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Der Ritter und die Gauklerprinzessin: Drei Mittelalter-Romane
Der Ritter und die Gauklerprinzessin: Drei Mittelalter-Romane
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eBook362 Seiten3 Stunden

Der Ritter und die Gauklerprinzessin: Drei Mittelalter-Romane

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Der Ritter und die Gauklerprinzessin: Drei Mittelalter-Romane

von Tomos Forrest



Über diesen Band:



Dieser Band enthält folgende Romane von Tomos Forrest:



Turnier der Todgeweihten

Manius, der Wandermönch

Vika, Pinzessin der Gaukler





Eine Gruppe Fahrendes Volk, unter ihnen Vika, die Prinzessin der Gaukler, erfreut die Menschen von Exeter und weckt in Roger, dem Sohn des reichen Tuchhändlers Ebenezer Anderson, Gefühle für die junge Frau, die er bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte.

An einem Markttag bekommt sein Vater von Sir Rygan den Auftrag, Fässer mit geheimem Inhalt sowie edle Stoffe zu Sir Struan of Rosenannon, dem High Sheriff of Cornwall, nach Launceston Castle zu bringen. Und der beauftragt seinen Sohn, diese Fracht sicher an seinen Bestimmungort zu begleiten. Der ist hocherfreut, sind doch die Gaukler gerade dorthin aufgebrochen und er hofft auf ein Wiedersehen mit Vika.

Als er sich auf den Weg macht, ahnt er noch nicht, dass bereits die Rebellen um Sir Morgan of Launceston ein Auge auf diesen Transport geworfen haben, denn sie glauben zu wissen, was dort im Geheimen transportiert werden soll und das Schicksal mit einem unverhofften Ende nimmt seinen Lauf, denn der grausame Burgvogt hat wieder einmal seine Hand im Spiel ...
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum27. Jan. 2022
ISBN9783745222548
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    Buchvorschau

    Der Ritter und die Gauklerprinzessin - Tomos Forrest

    Der Ritter und die Gauklerprinzessin: Drei Mittelalter-Romane

    von Tomos Forrest

    Über diesen Band:

    Dieser Band enthält folgende Romane von Tomos Forrest:

    Turnier der Todgeweihten

    Manius, der Wandermönch

    Vika, Pinzessin der Gaukler

    ––––––––

    Eine Gruppe Fahrendes Volk, unter ihnen Vika, die Prinzessin der Gaukler, erfreut die Menschen von Exeter und weckt in Roger, dem Sohn des reichen Tuchhändlers Ebenezer Anderson, Gefühle für die junge Frau, die er bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte.

    An einem Markttag bekommt sein Vater von Sir Rygan den Auftrag, Fässer mit geheimem Inhalt sowie edle Stoffe zu Sir Struan of Rosenannon, dem High Sheriff of Cornwall, nach Launceston Castle zu bringen. Und der beauftragt seinen Sohn, diese Fracht sicher an seinen Bestimmungort zu begleiten. Der ist hocherfreut, sind doch die Gaukler gerade dorthin aufgebrochen und er hofft auf ein Wiedersehen mit Vika.

    Als er sich auf den Weg macht, ahnt er noch nicht, dass bereits die Rebellen um Sir Morgan of Launceston ein Auge auf diesen Transport geworfen haben, denn sie glauben zu wissen, was dort im Geheimen transportiert werden soll und das Schicksal mit einem unverhofften Ende nimmt seinen Lauf, denn der grausame Burgvogt hat wieder einmal seine Hand im Spiel ...

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

    © Roman by Author / COVER EDWARD MARTIN

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

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    Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 45: Turnier der Todgeweihten

    Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 45: Turnier der Todgeweihten

    Tomos Forrest

    Published by BEKKERpublishing, 2019.

