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In den Zeiten des Zorns
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eBook255 Seiten3 Stunden

In den Zeiten des Zorns

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Über dieses E-Book

Die Lage ist besorgniserregend und dramatisch. Deutschland, einst bewundert von aller Welt als Hort des Wirtschaftswunders, liegt auf der Intensivstation. Die Jahrzehnte des Wohlstands für alle, die sind vorbei, und der soziale Friede ist in höchster Gefahr. Wachsende Bedrohungen durch Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit auch für den Erhalt der Demokratie und des Rechtsstaates. Hinzu kommt: Der Nährboden, auf dem Ungerechtigkeiten und Unsicherheiten gedeihen, wird immer größer. Es herrscht sogar Hunger in diesem wohlhabenden Land. Offensichtlicher kann eine politische Bankrotterklärung nicht sein.

Im Gegensatz zu einer Oberschicht, die sich öffentlich in der Behaglichkeit ihres Reichtums suhlt, wächst das Heer der Habenichtse immerfort. Und zusätzlich grassieren verheerende Notstände, wohin man auch sieht: In der Pflege von Alten und Kranken, in der Bildung, im mangelnden Umweltschutz. Armenspeisung, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit sind weitere Skandalfelder. Die Liste der Mängel, die dem Volk immer radikaler aufs Gemüt drückt und es immer wütender macht, ist so lang wie ein Fußballfeld im Umfang ausmacht.

Das Bild, das der Autor von den Zuständen in der Bundesrepublik zeichnet, ist erschreckend. Und es betrifft  darüber hinaus die ganze Welt, die es mit einer Generalmobilmachung aller Völker schleunigst zu verbessern gilt - in den Zeiten des Zorns.
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum12. Dez. 2018
ISBN9783745206906
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    Buchvorschau

    In den Zeiten des Zorns - Rainer Popp

    In den Zeiten des Zorns

    Ein Manifest für Deutschland

    von Rainer Popp

    Die Lage ist besorgniserregend und dramatisch. Deutschland, einst bewundert von aller Welt als Hort des Wirtschaftswunders, liegt auf der Intensivstation. Die Jahrzehnte des Wohlstands für alle, die sind vorbei, und der soziale Friede ist in höchster Gefahr. Wachsende Bedrohungen durch Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit auch für den Erhalt der Demokratie und des Rechtsstaates. Hinzu kommt: Der Nährboden, auf dem Ungerechtigkeiten und Unsicherheiten gedeihen, wird immer größer. Es herrscht sogar Hunger in diesem wohlhabenden Land. Offensichtlicher kann eine politische Bankrotterklärung nicht sein.

    Im Gegensatz zu einer Oberschicht, die sich öffentlich in der Behaglichkeit ihres Reichtums suhlt, wächst das Heer der Habenichtse immerfort. Und zusätzlich grassieren verheerende Notstände, wohin man auch sieht: In der Pflege von Alten und Kranken, in der Bildung, im mangelnden Umweltschutz. Armenspeisung, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit sind weitere Skandalfelder. Die Liste der Mängel, die dem Volk immer radikaler aufs Gemüt drückt und es immer wütender macht, ist so lang wie ein Fußballfeld im Umfang ausmacht.

    Das Bild, das der Autor von den Zuständen in der Bundesrepublik zeichnet, ist erschreckend. Und es betrifft  darüber hinaus die ganze Welt, die es mit einer Generalmobilmachung aller Völker schleunigst zu verbessern gilt – in den Zeiten des Zorns.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © Roman by Author

    © Coverdesign: Lothar Joerger, Wesseling

    © Foto des Autors: GAP, Köln

    © Coverbild: Gemälde von Rainer Popp

    Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

    © dieser Ausgabe 2018 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    ***

    Gewidmet

    dem Denken,

    der Vernunft,

    dem Wissen,

    der Kreativität,

    der Verantwortung,

    der Mitmenschlichkeit,

    der Barmherzigkeit,

    der Friedfertigkeit,

    der Wahrheit,

    der Toleranz,

    der Chancengleichheit,

    dem Kampf gegen die Armut,

    dem Widerstand gegen Fremdenhass

    und dem Feldzug für soziale Gerechtigkeit.

