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Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband
Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband
Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband
eBook268 Seiten3 Stunden

Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband

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Über dieses E-Book

Dieser Band enthält folgende Romane:

Das Kind der neuen Chirurgin (A.F.Morland)

Wird sie jemals wieder gehen? (Glenn Stirling)

Wichtige Leute sind in der Tannenhofklinik, denn der neue Anbau soll eingeweiht werde. Die Chirurgen haben neue Operationssäle. Außerdem haben sie noch jede Menge neuer Gerätschaften und somit viele neue Möglichkeiten dazu bekommen. Aber das Wichtigste ist wohl, dass ein ganzes Ärzteteam hinzukommt und das bisherige Personal ergänzen wird.

Kaum sind die Feierlichkeiten vorbei, werden die neuen Möglichkeiten des Anbaus auch schon benötigt. Ein Flugzeug ist abgestürzt. Es sind viele Tote und Verletzte zu beklagen und die Ärzte wechseln sich alle acht Stunden in den OP-Räumen ab. Jemanden in dieser Situation besonders zu bevorzugen ist nicht möglich, auch wenn ein besorgter Vater glaubt, dies mit viel Geld für seine Tochter fordern zu können.
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum15. Juli 2021
ISBN9783745216547
Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband
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    Buchvorschau

    Wenn ich alles verliere - du bleibst - Glenn Stirling

    A. F. Morland, Glenn Stirling

    Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband

    UUID: a577774b-bb5d-45b0-937a-90360ad879eb

    Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://writeapp.io) erstellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband

    Copyright

    Das Kind der neuen Chirurgin

    Prolog

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    9

    10

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    41

    42

    Wird sie jemals wieder gehen?

    Wenn ich alles verliere - du bleibst: 2 Arztromane - Arztroman Doppelband

    Glenn Stirling, A.F.Morland

    Dieser Band enthält folgende Romane:

    Das Kind der neuen Chirurgin (A.F.Morland)

    Wird sie jemals wieder gehen? (Glenn Stirling)

    Wichtige Leute sind in der Tannenhofklinik, denn der neue Anbau soll eingeweiht werde. Die Chirurgen haben neue Operationssäle. Außerdem haben sie noch jede Menge neuer Gerätschaften und somit viele neue Möglichkeiten dazu bekommen. Aber das Wichtigste ist wohl, dass ein ganzes Ärzteteam hinzukommt und das bisherige Personal ergänzen wird.

    Kaum sind die Feierlichkeiten vorbei, werden die neuen Möglichkeiten des Anbaus auch schon benötigt. Ein Flugzeug ist abgestürzt. Es sind viele Tote und Verletzte zu beklagen und die Ärzte wechseln sich alle acht Stunden in den OP-Räumen ab. Jemanden in dieser Situation besonders zu bevorzugen ist nicht möglich, auch wenn ein besorgter Vater glaubt, dies mit viel Geld für seine Tochter fordern zu können.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author /

    © dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

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    Das Kind der neuen Chirurgin

    Arztroman von A. F. Morland

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 101 Taschenbuchseiten.

    Endlich ist es soweit. Dr. Claudia Voss und ihr Mann Fred sind überglücklich, denn Claudia hat einen gesunden Sohn zur Welt gebracht. Doch das Glück währt nicht lange. Claudia verliert ihren geliebten Mann. Ihre Schwiegermutter steht ihr hilfreich zur Seite und kümmert sich sehr liebevoll um den kleinen Flori. Zu Claudias großen Kummer kommt auch noch die Sorge um ihre Schwester Helga, die dem Schlankheitswahn verfallen ist …

    Prolog

    Fassungslos sah Dr. Claudia Voss ihre Schwiegermutter an.

    „Was sagst du da? Du willst mir mein eigenes Kind nicht geben? Mutter ... hast du vergessen, dass du Flori nur für ein paar Wochen betreuen solltest?"

    Die grauhaarige Frau mit dem traurigen Gesicht und den wie erloschen wirkenden Augen schüttelte den Kopf.

