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Horror Extra Paket Winter 2018

Horror Extra Paket Winter 2018

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Horror Extra Paket Winter 2018

Länge:
652 Seiten
8 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
28. Nov. 2018
ISBN:
9783745206661
Format:
Buch

Beschreibung

Dieses Buch enthält folgende Geschichten:

Horst Weymar Hübner: Im Kabinett des Teufels

Wolf G. Rahn: Maggies dunkles Erbe

A. F. Morland: Der Wiener Henker

Alfred Bekker: Kaltes Grauen

Earl Warren/Alfred Bekker (Henry Rohmer): Aztekenzauber)

Earl Warren/Alfred Bekker (Henry Rohmer): Dämonenterror

An ihrem Hochzeitstag stirbt Maggie aus ungeklärten Umständen. Ihr frischgebackener Ehemann freut sich über das beträchtliche Erbe, doch da gibt es Schwierigkeiten, denn Maggies ehemaliger Freund beansprucht das Erbe für sich und präsentiert ein neues Testament mit Maggies Unterschrift. Wie kann das sein? Dann nimmt eine Mordserie ihren Anfang, und die Opfer sind all jene, die Maggie betrogen haben.
Herausgeber:
Freigegeben:
28. Nov. 2018
ISBN:
9783745206661
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Horror Extra Paket Winter 2018 - Alfred Bekker

Horror Extra Paket Winter 2018/19

Dieses Buch enthält folgende Geschichten:

Horst Weymar Hübner: Im Kabinett des Teufels

Wolf G. Rahn: Maggies dunkles Erbe

A. F. Morland: Der Wiener Henker

Alfred Bekker: Kaltes Grauen

Earl Warren/Alfred Bekker (Henry Rohmer): Aztekenzauber)

Earl Warren/Alfred Bekker (Henry Rohmer): Dämonenterror

An ihrem Hochzeitstag stirbt Maggie aus ungeklärten Umständen. Ihr frischgebackener Ehemann freut sich über das beträchtliche Erbe, doch da gibt es Schwierigkeiten, denn Maggies ehemaliger Freund beansprucht das Erbe für sich und präsentiert ein neues Testament mit Maggies Unterschrift. Wie kann das sein? Dann nimmt eine Mordserie ihren Anfang, und die Opfer sind all jene, die Maggie betrogen haben.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author / COVER TONY MASERO

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Horst Weymar Hübner: Im Kabinett des Teufels

Ein Blake Gordon Roma n

Prolog

Für zwanzig Bauern und die Seele eines Ritters ließ er seine höllische Heerschar antreten und baute ein Schloss in ganz kurzer Zeit. Doch als die Zeit gekommen war, da er seinen Pakt mit dem Ritter einlösen wollte, merkte er, dass er der Betrogene war. Über siebenhundert Jahre wartete er auf seine Stunde. Und dann schlug er zu. Wahllos, gnadenlos. Niemand sollte behaupten können, es sei ein Kinderspiel, den Teufel um seinen Lohn zu prellen...

Roman

Düster und drohend ragten die uralten Bäume an der Chaussee in den Nachthimmel. Zerrissenes Gewölk jagte vor dem Mond dahin und erdrückte das silbrige Licht, das sich für Augenblicke über das Land ergoss.

„Jetzt!, wisperte Paddie Mulligan. „Er kommt! Hören Sie ihn?

Sein Kopf auf dem mageren, faltigen Hals ruckte aus dem hochgestellten Mantelkragen, sein Gesicht wandte sich der Chaussee zu.

„Hoffentlich", sagte Blake Gordon. „Ich hole mir nicht gern für nichts und wieder nichts

einen kalten Hintern!"

Paddie Mulligan schnaubte entsetzt und schockiert auf diese frivole Äußerung.

„Man weiß nie genau, wann er kommt. Aber heute ist seine Nacht. Da, der Wind dreht wieder. Jetzt kann ich ihn ganz deutlich hören! Sie auch?"

Das einzige Geräusch, das Blake Gordon hörte, war der gepresst über die Lippen dringende Atem seines Gegenübers.

Er hörte ebenfalls das Hufegeklapper, wie es ihm Paddie Mulligan geschildert hatte und weswegen er sich die zweite kalte und sturmgepeitschte Nacht um die Ohren schlug.

Dass der verschrumpelte Paddie getreulich mit von der Partie war, gereichte ihm nur zum schwachen Trost.

Immerhin war die gestrige Nacht, die sie schon hier draußen an der Chaussee verbracht hatten, ereignislos verlaufen. Außer einer feuchten Nase und einem Schnupfen war nichts Handfestes dabei herausgekommen.

Aber jetzt schien es soweit zu sein.

Der Hufschlag näherte sich unglaublich schnell.

Blake Gordon spürte, wie sein Magen Knoten bekam. So flink konnte kein Pferd sein. Erst recht nicht in stockdunkler Nacht auf der alten miserablen Landstraße von Langloan nach Fenwick.

Das war wirklich ungewöhnlich. In diesem Punkt hatte Paddie Mulligan recht.

Jetzt hörte der Geisterjäger auch das Rattern der eisenbeschlagenen Räder.

Und dann tauchte er auf!

Der Geist, der seit Wochen die Gegend beunruhigte und weswegen Blake Gordon aus Inverness nach Langloan gekommen war. Er hatte einige Unbequemlichkeiten auf sich genommen. Er hatte gerade erst auf seinem Stammsitz in Langloan ein Abenteuer hinter sich gebracht, dass ihn jetzt noch bis ins Mark hinein erschütterte.

Er hatte die Hölle besucht – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Dabei war ihm bewusst geworden, wie anfällig und wie schwach er eigentlich war, und das seine Utensilien, die er stets bei sich trug, kaum dazu dienten, sich ernsthaft gegen die Geschöpfte der Dunkelheit zur Wehr setzen zu können. [1]

Sein Hexenmesser, eine seiner wirkungsvollsten Waffen, die er besaß, war manipuliert worden. Der magische Schutz, das es ihm gewährte, war außer Kraft gesetzt worden. Bisher hatte er es nicht geschafft, die Manipulation aufzuheben. Obwohl es noch immer gegen die Mächte der Dunkelheit wirkte, hatte es einen Teil seiner Kraft eingebüßt.

Das alles ging ihn durch den Kopf, während er das Klappern von Pferde Hufe auf dem Asphalt hörte.

Ein Pferd schälte sich aus den schwarzen Umrissen der Chausseebäume. Rötlich glühten seine Augen, schnaubend ging sein Atem.

Das Pferd riss eine Kutsche hinter sich her, deren Räder ein scharfes Klirren und Rattern aus dem Schotterbelag der Straße hämmerten, obgleich die Räder den Boden gar nicht zu berühren schienen.

Auf dem Bock der Kutsche saß eine grausige Gestalt und schwang die Peitsche. Der Wagenlenker hatte keinen Kopf.