    ***

    Der Inhalt

    Der Autor

    Prolog

    ERSTER TEIL: Die Jetztzeit der Welt

    1. Die Diagnose

    2. Die Bedrohungen der Erde

    3. Die drei Herausforderungen der Zukunft

    Die zwölf Irrtümer der Menschheit

    ZWEITER TEIL: Die Kennzeichen der Guten

    1. Die freiwilligen Helfer

    2. Die Ehrlichkeit, die Güte und das Mitgefühl

    3. Von Müttern, Pfarrern, Forschern, Chefs

    4. Die Grundbegriffe der Moral

    Die Moral

    Die Ethik

    Die Werte

    Die Tugenden

    DRITTER TEIL: Die Kainsmale der Bösen

    1. Schlimmer als reißende Wölfe

    2. Die Völkermorde

    3. Die Heimsuchung der Moderne

    VIERTER TEIL: 13 Gebote für Weltverbesserer

    FÜNFTER TEIL: sieben Ebenen des Bewusstseins

    Die erste Ebene:

    Der Körper, Fleisch und Funktion

    Die zweite Ebene:

    Die Triebe, Aggression und Flucht

    Die dritte Ebene:

    Der Besitz, Kampf und Macht

    Die vierte Ebene:

    Die Psyche, Gemüt und Trugschluss

    Die fünfte Ebene:

    Der Verstand, Vernunft und Dialektik

    Die sechste Ebene:

    Der Geist, Schöpfung und Harmonie

    Die siebte Ebene:

    Die Kontemplation, Ideal und Vision

    SECHSTER TEIL: Gottes oder die Unendlichkeit

    Präambel zur UN-Charta der Menschenrechte

    Der Autor

    Rainer Popp, geboren am 24. März 1946 in Staßfurt (Sachsen-Anhalt), ist Buchautor und freier Journalist. Zu Beginn der Sommerferien im Jahre 1951 floh die Familie nach politischer Verfolgung und Freilassung nach Inhaftierung seines Vaters, der als Oberstudiendirektor am heimatlichen Gymnasium Deutsch, Geschichte und Geografie lehrte, aus der damaligen DDR in den freien Teil Deutschlands; zunächst nach Bad Harzburg, dann nach Goslar an den Rand des Harzes. Heute lebt und arbeitet er in Köln.

    Bereits im Alter von fünfzehn Jahren begann Rainer Popp Gedichte und Erzählungen zu schreiben; erste Veröffentlichungen folgten drei Jahre später. Als Unterprimaner trat er in den Verband deutscher Schriftsteller ein.

    Seine beruflichen Stationen: Nach einem zweijährigen Volontariat bei der Goslarschen Zeitung ging er als Chefreporter zum Donaukurier nach Ingolstadt und daran anschließend als Ressortleiter Zeitgeschehen und politischer Redakteur in die Düsseldorfer Zentralredaktion der Westdeutschen Zeitung.

    Er war Hauptstadt-Korrespondent der Bonner Nachrichtenagentur Deutscher Depeschen-Dienst (ddp) und – in Doppelfunktion – Chefredakteur von RTL-Radio und RTL-Fernsehen; außerdem Programmdirektor von Radio Luxemburg sowie zeitgleich Begründer und Leiter des Frühstücksfernsehens von RTL.

    Darüber hinaus war er Herausgeber der vom Westdeutschen Rundfunk hergestellten und in der ARD bundesweit ausgestrahlten politisch-satirischen Sendung „Hurra Deutschland" sowie ausführender Produzent der RTL-Nachtshow mit Thomas Koschwitz.

