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Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller
Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller
Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller
eBook316 Seiten4 Stunden

Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller

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Über dieses E-Book

Dieser Band enthält folgende Romane

von Jan Gardemann:



Nachts, wenn der Werwolf ruft

Lady der Dämmerung

Fluch der Liebe







Hat der gefeierte Schauspieler Martin Gaiman die Kraft eines Amuletts genutzt, um seinen Erfolg zu festigen und die geliebte Frau an sich zu fesseln? Brenda Logan, die Amulettjägerin, kann den Verdacht nicht von der Hand weisen, als sie den Mann in einer Garderobe aufsucht. Martin Gaiman wird von einem Geist beherrscht, aber es steckt noch mehr dahinter, wie sie rasch erkennen muss. Er hat sich mit Mächten eingelassen, die besser nicht geweckt worden wären.
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum25. Aug. 2022
ISBN9783745224160
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    Buchvorschau

    Wenn deine Liebe zum Fluch wird - Jan Gardemann

    Jan Gardemann

    Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller

    UUID: 6cc88972-a5a6-46e9-a409-e25094004c37

    Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://writeapp.io) erstellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller

    Copyright

    NACHTS WENN DER WERWOLF RUFT

    Copyright

    Prolog

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    9

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    28

    29

    30

    Lady der Dämmerung

    FLUCH DER LIEBE

    Wenn deine Liebe zum Fluch wird: 3 Romantic Thriller

    Jan Gardemann

    Dieser Band enthält folgende Romane

    von Jan Gardemann:

    Nachts, wenn der Werwolf ruft

    Lady der Dämmerung

    Fluch der Liebe

    Hat der gefeierte Schauspieler Martin Gaiman die Kraft eines Amuletts genutzt, um seinen Erfolg zu festigen und die geliebte Frau an sich zu fesseln? Brenda Logan, die Amulettjägerin, kann den Verdacht nicht von der Hand weisen, als sie den Mann in einer Garderobe aufsucht. Martin Gaiman wird von einem Geist beherrscht, aber es steckt noch mehr dahinter, wie sie rasch erkennen muss. Er hat sich mit Mächten eingelassen, die besser nicht geweckt worden wären.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author /

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

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    NACHTS WENN DER WERWOLF RUFT

    Das magische Amulett Band 92

    Roman von Jan Gardemann

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 98 Taschenbuchseiten.

    Als die Amulett-Forscherin Brenda Logan eine Studentengruppe durch das Museum führt, kommt Professor Sloan und bittet sie nach Drake Castle zu fahren. Dort wird sie von Lord Colin gebeten, sein silbernes Amulett wiederzubeschaffen. Er behauptet, es sei von unschätzbarem Wert und in der vergangenen Nacht gestohlen worden. Sehr schnell merkt Brenda, dass der Lord eine ganz besondere Beziehung zu seinem Amulett hat.

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

    © by Author

    © Cover by Firuz Askin

    © dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    © Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2017

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Prolog

    Lord Colin lag auf dem Mosaikboden der Halle hingestreckt da. Er hatte einen schmiedeeisernen Garderobenständer umgerissen, als er zu Boden ging. Das Tor stand offen, fahles Mondlicht drang hinein. Es fiel direkt auf den Lord. Der Smoking des Mannes war an Armen und Beinen zerrissen, so dass die wulstigen Muskelstränge hervorschauten, die den Stoff gesprengt hatten. Die Haut war dunkel und stellenweise mit dichtem schwarzem Haar bedeckt. Lord Colin röchelte und wälzte sich benommen auf die Seite. Er versuchte aufzustehen, aber die Arme und Beine knickten immer wieder unter ihm weg. Mit wenigen Schritten war ich bei ihm, fasste ihn am Arm, um ihm aufzuhelfen. Da ruckte Lord Colins Kopf zu mir herum. Ein wilder, animalischer Blick traf mich aus seinen grünen Augen. Er bleckte die Zähne und gab ein kehliges Knurren von sich. Erschrocken wich ich zurück. Der Lord sah wie verwandelt aus. Sein markantes Kinn war wieder mit dichten Bartstoppeln bedeckt und das, obwohl er sich doch gerade rasiert hatte. Auch der Haaransatz hatte sich verändert. V-förmig ragte er bis tief in die Stirn hinein...

