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Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller
Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller
Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller
eBook306 Seiten4 Stunden

Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller

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Über dieses E-Book

Dieser Band enthält folgende Romane

von Jan Gardemann:

Das Geheimnis der Pestfrau

Der Fluch der schönen Myrna

Wer den Teufel verrät

Brenda Logan wird von ihrem Chef zu einem walisischen Ort geschickt, um dort den Besitzer, Sir Ashley Ellis, bei der Errichtung von historischen Türmen zu unterstützen. Schon, als sie dort ankommt, hat sie ein merkwürdiges Gefühl. Nicht gerade erfreut über die Information der Ehefrau des Hauses, dass sie unter einem Vorwand herbeordert wurde, bleibt sie dennoch, um der Familie behilflich zu sein.

Nur das Auffinden eines Amuletts kann die Tochter des Hauses vor einer Heirat mit einem kleinen hässlichen Gnom retten. Die Zeit drängt, doch wo ist das Amulett? Des Rätsels Lösung ist so nah ...
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum11. Apr. 2022
ISBN9783745223651
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    Buchvorschau

    Im Bann des magischen Amuletts - Jan Gardemann

    Jan Gardemann

    Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller

    UUID: 73e37d51-feeb-4f53-880e-1f196173c016

    Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://writeapp.io) erstellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller

    Copyright

    Das Geheimnis der Pestfrau

    DER FLUCH DER SCHÖNEN MYRNA

    Wer den Teufel verrät

    Im Bann des magischen Amuletts: Sammelband 3 geheimnisvolle Thriller

    Jan Gardemann

    Dieser Band enthält folgende Romane

    von Jan Gardemann:

    Das Geheimnis der Pestfrau

    Der Fluch der schönen Myrna

    Wer den Teufel verrät

    Brenda Logan wird von ihrem Chef zu einem walisischen Ort geschickt, um dort den Besitzer, Sir Ashley Ellis, bei der Errichtung von historischen Türmen zu unterstützen. Schon, als sie dort ankommt, hat sie ein merkwürdiges Gefühl. Nicht gerade erfreut über die Information der Ehefrau des Hauses, dass sie unter einem Vorwand herbeordert wurde, bleibt sie dennoch, um der Familie behilflich zu sein.

    Nur das Auffinden eines Amuletts kann die Tochter des Hauses vor einer Heirat mit einem kleinen hässlichen Gnom retten. Die Zeit drängt, doch wo ist das Amulett? Des Rätsels Lösung ist so nah ...

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

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    Alles rund um Belletristik!

    Das Geheimnis der Pestfrau

    Das magische Amulett

    Roman von Jan Gardemann

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 98 Taschenbuchseiten.

    Der junge Archäologe Samuel Lington hat ein Diamanten-Amulett im Auftrag des zwielichtigen Millionärs Hektor van Hoek von Südafrika nach London geschmuggelt. Doch dieses Diamanten-Amulett ist mit einem bösen Fluch behaftet. Seit 150 Jahren erscheint jeder männlichen Person, die mit dem Amulett in Berührung kommt, der Geist einer Frau. Danach stirbt er in kürzester Zeit an der Pest.

    Nun muss Brenda Logan helfen, die mit Samuel Lington befreundet ist, Kann sie das Geheimnis des Amuletts und der Pestfrau entschlüsseln?

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing

    sind Imprints von Alfred Bekker.

    © by Author

    © Cover by Firuz Askin, 2016

    © dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement

    mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    © Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Prolog

    Harry glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Die Frau schien aus dem Nichts gekommen zu sein. Ihre Haut sah weiß und durchscheinend aus. Sie war von zierlichem Wuchs und trug ein altertümlich anmutendes Spitzenkleid. Das schmale bleiche Gesicht der Frau drückte unendliche Traurigkeit aus. Es wurde von dünnen silbernen Haaren umspielt, die in einem nicht spürbaren Wind gespenstisch hin und her wehten. Joe wandte sich langsam um. Als er die unheimliche weiße Frau erblickte, stieß er einen überraschten Schrei aus. Entsetzt prallte er zurück und stieß an den Kamin. Schwebend näherte sich die geisterhafte Frau dem Butler. Mit einer traurig anmutenden Geste hob sie ihren schlanken Arm und strich mit dem Handrücken über die verschwitzte Wange des Butlers. Mit schaurigem Entsetzen ging Joe in die Knie. Das war mehr als er ertragen konnte.