    Table of Contents

    UPDATE ME

    Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 45: Turnier der Todgeweihten

    von Tomos Forrest

    ––––––––

    Zyklus: Rebellen von Cornwall, Band 29

    ––––––––

    IMPRESSUM

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © Roman by Author

    © Titelbild: Nach einem Motiv von Alexandre Évariste Fragonard mit Steve Mayer, 2019

    Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

    Ceated by Thomas Ostwald, Alfred Bekker und Jörg Martin Munsonius

    © dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Klappentext

    Sir Struan of Rosenannon, der High Sheriff of Cornwall, ersinnt einen teuflischen Plan, die verhassten Rebellen in eine Falle zu locken, um ihnen endlich den Garaus zu machen. Und das eigens dafür angesetzte Turnier soll sie anlocken, um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Bei diesem besonderen Ereignis will Sir Rygan, der pockennarbige Burgvogt des High Sheriffs, sein eigenes boshaftes Spiel mit weitreichenden Folgen spielen und trifft seine mörderischen Vorbereitungen. Doch auch sein oberster Dienstherr steht ihm in Nichts nach, und die Rebellen werden ihre Mühe haben, die Falle rechtzeitig zu erkennen ...

    ***

    1.

    Weasel hatte wunderbar geschlafen, fühlte sich frisch und ausgeruht und kroch aus dem Heu, in dem er die Nacht verbracht hatte. Es war ein Glücksfall, dass er diese Scheune noch vor Einbruch der Dunkelheit gefunden hatte, und es störte ihn überhaupt nicht, dass sich dort ein paar Hühner bereits einquartiert hatten. Drei Eier hatten sie hinterlassen, die er zum Abendessen aufschlug und trank, denn Feuer konnte er nicht entzünden. Es war etwas zu wenig für einen großen Burschen wie Weasel, aber er hatte gelernt, sich mit dem zu begnügen, was ihm zufällig beschert wurde. Nur für einen winzigen Augenblick hatte er daran gedacht, wie es wohl sein musste, eines der Hühner zu fangen und vor der Scheune zu braten. Der Gedanke an den Geschmack von zartem Hühnerfleisch auf der Zunge ließ ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen – aber dann war er sofort wieder in der Realität zurück. Weasel schüttelte sich bei der Vorstellung, das Huhn töten, ausnehmen und rupfen zu müssen. Das war nichts für ihn, er hatte so etwas noch nie gemacht und würde lieber hungrig bleiben, als so ein gackerndes Federvieh zu töten. Zufrieden, wenn auch mit etwas knurrendem Magen, hatte er sich im Heu eingegraben und sanft geschlafen, bis ihn die Stimmen der Vögel auf dem Scheunendach weckten. Die Sonne ging gerade erst auf, ihre wärmenden Strahlen tasteten das Scheunentor ab, als sich Weasel davor dehnte und streckte und sich dabei nach allen Richtungen umsah.

    Nirgendwo war ein Mensch auf den Feldern zu sehen, und Weasel schnalzte genüsslich mit der Zunge, als er beobachtete, wie eines der Hühner durch ein Loch in der Scheunenwand verschwand. Das Federvieh gehörte wohl niemand mehr, denn sonst wäre doch schon längst jemand aufgetaucht, um die Eier einzusammeln. Als er jetzt das zufriedene Gackern eines Huhnes vernahm, machte er sich behutsam auf die Pirsch.

    Naja, behutsam, so wie es Weasel bei seiner unförmigen Gestalt eben möglich war. Er war groß und massig, trug ein sehr weit geschnittenes Hemd und eine einfache Hose, die mit einem Strick dort zusammengebunden wurde, wo bei weniger korpulenten Menschen die Hüfte erkennbar war.

    Seinen wirklichen Namen hatte er längst vergessen, denn irgendein Witzbold in seinem alten Dorf hatte ihn Weasel gerufen, und diejenigen, die gerade am Brunnen standen und Wasser schöpften, hatten diesen Namen aufgegriffen und sich dabei vor Lachen fast zusammengekrümmt. Er hatte das nicht verstanden, fand den Namen hübsch, denn er liebte diese kleinen, flinken Tiere, die in dem ihm bekannten Wald zu nächtlicher Stunde auf der Jagd waren.