Paddie Mulligan stieß einen seltsam kläglichen quiekenden Ton aus. Dann tauchte er einfach auf die feuchte Erde hinab, als könnte er den gespenstischen Anblick nicht länger ertragen.

Blake Gordon wurde mulmig zumute.

Denn das Pferd warf plötzlich scheuend den Kopf hoch, als hätte es die Menschenwitterung in die Nüstern bekommen. Es stieß ein lautes, durch die Nacht hämmerndes Wiehern aus, das sich hundertfach als Echo brach.

Der Sturm brauste augenblicklich heftiger, der Kutscher machte auf dem Bock eine Bewegung, als wollte er sich dem Geisterjäger zuwenden, der in der Dunkelheit stand und dem unheimlichen Schauspiel beiwohnte.

Hinter dem Kutscher leuchtete eine Wolke silbrig im Mondlicht auf. Blake Gordon beobachtete voller Konzentration.

Er konnte ja nicht ausschließen, dass sich jemand einen faulen Trick ausgedacht hatte, hier einen Geisterspuk inszenierte und der Mann ohne Kopf bloß eine optische Gaukelei war.

Aber der Unheimliche war tatsächlich ohne seinen Kopf auf die nächtliche Reise gegangen!

Und obwohl ohne Kopf, schien der Kutscher genau zu wissen, wo der neugierige Mensch in der Dunkelheit stand. Er schwang die Peitsche, holte aus und ließ die Schnur in Blake Gordons Richtung fliegen.

Der Geisterjäger war bisher nicht mit sehr großem Ernst an den Fall des kopflosen Kutschers und seines gespenstischen Pferdes herangegangen. Deswegen war er aber noch lange nicht leichtsinnig.

Ein silbernes Kruzifix hatte er dabei.

Auch sein Athame, den Hexenmesser an der roten Schnur. Bloß kam er an das Messer in der Kürze nicht mehr heran.

Deshalb riss er das Kruzifix heraus und hielt es mit beiden Händen schützend vor sich.

Der Kutscher ohne Kopf schoss vom Bock hoch, das Geisterpferd wieherte entsetzt. Aber die Peitschenschnur pfiff durch die Luft, lauter als der brüllende Sturm.

Schnur und Kruzifix berührten sich.

Ein blendend heller Blitz zuckte auf und machte die Nacht im Umkreis von hundert Schritten fast zum Tag. Eine unbekannte Kraft rüttelte am Kruzifix und drohte es dem Geisterjäger zu entwinden.

Mit aller Macht hielt Blake Gordon es fest.

Mit zusammengebissenen Zähnen ertrug er die Schläge, die wie elektrische Entladungen in seine Hände und weiter in seinen Körper zuckten.

Noch einmal schlug ein greller Blitz aus Peitschenschnur und Kruzifix.

Angestrengt schaute der Geisterjäger an seiner bescheidenen Abwehrwaffe vorbei, um nicht geblendet zu werden. Mehr zufällig fiel sein Blick in die Kutsche.

Um ein Haar ließ er das Kruzifix los, das im Moment sein einziger Schutz war, so sehr erschrak er.

Aus der geschwungenen Tür der Kutsche ragte ein Pferdefuß!

Unten mit einem Huf und weiter hinauf dick mit zotteligem Haar behängt.

Der Blitz erlosch, und Kutsche samt Pferdefuß sanken in die Schwärze der Nacht zurück.

Der Kutscher schwang wieder den rechten Arm und riss die Peitsche zurück. Mit einem wilden Hieb trieb er das Geisterpferd an und stemmte sich gegen das Geländer des Kutschbocks.

Blake Gordon stand wie erstarrt und hielt noch immer das Kruzifix vor sich gereckt.

In seinem Kopf ging es wüst her.

Die Kutsche hatte einen Passagier. Das hatte er selber gesehen. Überhaupt war es eine Kutsche, die es nicht mal mehr im Museum hinterm Buckingham Palast gab. So alt schätzte er sie ein.

Der komische schwarze Kasten sauste an ihm vorbei.

Und plötzlich roch es brenzlig.

Blake Gordon erwachte aus seiner Erstarrung und schnupperte.

Ganz deutlich hing in der kühlen feuchten Nachtluft der Gestank von Schwefel und Pech!

Ein heulender Sturmstoß wirbelte den Gestank auseinander und riss ihn mit sich.

Der Pferdefüßige war in der Kutsche!

Lieber Himmel, dachte Blake Gordon, lass es nicht wahr sein!

*

Paddie Mulligan hatte garantiert nicht viel mitbekommen.

Die beiden Lichtblitze, ja. Aber ansonsten hatte er das Gesicht lieber in die Erde gedrückt. Dort lag er immer noch und wimmerte, als sei sein letztes Stündlein gekommen.

Der alte, etwas gnomenhaft aussehende Knabe tat dem Geisterjäger fast leid. Mut war bestimmt nicht seine herausragende Eigenschaft. Aber dazu war Mulligan als Bürovorsteher, Sekretär und Faktotum der altehrwürdigen englischen Anwaltskanzlei Lovelock & Silli an in Langloan schließlich auch nicht verpflichtet.

„Der Kerl ist fort, Sie können aufstehen!", sagte Blake Gordon.

Paddie Mulligan gab nur ein Wimmern von sich.

Also bückte sich der Geisterjäger und rüttelte den verhutzelten Mann an der Schulter. Das hätte er besser nicht getan.

Mulligan stieß einen kreischenden Schrei aus. Und dann stammelte er: „Bitte nicht mitnehmen ich will auch alles tun! Nur nicht mitnehmen, bitte."

„Kommen Sie zu sich!, fuhr Blake Gordon den Mann scharf an. „Es ist nichts passiert wir leben noch! Wohin mitnehmen? Und was würden Sie tun?

Der Geisterjäger hatte plötzlich die Eingebung, dass Mulligan ein ganzes Ende mehr wusste, als er und der alte Lovelock bisher über die geisterhafte Erscheinung erzählt hatten.

„Aber das helle Licht?"

Mulligan hatte immer noch äußerste Bedenken. Dann dämmerte ihm, dass wohl wirklich nicht viel passiert sein konnte, wo doch der berühmte Geisterjäger, dessen Vorfahren in Schottland und England gelebt hatten, gesund und unbeschädigt neben ihm in der sturmgepeitschten Nacht stand.

Er stand mühsam und ächzend auf und säuberte mehr symbolisch Knie und Ellbogen von der anhaftenden Erde.

„Gar nichts würde ich tun!, stieß er plötzlich giftig hervor. „Ich habe das nur so gesagt.

„Ich denke, Sie lügen!, erwiderte Blake Gordon gelassen. „Hat der Kerl ohne Kopf schon mal gedroht, jemand mitzunehmen?

„Dazu sag ich nichts!", versetzte Paddie Mulligan trotzig. Die Gefahr war vorbei, er kehrte wieder den knorrigen und wenig umgänglichen Menschen heraus.

Der brausende Sturm, der in den Chausseebäumen plünderte und Äste und Blätter herunterwarf, legte eine Atempause ein.