    1

    Der Vollmond schien auf Drake Castle. Fahl schimmerten die dunklen Mauern in der Nacht. Wie blinde Augen starrten die nachtschwarzen Fenster über die hügelige Ebene. Die Weiden auf den seichten Hängen wogten sich im lauen Wind. Sie erinnerten an dürre, zerfledderte Spukgestalten, die stumm und anklagend dastanden und ungestüme, beschwörende Gesten vollführten, die das düstere, verwinkelte Gebäude oben auf dem hohen Hügel verfluchen sollten.

    Und tatsächlich schien der Fluch plötzlich Gestalt anzunehmen, denn ein gedrungener Schatten schlich knurrend über die Hügel direkt auf Drake Castle zu!

    Es war ein buckeliger animalischer Schatten, mit weit vor geneigtem Oberkörper und langen Armen, die fast den Boden berührten. Das Haar war struppig und stand spitz nach allen Seiten ab. Sogar die Hände und die Beine schienen behaart zu sein. Sie wirkten muskulös und grobschlächtig. Aber trotzdem bewegte sich die Gestalt mit beängstigender Schnelligkeit und Flinkheit. Tief duckte sie sich in die Schatten der Weiden, preschte dann über die Ebenen, wenn eine Wolke sich vor den Mond schob und die Landschaft für einen kurzen Augenblick in Finsternis versinken ließ.

    Als die Gestalt den steilen Berghügel erreichte, huschte sie auf allen Vieren, wie ein Tier, die Anhöhe empor und verschmolz dann mit den Schatten der schwarzen Burgmauern. Die Mauer war von Nischen und Vorsprüngen durchsetzt. Mehrere Meter führten sie steil in die Höhe, ehe die erste Fensterreihe zu erkennen war. Die Fenster waren vergittert und wirkten dadurch noch abweisender und unwirtlich.

    Von der fürchterlichen Gestalt waren nur noch die rotglühenden Augen im Dunkeln zu sehen. Sie bewegten sich rasch unten an der Mauer entlang und strebten auf das Tor zu.

    Das Tor bestand aus einer doppelflügeligen Tür, die aus solidem Eichenholz gefertigt war. Mit Eisenbeschlägen verstärkt und einem robusten Schloss versehen, machte sie einen unzerstörbaren Eindruck. Ein steinerner Wulst, der oben zu einem Spitzbogen auslief, rahmte das Tor. Die Wulstspitze oben über dem Tor zierte eine hässliche verzerrte Fratze, deren glotzäugiger Blick feindselig zu der unheimlichen Gestalt vor dem Tor hinab stierte.

    Einen Moment verharrte der dunkle Schatten, stand hechelnd und vornübergebeugt da und beschnupperte mit verächtlichem Schnaufen die Tür. Dann hob die schreckliche Gestalt den Arm und umfasste mit ihren krummen Klauen den Türknauf.

    Das Schloss knirschte und kreischte, als die Gestalt es mit roher Gewalt öffnete. Die schmiedeeiserne Konstruktion im Inneren der Tür hatte der animalischen Kraft der Gestalt nichts entgegen zu setzen. Metall verbog, splitterte und krachte, das es in der Eingangshalle nur so widerhallte.

    Kaum war das Schloss zerstört, stieß die Gestalt das Tor mit ungestümer Armbewegung auf. Wie ein Schatten schlüpfte die Gestalt ins Dunkel hinter der Tür.

    Einen Moment blieb sie witternd in der Mitte der düsteren Eingangshalle stehen. Sie legte den Kopf schief und lauschte.

    Doch in dem Castle blieb es ruhig. Niemand schien den unheimlichen Eindringling bemerkt zu haben.

    Die unheimliche Gestalt ließ ein zufriedenes Knurren vernehmen und setzte sich dann in Bewegung. Sie schien genau zu wissen, wohin sie wollte, denn, sie huschte zielstrebig auf die geschwungene Freitreppe am Ende der reichgeschmückten Halle zu. Dabei verursachte die Gestalt nicht den geringsten Laut. Auch als sie die Stufen empor hastete, geschah dies völlig lautlos.

    Oben angekommen, reckte die Gestalt kurz die Nase empor und schnupperte. Dann wandte sie sich nach rechts und tauchte in einen langen dunklen Korridor ein, an dessen Ende sich ein vergittertes Fenster befand. Fahles Mondlicht sickerte herein, zeichnete ein Gittermuster auf den Boden und ließ den Staub in der Luft silbern glänzen.

    Mit flinken Schritten strebte die unheimliche Gestalt auf eine Tür zu. Lauschend legte sie ein Ohr an das Türblatt. Dann griff sie nach der Klinke und öffnete die Tür behutsam.

