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Star Trek – Picard 2: Der dunkle Schleier
Star Trek – Picard 2: Der dunkle Schleier
Star Trek – Picard 2: Der dunkle Schleier
eBook434 Seiten5 Stunden

Star Trek – Picard 2: Der dunkle Schleier

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Über dieses E-Book

Der Alpha-Quadrant steckt in einer Krise. Als die U.S.S. Titan in einen katastrophalen Zwischenfall an der Grenze zwischen dem Romulanischen Sternenimperium und der Föderation verwickelt wird, finden sich Captain William Riker, seine Familie und seine Besatzung plötzlich zwischen den schockierenden Geheimnissen einer mysteriösen außerirdischen Rasse und der tödlichen Agenda eines skrupellosen Tal-Shiar-Agenten wieder. Zu einer einer widerwilligen Allianz mit dem Kommandanten eines romulanischen Raumschiffs gezwungen, müssen Riker und die Besatzung der Titan die Wahrheit aufdecken, um einen verheerenden Angriff zu verhindern – doch ein falscher Zug könnte den gesamten Sektor in einen offenen Konflikt stürzen!
SpracheDeutsch
HerausgeberCross Cult
Erscheinungsdatum7. Dez. 2021
ISBN9783966586351
Star Trek – Picard 2: Der dunkle Schleier
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Autor

James Swallow

JAMES SWALLOW is the New York Times bestselling author of more than thirty-five books, including fiction from the worlds of Star Trek, Doctor Who, and more. His other credits feature scripts for videogames and radio drama, including Deus Ex: Human Revolution, Fable: The Journey, Battlestar Galactica, and Killzone 2. A BAFTA nominee, James lives in London, and is currently at work on his next novel.

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    Buchvorschau

    Star Trek – Picard 2 - James Swallow

    1

    Die Romulaner hielten William Riker mehrere Stunden in der Zelle fest und ignorierten all seine Versuche, mit ihnen zu kommunizieren. Er wusste, dass er jede Sekunde dieser Zeit beobachtet und gescannt wurde, von in der Wand versteckten Sensoren oder irgendeinem Mechanismus in der einzigen Lichtquelle der Kammer.

    Die leuchtende Kugel, nicht größer als ein Apfel, schwebte absichtlich gerade außerhalb seiner Reichweite auf stummen Antigravs. Sie gab schwaches gelbliches Licht von sich und folgte Riker, sobald er sich in der kleinen, schmalen Zelle bewegte.

    Wenn er laut sprach, hallte Rikers Stimme von den grauen Metallwänden auf eine seltsam flache Art zurück, fast so als würde der Klang gedämpft werden. Er schnipste ein paarmal mit den Fingern und sang die ersten paar Zeilen von »Fever«, um die Akustik zu testen.

    Er ließ den Klang widerhallen und lauschte seiner Form. Der Dämpfungseffekt war vollkommen konstant. Man hielt ihn in einer Sensortarnzelle gefangen und nichts – nicht einmal seine Stimme – konnte daraus entkommen.

    Seinen Kommunikator hatten sie ihm nicht weggenommen und jetzt war auch klar, dass das gar nicht nötig war. Als Riker das Gerät berührte, gab es nur ein trauriges Piepsen von sich. Er war vollkommen allein. Doch das eingebaute Chronometer funktionierte noch und so ließ er es zu jeder vollen Standardstunde ein Tonsignal von sich geben.

    Als klar wurde, dass die Romulaner so schnell nicht wiederkommen würden, beschäftigte er sich eine Weile damit, die Zelle zu erkunden. Wie alles Romulanische war auch sie ein Rätsel.

    Es gab keine eindeutig zu erkennende Steuereinheit, um eine Pritsche oder eine »Erfrischungseinheit« zum Vorschein kommen zu lassen, nichts, um die Leuchtkugel heller oder dunkler einzustellen. Durch Herumprobieren fand Riker schließlich heraus, dass eine Art Sitz aus dem Boden kam, wenn er auf bestimmte Fugen in der Wand drückte, und dieser sich bei erneutem Drücken wieder zurückzog.

    Riker setzte sich und trommelte gedankenverloren mit den Fingern auf seinem Knie. Er hatte das romulanische Verlangen nach unnötiger Verschleierung und Komplexität nie nachvollziehen können. Natürlich verstand er die Motivation, etwas vor einem potenziellen Feind verborgen zu halten, selbst wenn es sich dabei um Mitglieder des eigenen Volks handelte. Aber war es wirklich nötig, jedes kleinste Detail so verdammt kryptisch zu machen?

    Als Akademiekadett hatte er einst eine Vorlesung einer bekannten Xenoethnologin über das romulanische Zivilleben besucht. Sie hatte erklärt, dass selbst etwas so Einfaches wie das Öffnen einer Tür bei den Romulanern Bilderrätsel und einen komplexen Geheimmechanismus beinhalten konnte.

