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Ich habe dich gefunden (Ein Rylie-Wolf-FBI-Thriller – Buch 1)
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eBook276 Seiten3 Stunden

Ich habe dich gefunden (Ein Rylie-Wolf-FBI-Thriller – Buch 1)

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Über dieses E-Book

Ein berüchtigter Streifen Highway ist voller Serienmörder, ungelöster Morde und Fälle von vermissten Personen. Das FBI weiß, dass sie dieses Bermudadreieck des Todes aufräumen müssen, weshalb sie ihren klügsten Kopf, die problematische Agentin Rylie Wolf, zuweisen, um kopfüber in diesen Highway der Gefahren zu tauchen. Rylie muss auf ihre brillanten Instinkte zurückgreifen, um diese Fälle zu entziffern und sich in die kranke Denkweise von Mördern hineinzuversetzen – während sie gleichzeitig die Dämonen aus ihrer eigenen, dunklen Vergangenheit bekämpft.

In ICH HABE DICH GEFUNDEN (Ein Rylie-Wolf-FBI-Thriller – Buch 1) hat die FBI-Agentin Rylie Wolf keine Angst davor, sich klar auszudrücken. Aber als ihre eigenwilligen Tendenzen sie in Schwierigkeiten bringen, wird sie einem neuen Standort zugewiesen: ein gefährlicher Streifen Highway, der mehrere Staaten durchquert und für seine ungelösten Morde und Fälle von Vermissten bekannt ist. Rylie, die immer noch darunter leidet, dass sie in ihrer Kindheit knapp einem Mörder entgangen ist, kennt diese Gegend nur zu gut. Sie hatte gehofft, niemals wieder dorthin zurückkehren zu müssen.

Opfer werden aufgefunden, die von Meilenmarkierungen hängen – das gespenstische Zeichen eines Serienmörders.

Rylie und ihr neuer Partner müssen den Killer finden, aber das Muster, das den Morden zugrunde liegt, ist verblüffend. Das FBI schaut Rylie ständig auf die Finger und die Zeit wird knapper. Als der Druck immer stärker wird, befindet sich Rylie plötzlich in einem Katz-und-Maus-Spiel mit einem Mörder, der wesentlich gestörter ist, als sie es sich je hätte vorstellen können.

Kann Rylie den Mörder aufhalten, bevor er wieder zuschlägt?

Oder wird sie selbst zum nächsten Opfer werden?

Die RYLIE-WOLF-Mystery-Reihe sind komplexe, psychologische Thriller voller unerwarteter Wendungen und herzrasender Spannung. Sie werden sich in eine brillante neue Protagonistin verlieben und die Bücher bis spätnachts nicht aus der Hand legen können. Die Reihe ist ein perfekter Lesestoff für Fans von Robert Dugoni, Rachel Caine, Melinda Leigh oder Mary Burton.

Bücher #2 und #3 der Reihe – ICH HABE DICH GEFANGEN und ICH SEHE DICH – sind jetzt ebenfalls erhältlich.
SpracheDeutsch
HerausgeberMolly Black
Erscheinungsdatum16. Juni 2022
ISBN9781094355993
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    Buchvorschau

    Ich habe dich gefunden (Ein Rylie-Wolf-FBI-Thriller – Buch 1) - Molly Black

    cover.jpg

    ICH HABE DICH GEFUNDEN

    Ein Rylie-Wolf-FBI-Thriller – Buch 1

    M o l l y   B l a c k

    AUS DEM ENGLISCHEN VON SOPHIE MUTH

    Molly Black

    Debütautorin Molly Black ist die Autorin der noch nicht abgeschlossenen MAYA GRAY FBI-Thriller-Serie, die sechs Bücher umfasst, und der noch nicht abgeschlossenen RYLIE WOLF FBI-Thriller-Serie, die drei Bücher umfasst.