    Leise glitt die Tür auf und der Blick in ein geräumiges Schlafzimmer wurde frei. Ein romantisches Himmelbett stand in der Mitte des Zimmers. Silbernes Mondlicht hatte sich in dem seidigen Baldachin verfangen und erweckte den Anschein, als wäre das Bett von einer leuchtenden Aura umgeben.

    In dem Bett lagen eine Frau und ein Mann. Sie schliefen tief und fest und waren völlig arglos. Der Mann lag auf dem Rücken und die Frau hatte sich zärtlich an seine Seite geschmiegt. Die Bettdecke war verrutscht, so dass die bloße, stark behaarte Brust des Mannes zu sehen war. Sie hob und senkte sich im ruhigen Rhythmus des Atems. Das handtellergroße Medaillon, das an einer soliden Silberkette um den Hals des Mannes hing, bewegte sich dabei, fing hin und wieder einen verirrten Mondstrahl auf, reflektierte ihn und schickte ihn als silberne nadeldünne Lichtlanze auf die Reise durch das dunkle Zimmer.

    Der unheimliche Eindringling ließ ein unterdrücktes Knurren vernehmen, während er hasserfüllt und voller Abscheu auf die beiden Menschen in dem Bett hinab starrte. Mit den Blicken folgte er dem angewinkelten, schlanken Arm der Frau, der entspannt und in vertraulicher Geste um den massigen Brustkorb des Mannes geschlungen war. Er starrte die Bettdecke an, unter der sich das Bein der Frau abzeichnete, das lässig auf dem Unterleib des Mannes ruhte.

    Mit Gewalt musste sich die schaurige. Gestalt von diesem Anblick vertraulicher Zärtlichkeit losreißen. Sie gab sich einen Ruck und schlich dann geschmeidig zum Bett hinüber, auf die Seite, wo der Mann lag. Wie eine Alptraumkreatur beugte sich die Gestalt über den schlafenden Mann, streckte die krummen Klauen nach dem silbernen Amulett auf der Brust aus.

    Da bewegte sich die Frau plötzlich im Schlaf. Ihr Arm strich kosend und träge über die Brust des Mannes und legte sich dann um seine breite Schulter.

    Die unheimliche Gestalt zuckte zurück und ging hinter dem hohen Kopfende des Bettes in Deckung.

    Doch die Frau gab nur einen wohligen, schläfrigen Laut von sich, schmiegte sich noch dichter an ihren Mann und schlief dann wieder ein.

    Angespannt lauerte die Gestalt im Dunkeln. Dann, nach einigen Minuten bewegungslosen Verharrens kam sie wieder hinter dem Bett hervor und stellte sich wieder neben den Mann.

    Blitzschnell zuckte die klauenartige Hand vor und klaubte den silbernen Talisman von der Brust des Schlafenden. Mit der anderen Hand packte der Eindringling die Silberkette und riss sie mit einer beiläufig erscheinenden Geste entzwei.

    Wie einen kostbaren Schatz drückte die behaarte Gestalt das Amulett an seine Brust und winselte leise. Dann wandte sie sich abrupt ab und huschte lautlos wie ein Schatten auf den Korridor hinaus.

    Wenige Sekunden später hastete der unheimliche Dieb durch das Tor hinaus und verschmolz mit den Schatten der wiegenden Weiden.

    Doch dann konnte die Gestalt nicht mehr an sich halten. Triumphierend warf sie den Kopf in den Nacken und stieß ein schauriges Wolfsgeheul aus, das unheimlich und tausendfach von den umliegenden Hügeln zurückgeworfen wurde.

    2

    »Wir betreten jetzt den Lesesaal«, erklärte ich der kleinen Gruppe japanischer Studenten, die ich an diesem Nachmittag durch das British Museum führen musste.

    »Dieser Saal bildet das Herzstück der Museumsbibliothek«, fuhr ich fort, während ich die Tür in den kreisrunden Lesesaal öffnete. »Es haben hier so bekannte Leute wie Karl Marx und Gandhi ihre Studien betrieben.«

    Staunend und andächtig sahen die jungen Leute sich um. Einige holten sogar Fotoapparate hervor und machten Aufnahmen von den überfüllten Bücherregalen.

    »Sie dürfen sich ruhig umschauen«, ermunterte ich die Studenten, da niemand Anstalten traf, sich in Bewegung zu setzen.