    Rainer Popp, Autor von Romanen, Gedichtbänden, Theaterstücken und Sachbüchern, arbeitete ebenfalls als Programmdirektor der Brain-Point GmbH in Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt des Unternehmens: Weiterbildung für Führungskräfte sowie Konzeption von TV-Formaten. Von 2008 bis 2016 war er Geschäftsführer der Tele Veronika GmbH und Vorsitzender des Verwaltungsrats der börsennotierten Prime Beteiligungen AG, Appenzell.

    Rainer Popp ist Mitglied der 1990 gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus gegründeten Charta Europa, der auch der inzwischen verstorbene tschechische Staatspräsident Vaclav Havel angehörte.

    Weitere Veröffentlichungen von Rainer Popp:

    Im Angesicht der Lüge (Roman-Trilogie)

    Band I  Die Blendung, 320 Seiten

    Band II Das Dunkel, 318 Seiten

    Band III Eiskalter Ruhm, 328 Seiten

    Die Wörter und die Toten, Roman, 218 Seiten

    Die Tage und die Ewigkeit, Roman, Edition Bärenklau

    Mammon, Macht und Maßanzüge, Edition Bärenklau

    Der Mensch ist frei geboren,

    und überall liegt er in Ketten.

    Jean-Jacques Rousseau

    Prolog

    Ein ganzer Ozean voller Zorn, der brandet in mir. Zorn über unerträgliche Zustände in meinem Vaterland. Zorn darüber, dass die Menschlichkeit ihrem Aussterben entgegen galoppiert und die Verrohung der Gemüter um sich greift. Zorn über den Terror und die Mordgier des für den Frieden in der Welt brandgefährlichen Islamismus von radikalisierten Schiiten und Sunniten, die im Namen Allahs Tod und Verderben in die Völker tragen.

    Zorn über die soziale Spaltung, die in Deutschland Formen der Verelendung wie in Staaten der Dritten Welt erreicht hat. Zorn über den von der Politik und den Krankenkassen zu verantwortenden katastrophalen Pflegenotstand in den Altenheimen und den Krankenhäusern, der tagtäglich einer – vom Gesetz her strafbaren – ununterbrochenen und fahrlässigen Körperverletzung in mehreren zehntausend Fällen gleichkommt.

    Zorn ebenso über die wachsende Gewalt an Kindern, die an Leib und Leben und an ihrer Seele geschädigt oder gewaltsam missbraucht werden; oftmals von ihren eigenen Eltern, von Verwandten oder von Freuden der Familie oder von Lehrern und Pastoren oder von den nominell bekannten 1670 Priestern der katholischen Kirche, die sich, wie eine im September 2018 veröffentlichte Studie ergab, in allen Diözesen Deutschlands in dem Zeitraum von 1946 bis 2014 an mindestens 3.677 Kindern und Jugendlichen sexuell vergingen. Zorn auch darüber, dass die Strafverfolgungsbehörden bislang noch nicht tätig geworden sind, wie es sich bei Verbrechen gegen Schutzbefohlenen in einem Rechtsstaat gehört: mit Hausdurchsuchungen in den Pfarreien und Bischofssitzen, mit Festnahmen der Täter und der Mitwisser in den oberen Etagen der Bistümer und mit Untersuchungshaft wegen Verdunklungs- oder Fluchtgefahr. Ein Kardinal in Handschellen, weil er mehrfach vergewaltigende Kleriker gedeckt und nicht der Justiz ausgeliefert hat? Warum nicht ebenso, wenn es doch auch mit Steuerhinterziehern geschieht und mit Einbrechern und Bankräubern und mit Geiselnehmern.

    Zorn über die zunehmende Entstehung von Ghettos an den Randzonen der Städte. Zorn über die verbrecherische Mietwucherei, der Millionen von Menschen schutzlos ausgeliefert sind. Mittlerweile müssen Tausende ihre Wohnungen und Häuser verlassen, weil das Dach über dem Kopf unbezahlbar geworden ist. Zehntausende vegetieren deshalb auf der Stufe von Rinnsteinen. Das letzte Mal, als dies geschah, war es zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als Millionen Menschen aus ihrer Heimat flüchten mussten.

