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Das Vermächtnis einer Dirne: Redlight Street #75

Das Vermächtnis einer Dirne: Redlight Street #75

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Das Vermächtnis einer Dirne: Redlight Street #75

Länge:
141 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
15. Feb. 2019
ISBN:
9783745207965
Format:
Buch

Beschreibung

REDLIGHT STREET #75

von G. S. Friebel

Der Umfang dieses Buchs entspricht 112 Taschenbuchseiten.

Die Schriftstellerin Sonja Sommer will einen Roman über das Dirnenmilieu schreiben und dafür begleitet sie den Polizisten Lukas für eine Nacht. Als sie Eva Müller, eine abgetakelte Dirne vom Straßenstrich, kennenlernt, spürt sie, dass diese Hilfe braucht. Sonja zögert nicht lange und setzt sich für sie ein, zumal Eva einen kleinen Sohn hat: Henry, den sie von Herzen liebt. Die Dirne ist ernsthaft erkrankt, aber das ist, wie sich herausstellt, nicht ihr einziges Problem: Bruce, ihr brutaler Zuhälter, zwingt sie auf den Strich zurück ...
Herausgeber:
Freigegeben:
15. Feb. 2019
ISBN:
9783745207965
Format:
Buch

Über den Autor


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Das Vermächtnis einer Dirne - G. S. Friebel

Das Vermächtnis einer Dirne

REDLIGHT STREET #75

von G. S. Friebel

Der Umfang dieses Buchs entspricht 112 Taschenbuchseiten.

Die Schriftstellerin Sonja Sommer will einen Roman über das Dirnenmilieu schreiben und dafür begleitet sie den Polizisten Lukas für eine Nacht. Als sie Eva Müller, eine abgetakelte Dirne vom Straßenstrich, kennenlernt, spürt sie, dass diese Hilfe braucht. Sonja zögert nicht lange und setzt sich für sie ein, zumal Eva einen kleinen Sohn hat: Henry, den sie von Herzen liebt. Die Dirne ist ernsthaft erkrankt, aber das ist, wie sich herausstellt, nicht ihr einziges Problem: Bruce, ihr brutaler Zuhälter, zwingt sie auf den Strich zurück ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Es regnete in Strömen. Die Laternen schaukelten im Wind hin und her. Trübe wirkte die Straße – leer, irgendwie feindselig, abstoßend. Nur hohe schmale Häuserfronten, kaum ein Baum, nichts Liebliches war zu entdecken. Zwischendurch ein paar Reklamen, eine Wäscherei, ein Tabakladen und immer wieder Gasthäuser. Auch Menschen sah man nicht. Es war noch nicht spät, höchstens 21 Uhr.

Gewiss, sie hatte sich verspätet und fühlte sich ein wenig schuldbewusst. Zu Hause hatte es Ärger gegeben. Für einen Augenblick hatte es so ausgesehen, als hätte sie diese Verabredung absagen müssen. Doch dann war sie zornig gegangen. Was war denn schon dabei? Sie brauchte diesen Kontakt unbedingt. Sie war sich keiner Schuld bewusst, und aus diesem Gefühl heraus war sie gefahren.

Sonja Sommer schlug den Kragen der Lederjacke hoch, als sie aus dem Wagen stieg.

Die Straße glänzte vor Nässe. Sie schloss das Auto ab, sah sich einmal um und überquerte den Damm.

Was hatte er am Telefon gesagt: Wir treffen uns im »Stadthafen«. Sie stand vor dem Lokal. Es machte von außen einen guten Eindruck. Aus dem Lokal drang Musik und Lachen. Sie war noch nie abends allein in ein Restaurant gegangen. Als Frau scheute man sich davor. Man wurde ziemlich schnell angesprochen und belästigt. Die Männer hielten Frauen ohne Herrenbegleitung für Freiwild. Sie machten es sich sehr einfach in dieser Beziehung.

Hoffentlich ist er schon da, dachte sie. Wenn ich warten muss, nein, dann fahre ich lieber wieder nach Hause. Entschlossen stieß sie die Schwingtür auf.