    Mit einladender Geste deutete ich auf die Bücher und Lesepulte. »Aber bitte behandeln Sie die Bücher pfleglich. Es sind sehr kostbare und seltene Werke darunter.«

    Die Studenten verteilten sich zögernd. In ihren einheitlichen blauen Anzügen machten sie auf mich den Eindruck von Sonntagsschülern in Uniform. In ihren Gesichtern spiegelte sich unverbindliche Freundlichkeit, was es mir fast unmöglich machte, die Studenten voneinander zu unterscheiden. Es waren ganz oberflächliche Gesichter, in die ich blickte; friedlich und zuvorkommend zwar, aber auch ebenso nichtssagend.

    Es kam noch erschwerend hinzu, dass die Studenten sich überwiegend auf Japanisch unterhielten und ich nicht verstand, worüber sie sprachen. Eine geschlagene Stunde führte ich sie jetzt schon durch die Ausstellungssäle des Museums.

    Diesen Job hatte ich Professor Salomon Sloane zu verdanken, dem Direktor des British Museum. Der Kollege, der für gewöhnlich die Führungen durchführte, war erkrankt. »Sie werden die japanischen Studenten durch das Museum geleiten, Brenda«, hatte Professor Sloane kurzerhand entschieden. »Zeigen Sie den jungen Leuten auch die Museumsbibliothek. Sie sollen einen Eindruck davon erhalten, wie geschichtsträchtig und ehrwürdig das British Museum ist.«

    Wohl oder übel hatte ich mich der Weisung fügen müssen. Dieses fiel mir heute besonders schwer, da ich gerade Studien auf dem Gebiet der Amulettforschung, meinem Spezialgebiet, durchführte.

    Ein wenig genervt verschränkte ich die Arme vor der Brust und beobachtete die Studenten, wie sie andächtig an den Bücherwänden entlang flanierten, ohne auch nur ein einziges Exemplar zu berühren. Anscheinend war ihre Ehrfurcht vor den alten Schinken so groß, dass sie sich nicht trauten sie anzufassen.

    »Sie dürfen die Bücher ruhig in die Hand nehmen und darin blättern!«, rief ich ihnen zu, wobei ich einen ironischen Unterton nicht unterdrücken konnte. »Sie werden Ihnen nichts tun.«

    »Sind Sie sich da so sicher?«, vernahm ich da hinter mir plötzlich eine Stimme in gebrochenem Englisch.

    Verwundert drehte ich mich um und sah mich einer der japanischen Studentinnen gegenüber. Mit ihren dunklen Augen starrte sie mich durchdringend an. Ihr schwarzes schimmerndes Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz streng zurückgebunden; ihr Anzug saß perfekt, schnürte ihre Figur jedoch ein, so dass die weiblichen Formen darunter nur zu erahnen waren.

    »Was meinen Sie?«, fragte ich, da ich annahm, die junge Japanerin hätte sich Aufgrund der ihr fremden englischen Sprache nicht richtig ausgedrückt.

    »Ich will damit sagen, dass einige Bücher durchaus schädlichen Einfluss auf Menschen ausüben können«, erwiderte sie überraschend klar. Dabei hielt sie mir anklagend ein altes, in schwarzes Leder gebundenes Buch vor die Nase.

    »Keltische Rituale und Beschwörungen«, lautete der Titel.

    »In diesem Buch befinden sich Anleitungen für schwarz magische Rituale«, erklärte sie mit schneidender Stimme. »So ein Buch gehört nicht in eine öffentliche Bibliothek, sondern auf den Scheiterhaufen!«

    Einen Moment war ich wie vor den Kopf gestoßen. Die Heftigkeit der Worte standen im krassen Gegensatz zu dem freundlichen, oberflächlichen Gesichtsausdruck des Mädchens. Nur in ihren Augen funkelte es jetzt wirklich ganz merkwürdig.