    1

    Samuel Lington schaute sich unbehaglich in dem großen Salon um. Trübes Tageslicht fiel durch die hohen Sprossenfenster und tauchte den Raum in graues Dämmern. Die Möbel waren alt, gepflegt und sehr wertvoll. Das erkannte Samuel auf den ersten Blick. Er war Archäologe und kannte sich mit solchen Dingen aus.

    Noch viel wertvoller als die Möbel waren jedoch die Ölgemälde an den Wänden und die kleinen Kunstschätze, die in den verzierten Vitrinen aus gepanzertem Glas aufbewahrt wurden.

    Für einige der Artefakte hätten Museen eine hohe Summe gezahlt.

    Aber Samuel wusste, dass Hektor van Hoek, dem diese Villa mitsamt seinen unersetzlichen Kunstschätzen gehörte, seine Kostbarkeiten niemals verkaufen würde. Schließlich hatte es ihn eine Menge Geld und Mühe gekostet, sie zusammenzutragen. Er betrachtete sie als sein Eigentum und zeigte sie nur einem erlesenen Kreis von Freunden und Bekannten.

    Unwillkürlich tastete Samuel nach der Aufnähtasche seiner olivfarbenen Outdoorjacke. Unter dem festen Stoff fühlte er einen etwa handtellergroßen, kantigen Gegenstand.

    Samuel atmete tief durch. Er wäre froh, wenn er Hektor van Hoek das Teil endlich übergeben könnte. Er verstand nicht, warum der Millionär ihn so lange warten ließ.

    Missmutig verschränkte Samuel die Arme hinter dem Rücken und schlenderte an den zahlreichen Vitrinen vorbei. Nur flüchtig ließ er seinen Blick über die Kostbarkeiten schweifen.

    Warum er gerade in diesem Augenblick an Brenda Logan denken musste, konnte Samuel sich nicht erklären.

    Brenda war eine junge Archäologin, die es mit ihren sechsundzwanzig Jahren schon ziemlich weit gebracht hatte. Sie arbeitete im British Museum in London. Ihr Spezialgebiet waren Amulette. Sie hatte sogar schon ein Buch über dieses Thema veröffentlicht und wurde von vielen Kollegen aus aller Welt konsultiert, wenn es darum ging, Klarheit über Alter und Bedeutung eines Amuletts zu erlangen.

    Samuel Lington bewunderte Brenda. Er hatte schon einige Expeditionen mit ihr unternommen und musste sich eingestehen, dass er sich in die junge, attraktive Archäologin verliebt hatte.

    Leider war sie bereits verheiratet. Ihr Mann hieß Daniel Connors. Er war ein bekannter Arzt und Neurologe und arbeitete im St. Thomas Hospital. Brenda und Daniel liebten sich über alles das spürte Samuel jedes Mal, wenn er die beiden zusammen erlebte.

    Unwillig wandte der junge Archäologe sich von den Vitrinen ab und starrte aus dem Fenster.

    Warum kann ich nicht ein bisschen so sein, wie Brenda? dachte er, während er die kahlen dürren Bäume des parkähnlichen Grundstücks der Villa betrachtete. Der Winter hatte London fest im Griff. Ein bleigrauer Himmel spannte sich über die Metropole. Der eisige Wind fegte durch die Straßen und die Parks und machte jeden Spaziergang zu einer Tortour.

    »Du bist eben nicht der Typ für ein solides Leben«, murmelte Samuel, der noch immer an Brenda und Daniel dachte. Dabei grinste er selbstironisch.