    Mit schwerfälligen, plumpen Schritten pirschte sich Weasel also nun an der Scheunenwand entlang, bis plötzlich vor ihm laut gackernd das Huhn aufflog und er vor Freude laut auflachte. Hier im Heu befanden sich versteckt bald ein ganzes Dutzend der leckeren Hühnereier, die er am Vorabend in der einsetzenden Dunkelheit gar nicht sehen konnte. Rasch sah er sich um, entdeckte in einer Ecke der Scheune einen alten Korb, dessen Ränder zerbrochen und der Griff zum Tragen nicht mehr vorhanden waren. Den nahm er jetzt, sammelte die Eier hinein und trat aus der Scheune hinaus. Noch ein blinzender Blick aus seinen im kugelrunden Kopf zwischen den Speckfalten fast verschwindenden kleinen Äuglein, und dann war Weasel unterwegs.

    Sein Ziel war zunächst der kleine Bach, der zwischen der Scheune und dem Wald durch die Felder floss. Hier stillte er seinen Durst, nachdem er behutsam den zerbrechlichen Korb mit den wertvollen Eiern abgestellt hatte, dann sehr bedächtig in die Knie sank und seine ungeheuren Massen so am Bachrand auf die Erde stützte, dass er an das Wasser gelangen konnte. Doch das war noch immer sehr mühselig, und schließlich streckte er seinen Kopf direkt in das munter dahin schießende Wasser, um sich zu erfrischen.

    Kaum war der damit fertig, galt es, die nächste Schwierigkeit zu überwinden. Er musste vom Ufer wieder zurück und sich dort aufrichten. Am Ende gelang es ihm nach vielen Versuchen, aber dabei brach ihm der Schweiß aus und lief in Bahnen über seine feisten Wangen.

    Ganz kurz überlegte Weasel, ob es nicht vielleicht besser war, gleich hier am Ufer zu bleiben und die Frühstückseier auszuschlürfen, aber dann waren ihm die Sonnenstrahlen zu kräftig, und in seiner üblichen Fortbewegungsart, schwerfällig stampfend und schaukelnd, erreichte er bald den schattigen Wald und entging hier den langsam näher kriechenden Sonnenstrahlen. Unter einer mächtigen Kiefer fand er ein geeignetes Plätzchen, wo er sich behäbig niederließ und seinen breiten Rücken gegen den Stamm lehnen konnte.

    Gerade hatte er das erste Ei geöffnet und den Inhalt in seinen weit geöffneten Schlund geschüttet, als er einen schwachen Ruf vernahm. Erstaunt sah sich Weasel um, konnte jedoch niemanden sehen, griff das nächste Ei und drückte es sich in den Mund.

    „Hallo! Hörst du nicht?"

    Diesmal bestand kein Zweifel. Da hatte jemand gerufen, aber so sehr Weasel sich auch anstrengte und seinen haarlosen, runden Kopf in alle Richtungen drehte – da war kein menschliches Wesen zu sehen. Dann folgte plötzlich ein lang gezogenes Stöhnen, und nun wurde es Weasel unheimlich zumute. War er hier in einen Zauberwald geraten, in dem Dämonen ihr Spiel mit den Wanderern trieben? So etwas wurde ja immer wieder in den Dörfern, durch die er kam, erzählt und mühsam begann er nun, seine Massen aufzurichten.

    „Hier, du Trottel, hier unten!"

    Die Stimme war jetzt ganz nahe, und trotzdem konnte Weasel niemand in seiner Nähe sehen. Erneut brach ihm der Schweiß aus, er versuchte mit aller Kraft, an den Stamm gestützt, auf die Beine zu kommen, griff nach dem Korb und hörte jetzt einen lauten Schrei.

    Wäre Weasel so schnell wie sein Namensgeber gewesen, so hätte er jetzt die Flucht ergriffen. Aber als er sich umdrehte, sagte die Stimme:

    „Schau doch mal in diese Richtung auf den Boden! Hilf mir!"