Im ersten Augenblick konnte sie vor Qualm nichts erkennen. Der Raum war schmal und die Decke niedrig. Die runde Theke stand mitten im Raum, ringsum Barhocker. An den Wänden waren Holztische mit einfachen Stühlen. Billige Tapeten, kitschige Reklame! In der Ecke spielte die Musikbox.

Sonja starrte in alle Gesichter. Noch stand sie an der Tür, jeden Augenblick bereit, fortzulaufen.

Unmöglich, dachte sie verzweifelt. Das ist ja eine Kneipe, eine regelrechte Absteige. Der muss sich versprochen haben, oder ich habe mich verhört. Er weiß doch ... Ach, dahinten saß wirklich Peter Lukas, neben ihm anscheinend ein Kollege. Er winkte ihr fröhlich mit einem halb gefüllten Bierglas zu.

Mit staksigen Schritten ging sie durch den Raum, blieb vor seinem Tisch stehen.

»Alle Achtung! Man hat also Mut, das hätte ich nicht gedacht. Noch fünf Minuten, und ich wäre nicht mehr hier gewesen. Schließlich haben wir Dienst.«

Rote Flecken erschienen auf Sonjas Gesicht.

»Ich weiß, dass ich mich verspätet habe«, sagte sie.

»Man hatte also etwas dagegen?«

Lukas erhob sich und holte einen Stuhl für Sonja Sommer.

»Das ist mein Kollege Wolf Bauer! Frisch von der Schule. Sofort eingesetzt. Na, das Frische verschleißt sich mit der Zeit.«

Sonja setzte sich und schlug den Kragen zurück. Jetzt bei den Männern fühlte sie sich sicherer. Man würde sie in Ruhe lassen, sie war geschützt.

»Warum haben Sie gerade dieses Lokal gewählt?«, fragte sie mit rauer Stimme.

Lukas lachte. »Mein liebes Mädchen, ich denke, Sie wollen das Milieu studieren, und ich bin der Ansicht, hier können wir gut beginnen, bevor die ganz harten Brocken in Sicht kommen.«

»Gewiss! Aber Sie hätten es mir sagen können, ich hätte mich dann darauf vorbereitet.« '

»Wie denn?«, ulkte er. »Hätten Sie sich vielleicht mit einer Pistole bewaffnet?«

Die Wirtin, eine dickliche, etwas schmuddelig wirkende Frau, erschien, und stellte ein Glas Bier auf den Tisch.

»Bitte«, krächzte sie.

»Fanny, wer hat das bestellt?«, wollte Lukas wissen.

»Der Herr da drüben«, feixte sie.

Sonja drehte sich um, entdeckte einen Mann an der Theke. Er prostete ihr zu. Sein Alter schätzte sie auf fünfzig, gut gekleidet, aber irgendwie gefiel er ihr nicht.

»Danke«, sagte sie trocken, »ich möchte lieber eine Cola.«

»Von mir aus«, sagte die Wirtin. »Entweder schütte ich es weg oder verkauf es noch einmal. Ist ja bezahlt. Aber Krach gibt es hier nicht, verstanden?«

Bauer hielt es für angebracht, sich einzumischen. »Hör mal, Fanny, du bist doch ein kluges Mädchen, nicht wahr? Wenn du keinen Krach willst, so sage dem feinen Herrn da drüben, wer wir sind, und dann lässt du uns in Ruhe, klar?«

»Was denn, was denn?«, wollte sie loslegen. »Seit wann ist es verboten, einen auszugeben? Ich lass mir mein Lokal nicht schlechtmachen.«

»Wenn du jetzt nicht gleich langmachst, rufe ich morgen das Ordnungsamt an, meine Süße. Wenn ich mich nicht irre, haben sie dich schon lange auf dem Kieker.«

Fanny war sehr schnell verschwunden. Sonja sah, wie sie sich zu dem Mann hinüberbeugte und ihm etwas zuflüsterte. Lukas ließ ihn nicht aus den Augen. Der Mann schaute kurz zu ihnen herüber, trank sein Glas leer, warf ein Geldstück auf den Tresen und verschwand.