    Wie können sie so leben? Es war eine Frage, die noch Wochen später an ihm genagt hatte. Der junge Will Riker hatte über die Antwort gegrübelt, doch er konnte es einfach nicht verstehen. Was für ein Leben führte man, wenn die eigene Kultur auf den Dogmen von Verschleierung, Verwicklung und Täuschung basierte?

    Sein alter Freund und ehemaliger Captain Jean-Luc Picard hatte ihm einmal von einem andorianischen Sprichwort über die Bewohner des Sternenimperiums erzählt: Ein Romulaner wird eher zehn Jahre lang intrigieren, damit du ihm ein Glas Wasser bringst, ehe er zugibt, dass er durstig ist.

    Er verstand sie immer noch nicht, trotz zahlreicher Begegnungen mit ihnen sowohl im Kampf als auch in Gesprächen. Es war gefährlich, sie an Föderationsmaßstäben zu messen. Denn für die Romulaner war der Akt der Täuschung so selbstverständlich wie das Atmen.

    »Und du hast den Preis dafür bezahlt, oder?«, sprach Riker den Rest des Gedankens laut aus, warf einen Blick auf die Leuchtkugel über sich und überlegte, was seine Beobachter wohl davon halten würden. »Am Ende kommt immer die Abrechnung für jede Lüge, die erzählt wird.«

    Aber im Herzen der romulanischen Kultur lag nicht nur Falschheit. Das wäre zu einfach. Es war eine Frage von Vertrauen und in diesem Bereich hatte die Vereinigte Föderation der Planeten versagt.

    Riker spürte, wie ihn eine düstere Stimmung überkam, wie schwarze Wolken an einem fernen Horizont, und er atmete tief aus, als wollte er die Wolken davonpusten.

    Ein paar Momente später dematerialisierte sich eine der Zellenwände. Die Kammer hatte keine herkömmliche Tür oder eine Kraftfeldbarriere und dies war der einzige Weg herein oder hinaus.

    In der Öffnung standen zwei mürrisch dreinblickende Centurions, eine Frau mit hellen Augen und olivfarbener Haut, der andere ein blasserer Mann mit ausgeprägten Stirnwülsten. Beide trugen romulanische Uniformen. Schwarze Bandeliere über ihrer Brust waren mit silbernen Details verziert, die Rang und Position anzeigten. Er hielt sie für niedrige Offiziere, die in etwa einem Ensign oder Lieutenant Junior Grade der Sternenflotte entsprachen. Keiner von beiden schien besonders glücklich über ihre Aufgabe.

    Die Frau warf Riker etwas zu und er fing es auf: schwere magnetische Handschellen mit einer Verbindungskette.

    »Ich trage eigentlich keinen Schmuck«, bemerkte Riker und machte keine Anstalten, die Fessel anzulegen.

    Die Romulaner sagten nichts, sondern beobachteten ihn nur stumm. Der Moment zog sich unangenehm in die Länge.

    Riker ließ die Handschellen zu Boden fallen. »Wenn Sie wollen, können wir diesen Starrwettbewerb den ganzen Tag durchziehen.« Er war ziemlich gut darin, musste er zugeben. Sein Rekord waren ganze zwei Minuten, ohne zu blinzeln, und zwar gegen den Laserblick seines kleinen Sohnes Thaddeus. Dieser Gedanke verzog seine Mundwinkel zu einem Lächeln.

    Die Romulaner sahen einander an und eine unausgesprochene Kommunikation fand zwischen ihnen statt. Sie trat zurück und machte Riker damit Platz, um die Zelle zu verlassen.

    War das eine Art Test?, fragte er sich. Habe ich ihn bestanden oder nicht?

    Der Mann ging voraus und führte ihn durch ein Labyrinth vollkommen identisch aussehender Korridore. Riker entdeckte an bestimmten Stellen Symbole an den Wänden, bei denen es sich um eine Art Beschilderung handeln mochte. Doch genauso gut waren sie vielleicht auch nur rein dekorativ. Die Farbpalette bestand aus einheitlichem Grau und Hellbraun und er bemerkte ein wiederkehrendes dreiteiliges Motiv auf Konsolen, an denen sie vorbeikamen. Jeder dritte Schirm war wahrscheinlich falsch. Ein weiterer Test, eine weitere Schicht alltäglicher Rätsel.

    Riker konnte eine schwache Vibration im Boden spüren. Sie bot ihm in all dieser Fremdheit etwas Vertrautes. Jeder, der genug Zeit seines Lebens im All verbracht hatte, wusste, dass es der Puls eines Schiffs im Ruhezustand war. Also bewegte sich der Warbird, in dem er sich befand, gerade nicht, und das war doch auch schon etwas.

    Oder ist das Summen womöglich nur eine Illusion? Diese Frage tauchte plötzlich in seinem Kopf auf. Täuschen die Romulaner dieses Geräusch vor, um zu verschleiern, dass sie mit Warpgeschwindigkeit fliegen? Und wenn ja, wo ist dann die Titan?

