nicht selten im Sitz des Chefsessels. Wer all zu lange auf dem gleichen Sessel Platz nimmt, sollte genau hinschauen und wahrnehmen: Zwickt etwas beim Sitzen – oder ist gar ein Stachel schon sichtbar? Vielleicht ist es an der Zeit, einen neuen Chef-Sessel anzuschaffen? Und wenn der Neue da ist, sollte nicht vergessen werden, dass in ihm bzw. auf ihn bereits der Stachel wartet! Denn die Nachfolge ist eine permanente, strategische Führungsaufgabe ersten Ranges in jedem Familienunternehmen.¹

Bei der Nachfolgeregelung geht es nicht allein um eine ökonomische und juristische Abwicklung, sondern um einen vielschichtigen familiären und damit emotionalen zwischenmenschlichen, aber ebenso persönlichen Klärungsprozess. Ob man dies nun will oder nicht. Mit der Nachfolge sind weit reichende persönliche Lebensfragen verbunden, die für den Gebenden wie Nehmenden² eine neue Lebensphase einleiten. Und es ist gut zu wissen, wohin jeder wirklich will!

Hand aufs Herz! Wie oft haben Sie sich nach Informationen, Gesprächen über das Thema Nachfolge oder wenn’s einmal irgendwo gezwickt hat, vorgenommen, umgehend die Regelung anzugehen? Haben Sie es dann auch getan? Oder ist es Ihnen wie so vielen ergangen, dass etwas in Ihnen sich letztlich dagegen sperrte? Haben Sie auch jede Menge gute Gründe dafür anführen können, warum Sie es dann doch nicht gemacht haben? Kennen Sie die Begründungen, wie die, dass Ihnen schlicht die Zeit fehlte oder es eigentlich noch zu früh sei, sich jetzt schon damit zu befassen?

Wenn Sie gerade mitten in der Nachfolgeklärung sind, so werden Sie sicherlich auch einmal an innere Widerstände stoßen – und manchmal gar die Welt nicht mehr verstehen.

Nachfolge ist in vielerlei Hinsicht ein bewegendes Ereignis, dessen Erfolg vor allem von der Motivation des Gebenden und Nehmenden abhängt. Das Thema Geben und Nehmen durchzieht die gesamte Nachfolge. Nicht zuletzt geht es bei einer familieninternen Nachfolge nicht nur um das Erbe, sondern um die Verantwortung, die weitergegeben und übernommen werden soll. Geben und Nehmen ist ein vielschichtiges emotionales Geschehen, das verstanden werden will. Selbst geben wollen ist nicht so einfach – doch ebenso annehmen. Denn der echte Wille gründet nicht allein in rationalen Überlegungen, sondern ist ebenso mit Gefühlen verbunden. Und hier können emotionale Verhinderer wirksam werden.

Immer wieder fragte ich mich im Nachfolge-Coaching: Warum macht man sich sein Unternehmer-Leben durch Schleifenlassen von persönlichen Fragen nur so schwer? Wovor hat man solche Angst, dass man sich gar der ökonomischen Vernunft, wie die der frühzeitigen Klärung seiner Nachfolge, widersetzt?

Ich habe einige Antworten gefunden. Eine wesentliche Ursache liegt häufig im fehlenden Spielraum für das Wesentliche: das sind Sie mit Ihren persönlichen Fragen, Ihrem Gefühlsleben und die Gestaltung von lebendigen Beziehungen. Aber auch das weitgehende Entschwinden von Ritualen des Übergangs in unserem Leben macht das Loslassen und sich Hingeben in eine neue Lebensphase – und in eine neue Ordnung im Unternehmen, schwierig. Doch es gibt einen Weg, der hier weiterhilft und Nachfolge auch mit persönlichem Gewinn gelingen lässt. Es ist der Weg der Achtsamkeit, eine Nachfolge in gegenseitiger Achtung. Was darunter zu verstehen ist und wie dieser Weg erfolgreich umgesetzt werden kann, möchte ich Ihnen in diesem Buch aufzeigen.

