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Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane
Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane
Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane
eBook218 Seiten2 Stunden

Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane

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Über dieses E-Book

Tony Ballard ist der Dämonenhasser. Er kämpft gegen die Mächte der Finsternis und begegnet dem Unfassbaren. Vampire, Dämonen, Werwölfe und andere Kreaturen der Schattenwelt sind seine unbarmherzigen Gegner. Erfolgsautor A. F. Morland schuf diese einzigartige Horror-Serie, die jetzt endlich auch im E-Book vorliegt.

Dieses Buch enthält die Romane:

A.F.Morland: Die Satanshexe von Cinquetere

A.F.Morland: Feuerfaust
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum29. Nov. 2019
ISBN9783745211030
Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane
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Autor

A. F. Morland

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.

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    Buchvorschau

    Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane - A. F. Morland

    Dämonenhasser Tony Ballard - Neue Abenteuer 5 - Zwei Horror-Romane

    Tony Ballard ist der Dämonenhasser. Er kämpft gegen die Mächte der Finsternis und begegnet dem Unfassbaren. Vampire, Dämonen, Werwölfe und andere Kreaturen der Schattenwelt sind seine unbarmherzigen Gegner. Erfolgsautor A. F. Morland schuf diese einzigartige Horror-Serie, die jetzt endlich auch im E-Book vorliegt.

    Dieses Buch enthält die Romane:

    A.F.Morland: Die Satanshexe von Cinquetere

    A.F.Morland: Feuerfaust

    Copyright

    COVER WERNER ÖCKL

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author /COVER DIETER ROTTERMUND

    © dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

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    Alles rund um Belletristik!

    Die Satanshexe von Cinqueterre

    Sie war böse, grausam und gefährlich, doch das sah man ihr nur an, wenn sie es wollte, und dann gab es für ihre Opfer kein Entrinnen mehr. Eiskalt traf sie ihre Wahl und schlug stets im genau richtigen Moment tödlich zu. Männer, Frauen, Priester, Nonnen, Einheimische oder Touristen... Niemand war vor ihr sicher.

    Wen immer sie, die von einem mächtigen Gehörnten gezeugt worden war, ins Visier nahm, der war so gut wie verloren. Sie hatte viele Namen, doch kaum einer wusste, wie sie wirklich hieß. Ihr richtiger Name war Xera, und sie war die Satanshexe von Cinqueterre.

    *

    Manche Tage kannst du echt vergessen, sagte Rocco Vidali zu seinem Partner Alfredo Cerotto. Ihnen gehörte in Monterosso Al Mare an der Ligurischen Küste zu gleichen Teilen ein gut frequentiertes Restaurant namens Rocco & Alfredo. Vidali war sportlich schlank. Cerotto hätte gerne ein paar Pfunde weniger an den Rippen gehabt. Beide waren stets elegant gekleidet und machten den allerbesten Eindruck auf ihre Gäste. Heute Morgen, fuhr Vidali, ein unermüdlicher Schürzenjäger, fort, war ich noch bestens gelaunt, habe mit Philomena geschäkert...

    Wer ist Philomena?

    Philomena. Vidali sah seinen Compagnon vorwurfsvoll an. Meine neue Nachbarin. Ich habe dir doch von ihr erzählt. Er wackelte mit dem Kopf. Sag mal, hörst du hin und wieder auch mal zu, wenn ich mit dir rede?

    Cerotto zog die buschigen schwarzen Augenbrauen hoch. Ach ja, Philomena. Die mit dem Holzbein.

    Vidali gab ihm einen leichten Stoß. Sie ist eine makellose Schönheit, du Arsch.

    Cerotto rümpfte die Nase. Du immer mit deinen Weibergeschichten.

    Vidali bleckte seine blitzweißen, regelmäßigen Zähne. Ich bin Italiener.

    Amore. Sempre amore, eh?, sagte Cerotto spöttisch. Diesem Klischee muss einer wie du natürlich unbedingt gerecht werden, weil du meinst, das erwartet man von dir, aber du irrst dich. Ich bin auch Italiener, aber ich komme sehr gut ohne diese Schablone aus.

    Vidali feixte. Und wie kommst du mit deinem Hormonhaushalt klar?

    Mach dir mal keine Sorgen, erwiderte Cerotto. Um den ist es bestens bestellt.

    Bist du sicher?

    Ganz sicher.

    Wir kommen vom Thema ab, sagte Vidali. Ich wollte vorhin sagen, dass heute mal wieder so ein Tag zum Vergessen ist. Zuerst geht uns ein gottverdammter Zechpreller durch die Lappen. Dann beklaut ein rotzfrecher Taschendieb eine japanische Touristin, die natürlich Zeter und Mordio schreit, als sie bemerkt, was ihr alles fehlt. Und vorhin erleidet draußen im Gastgarten eine Frau von noch nicht einmal fünfzig Jahren einen Kreislaufkollaps und muss im Notarztwagen abtransportiert werden.