    Mit einem Lächeln riss er sich aus dem Wurmloch dieser Gedankenspirale. Genau das machte die Gegenwart von Romulanern mit jemandem. Man begann zu denken wie sie und ihre tief sitzende kulturelle Paranoia zwang einen in die gleichen Gedankenprozesse, ob man wollte oder nicht.

    In letzter Zeit hatte William Riker genug mit Halbwahrheiten und verborgenen Motiven zu tun gehabt. Sobald man einmal darin verstrickt worden war, fiel es schwer, sich wieder daraus zu befreien. Er vertrieb diese Gedanken so gut er konnte und konzentrierte sich auf die Gegenwart.

    Schließlich endete der schmale Korridor an einer schweren Tür, die sich mit einem theatralischen Zischen zurückzog, als sich Riker und die Centurions näherten. Der Captain war zwei Schritte in die große Kammer dahinter getreten, bevor ihm auffiel, dass seine Eskorte zurückgeblieben war.

    Eine weitere Leuchtkugel löste sich von der Decke, um über seinem Kopf zu schweben, während er sich umsah. Der Raum war rund und leer, so gebaut, dass sich niemand darin verstecken konnte. Rikers erster Gedanke war, dass es sich um eine Arena handelte, eine Kampfgrube, und ihm fiel ein, dass die Föderation die romulanische Kultur anfangs mit einem der ältesten Militärimperien der Erde gleichgesetzt hatte. Würde man ihn wie einen Gladiator kämpfen lassen?

    Er war nicht allein. Zwei weitere Leuchtkugeln schwebten im Raum. Zu seiner Rechten befand sich eine Romulanerin mit metallisch roten Haaren und blasser Haut, deren Wunden mit Hautregeneratorpflastern versorgt worden waren. Major Helek vom Tal Shiar studierte Riker mit der gleichen Arroganz, die sie ihm schon bei ihrer ersten Begegnung entgegengebracht hatte. Vielleicht war es unter seiner Würde, doch einem Teil von Riker hätte es gefallen, sie nach allem, was sie getan hatte, besiegt und ängstlich zu sehen. Stattdessen starrte sie ihn an wie jemand, der gerade seinen Sieg erklärt hatte.

    Zu seiner Linken und so weit entfernt von Helek, wie es in diesem Raum möglich war, stand Commander Medaka, der Captain des romulanischen Warbird Othrys. Sein dunkles Gesicht war wettergegerbt und grimmig und er warf Riker einen warnenden Blick zu, der dem Sternenflottenoffizier einen ersten Hinweis darauf gab, wie ernst die Situation war.

    Im Schatten der Galerie über der runden Kammer, fernab des Lichts weiterer Leuchtkugeln, bewegten sich ein paar Gestalten in langen Roben. Riker hielt die Silhouetten der vier Humanoiden mit kurzen Haaren und spitzen Ohren für Medakas Leute. Ein romulanisches Tribunal, dachte er, um über uns drei zu richten.

    »Ich bin Judikator Kastis.« Einer der Schatten machte eine Handbewegung und eine strenge Frauenstimme hallte durch die Kammer. »Wisset, dass ich an diesem Ort das hörende Ohr und das sehende Auge bin. Die Gesetze Romulus sprechen aus mir.«

    Medaka und Helek verneigten sich bei dieser rituellen Ansprache kurz, doch Riker blieb, wo er war, und wartete auf weitere Anweisungen.

    »So wie ich die Worte jetzt spreche, werden wir aus Rücksicht auf Captains Rikers Anwesenheit dieses Tribunal in Föderationsstandard abhalten«, fuhr Kastis fort. »Und im Interesse der Offenheit gegenüber der Vereinigten Föderation der Planeten.« Die Judikatorin sprach das Wort aus, als würde es bitter und fremdartig schmecken. Sie deutete auf die drei Schattengestalten neben sich. »Tribun Delos wird für Major Helek beobachten.

    Tribun Nadei für Commander Medaka und den romulanischen Senat. Und unser … juristischer Besucher wird für den menschlichen Captain beobachten.«

    Riker schirmte die Augen ab und versuchte, an den Lichtern der Leuchtkugeln vorbei einen Blick auf die Person zu werfen, die ihm zugeteilt worden war, doch es war unmöglich, etwas zu erkennen. Der Schatten vermittelte ihm nichts, kein Gesicht, keinen Hinweis auf das Geschlecht, nur Unsicherheit.

    Er wusste nicht viel über romulanische Gerichtsbarkeit. War Rikers stummer Beobachter sein Anwalt, sein Richter? Vielleicht sogar sein Henker? Mit einer Grimasse vertrieb er diesen letzten Gedanken.