    Samuel bezeichnete sich selbst als freischaffender Archäologe. Er hielt es nie lange bei einem Arbeitgeber aus. Sogar im British Museum hatte er schon einmal gejobt. Aber auch dort hatte er nach wenigen Monaten wieder gekündigt, obwohl Professor Salomon Sloane, der Direktor des Museums, ihm alle Freiheiten gewährt hatte, die man sich als Archäologe nur wünschen konnte.

    »Ich bin eben zu flippig und unruhig«, führte Samuel sein Selbstgespräch fort. »Außerdem liebe ich das Abenteuer und meine Freiheit. Es ist viel aufregender, eigene Expeditionen durchzuführen und unabhängige Nachforschungen anzustellen, als es im Auftrag eines Vorgesetzten zu tun...«

    Samuel hielt verbittert inne und tastete wieder nach dem kantigen Gegenstand in der Aufnähtasche.

    Ganz so romantisch und aufregend, wie er seine Freiberuflichkeit sah, war sie in Wirklichkeit nicht immer. Oft zwang ihn seine miserable finanzielle Lage, dubiose Aufträge anzunehmen. Aufträge, wie er gerade einen für Hektor von Hoek erledigt hatte...

    Ungeduldig nahm Samuel seine Wanderung durch den Salon wieder auf.

    Warum lässt der reiche Sack mich nur so lange warten? dachte er aufgebracht. Es geschieht dir ganz recht, dass du ein wenig auf die Folter gespannt wirst. Brenda Logan hätte sich auf eine so zwielichtige Angelegenheit bestimmt nicht eingelassen!

    Samuel nahm sich vor, Brenda einen Besuch abzustatten, wenn er hier fertig war. Sicher würde sie ihn fragen, was er seit ihrem letzten Zusammentreffen getrieben hatte. Er würde ihr eine abenteuerliche Geschichte erzählen. Dabei würde er es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen. Schließlich musste Brenda nicht wissen, mit welchen Leuten er sich eingelassen hatte, um an Geld zu kommen. Geld, das er dringend für seine privaten Nachforschungen benötigte...

    Da wurde die Tür plötzlich aufgestoßen. Ein vierschrötiger Mann trat ein. Er trug einen maßgeschneiderten Anzug, der die muskulöse Statur des Mannes betonte. Er war untersetzt und fast genauso breit, wie er hoch war. Abweisend und geringschätzend starrte er Samuel an.

    »Mr. van Hoek erwartet Sie!«, stieß er rau hervor und winkte dabei mit herrischer befehlsbetonter Geste.

    Samuel seufzte und setzte sich in Bewegung. Als er sich an dem muskelbepackten Mann vorbeischob, spürte er, wie seine misstrauischen Blicke ihn förmlich durchbohrten.

    »Bleiben Sie locker, Joe«, meinte Samuel respektlos und musste daran denken, wie abweisend und unhöflich der Butler ihn bei seinem Eintreffen behandelt hatte. Joe war Leibwächter und Butler in einer Person. Und er nahm seinen Job ziemlich ernst.

    »Sparen Sie sich Ihre dummen Bemerkungen, Mr. Lington«, erwiderte Joe rau. »Denken Sie daran. Sie sind nur ein kleiner Laufbursche, der für Mr. van Hoek einen Job erledigen durfte.«

    Samuel kniff wütend die Lippen zusammen. Ihm lag eine scharfe Erwiderung auf der Zunge. Aber dann beschloss er, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Er wollte keinen Streit vom Zaun brechen, sondern die Sache so schnell wie möglich hinter sich bringen.

    Joe stakste mit seinen zu kurz geratenen stämmigen Beinen vor Samuel her und durchquerte langsam die kuppelförmige Eingangshalle. Dann steuerte er auf eine wuchtige Eichentür zu. Das Holz war fast schwarz und mit dämonisch wirkenden Schnitzereien versehen.

    Joe ballte die Faust und klopfte an.

    »Herein!«, war eine gedämpfte Stimme hinter der Tür zu vernehmen.