Ganz schwach hörte Blake Gordon aus der Nacht noch einmal das Rattern der Kutschenräder und den Hufschlag. Aber nicht aus Richtung der Chaussee, die dem fernen Fenwick zuführte, sondern aus den Hügeln im Osten.

Der Kutscher ohne Kopf hatte die liederliche Landstraße verlassen und sauste mit seinem unheimlichen Fahrgast einem nicht erkennbaren Ziel zu.

Ganz offensichtlich zweigte dort ein befestigter Feldweg von der Chaussee ab und führte durch die Äcker dahin.

Paddie Mulligan hörte das ferne Geräusch und wurde rasch wieder kleinlaut.

„Was liegt dort in den Hügeln?", fragte Blake Gordon.

„Nichts, sagte Mulligan so flink, als hätte er nur auf sein Stichwort gewartet. „Und ich will es auch gar nicht wissen. Ich habe Ihnen diese Sache gezeigt, und jetzt möchte ich nichts mehr damit zu tun haben.

Die Sache - das war der kopflose Geist, der es liebte, nächtliche Kutschenfahrten zu veranstalten.

Dafür, dass in den Hügeln nichts sein sollte, war Paddie Mulligan für Blake Gordons Geschmack etwas zu kurz angebunden.

Sein Gefühl sagte ihm, dass er aus dem Mann nichts herausbrachte. Mulligan wollte sich nicht das Maul verbrennen. Und er hatte Angst. Aber nicht vor ihm.

Der Mond sandte mal wieder sein Licht durch ein Wolkenloch. Mulligan sah in den Händen des Geisterjägers einen matt schimmernden Gegenstand.

Seine Neugierde überwog seine Furcht vor dem gespenstischen Spuk.

„Haben Sie damit das helle Licht gemacht? Was ist es?"

„Nur ein Kruzifix", erklärte Blake Gordon und steckte das silberne Kreuz ein.

Mulligan bekam Oberwasser. „Geholfen hat es aber nicht, stellte er fest, und es klang gerade so, als empfinde er Schadenfreude. „Oder ist er etwa umgekehrt?

„Zur Umkehr wollte ich ihn gar nicht zwingen, das lag nicht in meiner Absicht. Ich habe mich lediglich geschützt. Er hat mit der Peitsche nach mir geschlagen."

Paddie Mulligan wiegte den Kopf, als könnte er es nicht glauben. Dann fuhr er fort, an Blake Gordon herumzukritisieren: „Sie hätten sich auch was Gescheiteres einfallen lassen können, meine ich! Irgendeinen wirkungsvollen Hokuspokus, damit wir den Kerl endlich vom Hals haben."

„Dazu hat mich Mister Lovelock nicht engagiert!, verwahrte sich Blake Gordon und putzte sich die Nase. „In erster Linie soll ich das Schicksal der verschwundenen Personen aufklären.

„Weiß ich alles!, brabbelte Mulligan. „Es ist aber gar nicht sicher, ob das Verschwinden der Leute mit dem Auftauchen der Kutsche in einem Zusammenhang steht. Es wird bloß angenommen.

„Sie hängen auch diesem Glauben an wenn ich Ihre Äußerung vorhin richtig deute", versetzte Blake Gordon.

Mulligan brummte unfreundlich. Es missfiel ihm, an dieses Eingeständnis von Schwäche erinnert zu werden. Krampfhaft suchte er nach einer Möglichkeit, sich an dem Anwalt und Geisterjäger zu reiben.

„Ihr Vater soll ja, was Geister und Gespenster betraf, allerhand auf dem Kasten gehabt haben. Sagt Mister Lovelock. Na, viel scheinen Sie nicht geerbt zu haben. Der Kutscher hat nicht mal angehalten."

Ohne es zu wissen, hatte Mulligan einen wunden Punkt bei Blake angesprochen, der den Anwalt aus New York zusammenzucken ließ.

Er hatte nie vorgehabt Geisterjäger zu sein.

Er war eher so etwas wie ein Beobachter gewesen. Er beschaffte Informationen und auch Hintergrundwissen – deswegen arbeitete ja auch Akari Lee mit bei ihm im Büro. Sie schöne Asiatin kannte sich auf dem Gebiet bestens aus, und war Blake bisher immer eine große Hilfe gewesen.

Aber seit seinem Abenteuer mit dem Geisterspiegel in New York hatte sich so einiges bei ihm geändert.

Er war auf eine Spur gestoßen, die zu seinem verschollenen Vater führte – was auch immer das bedeuten mochte. Seit Jahren war Blakes Vater verschollen gewesen. Und jetzt war er sich sicher, ihn am Fuße einer Pferdestatue sitzen gesehen zu haben. Das Gesicht von Ruß bedeckt, die Kleidung zerschlissen und zerrissen und in den Augen ein dumpfer, gequälter Ausruck.

Außerdem war er auf die Großen gestoßen – wer auch immer das sein sollte.

Alle bisherigen Nachforschungen hatten nichts ergeben.

Mulligan riss ihn mit seinem: „Einfach weitergefahren ist er, aus Blakes Gedanken. „Das hätte ich Ihnen gleich sagen können. Es ist nicht damit getan, ihm ein Kruzifix unter die Nase zu halten. Kruzifix - ha! Er brachte wahrhaftig ein galliges Lachen zustande. „Damit hat es auch der alte Pfarrer aus Fenwick versucht, und der war auf diesem Gebiet Experte."

Blake Gordon wurde hellhörig. Jede noch so winzig erscheinende Information erschien ihm wichtig, um das Geheimnis der Geisterkutsche aufzuhellen.

Mit Einzelheiten war Todd Lovelock, der greise Anwalt und Jugendfreund seines Vaters, recht zurückhaltend gewesen. Bisher jedenfalls. Und in den spärlichen Erklärungen war ein Pfarrer aus Fenwick nicht vorgekommen.

Zudem wurde ihm mit bestürzender Deutlichkeit bewusst, dass Paddie Mulligan nur von dem Kutscher ohne Kopf sprach!

Mit anderen Worten hatte er keine Ahnung, welcher gruselige Fahrgast in der Kutsche mitreiste.

Der alte Lovelock schien nicht weniger unwissend zu sein.

Und offensichtlich waren auch die Bewohner von Langloan und der weiteren Umgebung ahnungslos. Sie redeten nur über die Geisterkutsche und den schrecklichen Kutscher ohne Kopf, der seit Wochen sein Unwesen in der Gegend trieb.

Seit dem Auftauchen der Kutsche waren elf Menschen auf geheimnisvolle Weise verschwunden. Selbst die Polizei der Grafschaft Northumberland hatte keine Spur von ihnen entdecken können und führte sie in der Vermisstenliste.

Es ließ sich kein Zusammenhang mit der Kutsche herstellen.

Eine unwiderlegbare Tatsache war indes aber auch, dass die Leute erst nach und nach verschwunden waren, und zwar, seit man die Geisterkutsche sichtete.