    Zorn über die wachsende Ausländerfeindlichkeit, die sich in der Republik breitmacht. Zorn über den uns allen Furcht einjagenden Antisemitismus, der hetzerisch und menschenverachtend in den Straßen Deutschlands grölt.

    Zorn über den Fraktionsvorsitzenden der AfD im Berliner Reichstag, den Bundestagsabgeordneten Alexander Gauland („Wir werden sie jagen!), den ich für einen moralischen Schwerverbrecher halte. Er nannte die bestialischen Verbrechen der Nazis, die in den Annalen seit Beginn der Menschheit ohnegleichen sind, einen „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.

    Offensichtlich hat dieser Mann der Schande vergessen, oder er hat es bewusst geleugnet, dass viele derjenigen, die den Ruf Deutschlands als Volk der Dichter und der Denker und der Künstler und der Wissenschaftler und der Komponisten in der Welt geprägt haben, Juden waren und mit dieser kleinen Auswahl von Namen benannt: Albert Einstein, Sigmund Freud, Gustav Mahler, Felix Mandelsohn Bartholdy, Kurt Weil, Levi Strauss, der Verleger Samuel Fischer, Heinrich Heine, Franz Kafka, Stefan Zweig, Erich Fromm, Ernst Block, Theodor W. Adorno, Kurt Tucholsky, Elias Canetti, Hannah Arendt, Elsa Lasker-Schüler, Marcel Reich-Ranicki oder Max Liebermann und viele, viele andere, die Großartiges und Geistreiches und Geniales für Deutschland und für die Menschheit geleistet haben.

    Zorn obendrein, dass Gauland der Schreckliche, diese Historie ausblendet und diese Fakten nicht auf seiner geschichtsklitternden Rechnung hat: Die vielen Kreuzzüge ins Heilige Land, bei denen auch Tausende Frauen und Kinder niedergemetzelt wurden, die Hexenverfolgungen, die mehr als 40000 Opfer fanden, der 30-jährige Krieg mit seinen verheerenden Verwüstungen, der Völkermord in Deutsch-Südwestafrika, bei dem 60000 Hereros und 10000 Namas im Namen der Deutschen umgebracht wurden (Säuglinge eingeschlossen), den von Kaiser Wilhelm II. ausgelösten Ersten Weltkrieg und dann die Machtergreifung im Jahre 1933. Während der unvorstellbar grauenhaften Herrschaft Hitlers wurden mehr als sechs Millionen Juden in Europa industriell vernichtet. Darüber hinaus kamen während des von den Nationalsozialisten angezettelten Zweiten Weltkriegs über 55 Millionen Menschen um.

    Für diese ungeheuerliche menschliche Niedertracht gehört der bösartige und der verschlagene Herr Gauland geächtet und er gehört exkommuniziert aus der Gemeinschaft aller deutschen Demokraten und er gehört politisch für vogelfrei erklärt und er gehört als das benannt zu werden, was er ist: geistig und kulturell und gesellschaftlich und ethisch unberührbar. Er ist mit den Farben der deutschen Nation Schwarz, Rot, Gold nicht mehr verbunden.

    Zorn über etliche Talkshows in den Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten, die volksverhetzenden und rechtsradikalen Politikern (m/w/d) vom volksdeutschen Schlage eines Björn Höcke („Ich bin der Teufel der AfD.") mehrere Dutzend Mal die Studios geöffnet und ihnen vor der deutschen Öffentlichkeit zu Propagandazwecken ihrer Verunglimpfung von Flüchtlingen und Minderheiten mehrere Stunden lang das Wort erteilt haben. Eigentlich müsste den Moderatoren und Moderatorinnen – und den verantwortlichen Intendanten und den Programmdirektoren und Chefredakteuren – von den Gebührenzahlern der Prozess wegen ihrer Beihilfe zur Zerstörung der freiheitlichen und rechtsstaatlichen Demokratie gemacht werden.