    Joe öffnete und wies mit mürrischer Geste in den dahinterliegenden Raum. Nachdem Samuel eingetreten war, stellte Joe sich breitbeinig in die Türöffnung und verschränkte die Arme vor der breiten Brust.

    Samuel blieb einen Moment unschlüssig stehen. Die Sonne war durch die Wolken gebrochen und das Licht, das durch die hohen Sprossenfenster am gegenüberliegenden Ende des Raumes fiel, blendete ihn. Die wuchtigen antiken Möbel zeichneten sich als schattenhafte Schemen ab. In der Mitte des Raums stand ein imposanter Schreibtisch. Darüber hing eine reichverzierte Jugendstil-Lampe, die goldenes warmes Licht auf den Schreibtisch goss.

    Hinter dem Schreibtisch, in einem geschwungenen Ohrensessel, saß ein Mann, dessen silbernes Haar im Licht der Lampe schimmerte. Der Mann trug einen schwarzen Anzug, so dass er sich kaum von den Schatten des Raumes abhob. Nur sein hageres faltiges Gesicht wurde erleuchtet. Die Augenbrauen waren weiß und buschig. Die grauen Augen, die Samuel unverwandt anstarrten, wirkten seltsam klein und tief liegend.

    »Treten Sie nur näher, Mr. Lington!«, forderte der Mann im Sessel den jungen Archäologen mit sonorer Stimme auf. »Sie haben mir ja bereits aus Südafrika telegrafiert, dass Ihre Suche erfolgreich war. Ich hoffe, dass dies nicht wieder eine Ihrer erfundenen Geschichten war oder nur halb der Wahrheit entspricht, wie man es von Ihnen gewohnt ist.«

    Mit einem unbehaglichen Gefühl im Magen trat Samuel auf den Schreibtisch zu. Hektor van Hoek war ihm ein wenig unheimlich. Er war dem Millionär noch nie persönlich begegnet. Den Auftrag hatte Samuel von Joe übermittelt bekommen zusammen mit einem Umschlag gebündelter Pfundnoten.

    »Das sollte Ihre Reisekosten decken«, hatte Joe mürrisch hervorgestoßen. »Und bilden Sie sich nicht ein, mehr verlangen zu dürfen. Für einen mit Ihren bescheidenen Ansprüchen, müsste das Geld für drei Reisen reichen! Ihren Lohn erhalten Sie dann, wenn Sie alles zur Zufriedenheit von Mr. van Hoek erledigt haben.«

    Obwohl Samuel die Sache nicht ganz geheuer war, hatte er zugestimmt. Schließlich benötigte er das Geld dringender denn je. Er war nämlich einer heißen Sache auf der Spur, die ihn in Archäologenkreisen große Anerkennung und Ruhm einheimsen würde...

    »Wenn Sie mir misstrauen, Mr. van Hoek«, sagte Samuel lauernd. »Warum haben Sie dann ausgerechnet mich mit dieser heiklen Aufgabe betraut?«

    Van Hoek zuckte gelassen mit den Schultern. »Glauben Sie mir, Samuel. Wenn ich auch nur vermutet hätte, dass Sie nicht der richtige Mann für diesen Job sind, wäre ich nie an Sie herangetreten.«

    Fordernd streckte Hektor van Hoek seine Hand aus. »Geben Sie mir das Diamanten-Amulett meines Vorfahren!«

    Seine Stimme klang unerbittlich und hart. Aber dadurch ließ Samuel sich nicht beeindrucken.

    »Zuerst will ich Geld sehen«, erwiderte er rau.

    Der Millionär stieß ein meckerndes Lachen aus. Er zog eine Schublade auf, entnahm ihr einen prall gefüllten Briefumschlag und warf ihn vor Samuel auf den Tisch.

    Zögernd nahm der junge Archäologe das Kuvert in die Hand und öffnete es. Stumm zählte er die Pfundnoten, die sich darin befanden.

    Entrüstet warf Samuel das Kuvert zurück auf den Schreibtisch.