Die Vorkommnisse umfassten nunmehr einen Zeitraum von zehn Wochen.

Als der Bittbrief mit den geschraubten Redewendungen von Todd Lovelock über den Umweg von New York nach Invernes angekommen war, hatte Blake Gordon keine große Neigung verspürt, mit seiner Mitarbeiterin Akari nach Northumberland zu reisen und den Fall zu übernehmen. Sie hatten wichtigeres zu erledigen gehabt. Denn das zurückliegende Abenteuer hatte Blake gezeigt, wie vielschichtig das Böse war, und das es Bereiche gab, in die er bisher nicht vorgedrungen war.

Stutzig hatte ihn erst die großzügige finanzielle Entschädigung gemacht, die Lovelock anbot.

Bisher hatte ihm niemand Geld dafür geboten, einen Fall zu lösen.

Außerdem hatte ein englischer Anwalt nicht Geld wie Heu, das er obendrein noch zum Fenster hinauswerfen konnte. Also hatte Blake haarscharf geschlossen, dass an der Sache was dran sein musste. In jedem Falle mehr, als Lovelock in seinen Zeilen verraten hatte.

Es hätte gar nicht der Erwähnung der Freundschaft Lovelocks mit seinem Vater bedurft, um ihn zu der Reise nach Northumberland zu bewegen. Der Name Lovelock war ihm geläufig.

Die beiden hatten die Jugend hoch oben in Schottland verlebt. Dann hatten sich ihre Wege getrennt. Der eine war mit seiner jungen Familie nach Amerika ausgewandert und hatte seinen guten schottischen Namen Blacknverness zu Gordon umbenannt, weil den die ungehobelten und maulfaulen Amerikaner leichter behalten und besser aussprechen konnten.

Und Lovelock war schließlich in das Anwaltsbüro der Gebrüder Sillian in Langloan eingetreten, hatte die einzige Tochter des jüngeren Sillian zur Frau genommen und hatte die Genugtuung, dass „Lovelock and Sillian" bald einen achtbaren Ruf genoss.

Von den Sillians war inzwischen niemand mehr am Leben. Todd Lovelock hatte sogar seine Frau überlebt. Aber noch immer hieß das Büro Lovelock und Sillian und befasste sich überwiegend mit der Verwaltung und Treuhandschaft von großen und kleinen Vermögen.

Für gespenstische Erscheinungen allerdings war es nicht zuständig.

Und genau das war der Widerspruch, über den Blake Gordon gestolpert war.

Erstens gab es in England selber ausgezeichnete Geisterjäger und Dämonenbanner. Und warum sollte zweitens Lovelock Geld ausgeben für eine gespenstische Erscheinung, die ihn nicht betraf? Er hatte keinen Angehörigen verloren.

Für den ersten Punkt hatte Blake zwei Erklärungen. Entweder war den englischen Geisterjägern das Unternehmen zu gefährlich, oder Lovelock hatte sich einfach der Fähigkeiten seines Vaters besonnen und angenommen, sie seien auf den Sohn übergegangen, was in gewissem Sinne auch zutraf.

Nur mit dem Unterschied, dass Blakes Bruder der aktivere Geisterjäger war und der war nach Schottland zurückgekehrt, um sich mit den Mächten des Bösen aktiv auseinander zu setzen.

Und beim zweiten Punkt war er sicher, dass der alte Lovelock im Auftrag eines Klienten handelte und dessen Geld als Belohnung und Prämie aussetzte. Dem unbekannten Geldgeber im Hintergrund schien es auf ein paar Scheine mehr oder weniger nicht anzukommen.

Denn anstandslos waren auch die Kosten für Akari übernommen worden.

Todd Lovelock wäre das nicht im Traum eingefallen. Sein Geiz war in der ganzen Gegend sprichwörtlich.

Blake Gordon wurde in seinen Überlegungen unterbrochen, weil der verschrumpelte Mulligan vor ihn hintrat.

„Wir können doch jetzt gehen, oder? Ich hoffe, Sie haben genug gesehen. Es ist eine verdammt feuchte Nacht, für einen alten Mann."

Der Geisterjäger lauschte. Von der Kutsche war nichts mehr zu hören. Nur das Rauschen des auflebenden Windes kam aus den Bäumen, und vereinzelt fielen dürre Äste herab.

Statt nach Langloan zurückzukehren, wäre Blake viel lieber der Geisterkutsche gefolgt. Mit Mulligan als Begleiter war das allerdings ein Ding der Unmöglichkeit.

Er ärgerte sich, weil er sich von Lovelock und Mulligan hatte beeiflussen lassen, auf einen Mietwagen zu verzichten. Ein Auto wäre jetzt von größtem Vorteil gewesen. Allein schon wegen der Verfolgung der Kutsche.

Aber Lovelock hatte ihn eindringlich darauf hingewiesen, dass die Geisterkutsche nicht in Erscheinung trat, sobald jemand mit einem Auto aufkreuzte. Diese Erfahrung hätte die Grafschaftspolizei, die natürlich auch von dem Spuk gehört hatte, bis zum letzten Tag ihrer Ermittlungen gemacht.

„Sie haben ja recht, es ist wirklich eine verdammt feuchte Nacht", stimmte Blake Gordon zu.

Er schaute auf seine digitale Armbanduhr.

Es war erst wenige Minuten nach zehn Uhr. Die Geisterkutsche war zu einer höchst unüblichen Zeit erschienen.

In einem Anflug von Sarkasmus überlegte er, dass Geisterkutschen und überhaupt Geister gefälligst zwischen Mitternacht und der ersten Stunde des neuen Tages zu erscheinen hatten.

Zumindest ging der Volksmund davon aus. Die wenigsten Geister schienen das aber zu wissen. Sie hielten sich nicht daran. Sie zeigten sich, wann es ihnen passte oder für ihre Absichten nützlich war.

Paddie Mulligan hüstelte und marschierte mit einer Entschlossenheit los, die ausdrückte, dass es ihm herzlich gleichgültig war, ob der Geisterjäger aus New York mit ihm kam oder nicht.

Die alte Chaussee zwischen Langloan und Fenwick war ihm unheimlich, er wollte fort.

Blake Gordon holte ihn mit wenigen Schritten ein.

Der Geisteijäger machte Pläne für den kommenden Tag. Jetzt in der Dunkelheit kam er nicht weiter. Er musste sich in der Gegend umsehen, wenn es hell war.

Ganz besonders interessierte ihn, wohin der Feldweg führte. Und warum Mulligan wie aus der Pistole geschossen eine Antwort parat gehabt hatte.

Mit Akari hätte er auf der Stelle einen Fußmarsch angetreten. Sie war unerschrocken und zu einem solchen Unternehmen immer zu haben.

Weil er jedoch durch persönlichen Augenschein erst mal hatte herausfinden wollen, ob es sich bei der Erscheinung tatsächlich um eine Geisterkutsche handelte, hatte er Akari im „Wappen von Langloan" zurückgelassen.

