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Brenda und der Hexenzauber: Mystic Thriller Großband 3 Romane 7/2021
Brenda und der Hexenzauber: Mystic Thriller Großband 3 Romane 7/2021
Brenda und der Hexenzauber: Mystic Thriller Großband 3 Romane 7/2021
eBook303 Seiten4 Stunden

Brenda und der Hexenzauber: Mystic Thriller Großband 3 Romane 7/2021

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Über dieses E-Book

Dieser Band enthält folgende Romane

von Jan Gardemann

Einladung zum Hexenclub

Brenda und der Wolfsmensch

Mörderischer Zauber

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es - doch was ein höchst gefährliches Amulett in der Kunstwelt des Malers Hal Melior anrichtet, spottet jeder Beschreibung. Schon bald macht sich Brenda Logan daran, den bizarren Fall zu klären; gemeinsam mit ihrer Freundin Tatjana Barbican von Scotland Yard versucht sie, die auf schreckliche Weise betrogenen Modelle des Künstlers zu retten - und dann stellt die Amulettforscherin fest, dass etwas ganz anderes hinter diesem Fall steckt …
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum22. Juli 2021
ISBN9783745216783
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    Buchvorschau

    Brenda und der Hexenzauber - Jan Gardemann

    Brenda und der Hexenzauber: Mystic Thriller Großband 3 Romane 7/2021

    Jan Gardemann

    Dieser Band enthält folgende Romane

    von Jan Gardemann

    Einladung zum Hexenclub

    Brenda und der Wolfsmensch

    Mörderischer Zauber

    Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es – doch was ein höchst gefährliches Amulett in der Kunstwelt des Malers Hal Melior anrichtet, spottet jeder Beschreibung. Schon bald macht sich Brenda Logan daran, den bizarren Fall zu klären; gemeinsam mit ihrer Freundin Tatjana Barbican von Scotland Yard versucht sie, die auf schreckliche Weise betrogenen Modelle des Künstlers zu retten – und dann stellt die Amulettforscherin fest, dass etwas ganz anderes hinter diesem Fall steckt …

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author /

    © dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

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    EINLADUNG ZUM HEXENCLUB

    Das magische Amulett

    Roman von Jan Gardemann

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 102 Taschenbuchseiten.

    Es ist „wie verhext": Gerade dachte Denis Whyler noch, alles unter Kontrolle zu haben als Hohepriester seiner Hexengruppe, doch plötzlich entgleiten ihm die Dinge total. Und das ihm, der doch überhaupt nicht an Magie glaubt! Aber mit der Hexerei spielt man nicht, das muss nicht nur Denis schmerzlich erfahren. Was genau steckt dahinter? Ein Fall für Brenda Logan, die Amulettspezialistin – ihre Kräfte und Fähigkeiten können durchaus mit dem Hexeneinmaleins konkurrieren! Unterstützt von ihrem Mann Daniel, nimmt Brenda mutig den Kampf gegen die Mächte des Bösen auf.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing

    sind Imprints von Alfred Bekker.

    © by Author

    © Cover by Firuz Askin, 2016

    © dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement

    mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    © Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Prolog

    Bevor Denis sich dem Vorhang nähern konnte, explodierte der Rubin in der Mitte des Pentagramms plötzlich in einem Feuerwerk rötlicher Lichtstrahlen. Wie von einem Lasergerät abgestrahlt, schossen die Lichtspeere quer durch den Raum. Denis vernahm erschreckte Schreie hinter sich. Es waren seine Hexen. Doch ihren Schreien haftete nichts Entzücktes und Erregtes an, wie er es gewohnt war. Es waren Entsetzensschreie, die da über ihre Lippen kamen und Denis durch Mark und Bein gingen. In diesem Moment fanden zwei Lichtspeere ihren Weg durch die Sehschlitze der Ziegenbockmaske. Wie zwei Blitze stachen sie in Denis’ Augen und drangen tief in sein Gehirn vor. Im nächsten Moment wurde sein Bewusstsein in einem blutroten Meer ausblendendem Licht ertränkt, das alles andere überstrahlte ...

    1

    Denis Whyler ließ seinen Blick prüfend durch den Salon schweifen. Er rückte die Kerzenständer auf dem Altar, dem einzigen Einrichtungsgegenstand in dem Zimmer, etwas weiter auseinander, weil sie nach seinem Dafürhalten zu dicht bei den Totenschädeln standen, so dass diese später, wenn die Kerzen brannten, nicht richtig zur Geltung kommen würden.