    Zorn über das Elend und die Schrecken überall in der Welt. Zorn über das Gebell des Bösen, das uns in den Ohren dröhnt, als wären es Donnerschläge.

    Zorn über die monströsen Geisterfahrten der internationalen Kartelle, über die Spekulanten und über die Kampfwagen des Kapitals, die mit ihren zerstörerischen Kräften unser aller Freiheit bedrohen und die nach eigenem Gutdünken wie Prärie-Feuer unkontrolliert in den Volkswirtschaften über den Globus wüten. Das hässliche Gesicht des Kapitalismus blitzt immer greller in der Betrachtung einer breiten Öffentlichkeit auf.

    Zorn über das gefräßige Bankwesen, über die Investmentfonds, die Bargelder in der Summe von Aberbillionen Dollar horten. Allein der US-Vermögensverwalter Blackrock zeichnet die Anlagesumme seiner Kunden von 6,4 Billionen US-Dollar in seinen Büchern. Und Zorn über eine zügellose Ökonomie, die immer mehr unser aller Leben bestimmt. Zorn über die Verschmutzung der Meere und der Flüsse. Zorn über die Verschmutzung der Luft und der Böden, die mit immer schnellerem Tempo dabei ist, unsere gesamte Zivilisation zu zerstören.

    Zorn ebenso über den Müll und den Mist und den Morast auf der Mattscheibe, der uns mit Klamauk-Unterhaltung den Verstand zu rauben droht. Zorn über das Begräbnis der Bildung in Deutschland, die uns die Würde des Geistes stiehlt. Hunderttausende von Viertklässlern können nur bruchstückhaft lesen und schreiben. Und manche Wortführer der Republik, die sich TV-Moderatoren nennen oder Chefredakteure oder Germanistikprofessoren oder Bundesminister, sie allesamt begehen Sprachfehler am laufenden Band. Besonders prekär wird das Adverbum loci falsch benutzt. Etwa so: Der Moment, wo ich ihn getroffen habe.

    Zorn über das beschleunigte Siechtum der deutschen Sprache, die mit einer wachsenden Sintflut von Anglizismen vernichtet worden ist und mit unsinnigen Rechtschreibreformen in eine Anarchie der Orthografie geprügelt. Viele Bundesbürger haben die Geborgenheit im Zuhause ihrer Sprache verloren.

    Zorn ebenfalls über den Wahn der Werbung und die Perfidie der Politiker. Und Zorn über die maßlose Macht des Mammons und über den Geifer, den sie um sich spuckt, als wäre sie einem Wahn anheimgefallen.

    Zorn über den Veitstanz um das Goldene Kalb, den wir als dressierte Konsumenten tagtäglich aufführen. „Shoppen" ist das beherrschende Hauptwort der Welt geworden. Aus dem ungezügelten Kapitalismus ist – was die wohlhabenden Nationen betrifft – obendrein ein zur Sucht und Angeberei anstachelnder Konsumismus geworden.

    Zorn auch über alle Despoten, die in vielen Teilen der Erde ihre Völker unterdrücken, die sie foltern und die sie töten lassen. Zorn ebenso über die Ungerechtigkeit der globalen Verteilung von Vermögen.

    Zorn über die todbringende Verelendung von mehreren Milliarden Menschen, die durch Hunger, Durst und Kriege zu Tode kommen; darunter mehr als 120 Millionen Kinder, die akut in ihrem Dasein gefährdet sind.

    Und mein Zorn, der nimmt immer mehr zu – gerade in diesen Zeiten zum Ende der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts. Gerade jetzt, da der Philosoph aus Trier, Karl Marx, seinen 200. Geburtstag beging und – nicht von ungefähr – die Rückkehr seiner Gedankenwelt über die Ausbeutung des Menschen ins Rampenlicht der Jetztzeit feierlich begangen wurde. Beifall für ihn und Zuspruch für die Richtigkeit vieler seiner Prophezeiungen wie selten zuvor seit der Veröffentlichung seiner Schriften.