In diesem altehrwürdigen englischen Gasthof mit den schiefen Wänden und den dunklen Holzbalken unter jeder Decke hatten sie Quartier genommen.

Der Gasthof war zugleich die einzige hotelähnliche Unterkunft im Umkreis von zwanzig Meilen. Schon die Polizeitruppe, die die Grafschaftsbehörden geschickt hatten, war hier Gast gewesen.

Blake war es gleichgültig, wo er sich zur Ruhe bettete, solange Todd Lovelock die Kosten übernahm.

Der Gedanke an das „Wappen von Langloan" allein wärmte schon die eiskalten Füße des Geisterjägers und seine nicht minder in Mitleidenschaft gezogene Nase.

Die Inhaberin, Mrs. Edna Scanlan, verstand nämlich einen Tee zu bereiten, wie ihn Blake vortrefflicher noch nirgendwo bekommen hatte.

Allein dieser Umstand söhnte ihn mit dem knurrigen Wesen der breithüftigen Frau aus. Auch damit, dass sie eine fast feindselige Haltung gegen Akari einnahm.

Gottlob war seine Mitarbeiterin über derartige Kleinlichkeiten erhaben.

Jäh wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als Paddie Mulligan einen hellen Schreckensschrei ausstieß.

Auf einem Hügel nahe bei der alten Landstraße stand eine Menschengestalt. Sie hob sich deutlich vom Nachthimmel mit den hellen Wolkenfetzen ab.

Der Wind blähte einen weiten Umhang und zerrte dann an ihm.

*

Blake Gordon hatte Mühe, Mulligan abzuwehren, der verängstigt Halt an ihm suchte und ihm mit erstaunlicher Kraft die mageren Finger in den rechten Oberarm bohrte.

„Da , da ist ja noch einer!", krächzte der alte Mann entsetzt.

„Immerhin hat der seinen Kopf noch drauf", meinte Blake Gordon sachlich. Er versuchte, Einzelheiten auszumachen. Aber die Sichtverhältnisse waren so miserabel wie die Straße.

Die Gestalt winkte. Es war eine auffordernde Geste. Und die galt ihnen.

Eine reife Leistung, dass der Bursche unsere Schritte gegen den noch recht kräftigen Wind gehört hat, überlegte Blake Gordon.

Die winkende Gestalt machte eigentlich einen harmlosen Eindruck.

So ganz traute Blake Gordon dem Frieden allerdings nicht.

Wenn es ein Bürger von Langloan war oder ein Bewohner von einem der Gehöfte in der Umgebung, warum stand der Mensch dann nicht auf der Landstraße, sondern hatte sich auf dem Hügel postiert?

Hatte er etwa auch die Vorbeifahrt der Geisterkutsche mit dem Fahrer ohne Kopf beobachtet?

„Reißen Sie mir nicht den Arm ab, ich brauche ihn noch!, fuhr Blake den schreckhaften Mulligan an. „Der Mann will etwas von uns, er winkt.

Mulligan war vor Angst fast von Sinnen. Er verstand die Worte des Geisterjägers so, dass sie zu dem Kerl auf dem Hügel hinübergehen würden.

In seiner namenlosen Furcht tat er einen bemerkenswert logischen Ausspruch: „Der hat es zu uns herunter genauso weit wie wir zu ihm hinauf. Gehen Sie nicht, Mister Gordon! Das ist ein Gespenst!"

Als hätte die Gestalt die Worte genau verstanden, hielt sie in der winkenden Geste inne. Der hocherhobene Arm erstarrte. Dann krümmte er sich.

Blake Gordon zog es die Haut zwischen den Schulterblättern zusammen, als er im durchbrechenden Mondlicht sah, dass der Arm in einer Krallenhand endete. Außerdem war er dick behaart. Es sah fast nach Fell aus.

Dann glühten zwei Augen in rötlichem Feuer auf. Genau wie bei dem Pferd vor der Geisterkutsche.

Für Paddie Mulligan war das zuviel. Er brachte sich hinter Blake Gordon in Deckung.

Der Geisterjäger gestand sich ein, dass er der winkenden Gestalt fast auf den Leim gegangen wäre. Mit der lockenden Armbewegung war eine Absicht verbunden.

Keine gute, wie er vermutete.

Die roten Augen glommen wie das Feuer in der Hölle.

Helles Licht entstand um die Gestalt auf dem Hügel herum. Der Umhang vollführte im Wind Bewegungen wie riesige Fledermausflügel.

Ein dumpfes Rumoren ließ sich hören. Es schien direkt aus der Erde zu kommen.

Blake Gordon wusste Bescheid. Das war kein Mensch.

Auf dem Hügel stand ein Diener und Bote des Bösem!

Ein teuflisches Wesen, das im Gefolge der Hölle stand!

Blake dachte dabei nur schaudernd an sein Abenteuer, dass er in der Hölle erlebt hatte. Die Höllenhunde, die ihn zu zerfleischen versucht hatten, waren ihm Warnung genug gewesen, vorsichtig zu sein, wenn es darum ging, sich mit der Hölle anzulegen.

Blake Gordon überlegte nicht lange.

Paddie Mulligan war so mit seinem Entsetzen beschäftigt, dass er sich kaum an den genauen Wortlaut eines Bannspruches erinnern würde.

Also riskierte es der Geisterjäger, hob beide Arme gegen die Gestalt, die bereits von einer feurigen Aura umflossen war, und sagte mit fester Stimme gegen den heftigen Wind: „Es haben mich zwei böse Augen überschattet. So überschatten mich drei gute Augen. Das eine ist Sopher, das andere ist Sepher, das dritte ist Sipur. Die behüten mir mein Blut und Fleisch, mein Mark und Bein und alle Adern groß und klein."

Die teuflische Gestalt krümmte sich.

Einen bangen Augenblick sah es aus, als wollte sie sich Blake Gordon entgegenstürzen.

Dann zuckten lange Flammen aus der Aura und schossen wie Blitze in die Nacht.

Ein schreckliches Geheul erhob sich in den Lüften, dem ein Zischen, Brausen und Toben folgte.

Ein mächtiger Donnerschlag schien die Erde zu spalten.

Im nächsten Moment war die von Feuer und Licht umflossene Gestalt vom Hügel verschwunden, als hätte es sie nie gegeben.

Nur ein gewaltiger Sturmstoß fuhr in die Bäume und ließ Stämme und Äste ächzen und stöhnen.

Blake Gordon schnappte nach Luft.

Erleichtert, aber nicht zufrieden ließ er die Arme sinken. Der teuflische Wächter war vertrieben. Vorläufig jedenfalls. Der Bannspruch wirkte indes nur kurze Zeit.

Vielleicht nicht einmal so lange, wie sie brauchten, um nach Langloan zu kommen.

Und außerdem mussten sie durch den Wald, auf den die alte Landstraße stieß. Wenn sich der teuflische Wächter zu früh von dem Bann befreite, konnte er ihnen folgen, im Wald auflauern und einen satanischen Streich spielen.