    Als begeisterte Leserin und lebenslange Liebhaberin des Krimi- und Thriller-Genres freut sich Molly darauf, von Ihnen zu hören. Besuchen Sie www.mollyblackauthor.com, um mehr zu erfahren und in Kontakt zu bleiben.

    Copyright © 2021 von Molly Black. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Publikation darf ohne vorherige Genehmigung der Autorin in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln vervielfältigt, verbreitet oder übertragen oder in einer Datenbank oder einem Datenabrufsystem gespeichert werden, es sei denn, dies ist nach dem U.S. Copyright Act von 1976 zulässig. Dieses E-Book ist nur für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Dieses E-Book darf nicht weiterverkauft oder an andere Personen weitergegeben werden. Wenn Sie dieses Buch mit einer anderen Person teilen möchten, kaufen Sie bitte für jeden Empfänger ein zusätzliches Exemplar. Wenn Sie dieses Buch lesen und es nicht gekauft haben oder es nicht nur für Ihren Gebrauch gekauft wurde, dann geben Sie es bitte zurück und kaufen Sie Ihr eigenes Exemplar. Danke, dass Sie die harte Arbeit der Autorin respektieren. Dies ist ein Werk der Fiktion. Namen, Personen, Unternehmen, Organisationen, Orte, Ereignisse und Begebenheiten sind entweder der Fantasie der Autorin entsprungen oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig. Umschlagbild Copyright Lario Tus, verwendet unter Lizenz von Shutterstock.com.

    BÜCHER VON MOLLY BLACK

    EIN RYLIE-WOLF-FBI-THRILLER

    ICH HABE DICH GEFUNDEN (Buch #1)

    EIN MAYA GRAY FBI-THRILLER

    MÄDCHEN NR.1: MORD (Buch #1)

    MÄDCHEN NR.2: ENTFÜHRT (Buch #2)

    INHALT

    KAPITEL EINS

    KAPITEL ZWEI

    KAPITEL DREI

    KAPITEL VIER

    KAPITEL FÜNF

    KAPITEL SECHS

    KAPITEL SIEBEN

    KAPITEL ACHT

    KAPITEL NEUN

    KAPITEL ZEHN

    KAPITEL ELF

    KAPITEL ZWÖLF

    KAPITEL DREIZEHN

    KAPITEL VIERZEHN

    KAPITEL FÜNFZEHN

    KAPITEL SECHZEHN

    KAPITEL SIEBZEHN

    KAPITEL ACHTZEHN

    KAPITEL NEUNZEHN

    KAPITEL ZWANZIG

    KAPITEL EINUNDZWANZIG

    KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG

    KAPITEL DREIUNDZWANZIG

    KAPITEL VIERUNDZWANZIG

    KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG

    KAPITEL SECHSUNDZWANZIG

    KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG

    KAPITEL ACHTUNDZWANZIG

    KAPITEL NEUNUNDZWANZIG

    KAPITEL EINS

    Alles lief hierauf hinaus.

    Drei Monate Ermittlungen rund um die Uhr, Tausende von falschen Hinweisen, literweise Kaffee … und das alles mit dem Versprechen, diesen fiesen Mistkerl, der monatelang eine ganze Gemeinde terrorisiert hatte, zur Strecke zu bringen. Jetzt war es an der Zeit, dieses Versprechen einzulösen. 

    Im Dunkeln, unter einer nicht funktionierenden Straßenlaterne an der Ecke eines heruntergekommenen Stadtteils außerhalb von Seattle, wartete Rylie Wolf darauf, dass ihre Zielperson auftauchte. Er war schon seit Stunden dort drinnen, in seinem Haus. Seit sie ihm und seinem alten blauen Minivan auf dem Rückweg von seinem Job an der Beaver Lake Elementary School gefolgt war.

    Was tat er da?

     Instinktiv griff sie in ihre Tasche und holte ihr Handy heraus, hob es hoch und tippte auf das Display. Der Bildschirm blieb schwarz. Der Akku war leer.

