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Danke, wir sind da!

Danke, wir sind da!

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Danke, wir sind da!

Länge:
80 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
31. Aug. 2021
ISBN:
9791220116534
Format:
Buch

Beschreibung

„Danke, danke Deutschland- für alles!” 

Danke, wir sind da! ist die Geschichte des Integrationsprozesses einer jüdischen Familie aus der ehemaligen Sowjetunion, die in den 90er Jahren nach Deutschland ausgewandert ist. Schritt für Schritt, von der Ankunft bis zum heutigen Tag, erzählt das Buch von den Schwierigkeiten, die während dieses Auswanderungsprozesses aufkamen, wie z.B. sprachliche und kulturelle Barrieren und die Suche nach einem Job, um die Familie zu unterstützen. Deutschland wird oft für die Möglichkeit gedankt, ihnen die Chance zum Neuanfang gegeben zu haben. Sie spiegelt die Geschichte tausender Familien wider, die aus politischen, religiösen und/oder wirtschaftlichen Gründen gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Dieses Buch gibt Ihnen Die Chance zu erfahren, wie schwierig es ist, in einem unbekannten Land ein Leben von Grund auf neu zu beginnen, aber auch wie viel Zuspruch und glückliche Momente man trotz aller Schwierigkeiten erleben kann.
Herausgeber:
Freigegeben:
31. Aug. 2021
ISBN:
9791220116534
Format:
Buch

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Buchvorschau

Danke, wir sind da! - Viktoria Frech

8

Deutschland mag sich mit dem Fahrrad fortbewegen. Die Fahrradfahrer gibt es sogar im Winter genug, und vom Frühlingsanfang bis zum Spätherbst dreht das ganze Land die Pedale mit:

- für die Gesundheit - Zum Sparen

- Weil es ökologisch ist.

Mitten in dieser riesigen Menschenmasse, sogenanntem Fahrradhaufen, drehe ich auch meine Pedale.

Ich lebe bereits seit 25 Jahren in diesem Land.

25 Jahre?

25 Jahre!

25 Jahre... Wie ein Tag.

Mein Fahrrad habe ich vor 22 Jahren auf dem Flohmarkt gekauft, es ist älter als meine Erinnerungen, und wir sind praktisch eins mit ihm.

Pünktlich um 6.30 öffnet sich das Garagentor und ich fahre vom Hof hinaus. Ich tue es seit so langer Zeit, dass ich öfters nicht mehr den kürzesten Weg mitten in den lauten breiten Hauptadern benutze, sondern eine abgelegene ruhige Straße entlang des Kanals befahre. Gerade hier führt mich meine Erinnerung in die wunderschöne, verrückte Zeit zurück. Da, wo ich nicht nur 25 Jahre jünger war, sondern die ganze Welt rund herum absolut anders war…

Fahren oder nicht fahren?

Ausschließlich Jüdische Eigenschaft, sich selbst permanent zu widersprechen.

Für jede jüdische Familie, die Ende der 80-er / Anfang der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts in Russland lebte, war das sogar keine Frage. Die Frage war Wohin?. Und die Antworten gab es meistens nur zwei: USA oder Israel. Obwohl nicht alle haben den Endpunkt erreicht. Viele sind bei der Zwischenlandung in Paris oder Amsterdam untergetaucht. Als nach dem Anfang der Perestroika im ehemaligen UDSSR die Ausreise vereinfacht wurde, gab es den folgenden Witz:

Kommt ein Jude, um die Ausreisepapiere abzuholen, und der Ordnungsamtsmitarbeiter fragt ihn:

„Sie reisen bereits zum vierten Mal nach Israel aus, entscheiden Sie sich, bitte, endlich mal fest, wo Sie bleiben wollen."