Sie mussten um ihr Leben laufen!

So sah es aus. Ob es Paddie Mulligan gefiel oder nicht.

Blake Gordon packte den Mann, der sich hinter ihm verkrochen hatte, mit hartem Griff am Mantelkragen.

Mulligan verkannte die Lage. Er wehrte sich aus Leibeskräften. Bestimmt glaubte er, das Wesen vom Hügel hätte ihn bereits beim Wickel.

Er trat dem Geisterjäger gegen den linken Knöchel und dann in die rechte Kniekehle.

Im Handgemenge torkelten sie beinahe vom hohen Damm der Landstraße.

Am Fuß der Böschung sah Blake Gordon die grünschillernde Oberfläche eines Sumpfloches. Vor Verblüffung ließ er Mulligan los.

Der sumpfige Tümpel leuchtete aus eigener Kraft!

Kein Mondstrahl griff durch ein Wolkenloch. Es gab auch sonst keine natürliche Lichtquelle, die dieses Phänomen erklärte.

Die Oberfläche waberte und brodelte, schuf groteske Bilder und ließ sie im nächsten Moment zerfließen und neu entstehen.

Ein widerliches Schmatzen und Glucksen drang herauf.

Jetzt erst begriff Blake Gordon, was der satanische Wächter mit seinem betörenden Winken bezweckt hatte. Er hatte ihn und gewiss auch Mulligan zu sich locken wollen, und beide wären sie in dieses grässliche Sumpfloch gestürzt.

Das war eine bösartige Falle, ein Trick voller Gemeinheit und Hinterlist.

Der Geisterjäger fragte sich, wie oft dieser Streich wohl schon Erfolg gehabt hatte. Immerhin wäre das eine Erklärung für das Verschwinden der elf Menschen gewesen.

Jagende Schritte signalisierten ihm, dass Mulligan Fersengeld gab.

„Warten Sie!, rief er ihm nach. „Wir dürfen uns nicht trennen!

Aber Mulligan war nicht mehr aufzuhalten. Er lief wie eine frisch aufgezogene Taschenuhr.

Humpelnd eilte ihm der Geisterjäger nach. Mulligan sah bloß vertrocknet und unscheinbar aus, er konnte jedoch überraschend kräftig zutreten. Auch beim Laufen war er besser auf den Beinen als gedacht.

Blake Gordon hörte ihn zwischen abgerissenen Atemzügen keuchend rufen: „Das könnte Ihnen so passen! "

Es bezog sich wohl darauf, dass er niemand mehr zur Nachtzeit hier heraus auf die Chaussee führen wollte.

Endlich ging ihm die Puste aus. Japsend blieb er stehen.

Blake Gordon verschnaufte neben ihm.

„Sehr dumm von Ihnen, Mulligan, einfach wegzulaufen! Bleiben Sie dicht neben mir, egal, was jetzt noch geschieht. Haben Sie das verstanden?"

Mulligan schüttelte den Kopf.

Der Mann war mit den Nerven am Ende. Ängstlich schaute er zurück, als fürchte er, die Gestalt könnte ihnen nachkommen.

„Wir müssen weiter!, drängte Blake. „Teilen Sie Ihre Kräfte besser ein und laufen Sie nicht gleich wieder los.

Sie waren noch keine fünf Minuten gegangen, als vor ihnen der Himmel über dem Wald von Langloan in schwefliggelbem Licht aufflammte. Gerade, als hätte sich an einem schwülen Hochsommernachmittag ein Gewitter zusammengezogen.

Nur mit dem Unterschied, dass keine Blitze niederfuhren. Und dass es jetzt weder Hochsommer noch am Nachmittag war.

Das Licht über dem Wald veränderte sich, wurde intensiver und rötlich. Fast wie der Widerschein eines Brandes.

„Gibt es im Wald irgendwelche Gebäude?", fragte Blake Gordon und hatte ein komisches Gefühl in der Magengegend.

Paddie Mulligan betrachtete mit offenem Mund die Lichterscheinung.

Endlich schüttelte er den Kopf. „Überhaupt nicht. Nur ’n alten Steinbruch. Der Wald brennt, da kommen wir nicht durch!"

Seine Stimme verriet wieder Panik.

„Der Wald brennt nicht!, beruhigte ihn Blake Gordon. „Das Licht narrt uns.

Er fasste den alten Mann energisch am Oberarm und zog ihn mit sich auf das Ende der Chaussee und den Beginn des Waldes zu.

Sie sollten aufgehalten, vielleicht sogar zurückgetrieben werden.

Deshalb dieser Lichterspuk, der ein mächtiges Feuer vortäuschte.

Eine halbe Meile weiter erreichten sie die Stelle, wo die Landstraße in den Wald stieß.

Heulende Windstöße brausten ihnen entgegen und rissen ihnen den Atem von den Lippen.

Blake Gordon wusste, dass es ihnen galt.

Der wütende Sturm pfiff nicht in der Höhe daher, denn die Baumwipfel bewegten sich nicht vor dem gespenstischen rötlichen Licht. Er brauste aus dem Unterholz. Das war ganz und gar unnatürlich.

Fahle Flammen tanzten plötzlich über den Waldboden, zuckten um die borkigen Stämme und näherten sich der Landstraße.

„Weiter, schnell!", brüllte Blake gegen den Sturm an.

Mulligan stieß krächzende Schreie aus. Hätte Blake Gordon ihn nicht mit eiserner Gewalt festgehalten, wäre er wirklich umgekehrt und aus dem Wald hinausgelaufen.

Und genau das war mit diesem Höllenzauber auch beabsichtigt.

Ein mörderischer Sturmstoß riss die beiden Männer um ein Haar von den Füßen. Sie taumelten. Sofort rückten die tanzenden Flammen näher.

Sie strahlten keine Hitze aus, Sie waren unirdisch. Aber gefährlich.

Blake Gordon spürte, wie sich die Luft auflud.

Er lief schneller und zerrte Mulligan neben sich her, der halb von Sinnen war vor lauter Furcht. Er brabbelte unverständliches Zeug.

Die tanzenden kalten Flammen versuchten den Weg nach Langloan zu verlegen. Voraus sammelten sie sich, als hätte ihnen jemand den Befehl dazu gegeben.

Es sah aus, als wollten sie eine flammende Palisadenwand bilden.

Der Geisterjäger rannte keuchend und achtete darauf, dass er Mulligan nicht verlor. Dabei spähte er noch nach rechts und links und hoffte, einen Satanswächter zu erblicken, der für diesen Flammenzauber verantwortlich war und den er mit einem Bannspruch peinigen oder vorübergehend zur Untätigkeit zwingen konnte.

Er war sicher, dass hier ein anderer Wächter am Werk war als draußen hinter dem Sumpfloch auf dem Hügel.

In der Gegend mussten sich mehrere Wächter, Helfer und Diener der Hölle aufhalten. Und sie standen untereinander in Verbindung.