    »Es war eine viel höhere Summe abgemacht!«, presste er wütend hervor.

    »Geben Sie sich mit dem zufrieden, was Sie bekommen«, riet van Hoek mit unverhohlener Drohung in der Stimme. »Wenn Sie versuchen zu handeln, verlieren Sie mein Wohlwollen. Ich werde mir dann mit Gewalt nehmen, was mir zusteht, während Sie mit leeren Händen ausgehen, Mr. Lington!«

    Hektor van Hoek winkte seinem Leibwächter, der mit raschen kraftvollen Schritten auf Samuel zutrat und hinter ihm stehen blieb.

    Samuel hörte den gepressten Atem des Mannes in seinem Rücken. Joe war aufs äußerste gespannt. Er würde sofort reagieren, falls Samuel seinem Chef Unannehmlichkeiten bereiten würde.

    »Das Diamanten-Amulett!«, forderte Hektor van Hoek mit übertrieben liebenswürdiger Stimme.

    »Ich... ich habe es nicht bei mir«, log Samuel und schimpfte sich innerlich einen Narren, dass er für eine Situation wie diese keine Vorkehrungen getroffen hatte. »Sie werden das Amulett erst erhalten, wenn Sie mir die versprochene Summe aushändigen!«

    Ein böses Grinsen umspielte die faltigen Lippen des Millionärs.

    »Ihr Wissenschaftler seid doch alle gleich«, meinte er spöttisch. »Ihr versteht euer Handwerk. Aber von Geschäften habt ihr keine Ahnung. Und das ist auch gut so. Was würde sonst aus Leuten wie mir werden?«

    Plötzlich schlug van Hoek mit der Faust auf den Tisch.

    »Natürlich haben Sie das Amulett bei sich!«, schrie er ungehalten. »Und wenn Sie es mir jetzt nicht freiwillig geben, wird Joe es Ihnen mit Gewalt abnehmen. Und ich schwöre Ihnen, dass er dabei nicht zimperlich sein wird!«

    »Ich hätte es wissen müssen, dass diese Sache nicht sauber ist!«, stieß Samuel rau hervor. »Wahrscheinlich gehörte das Diamanten-Amulett nicht einmal Ihren Vorfahren, wie Sie behaupteten. Es war nur ein Vorwand, damit ich keinen Verdacht schöpfte. Ich sollte das Amulett einem Museum geben, damit die Öffentlichkeit sich an seinem Anblick erfreuen kann. Bei Ihnen verstaubt es sowieso nur in einer Vitrine!«

    »Sie irren sich«, erwiderte van Hoek kalt. »Das Diamanten-Amulett gehört tatsächlich meiner Familie. Ich bin sein rechtmäßiger Besitzer!«

    Mit einer kaum merklichen Kopfbewegung nickte er seinem Diener zu. Samuel, dem die Geste nicht entgangen war, reagierte sofort. Er sprang beiseite und entging so den zupackenden Händen des Leibwächters.

    Samuel ließ seine Rechte vorschnellen und wollte sie Joe gegen das Kinn schmettern.

    Aber die Faust erreichte das Gesicht des Dieners nicht. Blitzschnell zuckte Joes Hand hoch und umschloss Samuels Faust mit eisernem Griff.

    Samuel stöhnte auf. Soviel Kraft und Gewandtheit hatte er dem Diener gar nicht zugetraut.

    Joe drehte ihm den Arm auf den Rücken, bis Samuel vor Schmerz aufschrie und sich krümmte.

    Joe nutzte den Schwung und knallte Samuels Stirn gegen die Schreibtischkante.

    Für einen Augenblick sah Samuel Sterne vor seinen Augen tanzen. Verbissen kämpfte er gegen die drohende Ohnmacht an.

    »Wo ist das Diamanten-Amulett?«, fauchte Joe.

    Samuel biss die Zähne zusammen. »Sie werden es von mir nicht bekommen!«, presste er Schmerz gepeinigt hervor.

    Im nächsten Moment trat er Joe auf den Fuß.