    Will Riker stand fest hinter jeder seiner Entscheidungen, selbst nach allem, was in den letzten Tagen geschehen war. Was das hier und jetzt an diesem Ort bedeutete, wusste er nicht. Aber von seiner Seite aus würde es keine Täuschung geben, keine Wortklauberei oder eine Verschleierung der Wahrheit.

    Und wieder einmal fiel Riker etwas ein, was Picard einst zu ihm gesagt hatte, vor Jahren auf ihrer ersten gemeinsamen Mission. Wenn man uns verdammen will, soll man uns für das verdammen, was wir wirklich sind.

    »Die Ereignisse der vergangenen Zyklen in diesem Sektor sind für das romulanische Volk beunruhigend«, sagt Nadei mit klarer, tiefer Stimme. »Bewaffnete Konflikte an unserer Grenze. Unkontrollierte Aggressionen fremder Mächte. Aufruhr und Täuschungen. Diese drei sind die Urheber. Sie allein kennen die Fakten.«

    Kastis nickte. »Ist vermerkt. Commander Medaka, Major Helek, Captain Riker. Sie werden an diesem Ort bleiben, bis Sie sich zu den Vorwürfen auf eine Weise geäußert haben, die das Tribunal zufriedenstellt. Anschließend werden wir über Strafe oder Freilassung richten.«

    Medaka und Helek nickten und schließlich tat Riker es ihnen gleich. Er hatte zur Erhaltung der Beziehungen zwischen Föderation und Romulanern eingewilligt, an diesem Prozess teilzunehmen, und jetzt war es zu spät für einen Rückzieher.

    Doch als Helek den Kopf wieder hob, starrte sie in die Galerie und bestimmte mit ihrem Eingangsplädoyer den Ton dieser Verhandlung. »Ich werde dem ehrenwerten Tribunal durch eine klare Aussage Zeit und Mühe ersparen.« Sie deutete in Rikers Richtung. »Der Mensch und seine Kohorte tragen die volle Verantwortung für das, was geschehen ist. Wie die Föderation und ihre Sternenflotte es immer getan haben, hat er versucht, unsere Leute zu ergreifen und uns zu demütigen.« Sie schüttelte den Kopf und in dieser Pause war sich Riker unsicher, ob es ihm gestattet war, zu unterbrechen. Also ließ er sie erst einmal weitersprechen. »Zu meiner Schande habe ich nicht gesehen, dass Commander Medaka durch Charakterschwäche und aktive Beeinflussung einen Faktor in dieser Verschwörung darstellte, bis es zu spät war.«

    »Wenn das Deck so schräg wäre wie Ihre Ansichten, würden wir alle stolpern.« Medaka betrachtete sie argwöhnisch. »Wie es ihre Art ist, sieht Major Helek die Ereignisse durch eine Linse, durch die nur sie blicken kann. Und es ist eine ziemlich bornierte.«

    »Commander Medakas Ruf, zu ungewöhnlichen Entscheidungen zu neigen, ist wohlbekannt«, beharrte Helek. »Ich bin mir sicher, das Tribunal kennt seine militärische Akte. Man muss sich nur die seltsame Besatzung ansehen, die sich unter seinem Kommando versammelt hat, um zu wissen, dass er dem romulanischen Gesetz noch nie buchstabengetreu gefolgt ist.«

    »Sie habe ich auch aufgenommen«, entgegnete Medaka.

    »Sie können sich gern einreden, dass das Ihre Entscheidung war, wenn Sie wünschen«, sagte Helek halblaut.

    Der romulanische Captain sah zu seinem menschlichen Gegenstück und gab ihm damit wortlos die Erlaubnis zu sprechen.

    »Hier zeigt ja jeder mit dem Finger auf den anderen«, sagte Riker und öffnete seine Hände. »Die Emotionen kochen hoch, trotz aller zur Schau gestellten Kühle. Sie wollen, dass ich Ihnen helfe, einen Schuldigen zu finden, damit Sie die Sache als erledigt betrachten können? Das werde ich nicht tun. Aber wenn Sie die Fakten erfahren wollen? Die werde ich Ihnen, ohne zu zögern, liefern.«

    Medaka nickte ihm zu. »Gute Eröffnung«, sagte er leise.

    »Schöne Worte.« In Delos’ Worten lag ein kaum wahrnehmbarer Hauch von Hohn. »Aber machen wir uns keine Illusionen, wen wir da in unsere Kammer geladen haben. Einen Vertreter der sogenannten Vereinigten Föderation der Planeten. Unser gütiger Nachbar, wie man uns glauben machen will. Der uns in unserer dunkelsten Stunde eine helfende Hand anbot … nur um sie uns wieder zu entreißen, als sich seine Laune änderte.« Delos lehnte sich vor und zeigte auf Riker. »Machen Sie nicht den Fehler, zu glauben, Sie hätten hier Verbündete, Mensch. Sie sind William Thomas Riker vom Planeten Erde, ehemaliges Besatzungsmitglied der feindlichen Enterprise und neuerdings Captain des Schlachtkreuzers Titan …«

    »Die Titan ist ein Forschungsschiff, kein Schlachtkreuzer«, protestierte Riker, doch Delos sprach einfach über ihn hinweg.