    Müsste die Welt zum TÜV, sie bekäme derzeit keine Betriebserlaubnis; sie würde stillgelegt und aus dem Verkehr gezogen und erst nach umfangreichen Reparaturarbeiten für ein befriedetes und gerechtes Miteinander der Menschheit wieder zugelassen.

    Dieses Manifest, das 50244 Wörter umfasst, setzt sich auch dafür ein, dass die postulierten Verheißungen der sozialen Marktwirtschaft, die seit Gründung der Bundesrepublik als eine der wichtigsten Grundlagen der rechtsstaatlichen Demokratie in Deutschland galt, wieder eingeführt wird: Keine Wuchermieten mehr, keine staatlichen Almosen, keine verrotteten Schulen, keine Verteilung von Essensspenden mehr, keine Schlangen vor den Suppenküchen. Stattdessen Wohlstand für alle, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze, Chancengleichheit in Bildung und sozialem Aufstieg.

    Diese Zielsetzungen galten damals als verbindliche Zusagen der Politik. Und dafür hatte auch die Wirtschaft zu sorgen. Dafür ist sie überhaupt nur da. Und wenn sie dazu nicht imstande ist, wenn sie versagt und nur sich selbst und ein paar Zehntausend in den Chefetagen bedient, wenn sie sich nur immer mehr bereichert, dann müssen wir sie und dann werden wir sie an die Kette legen – wir alle gemeinsam, wir die Millionen und die Abermillionen.

    Oder aber die Allmacht des Geldes setzt ihren Feldzug fort und zwingt immer mehr Menschen in Verelendung und Knechtschaft. Und das Paradoxon: Gerade im wirtschaftlichen Aufschwung hat die Not neue Rekordwerte erreicht. Gerade in Zeiten zurückgehender Arbeitslosigkeit verelenden immer mehr Bundesbürger. Die wissenschaftliche Formel lautet: Wo horrender Reichtum entsteht, da wächst Armut uferlos.

    Dieser Aufruf will ebenso darauf hinweisen, dass es die SPD und die Grünen unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (seit seiner Abwahl Chef-Lobbyist für Öl und russisches Erdgas) und Vizekanzler Joschka Fischer waren, die mit der Agenda 2010 und den am 1. Januar 2005 eingeführten Hartz-IV-Gesetzen für eine Lockerung des Kündigungsschutzes, für eine Senkung des Spitzensteuersatzes, aber zugleich für Niedriglöhne und Leiharbeit gesorgt und damit den Gesellschaftsvertrag zwischen der Demokratie der Bürger und dem Kapital der Besitzenden gebrochen und auf den Kopf gestellt haben.

    Diese vollbrachte Schwerst-Sünde, die dazu geführt hat, die Sozialdemokraten in der Gunst der Wähler unter die Marke von 18 Prozent und weniger zu drücken. Von Volkspartei kann längst nicht mehr die Rede sein. Manch ein Politologe weissagt sogar, die SPD könnte im nächsten Jahrzehnt auf Bundesebene sogar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und gar nicht mehr im Plenarsaal des Reichstags Platz nehmen.

    Länger als ein Jahrhundert haben die Gewerkschaften um Lohnerhöhungen gekämpft, oftmals um den Preis von Leben und Tod. Aber die ehemalige Willy-Brandt-Partei, die hat zum ersten Mal in der Geschichte der Arbeiterbewegung dafür gesorgt, dass Lohnarbeit billiger gemacht und zur Tauschware von der Reste-Rampe des Proletariats wurde.

    Mehr als acht Millionen Bundesbürger können von dem Einkommen ihrer Arbeit nicht leben, und fast 20 Prozent verbringen ihr Dasein an der Armutsgrenze oder darunter. Über eine halbe Millionen sind ohne Obdach und leben auf der Straße; darunter 29.000 Kinder und Jugendliche. 29 Prozent aller Mieter

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