    Er baute sich hinter dem Altar auf, nahm die Pose eines Herrschers ein und schaute mit gönnerhafter Miene über die Kerzen und das umgekehrt aufgestellte Kruzifix hinweg in den leeren Salon, dessen Wände und Fenster er mit schwarzen Tüchern verhängt hatte.

    Noch wirkte der Salon vergleichsweise gewöhnlich. Aber das lag hauptsächlich an dem Licht der elektrischen Lampen, das von der Zimmerdecke herabflutete und den Raum bis in den letzten Winkel ausleuchtete und seiner unheimlichen Atmosphäre beraubte.

    Denis sah rasch auf seine Armbanduhr. In knapp einer Stunde würden die ersten Hexen in dem verlassenen Haus eintreffen. Sie würden aus ihren Alltagsklamotten schlüpfen und nackt wie sie dann waren in die aufreizenden Umhänge steigen, die für sie in den Umkleideräumen bereitlagen. Wenn alle dreizehn Hexen in dem dann nur noch schummrig beleuchteten Salon versammelt waren und ihre verhüllten Körper von den Kerzen auf dem Altar geheimnisvoll angeleuchtet wurden, würde sich die unheimliche, prickelnde Atmosphäre von ganz allein einstellen. Der süßliche Duft des Weihrauchs, der aus den Schalen auf dem Boden entlang der Wände quoll, würde die Sinne der versammelten Frauen betören. Und wenn sie dann anfingen, von dem Absinth zu trinken, den Denis vor wenigen Minuten in die Silberkelche gegossen hatte, würden die Frauen auch die letzten Reste ihrer Befangenheit abschütteln und wie gewohnt einen ziemlich zügellosen Hexensabbat abhalten.

    Denis lächelte still in sich hinein, während in ihm die Erinnerung an die zurückliegenden Treffen aufstieg. Wenn seine Hexen enthemmt waren, taten sie Dinge, an die sie im Rahmen ihres alltäglichen Lebens niemals auch nur zu denken gewagt hätten.

    Denis beglückwünschte sich nicht zum ersten Mal für seine Idee, einen Hexenclub zu gründen. Vor einem halben Jahr hatte er diese Sache in Angriff genommen. Er hatte eine Internetseite ins Leben gerufen und ihr ein geheimnisvolles, mystisches Aussehen verliehen.

    Den Mitgliedern seines dort beworbenen Hexenclubs hatte er absolute Anonymität versprochen und behauptet, ein Kenner der Magie, des Okkultismus und der Hexenkunst zu sein.

    Daraufhin hatten sich über drei Dutzend Anwärter bei ihm gemeldet und um Aufnahme in seinen Hexenclub gebeten.

    Natürlich hatte Denis nur weibliche Mitglieder aufgenommen. Er wollte sich seine Position als Hohepriester schließlich von keinem anderen Mann streitig machen lassen. Zudem hatte er nur junge Frauen ausgewählt – immerhin wollte er ja auch auf seine Kosten kommen.

    Seit er den Hexenclub ins Leben gerufen hatte, gab es jeden Monat zu Vollmond ein Treffen. Sie wurden jedes Mal in dem leerstehenden Haus abgehalten. Es befand sich am Rande einer kleinen Ortschaft in der Nähe von London und war von einem verwilderten Garten umgeben, so dass das Gebäude nicht eingesehen werden konnte. Außerdem galt das Haus unter den Anwohnern als verflucht und wurde im Volksmund >Hexenhaus< genannt. Eine Bezeichnung, die nun durch Denis’ Aktivitäten ihre Berechtigung gefunden hatte.

    Denis hatte das >Hexenhaus< vor vielen Jahren von einer alten Frau gekauft, deren Rente nicht ausgereicht hatte, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Darum hatte sie ihr kleines, ein wenig heruntergekommen aussehendes Haus verkaufen müssen. Voraussetzung aber war gewesen, dass der Käufer der ehemaligen Besitzerin gestattete, bis zu ihrem Ableben in dem Haus bleiben zu dürfen.

    2

    Unter diesen Voraussetzungen hatte sich natürlich niemand gefunden, der dieses ungünstig gelegene Haus hatte erwerben wollen. Denis hatte es darum zu einem Spottpreis bekommen.

    Die Alte war vor gut einem Jahr endlich gestorben – seitdem stand das Haus leer. Doch nun hatte Denis eine gute Verwendung für den alten Kasten gefunden. Eine Verwendung, die ihn seine damalige Investition mehr als nur lohnenswert erscheinen ließ.