    »Das Imperium kennt Sie gut, Riker«, sagte der Tribun. »Ein Mann der Enterprise, eines Schiffs, das einen Namen trägt, der in der romulanischen Geschichte für niederträchtige Täuschung steht!«

    Delos konnte nur die Mission des berühmten Captain James T. Kirk meinen, der mit seiner Besatzung die erste intakte Tarnvorrichtung erbeutet hatte. Romulus hatte der Sternenflotte den Erfolg von Kirks Geheimmission nie vergeben. Und Delos war mit seiner Geschichtsstunde noch längst nicht am Ende. »Ein Schiff, auf dem Sie als Erster Offizier gedient haben«, fuhr er fort, »auf Missionen, die Verräter am Imperium aufnahmen und in unsere interne Politik eingriffen … und lassen Sie uns nicht Ihre direkte Teilnahme an der blutigen Revolution des heimtückischen Shinzon von Remus vergessen.«

    Der bisher stumme Advokat flüsterte Kastis etwas ins Ohr. Diese hob ihre Hand. »Ich wurde daran erinnert, dass Captain Riker und seine Kollegen während Shinzons kurzer Terrorherrschaft tapfer gegen ihn gekämpft haben, statt ihm zu helfen. Das sollten wir nicht aus den Augen verlieren.«

    »Aber zu welchem Zweck?« Delos gestikulierte dramatisch. »Doch nur, damit die Föderation von der Verwirrung profitieren konnte, die durch diese Abscheulichkeit verursacht wurde!«

    »Wir haben für die Vernichtung Shinzons den höchsten Preis zahlen müssen«, sagte Riker, der das nicht so stehen lassen wollte. Er sah seinen Freund und Kameraden Data vor sich, dieses einzigartigste aller Wesen, der seine Existenz bereitwillig geopfert hatte, ohne auch nur einen Moment zu zögern. Hätte er das nicht getan, wäre ein Mann wie Delos jetzt vielleicht nicht einmal am Leben, um Datas edles Opfer herabzuwürdigen, und daran erinnerte ihn Riker auch zornig.

    Der Kampf gegen Shinzon und seine remanischen Verbündeten mit dem tödlichen Thalaron-Emitter in ihrem Besitz hatte die Enterprise fast zerstört. Obwohl diese Ereignisse bereits sieben Jahre zurücklagen, trug Riker diese Erinnerung immer noch mit sich herum. Delos’ unbedachte Herabsetzung dieser und anderer Vorfälle wie das tragische Ende des romulanischen Admirals Alidar Jarok nach seinem Überlaufen zur Föderation und die Verschwörung einiger romulanischer Fraktionen, um Vulkan zu erobern, waren Riker gleichermaßen zuwider. Er fragte sich, ob es sich um ein bewusstes Manöver vonseiten des Tribuns handelte.

    Versuchte er, eine wütende Reaktion zu provozieren, oder sahen die Romulaner diese Ereignisse von ihrer Seite der Neutralen Zone aus wirklich so? Nicht als Versuche der Föderation, unter schwierigen Umständen die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern als Intrigen eines Feindes, der ihren Lebensstil zerstören wollte? Diese Kompromisslosigkeit ermüdete Riker mehr, als er zugeben wollte.

    Während des Aufstiegs des Dominion hatte es eine Zeit gegeben, in der die Romulaner ihre Feindseligkeit aufgegeben und sich der Föderation und den Klingonen angeschlossen hatten, um gemeinsam gegen einen größeren Feind zu kämpfen. Riker war unter jenen gewesen, die zu hoffen gewagt hatten, dass aus der Asche dieses entsetzlichen Konflikts etwas Gutes erwachsen würde. Er hatte nach ihrem gemeinsamen Kampf auf ein Bündnis gehofft. Die erste Mission seines neuen Kommandos nach seiner Beförderung zum Captain des Raumschiffs Titan hatte darin bestanden, einen Dialog mit dem romulanischen Sternenimperium zu eröffnen.

    Eine Zeit lang hatten sie reden wollen. Der Vorhang zwischen den beiden Kulturen, der jahrhundertelang dicht geschlossen gewesen war, hatte sich einen Spaltbreit geöffnet. Doch nur für eine kurze Weile.

    Nun schien es, als sei er wieder zugefallen, schwer und undurchdringlich wie eh und je. Riker studierte Medaka, dessen Rang und Position seinem am ähnlichsten waren. Ein Captain, der den gleichen Weg wie Riker gegangen war, nur auf der anderen Seite der Neutralen Zone. Wenn er Unterstützung erwartet hatte, war sie nicht länger vorhanden. Das Gesicht des Romulaners war verschlossen.