    War ja klar. Manchmal war sie so auf einen Fall fixiert, dass ihr sogar die wichtigsten, alltäglicheren Dinge entgingen. Sie hatte vergessen, ihr Handy unterwegs an das Ladekabel im Auto anzuschließen.

    Verdammter Mist.

    So viel dazu, Verstärkung zu rufen.

    Gerade als sie sich entschloss, näher heranzutreten, um einen Blick durch die Fenster zu wagen, öffnete sich das Garagentor langsam.

    Von ihrem Aussichtspunkt aus konnte sie gerade so ins Innere sehen. Nichts Besonderes, nur das hintere Ende des blauen Minivans mit dem Nummernschild Washingtons.

    Der Motor erwachte rauchend und holpernd zum Leben, die roten Rücklichter gingen an, und der Wagen fuhr langsam aus der Garage.

    Dann hielt er plötzlich an.

    Rylie blinzelte und versuchte, in der Dunkelheit besser zu sehen. Dank der einzigen Lampe in der Garage war im Seitenspiegel das Gesicht eines gewissen Edison Blaze zu erkennen. Er war abgebrüht, fies und hässlich, die Art von Kerl, dem man nicht in einer dunklen Gasse begegnen wollte. Keine Ahnung, warum die Schulverwaltung beschlossen hatte, dass es eine gute Idee war, ihn als Hausmeister einer Grundschule einzustellen.

    Wenn es nach Rylie ginge, würden sie alle diese Entscheidung bald bereuen. Sehr bald. Von wegen saubere Akte. Gefälscht war sie – und wie. 

    Sie beobachtete, wie er sich in der Dunkelheit bewegte. Er schien mit etwas auf dem Rücksitz zu ringen.

    Sie erhaschte einen Blick auf etwas. Nur für eine Sekunde. Aber in diesem kurzen Moment glaubte sie, eine winzige Hand zu sehen, die sich gegen das Seitenfenster drückte.

    Christopher.

    Die Welt drehte sich. Gedanken wirbelten in ihrem Kopf, ihre Sicht wurde unscharf, ihr Atem ging schneller. Der Moment war gekommen. Ihre Finger krallten sich so fest um das nutzlose Telefon, dass sie an den Knöcheln weiß wurden. Sie machte einen unsicheren Schritt nach vorn, wobei ihr Turnschuh auf das taufeuchte, glitschige Gras des Vorgartens trat.

    Also gut. Okay. Denk nach, Rylie. Geh es ruhig an. Du kannst dir keine Fehler leisten.

    Sie griff mit der linken Hand in ihre Tasche, um sicherzugehen, dass ihre Autoschlüssel noch da waren. Sie warf einen Blick auf ihren Pick-up auf der anderen Straßenseite und versuchte zu entscheiden, ob sie schnell einsteigen sollte. Es war ihr Privatfahrzeug, also hatte sie kein Funkgerät, um Hilfe zu rufen, aber wenn sie es bis ins Auto schaffte, konnte sie versuchen, ihm zu folgen.

    Oder … sie könnte es beenden. Genau hier. Genau jetzt.

    Noch während sie überlegte öffnete sich die Fahrertür des Wagens, der immer noch auf halbem Weg aus der Garage geparkt war, und die gewaltige Gestalt von Edison Blaze sprang heraus.

    Seine schlabbernde Jeans hochziehend ging er zurück ins Haus.

    In diesem Moment traf sie ihre Entscheidung. Sie schnappte sich ihre Pistole, ging vorwärts und blieb hinter dem Van stehen, die Waffe auf die leicht offen stehende Tür, die ins Innere des Hauses führte, gerichtet. Sie spähte durch das Fenster, sah aber nichts hinter der verdunkelten Scheibe.

    Als er in der Tür erschien, sah er sie zunächst nicht, da er wohl von den Scheinwerfern geblendet war, die ihm ins Gesicht leuchteten. Er trug eine Papiertüte mit sich. Er ging ein paar Schritte auf sie zu, ohne sie zu bemerken.