    Die bevorstehende Zusammenkunft würde das siebte Treffen des Hexenclubs sein und zu diesem Anlass hatte Denis sich etwas ganz Besonderes ausgedacht.

    Von einem befreundeten Friedhofsgärtner hatte er sich dreizehn Totenschädel aushändigen lassen. Sie ruhten zurzeit noch in einer Kiste in seinem Privatzimmer, das an den Salon angrenzte.

    Jede seiner Hexen würde im Laufe der bevorstehenden Zeremonie von ihm einen dieser Schädel überreicht bekommen. Anschließend sollten sie versuchen, mit Hilfe geheimnisvoller Beschwörungen, Kontakt mit dem zu dem jeweiligen Schädel dazugehörigen Geist aufzunehmen und in die Rolle des Verstorbenen zu schlüpfen.

    Denis war fest davon überzeugt, dass es weder übersinnliche Phänomene noch Zauberei gab. An dieser Überzeugung hatte auch seine Beschäftigung mit okkulten Büchern und alten Schriftrollen nichts geändert. Stattdessen glaubte er, dass diese Dinge von den Menschen nur deshalb erfunden wurden, um ihnen einen Anlass zu geben, aus ihrem Alltag ausbrechen zu können.

    Anders, so wusste er, verhielt es sich auch nicht mit seinen Hexen. Zwar glaubten diese an Magie und Hexenkräfte. Doch dieser Glaube diente nur als Auslöser ihrer Zügellosigkeit. Wenn sie sich in dieser Nacht zum Beispiel in die Rolle des Verstorbenen versetzten, dessen Totenschädel sie in ihren zierlichen Händen hielten, so entsprang ihr anschließendes Gebaren und Verhalten doch sicher nur aus den Abgründen ihrer im Alltag nicht ausgelebten Phantasie und hatte nichts mit dem wirklichen Leben der Verstorbenen gemein, deren Geister sie angeblich mit den Totenschädeln und mit Hexenmagie beschworen hatten.

    Das zufriedene Grinsen auf Denis’ jugendlichem Gesicht vertiefte sich noch. Er war sich sicher, dass seine Hexen von dieser Sache begeistert sein würden. Sie würden in die Rolle der Verstorbenen schlüpfen und den Hexensabbat zu einer wahren Orgie ausarten lassen. Bisher hatten sie seine Anregungen und Vorgaben immer dankbar aufgenommen und hemmungslos in die Tat umgesetzt. Er hatte seine Hexen gut im Griff. Einen besseren Hohepriester als ihn würden sie schwerlich finden, davon war er fest überzeugt.

    Ein erneuter Blick auf seine Armbanduhr verriet ihm, dass er sich beeilen musste.

    Er wandte sich der Wand hinter dem Altar zu, die ebenfalls mit einem schwarzen Tuch verhängt war. Im Unterschied zu den anderen Tüchern war dieses jedoch mit einem weißen Pentagramm bestickt. In der Mitte des magischen Sterns prangte ein handtellergroßer Rubin.

    Natürlich handelte es sich bloß um einen Glasstein. Denis hatte dahinter eine Leuchtdiode angebracht, so dass er den Rubin nach Bedarf blutrot aufglühen lassen konnte, wenn es die Situation erforderlich machte.

    Behutsam schob Denis den Stoff ein Stück beiseite und öffnete die Tür, die dahinter verborgen lag. Sie führte in seinen Privatbereich, den zu betreten den Hexen streng untersagt war.

    Sorgsam schloss Denis die Tür hinter sich und machte sich daran, die letzten Vorbereitungen zu treffen. Denn auch er musste nun seine Alltagsklamotten ablegen und in das Gewand der Hohepriester schlüpfen.

    3

    Widerwillig starrte Denis auf die Ziegenmaske in seinen Händen hinab. Ein weites Gewand aus schwarzem Samt umschmeichelte seinen kräftigen, zäh anmutenden Körper. Das Gewand reichte bis zum Boden hinab und hatte weite Tütenärmel, unter denen Denis während des Sabbats so manchen Gegenstand hervorzaubern konnte. Er pflegte die Show, die er vor seinen Hexen während des Sabbats abzog, vorher genau einzustudieren. Auf diese Weise erzielte er den größtmöglichen Effekt und sicherte sich die Ehrfurcht seiner Anhängerinnen.

    Nur mit der Ziegenmaske hatte er sich bisher nicht anfreunden können. Es kostete ihn jedes Mal große Überwindung, die Maske über den Köpf zu streifen.