Soweit er wusste, waren irgendwie miteinander in Kontakt. So genau hatte er das damals nicht verstanden, als sein Vater es ihn zu erklären versuchte. Das, was er aber verstanden hatte war, dass sie allesamt höllische, gefährliche Wesen waren, die sich nicht nur auf ein Gebiet der Magie und der Zauberei verstanden. Sie waren wechselhaft und konnten Gestalten und Formen annehmen, mit denen ein normaldenkender Mensch nie im Leben rechnete. Sein Vater hatte ihm außerdem erzählt, dass es auch so etwas wie Dienerkreaturen gab. Wesen, die von den Dämonen missbraucht und geschändet wurden. Das sie Ballast waren, dass man ohne mit der Wimper zu zucken opfern konnte.

Der eine konnte Sturm machen.

Der andere Regen, Blitz und Donner.

Einer Feuer, das tötet und nicht einmal ein Häufchen Asche hinterließ. Wieder ein anderer kaltes Feuer, das bei den Menschen namenloses Entsetzen auslöst.

Dann gab es einen, der sich in Tiergestalten verwandeln konnte.

Und wieder einen anderen, der das Aussehen von toten Gegenständen anzunehmen vermochte. Wie Bäume oder Steine.

Sie traten nur auf Geheiß ihrer Herren in Aktion.

Blake Gordon gewann die dumpfe Gewissheit, dass der Wächter, der die Flammen befehligte, von dem Satanshelfer hinter dem Sumpfloch gewarnt worden war und sich deshalb unsichtbar hielt.

Er wollte nicht ebenfalls durch einen Bannspruch festgesetzt werden.

Einen Gegner, den Blake Gordon nicht sah und von dem er nicht einmal den ungefähren Aufenthaltsort ahnte, konnte er nicht bannen.

Hätte der Wächter in einem hohlen Baum gesteckt oder in einer Hütte, dann wäre ihm immer noch die Möglichkeit geblieben, einen magischen Kreis um den Ort zu ziehen.

Aber wo sollte er hier die Dienerkreatur suchen? Der Wald bot tausend und abertausende gute Versteckplätze.

Die gespenstische Palisadenwand aus langen aufrechtstehenden Flammensäulen verdichtete sich mehr und mehr.

Ein Blick über die Schulter genügte Blake Gordon auch. Auch von hinten rückten Flammen heran. Sie wurden eingekreist.

Wenn er’s recht bedachte, konnte es nur bedeuten, dass sie lebend gefangen werden sollten.

Die verschwundenen Menschen aus dieser Gegend fielen ihm ein.

Er zweifelte nicht mehr, dass sie einen Dämon und seinen Wächtern zum Opfer gefallen waren. Und dass sie einen grässlichen Tod erlitten hatten.

Er erschauerte.

Jeder Wächter war imstande, ihm und Mulligan ein Ende zu bereiten, das qualvoller und entsetzlicher war, als sie tausend Tode sterben zu lassen.

Und das war nur die körperliche Pein. Er selbst hatte erst vor wenigen Tagen erlebt, wie gierig die Dämonen nach Seelen waren. Sie fraßen sie, und erhöhten die Qual der Sterbenden.

Bis auf eine Lücke hatte sich die feurige Palisadenwand schon geschlossen.

Paddie Mulligans Verstand registrierte, dass die Flammensäulen eine tödliche Bedrohung darstellten, und der Mensch Mulligan sträubte sich, ihnen noch näher zu kommen.

Dem Geisterjäger blieb gar keine andere Wahl, als den alten Mann durch die Lücke zu schleudern, wollten sie beide noch der Umklammerung entkommen.

Mulligan torkelte vom Schwung getragen hinaus und stürzte. Mit fliegenden Händen griff Blake Gordon nach dem Kruzifix und hob es gegen die zusammendrängenden Flammensäulen.

Die Macht des Kreuzes reichte nicht aus für die teuflischen Flammen. Sie wichen nicht zurück. Sie ließen sich nicht einmal aufhalten.

Aus einer nicht bestimmbaren Richtung drang sogar ein dröhnendes Hohngelächter. Der Wächter amüsierte sich über Blake Gordons kläglichen Versuch.

Mit einem gewaltigen Satz entkam der Geisterjäger im letzten Augenblick der Umklammerung. Etwas berührte ihn noch an der rechten Seite. Es war nicht mehr als das Gefühl, ein Ast würde seine Kleidung streifen.

Dann drang ein Ton an seine Ohren wie von einer einschnappenden metallenen Schiebetür.

Blake Gordon warf den Kopf herum.

Die Lücke war verschwunden, der Flammenkreis hatte sich geschlossen.

Bloß saß kein Opfer in der teuflischen Falle.

Diesmal nicht, fügte er in Gedanken hinzu.

Eine wütende Sturmbö drohte ihn rücklings gegen die feurige Palisadenwand zu schleudern.

Demnach war ein zweiter Teufelswächter zur Stelle. Einer, der den Sturm beherrschte.

Er hatte seine Kunst schon versucht, als er und Mulligan den Wald erreichten. Da hatte der Wächter sie auf die Chaussee zurücktreiben wollen.

Blake Gordon riss Mulligan von der Schotterstraße hoch. Der Mann machte sich schwer wie ein Sack Steine.

Wieder brauste eine Sturmbö heran.

Sie brachte giftige Dämpfe mit, die dem Geisterjäger augenblicklich die Sinne umnebelten.

Mit einem letzten Rest von klarer Überlegung torkelte er mit Mulligan am Arm fort von dem grausigen Ort, bevor ihn die beiden Wächter doch noch übertölpelten.

Instinktiv erfasste er, dass der Wald von Langloan ein Geheimnis beherbergte. Eine andere Erklärung fand er nicht für das massierte Auftreten der Wächter. Sie hüteten ein Mysterium.

Beißender Giftodem griff wieder nach Blake Gordon und Mulligan.

Der alte Mann begann zu röcheln, seine Schritte wurden ungenau. Er stolperte und riss den Geisterjäger fast mit zu Boden.

Blake zerrte ihn unsanft auf die Füße und lief mit ihm weiter.

Die Flammensäulen hinter ihnen gaben genug Licht her. Blake Gordon hielt den Atem an, bis in seinem Schädel nur noch ein wildes Rauschen war und er meinte, jetzt müssten ihm die Lungen zerplatzen.

Irgendwann ging es nicht mehr. Er atmete japsend.

Die Luft war rein. Das war der erste Lichtblick. Die Dienerkreatur, der den Sturm beherrschte, gab seine Bemühungen auf, die Fliehenden aufzuhalten.

Schlagartig erlosch auch die blendende Helligkeit rückwärts auf der löchrigen Schotterstraße.

Blake Gordon rechnete damit, dass die tanzenden Flammen voraus neu entstanden und ihnen endgültig den Weg nach Langloan abschnitten. Doch auch dieser Wächter, der die Flammen befehligte, schien genug zu haben.

Sogar der glutrote Widerschein hoch über den Baumwipfeln erlosch jetzt.