    Erstaunt sah er in diesem Augenblick einen Kopf unmittelbar über dem Boden und keine fünf Fuß von ihm entfernt. Gebannt starrte er auf die weit aufgerissenen Augen, die ihn musterten, registrierte die wilden, schwarzen Haare, die den Kopf umrahmten, sowie den dichten, schwarzen Vollbart, der wie eine seltsame Pflanze aus dem Erdboden zum Kopf zu wachsen schien. Dieser Anblick steigerte seine Ängste, und schon wollte er den Fuß heben, um so schnell wie möglich aus der Nähe dieses sprechenden Kopfes zu gelangen, als ein weiterer Schrei erklang.

    „Bleib hier und hilf mir!"

    Das klang auf der einen Seite so hilfsbedürftig und jämmerlich, auf der anderen Seite aber auch wie ein Befehl, und Weasel drehte sich zu dem Kopf, um ihn näher zu betrachten.

    „Bist du ein Dämon?", erkundigte er sich dann vorsichtig.

    „Nein, ein Mensch wie du!"

    „Wo ist dein Körper mit den Armen und Beinen geblieben?"

    Der Kopf stieß ein fürchterliches Stöhnen aus und schloss dabei die Augen. Gleich darauf wurden sie wieder aufgerissen, in dem prächtigen Vollbart klappte eine Öffnung aus, und der Kopf schrie laut heraus:

    „So hilf mir doch endlich hier heraus! Man hat mich gefesselt und in diesem Loch eingegraben!"

    „Gefesselt?, erkundigte sich Weasel vorsichtig, machte dabei aber ein paar vorsichtige, kleine Schritte auf den Kopf zu. „Wer macht denn so etwas?

    Der Kopf stöhnte laut, dann antwortete er:

    „Ich erzähle dir das alles später. Jetzt hilf mir hier heraus, ich halte es nicht mehr länger aus!"

    Weasel war jetzt ganz dicht an den Kopf getreten.

    Vorsichtig war er aber noch immer. Noch nie hatte er so etwas gesehen, und der Kopf machte ihm noch immer Angst.

    „Was soll ich tun?"

    Der Kopf rollte die Augen, dann kam die Antwort, gepresst zwischen den Zähnen, als müsste er sich überlegen, nicht gleich laut herauszuschreien.

    „Du musst die Erde um mich herum wegkratzen. Sie ist noch locker, aber ich kann dir dabei nicht helfen, weil meine Arme und Beine gefesselt sind. Setz dich hier vor mich hin und fang an, mit den Händen zu graben!"

    Weasel betrachtete den Kopf, anschließend die unmittelbare Umgebung und hatte dann einen Entschluss gefasst. Ja, die Erde um den Kopf sah noch frisch aus. Aber er musste sich absichern. So watschelte er schwerfällig zu einem dicken Ast, der etwas entfernt lag, griff ihn mühselig auf und kehrte zu dem Kopf zurück.

    „Was willst du mit dem Knüppel?", erkundigte sich der Kopf.

    „Nur zur Vorsicht!, antwortete Weasel. „Für den Fall, dass du doch ein Dämon bist und über mich herfällst, wenn ich dich ausgegraben habe!

    Ein Stöhnen antwortete ihm, dann murmelte der Kopf halblaut vor sich hin:

    „Warum musste mir von allen Menschen in Cornwall ausgerechnet dieser Schwachkopf begegnen? Herr im Himmel, was für ein ..." Der Rest ging im unverständlichen Murmeln unter, denn Weasel ließ sich langsam auf den Boden sinken. Das sah so aus, als würde jemand einen großen Sack Mehl abstellen, und weil der nicht zugebunden war, breitete sich das Mehl langsam in kleinen Wellen in dem weiten Sack aus.

    Aber kaum hatte Weasel eine geeignete Position eingenommen, begann er auch schon mit seiner Arbeit, und behielt dabei den Knüppel immer im Auge. Als er nach einer Weile erschöpft innehielt und mit sehnsüchtigem Blick zu dem Eierkorb sah, sprach der Kopf wieder mit ihm.

    „Was ist? Warum hörst du auf? Ich bin ja noch nicht einmal bis zur Brust frei? Mach weiter, ich will hier endlich raus!"