    Einen flüchtigen Moment lang war eine Politik der Entspannung zum Greifen nah gewesen. Doch all das war nun durch eine einzige Sache zunichtegemacht worden. Der erste fallende Dominostein, der die Geopolitik des gesamten Quadranten neu formte, und zwar nicht zum Besseren.

    Die Supernova.

    Wie jeder andere Offizier vom Rang eines Captains und darüber hatte Riker durch eine Sternenflottennachricht höchster Priorität davon erfahren, die direkt in seinen Bereitschaftsraum übertragen worden war. Ein Hologramm von Admiral Bordson, dem obersten Befehlshaber der Flotte, hatte mit knappen Worten eine Zusammenfassung des Todesurteils einer ganzen Zivilisation geliefert.

    Sie hätten erfahren, hatte Bordson erklärt, dass die romulanische Sonne im Sterben lag und die in nur wenigen Jahren daraus resultierende Nova-Explosion das Herz des romulanischen Sternenimperiums verschlingen würde. Es war eine trostlose und entsetzliche Vorstellung und Rikers emotionale Reaktion war so stark gewesen, dass ihn seine Frau Deanna nur wenige Augenblicke später über das Interkom kontaktiert hatte. Noch fünf Decks entfernt hatte die Halbbetazoidin den Schock ihres Mannes gespürt und das Schlimmste befürchtet.

    Später, als ihr Sohn Thaddeus bereits im Bett gelegen hatte, hatten sie darüber geredet. Der Junge hatte unruhig geschlafen und sogar in seinen Träumen das Entsetzen seiner Eltern wahrgenommen. Also hatten sie leise gesprochen, um ihn nicht noch weiter zu stören.

    Bordson hatte von der größten Katastrophe in der galaktischen Geschichte berichtet und Rikers erster Impuls war die Frage gewesen: Wie können wir helfen?

    Es war für Will und Deanna nicht überraschend gekommen, als sie erfahren hatten, dass Jean-Luc Picard mit dieser Frage bereits an das Sternenflottenkommando herangetreten war. Von allen Männern, die Riker je gekannt hatte, gab es niemanden, der bereitwilliger eine so wichtige und schwierige Aufgabe übernommen hätte, und es hatte ihm Hoffnung gegeben, den Namen seines ehemaligen Captains mit diesem Unterfangen verbunden zu wissen. Wenn jemand einen Weg finden konnte, um Millionen bald heimatloser Romulaner, ehemaligen Todfeinden, Hilfe anzubieten, dann Picard.

    In nur wenigen Tagen hatte Picard das Kommando über die Enterprise-E abgegeben, um die gigantischen Hilfsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Riker hatte die Unterstützung der Titanund ihrer Besatzung angeboten und es gab genug Arbeit für alle. Genau genommen mehr, als zu schaffen war.

    Ein Jahr lang hatte die Titan alles gegeben und war eingesprungen, während andere Schiffe auf Flüchtlingsrettungsmission in romulanisch kontrollierten Raum geflogen waren, und hatte mehr Missionen als je zuvor übernommen. Seine Mannschaft erfüllte ihn mit Stolz, denn jedes einzelne Mitglied hatte sich der größten Herausforderung ihrer Generation mehr als gewachsen gezeigt.

    Doch das alles war innerhalb eines Tages bedeutungslos geworden.

    Riker war mitten im Nachtzyklus des Schiffs erwacht, weil seine Frau mit Tränen in den Augen vor ihm gestanden hatte. Es ist etwas Schreckliches auf dem Mars passiert, hatte sie gesagt. Es heißt, es sei ein Terroranschlag einer Gruppe fehlerhafter Androiden. Geordi war da … niemand weiß, ob er es rausgeschafft hat.

    Er hatte sie eine Weile in seinen Armen gehalten, dann hatten sie ihre Ängste beiseitegeschoben wie wahre Sternenflottenoffiziere und waren an die Arbeit gegangen. Rikers Enterprise-Kamerad Geordi La Forge fand sich später unter den wenigen Glücklichen, die der Zerstörung der Utopia-Planitia-Flottenwerft entkommen waren, während die Atmosphäre des Mars brannte, doch diese gute Nachricht war nur allzu schnell von weiteren Ereignissen überschattet worden.

    Nach der Zerstörung der neuen Flotte durch den Anschlag war die Rettungsinitiative hoffnungslos überlastet gewesen, einige Mitgliedswelten der Föderation waren in Aufruhr gewesen und das Unvermeidliche war geschehen. Die Sternenflotte hatte ihre Hilfe eingestellt und die Romulaner waren sich selbst überlassen worden. Picard, der sich angesichts eines solchen Befehls außerstande gesehen hatte, weiterzumachen, hatte seinen Rücktritt eingereicht.