    Doch das musste er, wollte er vor seinen Hexen unerkannt bleiben, was unbedingt erforderlich war. Während die Hexen das wahre Gesicht ihres Hexenmeisters nämlich nicht kannten, war ihm die Identität seiner Anhängerinnen sehr wohl bekannt – was er sich auch schamlos zunutze machte.

    Denis bereitete es besonders großes Vergnügen, seine Hexen in ihrem alltäglichen Leben zu beobachten. Er schlich ihnen nach, während sie für ihre Familien einkauften oder mit dem Bus zur Arbeit fuhren. Niemand hätte von diesen brav aussehenden Frauen vermutet, dass sie einem Hexenclub angehörten und während des Sabbats unerhörte Dinge trieben.

    Es war das Wissen um dieses Doppelleben seiner Hexen, das Denis während seiner heimlichen Nachstellungen besonders großes Vergnügen bereitete.

    Mit einigen Hexen, die ihm besonders ans Herz gewachsen waren, hatte er sogar Kontakt aufgenommen.

    Aber natürlich wussten sie nicht, dass es sich bei dem charmanten Burschen, den sie scheinbar zufällig kennengelernt hatten, um ihren Hexenmeister handelte.

    Darum war es für ihn unumgänglich, während der Zusammentreffen in dem leerstehenden Haus die Ziegenmaske zu tragen!

    Eine Latexmaske zu verwenden, verbot sich für einen Hohepriester, der von seinen Hexen ernst genommen werden wollte, allerdings. Für Denis kam daher nur ein echter, ausgehöhlter und von seinen Knochen teilweise befreiter Ziegenschädel in Rage. Er hatte sich ihn von demselben Friedhofsgärtner anfertigen lassen, der auch die menschlichen

    Totenschädel und Knochen für ihn organisierte.

    Leider verströmten die gegerbte Kopfhaut des Ziegenbocks und die in dem ausgestopften Tierschädel verbliebenen Knochen und Knorpel jedoch einen dumpfen, beißenden Geruch. Außerdem bot sich Denis durch die Schlitze für die Augen nur ein begrenzter Ausblick, so dass er seinen Kopf ständig hin und her drehen musste, damit ihm nichts von dem entging, was während der Zeremonien in dem Salon vor sich ging.

    Deshalb streifte Denis sich den Ziegenschädel immer erst im letzten Augenblick über den Kopf. Zum Beispiel, bevor er zur Haustür ging, um sie aufzusperren, damit die nach und nach eintreffenden Hexen das Haus betreten konnten – was genau jetzt anstand.

    Denis atmete tief durch, um ein letztes Mal frische Luft in seine Lungen zu saugen, bevor er die nächsten Stunden unter der Maske verbringen musste.

    Da vernahm er plötzlich ein seltsames Geräusch. Angespannt reckte er den Hals und lauschte.

    Fast klang es, als würde jemand auf leisen Sohlen durch den Salon schleichen!

    Doch das war unmöglich, die Haustür war noch abgeschlossen!

    Hastig streifte er sich die Maske über und schnallte sie unter seinem Kinn mit einem Lederriemen fest. Dann huschte er auf die Wand neben der Verbindungstür zum Salon zu. Dort befand sich ein Guckloch, durch das er den Salon einsehen konnte.

    Doch der Raum schien leer zu sein – obwohl Denis hätte schwören können, dass die leisen Schritte aus eben diesem Zimmer gekommen waren.

    Unter der Maske klang sein Atem gepresst und schnaufend. Denis ärgerte sich, dass ihn das seltsame Geräusch der tappenden Schritte so sehr aus der Fassung gebracht hatte, und er fluchte verhalten, als er nun mit den Ziegenhörnern gegen die Wand stieß, während er den Kopf hin und her drehte, um besser durch das Guckloch spähen zu können.

    Doch so sehr er auch starrte und blickte, es war keine Menschenseele in dem Salon auszumachen.

    Denis stieß sich von der Wand ab und versuchte sich einzureden, dass ihm seine Ohren nur einen Streich gespielt hatten.

    Zudem war es schier unmöglich, dass sich jemand unbemerkt in das Haus geschlichen hatte. Nach außen hin mochte der alte Kasten zwar einen heruntergekommenen und vernachlässigten Eindruck machen. Denis hatte aber keine Kosten gescheut, um das Haus einbruchssicher zu machen. Die Türen und Fenster waren besonders dick und mit modernen Schlössern versehen. Außerdem gab es eine Alarmanlage. Diese schrillte bei einem Einbruch zwar nicht los, zeichnete die Bewegungen im Haus aber auf Videoband auf, so dass Denis sich später ein genaues Bild über den Eindringling machen und Maßnahmen gegen ihn ergreifen konnte.