    »Dieses Buch klärt lediglich über die Kultur und das Brauchtum der Druiden auf«, erklärte ich vorsichtig. »Das ist noch lange kein Grund, es zu verdammen, geschweige denn, es zu verbrennen.«

    »Es kann aber Missbrauch mit diesem Wissen getrieben werden«, erklärte die Japanerin schneidend. »Die Druiden haben auch Menschen geopfert, wussten Sie das etwa nicht?«

    »Ich bin über die Rituale der Druiden durchaus im Bilde«, erwiderte ich. »Aber eine Schilderung dieser barbarischen Bräuche beinhaltet doch nicht, dass der Autor sie für gut befindet und zur Nachahmung aufruft.«

    Die Japanerin stemmte die Hände in die Seiten und starrte mich feindselig an. »Ich wusste, dass Sie so argumentieren würden, Mrs. Logan«, sagte sie. »Von einer Archäologin, die ein Buch über magische Amulette geschrieben hat, war wohl nichts anderes zu erwarten. Sie haben mit Ihrem Buch dem Verbrechen Vorschub geleistet, indem Sie böse gesinnten Leuten auf die verheerende Wirkung magischer Amulette aufmerksam gemacht haben. Sie haben Mördern eine gefährliche Waffe in die Hand gegeben!«

    Die letzten Worte hatte sie geschrien. Ihr blasses Gesicht war puterrot angelaufen.

    »Sie scheinen mein Buch nicht gelesen zu haben«, erwiderte ich mit gezwungener Gelassenheit. »Sonst würden Sie eine so irrsinnige Behauptung nicht aufstellen. Ich weise in meinem Buch auf die Gefahren hin, die von magischen Amuletten ausgehen. Aber ich fordere niemanden auf, solche Amulette zu benutzen. Außerdem ist es sehr umstritten, ob den Amuletten wirklich eine geheime Macht innewohnt. So etwas behaupten nur Menschen, die an Magie und Zauberei glauben.«

    »Ich weiß, dass es derartige Dinge gibt!«, rief das Mädchen erbost. »Mein Vater ist von einem bösen Geist getötet worden, den ein gemeiner, habgieriger Mörder mit Hilfe eines magischen Amuletts herbeirief! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!«

    Ein Student trat von hinten an das Mädchen heran. Die unverbindliche Freundlichkeit war aus seinem Gesicht gewichen und hatte dem Ausdruck tiefer Sorge und Kummer Platz gemacht. Begütigend legte er dem Mädchen von hinten eine Hand auf die Schulter.

    »Lass es gut sein, Ming«, flüsterte er auf Japanisch. Meine geringen Kenntnisse dieser komplizierten Sprache reichten gerade hin, diese wenigen Worte zu verstehen.

    Ming schüttelte die Hand des jungen Mannes ab. Ihr Blick war noch immer auf mich gerichtet. Er war vorwurfsvoll und anklagend.

    »Vergeben Sie Ming Ihre Worte«, richtete der junge Mann nun das Wort an mich, wobei er wieder Englisch sprach. »Ming ist... ein wenig durcheinander.«

    »Warum sagst du Mrs. Logan nicht gleich, dass du mich für verrückt hältst, Tschang?«, giftete Ming von der Seite. Dann schaute sie mich wieder an. »Aber ich bin nicht verrückt. Ich habe den Geist gesehen, der meinen Vater mordete!«

    »Ich habe nicht gesagt, dass du verrückt bist«, erwiderte Tschang gekränkt. »So etwas würde ich niemals behaupten.«

    »Aber du denkst es«, versetzte Ming. »Ich spüre das!«

    »Dann ist dein Gespür nicht besonders ausgeprägt«, sagte Tschang ernst. »Sonst würdest du wissen, was ich für dich empfinde.«

    Ming tat so, als hätte sie die Worte des jungen Mannes nicht gehört. Tränen sammelten sich in ihren Augen. »Wissenschaftler wie Sie sind Schuld am Tode meines Vaters!«, rief sie mir zu.

    »Kannte dieser Verbrecher denn mein Buch über magische Amulette?«, wollte ich wissen.

    Ming machte auf mich ganz und gar nicht den Eindruck eines verrückten Menschen. Jetzt, da sie ihre Oberflächlichkeit abgelegt hatte, schimmerte etwas von ihrem wahren Wesen durch. Die junge Japanerin war ein wissbegieriges, intelligentes Mädchen. Doch ein Schmerz hatte sich tief in ihre Seele gegraben und einen Schatten auf ihr Gemüt gelegt.

    »Er kannte es nicht«, gab sie zurück. »Aber das ist nicht ausschlaggebend. Tatsache ist, dass Sie mit Ihrem Buch Leuten wie dem Mörder meines Vaters, Einblick in tödliche Geheimnisse gewähren.«

    »Diese Bücher, die du verurteilst, haben aber auch schon vielen Menschen geholfen«, gab ich zu bedenken. »Menschen, die von übersinnlichen Mächten bedroht wurden und in diesen Büchern Rat fanden, wie dem Übel zu begegnen sei.«

    Ming machte ein düsteres Gesicht, »An diese Möglichkeit habe ich noch gar nicht gedacht«, sagte sie leicht verstört.