    „Du bekommst Flori nicht zurück - nie wieder! Hektische Flecken breiteten sich auf ihren Wangen aus. „Ich werde nicht zulassen, dass du dein Kind tötest - so, wie du deinen Mann, meinen Sohn, umgebracht hast!

    Claudia begann zu weinen. Noch hatte sie den Tod ihres Mannes nicht überwunden, sie träumte jede Nacht von dem tragischen Unfall, bei dem Fred ums Leben gekommen war. Nur ... durfte man sie wirklich dafür verantwortlich machen?

    1

    Dr. Claudia Voss räumte den Geschirrspüler aus, während Fred, ihr Mann, vor dem Fernsehapparat saß und seiner Fußballmannschaft nervös die Daumen drückte. Er trieb die Spieler mit lauten Zurufen, die sie nicht hörten, an, gab ihnen taktische Anweisungen und brüllte sich die Seele aus dem Leib, wenn einer von seiner Elf gefoult wurde. Als seinem Verein das seit zwanzig Minuten fällige Tor gelang, sprang Fred Voss auf, warf die Arme hoch und schrie aus voller Kehle: „Jaaa! Jaaa! So ist es richtig, Jungs!"

    In der Küche zerschellte ein Teller.

    „Ist alles in Ordnung, Schatz?", rief Fred Voss.

    Er bekam keine Antwort.

    „Schatz?"

    Claudia reagierte nicht. Fred eilte beunruhigt in die Küche.

    „Schatz!"

    Auf dem Küchenboden lagen die Tellerscherben. Claudia saß mit bleichem, schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Stuhl. Sie stöhnte laut, und ihre Hände lagen auf ihrem großen Bauch.

    „Es ist soweit, Fred, presste sie mühsam hervor. „Unser Baby kommt.

    „Unser Baby kommt. Unser Baby kommt. O mein Gott, unser Baby kommt." Fred Voss war völlig aus dem Häuschen. Der Vierzigjährige raufte sich die Haare.

    Das Fußballspiel interessierte ihn nicht mehr. Jetzt waren nur noch Claudia und das Baby wichtig. Fred lief nervös vor seiner Frau hin und her.

    „Das Baby kommt ..."

    „Wenn ich es nicht zu Hause kriegen soll, solltest du mich jetzt in die Paracelsus-Klinik bringen", sagte Claudia verkrampft lächelnd.

    Sie war siebenunddreißig, und dies war ihr erstes Kind. Sie würden den Stammhalter Florian nennen. Dass Claudia einen Jungen unter dem Herzen trug, hatte die Ultraschalluntersuchung gezeigt. Nun wollte Flori heraus und das Licht der Welt erblicken nach einer neunmonatigen Schwangerschaft, die erfreulich problemlos verlaufen war.

    „Das Baby kommt", stöhnte Fred Voss leicht überfordert. Seit fünf Jahren war er mit Claudia glücklich verheiratet, und sie hatten alles versucht, um ein Kind zu bekommen, doch es hatte einfach nicht klappen wollen. Erst als Fred sich insgeheim damit abzufinden begonnen hatte, dass ihm väterliches Glück bedauerlicherweise für immer versagt bleiben würde, hatte Claudia ihm freudestrahlend eröffnet, dass sie in anderen Umständen sei.

    „Würdest du bitte die Tasche holen?", sagte Claudia, die vor ziemlich genau einem Jahr auf der chirurgischen Station der Paracelsus-Klinik ihren Dienst angetreten hatte und drei Monate später schwanger geworden war. Pech für die Klinik. Glück für Claudia und ihren Ehemann, der im Moment seine Nervosität nicht in den Griff bekam.

    „Die Tasche, echote er. „Ja, die Tasche ... Er schaute seine blonde Frau unsicher an. „Kann kann ich dich einen Augenblick allein lassen, Liebes?"

    „Geh schon! Beeile dich!"