Dieses Buch

ist ein persönlicher Begleiter, um das emotional vielschichtige und vielseitige Geschehen bei der Nachfolge in Familienunternehmen zu meistern

will die emotionale Dynamik von Geben und Nehmen in Unternehmerfamilien bewusster machen

bietet Orientierungs- und Handlungshilfen durch emotionale Selbsterkundungen

sensibilisiert und ermutigt dazu, Fragen in Form eines persönlichen Spiegels zunächst sich selbst zu stellen

leitet dazu an, seine Lebensbilanz bzw. Zwischenbilanz zu ziehen und neue persönliche Lebens- und Unternehmerperspektiven zu entwickeln

zeigt einen Weg auf, wie der „Geist und Stil" der Unternehmerfamilie in gegenseitiger Achtung besser zu verstehen und weiterzuentwickeln ist

bietet praktische Achtsamkeitsübungen für das Gelingen der Nachfolge

In den Kapiteln 1 bis 4 gebe ich Ihnen zunächst Orientierungen über die Bedeutung und Wirkungen emotionaler Einflüsse auf die Nachfolgeregelung. Hierbei geht es mir nicht darum, die einzelnen Einflussfaktoren erschöpfend zu behandeln, sondern Sie auf emotional bedeutsame Gegebenheiten und Dynamiken aufmerksam zu machen. Der persönlichen Selbstklärung und zur gegenseitigen Verständigung dienen dabei persönliche Checklisten.

Im fünften Kapitel zeige ich auf, wie die Nachfolgeregelung als Klärungs- und Verständigungsprozess achtsam gestaltet werden kann. Hierzu stelle ich beispielhaft den Ablauf einer Familienkonferenz*, im Sinne eines Rituals der Familie vor. Gebender wie Nehmender, ja die gesamte Familie braucht für die Nachfolge viel klärende Energie. Daher möchte ich Ihnen im sechsten Kapitel Anleitungen dazu geben, wie Sie mehr Energie aktivieren können.

In den Spiegel schauen: Spiegelbilder

Wann schauen Sie in den Spiegel? Der Blick in den Spiegel ist normalerweise ziemlich oberflächlich. Sitzt die Frisur noch? Ist das Make-up in Ordnung? Schauen wir allerdings, welchen Ausdruck unsere Augen haben und wie wir wirken, geht der Blick schon etwas tiefer. Wir haben Kontakt nach innen aufgenommen. Allerdings: der Blick auf einen selbst wird durch die ständigen Anforderungen und Herausforderungen im Unternehmensalltag recht schwer gemacht. Es ist dann kein Wunder, wenn im Laufe der Zeit die Lösungen für unternehmerische Aufgaben und Probleme überwiegend im Außen gesucht werden: in der Organisation, bei den Mitarbeitern, den Geschäftspartnern – aber auch bei der Partnerin bzw. dem Partner oder in der Familie. Der Kopf lässt schließlich dem Herzen kaum ein Mitspracherecht. Und bei der Unternehmensnachfolge? Hier geht es nicht selten primär um die Regelung der äußeren, sprich: wirtschaftlichen, juristischen und organisatorischen Fragen. Auch wenn es schwer fällt, dies gleich zu akzeptieren: der Regelung des Ganzen muss noch die Klärung des Einzelnen vorangehen. Was damit gemeint ist, soll eine kleine Geschichte illustrieren:

Landkarte

Ein Geistlicher bereitete sich auf seine Sonntagspredigt vor. Dabei wurde er immer wieder von seinem kleinen Sohn gestört, dem es langweilig war. Irgendwann wurde es dem Vater zu bunt und er zerriss eine Landkarte in kleine Teile. In der Hoffnung, dass sein Sohn für längere Zeit beschäftigt sei, gab er ihm die Aufgabe, die Landkarte, die nun einem Puzzle glich, wieder zusammenzusetzen. Doch schon nach ganz kurzer Zeit kam sein Sohn mit der fertig zusammengesetzten Landkarte zurück. Auf die erstaunte Frage seines Vaters, wie er das so schnell hinbekommen habe, antwortete der Sohn: Das war ganz einfach. Auf der Rückseite der Landkarte war die Abbildung eines Menschen. Ich dachte mir, wenn ich den Menschen richtig zusammensetze, dann ist auch die Welt in Ordnung. ³

In einer chinesischen Weisheit heißt es so auch:

Willst du das Land in Ordnung bringen, so musst du zuerst die Provinzen in Ordnung bringen.

Willst du die Provinzen in Ordnung bringen, so musst du zuerst die Städte in Ordnung bringen.

Willst du die Städte in Ordnung bringen, dann musst du zuerst die Familien in Ordnung bringen.

Willst du die Familie in Ordnung bringen, so musst du zunächst dich in Ordnung bringen.