    Sie richtete ihre Waffe auf den Verdächtigen. „Stehen bleiben! FBI." 

    Der Mann tat nichts dergleichen. Irgendwie hatte sie gewusst, dass es nicht so einfach sein würde. Edison Blaze hatte eine lange Liste von Verhaftungen, aber keine Verurteilungen. Er war es gewohnt, seiner Strafe zu entkommen.

    Diesmal nicht. Sie war entschlossen, dafür zu sorgen.

    Ohne zu zögern, sprang er in den Minivan, der daraufhin zurücksetzte. Sie wich aus und entkam nur knapp der hinteren Stoßstange des Autos. In dem Moment, in dem es unter einer Straßenlaterne entlang fuhr, wurde Blakes Gesicht völlig erhellt. Schweißperlen standen auf seiner Stirn, sein Blick war wild. Schwarzes Haar klebte wie gespreizte Finger auf seiner Stirn.

    Sie riss sich zusammen, rannte zu ihrem Pick-up, sprang hinein und gab Gas. Innerhalb weniger Sekunden war sie auf der Straße und nahm die Verfolgung auf.

     Es war nach Mitternacht, und die Straßen waren leer. Eine Ampel schaltete gerade auf Rot, als sie sich ihr näherte. Sie hielt inne, aber nicht an, als sie über die Kreuzung fuhr und Blaze entdeckte, der nach rechts auf die Sammamish Pike abbog in Richtung Interstate 86 zusteuerte. Das war die Hauptverkehrsader in dieser Gegend. War sie sein Ziel? Es würde Sinn ergeben. Wenn er schnell aus der Stadt und dem Land verschwinden wollte, war das der einfachste Weg. In Richtung Westen führte die Interstate bis zur kanadischen Grenze. 

    Wenn sie richtig lag, kannte sie eine Abkürzung.

    Es zahlte sich aus, dass sie in den letzten sechzehn Jahren hier in den Vororten von Seattle gelebt hatte. Bei ihren Recherchen hatte sie herausgefunden, dass Blaze ein Herumtreiber war. Er war die Westküste hinaufgezogen, von Mexiko nach Kalifornien, nach Oregon und nach Washington, und hatte dabei eine Spur von ungelösten Kindesentführungen hinterlassen. Rylie hatte Blaze mit einem Mann in Mexiko in Verbindung gebracht, der Kinder für teures Geld an Bieter verkaufte, die sie für eine Vielzahl von zwielichtigen Dingen benutzten. Jetzt hatte er seine Schreckensherrschaft nach Washington gebracht.

    Und hier endet sie, dachte sie, trat aufs Gas und bog eine Straße vor Blake auf die 28. ab. Heute Abend. Denn ich kenne diese Straßen besser als du, Arschloch.  

    Sie fuhr gefährlich schnell durch die Dunkelheit und ihre Hände umklammerten das Lenkrad. Ein zarter, hauchdünner Nebel legte sich über alles, ein leichter Nieselregen benetzte die Windschutzscheibe. Die Scheinwerfer beleuchteten die Körper von ahnungslosen Insekten, kurz bevor sie auf der Windschutzscheibe des Trucks ihr Ende fanden. Sie machte die Scheibenwischer an und hinterließ eine Spur ihrer klebrigen Körper, die ihre Sicht verschlechterte. Links und rechts von ihr war nichts als Gras und hohe Bäume. In der Ferne zeichnete sich die Interstate durch einen stetigen Strom roter Rücklichter ab, die sich auf die kanadische Grenze zubewegten.

    Etwa vierhundert Meter vor der Interstate 86 würde die 28. die Sammamish Pike kreuzen. Während sie versuchte, die Straße bei all dem Regen richtig zu erkennen, bemerkte sie vor sich ein paar Scheinwerfer, die die Sammamish entlang rasten.

    Das war er. Das musste er sein.

    Das Auto verlangsamte leicht, als es auf die Interstate abbog. Riley gab Gas, während sich eine schreckliche, rücksichtslose Idee in ihrem Kopf festsetzte.