    Der Tag ist noch lange nicht zu Ende, sagte Cerotto orakelhaft. Es kann noch viel passieren.

    Vidali wedelte mit der Hand, als hätte er sich die Finger verbrannt. Mal bloß den Teufel nicht an die Wand.

    Soeben nahm draußen eine kleine Reisegruppe an mehreren freien Tischen Platz. Cerotto ging hinaus, um sich um die neuen Gäste zu kümmern, während Vidali in der Küche nach dem Rechten sehen wollte. Als er sich umdrehte, sagte jemand hinter ihm: Entschuldigung. Eine wohlklingende Frauenstimme, die Vidali – den Permanent-Casanova - sogleich elektrisierte.

    Er wandte sich der Dame zu. Ja, bitte? Sie sah umwerfend aus, war ein wunderschöner blonder Engel und hatte eine atemberaubende Figur. Schmale Taille, hoch angesetzte üppige Brüste, lange Beine... Vidali quollen die Augen aus dem Kopf, und er reagierte auf sie so, wie er auf alle schönen Frauen reagierte. Er nahm die Schultern zurück, straffte den Rücken und setzte ein charmantes Verführerlächeln auf.

    Für kleine Mädchen..., sagte sie zaghaft.

    Wenn er geahnt hätte, wer sie war, hätte er entsetzt zu fliehen versucht, doch er wusste nicht, dass er Xera vor sich hatte.

    Hier entlang, sagte er hilfsbereit und zeigte ihr den Weg.

    Vielen Dank, sagte sie und schenkte ihm einen Blick, der ihn in derselben Sekunde um den Verstand brachte. Von diesem Moment an gehörte er ihr, ohne dass ihm das bewusst war. Rocco Vidali, das nächste Opfer, hing schon fest an Xeras Haken.

    *

    Jan van Vermeer, der schwarze Ritter, und sein Komplize Ado Bebe, ein schwarzhäutiger Schamanen-Teufel, den er aus Tansania mitgebracht hatte und der imstande war, ganze Landstriche zu verwüsten, Tsunamis oder Todesstürme zu entfachen, ja sogar eine Insel aus dem Meeresboden wachsen und wieder versinken zu lassen, was er kürzlich vor Cornwalls Küste getan hatte, waren für uns nach wie vor ein Thema.

    Wir hatten kurz gehofft, dass es die beiden erwischt hatte, als das Haus des holländischen Multimillionärs in die Luft geflogen war, doch inzwischen hatte sich herausgestellt, dass sie – bedauerlicherweise - unversehrt davongekommen waren und sich bester Gesundheit erfreuten. Shit happens, fällt mir dazu nur ein.

    In jüngster Vergangenheit waren die Mistkerle in Irland, Kanada und Argentinien gesehen worden, doch jedes Mal, wenn wir versucht hatten, sie ein für allemal unschädlich zu machen, waren sie - wie übler Geruch bei aufkommendem Wind - verschwunden und wir hatten einmal mehr das Nachsehen gehabt. Langsam hatten wir es satt, immer wieder ins Leere zu stoßen.

    Seit der Niederländer sich mit dem Schamanen-Teufel zusammengetan hat, ist er doppelt so gefährlich, knurrte Mr. Silver missmutig.

    Wir befanden uns auf der Feuerland-Insel Navarino. Hier lebten ungefähr 2.300 Menschen in der südlichsten Stadt der Welt, und angeblich hatte der Schwarze Ritter vor, sich ganz in der Nähe mit einigen ranghohen Dämonen zu treffen, aber einen Beweis dafür fanden wir vor Ort leider nicht und deshalb beschlossen wir, die Jagd auf Jan van Vermeer und den Schamanen-Teufel, die ziemlich sinnlos geworden war, fürs Erste abzubrechen und nach London zurückzukehren.

    Ich musste dem Hünen mit den Silberhaaren leider Recht geben. Der Schwarze Ritter war zurzeit tatsächlich wesentlich gefährlicher als vor seiner Vereinigung mit Ado Bebe.

    Ich wäre schon zufrieden, wenn wir, wenn schon nicht beide, so wenigstens den Schamanen-Bastard aus dem Verkehr ziehen könnten, fuhr der Ex-Dämon fort. Er verzog das Gesicht, als hätte er Brackwasser getrunken. Man wird mit der Zeit bescheiden.

    Genau genommen war nur die Kombination Schwarzer Ritter/Schamanen-Teufel so extrem gefährlich. Ado Bebe allein hielt ich nicht für so stark, dass wir ihn nicht hätten bezwingen können.