    Der Wächter stöhnte auf. Sein Griff lockerte sich für einen Augenblick.

    Samuel glaubte, dass seine Chance gekommen sei. Er riss sich von dem kräftigen Diener los und holte zum Schlag aus.

    Im gleichen Moment traf ihn Joes Faust in der Magenkuhle.

    Samuel blieb die Luft weg. Ohne einen Laut von sich zu geben, klappte er in sich zusammen und blieb gekrümmt am Boden liegen.

    Rasch klopfte der Butler die Taschen des Archäologen ab. Als er den Gegenstand in der Aufnähtasche spürte, riss er die Tasche kurzerhand ab. Dann ließ er das Diamanten-Amulett in seine offene Hand fallen.

    Etwas von dem warmen Licht der Jugendstillampe verfing sich in den kostbaren geschliffenen Steinen. Regenbogenfarbene Lichtreflexe geisterten plötzlich durch den düsteren Raum und zeichneten verwirrende Muster auf die antiken Möbel und die holzvertäfelten Wände.

    Mit andächtiger Geste überreichte Joe seinem Boss das Diamanten-Amulett.

    In Hektor van Hoeks Augen leuchtete es begierig. Fasziniert drehte er das Amulett in seinen

    Händen und betrachtete es von allen Seiten.

    Das Amulett war kreisrund und bestand aus filigranem Silber, das so fein war, dass die verschlungenen Muster, die das Metall bildeten, fast wie Spinnweben anmuteten. Dreizehn geschliffene Diamanten waren in dieses Silbergespinst eingefasst. Sie sahen wie Tautropfen aus, die in der Morgensonne glitzerten.

    »Es... es ist noch viel schöner, als in den Aufzeichnungen meines Urahnen beschrieben«, murmelte Hektor von Hoek ergriffen. »Dieses Amulett ist das kostbarste Stück in meiner Privatsammlung!«

    Samuel hatte sich von dem Schlag inzwischen wieder einigermaßen erholt. Weder Joe noch van Hoek achtete auf ihn.

    Rasch rollte sich Samuel über den Boden und gelangte so auf die andere Seite des Schreibtisches. Behände federte er auf die Beine und versuchte den Schmerz in seinem Magen zu ignorieren.

    Ehe van Hoek sich versah, hatte Samuel ihm das Diamanten-Amulett auch schon aus der Hand gerissen.

    Van Hoek schrie erschrocken auf. Fassungslos starrte er auf seine leere Hand. Eine blutige Schramme lief quer über die Handfläche. Er hatte sich an den Diamanten geschnitten, als Samuel ihm das Amulett wegriss.

    »Warum passen Sie nicht besser auf, Joe!«, schrie van Hoek ungehalten. »Machen Sie Mr. Lington fertig. Ich habe die Nase voll von diesem Hitzkopf!«

    Sofort setzte Joe sich in Bewegung. Er sprintete um den Schreibtisch und wollte sich auf Samuel stürzen, der ihn in Angriffsstellung erwartete.

    Da ereignete sich plötzlich etwas Sonderbares. Das Diamanten-Amulett fing an, von innen heraus zu leuchten.

    Samuel, der das Schmuckstück in seiner Hand hielt, starrte den Talisman entgeistert an. Die Strahlen schossen zwischen seinen Fingern hervor, als würde er eine starke Lampe halten.

    Joe blieb wie angewurzelt stehen. Ungläubig glotzte er das Amulett in Samuels Händen an.

    Dann zerriss plötzlich der schrille Schrei einer Frau die Stille. In ihm schwang so viel Verzweiflung und Schmerz mit, dass Samuel unwillkürlich eine Gänsehaut über den Rücken kroch.

    »Was... was war das?«, stieß Hektor van Hoek aus, nachdem der Schrei verebbt war. Der Millionär war bleich geworden und sah sich ängstlich in dem dunklen Raum um.