„Ich bin in Russland geboren, und selbstverständlich liebe ich sie. Israel liebe ich auch - der ist schließlich meine Urheimat, aber die Zwischenlandung in Paris mag ich am liebsten…"

Anfang der 90-er kam zu dieser Liste Deutschland hinzu. Bis zum heutigen Tag kann ich nicht richtig verstehen, was mich zu diesem entscheidenden Schritt bewegt hat. Bis jetzt habe ich Angst vor dieser Unwissenheit. Geredet haben viele, die wenigen sind aber ausgewandert. Ich erinnere mich an die Worte meiner Mutter: „Nur über meine Leiche!"

Gott sei Dank, Sie ist heute noch am Leben und wohlauf. Meine beste Freundin, die Russin übrigens, hat mir gesagt:

„Wenn es nur die kleinste Möglichkeit gibt, flieh aus diesem Irrenhaus, es kann nur schlimmer als jetzt werden. Sei bitte kein Dummkopf!"

Das Land ist derzeit rasant in das tiefe Tal gerannt. Für einen kurzen Moment bin ich in die Sackgasse geraten. Soll ich hier als Dummkopf bleiben oder sich wenigstens unterwegs als klug empfinden? Es könnte halt nach der Einreise so werden, dass es zu bleiben viel klüger wäre. Das Willen, sich wenigstens für eine kurze Zeit als Klug zu halten, hat letztendlich gewonnen. Und die Entscheidung ist gefallen. Mein Mann hat nur nachgefragt: „Was haben wir beschlossen - zu fahren?" Und hat angefangen, die nötigen Papiere vorzubereiten.

Um die Entscheidung zu treffen, explizied nach Deutschland auszuwandern, habe ich einige Zeit gebraucht. Und die Entscheidung war völlig bewusst. Hiermit habe ich über das Schicksal der drei Menschen entschieden. Meines eigenen, die von meinem Mann und meiner achtjährigen Tochter. Sie hatte aber derzeit noch keine Wahlstimme (es ist schöne Zeit gewesen) ...

Von den Wörtern sind wir schnell zu den Taten gekommen. Es ist aber nicht so schnell gemacht als gesagt. Nach der Antragstellung ist ein Jahr vergangen.

Ein ganzes Jahr... Wir haben die Arbeit mehrfach verloren und wiedergefunden, haben versucht, auf irgendeiner Weise das Geld zu verdienen und festgestellt, dass wir bei dem Chaos niemandem zum Nutzen geworden sind. Weder wir selbst noch unsere Ausbildung, die wir übrigens zu diesem Moment bereits abgeschlossen hatten. Damals habe ich mit großer Sorge um meine Tochter gedacht - dass sie in zwanzig Jahren genauso im Leben hier und her springen muss.

Während dieses Jahres hat uns die Perestroika fast bis zur Scheidung gequält. Und plötzlich kam die Einladung. „Lass uns versuchen, wieder alles von vorne anzufangen"- habe ich meinem Mann vorgeschlagen, und er hat abgenickt und angefangen, die Ausreise vorzubereiten. In dem Moment möchte ich meinen ersten Dank an Deutschland aussprechen. Du hast meine Familie gerettet. Heute ist mein Kind fest davon überzeugt, dass es den besten Papa der Welt hat und dass der Papa selbstverständlich der Batman ist, während ich dementsprechend die böse Hexe bin, bis dahin aber war es noch sehr weit. Es folgten lange Geleite, kurzes zusammenpacken. Etwa eine Woche lang haben uns die Freunde mit dem russischen Ausmaß in das fremde Land verabschiedet. An der Stelle muss ich erwähnen, was wir im dortigen Land waren.

Meine jüdische Oma hat unermüdlich wiederholt: „Wenn Du irgendwas in deinem Leben erreichen willst, musst Du alles zweifach besser machen als die anderen, weil Du eine Jüdin bist".

Hier soll ich bemerken, dass sich in Russland alle Völker nach deren Stammzugehörigkeit unterscheidet wurden. Und ja, in der Tat wurde ich ab und zu daran erinnert. Und nicht nur ich. Nicht aber von meinen näheren Bekannten – Russen, Ukrainern, Armeniern, Tataren und weiß-ich-nicht-wem noch … Eins weiß ich genau: Wir alle hatten eine Nationalität und die hieß: „Ein

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