In stockdunkler Nacht hasteten der Geisterjäger und der völlig verstörte Paddie Mulligan weiter durch den Wald dem Ort zu.

*

Ein brausender Sturmstoß rüttelte unvermittelt an Türen, Regenrinnen und bleiverglasten Fenstern von Chadwell Castle.

Wegen der nasskalten Witterung hatte man Feuer in etlichen Kaminen entzündet.

Der heftige Sturmstoß fuhr in die Kaminschächte hinab und trieb Flammenzungen und viel Rauch aus den Feuerungsstellen.

Lady Sarah schaute indigniert. Ihr strafender Blick traf den alten Butler, dem im Holzrauch die Augen tränten: „Edgar, es zieht! Irgendwo steht eine Tür auf!"

„Sehr wohl, Mylady, ich werde mich sofort darum kümmern!", versprach der Butler. Mit hölzernen Schritten und ungemein würdevoll entfernte er sich aus dem Raum.

Draußen auf dem Flur war kein Rauch. Aber es zog auch hier. Das war wirklich seltsam! Er hatte doch eigenhändig alle Außentüren geschlossen.

Hatte vielleicht jemand wieder die Tür am Flurende geöffnet, wo es auf den Altan und die Galerie über dem Schlosshof ging?

Vor zehn Tagen hatte er festgestellt, dass jemand sie heimlich geöffnet hatte. Kaum eine halbe Stunde, nachdem sie von ihm geschlossen worden war.

Und auch vor vier Tagen hatte er diese betrübliche Feststellung treffen müssen.

Er hatte Francis im Verdacht, den jungen Earl, den sechzehnten in der langen Reihe der Earls of Chadwell.

Der junge Herr zeigte erschreckend wenig Verständnis für das Leben auf Chadwell Castle, das sich nach dem Wunsch seiner Mutter, Lady Sarah, in zeremoniellen Bahnen bewegte und wenig Raum für persönliche Entfaltung lassen sollte.

Seine Lordschaft sabotierten mit diebischem Vergnügen die steifen Sitten,

Was Lady Sarah jedes Mal in Rage brachte und aufs Personal ein Donnerwetter niedergehen ließ. Mylady brauchte oft einen Blitzableiter.

Edgar schritt den Flur entlang. Aus der Tiefe des Schlosses hörte er die Stimme von Mrs. Lanmarten, die die Küche verwaltete und Aufsicht über die Tisch und Bettwäsche führte. Mrs. Lanmarten schimpfte ein Mädchen aus, das irgendetwas zerbrochen hatte.

Mit dumpfem Knall flog eine Tür zu. Der Ton schwebte seltsam geisterhaft durchs Schloss.

Der Butler blieb stehen. Jetzt war die Tür unten zu, vielleicht zog es nicht mehr.

Er sah sich getäuscht. Nach wie vor strich Wind durch den Flur. Und kalt wurde es! Er fand es unerklärlich. Er konnte sich nicht entsinnen, um diese Jahreszeit eine solche Kälte erlebt zu haben.

Seine Hand drückte den Lichtschalter der Flurbeleuchtung. Spärliche Helligkeit riss einige Statuen und Skulpturen aus ihrem Dämmerdasein. Selbst am hellen Tag war es hier oben düster.

Edgar mochte die Statuen nicht. Aber wann ging es schon mal nach den Gefühlen eines Butlers?

Er meinte immer, die unbelebten Kunstgegenstände, die die Chadwells aus allen Erdteilen zusammengetragen hatten, würden ihn mit feindseligen Blicken betrachten und verfolgen, wenn er vorbeiging.

Es waren Götterbilder aus Ägypten, aus Griechenland, selbst aus dem fernen Indien. Und sie schienen die Geheimnisse ihrer Heimatländer zu verkörpern.

Fröstelnd schritt Edgar an der Sammlung der Götzenbilder vorbei.

Hinter einer Tür erklang unbändiges Gelächter. Sir Francis war am Nachmittag aus Langloan gekommen, wohin es ihn immer häufiger zog. Sehr zum Missvergnügen seiner Mutter, die es lieber gesehen hätte, wenn er sich um die Geschäfte des Familien-Clans und die Verwaltung der Güter kümmern würde.

Nach eigenem Bekunden fühlte sich Sir Francis aber noch nicht in dem Alter, um auf Chadwell Castle zu vertrocknen und zu versauern. Es kam seinen Neigungen sehr entgegen, dass er mit dem Titel eines Earl auch einen Sitz im Oberhaus geerbt hatte und schon aus diesem Grunde häufig in Langloan zugegen sein musste.

Und wenn er aufs elterliche Schloss kam, versäumte er selten, Gäste mitzubringen. Meist waren auch zwei, drei attraktive junge Damen dabei. Geschmack konnte man Sir Francis nicht absprechen, alles, was recht war.

So kam hin und wieder Leben in die kalten seelenlosen Hallen des Schlosses.

Wieder lachte eine Frau. Dann stimmte auch Sir Francis in den Heiterkeitsausbruch ein.

Er erzählt bestimmt wieder eine Schnurre aus dem ehrwürdigen Oberhaus, dachte Edgar. Er kann die alten Lords dort auf den Tod nicht ausstehen, und das größte Vergnügen empfindet er, wenn er einen der alten Herren dabei ertappt, dass er sanft eingenickt war. Dann bittet er beim Speaker ums Wort und richtet eine Frage an den Schlummernden, den man eilig weckt und der natürlich nicht wusste, worum es ging!

Edgar hielt dies noch für ein vergleichsweise harmloses Treiben. Lady Sarah war in diesem Punkt anderer Ansicht, und aus irgendwelchen Quellen erfuhr sie regelmäßig, wann Sir Francis wieder die alten Herren vorgeführt hatte.

Es muss mit den Telefonanrufen zusammenhängen, die sie nach den Sitzungen des Oberhauses empfängt, überlegte Edgar.

Er hatte das Ende des Flures erreicht. Hier zog es besonders schlimm.

Aber die Tür zum Altan hinaus und auf die Schlosshofgalerie war geschlossen. Gewissenhaft überprüfte er, ob der Sturm nicht ein Fenster zerbrochen hatte.

Auch dies war nicht der Fall.

Es blieb ihm rätselhaft, woher der starke Luftzug kam.

Am Ende aus dem Ostflügel, zu dem ein schmaler Gang führte?

Der Ostflügel wurde seit drei Generationen nicht mehr bewohnt. Das letzte Fest, das dort abgehalten wurde, hatte noch zu Lebzeiten der seligen Königin Viktoria stattgefunden.

Edgar schaltete auch die Beleuchtung für den schmalen Gang zum Ostflügel ein.

Hier waren mangels Raum keine Statuen aufgestellt worden. Dafür hing ein Teil der Ahnenbilder hoch an den Wänden.

Edgar konnte auch den bleichen runden Gesichtern der Earls, Lords und Ladies of Chadwell keine übergroße Zuneigung entgegenbringen, die einst auf Chadwell Castle gelebt

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