    Bei Jan van Vermeer lag die Sache schon ein bisschen anders. Der konnte zwar keine Naturgewalten entfesseln, aber er war mit allen schwarzen Wassern gewaschen und mit allen schwarzen Salben geschmiert.

    Diesem aalglatten Halunken beizukommen war schon sehr viel schwieriger. Vor allem auch, weil er so immens reich war und sich mit seinem vielen Geld nahezu alles so richten konnte, wie er es brauchte.

    Aber irgendwann würden wir ihn kriegen, davon war ich felsenfest überzeugt. Früher oder später hatten wir noch jeden Höllenfeind erledigt. Okay, mit ein paar ganz wenigen Ausnahmen – zu denen zum Beispiel Mago, der Schwarzmagier und Jäger der abtrünnigen Hexen, samt seinen brandgefährlichen Schergen gehörte.

    Der Ex-Dämon blickte sich um. Triste Gegend hier, was?, grummelte er.

    Ich lächelte. Nun ja, die Karibik ist es nicht.

    Wir waren auf dem Weg zum Strand, wo ein Helikopter auf uns wartete, der uns zu den Falkland-Inseln bringen sollte. Die resolute Pilotin, ein sympathisches Mann-Weib (sogar der Bart fehlte nicht) mit Atombusen und einem schraubstockähnlichen Händedruck, begrüßte uns herzlich.

    Ihr Name war Becca Jones. Wir hatten ihre Dienste schon mal in Anspruch genommen. Sie hatte uns von Rio Gallegos, Argentinien, hierher geflogen.

    Mr. Ballard. Mr. Silver. Ihre Stimme war beinahe so tief wie meine. Na? Alles erledigt?

    Leider nein, antwortete der Silberdämon mit finsterer Miene.

    Das tut mir leid, sagte Becca Jones, und es war ihr anzusehen, dass sie das auch wirklich so meinte.

    Das braucht es nicht, gab ich zurück. Uns winkt ein erfreuliches Wiedersehen.

    Mit wem?, wollte die Pilotin wissen. Sie trug einen silbernen Overall, der überall ein bisschen spannte.

    Ich deutete auf Mr. Silver. Er sieht seine Langzeitfreundin wieder, ich meine Frau.

    Becca Jones staunte. Ach, Sie sind verheiratet. Das wusste ich nicht.

    Mr. Silver sagte: Verheiratet. Geschieden. Verheiratet.

    Die Pilotin sah mich an. Verstehe ich Ihren Freund richtig? Haben Sie zweimal dieselbe Frau geheiratet, Tony?

    Ich nickte. Weil es für mich keine Bessere gibt.

    Wieso dann die Scheidung?

    Von mir aus wäre die Ehe nie geschieden worden. Vicky hielt den permanenten Stress an meiner Seite nicht mehr aus.

    Und nun?

    Es hat sich vieles geändert, antwortete ich. Vicky hat sich geändert. Sie hat zu kämpfen gelernt, ist härter geworden.

    Scheint so, als wären Sie sehr stolz auf sie.

    Ich nickte. Das bin ich.

    Ich nehme an, Sie lieben sie.

    Über die Maßen.

    Mist, sagte die starke Pilotin. Und ich hatte schon gehofft, ich hätte eine ausbaufähige Chance bei Ihnen. Sie grinste. Scherz. Ich habe einen Partner, mit dem ich sehr glücklich bin. Sie klatschte in die Hände. So, und jetzt rein in die Mühle, damit wir alle so bald wie möglich wieder zu unseren Liebsten kommen.

    *

    Der Hexenhenker Anthony Ballard hatte sich schon vor langer Zeit dem Weißen Kreis angeschlossen, dessen Firmensitz sich im Herzen von London befand. Irgendwann hatten sich die Mitglieder dieser außergewöhnlichen Vereinigung für geraume Zeit auf alle fünf Kontinente verteilt, um dort eigenständige Filialen zu gründen, und sobald diese zuverlässig funktioniert hatten, waren sie an ihren Ausgangsort zurückgekehrt, um von hier aus mit vereinten Kräften die schwarze Macht zu bekämpfen, wobei der Hexenhenker zumeist eher unauffällig agierte und sich lieber dezent im Hintergrund aufhielt.

    Er war ein bescheidener Mann, tat sich nie besonders hervor, war aber dennoch äußerst zuverlässig und immer zur Stelle, wenn man ihn brauchte.

    Vor dreihundert Jahren hatte das Schwergewicht schon mal gelebt. Damals hatte er in einem Dorf namens Griddledon sieben Hexen am Galgenbaum aufgeknüpft - mit fatalen Folgen, denn die schrecklichen Teufelsbräute waren bereits einen Monat nach ihrem Tod zurückgekommen und hatten sich grausam gerächt, indem sie Anthony Ballard vierteilten. Doch nicht nur das. Sie waren danach alle hundert Jahre wiedergekehrt, um ihre Rache an den Dorfbewohnern zu erneuern – und bei den Toten hatte immer auch ein Ballard sein müssen.