    „Ich beeile mich." Er hastete aus der Küche. Im Vorbeilaufen schaltete er den Fernsehapparat ab. Es interessierte ihn nicht mehr, ob seine Mannschaft siegte, verlor oder unentschieden spielte. Das Baby - das Baby kam ...

    Mit der Tasche, die seit Wochen gepackt neben dem Schlafzimmerschrank gestanden hatte, kehrte Fred Voss in die Küche zurück. Er war seiner Frau beim Aufstehen behilflich und führte sie behutsam aus dem Haus. Nachdem er den Wagen aus der Garage gefahren hatte, half er Claudia einzusteigen und brachte sie in die Paracelsus-Klinik, wo sich sofort Schwester Annegret ihrer annahm.

    „Kann ich irgendetwas tun, Schwester?", fragte er die alte Pflegerin aufgewühlt.

    „Gehen Sie einen Kaffee trinken!", riet ihm Annegret.

    „Aber ... aber ich möchte bei der Geburt dabei sein."

    „Das werden Sie, beruhigte ihn die erfahrene Pflegerin. „Keine Sorge, so eilig hat es der kleine Flori noch nicht.

    Erst zwei Stunden später wurde Claudia in den Kreißsaal gebracht, und ihr Mann war bei ihr, hielt ihre Hand, schwitzte mit ihr, litt mit ihr und hechelte mit ihr.

    Obwohl es die erste Geburt der Siebenunddreißigjährigen war, ging alles erfreulich glatt. Chefarzt Dr. Härtling und Schwester Annegret halfen Claudia Voss, einen gesunden, strammen Knaben auf die Welt zu bringen, und sie waren die ersten, die den glückstrahlenden Eltern zur Geburt ihres langersehnten Babys gratulierten.

    2

    Fred Voss’ Eltern besaßen eine mittelgroße Landwirtschaft in der Nähe von München. Sie hießen Stillkrauth. Maria und Gert Stillkraut. Herr Stillkrauth war nicht Freds leiblicher Vater. Den hatte vor zehn Jahren eine Grippeepidemie dahingerafft, und da Freds Mutter nicht für den Rest ihres Lebens allein bleiben wollte, hatte sie nach zwei düsteren Trauerjahren den Heiratsantrag des Witwers Gert Stillkrauth angenommen und führte seither ein forsches Regiment auf seinem Hof.

    Dass ihr zweiter Mann gern das eine oder andere Schnäpschen trank, wusste sie zwar, ignorierte es aber, weil er zu Hause trank und sein Geld nicht ins Wirtshaus trug.

    Die sechzigjährige, groß gewachsene Frau öffnete das Fenster und rief ihren Mann ins Haus. Es hörte sich an, als würde sie ihn zum Rapport befehlen.

    Gert Stillkrauth schlurfte in Gummistiefeln und Arbeitskleidung herein.

    „Was gibt’s denn, Maria?", fragte der Zweiundsechzigjährige und kratzte sich im grauen Haarkranz.

    „Das gibt es. Ärgerlich zeigte Maria Stillkrauth auf eine volle Teetasse. „Du hast deinen Tee mal wieder nicht getrunken.

    „Tut mir leid, hab’s vergessen", murmelte Gert Stillkrauth.

    „Ja, ja, vergessen. Seine Frau bedachte ihn mit einem vorwurfsvollen Blick. „Wenn ein Schuss Marillenbrand drin wäre, hättest du bestimmt daran gedacht.

    Gert Stillkrauth hüstelte verlegen.

    „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass es sehr wichtig ist, diesen Hafertee regelmäßig zu trinken?, redete seine Frau ihm eindringlich ins Gewissen. „Viele Erkrankungen entstehen durch Verdauungsstörungen. Wenn die Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten sich verzögert, leistet das dem Kreislauf möglicher Gesundheitsstörungen Vorschub. Nervöse Erschöpfungen, allgemeine Nervenschwäche und sogar Kopfschmerzen können die Folge sein. Gert Stillkrauth schlug schuldbewusst die Augen nieder. „Grüner Hafer ist in arzneilicher Zubereitung nicht nur ein besonders wertvolles Nervenaufbau und Kräftigungsmittel, sondern findet auch Verwendung bei rheumatischen Krankheitszuständen mit Neigung zu Grieß und Steinbildung", belehrte ihn seine Frau.