    „Ja, ja, ich mach ja schon so schnell ich kann!", antwortete Weasel, sah noch einmal sehnsüchtig zu den Eiern hinüber und begann dann, mit beiden Händen wieder die weiche Erde aufzuwühlen und nach beiden Seiten zu werfen, fast wie ein Hund. Doch der wäre vermutlich schneller gewesen.

    Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, konnte der Eingegrabene seine Oberkörper bewegen und versuchte nun, trotz seiner gefesselten Hände, das Werk seines Retters zu unterstützen – aber das war vergebliche Mühe. So hob er nach einiger Mühe seine Hände aus dem Loch und hielt sie Weasel hin.

    „Wie soll ich die aufbinden?, sagte der jedoch verzweifelt. „Sie sind ganz fest geschnürt und ich habe kein Messer dabei!

    „Es darf doch nicht wahr sein!", stöhnte der Schwarzhaarige. Als Weasel mit seinen dicken Fingern an den Fesseln herumtastete, riss ihm der Mann die Hände wieder weg und begann, mit seinen Zähnen an den Stricken zu ziehen und zu zerren. Nach einer weiteren Ewigkeit hatte er die Stricke so weit gelockert, dass er seine Fessel abstreifen konnte, auch wenn dabei ein paar Hautfetzen mit abgingen. Gleich darauf griff er mit beiden Händen um sich, wühlte noch weitere Erde heraus, bis er sich auf dem Rand des Loches abstützen und sich hinaufziehen konnte. Seine gefesselten Füße waren wie abgestorben, aber nun, wo er seine Freiheit in unmittelbarer Nähe wusste, hielt ihn nichts mehr auf. Noch immer unterstützte ihn Weasel nach Kräften, und es war lange nach der Mittagsstunde, als er sich endlich, befreit von den Fesseln, zum Bach schleppen konnte und sich fast hineinfallen ließ, um in langen Zügen gierig das kalte Wasser zu trinken.

    Dann blieb er halb im Wasser, halb am Bachrand liegen, und schnappte keuchend nach Luft. Die Gedanken wirbelten in seinem Kopf durcheinander, aber langsam schälte sich ein klarer Gedanke heraus.

    Du musst nach Tintagel Castle! Die anderen warnen!

    Er erhob sich und sah den unglaublich dicken Mann am Waldrand sitzen. Noch nie in seinem Leben hatte er einen Menschen mit einem solchen Körperumfang gesehen. Aber er musste dankbar sein, dass überhaupt jemand ihn gefunden hatte. Denn er selbst hatte bereits mit seinem Leben abgeschlossen, nachdem ihn die Schergen des Sheriffs erwischt hatten, als er sie belauschen wollte. Der Kampf war lang und wurde letztlich nur durch die Übermacht entschieden, denn Clyde war ein erfahrener Kämpfer und ehemaliger Soldat (vgl. Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 39, Duell der Bogenschützen). Er hatte nicht damit gerechnet, dass man ihn an Ort und Stelle fesseln und in diesem Loch zurücklassen würde, wo er einem qualvollen Tod ausgeliefert war.

    „Ich bin dir sehr dankbar. Du hast mir das Leben gerettet!, sagte er deshalb bei seiner Rückkehr zum Waldrand und hielt dem Dicken seine Hand hin. „Ich bin Clyde und stamme von der Küste.

    Erstaunt sah Weasel zu ihm auf, dann zog ein strahlendes Lächeln über seine dicken Bäckchen, er drückte die dargebotene Hand und antwortete: „Ich heiße Weasel!"

    Um ein Haar hätte sich Clyde verschluckt, aber das war so harmlos und freundlich vorgetragen, dass er sich zusammenriss, um den Mann nicht zu beleidigen.

    „Hast du Hunger, Clyde? Ich habe noch ein paar Eier, die wir uns teilen können."

    Wenig später saßen die beiden einträchtig nebeneinander am Waldrand, schlugen die Eier auf und tranken sie aus, bis Clyde plötzlich aufsprang und ausspie.

    „Pfui Teufel, das war ekelhaft!"