    Werde ich das wirklich tun, fragte sie sich. Dann stellte sie sich eine weitere Frage. Will ich mir diesen Widerling holen, oder nicht?

    Die Antwort: definitiv, ja.

    In diesem Moment musste Edison sie bemerkt haben, denn er begann, mit quietschenden Reifen das Tempo zu erhöhen.

    Zu spät.

    Sie prallte mit solcher Wucht gegen die Vorderseite des Minivans, dass sie nach vorne geschleudert wurde. Der Airbag blähte sich auf, schleuderte sie nach hinten und gegen den Sitz. Eine Hupe ertönte, und die Knochen in ihrem Nacken knackten, als sie ihren Griff vom Lenkrad löste und auf die Bremse trat, in der Hoffnung darauf, dass der Wagen bald zum Stillstand kommen würde.

    Als er endlich anhielt, sah sie nur noch das weiße Meer des Airbags. Sie schob ihn und die schreiende Qual in ihrem Rücken beiseite, tastete nach dem Türgriff und riss die Tür auf, dann glitt sie aus dem Auto, die Hand immer noch an ihrer Pistole.

    Auf der anderen Straßenseite sah sie einen einzelnen Scheinwerfer, der den grasbewachsenen Mittelstreifen beleuchtete. Auf der Straße waren dunkle Bremsspuren von den Reifen zu sehen, die zu der Stelle führten, an der der Schotter aufgewühlt war. Darüber hinaus gab es tiefe Reifenspuren im Schlamm, die zu dem Minivan führten, der immer noch leicht rauchte.

    Mit gezogener Waffe rannte sie darauf zu und hielt inne, als sie nahe genug war, um die Situation abzuschätzen. Dann streckte sie die Hand aus und öffnete die hintere Schiebetür.

    Dunkelheit. Ihre Augen konnten sich nicht schnell genug daran gewöhnen. Bevor sie registrieren konnte, was sich im Inneren befand, begannen die Reifen zu quietschen und der Van setzte sich in Bewegung.

    Ohne nachzudenken, stürzte sie sich hinein.

    Fast augenblicklich verlor sie das Gleichgewicht und krachte rückwärts auf den Boden des Wagens. Der Innenraum war kahl, was Sinn ergab, wenn es sein Arbeitsfahrzeug war. Als sie nach etwas suchte, an dem sie sich festhalten konnte, fiel ihr die Waffe aus den Händen.

    Wo ist sie hin, fragte sie sich und sah sich verzweifelt nach ihrer Waffe um. Aber sie war weg. Wahrscheinlich war sie aus der klaffend offenen Tür des Minivans geflogen. Mist. Verdammt. Was soll ich jetzt tun?

    Der Van holperte erneut, und sie fiel gegen die Rückwand des Autos.

    Schließlich stemmte sie sich gegen die Seite des Wagens. Hier hinten gab es keine Sitze, keinen Teppich. Es gab verschiedene Werkzeuge, Dinge, die jeder Hausmeister benutzen würde.

     Doch dann sah sie die verängstigte Gestalt, die hinter dem Fahrersitz kauerte und sich mit ihren winzigen Händen an einem Gurt an der Rücklehne des Sitzes festhielt, um nicht zu sterben. Der kleine Junge, Christopher, mit geknebeltem Mund, gefesselten Händen und Füßen, machte sich so klein wie möglich hinter dem Sitz, als wollte er sich unsichtbar machen. Die Angst in seinen großen Augen war herzzerreißend.

    Sie hatte es gewusst.

    Sie hatte von dem Moment an, als sie den Kerl nach dem Verschwinden auf dem Schulhof befragt hatte, gewusst, dass sie an etwas dran war. Er war so schräg gewesen. So falsch. Nach zehn Jahren als Agentin hatte sie einen Riecher für Schwachsinn entwickelt. Bei ihm roch sie es schon aus mehreren Kilometern Entfernung.