    „Ich weiß ja, dass grüner Hafertee sehr gesund ist, gab er ihr kleinlaut recht. „Vor allem dieser Vollmers Tee, weil der nämlich zusätzlich Brennnessel, Bergfrauenmantel und Johanniskraut enthält und somit die Ausscheidung von Harnsäure noch besser fördert, die Entwässerung des Gewebes unterstützt und zur Kräftigung des Bindegewebes beiträgt. Weiß ich doch alles ...

    „Und warum trinkst du ihn dann nicht?", fragte Maria Stillkrauth streng.

    „Ich hab’ die Tasse übersehen, ehrlich, beteuerte er seiner Frau. „Ich trinke den Tee jetzt.

    Maria Stillkrauth schüttelte den Kopf.

    „Jetzt ist er kalt. Sie zeigte auf die Ofenbank. „Setz dich! Du bekommst von mir einen neuen.

    Sie kochte für sich gleich einen mit, und nachdem sie ihre Tassen geleert hatten, stand Gert Stillkrauth auf und fragte lächelnd: „Darf ich jetzt wieder an die Arbeit gehen?"

    Maria Stillkrauth schüttelte abermals den Kopf.

    „Ihr Männer seid wie kleine Kinder. Ständig muss man auf euch schauen."

    Gert Stillkrauth kniff sie zärtlich in die Wange.

    „Ach, Weibchen, sei ehrlich, du bist darüber doch ganz froh."

    Das Telefon läutete. Maria Stillkrauth nahm den Anruf entgegen.

    „Stillkrauth, meldete sie sich. „Ja ... Ja ... Waaas? Sie riss die Augen auf. „Ja ... Ja ... O Gott, ich bin ganz ... Ja ... Danke ... Danke ... Vielen, vielen Dank ..." Sie legte auf.

    Ihr Mann sah sie gespannt an.

    „Wer war das?"

    „Die Paracelsus-Klinik."

    „Was ist passiert?"

    „Wir sind soeben Oma und Opa geworden. Das ist passiert", jubelte Maria Stillkrauth.

    3

    Chefarzt Dr. Sören Härtling kam nach Hause, und als seine Frau Jana ihn nach Neuigkeiten fragte, sagte er: „ Claudia Voss hat heute entbunden."

    „Die neue Chirurgin?" Jana Härtling machte ihrem Mann einen Entspannungsdrink.

    Sören Härtling nickte. „Ja."

    „Junge oder Mädchen?" Jana reichte ihm das Glas.

    „Es ist ein Junge. Mutter und Sohn sind wohlauf." Sören nahm einen Schluck.

    Sie setzten sich, und Jana sagte: „ Sie war ein bisschen spät dran für ihr erstes Baby."

    Der Klinikchef hob die Schultern.

    „Es hat nicht früher geklappt."

    Jana Härtling schmunzelte.

    „Jetzt ist die Freude der Eltern vermutlich sehr groß."

    Sören Härtling grinste.

    „Das kann man wohl sagen." Als er Fred Voss das Baby in den Arm gelegt hatte, hätte dieser im Kreißsaal am liebsten einen Freudentanz aufgeführt.

    „Wann steht Claudia Voss der Klinik wieder zur Verfügung?", erkundigte sich Jana Härtling, die selbst Ärztin war.

    „Sie möchte in ungefähr einem halben Jahr wieder operieren", antwortete Dr. Härtling.

    „Und wer kümmert sich dann um das Baby?", wollte Jana, die vierfache Mutter, wissen.

    „Ein Kindermädchen", sagte der Chefarzt der Paracelsus-Klinik.