    Dass gewöhnliche Diebe ein Interesse für dieses Haus entwickeln könnten, hielt Denis für ausgeschlossen. Wenn sich jemand gewaltsam Eintritt in das Hexenhaus verschaffte, so stand dieser Einbruch sicherlich im Zusammenhang mit dem Hexenclub – so viel stand für Denis fest.

    Darum war es auch unsinnig, in einem solchen Fall die Polizei zu verständigen. Die Behörden hätten seinen Zirkel sofort verbieten lassen und Ermittlungen gegen die Mitglieder eingeleitet, wenn ans Tageslicht kam, was sich innerhalb dieses Hauses abspielte.

    Denis musste sich folglich persönlich darum kümmern, falls in das Hexenhaus eingebrochen wurde – was bisher aber Gott sei Dank noch nicht vorgekommen war.

    Es wäre eine Ironie des Schicksals, wenn sich daran ausgerechnet jetzt, kurz vor dem siebten Treffen der Hexen, etwas ändern sollte!

    Denis trat vor eine holzvertäfelte Wand hin und betätigte einen geheimen Mechanismus, woraufhin ein Teil der Vertäfelung zur Seite glitt und den Blick auf eine Batterie von Bildschirmen freigab.

    Doch die Bildschirme waren alle ausgeschaltet. Auch die roten Lämpchen der Alarmanlage blinkten nicht, was ein untrügliches Zeichen dafür war, dass die Bewegungsmelder keinen Eindringling registriert hatten.

    Der technischen Anlage des Hauses zufolge war Denis also ganz allein in dem Gebäude.

    Ein ungutes Gefühl blieb aber dennoch in Denis zurück.

    Es war nicht auszudenken, was geschah, wenn jemand von den Machenschaften in diesem Haus erfuhr. Zu seinen Hexen zählten ein paar nicht ganz unbekannte Frauen, denen es ganz und gar nicht lieb wäre, wenn über ihr Hexendasein etwas an die Öffentlichkeit gelangte.

    Auch die anderen Frauen würden alles Erdenkliche unternehmen, um zu verhindern, dass ihre Lebenspartner oder Freunde von ihren Umtrieben als Hexe erfuhren. Wie leicht konnten sie von jemand erpresst werden, der heimlich in diesem Haus herumschnüffelte ...

    Denis atmete tief durch und versuchte sowohl den muffigen Geruch, der ihm dabei in die Nase stieg, als auch seine Sorge zu verdrängen. Es war unsinnig, sich so viele Gedanken zu machen. Das Haus war sicher. Einen besseren Ort, um einen Hexensabbat abzuhalten, fand man in ganz England nicht.

    Langsam begann Denis sich wieder zu beruhigen. Er wandte sich von den Bildschirmen ab und schickte sich an, das Zimmer zu verlassen, um die Haustür aufzusperren.

    Nur noch wenige Minuten und die ersten Hexen würden das scheinbar verlassene Haus erreichen!

    4

    Obwohl Denis sich sicher gewesen war, die Tür abgeschlossen zu haben, nachdem er das Hexenhaus vor zwei Stunden betreten hatte, atmete er doch erleichtert auf, als er nun feststellte, dass die Tür tatsächlich verriegelt war.

    Nun gab es für ihn keinen Zweifel mehr: Als er vorhin geglaubt hatte, leise umhertappende Schritte vernommen zu haben, musste er sich getäuscht haben!

    Er beschloss, keinen Gedanken mehr an diesen vermeintlichen Zwischenfall zu verschenken und beeilte sich, die Haustür aufzusperren und dann ins Privatgemach zurückzukehren.

    Keine der Hexen sollte ihn vor der Zeremonie zu Gesicht bekommen. Die Ziegenmaske hatte er nur für den Fall aufgesetzt, dass eine der Frauen schon draußen vor der Tür wartete und unvermittelt eintrat, nachdem Denis aufgeschlossen hatte.

    Doch seine Vorsicht hatte sich mal wieder als unbegründet erwiesen. Alle seine Hexen hielten sich an die Abmachungen und betraten das Haus nicht vor dem vereinbarten Zeitpunkt.