Worauf kommt es also bei der Klärung der Nachfolge an bzw. wo sollte sie beginnen? Richtig: bei Ihnen selbst, und das sind Sie als Gebender und Sie als Nehmender! Und dies nicht, weil Sie nicht in Ordnung wären, sondern damit Sie sich über Ihre wirklichen Bedürfnisse, Wünsche, Interessen und Ziele – und Ihren wirklichen Willen und Ihrer Motivation mehr Klarheit verschaffen. Schließlich geht es ja bei der Nachfolge um eine neue Ordnung in der Führung und im Eigentum des Familienunternehmens. Hierbei sind auch höchst persönliche Lebensfragen, wie solche aus dem bisherigen Lebensweg (Lebensbilanz – Bestandsaufnahme) und der nächsten Lebensphase (Kursbestimmung) zu klären. Es ist völlig normal, dass sich hier auch emotionale Widerstände einstellen können – und dies häufig unbewusst. Aber an diesen Fragen unseres Lebens kommen wir nicht vorbei. Was hätten wir auch davon, außer dass sie uns wie Stacheln im Fleisch immer wieder auf die Nerven gehen würden – und schließlich sich entzünden könnten? Diese menschlichen Fragen im Rahmen der Nachfolge klären zu können, ist ein wunderbarer persönlicher Zugewinn des wirtschaftlich Notwendigen!

Unsere Verhaltensweisen und die Reaktionen anderer sind auch ein Spiegel unserer persönlichen Entwicklung. Auch in der Nachfolgeregelung spiegelt sich dies im Verhalten von Gebenden und Nehmenden wider. Daher bietet Ihnen dieses Buch nach jedem Kapitel zur Selbstklärung einen Spiegel in Form von Fragen und Nachdenklichem an.

Es kommt immer darauf an, mit welcher Absicht wir in den Spiegel schauen. Wer sich, wie im griechischen Mythos Narziss, in sein Spiegelbild verliebt oder verliebt hat, kommt jedoch nicht weiter. Die Spiegelbilder in diesem persönlichen Begleiter sollen Ihnen daher einen offenen Blick nach innen ermöglichen. Nutzen Sie diese als Anregungen für einen Dialog von Kopf und Herz. Lernen Sie gerade auch durch das Hinterfragen des Selbstverständlichen sich selbst besser bei der Nachfolge zu sehen bzw. zu erkennen.

Was sich spiegelt, ist zunächst das, was Sie selbst von sich denken. Die Fragen helfen Ihnen dabei, auch hinter den Spiegel zu schauen. Viele sind erstaunt, wenn sie hören, wie andere sie sehen.

Gönnen Sie sich also die Spiegelbilder in diesem Buch, um sich gedankliche und gefühlsmäßige Klarheit bei den Fragen der Nachfolge zu verschaffen. Und gerade in emotional aufgewühlten Phasen der Nachfolge ist es wichtig, immer wieder inne zu halten und in den Spiegel zu sehen; denn:

Wer sein Spiegelbild sehen will,

schaut nicht in den Fluss, sondern in stilles Wasser.

Nur was still ist, kann andere Dinge festhalten.

Zhuangziy Chuang Tzu

Einstimmendes Spiegelbild: Der erste Blick

Wie wäre es, wenn Sie zunächst einmal in einen leeren Spiegel schauen – und

sich ohne Hintergedanken einfach nur einmal anschauen.

Wer schaut Sie da an? Lassen Sie sich Zeit… und schenken Sie sich auch ein

Lächeln!

_____________________________________________________________________________________________

Notieren Sie dann, wenn Sie sich in Augenschein genommen haben, den Satz in das leere Spiegelbild im Buch:

Was und wer folgt, wenn ich gehe – und wohin gehe ich dann?

Welche Fragen beschäftigen mich bei der Nachfolge besonders?

Wo habe ich meinen Nachfolge-Notfallkoffer deponiert?

Eine Anregung: Wie wäre es, wenn Sie sich für alle Spiegelbilder Ihre Antworten auf einen Merkzettel notieren und im Buch jeweils einlegen würden? Ein persönliches Notizbuch, wo Sie Ihre Antworten und Fragen im Zusammenhang mit der Nachfolgeregelung eintragen, wäre auch eine wunderbare Sache!

Spiegelbild:

Einstimmung

Fußnoten

1

Bei der Unternehmensnachfolge kann zwischen derjenigen in der Führung und im Eigentum unterschieden werden. In diesem Buch steht die klassische innerfamiliäre Nachfolge im Mittelpunkt, bei der Führung und Eigentum auf einen Nachkommen übertragen wird. Nachfolgeklärung bezieht sich auf den persönlichen Entscheidungs- und Vorbereitungsprozess. Nachfolgeregelung umfasst auch die sachliche (juristische, wirtschaftliche) Seite. Das Buch kann von jedem mit Gewinn genutzt werden, der sich mit der emotionalen Dynamik und den persönlichen Herausforderungen

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