    Für Jana war es nicht in Frage gekommen, ein Kindermädchen zu engagieren. Sie hatte sich aus dem Berufsleben ausgeklinkt, um selbst für ihre Kinder dasein zu können.

    Der Klinikchef sah seine attraktive Frau amüsiert an.

    „Wieso ist es heute so still im Haus? Das bin ich ja gar nicht gewöhnt."

    Jana hauchte ihrem geliebten Mann einen zärtlichen Kuss auf den Mund.

    „Wir sind allein."

    „Wie das?", fragte Dr. Härtling verwundert.

    Jana sagte: „Ich habe Josee erlaubt, mit Oma und Opa Paracelsus nach Salzburg zu fahren. Tom darf bei einem Freund übernachten. Dana nimmt in Freiburg an diesem Tennisturnier teil. Ben hat eine Besprechung. Und unsere graue Ottilie ist im Sauerland bei einer langjährigen Brieffreundin."

    „Mit wem hat Ben eine Besprechung?", wollte der Klinikchef wissen.

    „Mit einem gewissen Herrn Martin Töpper."

    Sören Härtling runzelte nachdenklich die Stirn.

    „Der Name sagt mir nichts."

    „Herr Töpper ist Chefredakteur des ‘Stadtboten’", klärte Jana ihn auf.

    „Ich kenne auch den ‘Stadtboten’ nicht", sagte Dr. Härtling.

    „Ach, das ist so ein kleines Käseblatt, für das Ben schreiben möchte."

    Der Chefarzt der Paracelsus-Klinik horchte auf.

    „Unser Sohn will sich journalistisch betätigen?"

    „Hast du etwas dagegen?"

    „Ganz und gar nicht, sagte Dr. Härtling. „Vorausgesetzt die Schule kommt dadurch nicht zu kurz. Er musterte seine schöne Frau neugierig. „Wie kam der Junge auf die Idee, sich um eine Mitarbeit beim ‘Stadtboten’ zu bewerben?"

    „Der Vater eines seiner Schulkameraden ist Imker, erzählte Jana Härtling. „Ben hat über diesen Mann einen Artikel geschrieben und an mehrere kleine Zeitungen geschickt, und Martin Töpper war der einzige, der darauf positiv reagiert und unseren Sohn zu einem Gespräch eingeladen hat.

    „Wieso weiß ich nichts davon?"

    Jana schmunzelte.

    „Ben wollte dich mit seinem gedruckten Artikel überraschen."

    Sören schüttelte ein wenig stolz den Kopf.

    „Unser Sohn ein Hobby-Journalist. Nicht schlecht. Das gefällt mir." Er leerte sein Glas.

    „Ich wäre dir dankbar, wenn du unerwähnt ließest, dass ich den ‘Stadtboten’ als Käseblatt bezeichnet habe."

    Der Klinikchef lächelte.

    „Aber Liebling, das versteht sich doch von selbst. Er stellte sein Glas auf den Tisch, zog seine Frau in seine Arme und flüsterte: „Ist aufregend schön, mal mit dir so ganz allein zu sein.

    4

    Als die Stillkrauths in die Paracelsus-Klinik kamen, präsentierten ihnen Claudia und Fred Voss stolz ihren kleinen Flori, und Maria Stillkrauth stellte mit Tränen in den Augen bewegt fest, dass das Baby genauso aussah, wie ihr Sohn Fred als Säugling ausgesehen hatte.

    Das fand Claudia Voss zwar nicht, aber das war für sie kein Grund, ihrer Schwiegermutter zu widersprechen. Wenn Maria der Meinung war, ihr Junge wäre ein zweites Mal auf die Welt gekommen, wollte Claudia ihr die Freude nicht nehmen.

    „Ist er nicht süß, Gert?, sagte Maria Stillkrauth begeistert zu ihrem Mann, als sie Flori auf den Arm nehmen durfte. „Sieh nur, das kleine Näschen, die kleinen Öhrchen, die winzigen Fingerchen ... Oh, Oma ist ganz verschossen in dich, du niedlicher kleiner Knirps. Lachend schaukelte sie das Baby und strahlte dabei glückselig. „Klein Flori wird uns allen noch sehr viel Freude machen. Sie wiegte mit gespieltem Vorwurf den Kopf und sagte zu ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter. „Ihr habt uns ja sehr lange warten lassen.