    Der Anblick des armen Kindes spornte Rylie zum Handeln an. Der Van raste über den Mittelstreifen und schlingerte hin und her. Edison schaute immer wieder über seine Schulter, während er fuhr, und versuchte, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen, immer zu mit einem wilden Blick, als ob er das genoss.

    „Edison Blaze. Halten Sie den Wagen an", rief sie.

    Er gluckste. „Ich halte an, wenn ich tot bin, Schlampe. Oder wenn du es bist."

    An seinem Blick erkannte sie, dass er es ernst meinte. Verzweifelt sah sie sich um. Hinter ihr klapperte ein Werkzeugkasten, der bei jeder wilden Drehung des Lenkrads hin und her rutschte. Sie warf einen Blick aus der Windschutzscheibe und sah, dass sie auf eine Brücke zufuhren. Er konnte sie mit einer leichten Drehung des Lenkrads in den Abgrund befördern.

    Als der Kasten das nächste Mal auf sie zu rutschte, griff sie keuchend hinein. Sie wickelte ihre Finger um einen Schraubenschlüssel und stürzte sich nach vorn, wobei sie Blaze das gesamte Gewicht des Metallwerkzeugs auf die Schläfe drückte.

    Er stieß ein Knurren aus und verlor die Kontrolle. Der Wagen geriet ins Schleudern, Bremsen und Reifen quietschten. Sie sprang nach hinten, nahm den kleinen Jungen in die Arme und hüllte ihn schützend in ihrem Körper ein. Gerade noch rechtzeitig, denn einen Sekundenbruchteil später spürte sie, wie sie in die Luft befördert wurde, wie sie fiel, einen Moment lang schwerelos, bevor sie hart auf dem Boden aufschlug.

    Und dann, Gott sei Dank, Stille. 

    Fast augenblicklich setzte sie sich in Bewegung, ignorierte ihre verschwommene Sicht und den Schmerz in fast allen Gliedern. Sie ließ Christopher los und hörte seine gedämpften Schreie, aber es war zu dunkel, um etwas anderes zu sehen, als die offene Tür des Vans, die sich jetzt über ihr befand und den Blick auf den Sternenhimmel freigab.

    Sie setzte ihn sanft ab. „Bleib hier, flüsterte sie. „Lass mich erst nachsehen.

    Sie zog sich aus der Tür, kroch hinaus, kletterte zur Beifahrertür und öffnete sie, in der Hoffnung, Edison Blaze zu sehen, bewusstlos oder tot.

    Aber der Sitz war leer.

    Hinter ihr war das Geräusch von raschelndem Gras zu hören. Langsam drehte sie sich um und sah ihn an.

    Ihre erste Reaktion war ein Gefühl der Verwunderung darüber, wie riesig er so aus der Nähe betrachtet war. Das war ihr anhand der Bilder nicht klar gewesen. Er war über zwei Meter groß und breitschultrig, trug ein schwarzes T-Shirt, das sich über seiner muskulösen Brust spannte, und schmutzige Jeans. Blut tropfte an seiner Schläfe hinunter, und die Grimasse auf seinem Gesicht verriet, dass er über ihr Handeln nicht erfreut war.

    „Du bist Rylie Wolf, flüsterte er. „Richtig? Hattest du nicht gesagt, dass das dein Name ist? FBI. Du bist diejenige, die mir die ganze Zeit auf den Fersen war.

    Ihre Lippen bewegte sich, ihr Mund öffnete sich, aber es kam kein Ton heraus. Ihr fiel nicht einmal ein, was sie sagen sollte.

    Sie machte einen Schritt auf ihn zu, tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Dann spannte er sich an und stürmte auf ihn zu, das Gesicht zu einer hässlichen Grimasse verzogen, bei der er einen Haufen Zähne entblößte. Sein Mund war alles, was sie im schwachen Mondlicht erkennen konnte, bevor ihr Körper von einer Lawine aus Muskeln, verschwommenen Bewegungen und einem seltsamen, gutturalen Knurren aus Hass und Wut verschluckt wurde. Er knallte in sie, die Schulter bohrte sich in ihre Brust und schleuderte sie nach hinten, sodass sie auf den taufeuchten Boden prallte.