    »Böse Menschen vermögen auch aus den Taten der Guten noch Kapital für sich zu schlagen«, fuhr ich fort, bemüht, dabei nicht allzu belehrend und schulmeisterisch zu wirken. »Das Wissen um Magie und übersinnliche Phänomene aus den Büchern zu verbannen, würde kein einziges Verbrechen verhindern, da bin ich mir sicher. Aber es würde den Menschen, die von diesen Mächten bedroht werden, die Chance nehmen, sich zu wehren. Vielleicht hättest du deinen Vater sogar retten können, wenn du eines dieser Bücher gelesen hättest.«

    Tränen stürzten der Japanerin aus den Augen. Schluchzend schlug sie die Hände vor die Augen.

    Von heftigem Mitgefühl ergriffen, nahm ich Mings Hände und zwang das Mädchen, mich anzusehen. »Was genau ist deinem Vater denn widerfahren?« wollte ich wissen.

    »Er... er wurde von einem nebelartigen Geist angegriffen, der aus dem Amulett kam, das einem Geschäftspartner meines Vaters gehörte. Es war so schrecklich, das mitansehen zu müssen. Der

    Geist hüllte meinen Vater vollständig ein. Und als er sich dann wieder in das Amulett zurückzog, war auch mein Vater verschwunden. Nur seine Kleidung und der Schmuck, den er getragen hatte, blieben am Boden zurück.«

    Ming schluchzte. »Seitdem habe ich meinen Vater nie wieder gesehen! Sein Mörder aber hat die Firma inzwischen übernommen. Er war früher ein unfähiger Kerl gewesen, der ständig Fehlentscheidungen getroffen hat. Mein Vater war kurz davor gewesen, ihn aus der Firma rauszuschmeißen. Doch jetzt ist er plötzlich ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden. Er ist steinreich. Niemand will mir glauben, dass dieser Kerl ein Mörder ist. Es wurde keine Leiche gefunden, also gibt es nach Meinung der Polizei auch keinen Mord!«

    Weinend lehnte Ming ihr Gesicht an meine Schulter. Ich strich ihr beruhigend über das schwarze glatte Haar. »Vielleicht ist dein Vater ja gar nicht tot«, flüsterte ich. »Der Geist könnte ihn bloß entführt haben.«

    Tschang sah mich strafend an. »Wie können Sie Ming in ihrem Geistesglauben auch noch bestätigen?«, fragte er vorwurfsvoll.

    Ich zuckte mit den Achseln.

    Das war alles.

    Ich hätte Tschang jetzt erklären können, dass ich schon unzählige Male mit übersinnlichen Phänomenen und Geistern zu tun gehabt hatte. Glaubwürdiger wäre ich dem jungen Japaner dadurch jedoch sicherlich nicht erschienen. Im Gegenteil, er hätte mich wahrscheinlich für genauso übergeschnappt gehalten, wie Ming, die er anscheinend trotzdem liebte.

    »Hast du das Amulett des Geschäftspartners deines Vaters gesehen, Ming?«, wollte ich wissen.

    Das Mädchen nickte. »Ich war ja dabei, als er den Geist herbeirief. Es geschah in unserer Wohnung. Seelenruhig hat dieser Schurke mit angesehen, wie mein Vater von dem Nebelgeist eingehüllt wurde und schließlich verschwand. Dann ist er einfach gegangen. Sein böses Lachen klingt mir noch heute in den Ohren.«

    »Was ist aus dem Amulett geworden?«, fragte ich.

    »Dieser Bastard trägt es immer bei sich«, schluchzte Ming.

    Langsam bekam ich eine Vorstellung, was der Geschäftspartner von Mings Vater mit der Magie bezwecken wollte.

    »Du musst versuchen, an dieses Amulett heranzukommen«, überlegte ich laut. »Du musst es zerstören. Dann ist wahrscheinlich auch dein Vater wieder frei. Sicher hält dieser Verbrecher deinen Vater mit Hilfe des Amuletts auf magische Weise gefangen. Er braucht deinen Vater nämlich noch, weil er ohne sein Wissen die Firma niemals allein leiten könnte.«

    Ming sah mit tränenverschleierten Augen zu mir hoch. »Was Sie sagen klingt ja noch viel verrückter,

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