    Jean-Luc war natürlich nicht der Einzige gewesen, der kündigen wollte. Will hatte einen Brief an Bordson geschrieben, mit dem er seinem ehemaligen Kommandanten gefolgt wäre, hatte es jedoch nicht über sich gebracht, ihn abzuschicken. Solange er ein Schiff so gut wie die Titan und eine Mannschaft so gut wie seine hatte, bestand immer noch die Chance, das Richtige zu tun.

    Daran muss ich glauben.

    Tribun Nadeis dröhnende Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. »Um uns Klarheit zu verschaffen, müssen wir als Erstes die Absicht des Menschen hier feststellen. Welche Mission hat sein Schiff so nah an unsere Grenzen gebracht? Wollten sie das Imperium ausspionieren? Zweifellos. Aber was noch?«

    »Wir sind nicht hier, um zu spionieren.« Riker stritt es automatisch ab und bereute seine schroffe Erwiderung sofort. Es war eine Lüge. Jede Sternenflottenmission innerhalb weniger Parsecs der Neutralen Zone beinhaltete das Scannen über die Grenze hinweg nach Schiffsbewegungen und das Abfangen von Kommunikationen der anderen Seite, und das wussten die Romulaner genau. Er relativierte seine Antwort. »Wir bleiben wachsam, aber das ist alles. Sie tun das Gleiche.« Und mehr, wollte er hinzufügen, doch das wäre eine unnötige Provokation gewesen.

    Riker war sich des Gewichts der Worte, die er in diesem Raum äußerte, durchaus bewusst, und ihm war klar, dass er sie mit Bedacht wählen musste. Die Beziehungen zwischen seiner Regierung und der von Romulus hingen am seidenen Faden und die Spannungen waren fast so schlimm wie während des ersten interstellaren Kriegs zwischen ihnen in der zweiten Hälfte des zweiundzwanzigsten Jahrhunderts. Im schlimmsten Fall könnte das, was bei dieser Anhörung passierte, negative Auswirkungen auf den gesamten Sektor haben.

    Dabei war Riker doch hergekommen, um genau das zu verhindern. Nicht zum ersten Mal wünschte er sich, seine Frau mit ihrem endlosen Quell an Empathie an seiner Seite zu haben, um ihm durch diese schwierigen Gewässer zu helfen.

    »Unsere Mission in diesem Sektor war eine des Friedens«, fuhr Riker fort. »Mein Schiff hat im Grunde genommen etwas ganz Einfaches getan. Wir haben jemanden nach Hause gebracht.«

    SECHS TAGE ZUVOR

    2

    Deanna Trois kleiner Trödler ging absichtlich so langsam, dass sie sich praktisch rückwärts bewegten, und an jedem Aussichtsfenster der Titan verweilten sie auf ihrem Weg an der Backbordseite des Schiffs entlang. Durch die Überlichtgeschwindigkeit des Warpreisens verzerrte Sterne zogen an ihnen vorbei. Nicht nur deshalb kam es ihr so vor, als würde sie sich gegen einen unsichtbaren Wind stemmen müssen.

    »Thaddeus …«, zog sie seinen Namen warnend in die Länge, um ihm klarzumachen, dass ihre Geduld am Ende war. »Hör auf zu trödeln.«

    »Ich trödle nicht.« Eine schlechte Flunkerei. Trois Sohn war gerade der Inbegriff von Trödeln, so langsam, wie er seiner Mutter folgte. Es hatte eine Ewigkeit gedauert, ihn anzuziehen, eine weitere Ewigkeit, ihn aus dem Quartier zu locken, und nun begann sie sich zu fragen, ob es der Junge noch vor dem Wärmetod des Universums zu seinem Unterricht schaffen würde. »Ich will nur nicht so schnell gehen«, fügte er hinzu.

    »Ach ja?« Sie bewegte ihre Hand in Richtung Kommunikator. »Ich kann dich zur Schule beamen lassen, weißt du? Ich bin ein Commander, ich darf das.«

    »Nein!« Thaddeus bewegte demonstrativ seine Füße, dabei gelang es ihm jedoch irgendwie, nicht viel weiterzukommen. »Ich geh ja schon.« Er seufzte demonstrativ, als würde es sich um die größte Zumutung seines noch jungen Lebens handeln.

    Troi verkniff sich ein Grinsen und bewunderte seine Darbietung. Vielleicht wird er ja mal Schauspieler, dachte sie. Er muss nur noch ein bisschen an den Nuancen arbeiten.

    Ihre Mutter war sehr amüsiert gewesen, als Deanna während ihrer letzten Holo-Kommunikation Thaddeus’ theatralische Anwandlungen erwähnt hatte. Lwaxana Troi hatte ihr sichtlich erfreut erzählt, dass sich Deanna in seinem Alter genauso verhalten hatte. Natürlich hatte sich Troi geweigert, das zu akzeptieren. Nun bot sie dem Jungen ihre Hand an.