    „Was hast du nur?, erkundigte sich Weasel erstaunt und sah zu, wie Clyde zum Bach hinunterlief und erneut trank. „Ein seltsamer Kerl, dieser Clyde. Aber er ist nett und hat nicht über mich gelacht. Vielleicht hat er ja etwas Schlechtes gegessen?

    Das war tatsächlich der Fall, wie auch Weasel erkennen musste, als er den Inhalt des nächsten Hühnereis in den Mund schüttete. Ein unangenehmer, fauliger Geschmack machte sich breit, und angewidert spuckte Weasel alles aus, was er gerade noch im Mund sammeln konnte. Jetzt hätte er etwas darum gegeben, wenn er auch so rasch zum Bach hinunterlaufen könnte wie Clyde, der eben langsam zurückkehrte und ihn dabei beobachtete. Nun musste er aber doch laut herauslachen, als er die unglückliche Miene des dicken Weasel sah, der offenbar ebenfalls ein verdorbenes Ei gegessen hatte.

    2.

    „Ist das hier nicht mehr zu Launceston Castle gehörig?"

    „Nicht so laut, wenn dich jemand hört!", antwortete der vierschrötige Bauer, der seine Arme in die Seiten gestemmt hatte und Clyde feindselig musterte.

    „Sir Morgan hat mir gesagt, dass ich mich an dich wenden soll, wenn ich Hilfe benötige. Oder bist du nicht Skena, der Bauer, dem er einmal das Leben gerettet hat, als sein Haus in Flammen stand und er sich nicht scheute, dich und deine Familie noch herauszuholen, bevor das Dach einstürzte?"

    Noch einmal warf der Bauer einen raschen Blick über die staubige Dorfstraße hinüber zur Linde, unter der ein paar alte Männer saßen und sich unterhielten.

    Dann nickte er rasch, griff den Ärmel Clydes und zog ihn hinter sich her in den Stall.

    „Du redest hier so laut, dass dich selbst die alten Männer unter der Linde noch hören können. Wenn dich Sir Morgan geschickt hast, musst du doch auch wissen, dass sich die Zeiten in den vergangenen Wochen stark verändert haben!"

    Clyde musterte das kräftige, von der Sonne gebräunte Gesicht des Bauern und nickte dann zustimmend.

    „Gut, dass du in Sorge um deine Sicherheit bist, das kann ich verstehen. Nicht mehr lange, und die Sonne wird untergehen. Bis dahin möchte ich hier im Stall bleiben, und die Nacht nutzen, um an die Küste zu gelangen. Ist dein Pferd gesund, die Hufe beschlagen?"

    Skena warf einen traurigen Blick hinüber zu dem Fuchs, der in seiner abgeteilten Einrichtung stand und an ein paar Strohhalmen knabberte, die er sich aus dem Futtertrog zog. Dann nickte er, seufzte tief auf und erkundigte sich:

    „Und ich bekomme das Pferd bald wieder zurück?"

    „Oder genügend Silber, um dir ein neues kaufen zu können, sei unbesorgt, guter Mann! Sir Morgan, der Löwenritter, lässt niemand im Stich, der ihm geholfen hat!"

    „Und warum bist du ganz allein und ohne Waffen hier in der gefährlichen Nähe der Burg? Der Sheriff ist dort wieder anwesend, und man berichtet, dass einige von euch in den letzten Tagen gefangen wurden und auf der Burg auf den Tag ihrer Hinrichtung warten." Der Bauer machte dazu ein bekümmertes Gesicht, was bei seinen groben Gesichtszügen geradezu komisch auf den Betrachter wirkte. Aber Clyde grinste nur, nickte Skena zu und erkundigte sich dann:

    „Wenn du noch etwas zu Essen für mich hättest, wäre meine Dankbarkeit unendlich. Außer ein paar angebrüteten Eiern hatte ich heute noch nichts."

    „Speck und Bohnen sind noch auf dem Feuer, antwortete der Bauer, noch immer nicht ganz zufrieden mit dem plötzlichen Auftauchen des ungebetenen Gastes. „Ich bringe dir etwas davon, aber erst, wenn es dunkel geworden ist und es nicht mehr auffällt.

    „Gut, dann muss ich mich so lange

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