    In seinem Zimmer angekommen, schaltete Denis das Licht im gesamten Gebäude aus. Dies war nur von diesem Raum aus möglich, denn im ganzen Haus gab es nicht einen einzigen Lichtschalter. Durch diese Maßnahme hatte es Denis unmöglich gemacht, dass eine seiner Hexen während des Sabbats das elektrische Licht einschalten und die unheimliche Atmosphäre zerstören konnte. Die Räume und Korridore wurden lediglich von den Kerzen erhellt, die Denis inzwischen alle angezündet hatte.

    Erwartungsvoll nahm Denis auf dem Stuhl vor der Monitorwand Platz. Mit routinierten Handbewegungen betätigte er einige der Schalter, die in der Wand eingelassen waren. Die Bildschirme flammten daraufhin auf; verschiedene Ausschnitte des Hauses waren nun zu erkennen.

    Denis musste nicht lange warten, da traf auch schon die erste Hexe ein.

    Die junge Frau erschien auf dem Monitor, der von einer kleinen Überwachungskamera gespeist wurde, die Denis oben am Dachfirst angebracht hatte und den total verwilderten Garten überblickte.

    An dem langen schwarzen Haar, auf dem sich das Licht des Vollmondes matt spiegelte, erkannte er, dass es Lea Henderson war. Sie war für gewöhnlich die erste Hexe, die in dem Haus eintraf. Denis fieberte schon dem Augenblick entgegen, da Lea ihre Umkleidekabine betreten und sich ausziehen würde ...

    Kaum war Lea in dem Hexenhaus verschwunden, da näherten sich auch schon zwei weitere Frauen dem Gebäude.

    Denis wusste, dass einige der Hexen sich auch privat trafen. Es waren regelrechte Freundschaften entstanden, die ihren Ursprung hier in dem verlassenen Hexenhaus hatten. Dies traf zum Beispiel auf die beiden Frauen zu, die sich in diesem Moment lachend einen Weg durch den verwilderten Garten bahnten.

    Denis spürte, wie er langsam von einer prickelnden Erregung ergriffen wurde. Voller Vorfreude auf das Kommende ließ er seinen Blick wohlgefällig über die Monitore schweifen.

    Lea Henderson hatte ihre Kabine inzwischen erreicht. Die enge Kammer wurde von einer Kerze in einem Armleuchter schummrig beleuchtet. Ohne zu zögern, streifte Lea sich die Jacke ab und schlüpfte aus ihren Schuhen.

    Dann begann sie auch ihren Rock und ihre Bluse auszuziehen.

    Denis leckte sich unter seiner Ziegenbockmaske nervös über die Lippen. Dabei ließ er seinen Blick flüchtig über die anderen Monitore schweifen und fuhr dann fort, Lea beim Ausziehen zu beobachten.

    Als Lea gerade den Verschluss ihres BHs öffnete, begann das Bild auf dem Monitor plötzlich zu flackern. Weiße Streifen zogen quer über die Mattscheibe. Schließlich war der Bildschirm nur noch von einem chaotischen Schneegestöber erfüllt.

    Verärgert krauste Denis die Stirn. Er beugte sich vor und schlug mit der flachen Hand vorsichtig gegen den Monitor, in der Hoffnung, die unliebsame Störung auf diese Weise beseitigen zu können.

    Doch anstatt seinen Zweck wieder zu erfüllen, erlosch der Bildschirm nun ganz.

    Voller Bestürzung wurde Denis gewahr, dass auch die anderen Bildschirme zu flackern begannen. Es waren inzwischen etwa sechs >Hexen< in dem Haus eingetroffen. Eine weitere Hexe war gerade dabei, mit eiligen Schritten den Garten zu durchqueren.

    Mit einem vernehmlichen Knistern und Knacken brachen die Bilder auf den Monitoren in sich zusammen. Auf allen Mattscheiben war jetzt nur noch gähnende Finsternis zu sehen.

    Einen Moment lang blieb Denis wie benommen auf seinem Stuhl sitzen.

    Bisher hatte die technische Einrichtung des Hauses immer einwandfrei funktioniert und nun war es gleich zu einer so gravierenden Störung gekommen!

    Abrupt stand Denis auf und trat vor den Sicherungskasten hin.

    Doch die Sicherungen waren alle in Ordnung.

    Ärger keimte in ihm auf. Er nahm sich vor, dem Chef der Firma, bei der er die technischen Geräte für viel Geld gekauft hatte, morgen die Hölle heiß zu machen.

    Rasch trat er wieder vor

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