»Auch so ein kleiner Gauner«, grinste Bauer. »Aber lassen wir ihn laufen. Jetzt zu Ihnen, meine Liebe. Sie wollen uns also heute Nacht auf unserer Streife begleiten, habe ich gehört.«

»Ja. Ich habe die Genehmigung in der Tasche. Wollen Sie sie sehen?«

»Nein, nein, ich wollte mich nur vergewissern, verstehen Sie?«

»Wieso? Nein!«

»Bauer hielt Sie für eine alte verschrobene Schreckschraube, mit einem Tick hier oben, verstehen Sie?«, erklärte Lukas und tippte sich an die Stirn.

Sonja biss sich auf die Lippen.

»Halten Sie alle Schriftsteller für verschroben?«

Bauer wurde rot. »Lukas ist gemein. Er hat mich ganz schön aufs Glatteis geführt. Natürlich nicht, aber ich dachte, nun, es ist so ..., also um die Wahrheit zu sagen, woher haben Sie das Wissen?«

»Mein Geheimnis«, lachte sie. »Lukas hat also nicht alles ausgeplaudert.«

»Nein«, sagte Lukas. »Warum auch? Der Junge soll schließlich lernen. Vielleicht errät er es heute Nacht.«

»Doch nicht etwa eine Ehemalige?«

Sonja und Peter lachten herzlich.

»Sehe ich wirklich so aus?«

Bauer fühlte, dass er abermals ins Fettnäpfchen getreten war. Er wollte sich entschuldigen, doch in diesem Augenblick ging die Tür auf und ein Pärchen betrat den Raum.

Sonja Sommer saß so, dass sie den ganzen Raum überblicken konnte. Jetzt sah sie einen Mann, ziemlich groß, leger gekleidet, aber teuer, mit einem schweren Goldring an der rechten Hand. Das Haar war sehr lang, aber gepflegt. Sein Gesicht gefiel ihr nicht, er wirkte kantig und hart. Die Augen lagen sehr eng beieinander.

Seinen rechten Arm hatte er um ein Mädchen geschlungen. Dieses war mittelgroß, hatte langes silberblondes Haar, trug einen Glockenrock und dazu einen hellen Pullover. Die hohen Stöckelschuhe wirkten wie Klötze an den langen Beinen.

»Hübsches Pärchen, was?«, grinste Peter. »Ich hätte nicht gedacht, dass der Abend so unterhaltsam wird.«

»Wer ist das?«

»Sie meinen den Mann?«

»Ja.«

»Zuhälter erster Güte! Wenn ich mich nicht irre, hat er im Augenblick vier Trittvögelchen laufen. Er hat sogar eine Privatnutte, oder auch Haushaltshure genannt.«

»Was ist denn das?«, wollte Sonja wissen.

»Neuer Ausdruck, wie? Schreiben Sie den man gleich auf. So nennen sie die Frauen, die ein bürgerliches Leben führen, oft verheiratet und irgendwie dem Zuhälter verpflichtet sind.«

Sonja holte ein Büchlein hervor und schrieb es hinein. Dann blickte sie verstohlen zu dem Pärchen hinüber. Er küsste sie, und sie ließ es sich gelangweilt gefallen. Zwischendurch trank sie etliche Gläser Korn.

»Ist das auch eine Lustbringerin?«, fragte Sonja.

»Oha!«, sagte Peter. »Merkst du was, Wolf, sie will uns glattbügeln. Hast du dein Lexikon bei dir? Sie spricht nachher perfekt mit uns!«

Bauer sah sie von der Seite an. Sonja spürte, er glaubte ihr noch immer nicht.

»Sie meinen, ob das eine Dirne ist? Fehlgeschlagen, das ist gar keine >Sie<.«

Peter grinste.

Sonja sagte: »Oha!«

»Das ist das kleine Privatvergnügen seiner Hoheit, des Königspinguin. Er steht nicht auf Mädchen, nur, wenn sie ordentlich für ihn anschaffen gehen. Und

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