    Sie spürte, wie sich etwas Spitzes zwischen ihre Schulterblätter grub, einen Sekundenbruchteil, bevor es nachgab und sich auf beiden Seiten von ihr ausbreitete. Die pikenden Überreste des kleinen Busches, oder was auch immer es war, kratzen an ihrem Hemd und ihrer Haut.

    Ihre Sicht wurde trüb und verdunkelte sich, das Schwarz der endlosen Nacht erschien am Rande ihres Blickfelds und erzwang eine Art Tunnelblick. Er war alles, was sie sah, über sie gebeugt, die Hände auf ihren Schultern, presste gegen ihr Schlüsselbein und drückte sie nach unten, strapazierte jeden ihrer Muskeln.

    „Endlich", knurrte er, sein Atem war sauer und fahl. Über seinen schmalen, stechenden Augen wurden seine feinen Stirnfalten zu seltsamen Zornesfalten. Seine Augen verengten sich, und seine breite, knorplige Nase kräuselte sich. Er hatte mehr als einen Drei-Tage-Bart, der sich über seine Kieferpartie und seinen Hals ausbreitete.

    Sie schloss die Augen, als seine Hände trotz ihrer Bemühungen, ihn aufzuhalten, von ihren Schultern glitten und sich um ihren Hals legten. Lange, muskulöse Finger, die ihren Hals ganz umschlossen und zu drücken begannen.

    Erstarrt. Völlig unbeweglich. Schmerz flammte zwischen ihren Schultern und auf ihrem Rücken auf, aber das war nichts im Vergleich zu dem Brennen in ihrer Lunge. Seine Kraft war unglaublich, der Druck unüberwindbar.

    Irgendwo begann der kleine Christopher zu weinen.

    Hör auf damit. Hör auf, Rylie. Der Junge braucht dich.

    Ihr Angreifer packte immer fester zu, und ihr Atem wurde flacher. Die ganze Zeit über starrte sie zu ihm auf und fragte sich, ob dies das letzte sein würde, was sie jemals sehen würde. Der eisblaue Blick bohrte sich tief in ihren, und sie schüttelte den Kopf und warf ihr langes, lockiges Haar über seine Handgelenke. Sein schmales Lächeln entblößte gelbe Zähne, die von dem einzigen glühenden Scheinwerfer beleuchtet wurden, und schon bald stieg sein entsetzlicher, fauler Atem in ihre Nase.

    Sie hob flehend die Hände, die Finger gespreizt und die Handflächen geöffnet, und bat zitternd um eine Art von Gnade, aber sie konnte an seinem Gesichtsausdruck erkennen, dass er keine hatte. Stattdessen wurde sein Griff nur noch fester.

    Als sie ihre Finger um sein Handgelenk wickelte war er schon so auf sein Opfer fixiert, dass er es gar nicht mehr bemerkte.

    Ihre rechte Hand riss fest an seinem Handgelenk, während ihre linke ausholte und gegen dasselbe schlug. In der gleichen Sekunde drehte sie ihre Hüften, schob sein Handgelenk nach oben und weg, und seine Finger lösten sich und sprangen auf wie ein Scharnier.

    Sie nutze das Überraschungsmoment, verdrehte seine Arme, dann wand sie sich, hob vom Boden ab und rammte ihre Hüfte in seine Taille. Seine Füße hoben vom Boden ab, und er wurde über ihre Hüfte in eine ungeschickte Vorwärtsrolle geworfen, wobei seine Schulter auf den Boden knallte. Verzweifelt wich sie zurück, doch bevor sie mehr reagieren konnte, kam er mit wütendem Gesicht auf die Beine und griff sie erneut an, knallte mit seiner rechten Schulter

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