    Seit es Daryl Crenna alias Pakka-dee, dem Mann aus der Welt des Guten und Gründer des Weißen Kreises, gelungen war, Anthony Ballard aus dem Totenreich loszueisen, gehörte der muskulöse Hexenhenker dieser einzigartigen Verbindung an. Weitere Mitglieder waren Mason Marchand alias Fystanat und Brian Colley alias Thar-pex – beide ebenfalls aus der Welt des Guten – sowie der weiße Werwolf Bruce O'Hara und seit kurzem die Tigerfrau Agassmea und der Höllenrichter Zeeneth, zwei Neuzugänge, die erst noch beweisen mussten, dass sie teamfähig waren. Anthony Ballard hatte sein Outfit im Laufe der Jahre der Zeit, in der er nun lebte, angepasst. Früher war er sehr auffällig mit einer blutroten Gesichtsmaske, nacktem Oberkörper, eng anliegender roter Hose, breitem Ledergürtel und einem scharfen Henkersbeil in den großen Händen aufgetreten. Jetzt trug er zumeist legere Designerklamotten und bewahrte sein Beil in einem unscheinbaren Geigenkasten auf.

    Sein Spezialgebiet war nach wie vor die Hexenjagd, aber er bekämpfte auch Ghouls, Vampire, Werwölfe oder anderes schwarzblütiges Geschmeiß, wenn Not am Mann war, und ganz oben auf seiner individuellen Most-wanted-Liste stand seit ewigen Zeiten der Name Xera, denn mit diesem Höllen-Luder hatte er ein ganz persönliches Hühnchen zu rupfen. Die Satanshexe war ihm in der Vergangenheit zweimal über den Weg gelaufen und jedes Mal ganz knapp entwischt, was für ihn nicht nur sehr ärgerlich gewesen war, sondern auch höchst blamabel, und deshalb brannte er darauf, ihr irgendwann irgendwo wieder zu begegnen, damit er ihr endlich den Garaus machen konnte.

    Als ihm das vage Gerücht zu Ohren gekommen war, dass Xera in Ligurien ihr Unwesen trieb, hatte es für ihn kein Halten gegeben. Er hatte da unbedingt hin müssen.

    Bruce O'Hara hatte ihm angeboten, mitzukommen, doch er hatte gesagt: Das ist nicht nötig, mein Freund. Ich brauche keine Unterstützung.

    Sie ist dir zweimal entwischt, gab O'Hara zu bedenken.

    Aller guten Dinge sind drei, knurrte der kräftige Hexenhenker. Diesmal kriege ich sie.

    Was macht dich so sicher?

    Ich hab's im Gefühl.

    Am nächsten Tag war Anthony Ballard abgereist. Er wohnte jetzt in La Spezia in einem Nobelhotel am Hafen, hatte da eine Suite, und war von früh bis spät auf der Suche nach der Satanshexe.

    Inzwischen war es ihm gelungen, Xeras Aktionsgebiet auf Cinqueterre einzugrenzen. Auf diesen etwa zwölf Kilometer langen Küstenstreifen der italienischen Riviera zwischen Punta Mesco und Punta di Montenero.

    Hier trieb sich das Höllenweib herum. Mal in Monterosso Al Mare, mal in Vernazza, Corniglia, Manarola oder Riomaggiore, entlang der steil abfallenden Küste. Wo sie wann auftauchte, wusste keiner.

    Das entschied sie ganz allein und völlig spontan, und deshalb war es für Anthony Ballard auch nicht einfach, ihre Spur zu finden.

    Doch das vermochte ihn nicht zu entmutigen. Er ließ nicht locker, war unermüdlich Tag für Tag unterwegs, sprach mit vielen Menschen, hoffte, dass Xera dadurch schon bald auf ihn aufmerksam wurde und ihn attackierte, um ihn sich vom Hals zu schaffen, ehe er ihr gefährlich werden konnte.

    Das täglich von Touristenmassen überschwemmte Cinqueterre war ein ideales Jagdgebiet für sie. Wo immer sie ihre Angel auswarf, zappelte sofort ein Fisch am Haken. Mal holte sie sich einen Einheimischen, mal einen Urlauber. Niemand konnte sich in dieser UNESCO-Kulturerbe-Region vor ihr sicher fühlen. Jeder war in Gefahr, solange es nicht irgendjemandem gelang, ihr das grausame Handwerk zu legen.

    Die Satanshexe trat in vielerlei Gestalten auf. Mal war sie Reiseleiterin, mal Touristin, mal Souvenirverkäuferin oder Bettlerin.

    Auch als harmlose Nonne war sie angeblich

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