    Fred Voss griente.

    „Wir haben getan, was wir konnten."

    Maria Stillkrauth wandte sich an ihre Schwiegertochter.

    „Ihr müsst unbedingt ein paar Tage zu uns kommen, sobald du nach Hause darfst, Claudia. Ich werde mich um den Kleinen kümmern, damit du dich in aller Ruhe erholen kannst."

    „Wir kommen sehr gern, Maria", gab Claudia Voss dankbar zurück.

    „Ihr könnt bleiben, solange ihr wollt, versicherte Maria Stillkrauth eifrig. „Je länger, je lieber. Wir werden eine wunderbare Zeit zusammen haben. Sie legte den Säugling zurück in sein Bettchen.

    Gert Stillkrauth rieb sich die Nase.

    „Mir war es leider nicht gegönnt, eigene Kinder zu haben. Umso mehr freue ich mich für euch, dass ihr nun den kleinen Flori habt. Es muss ein erhebendes Gefühl und eine große Ehre sein, von unserem Vater im Himmel auserwählt zu werden, am Mysterium der Schöpfung teilnehmen und zur Erneuerung der Menschheit beitragen zu dürfen."

    Maria Stillkrauth lachte.

    „Es überrascht mich immer wieder, wie unglaublich geschraubt mein lieber Mann sich in solchen Situationen ausdrücken kann."

    Gert Stillkrauth holte seinen Flachmann aus dem Jackett und hielt ihn Fred Voss hin.

    „Gert!", sagte seine Frau entrüstet. Gert Stillkrauth lachte.

    „Wir müssen doch auf das Wohl des kleinen Flori trinken."

    „Aber doch nicht hier in der Paracelsus-Klinik! Wie sieht das denn aus?"

    „Ach, man wird das schon irgendwie verkraften", sagte Gert Stillkrauth unbekümmert und nickte Fred Voss aufmunternd zu. Dieser nahm den Flachmann und trank höflichkeitshalber einen kleinen Schluck. Gert Stillkrauth nahm einen größeren und ließ die Flasche wieder verschwinden.

    Maria Stillkrauth sah ihren Mann und ihren Sohn vorwurfsvoll an.

    „Ihr zwei seid wirklich unmöglich. Man muss sich mit euch schämen."

    Gert Stillkrauth lachte vergnügt.

    „Wieso denn? Es hat doch keiner was gesehen, und der kleine Flori stößt sich bestimmt nicht daran, dass sein Papi und sein Opa einen auf sein Wohl zur Brust genommen haben."

    5

    Am Abend erschien Helga Jordani - Claudia Voss’ jüngere Schwester in der Paracelsus-Klinik. Helga hatte einen tollen Job in einem Münchner Auktionshaus und war eine voll emanzipierte Frau von dreißig Jahren. Sie trug ein lindgrünes Chanelkostüm und war superschlank.

    Claudia musterte sie mit sorgenvoller Miene.

    „Du hast schon mal besser ausgesehen."

    Helga Jordani lachte hell.

    „Du meinst, ich hab ’ schon mal fetter ausgesehen. Das stimmt. Deshalb habe ich den überflüssigen Pfunden und der drohenden Cellulite den Kampf angesagt."

    „Du bestehst ja nur noch aus Haut und Knochen."

    „Keine Angst, sagte Helga Jordani augenzwinkernd. „Für Männer ist noch genug an mir dran. Sie strich mit den Händen über ihre Hüften. „Ich entspreche mit meiner Figur dem derzeitigen Schönheitsideal. Sieh dir doch die Top-Models auf den Laufstegen der eleganten Modewelt an! Einige von denen sind noch schlanker als ich."

    „Eiferst du denen

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