    Samuel konnte sich die Sache auch nicht erklären. Doch selbst wenn er eine Erklärung gehabt hätte, wäre er unfähig gewesen, etwas zu sagen. Denn Samuel war nicht in der Lage, sich zu bewegen, wie er voller Panik feststellen musste. Von dem gleißenden Diamanten-Amulett ging eine unnatürliche Kälte aus, die ihn bis in die letzte Faser seines Körpers durchdrang und lähmte.

    Hilflos musste Samuel mit ansehen, wie Joe auf ihn zusprang. Die Fäuste des Butlers wirbelten durch die Luft. Dann wurde es plötzlich schwarz vor Samuels Augen...

    2

    Bizarr und geisterhaft ragten die kahlen, dürren Äste der Büsche, die vor dem Fenster meines Büros im British Museum wuchsen, in den grauen tristen Winterhimmel. Am Rand des Fensters klebten noch ein paar Eisblumen, die verrieten, wie unbarmherzig kalt es draußen war.

    Vor mir auf dem Schreibtisch stapelten sich eine Unmenge Fachbücher über Archäologie und Kunstgeschichte. Neben dem Tisch, in einer großen Holzkiste, die mit Wolle gefüllt war, lagen goldene Kelche und Pokale. Sie gehörten zum Besitz eines Adligen, der mit dem Königshaus entfernt verwandt war. Die Kelche wurden in einem verschütteten Keller seiner Burg gefunden. Und ich sollte nun herausfinden, in welche Epoche sie gehörten und von welchem Goldschmied sie gefertigt worden waren.

    Diese Auftragsarbeiten gehörten nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber durch solche Aufträge hielt sich das Museum finanziell über Wasser und sicherte sich das Wohlwollen ihrer Förderer und Mäzene.

    Ich widmete mich wieder dem aufgeschlagenen Buch, das sich mit den verschiedenen Stilen in der Goldschmiedekunst beschäftigte. Aber ich war mit meinen Gedanken nicht recht bei der Sache.

    Mein Blick schweifte unwillkürlich von dem Buch zu dem Foto, das in einer Ecke des Schreibtisches stand.

    Das Foto zeigte das Portrait eines charmanten, gutaussehenden Mannes mit hellbraunem lockigem Haar und markantem Gesicht. Ein verträumtes Lächeln umspielte die Lippen, und in den blauen Augen lag ein geheimnisvoller Schimmer, der mir unwillkürlich einen wohligen Schauer über den Rücken jagte.

    Der Mann auf dem Foto hieß Daniel Connors. Wir waren seit zwei Jahren glücklich verheiratet. Und trotz der vielen ungewöhnlichen Abenteuer, die wir zusammen bestanden hatten, war unsere Liebe nur noch tiefer und leidenschaftlicher geworden.

    Ich seufzte sehnsuchtsvoll. Daniel hielt sich in diesem Moment in einem Flugzeug auf, das Richtung Helsinki flog. Dort fand eine wichtige Fortbildungsveranstaltung für Neurologen statt, die Daniel auf keinen Fall versäumen wollte.

    Unsere letzte Nacht war sehr leidenschaftlich und liebevoll gewesen. Schließlich wussten wir, dass wir uns mehrere Wochen nicht sehen würden. Ich fühlte mich noch ein wenig müde und schummerig. Aber ich war auch glücklich und ausgefüllt. Es war ein schönes Gefühl, zu wissen, dass es auf dieser Welt einen Menschen gab, der mich über alles liebte.

    Ich nahm Daniels Foto in die Hand und küsste es.

    In diesem Moment wurde an meine Bürotür geklopft.

    Rasch stellte ich das Foto wieder auf seinen Platz. Ich kam mir plötzlich albern und kindisch vor.

    »Herein, rief ich und tat so, als wäre ich gerade in dem kunstgeschichtlichen Schmöker vertieft.

    Die Tür schwang auf und der junge Hausmeister Raymond Ghanadi trat ein. Sein Vater war indischer Abstammung, was dem schwarzen dichten Haar und dem dunklen Teint des Hausmeisters deutlich anzusehen war. In seinen tiefgründigen Augen lag stets

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