    Er beäugte sie, als wäre sie giftig, und nahm sie nicht. »Muss ich heute zur Schule gehen?«

    »Heute ist ein Schultag«, erwiderte sie. »Was denkst du?«

    »Urlak sek farah.« Trotzig murmelte er die Worte in seine Brust.

    Troi sah den Jungen an. »Auf Standard, bitte.« Seit er drei war, verfeinerte Thaddeus die von ihm erfundene Sprache, die er Kelu nannte, und manchmal verfiel er in sie, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. Zuerst hatten seine Eltern gedacht, es sei nur eine Phase, die das kluge Kind durchmachte, doch als er älter wurde, fügte er immer mehr hinzu und machte sich Notizen darüber, statt Hausaufgaben zu machen.

    Andere Kinder bauen Modellraumschiffe oder gärtnern, hatte Will lächelnd festgestellt. Unseres entwickelt seine eigene Sprache.

    Was ja gut und schön war, nur hatte Troi vor Kurzem erfahren, dass ein paar der Jungoffiziere Kelu-Wörter als eine Art informellen Schiffsslang benutzten, und sie war sich nicht sicher, ob sie das gut oder beunruhigend finden sollte.

    »Okay, meinetwegen.« Ihr Sohn machte ein Gesicht wie ein mürrischer Lurianer und passte sich endlich ihrem Tempo an. Er gab sich geschlagen, war aber immer noch fest entschlossen, es ihr nicht leicht zu machen. Also murrte er bei jedem Schritt, den er machte.

    Troi nickte ein paar Lieutenants aus der Astrometrik zu, die ihnen entgegenkamen. Sie fragte sich, ob es ihrem Ruf als Senior-Counselor des Schiffs schaden würde, als Mutter eines so bockigen Kindes gesehen zu werden.

    Sie seufzte, blieb stehen und kniete sich hin, sodass sie auf Augenhöhe mit ihm war. »Ist irgendwas in der Schule? Willst du deshalb heute nicht hin?« Troi strich Thad über den Kopf und glättete seine Haare.

    »Es ist nur … mein Projekt … Jetzt wird es langweilig.«

    »Aber du magst doch Sprachen.« Troi war sehr beeindruckt von der Fähigkeit ihres Sohnes, Dialekte aller Art aufzuschnappen. Neben seinem Kelu-Projekt verstand er bereits genug Französisch, um Der kleine Prinz zu lesen, das Buch, das ihm Jean-Luc Picard zum Geburtstag geschenkt hatte. Und erst vor ein paar Tagen hatte er das gesamte klingonische Alphabet gerülpst und Will damit Lachtränen in die Augen getrieben.

    Plötzlich öffneten sich die Schleusentore und ihr Sohn begann, wie ein Wasserfall zu reden. Thad erklärte, dass er etwas besonders Cleveres hatte machen wollen, um seine Lehrer in der Vorschule der Titan zu beeindrucken. Er hatte die Aufgabe bekommen, eine intelligente Spezies auszuwählen und alles über sie zu lernen – und kühn hatte er die Jazari als Thema gewählt.

    »Ah.« Troi nickte wissend. Einem Kind musste das wie eine hervorragende Idee vorgekommen sein. Doch es war zum Scheitern verurteilt.

    Die derzeitige Mission der Titan bestand darin, ein Schiff in das Jazari-Sternsystem in der Nähe der romulanischen Neutralen Zone zu bringen, und eine paar Jazari-Diplomaten waren auf Deck acht ihre Gäste. Ein Mitglied dieser Spezies diente sogar als aktives Besatzungsmitglied in der Krankenstation, ein junger Lieutenant namens Zade, eine der wenigen Jazari in der Sternenflotte. Sie gehörten nicht zur Vereinigten Föderation der Planeten, doch sie hatten einen Partnerstatus, ein Mittelding zwischen nicht angegliederter Unabhängigkeit und einem formellen Antrag auf VFP-Mitgliedschaft.

    Dabei hatte Trois Sohn übersehen, dass die Jazari strenge Regeln hatten, was ihre Privatsphäre anging. Sie zurückgezogen zu nennen war, wie Tellariten als stur zu bezeichnen: technisch korrekt, aber gleichzeitig eine gewaltige Untertreibung.

    Die Jazari hatten außer Hinweisen auf ihre komplexen persönlichen Verhaltensregeln praktisch nichts von ihrer Kultur mit der Föderation geteilt. Ihr Heimatplanet war für Besucher tabu, genau wie ihre Quartiere an Bord des Schiffs. Sie sprachen ausschließlich Föderationsstandard und sie hatten äußerst spezielle Richtlinien über medizinische Angelegenheiten und Bestattungsrituale.

    Sie waren ein Rätsel, wenn auch ein höfliches. Im Austausch für den bescheidenen Handel mit dem Mineral Ryetalyn – einem wichtigen Bestandteil bestimmter Impfstoffe – kam die Föderation dem Wunsch der

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